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Trail des Vergessens

2021 130 Seiten

Leseprobe

Table of Contents

Trail des Vergessens

Copyright

1

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7

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9

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Trail des Vergessens

Western von W. W. Shols

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 130 Taschenbuchseiten.

 

Durch einen Trick schafft es Willie Fargo, noch am späten Abend die Bank zu betreten. Er schlägt den Bankier nieder und raubt ein Teil des Geldes. Es ist Jack Mallorys Pech, dass er Fargo begegnet, der ihn unter einem falschen Vorwand zur Bank schickt.

Als Mallory die Bank betritt, stellt er fest, dass der Bankier tot ist. Um Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen, entscheidet er sich dafür, die Stadt zu verlassen - und trifft ein zweites Mal auf Willie Fargo …

 

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

Alfred Bekker

© Roman by Author

© Cover: Firuz Askin

© dieser Ausgabe 2021 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

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1

John Killian zählt: „Sechsundzwanzigtausend, sechsundzwanzigtausendfünfhundert, siebenundzwanzigtausend, siebenundzwan...“

Da schlägt es heftig an die Tür.

Killian stockt. Seine Brille rutscht ein paar Millimeter auf dem Nasenrücken nach unten. Er schielt über die Gläser hinweg, wie es weitsichtige Menschen oft tun.

„Geschlossen“, murmelt er vor sich hin und zuckt mit der Schulter.

„Mister Killian, machen Sie auf! Es ist dringend!“

Im Bankhaus Killian & Killian brennt noch Licht. Aber es fällt nicht viel davon nach draußen. John Killian hat die Fensterläden geschlossen und die Querriegel vorgelegt. Er hat den mächtigen Schlüssel der schweren Eingangstür zweimal herumgedreht und auch diese mit dem Querbalken verriegelt. Dann ist er hingegangen, um das Geld zu zählen.

Ein guter Tag heute! Die Rinderzüchter haben Geschäfte gemacht und eingezahlt, und John Killian macht Kasse.

Draußen poltert der Kerl wie ein Wilder. Seine Stimme klingt, als wäre der Teufel in seinem Nacken.

„Machen Sie auf, Killian! Es ist wirklich dringend!“

Killian erhebt sich und geht zur Tür.

„Der Marshal wohnt drei Häuser weiter, Mister! Hier ist schon geschlossen.“

„By gosh, Killian! Sie müssen was für mich aufbewahren. Es ist eilig. Machen Sie auf! Es soll Ihr Schaden nicht sein.“

„Die Bank ist geschlossen“, brummt Killian. „Wer sind Sie überhaupt?“

„Mein Gott! Er kennt Willie Fargo nicht! Tun Sie doch nicht wie ein alter Esel!“

„Watten Sie!“

John Killian geht an seinen Tisch zurück und holt einen Revolver aus der Schublade. Dann nimmt er den Querriegel von der Tür und dreht den Schlüssel. Als Fargo eintritt, steht er schräg hinter ihm.

„Das Ding in meiner Hand ist ein gespannter Colt, Mister Fargo ...“

„Nicht möglich!“, grinst der späte Kunde. „Wohin darf ich den Brocken legen?“

„Was ist das? — ’ne Bombe?“

Fargos Colts sind weit weg von den Händen. Er braucht sämtliche Finger, um den schweren Gegenstand zu schleppen, der vor seinem Bauch hängt und in ein Tuch gewickelt ist.

„Das ist der Schatz, für den Sie Ihre Prozente kriegen, Killian. Aber jetzt machen Sie endlich die Tür zu. Braucht keiner zu hören, was wir hier ausmachen ... Ihr Geldschrank ist sicher, oder?“

„Gehn Sie erst mal drei Schritte vorwärts!“, kommandiert Killian.

Fargo gehorcht und bleibt mitten im Raum stehen. Killian macht einen großen Bogen um ihn und verschanzt sich hinter dem Schalter.

„Yeah, Fargo, was wollen Sie? — Ich habe wenig Zeit. Und wenn Sie mich übers Ohr hauen wollen ...“

„Heben Sie dieses Ding für mich auf. Eine Woche, Killian. Nur eine Woche. — Es ist Gold.“

Killian wird nicht blass. Kein Reichtum dieser Erde bringt ihn aus der Fassung. Er macht eher ein schiefes Gesicht.

„Hören Sie, Fargo! Wenn Sie einen Hehler suchen, sind Sie bei mir an der falschen Adresse.“

„In fünf Tagen werd’ ich Ihnen beweisen, dass ich der rechtmäßige Besitzer bin. Aber jetzt sind Sie dran, Killian. Eine Woche! Eine Woche brauche ich Ihr Vertrauen ...“

John Killian wird nicht klug aus dem Mann. Zur Vorsicht nimmt er den Lauf des Revolvers ein Stück höher.

„Zeigen Sie her! Legen Sie es auf den Tisch!“

Fargo macht zwei Schritte vorwärts bis an die Schranke. Dann fliegt das Tuch mit dem schweren Gegenstand auf Killian zu, trifft die Hand und drückt den Colt auf den Tisch. Killian schreit etwas. Laut und kurz. Seine Hand will nach vorn stoßen, um den Revolver wieder zu fassen. Da bleibt sie in Fargos Pranken hängen.

Fargo zieht. Er hat Hände wie ein Schraubstock. Er zerrt Killians Handgelenk über die scharfe Tischkante nach unten. Killian springt auf. Er muss die Bewegung mitmachen, wenn er keine gebrochenen Knochen riskieren will. Er will wieder schreien, aber sein Kopf ist jetzt so nahe bei Fargo, dass der nur zuzuschlagen braucht. Der Kolben trifft Killians Schulter.

Dann ist der Körper so schlaff, als hätte man alle Knochen herausgenommen.

 

 

2

,Die Nacht ist jetzt dunkel genug’, denkt Jack Mallory. Er kann es wagen, über die Mainstreet zu reiten. By gosh, er wird nicht länger in diesem Nest bleiben.

Ein paar Leute haben sich sein Gesicht gemerkt. Bestimmt haben sie das! Und wenn er noch länger bleibt, wird ihn sogar Cassie erkennen.

Well, er wird reiten!

Es hat keinen Sinn, sich noch einmal in das junge Leben des Mädchens einzumischen. Wenn Jack Mallory ein anderer Mann geworden wäre, well! Aber er hat sich kaum geändert seit damals.

Er kann nicht einfach hingehen und sagen: Yeah, Cassie, ich bin dein Vater. Es soll jetzt alles anders werden.

Für Cassie ist es schon anders. Und mehr kann er nicht verlangen. Cassie braucht keinen Vater. Nicht so einen!

Sie ist ja auch nicht als Tänzerin in einem Saloon gelandet. Sie macht ehrliche Arbeit in Glennsborough.

Die Nacht ist dunkel genug, denkt Jack Mallory. Ich werde reiten ...

Und die Mainstreet ist fast leer.

Nur ein alter Mann mit seinem Karren. Ein Stück weiter rutscht ein Reiter aus dem Sattel und bindet sein Pferd an den Hitchtrail von Randals Saloon.

Aus dem Bankgebäude von Killian & Killian kommt ein später Kunde, macht ein paar Schritte auf dem Bürgersteig und scheint dann den Reiter zu bemerken. Er bleibt stehen und starrt ihn an.

Dann ist er überrascht.

„He, Mallory! Hat man Ihnen schon Bescheid gesagt?“

Mallory weiß, dass der Mann Fargo heißt. Aber er hat noch nie ein Wort mit ihm gesprochen. Er zügelt den Braunen, sagt aber nichts.

„Der alte Killian fragte gerade nach Ihnen“, ruft Fargo. „Vielleicht hat er einen Scheck für Sie oder so.“

„Wird wohl ein Irrtum sein.“

„Möglich! Aber ich sag’s ja nur, weil Killian von Ihnen sprach. Er hat mich gefragt, ob ich wüsste, wo Jack Mallory steckt. Er hätte was für ihn ... So long, Partner!“

Fargo steigt auf seinen Gaul und reitet nach Süden weg. Er hat kein Wort mehr gesagt und bestimmt schon alles vergessen, was mit Killian und Mallory zusammenhängt.

Jack hält den Braunen immer noch kurz am Zügel. Was kann Killian schon von ihm wollen?

Die Fensterläden sind schon zu. Aber durch die Tür fällt ein Lichtschein. Sie ist nur angelehnt.

Jack Mallory geht aus dem Sattel. Er ist neugierig geworden.

Aus dem Schalterraum weht warme Luft gegen sein Gesicht.

„Hallo, Mister Killian! Hier ist Mallory! Sie wollten mich sprechen?“

Keine Antwort.

Jack ist drin und geht auf den Schalter zu. Er ruft noch einmal. Dann sieht Jack den frischen Blutfleck. Es ist nur ein Tropfen, als wenn sich einer in den Finger geschnitten hätte.

Plötzlich sieht er zwei Stiefelspitzen und beugt sich weit über den Tisch. Als er sich umdreht und den leeren großen Schalterraum mustert, hat sich nichts verändert. Es ist alles, wie es sein muss. Bis auf den Toten, von dem nur er und Willie Fargo weiß.

Jack Mallory geht um den langen Tisch herum. Er will Gewissheit haben. Und er bekommt sie.

Killian ist tot.

 

 

3

Da liegt das aufgeschlagene Kontobuch mit den Zahlenkolonnen. Einer hat angefangen, die Beträge auf der Seite zusammenzuzählen. Der Panzerschrank steht halb offen. Es liegt noch etwas Geld drin. Aber bestimmt nicht mehr alles.

Drei Häuser weiter wohnt Marshal Robins. Das wäre der richtige Weg. Oder der falsche ... Jack Mallory hat ein Würgen im Hals. Dieses verdammte Glennsborough! Das hat nichts mehr mit Cassie zu tun. Er müsste zu Robins gehen ...

Dann steht er auf der Mainstreet. Ein kühler Wind streicht über sein Gesicht. Er steigt in den Sattel und reitet nach Süden. Vor dem Marshals Office zögert er keine Sekunde.

Yeah, es ist Mord! Und was kümmert ihn Glennsborough?

Sie werden alles sehr kompliziert machen. Sie werden einen Täter brauchen. Da nimmt man meistens den Erstbesten ... Jack Mallory zum Beispiel. Und Cassie wird herausbekommen, dass ihr Vater seit Tagen in der Stadt weilt.

Jack Mallory reitet nach Süden.

Anfangs scheint der Mond. Aber nicht lange. Dann sind nur noch ein paar Sterne da. Ihr Licht reicht keine hundert Yards weit, bei Mallorys Augen. Und man kann nicht sagen, dass er schlechte Augen hat. Gegen Mitternacht bricht er den Ritt ab.

Er muss sich schon in der Nähe der Poststraße halten, wenn er eine kleine Chance behalten will, auf Willie Fargo zu treffen. Und wenn er schlafen will, muss er sich verstecken.

Links von der Straße springt eine Felsgruppe aus dem Höhenrücken weit ins flache Land. Aber dieses Versteck ist zu gut. Falls der Sheriff von Glennsborough schon ein Aufgebot unterwegs hat, wird er zuerst hier nachsehen.

Jack Mallory reitet weiter. Im flachen Land liegen vereinzelte Buschgruppen. Er findet Wasser und bringt sein Pferd zur Tränke. Dann verlässt er wieder den Creek und kriecht ein Stück weiter ins Unterholz. Er hat noch eine Handvoll Trockenobst. Der Gaul holt sich Futter von den Zweigen der jungen Bäume.

Jack braucht ein paar Stunden Ruhe. Noch vor der Morgendämmerung wird er weiterreiten. Irgendwo wird er Willie Fargo finden. Dann schläft er ein.

Das Schnauben seines Braunen weckt ihn. Er sieht den Schatten und rollt zur Seite. Nach einer doppelten Umdrehung ist er auf den Beinen. Der Colt ist wie von selbst in die Hand gesprungen.

Yeah, der Schatten war das Pferd. Aber Jack weiß, dass er nicht mehr allein ist. Dann sieht er es. Ein Gaul kommt genau auf ihn zu, stößt vor ihm die Vorderbeine in den Boden und steht. Wo ist der Reiter?

Jack geht auf das ledige Tier zu. Er kommt nur zwei Schritte weit. Schräg hinter ihm ist plötzlich eine Stimme.

„Nimm sie hoch, Mallory! Aber schnell!“

„Fargo!“, stöhnt Jack wütend. Er hat ihn an der Stimme erkannt.

„Kleiner Scherz von mir, Mallory. Sie haben sich einen netten Lagerplatz ausgesucht. Aber immer noch nicht gut genug. Ein Glück für Sie, dass ich nicht der Marshal bin.“

Jack erwartet, dass Fargo ihm den Colt aus dem Halfter zieht, aber der scheint gar nicht so feindselig aufgelegt zu sein. „Was dagegen, wenn ich hierbleibe, hm?“

Mallory nimmt die Arme herunter, und Fargo hat nichts dagegen.

„Sie haben doch was in der Hinterhand, Fargo.“

„Schon möglich. Aber ich verrat’s Ihnen nicht. Sie wissen auch so, dass wir zwei zusammenhalten müssen.“

„Ausgerechnet wir zwei?“

„Wenn Sie’s nicht begriffen haben, wundert es mich, dass Sie bei so viel Schwerfälligkeit noch leben.“ Der freche Ton beleidigt Mallory. Um sich nicht reizen zu lassen, dreht er sich um und setzt sich auf den Sattel, wo er geschlafen hat. Fargo bleibt bei ihm und hockt sich daneben. „Ich weiß, Mallory, Sie mögen mich nicht. Ich habe Sie zweimal reingelegt. Doch unter Leidensgefährten kann man darüber sprechen.“

„Wo Sie mich wohl reingelegt haben!“

„Zuerst in der Bank, dann hier. Die Sache mit der Bank wurmt Sie am meisten, oder? Aber warum sollen Sie es besser haben als ich? Man kommt manchmal an Dingen vorbei, denen man am besten aus dem Weg gegangen wäre, aber dann ist es immer schon zu spät.“

„Sie haben John Killian ermordet, Fargo!“

Der andere lacht verhalten.

.„Killian müsste erst tot sein, wenn man seinen Mörder sucht.“

„Er ist tot!“

„Komisch! Als ich ihn verließ, lebte er noch. Ich musste Ihnen ja sogar einen Gruß von ihm ausrichten. Zwei Minuten später sind Sie dann zu ihm hineingegangen.“

„Er war tot.“

„Dann wären Sie der Mörder, Mallory!“

„Zeigen Sie mir Ihren Revolver, wenn Sie ein reines Gewissen haben.“

„Ich gebe meinen Colt nie aus der Hand. Das ist so eine Angewohnheit von mir. Wir können uns aber darüber unterhalten. Ich hatte Pech, und jetzt sind Sie wütend, dass ich Sie in dieselbe Falle gelockt habe. Wir waren es beide nicht, Mallory. Und deshalb müssen wir zusammenhalten, klar?“

„Demnach war Killian schon tot, als Sie ihn fanden, oder?“

„Ja und nein. Es hat keinen Zweck, dass ich mir was ausdenke. Ich erzähl’s, wie’s gewesen ist.“

„Yeah, dann man los!“

„Ich habe zehntausend Dollar in der Tasche“, beginnt Fargo seine Story. „Hier sind sie!“

Er hantiert an der Innentasche seiner Lederjacke und zeigt die Scheine. „Zehntausend und ein paar Krumme. Das ist viel Geld für mich!“

„Woher haben Sie es?“

„Das ist zwar meine eigene Angelegenheit, Mallory, aber weil Sie es sind, spucke ich es freiwillig aus. Ich habe bei King Matthews kassiert. Der schuldete mir noch die Summe. Rindergeschäfte.“

„Well, Sie hatten kassiert, obwohl es banktechnisch einfacher gewesen wäre, die Summe auf Ihren Namen zu überschreiben. Matthews hat nämlich garantiert ein Konto bei den Killians.“

„Er hat’s mir in bar gegeben. Warum, das müssen Sie ihn schon fragen ... Also, ich wollte zur Bank, Killian hatte aber schon geschlossen, als ich in die Stadt kam. Ich polterte an die Tür, bis er endlich aufmachte. Ich wunderte mich schon, warum er so lange brauchte. Erst dachte ich, der gute Mann wäre misstrauisch. Aber er hatte ganz andere Sorgen. Er stand wie ein Gespenst vor mir, als ich eintrat ...“

„Er lebte also noch?“

„Das ist es ja. — Mir wurde verdammt übel, als ich die Bescherung sah. Ich gehe also rein und sage: Evening, Mister Killian. Er starrt mich an und sagt gar nichts. Dann will er sich plötzlich auf auf mich stürzen. Er ist allerdings zu schwach, und ich muss ihn mit meinen Händen auffangen. Wie ich seinen Kopf vor meiner Brust festhalte, sehe ich Blut hinten an seinem Schädel. So viel Blut, dass einem schon übel dabei werden kann.“

„Aber sonst sind Sie nicht zimperlich, wie?“

Fargo überhört den Einwand.

„Mir wird natürlich sofort klar, in was für eine Sache ich da hineingeraten bin. Killian wollte mir ja ans Leder, als ich sein Haus betrat. Das war für mich der Beweis, dass er den Mann, der ihn niedergeschlagen hat, gar nicht richtig erkannt hat.“

„Eben. Und dann starb er in Ihren Armen.“

„Woher wissen Sie das?“

„Weil ich die Geschichte an Ihrer Stelle genauso erzählt hätte.“

Fargo spuckt wütend aus. Dann holt er seinen Tabaksbeutel aus der Tasche und dreht sich eine Zigarette.

„Ich habe Killian um den Tisch herumgeschleppt und auf seinen Stuhl gesetzt, weil ich glaubte, er würde bald wieder zu sich kommen. Ein bisschen Blut bedeutet ja nicht gleich den Tod. Kurz vorher war er ja auch noch ziemlich lebendig gewesen. Aber dann fiel er plötzlich schlaff nach vorn und gab keinen Laut mehr von sich. Genügt das?“

„Ihre Geschichte könnte fast stimmen, Fargo. Genau auf dem Tisch habe ich das Blut gesehen. Nur dass Killian lang hinter seinem Schalter lag ... Ich weiß nicht.“

„Lag er so? — Well, dann wird es stimmen. Ich erinnere mich nicht mehr an jede Einzelheit. Versetzen Sie sich in meine Lage! Ich hatte — by gosh — andere Sorgen.“

„Und wie soll es weitergehen?“, fragt Jack Mallory.

„Ich denke, wir sind jetzt Partner. In Glennsborough können wir beide keinen Blumentopf mehr gewinnen. Aber wir sind noch im County und längst noch nicht in Sicherheit. Zwei sind stärker als einer.“

„Vielleicht wird der Mord in dieser Nacht noch nicht entdeckt.“

„Diese Nacht oder morgen ... Killians Bruder Brian soll zwar nicht im Town gewesen sein. Doch wenn die Nacht herum ist, wird man den alten John spätestens finden. Spätestens, sage ich!“

„Sie denken an Rusty Robins?“

„Und an seinen verdammten Deputy. O’Hara ist ein Streber und will selbst Marshal werden. — Haben Sie das Licht ausgemacht, als Sie die Bank verließen?“

„Wie komme ich dazu? Ich hatte eine unbändige Wut auf Sie, Fargo, und ich war froh, dass ich die Stadt hinter mir hatte. — Haben Sie eine Ahnung, wer es gewesen ist?“

„Nicht die Bohne. Wenn’s so wäre, würde ich die Sache ehrlich vors Gericht bringen.“

„Der Geldschrank stand offen. Ein paar Scheine lagen noch herum.“

„Sie hätten sich was einstecken sollen.“

„Ich werde mich hüten! — Wieviel haben Sie genommen?“

„Keinen Cent. Aber dass Sie genauso dumm waren ...“

Warum hat er mir die zehntausend Dollar gezeigt?, fragt sich Mallory immer wieder. Für wie ehrlich hält er mich?

Sie einigen sich schließlich, ein paar Tage zusammenzubleiben.

„Well, wir werden schlafen. Dieser Platz ist gut.“

Jack liegt noch eine Weile wach. Er denkt an Fargo an John Killian und das Geld. Doch plötzlich kommt ihm Cassie wieder in den Sinn. Hinter den geschlossenen Lidern sieht er ihr frisches Gesicht. Sie ist fröhlich und lacht. Aber sie sieht ihn nicht. Jack hat eine Menge versäumt. Es lässt sich nicht mehr nachholen. Und — man kann das Leben nicht zurückdrehen.

Willie Fargo hat zehntausend Dollar bei sich ...

 

 

4

Eine Stunde vor dem Morgengrauen brechen sie auf. Es ist feucht und dunstig, Der Nebel liegt tief über den Hügeln.

„Gut zum Weglaufen, dieses Wetter“, meint Fargo grinsend.

„Und gut, um in die Falle zu reiten“, sagt Jack Mallory.

Auf der Poststraße kommen sie ein gutes Stück vorwärts. Erst gegen neun löst sich der Nebel auf. Mittags wird es unerträglich heiß. Sie suchen einen schattigen Rastplatz.

Drei Meilen im Westen entdecken sie eine Herde. Am frühen Nachmittag begegnen sie der Postkutsche nach Glennsborough. Sie wechseln ein paar Worte mit Allan Beards, dem Kutscher, und wünschen eine gute Reise.

Im Wagen sitzen drei Männer und eine Frau. Fargo stößt einen unterdrückten Fluch aus, als das Fahrzeug in einer Staubwolke verschwindet.

„Was ist los?“, fragt Mallory.

„Haben Sie nicht den Mann hinten links am Fenster erkannt?“

„Ich kenne nur wenige Leute in dieser Gegend.“

„Es war Killian“, behauptet Fargo aufgeregt.

Mallory lacht trocken.

„Jetzt kommt ’ne Story von Geistern und Gespenstern, wie?“

„Unsinn! Ich meine natürlich den Bruder. Das war Brian. Wenn der mit dem Marshal zusammentrifft ...“

„Wenn der Marshal der Postkutsche begegnet, wird er sowieso erfahren, wen sie getroffen haben. Wir können uns ja etwas beeilen.“

Während sich die Sonne schon wieder im Westen neigt, ist Willie Fargo ziemlich einsilbig geworden. Er ist mit einer Rechnung beschäftigt, von der er nicht weiß, wie sie aufgehen wird. Und Jack Mallory ist der Letzte, mit dem er darüber reden könnte.

Im Norden steht plötzlich eine Staubwolke hinter ihnen. Fargo weiß noch immer nicht, was er tun soll. Er reitet ein Stück hinter Jack, der noch nichts bemerkt hat. Fargo dreht sich ein paarmal um.

Er weiß selbst nicht, ob er das Geld oder die Freiheit will. Dann wird er plötzlich schneller, und jetzt sieht sich auch Jack Mallory um.

„By gosh, daher haben Sie es plötzlich so eilig. Warum sagen Sie nichts?“

„Weil ich nicht sicher bin. Vielleicht ist’s eine harmlose Gesellschaft, und wir reiten unsere Gäule zuschanden.“

„Es ist Robins! Darauf können Sie Gift nehmen. Wenn die frische Pferde kriegen, können wir einpacken. Los, Fargo!“

Mallorys Brauner streckt sich im Galopp. Fargo setzt ihm nach.

Als es dunkel wird, stehen die Pferde zitternd in ihrem Schweiß.

„Wir können nicht mehr weiter, Mallory. Ich habe keine Lust, die nächsten hundert Meilen zu Fuß zu gehen.“

„Dann werden wir ein Versteck suchen.“ Mallory deutet nach links in die Hügel. „Noch eine Viertelstunde, und Robins findet eher eine Nadel im Heuhaufen als uns.“

„Sie sind ein alter Fuchs“, brummt Fargo. „Well, schlagen wir denen ein Schnippchen.“

Das Gelände steigt leicht an und wird felsiger. Die Bäume stehen ziemlich dicht, das Gras ist frisch. Die Pferde riechen Wasser und werden wieder schneller. Der Creek liegt in einem tiefen Bett.

„Hier bleiben wir“, entscheidet Willie Fargo. „Sie haben ’ne gute Nase, Mallory. Wenn Robins uns hier finden will, muss er zaubern.“

Jeder macht sich sein Lager fertig. Die Pferde bleiben am Creek.

„Wie gut meine Nase ist, werden wir sehen, wenn wir alles hinter uns haben“, sagt Jack. „Der Platz ist gut, aber ich schlage trotzdem vor, dass wir abwechselnd Wache halten.“

„Einverstanden.“

Fargo nimmt zwei Grashalme, und Jack zieht.

„Gewonnen“, sagt Fargo. „Ich leg mich aufs Ohr. Wecken Sie mich kurz nach Mitternacht, Partner!“

„In Ordnung.“

Fargo hat eine Decke ausgebreitet und den Sattel ans Kopfende gelegt. Er schläft sofort ein. Mallory sitzt in der Nähe an einen Stein gelehnt. Der abnehmende Mond wird noch zwei Stunden Licht geben. Jack spielt mit dem Schatten der Zweige auf seiner Hand. Dann sieht er Cassie wieder. Sein Gewissen lässt ihn von ihrem Bild nicht loskommen.

Aber wer hat Killian getötet?

Mallory spielt plötzlich mit einem Plan. Wenn er an Fargos Colt herankäme, um die Trommel zu prüfen. Dann würde er schnell heraushaben, ob er der Mörder war. Er kann sich auch einfach wegschleichen und auf der alten Poststraße auf die Leute des Marshals warten. Oder ihr nachreiten.

Bestimmt sind die Verfolger nicht mehr weit.

Es ist ein schlechter Plan. Jack lässt ihn schnell wieder fallen. Die Pferde brauchen Ruhe, das ist es. Und er braucht sie auch.

Gegen eins weckt er Fargo.

„Alles ruhig, Partner. Eine kühle, trockene Nacht. Ich glaube, wir haben Glück. Morgen wird’s wieder kritisch, denke ich.“

„Dann kann ich mich auch gleich wieder hinlegen.“

„No, Mister, so haben wir nicht gewettet! Kein Risiko, oder wir sind geschiedene Leute. Ich habe vier Stunden Wache hinter mir.“

„Schon gut, Mallory. Eh’ ich mich erpressen lasse. Hauen Sie sich hin, damit Sie morgen nicht aus dem Sattel fallen!“

Willie Fargo hat seine Beschäftigung. Er rechnet schon wieder. Und soweit er ein Gewissen hat, spielt das eine wichtige Rolle dabei. Mit dem Gewissen kommt er aber nicht weiter. Plötzlich fällt ihm ein, dass Marshal Robins mal mit einem Bluthund über die Mainstreet gelaufen war. Wenn er diese Bestie bei sich hat ...

Die Idee entscheidet alles.

Er lauscht in die Nacht. Es ist still wie im Grab. Er denkt noch einmal an das erbeutete Geld, dann steht er auf, nimmt den Sattel und bringt ihn zu seinem Pferd. Bevor er durch den Creek davonreitet, geht er noch einmal zu Mallory zurück. Der schläft fest.

Willie Fargo reitet. Er hat einen Plan.

Auf der Poststraße schwenkt er nach Norden. Wenn er keinen trifft, wird er in zwei Stunden zurück sein und sich neben Mallory setzen, als ob nichts gewesen wäre.

Wenn es schiefgeht ...

Es geht schief!

Hinter dem nächsten Felsen springt ihm ein Mann in den Weg.

„Halt! Stehenbleiben! Hände hoch!“

Fargo gehorcht. Aus der Dunkelheit tauchen zwei weitere Gestalten auf. Sie haben sich Fargos zwei Revolver geangelt und raten ihm, schnell aus dem Sattel zu kommen.

„Yeah, Deputy“, sagt einer der Burschen, „damit haben Sie wohl nicht gerechnet, dass uns der Bursche freiwillig ins Netz geht, wie?“

O'Haras Lachen ist so trocken wie die Colorado-Wüste.

„Komm her, Fargo!“

In Fargos Berechnung gibt es mehrere Lösungen. Die beste ist verspielt. Aber die zweite ist vielleicht nicht viel schlechter. Nur darf dann der Deputy O’Hara nicht wie ein General daherreden.

„Für Sie immer noch Mister Fargo, Deputy! Außerdem können Sie zu mir kommen, wenn Sie was auf dem Herzen haben. Ich suche nämlich jemand anderen als ausgerechnet Sie.“

„Sie werden Ihre Zunge noch brauchen, Fargo“, knurrt O’Hara wütend. „Wenn Sie Ihren Hals aus der Schlinge reden müssen. Wen suchen Sie denn hier nach Mitternacht, wenn man fragen darf?“

„Das will ich Ihnen genau sagen: Den Marshal Robins und den Bankier Brian Killian.“

„Teufel! Sie wissen, dass beide in der Nähe sind?“

„Sonst wäre ich ja wohl kaum gekommen. Und jetzt führen Sie mich bitte zu den Herren!“

 

 

5

Jack Mallory hat einen leichten Schlaf. Aber er ist nicht misstrauisch genug.

Das erste Geräusch weckt ihn. Er sieht Fargos Schatten und ist beruhigt. Das nächste Geräusch nimmt er im Halbschlaf hin. Auf das dritte achtet er nicht mehr.

Als sie ihn wecken, sind es fast ein Dutzend Männer. Sie haben einen Kreis gebildet, aus dem keine Maus mehr herausschlüpft.

„Stehen Sie auf, Mallory!“, kommandiert Rusty Robins. Die Stimme kommt wie aus einem Grab. Das liegt an Robins’ breiter Brust, die eine Akustik wie der Grand Canyon hat.

Mallory steht auf und mustert die Männer im Kreis. Er sieht eine Reihe bekannter Gesichter und einen Mann im Stadtanzug. Das muss Brian Killian sein. Den anderen daneben kennt er umso besser. Ihre Blicke kreuzen sich, und keiner will nachgeben. Fargo sieht ihn an, als ob er das reinste Gewissen zwischen Texas und Wyoming hätte.

Dann ist die Stimme des Marshals wieder da.

„Sie stehen im Verdacht, Mister Mallory, den Bankier John Killian in der vorletzten Nacht überfallen, getötet und beraubt zu haben!“

Jack hört nur mit halbem Ohr hin. Er starrt auf die Männer. Von einem zum anderen. Hoffnung findet er nirgends. Jack Mallory hat keine Freunde in Glennsborough.

Zwischen dem Marshal und seinem Deputy steht ein großer Bluthund, der ihn mit hechelnder Zunge anstarrt.

„Ich weiß, Marshal. Mister Fargo wird Ihnen eine seiner Stories erzählt haben. Genauso gut hätte ich zu Ihnen reiten und dasselbe erzählen können. Dann müssten Sie jetzt Fargo verhaften.“

„Das werden wir sehen, Mallory. Wir haben einen weiten Weg zurück. Da können wir alles besprechen. Hast du die Satteltaschen untersucht, Roly?“

Roly O’Hara kniet noch am Boden. Im nächsten Moment hat er die Hände voller Banknoten.

In diesem Augenblick fällt schon das Urteil. Das Urteil einer Gerichtsverhandlung, zu der der Friedensrichter noch nicht einmal den Termin anberaumt hat.

In den Köpfen der Westmänner vollzieht sich das Fragespiel von Schuld und Sühne. Sie haben einen Angeklagten und einen Beweis. Das genügt. Mallory sieht es an ihren Gesichtern.

Was er jetzt noch redet, kommt nicht aus ihm selbst. Was er sagt, sagt jeder Täter. Es klingt schwach und lächerlich.

„Dieses Geld sehe ich zum ersten Mal, Marshal Das kann nur Fargo hineingesteckt haben. Fargo war fertig mit den Nerven. Und da ist er zu Ihnen geritten, um seinen Kopf zu retten.“

„Hast du’s gezählt, Roly?“

„Genau 32 000 Dollar, Boss.“

„Könnte das stimmen, Mister Killian?“

Der Mann im Stadtanzug tritt vor. Jack findet, dass er zu jung ist, um John Killians Bruder zu sein. John Killian ist ein alter Mann gewesen. Aber vielleicht hat er nur im Tod so ausgesehen. Brian ist höchstens achtunddreißig oder vierzig Jahre alt.

„Ich weiß es nicht, Marshal. Ich komme gerade aus Princetown, und Sie haben mich aus der Postkutsche geholt. Sie sagen, John wäre tot. Ich glaub’s Ihnen erst, wenn ich ihn sehe.“

„Wir haben den Mörder, Mister Killian. Ich weiß, dass das ein schlechter Trost für Sie ist, aber hier tut jeder nur seine traurige Pflicht. Wir werden bald in Glennsborough sein. Bitte, zählen Sie aber selbst einmal nach!“

Danach ist Matthews an der Reihe, dann noch ein paar Männer. Der Marshal will alles bestätigt haben, und er wird ihre Namen unter das Protokoll verlangen. Es ist ein verteufelter Haufen Geld, der in der Nase und in den Augen kitzelt. Trotzdem bleiben genug Augen übrig, die sich um den Gefangenen kümmern.

Jack Mallory will an nichts mehr denken. Deshalb denkt er an Cassie. Und dieser Gedanke ist der schlimmste von allen. Und deshalb denkt er weiter ... Immer weiter!

Willie Fargo ist nicht zu sehen. Der Schurke reitet bestimmt am Schluss. Bei Jack sind der Marshal und sein Deputy. Neben Robins reitet der Rancher King Matthews und neben dem wieder ein junger Kerl mit einer Menge Sommersprossen auf der Nase. Nur Fargo ist nicht da.

Ich werde ihn töten, denkt Jack Mallory. Ein paar Sekunden Freiheit werden genügen ...

Auf der Poststraße nimmt das Aufgebot die Richtung nach Glennsborough.

Und in Glennsborough wohnt Cassie Mallory.

Jack spürt es wie einen Stich unter der Rippe. Sein Leben ist nicht mehr viel wert gewesen. Was taugt schon ein einsamer Wolf, der nur sich selbst noch als Freund hat?

Aber dann ist er in die Stadt gekommen, die wie jede andere aussah. Bis er Cassie begegnete. Er hat sie sofort erkannt. Auch nach den langen Jahren. Und dann hat er gewusst, dass er sie immer gesucht hat. Cassie Mallory, deren Vater er wurde, als er zweiundzwanzig Jahre alt war ...

Wenn er die Zuversicht dieser Männer hätte!

Nicht mal Brian Killian macht eine traurige Miene. Sie alle haben den Glanz des Siegers im Gesicht. Bis auf einen ...

Jack hat schon ein paarmal hingesehen, und plötzlich ist der Junge mit den Sommersprossen an seiner Seite und fängt an zu reden.

„Sie heißen Mallory, wie?“

„Ich heiße Mallory und habe John Killian ermordet und beraubt. Ich denke, das weiß jeder. Robins hat's oft genug erklärt. Oder haben Sie was dagegen?“

„Eine ganze Menge, Mister. Ich heiße zum Beispiel Lane. Meine Freunde nennen mich Sonny. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es einen Mörder gibt, der Sonny Lane heißt.“

„Werden Sie ein paar Winter älter, dann begreifen Sie’s vielleicht, mein Freund.“

„Ihr Freund bin ich nicht.“

„Entschuldigung! Ich vergaß, dass ich John Killian ermordet habe. Wenn ich nun Taylor hieße, würde Ihnen das nichts ausmachen, wie?“

„Sie heißen Mallory, und das ist Schande genug.“

Der Jüngling mit den Sommersprossen ist verkrampft und unfertig. Jack begreift ihn nicht sofort, aber dann hat er plötzlich eine Ahnung.

„Sie meinen, einer der Mallory heißt, müsse ein anständiger Kerl sein, wie?“

„Genau das, Mister!“

,By gosh’, denkt Jack Mallory, ,das fehlt mir gerade noch, dass dieser Junge etwas mit Cassie hat.’

Am Morgen des übernächsten Tages trifft man in Glennsborough ein. Der Nebel liegt noch über der Mainstreet, und außer einem Postboy und der alten Witwe Slimmery, die keinen eigenen Brunnen besitzt, sind nur Hühner und zwei Katzen auf der Straße zu finden. Jedenfalls drückt sich manche Nase hinter den Scheiben platt.

Viele Leute dachten seit drei Tagen einfach nur an ihr Geld, das sie vertrauensvoll den Bankiers Killian und Killian anvertraut haben.

Im ,Regina-Hotel’ nimmt Cassie die Gardine zur Seite. Das ,Regina’ liegt schräg gegenüber vom Marshal Office. Sie kann alles genau sehen.

Sie gehört zu denen, die seit drei Tagen überhaupt nicht mehr geschlafen haben. Sie hat ein drohendes Gefühl gespürt, seit einer auf der Straße gesagt hat, dass sie den zähen Mallory bald zurückbringen werden. Mallory und Fargo.

Keiner hat bis jetzt von Mallory geredet. So unauffällig ist dieser Mann gewesen. Doch als die Postkutsche zurückkam und Allan Beards seine aufregende Geschichte erzählt hat, wusste jeder, was für gefährliche Burschen Fargo und Mallory sind.

Cassie ist sofort zur Poststelle gelaufen und hat Beards zur Rede gestellt.

„Was erzählen Sie da in der ganzen Stadt, Beards? Jack Mallory hätte den alten Killian ermordet?“

„Mallory und Fargo, mein Kleines. Man muss nur noch herausfinden, wer den tödlichen Schlag geführt hat.“

„Gar nichts wird man herausfinden, Beards! Und Sie wissen am allerwenigsten von der Sache. Sie waren mit Ihrer Kutsche unterwegs — weit im Süden.“

„Ich traf die Leute, und ich hatte Brian Killian im Wagen. Sie können sich denken, wie dem zumute war, als Robins ihm alles erzählte. Ein paar Stunden vorher waren sie den beiden Verbrechern noch begegnet. Killian hat sich natürlich sofort ein Pferd geben lassen und ist mitgeritten. Man wird die Kerle erwischen, Miss.“

„Wie sah er aus, dieser Jack Mallory? Es stimmt doch, dass er Jack heißt?“

„Ich glaube wohl.“

„Wie sah er aus?“, hat Cassie gedrängt, und der Postkutscher hat einen Mann beschrieben, der ihr Vater sein kann. Auch nach so vielen Jahren noch. Dann ist sie schweigend weggegangen.

Sie arbeitet im ,ReginaHotel’ bei den Harris’. Jetzt steht sie am Fenster hinter der Gardine.

Jack Mallory hat die Hände auf dem Rücken gefesselt. Sie sieht sein Gesicht und die feindlichen Augen.

Dieser Mann ist ihr Vater!

Sie weiß es, auch wenn er ihr fremd vorkommt. Sie war zwölf, als er wegging. Sie hat Angst. Sonst ist es ganz leer in ihr. Liebe, Sehnsucht — das gibt es nicht. Es gibt nur die eine Tatsache: Sie hat wieder einen Vater.

Die Reiter halten vor dem Jail, das gleich neben dem Office liegt. Der Eingang ist derselbe. Cassie sucht nach dem Mann, den sie Fargo nennen. Da ist er! Ganz hinten. Er kommt als Letzter, und er trägt keine Fesseln wie Jack.

Mallory, der jetzt von Robins und O’Hara ins Büro geführt wird. Brian Killian ist hinter ihnen. Die anderen stehen draußen und reden.

Cassie sieht Männer wie King Matthews und Sonny Lane unter ihnen. Aber sie geht nicht hinaus. Zu keinem von beiden.

Von unten ruft die schrille Stimme der Hausherrin. Mrs. Harris ist eigentlich kein Tyrann, aber ihre Stimme geht durch Mark und Bein. Cassie ist noch weit weg mit den Gedanken. Männergesichter spuken in ihrem Kopf. Sie beißt sich auf die Unterlippe.

„Ja, ich komme!“, ruft sie durch den Türschlitz. Sie wäscht sich und zieht sich an. In der Empfangshalle läuft sie Mr. Harris über den Weg.

„Guten Morgen Cassie!“

„Guten Morgen, Mister Harris!“

„Yeah, Cassie, warten Sie! Haben Sie geweint?“

Harris ist ein gutmütiger Mann. Wenn es einen Vater für Cassie gibt, so hat er diese Stelle in den letzten Jahren gut ausgefüllt. Aber heute verträgt sie den fürsorglichen Ton nicht.

„Weshalb soll ich geweint haben, Mister Harris?“, sagt sie spitz und läuft in die Küche.

 

 

6

Die Luft ist heiß und trocken in Glennsborough.

Wo die Menschen reden, tun sie es leise und stecken die Köpfe zusammen. Für elf Uhr hat Rusty Robins eine Voruntersuchung angeordnet, bei der die wichtigsten Zeugen und der Gemeinderat anwesend sein sollen. Doch es sind mehr gekommen.

Die halbe Stadt, und O’Hara hat zu tun, den Leuten klarzumachen, dass dies noch keine ordentliche Gerichtsverhandlung ist.

Hereingelassen werden Männer wie Matthews, Fargo und Allan Beards. Und natürlich Brian Killian. Matthews genießt ein ungeschriebenes Sonderrecht. Er ist der reichste Mann im County. Wer ihm etwas verbieten will, soll lieber den Himmel einstürzen lassen. Das ist nicht so schlimm.

Robins ist um ein Protokoll bemüht, das er mit ruhigem Gewissen dem County-Marshal in Princetown vorlegen kann. Er geht noch einmal alle Punkte durch und lässt die bisher gemachten Aussagen wiederholen.

Jack Mallory sitzt auf einer Holzbank. Hinter ihm steht O’Hara.

„Wir haben zwei Männer verfolgt, Bürger. Sie galten beide als verdächtig. Ich brauche nicht zu erwähnen, welchen Verdienst sich Mr. Fargo erworben hat, indem er den Mut besaß, uns aufzusuchen und seine Anzeige zu machen.“

Für Jack kann es nur ein böser Traum sein. Hier tasten Blinde nach dem Licht. Der Marshal scheint tatsächlich überzeugt zu sein, die Wahrheit gefunden zu haben.

Hinter einem dunstigen Schleier sieht Jack Mallory die Gesichter. Wie sie Beifall nicken und murmelnd zustimmen. Nur King Matthews steht ruhig da und gibt keinen Beifall.

Jack ist bereit, zu schweigen. Da übernimmt der Rancher für ihn das Wort.

„Mit ihrer gütigen Erlaubnis, Marshal ...“

Es klingt spöttisch. Es gibt wohl noch Männer in Glennsborough, die nachdenken.

„Mit Ihrer gütigen Erlaubnis, Marshal Robins! Den gleichen Trick hätte sich auch Mallory einfallen lassen können. Er hat es ihnen bei der Verhaftung selbst gesagt. Dann wäre es umgekehrt gewesen und Fargo säße auf der Anklagebank.“

„Diese Bedenken sind längst erledigt. Sie wurden erörtert und sachlich beurteilt. Was versprechen Sie sich von diesem Störmanöver, Mister Matthews? Soll der Gemeinderat annehmen, dass Sie den Fall sentimental sehen?“

Einige lachten verhalten. So klar scheint hier die Sache zu liegen. Matthews bleibt auf seinem Platz. Er lässt sich nicht reizen. Seine Stimme ist nicht lauter als vorher.

„Was verstehen Sie unter sentimental, Marshal?“

„Yeah, man hat in der Stadt eine Namensgleichheit entdeckt. Man spricht davon, dass Sie einer Dame mit Namen Mallory nicht gleichgültig sind.“

So breit wie Robins’ Brust ist, so dumpf kommen die Worte. Seine Andeutung versteht der Dümmste im Raum. Plötzlich scheint es nur noch diese beiden Männer zu geben: den Marshal und den Großrancher.

Aber keiner rührt einen Finger. Woanders hätten diese Worte Fäuste und Colts herausgefordert Was tut Matthews?

Seine Hände sind vor der Brust verschränkt. Nur in den Augen erkennt Jack, dass dieser Bursche ein kalter Rechner ist, dass er die Towner hier dutzendweise einwickelt, wenn es sein muss. Für den Marshal ist er ein ebenbürtiger Gegner. Auch mit dem Kopf.

Die Sekunden wirken wie eine Ewigkeit. Aber der Rancher wartet nicht lange mit der Antwort.

„Sie amüsieren sich da auf einem Gebiet, Marshal, das Ihnen völlig fremd ist. Wenn Sie auf Cassie Mallory anspielen, die eine sehr ehrenwerte Dame ist, so machen Sie sich selbst nur unglaubwürdig. So mancher heißt Miller und mancher heißt Robins. Wenn wir morgen einen Pferdedieb fangen, der Ihren Familiennamen trägt, werden Sie kaum behaupten wollen, alle Robins’ wären Pferdediebe oder müssten deswegen auch nur schief angesehen werden. Ich schlage vor, Sie bleiben bei der Sache.“

Das knisternde Schweigen verrät, wie Matthews’ Worte gesessen haben. Fünfhundert Menschen in Glennsborough sind bereit, Jack Mallory zu lynchen, wenn er noch einmal aus dieser Mühle herauskommen sollte. Aber solange King Matthews spricht, bleiben solche Gedanken unter dem Tisch.

Jack Mallory kennt nicht die Bindungen und die Verquickung der Schicksale der Menschen in dieser Stadt. Er sieht nur Recht und Unrecht. Er weiß, dass ab heute sein eigenes Schicksal vor Cassie ausgebreitet sein wird. Er denkt mehr an sie als an sich selbst.

„Zur Sache gehört folgende Aussage“, fährt Rusty Robins fort. „Mr. Fargo war von Anfang an darauf bedacht, den Täter zu überführen. Er hat das Risiko auf sich genommen, Mallory zu begleiten, denn er hat den Ermordeten als Letzter lebend gesehen. Auf ihrer gemeinsamen Flucht begegneten sie der Postkutsche. Diese kurze Begegnung hat Fargo benutzt, Mr. Killian ein Zeichen zu geben. — Bitte, Mister Killian, schildern Sie uns diesen Augenblick!“

Brian Killian tritt einen Schritt vor.

„Mister Fargo hat mir auffällig zugezwinkert. Ich habe dieses Zeichen anfangs nicht verstanden, weil ich von den Ereignissen noch nichts wusste. Jetzt verstehe ich die Bedeutung dieser Geste.“

„Sie haben sie überhaupt nicht verstanden“, erklärt Matthews, „aber nachträglich bilden Sie es sich ein, Mister Killian!“

„Das ist eine Unterstellung!“, warnt Robins, aber Matthews lässt sich nicht unterbrechen.

„Vorsicht, Marshal! Bleiben Sie unparteiisch! Über das Augenzwinkern hat Fargo schon zu Mallory gesprochen, als sie allein unterwegs waren. Das ist der Beweis dafür, dass Fargo zu dem Zeitpunkt noch gar nicht die Absicht hatte, Mallory auszuliefern.“

„Der Bursche lügt!“, schreit Fargo aus der Ecke. „Das ist ein gemeiner Bluff. Man soll ruhig sagen, wie es ist. Er poussiert mit dieser kleinen Cassie aus dem ,Regina‘ und will sich lieb Kind bei dem Alten machen.“

Der Marshal fährt auf dem Absatz herum.

„Haben Sie irgendetwas mit der Dame zu tun, die Fargo soeben erwähnte? Reden Sie, Mallory!“

Der nickt. Aber Robins ist nicht zufrieden damit.

„Reden Sie, Mann! Stehen Sie in irgendeinem verwandtschaftlichen Verhältnis zu Cassie Mallory?“

„Ich bin ihr Vater.“

Das sieht aus wie sein Todesurteil. Es steht in den Gesichtern. Er sieht sie sich der Reihe nach an.

Die Männer reden durcheinander. Die arme Cassie! Dieses hübsche, kleine, geprüfte Ding. Jetzt muss auch noch ihr Vater kommen und ihr diese Schande machen ...

Rusty Robins sorgt noch einmal für Ruhe. Jetzt steht schon die Anklage fest. Er ist ein vorsichtiger Mann. Aber jetzt ist der Weg frei. Er hätte auch allein das Recht, Mallory anzuklagen. Er ist der Marshal. Aber heute hat er die Zustimmung der ganzen Gemeinde. Mit diesem Ergebnis ist das Urteil des Districtsgerichts in Princetown schon vorweggenommen.

Jack Mallory ist schuldig!

Es ist zwölf Uhr mittags, als die Männer auseinandergehen. Jeder erzählt nach seiner Art, was sich im Office des Marshals abgespielt hat. Eine Stunde später weiß es die ganze Stadt.

„Jack Mallory sitzt fest! In zwei Tagen werden sie ihn hängen.“

 

 

7

Cassie verkriecht sich in ihrer Arbeit. Mrs. Harris kommt als Erste zu ihr.

„Hören Sie, Cassie, dieser teuflische Raubmörder, der zufällig Ihren Familiennamen trägt, hat doch hoffentlich nichts mit Ihnen zu tun?“

Wie immer ist Mrs. Harris ein wenig schrill, arrogant und unüberlegt. Was sie denkt, spricht sie auch gleich aus.

Cassie steht nur still da. Sie sagt nichts. Sie kann nichts sagen. Die Luft in Glennsborough ist zum Ersticken. Sie weint. Mrs. Harris stößt einen spitzen Schrei aus und zuckt die Achseln dazu.

„Was ist bloß in dich gefahren, Kind? Wie kannst du dir das alles so zu Herzen nehmen? Die Leute reden draußen ... was ist das? Lass sie doch!“

Sie hat ein richtiges mütterliches Lächeln für Cassie. Aber Cassie will weg! Sie lässt den Schrubber fallen und rennt die Treppe hinauf.

Mrs. Harris schleicht ihr nach und schüttelt den Kopf. Sie schüttelt ihn heftig und merkt nicht, dass die Frisur verrutscht. Sie findet auch nicht den Mut, ihr noch einmal etwas nachzurufen.

Cassie ist auf ihrem Zimmer. Cassie ist immer gehorsam gewesen. Heute ist das anders. Sie nimmt den Tod auf sich, wenn es irgendjemand helfen könnte.

Sie sieht eine Menge Gesichter vor sich: Jack Mallory ... ganz verschwommen. Seine Fesseln sind ihm näher als sein Gesicht.

Aber dann Sonny Lane, der jetzt eigentlich bei ihr sein müsste, wenn alles im Lot wäre. Bloß — Sonny ist nicht da. Wenn es darauf ankommt, ist er nie da. Er gehört zu denen, die in den Tag leben. Die sind zwar ehrlich, aber das richtige Wort finden sie nicht.

Sonny versteht auch sein Handwerk. Er ist Schmied. Seine Hand kann zupacken. Die schlägt zwei Dutzend Jammerlappen in die Flucht, wenn es darauf ankommt.

King Matthews weiß da besser, was zu tun ist, wenn es Schwierigkeiten gibt. King ist reich, und King ist klug. Aber auch er ist nicht da.

Als Cassie diese Gedanken los wird, steht sie plötzlich auf der Straße. Sie starrt zum Jail hinüber.

Sie weiß nicht, wie sie auf die Mainstreet gekommen ist, zu dieser Zeit! Und so geht es auch nicht ... einfach zum Marshal gehen und ihm Dinge erzählen, auf die er nicht eingehen kann.

Und plötzlich die vielen freundlichen Gesichter.

By gosh, Cassie Mallory!

Diese Freundlichkeit ist Falschheit!

Sie weiß nicht, was Jack Mallory, ihr Vater, über Glennsborough denkt. Nämlich, dass er in diesem Town keine Freunde hat. Aber sie denkt dasselbe.

Im Haus rennt sie fast gegen Mrs. Harris. Die kneift die schmalen Lippen zusammen. Sie denkt: Cassie hat es sich überlegt. Also sage ich nichts.

In der Küche liegt eine Menge Arbeit. Es sind sieben Hotelgäste da. Die wollen pünktlich essen.

Bis zum Einbruch der Dunkelheit steckt Cassie Mallory in der Arbeit bis über die Ohren. Dann findet Mrs. Harris, dass sie einen schweren Tag gehabt hat, und schickt sie auf ihr Zimmer.

Cassie gehorcht.

Die Lampe dreht sie nach ein paar Minuten wieder aus. Sie öffnet das Fenster und setzt sich angekleidet auf ihren Stuhl. Aus der Verborgenheit blickt sie auf die Mainstreet.

Da liegt das Bankgeschäft Killian & Killian — und das Office des Marshals.

Irgendwo gibt es Lärm. Er muss aus Randals Saloon kommen, denn unten im Hotel ist es ruhig.

Zwei Männer reiten über die Straße. Bei Randal gehen sie aus dem Sattel.

Cassie beobachtet jede Bewegung auf der Straße. Sie hat gearbeitet, aber sie ist nicht müde. Sie sieht Schatten und dunkle Gesichter. Alles bleibt ihr fremd.

Und dann sieht sie Jack Mallory mit dem feindlichen Blick.

Wenn sie gestern jemand nach der Bedeutung ihres Vaters gefragt hätte, wäre wahrscheinlich eine böse und gleichgültige Antwort dabei herausgekommen.

Hier am Fenster fragt sie sich selbst: Warum ist Jack Mallory nach Glennsborough gekommen? Ausgerechnet nach Glennsborough, wo er doch in jeder anderen Stadt seiner Tochter nicht begegnet wäre.

Es ist mindestens eine Stunde danach, als Rusty Robins aus seinem Office tritt und die Mainstreet hinauf und hinunter sieht. Kurz darauf erscheint sein Stellvertreter O’Hara. Sie reden kurz miteinander. Dann geht der Marshal weg. O’Hara betritt das Haus. Cassie starrt lange auf die Tür, die sich hinter ihm geschlossen hat.

Er ist längst verschwunden, als sie aufsteht und auf die große Kommode zugeht. Sie legt Ledergamaschen an. In der oberen Schublade liegt ein Derringer. Den kann sie gut in der Hand halten. Sie steigt die Treppe hinunter und geht auf die Straße.

 

 

8

O’Hara liest in einer alten Zeitung, von der schon eine Menge fehlt. Der Rest ist aber immer noch zu schade zum Weg werfen. O’Hara liest nicht gern. Der Mann, der an die Tür klopft, kommt ihm gelegen. Er steht auf und hat den Colt in der Hand. Langsam geht er zu dem kleinen Spionfenster.

„Miss Cassie!“, stottert er entgeistert „Was wollen Sie?“

„Mit Ihnen sprechen, Deputy!“

„Dann kommen Sie morgen, wenn es hell ist.“

„Ich bin jetzt hier, und jetzt will ich mit Ihnen sprechen. Sie haben ja Zeit. Oder fürchten Sie sich nachts allein mit einer Dame?“

O’Hara schluckt. Das ist eine lächerliche Zumutung. Trotzdem meint er, dass es besser ist, dem Mädchen gleich das Gegenteil zu beweisen. Er schließt auf.

„Kommen Sie herein! Und dann heraus mit der Sprache.“

„Danke!“

Sie geht gleich an ihm vorbei bis in die Mitte des Zimmers. Da dreht sie sich um. Den Derringer hält sie immer noch versteckt hinter ihrem Rücken.

„Was wollen Sie, Cassie?“

Details

Seiten
130
Jahr
2021
ISBN (eBook)
9783738949612
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v994235
Schlagworte
trail vergessens

Autor

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Titel: Trail des Vergessens