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Fünf auf dem Weg zur Hölle

2021 113 Seiten

Leseprobe

Table of Contents

Fünf auf dem Weg zur Hölle

Copyright

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Fünf auf dem Weg zur Hölle

Western von Heinz Squarra

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 113 Taschenbuchseiten.

 

Peitschen knallten, und Hufe trommelten über felsigen Boden. Im Dunkel der Nacht trieben Cowboys von der Bullhead-Ranch einige entlaufene Rinder zur Herde zurück. Sie ahnten nichts von den fünf Reitern, die nicht weit entfernt ihre Pferde zügelten. »Ich sehe drei Cowboys«, sagte Lee Slocum, der Anführer des rauen Quintetts, und starrte in die vom Mondlicht erhellte Nacht. Die Outlaws würden leichtes Spiel haben. Slocum grinste bei dem Gedanken an seinen teuflischen Plan.

John Corcoran, der Boss der Bullhead-Ranch, würde das Fürchten lernen …

 

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

Alfred Bekker

© Roman by Author

© COVER Firuz Askin

© dieser Ausgabe 2021 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

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1

Lee Slocum war ein mittelgroßer, drahtiger Bursche, gerade zweiundzwanzig Jahre alt und doch schon der Anführer des wilden Haufens.

Allerdings waren die anderen auch in seinem Alter, und alle fünf sahen wie Cowboys aus, auch wenn sie nicht zu jenen Männern zählten, die ihre schweren Colts dazu benutzten, Nägel in Zäune zu schlagen.

»Und wie weit ist es bis zur Bullhead-Ranch?«, fragte einer der Kerle.

Lee grinste den Nachbarn an. »Hast du sie in der Dämmerung sehen können?«

»Nein. Aber von den Bergen aus waren es hierher schon runde drei Meilen.«

»Die Ranch ist mindestens noch mal acht Meilen weiter im Westen, Ward. Wir müssen einen entkommen lassen. Damit er die Ranchleute holt.«

Das Peitschenknallen schallte erneut herüber.

Lee zog das Gewehr aus dem Scabbard und repetierte es. »Aber nur einen. Das genügt!« Er schnalzte mit der Zunge und ritt durch die raschelnden Büsche. Mit der linken Hand zog er sein Halstuch über Mund und Nase.

Die vier anderen folgten ihm, griffen ebenfalls nach den Gewehren und maskierten sich mit den schmutzigen Halstüchern.

Schemenhaft sah Lee Slocum die Longhorns mit den weit geschwungenen Hörnern vor sich im Dunkeln auftauchen. Er schlug das Gewehr an der Hüfte an, zügelte das Pferd und wartete noch.

Peitschenknallen näherte sich von links. Ein Reiter tauchte auf.

Slocum feuerte. Der Mündungsblitz zuckte über den Kopf seines Pferdes hinweg. Erschrockene Longhorns brüllten und stampften auf den Boden. Der Cowboy zuckte getroffen im Sattel zusammen. Sein Pferd wieherte und stieg auf die Hinterhand. Der Mann wurde abgeworfen.

»Barn?«, rief eine entsetzte Stimme.

»Achtung, der nächste!«, mahnte Slocum.

Der Reiter tauchte hinter dem ledigen Pferd undeutlich auf. Aber er war gewarnt, riss den Braunen scharf zurück, und hob seinerseits das Gewehr an.

Sie feuerten alle auf einmal. Doch keiner von ihnen traf.

Der Cowboy riss sein Pferd herum.

Slocum repetierte die Winchester und jagte den nächsten Schuss aus dem Rohr.

Das Pferd wurde von der Kugel gestreift und stob schnaubend davon.

Das Knattern der Schüsse ließ die halbwilden Longhorns bockende Sprünge vollführen.

»Es muss noch einer in der Nähe sein!«, rief Slocum. »Zur anderen Seite, Freunde!«

Die Rustler sprengten vor der Herde nach Süden, während vereinzelte Rinder schon zur anderen Seite liefen. Und als sie den Reiter sahen, eröffneten sie sofort wieder das Feuer.

Der Weidereiter schrie gellend auf und stürzte vom Pferd.

Slocum lachte aufgekratzt, hieb seinem Pferd den Gewehrkolben auf die Hinterhand und galoppierte hinter dem ledigen Pferd her, das die Flucht ergriff.

Der Cowboy wälzte sich stöhnend über den Boden, was die vorbeisprengenden Banditen aber nicht merkten. Er bekam Sand ins Gesicht geschleudert und meinte, der Boden würde zittern. Dann waren sie vorbei. Neue Schüsse knatterten durch die Nacht. Rinder jagten in immer größerer Zahl davon.

Der Cowboy rollte auf den Rücken.

Schleier vor seinen Augen trübten den Blick. Das Sternenzelt schien zu verschwimmen. In der Brust des jungen Mannes wühlten Schmerzen, die sich langsam durch den ganzen Körper ausbreiteten.

Er wusste nicht, ob nur Minuten oder eine Viertelstunde verstrichen waren, als er neues Peitschenknallen hörte.

Ein paar Rinder jagten in seiner Nähe vorbei. Neuer Staub trieb über ihn hinweg.

Er wollte sich auf die Schulter wälzen, um etwas in der Umgebung zu sehen. Aber der Schmerz bohrte sich scheinbar mit tausend Nadeln bis in Arme und Beine und warf ihn in die alte Lage zurück.

Das Stampfen der vielen Hufe und das scharfe Peitschenknallen schienen sich allmählich zu entfernen. Nach Osten offenbar, den Bergen entgegen, die Colorado von Kansas trennten.

Ein Schnauben in der Nähe ließ den jungen Mann den Kopf nach links bewegen.

Es war sein Brauner, der sich näherte. Vielleicht stand er die ganze Zeit in der Nähe.

»Komm her!«, rief der Cowboy mit krächzender Stimme.

Das Tier schnaubte erneut und näherte sich. Der Weidereiter griff nach dem schleifenden Zügel. Doch die Schmerzen stachen wieder so heftig durch seinen Körper, dass sich die Finger öffneten und die Hand auf den Boden zurückfiel.

»Jimmy?«, rief eine beinahe kreischende Stimme.

Hufe schrammten hart in den Sand. Sattelleder knarrte. Ein Reiter sprengte heran, riss das Tier scharf zurück und sprang mit einem Satz aus dem Sattel.

Jimmy lächelte. »Dwarf«, murmelte er. »Haben sie dich nicht … nicht erwischt?«

Dwarf riss dem jungen Partner das Hemd auf, sah den Einschusskanal und das Blut darum.

»Wo ist Barn?«

»Barn.« Dwarfs Gesicht wurde sehr ernst.

»Ist er …«

»Ja, Jimmy.« Dwarf wischte sich über das Gesicht, hob den Kopf und schaute nach Osten.

Weit entfernt waren das Stampfen der Hufe und das Peitschenknallen noch zu hören.

Aber Dwarf war allein. Der eine Kamerad tot, der andere schwerverletzt. Und von der Ranch befand er sich eine ganze Reitstunde weit entfernt.

Er schaute wieder auf Jimmy. »Ich bringe dich zur Ranch.«

»Aber nein! Du musst allein reiten, Dwarf. Du musst die anderen holen, damit sie die Rustler verfolgen!«

Dwarf schüttelte den Kopf. »Die Rinder sind nicht so wichtig. Ich helfe dir in den Sattel!«

Jimmy wollte sich erneut aufrichten, fiel aber ächzend zurück. Da stand Dwarf neben ihm.

»Beiß die Zähne zusammen!« Er griff nach dem Gefährten, überhörte dessen Stöhnen und zog ihn empor.

Jimmy taumelte gegen den Braunen und griff haltsuchend nach dem Steigbügelriemen. »Hörst du sie noch?«

»Ja. Sie ziehen weiter nach Norden. Im Laufe des Tages holen wir sie bestimmt ein. Heb das Bein, Jimmy!«

Der junge Cowboy schaffte es nicht. Dwarf griff nach seinem Stiefel und stellte ihn in den Steigbügel. »Kannst du nach dem Sattelhorn greifen?«

Der Schmerz wollte Jimmy das Bewusstsein rauben. Er sah Rauch, Funken und Sterne. Aber er presste die Zähne zusammen, hielt das Sattelhorn fest und wurde von Dwarf in den Sattel geschoben.

»Na also, es geht doch!«

Jimmy sank auf den Pferdehals.

»Nicht bewegen, Jimmy. Ich hole nur noch Barn, dann reiten wir los.« Dwarf schwang sich in den Sattel seiner hässlichen Rosinante und ritt über den von Rinderhufen aufgewühlten Boden. Das Pferd fand er bei ein paar Büschen, gar nicht weit von dem Ermordeten entfernt. Er nahm es mit, ritt zu Barn hinüber und saß wieder ab.

»Armer Junge«, murmelte der Cowboy. »Die Bullhead-Ranch hat dir kein Glück gebracht.«

 

 

2

Das Krachen eines Schusses hallte über die Ranch hinweg. Unten, vor der Küchenbaracke, schlug der Hund an. Stimmen erschallten.

»Chet!«, rief Mary-Lou. Die junge Frau richtete sich im Bett auf und rüttelte Chet McCoy.

Der Vormann erwachte, sah die ängstlich leuchtenden Augen seiner jungen Frau und ihr Gesicht wie einen hellen Fleck.

»Was ist los?«, rief Doc Cook, der Ranchkoch, im Hof. »Da wurde doch geschossen?«

»Reiter!«, meldete sich der Wächter.

Chet fuhr aus dem Bett, zog die Hose an, streifte das Hemd über und schnallte den Patronengurt um.

Mary-Lou lief im Nachthemd zum Fenster und öffnete es.

»Es ist Dwarf!«, meldete sich der Wächter.

Chet zog Strümpfe und Stiefel an, stand auf, nahm den Hut vom Haken neben der Tür mit und hastete hinaus.

Als er in den Hof kam, liefen die Cowboys aus dem Mannschaftshaus. John Corcoran, der Rancher, kam nur mit der Hose bekleidet aus dem Haus. Doc Cook lief barfuß zum Corral.

»Dwarf, was ist passiert?«

Der Hund kläffte wieder.

Drei Pferde und der nebenher laufende Wächter wurden in der Nachtschwärze sichtbar. Auf einem Pferd saß ein Reiter aufrecht, auf dem nächsten lag einer auf dem Hals seines Tieres. Der dritte lag quer über dem Sattel.

»Dwarf!«, rief der Rancher entgeistert.

»Heiliger Strohsack!« Doc Cook blieb stehen und schaute zurück. »Der ist ja tot!«

»Viehdiebe«, sagte Dwarf müde. »Sie kamen wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Jimmy ist verletzt. Schnell, hebt ihn vorsichtig herunter und legt ihn ins Bett!«

Der Verletzte wurde von den Cowboys vom Pferd gehoben und zum Bunkhouse getragen.

Dwarf berichtete von dem Überfall.

»Wie viele Banditen?«, wollte John Corcoran wissen.

Der drahtige Cowboy zuckte mit den Schultern. »Keine Ahnung. Eine ganze Menge, würde ich sagen.«

Doc Cook lief hinter den Männern her, die Jimmy ins Mannschaftshaus trugen.

Barn wurde auf den Boden gelegt.

»Nein, schafft ihn in den Schuppen«, befahl der Rancher. »Wir beerdigen ihn morgen.«

Die beiden Cowboys hoben die Leiche wieder auf und trugen sie zum Schuppen hinter dem Stallgebäude.

»Sattelt die Pferde!«, rief der Rancher. »Cook, schaffst du es mit Jimmy allein?«

»Ich muss mir die Verletzung erst ansehen.« Der Koch verschwand im Bunkhouse.

Chet und der Rancher liefen allein zum Stall und sattelten ihre Pferde. Rizzos kam ihnen nach.

»Cook behauptet, die Kugel wäre an einer Rippe abgeprallt und schräg hinten wieder hinaus. Deswegen hätte Jimmy viel Blut verloren und wäre so fertig.«

Corcoran führte sein Pferd hinaus. Der Vormann folgte ihm mit dem Hengst am Zügel, ging zum Mannschaftshaus hinüber und betrat es.

Auf dem langen Tisch zwischen den Kojen stand eine brennende Sturmlaterne. Die Weidereiter umlagerten das Bett und den davor nach unten gebeugten Koch. Jimmy bemühte sich, die Augen offenzuhalten, hatte aber keinen Erfolg damit. Die vielen Gesichter sah er nur verschwommen, erkennen konnte er keinen der Männer.

»Sattelt die Pferde, Cook braucht euch nicht!«, sagte Chet. »Wir haben keine Zeit zu verlieren. Dwarf, wie lange ist der Überfall ungefähr her?«

Dwarf schob sich aus der Mauer. »Eine Stunde vielleicht. Oder auch schon zwei Stunden. Schwer zu sagen.«

Die Cowboys verließen das Bunkhouse.

»Geht es nicht etwas schneller!«, schimpfte der Rancher. »Bill, du bleibst hier und hilfst Cook!«

»In Ordnung, Boss.«

Chet beugte sich neben dem Koch über den bleichen Verletzten und sah die blutende Wunde.

»Sieht schlimmer aus als es ist«, murmelte der Koch. »In zwei Wochen läuft er längst wieder herum.«

Jimmy fielen die Augen endgültig zu.

»Hau nur ab, ich brauche dich nicht. Stehst mir nur im Licht herum!«, grollte Cook.

Chet verließ das Bunkhouse. Er sah seine junge Frau noch an einem Fenster im Obergeschoss des Haupthauses. Im Hof zogen die Cowboys ihren Pferden die Sattelgurte nach. Ein paar ritten schon am Corral entlang.

Rizzos sagte: »Ich habe immer gesagt, man sollte die Herde nicht so weit von der Ranch wegtreiben! Darauf lauert dieses Gesindel doch nur, verdammt!«

»Schlaumeier«, sagte der Rancher lahm. »Was sollten wir denn sonst tun? Das Gras vor der Ranch ist abgeweidet. Rinder können nun mal nicht andauernd am gleichen Fleck bleiben.«

Chet schwang sich in den Sattel und folgte den ersten Reitern.

»Seid vorsichtig!«, rief Mary-Lou.

»Dwarf, du übernimmst die Führung!«, kommandierte der Rancher.

Der drahtige Cowboy galoppierte an den anderen vorbei. Chet schloss sich an und übernahm mit Dwarf die Spitze.

Bill, ein junger Mann von dreiundzwanzig Jahren, seit vier Monaten auf der Bullhead-Ranch, stand mit seinem Pferd am Zügel im Hof und schaute den Reitern traurig nach. Die Nacht verschluckte sie. Nur das Trommeln der Hufe hallte noch lange über die Gebäude hinweg, und im Licht der Lampe über der Tür waren die treibenden Staubschwaden zu erkennen.

Mary-Lou schloss das Fenster.

Bill schaute zum Mannschaftshaus hinüber, weil die Silhouette Doc Cooks in der erleuchteten Tür auftauchte.

»Ist außer mir noch niemand hier?«, grollte der Koch.

»Ich.«

»Wer ist ich, zur Hölle?«

»Bill.«

»Na also. Das kannst du doch gleich sagen. Ich brauche Wasser, frische Tücher und meine Tasche. Und wenn es geht, alles ein bisschen fix, mein Junge!«

Bill wandte sich der Küche zu. Der Hund lief ihm knurrend entgegen. Bill hatte kein gutes Verhältnis zu General Lee, wie sie den Schäferhund nannten. Er hatte ihm einmal beim Absitzen auf die Pfote getreten, ohne es zu merken. General Lee war fast einen Yard hoch gesprungen und hatte dem Cowboy dann ins Bein beißen wollen. Davor bewahrte Bill zum Glück der derbe Schaft des Texasstiefels. Seither versuchte General Lee bei jeder sich bietenden Gelegenheit, das Versäumte nachzuholen.

»Hau ab, Biest!«, schimpfte der Cowboy und trat nach dem Hund.

General Lee sprang knurrend zurück und fletschte die Zähne.

»Teufel, ich will keinen Streit mit dir, General Lee! Begreife doch endlich, dass es unbeabsichtigt geschah!«

Der Hund knurrte und spannte die Sprunggelenke.

Bill griff nach einer an der Wand lehnenden Latte. »Wie du meinst.« Er schlug das Lattenende vor dem Hund über den Boden. Der Sand spritzte General Lee ins Gesicht. Das Tier sprang abermals zurück und befand sich im Geräteschuppen. Bill knallte die Tür zu und schob den Riegel vor.

»He, Billy, kommst du heute noch?«, meldete sich der Koch.

Bill hastete in die Küche und holte die schwarze Instrumententasche des Kochs. Als er wieder in den Hof trat, stand Mary-Lou vor dem Haupthaus.

»Kann ich etwas helfen, Bill?«

»Ich weiß nicht, Madam. Cook will saubere Tücher und Wasser.«

»Warmes Wasser, was?«

»Wahrscheinlich.«

»Ich bringe es.« Mary-Lou wandte sich um und kehrte ins Haus zurück.

Bill überquerte den Hof und betrat das Mannschaftshaus.

»Na endlich, ich dachte schon, du bist unterwegs eingeschlafen. Her mit der Tasche!«

Bill brachte Doc Cook die Tasche an die Bunk von Jimmy. Der Verletzte hatte das Bewusstsein verloren.

»Was hatte denn der Hund?« Cook öffnete die Tasche und griff zwischen seine Instrumente.

»Immer noch das gleiche. Appetit nach meinen Waden.«

Doc Cook kicherte. »Du musst ihm mal was Feines zum Fressen mitbringen, wenn du in die Stadt kommst. Das versöhnt ihn bestimmt.«

 

 

3

Die fünf Fremden standen unter weitästigen Cottonwoods und hielten ihren Pferden die Nüstern zu.

Nördlich von ihnen galoppierten die Reiter der Bullhead-Ranch durch die Nacht. Der Boden dröhnte unter den stampfenden Hufen. Manchmal war das Schnauben eines Tieres zu hören. Sehen konnten die Banditen von den Reitern nicht sehr viel.

Lee Slocum blickte die Kerle rechts und links von sich an und sah blitzende Augen. »Was habe ich euch gesagt? Die jagen wie blinde Hühner hinterdrein.«

»Das hast du ehrlich clever berechnet, Lee!«, lobte Ward, ein bulliger Kerl mit niedriger Stirn.

Der rothaarige, mittelgroße Lee Slocum grinste geschmeichelt. Er war ein drahtiger, wilder Bursche, zweiundzwanzig Jahre alt, und wie ein Cowboy mit Levishosen, Texasstiefeln, kariertem Hemd und Stetsonhut gekleidet. So wie die anderen auch.

Die Reiter entfernten sich nach Osten.

Lee stieg in den Sattel. »So, wenn die bei der Herde sind, dürften wir die Ranch erreicht haben.«

»Und wenn sie den Braten gleich riechen?«, fragte Heston, ein kleiner, unauffälliger Reiter.

»Selbst wenn das passiert, womit ich nicht rechne, hätten wir mindestens zwei Stunden Vorsprung.«

»Und den Vorteil, nicht nach Spuren suchen zu müssen«, setzte Hugh, der vierte im Bunde hinzu.

»Unsere Spuren müssen wir gründlich verwischen«, sagte Lou, der fünfte Halunke. »Sonst sehen wir verdammt alt aus. Sie dürfen in Glenwood Springs nichts von dem Braten riechen.«

Sie saßen inzwischen alle auf den Pferden.

Lee schaute Lou an. »Dir könnte das doch egal sein.«

»Mir schon. Aber dir nicht.« Lou grinste. »Und ich bin doch dein Freund, Lee. Ich will nicht, dass dein soldatisch exakter Onkel Lunte riecht.«

Lee Slocum blickte die anderen aus zusammengekniffenen Augen schärfer an. »Es bleibt bei unserer Abmachung!«

»Aber selbstverständlich, Lee!«, versicherte der bullige Ward. »Wir wissen doch, dass du den größeren Teil des Zasters brauchst. Aber es bleibt auch bei der anderen Absprache!«

»Bei welcher?«

»Hast du es vergessen?«, knurrte Ward finster. »Dein alter Onkel hat nicht das ewige Leben. Eines Tages gehört die Ranch dir. Und dann sind wir immer noch deine Partner!«

»Ja, dabei bleibt es«, erwiderte Lee gedehnt. »Aber bildet euch nur nicht ein, mich erpressen zu können. Wer das jemals versucht, wird mit einer Kugel im dämlichen Schädel gefunden. Und nun los!«

Sie ritten aus dem Schutz der Cottonwoods und nach Westen.

 

 

4

Der trommelnde Hufschlag brach sich hundertfach an den Felswänden des Canyons.

Rinderbrüllen schallte durch die Nacht.

»Halt!«, befahl John Corcoran und riss sein Pferd scharf zurück.

Chets Hengst kam neben dem Tier des Ranchers zum Stehen. Dahinter hielten die anderen.

Das dumpfe Gebrüll wiederholte sich.

Chet stellte sich in den Steigbügeln und beugte den Oberkörper nach vorn.

Dwarf ritt an seine Seite und repetierte das Gewehr. »Die lagern hier«, flüsterte er. »Sind die denn von allen guten Geistern verlassen?«

Chet setzte sich in den Sattel, schlug das Gewehr an der Hüfte an und wollte weiterreiten. Corcoran griff ihm in den Zügel.

»Warte noch. Da stimmt was nicht. Das ist eine Falle, Chet! Die wussten, dass ihr Vorsprung zu klein ist.«

»Du denkst, die haben hier auf uns gewartet?«

»Es scheint ganz so. Bis zur Eisenbahn sind es noch einige hundert Meilen. Da müssen Viehdiebe den Rücken frei haben, wenn sie dort ankommen wollen.«

Chet vermochte in der Schwärze der Schlucht immer noch nichts zu erkennen. Aber die Rinderherde befand sich in unmittelbarer Nähe, daran bestand kein Zweifel.

Corcoran ließ den Zügel des Hengstes los.

»Also Wurzeln können wir hier nicht schlagen!« Chet schnalzte mit der Zunge.

Der Hengst bewegte sich. Hart schrammten die Eisen aufs Gestein. Die Felswände glitten vorüber. Chet erkannte eine breite Spalte, Risse und Höhlen. Dann stand das erste Rind neben einem Busch, der in einer Spalte wucherte. Er hielt wieder an. Starr glotzte das Longhorn ihn an.

Corcoran und die Cowboys kamen dem Vormann nach. Chet ritt mit schussbereitem Gewehr weiter. Jeden Augenblick rechnete er damit, Reiter zu sehen und das Krachen von Schüssen zu hören. Er hoffte, Glück zu haben und schnell zu reagieren.

Die nächsten Longhorns standen rechts und links und fraßen das karge Gestrüpp. Sie schienen schon lange so zu stehen.

Corcoran holte auf. »Verdammt, die sind wirklich nicht da. Schneller, Leute, die haben uns gehört und die Rinder zurückgelassen. Die kriegen wir noch!«

Die Ranchleute gaben den Pferden die Sporen.

Chet hielt am Rande der Schlucht und ließ sie alle vorbei.

Das jähe Dröhnen der Pferdehufe schreckte die Longhorns aus der Trägheit auf. Hörner schlugen klappernd zusammen. Vielstimmiges Brüllen erfüllte den Canyon.

Der letzte Reiter sprengte an Chet vorbei. Er hörte, wie sie sich entfernten. Schüsse fielen immer noch nicht.

Rizzos hielt an. Er war der letzte, drehte sich im Sattel um und fragte: »Was ist denn, Vormann, keine Lust mehr?«

»Ich glaube, da stimmt etwas nicht, Rizzos.«

»Was? Wieso?«

»Sieh dir doch die Rinder mal an. Die sind völlig zur Ruhe gekommen. Die stehen schon lange hier!«

»Na und?«

»Wenn die Rustler uns hörten, kann das höchstens zehn Minuten her sein. Aber die Rinder stehen eine Stunde oder noch länger. Die waren eben schon am Einschlafen.«

»Danach sehen sie nicht aus.« Der herkulische Ranchschmied blickte auf verschiedene Tiere.

»Jetzt nicht mehr, weil sie aufgeschreckt wurden.«

»Was hast du vor, Chet?«

»Ich kehre um. Es ist nur so ein dummes Gefühl. Aber ihr seid ja sicher auch genug, wenn ihr sie wirklich noch treffen solltet.«

»Verworrene Rederei. Daraus soll einer schlau werden. Mach, was du willst!« Rizzos wandte sich ab und trieb sein stämmiges Pferd wieder an. Er folgte den anderen, die zunächst hinter brüllend fliehenden Rindern hersprengten und nicht wussten, ob sich vor ihnen noch Reiter befanden oder nicht.

Chet wendete den Hengst in der Schlucht und gab ihm die Sporen. Im Galopp sprengte er nach Westen zurück.

Rizzos holte die anderen schon nach wenigen Minuten ein.

Die Rinder blockierten die engste Stelle im Canyon. Da die Männer keine Peitschen mitgenommen hatten, mussten sie sich mit Gewehrkolbenhieben mühsam eine Gasse durch die Herde bahnen.

»Wo ist Chet?«, rief der Rancher.

»Umgekehrt, nehme ich an.«

Corcoran hielt an. »Was redest du da?«

»Ich weiß auch nicht, was dem im Kopf herumspukt, Boss. Er meinte, er hätte ein dummes Gefühl. Und wir wären ja auch genug, falls wir sie treffen.«

Corcoran schaute über die Schulter. »Ist der denn von allen guten Geistern verlassen?«

»Scheint so, Boss.« Rizzos stieg ab, stieß ein Rind aus dem Weg und bahnte dann eine Gasse vor den Reitern. Er packte die jungen Rinder bei den Hörnern und schob sie zur Seite.

Sie brauchten länger als eine Viertelstunde, um auf die Ostseite der Herde zu gelangen. Dann saß Rizzos auf und galoppierte mit dem Rancher an der Spitze weiter.

Aber weil sie keine Banditen sahen, hielt Corcoran nach einigen Minuten doch wieder an.

Der Reiterpulk umringte ihn.

»Was hat er gesagt, ein dummes Gefühl?«

»Ja, Boss.«

»Komisch.« Corcoran schaute den Canyon hinauf.

»Und umkehren wollte er. Aber was er dachte, klang ihm offenbar selbst zu dämlich, als dass er es ausspucken wollte.« Rizzos grinste.

»Vielleicht nimmt er an, jemand habe die Rinder zum Spaß geklaut«, vermutete ein Reiter.

»Und aus Spaß Barn erschossen und Jimmy eine Verzierung beigebracht, was?«, knurrte Dwarf.

»Stimmt. Das passt schlecht zusammen«, gab der andere kleinlaut zu.

»Vielleicht nahm Chet was ganz anderes an«, mutmaßte Rizzos. »Er sagte noch, die Rinder ständen schon lange im Canyon und wären am Einschlafen gewesen.«

»Das würde heißen, die Banditen ließen schon vor einer oder zwei Stunden von ihnen ab«, murmelte der Rancher. »Richtig, träge sahen sie aus! Was sollte Chet denn angenommen haben?«

Rizzos verzog das Gesicht und wollte offenbar nicht mit der Sprache heraus.

»Es klingt wirklich blöd.«

»Ich will es dennoch hören!«

»Vielleicht … Ich meine, es könnte doch sein, dass uns jemand von der Ranch weglocken wollte.«

Sie starrten ihn verdattert an.

Rizzos zuckte mit den Schultern. »Ich hab doch gleich gesagt, dass es blöd klingt.«

»Und wie blöd!« Dwarf grinste herablassend. »Als ob sich das berechnen ließe.«

»Wieso denn nicht?«, murmelte der Rancher in Gedanken versunken. »Wenn eine Herde gestohlen wird, hat man doch gar keine Wahl. Da muss man mit allen verfügbaren Reitern so schnell wie möglich hinterher. Sonst kann man die Longhorns vergessen. Ich finde das nicht so verrückt. Das hätte Chet mir ruhig sagen können.«

»Er wollte aber gleich umkehren«, entgegnete Rizzos. »Auf der Stelle, Boss. Nicht erst hier nachsehen. Und wir können ja auch hinterher, wenn wir jetzt glauben, da unten wären keine Banditen.«

»Wir müssen auch die Herde mitnehmen«, sagte Corcoran. » Dafür sind wir aber nicht alle nötig. Dwarf, du übernimmst das Kommando und bringst die Herde an den alten Platz zurück. Rizzos und ich reiten zur Ranch. Aber haltet die Augen offen. Vielleicht sind die Schurken doch noch in der Nähe.«

Rizzos lenkte sein Pferd nach Westen und ritt an den Partnern vorbei. Abermals mussten sie sich mühsam einen Weg durch die verstreute Herde im engen Canyon bahnen. Als sie dort ankamen, wo der Vormann gehalten hatte und der Schmied zuletzt mit ihm sprach, hielt der Rancher an, stieg ab und zog den Sattelgurt nach.

»Wie lange ist es jetzt her, dass Chet umkehrte?«

»Vielleicht eine dreiviertel Stunde, Boss. Und da sein Pferd schneller ist als unsere Gäule, gewinnt er noch mehr Vorsprung.«

Corcoran stieg wieder auf und schnalzte mit der Zunge. »Das kann bald zwei Stunden ausmachen. Beeilen wir uns!«

Da im Canyon überall auseinandergelaufene Rinder standen, mussten sie zunächst noch langsam reiten, um gefährliche Zusammenstöße zu vermeiden. Doch sobald sich die Schlucht verbreiterte und der Rancher keine Longhorns mehr sah, ließ er sein Pferd weiter ausgreifen.

 

 

5

Mary-Lou verließ das Mannschaftshaus und wollte zum Hauptgebäude hinüber, blieb aber plötzlich stehen.

Billy stand nicht mehr beim Corral, wo sie ihn zuletzt gesehen hatte. Auch vor den anderen Gebäuden vermochte sie ihn im fahlen Mondschein nicht zu entdecken.

»Bill?«, fragte sie.

Eine Gestalt löste sich vom Corralzaun.

Mary-Lou schlug das Herz bis zum Hals, und sie war unfähig, sich von der Stelle zu rühren.

Eine zweite Gestalt tauchte an der Ecke des Haupthauses auf. Und hinter ihr knirschte es. Sie wirbelte herum, sah ein durch das Halstuch maskiertes Gesicht und stieß einen gellenden Schrei aus.

Da war der Fremde bei ihr, hielt sie fest und presste ihr die Hand auf den Mund.

Der gellende Schrei alarmierte Doc Cook, der noch bei dem Verletzten stand und auf das eingefallene, weiße Gesicht schaute. Jimmy war noch nicht wieder zu Bewusstsein gekommen.

Doc Cook hastete hinaus und sah, wie zwei Männer Mary-Lou zum Corral schleiften. Er riss den Colt aus dem Holster.

»He, ihr da!«

In diesem Augenblick bohrte sich ein Gewehrlauf zwischen seine Rippen. »Ganz friedlich, Alter. Lass die Kanone fallen!«

Doc Cook lief es kalt über den Rücken. Seine Hand öffnete sich. Der Colt fiel in den Sand.

»So ist es nett. Und nun gehen wir ins Haus. Schön langsam. Und keine Zicken!«

»Was wollt ihr?«

»Das wirst du gleich erfahren. Vorwärts!« Die Gewehrmündung stieß dem Koch schmerzlich gegen die Wirbelsäule.

Doc Cook ging vorwärts.

»Alles in Ordnung!«, rief der Mann in seinem Rücken.

Mary-Lou wurde von den beiden anderen ebenfalls zum Haupthaus geschleppt. Die beiden waren maskiert und hielten die Revolver drohend in den Händen. Cook erkannte böse funkelnde Augen. Es waren junge Männer, kaum einer älter als fünfundzwanzig. Soviel ließ sich erkennen. Junge, wilde Männer, denen Doc Cook jede Gemeinheit zutraute.

Er wurde in den Flur bugsiert und hatte die Gewehrmündung immer noch im Rücken.

»Wo ist das Arbeitszimmer vom Boss?«

»Sag es den Banditen nicht!«, rief Mary-Lou draußen auf der Veranda.

Eine schallende Ohrfeige war die Antwort. Mary-Lou schrie auf.

Doc Cook zuckte zusammen, als wäre er selbst gezüchtigt worden.

»Also?«, fragte der Kerl in seinem Rücken. »Wir müssen nicht höflich sein, wenn ihr nicht wollt!«

Cook ging weiter und öffnete die Tür von John Corcorans Ranchbüro. Drin war es dunkel. Der vom Flur einfallende Lichtschein reichte nicht weit genug, um Gegenstände erkennen zu lassen.

»Warte, Alter! He, Ward, eine Lampe!«

»Keine Namen, du Idiot!«, zischte ein anderer.

Der Druck in Doc Cooks Rücken ließ nach. Er blickte vorsichtig über die Schulter. Sein Bezwinger schaute hinter sich. Ein anderer ging in die Küche, um eine Petroleumlampe zu holen.

Cook schnellte herum und stieß das Gewehr zur Seite. Er griff den Kerl an und wollte ihm das Halstuch herunterreißen. Doch der Schurke war schneller. Der Gewehrlauf zuckte herum und traf Cooks Handgelenk. Er griff ins Leere. Der Bandit trat zurück, drehte das Gewehr herum und schlug dem Ranchkoch den Kolben gegen die Brust.

Cook taumelte ins finstere Ranchbüro, stieß irgendwo an und brach zusammen.

Im Flur wurde Mary-Lou von den beiden anderen festgehalten. Ein dritter Halunke stand hinter ihr.

»Was ist denn nun mit der Lampe?«, fragte der fünfte. »Das dauert ja ewig!« Er beobachtete Cook, den er wieder mit angeschlagenem Gewehr bedrohte.

Endlich wurde die Lampe gebracht. Lichtschein und Schatten zuckten über die Wände und ins Büro. Der Bandit trat ein. Der mit der Lampe folgte.

»Steh auf!«, herrschte der Bursche den Koch an. Cook rappelte sich auf. Mit dem Gewehrlauf wurde ihm bedeutet, zur Seite zu treten. Er gehorchte.

Der Mann mit der Lampe schob sich an seinem Kumpan vorbei und stellte die Laterne auf den Schreibtisch. Auch der andere trat über die Schwelle.

Mary-Lou wurde an die Tür gezogen.

»Los an die Wand!«, bellte der mit dem Gewehr.

Cook ging rückwärts und stieß neben dem Fenster an die Wand.

Die Banditen blickten sich um, sahen den schwarzen Panzerschrank und grinsten.

»Na also, stimmt doch alles.« Der mit dem Gewehr ging hinüber, legte die Waffe auf den Safe und strich wie liebkosend über das schwarze Metall, das Handrad aus Messing und das Schlüsselloch.

Dabei schenkte der Bursche dem Koch so wenig Aufmerksamkeit, dass der ihn in seiner Wut auf die Bande noch einmal angriff. Diesmal war Cook schnell genug und riss dem Schurken das Halstuch herunter. Er sah ein hartes, verzerrtes Gesicht mit kantigem Kinn und wusste, dass er diesem Mann niemals vorher begegnet war. Ihre Tarnung schien also Begegnungen in der Zukunft zu gelten. Sie wollten dann unerkannt bleiben. Cook war so verdattert, dass er zu lange nichts tat. Der Bandit knallte ihm die Faust gegen das Kinn.

Er flog mit rudernden Armen gegen die Wand zurück. Mit einem Fluch setzte der Eindringling nach. Aber Cook warf sich herum. Der Bandit drosch gegen die Wand. Cook versetzte ihm einen Leberhaken. Der Mann krümmte sich etwas zusammen und bekam noch einen Schlag gegen den Hals. Dann war es vorbei. Cook wurde geschnappt und ausgehoben. Er hielt sich an dem Kerl fest, schnappte dabei eine dünne Kette und riss dem Halunken eine silberne Uhr aus der Tasche, als er über den Tisch geschleudert wurde.

Der andere konnte gerade noch nach der Lampe greifen und sie von der Platte ziehen. Cook segelte darüber hinweg. Papiere flatterten in die Luft. Cook schlug auf den Boden, rollte um seine eigene Achse und ließ die Kette los. Die Uhr blieb in der Ecke im Schatten liegen.

»Steh auf!«

Der Koch kroch über den Boden, wurde an seinen letzten Haaren ergriffen und unter höllischen Schmerzen auf die Füße gezogen. Ein kalt grinsendes Augenpaar schaute ihn an.

»Du bist ja ein alter Feuerfresser, Mister!« Der Kerl stellte die Lampe auf den Tisch.

Der andere kam mit dem angeschlagenen Gewehr näher. »Wo ist der Schlüssel für den Panzerschrank?«

»Woher soll ich das wissen? Ich bin hier nur der Koch und nicht der Boss.«

Die Kerle wechselten Blicke untereinander. Der rechts von Mary-Lou spannte den Hammer des Revolvers und hielt ihn der jungen Frau an die Schläfe.

»Ich zähle bis drei. Wenn du den Schlüssel dann nicht in der Hand haben solltest, drücke ich ab!«

»Danach holen wir den Cowboy herein und wiederholen das Spiel«, setzte einer der anderen hinzu. »Du selbst kommst erst als dritter an die Reihe.«

Zusammenfassung

Peitschen knallten, und Hufe trommelten über felsigen Boden. Im Dunkel der Nacht trieben Cowboys von der Bullhead-Ranch einige entlaufene Rinder zur Herde zurück. Sie ahnten nichts von den fünf Reitern, die nicht weit entfernt ihre Pferde zügelten. »Ich sehe drei Cowboys«, sagte Lee Slocum, der Anführer des rauen Quintetts, und starrte in die vom Mondlicht erhellte Nacht. Die Outlaws würden leichtes Spiel haben. Slocum grinste bei dem Gedanken an seinen teuflischen Plan.
John Corcoran, der Boss der Bullhead-Ranch, würde das Fürchten lernen …

Details

Seiten
113
Jahr
2021
ISBN (eBook)
9783738949629
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2021 (Februar)
Schlagworte
fünf hölle

Autor

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Titel: Fünf auf dem Weg zur Hölle