Lade Inhalt...

Ein Scout und sechs Banditen

2021 110 Seiten

Leseprobe

Table of Contents

Ein Scout und sechs Banditen

Copyright

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

12

13

14

15

16

17

18

19

20

21

22

23

24

25

26

27

Ein Scout und sechs Banditen

Western von Heinz Squarra

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 110 Taschenbuchseiten.

 

Viele Legenden ranken sich um die verfallene Stadt El Diablo. In ihren unterirdischen Höhlen zeugen Skelette von grausamen Kämpfen. Das alles kann aber sechs mexikanische Banditen nicht abschrecken, nach dem Schatz von El Diablo zu suchen, der Beute aus einem Überfall auf einen Geldtransport, die nie gefunden wurde. Als ortskundigen Scout kidnappen sie Leroy Wade, den Raubwildjäger. Aber die Bandoleros haben nicht mit den Männern von der Bullhead-Ranch und den Höllenqualen von El Diablo gerechnet …

 

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

Alfred Bekker

© Roman by Author

© Cover Firuz Askin

© dieser Ausgabe 2021 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

Folge auf Twitter

https://twitter.com/BekkerAlfred

 

Zum Blog des Verlags geht es hier

https://cassiopeia.press

Alles rund um Belletristik!

Sei informiert über Neuerscheinungen und Hintergründe!

 

 

1

Leroy Wade wurde von hinten gerempelt und prallte gegen den Tresen. Der Whisky schwappte aus seinem Glas und ergoss sich über den Schanktisch.

»He, können Sie nicht aufpassen?« Der schlanke Raubwildjäger im dunklen, fransenbesetzten Wildlederanzug wirbelte herum und sah sich einem hünenhaften Vierziger mit roten Borstenhaaren gegenüber.

»Was ist denn los?«, knurrte der klotzige Kerl, der einen abgeschabten, braunen Lederanzug wie ein Fuhrmann trug und auf dem Kopf eine Melone sitzen hatte. »Juckt dir das Fell, Fallensteller?«

Ein zweiter, kleinerer Kerl lachte höhnisch.

Und bevor Leroy sich versah, hieb ihm der Klotzige die Faust ins Gesicht. Zur Gegenwehr kam er nicht mehr. Er schlitterte am Tresen entlang und brach zusammen. Sein Glas rollte über den Boden und schlug gegen die Wand.

Der Keeper griff unter den Tresen und packte die abgesägte Schrotflinte.

Doch die beiden Männer hasteten bereits aus dem Saloon.

Bei Leroy kniete eine große, auffallend hübsche Mexikanerin auf den schmutzigen Dielen und lächelte ihm aus großen, dunklen Mandelaugen gewinnend zu. »Amigo mio, was sind das für hässliche Menschen.« Sie strich ihm mit langen Fingern sanft über das Gesicht.

Rund ein Dutzend Männer befanden sich im Saloon und bildeten nun einen Kreis um Leroy und die Schöne aus Mexiko, die in dem finsteren Laden so fehl am Platze schien wie eine schöne Blume in der heißen Wüste.

»Alles in Ordnung?«, fragte der Keeper rau, beugte sich hinunter und half Leroy Wade auf die Füße.

Die Mexikanerin richtete sich auf.

Um die Hüften trug sie einen Patronengurt mit großer Silberschnalle und einem Derringer im Halfter. Weiches, tiefschwarzes Haar fiel ihr in Locken bis über die Schultern.

»Ich heiße Melissa.« Sie lächelte strahlend. »Komm mit in mein Zimmer, dort kannst du dich ein wenig ausruhen, Vaquero!«

»Der braucht einen scharfen Whisky«, sagte der Keeper und schob Leroy ein schon volles Glas zu. »Da, mein Junge.«

Leroy trank das Glas auf einen Zug leer. Er musste wieder auf die schöne Señorita blicken, die auch in langen Hosen sehr verführerisch wirkte.

Sie trat dicht an ihn heran und legte die Hand auf seine Schulter. »Oder hast du keine Zeit?«

»Melissa …«

»Meine Freunde nennen mich einfach Lissa«, unterbrach sie ihn. »Ich wäre froh, wenn du zu meinen Freunden gehörst.«

Die Schwingtür flog auf. Chet McCoy, der Vormann der Bullhead-Ranch, Doc Cook und Dwarf stürzten förmlich in den Saloon.

»Alles vorbei«, sagte der Keeper und winkte ab.

Lissa ließ Leroy los und blickte enttäuscht auf die anderen Männer.

»Was war los?«, fragte Cook, der Ranchkoch.

»Er wurde angestoßen«, sagte der Keeper mürrisch. »Wahrscheinlich nur ein Missverständnis. Der andere ist schon weg.«

Chet McCoys dunkles Gesicht wandte sich der schönen Mexikanerin zu. Sie schob sich weiter zur Seite, als wollte sie die Szene möglichst unauffällig verlassen. Der Vormann schaute Leroy an, der seinerseits das leere Glas auf den Tresen stellte.

»Nichts passiert.« Leroy blickte zu Melissa hinüber. »Gracia, Señorita Lissa.«

»Buenos dias«, murmelte sie.

»Adios.« Leroy warf eine Münze auf den Tresen.

Chet McCoy schob ihn vor sich hinaus.

Melissa sank auf einen Stuhl. Die Männer schauten sie teils mitleidig, teils etwas hämisch grinsend an. Der Keeper trat zu ihr und sagte: »Leroy Wade hat eine Freundin, Señorita.«

Lissa hob langsam den Kopf. »Eine Freundin?« Ungläubigkeit schwang in ihrer Stimme, die rauchig klang.

»Si, Señorita, eine Freundin. Die Schafzüchterin Myriam Sunbeam aus dem Shepherd Valley.«

»Und woher wissen Sie davon, Patron?«

»Wir kennen die Leute der Bullhead-Ranch hier in Golden City, Señorita. Da weiß man so was eben.«

»Ach so.« Lissa erhob sich.

Der Keeper trat zurück und kratzte sich etwas verlegen am Kinn. »Ich dachte, das sollten Sie vielleicht wissen.«

Sie nickte und wirkte zerstreut. »Hasta la vista.« Lissa wandte sich der Treppe zu und stieg sie hinauf.

Draußen ritten die Bullhead-Leute mit zwei Packpferden vorbei.

Marshal George Rockwell stand am Straßenrand und rief: »Was hat es gegeben, Leroy?«

»Nichts weiter. Vergessen Sie es, George.«

Im Saloon unterhielten sich die Gäste über die Schlägerei.

»War schon verdammt komisch, wie hastig der Kerl die Fäuste schwang.« Ein Mann am Tresen schüttelte noch nachträglich verwundert den Kopf. »Dabei sah es zuerst aus, als hätte er den Jagdfalken mit voller Absicht angerempelt und zusammengehauen.«

»Sah für mich auch so aus«, gab ein anderer zu.

Der Wirt verließ den Saloon und blickte in das Menschengewimmel in den Staubschwaden, die Golden City beherrschten. Die Bullhead-Reiter befanden sich bereits jenseits der Plaza und strebten dem westlichen Stadtende entgegen.

Ein Mann trat von hinten kommend neben ihn. »Willst du den vierschrötigen Kerl suchen?«

»Quatsch.« Der Wirt wandte sich um und ging wieder hinein.

»Sah aber ganz so aus«, brummte der andere, dessen Blick über die Kneipen und Spielhöllen der Goldgräberstadt schweifte, über das Gewimmel von Menschen, in dem man nach einem einzelnen wie nach einer Stecknadel suchen konnte.

In dem kleinen Zimmer war es dunkel. Von unten drangen die krächzenden Töne des Orchestrions herauf, und eine Frauenstimme begann mehr laut als schön zu singen.

Lissa lag auf dem Bett und blickte in die Schwärze, die sie umgab.

Plötzlich erscholl ein leiser Pfiff. Eine Sekunde später schlug etwas gegen das Fenster.

Sie sprang auf und schob die untere Fensterhälfte nach oben.

»Lissa?«, flüsterte eine Männerstimme.

»Komm herauf.« Sie trat zurück und legte sich wieder auf das Bett.

Der Mann kletterte auf den angebauten Schuppen und stieg durchs Fenster. Er klappte den unteren Rahmen herab und schaute auf das Gesicht der Mexikanerin, das er nur als hellen Fleck in der Schwärze erkannte. »Die Kerle sind weggeritten«, sagte er scharf. »Der ehemalige Scout war auch dabei.«

»Si si, du sagst es.«

»Hast du ihn nicht herauflocken können?«

»Verstehst du nicht, Don? Es ist zu Ende. Er hat eine Freundin. Eine Muchacha, die in seinem Kopf herumspukt. Eine Schafzüchterin aus dem Shepherd Valley.«

Der klotzige Mann mit den roten Borstenhaaren nahm den steifen Hut vom Kopf und fuhr sich mit gespreizten Fingern über den Schädel. »Verdammt und zugenäht. Ohne ihn finden wir das Versteck niemals.«

Eine Weile war es still zwischen ihnen. Unten verstummte die Sängerin, und brausender Beifall schien am ganzen Haus zu rütteln.

»Ich dachte, es wäre alles ziemlich einfach, als ich ihn mit den anderen sah. Er hätte hier oben noch eins über die Rübe gekriegt und wäre heimlich abtransportiert worden.«

Der Beifall verebbte, und das krächzende Orchestrion war erneut zu hören.

»Zugabe!«, brüllte eine barsche Stimme. Dann verlangten Dutzende von Kehlen das Gleiche.

Lissa zündete die Petroleumlampe an. »Vielleicht kann man ihn weglocken, Don.«

»Was?« Donald Watkyn, dem es gefiel, Don genannt zu werden, starrte sie an.

»Man müsste herausfinden, wie die Schafzüchterin lebt. Wie viele Leute bei ihr sind.«

»Das gefällt mir nicht.« Watkyn stand auf und lief durch das Zimmer.

»Was hast du dagegen, Amigo?«

»Ich möchte nicht zu viele Leute in die Sache verwickeln. Bin froh, dass offenbar niemand eine Ahnung hat, was es da in der Manzano Range zu holen gibt.«

»Falls es nicht doch längst andere fanden«, schränkte die Frau ein.

»Nein, kann ich mir nicht vorstellen.«

Lissa setzte sich auf das Bett. »Wir sollten uns die Schaffarm wenigstens ansehen. Vielleicht sind es nur wenige Leute. José könnte hinunterreiten.«

»Was heißt hinunter?«

»Es muss ein Tal in den Bergen sein. In der Sangre de Cristo Range, wenn ich nicht irre. Aber das werden wir leicht herausfinden können. – Oder willst du aufgeben?«

Donald Watkyn blieb stehen. »Wie kommst du denn auf den Dreh?«

»Es klang so, Compadre. Bueno. Versuchen wir es morgen!«

 

 

2

José war ein kleiner, drahtiger Reiter in abgerissener Leinenkleidung. Der alte Strohsombrero beschattete sein sehr dunkles, längliches Gesicht mit den leicht geschlitzten, blitzenden Augen. Schwarzes Haar hing unter dem alten Sombrero hervor und bedeckte die Ohren. José trug über die linke Schulter und um die rechte Hüfte einen breiten, dunklen Patronengurt. Vor seinem Leib war das Halfter daran befestigt, in dem ein Colt 45 Peacemaker steckte.

Der ungefähr fünfundzwanzigjährige Mexikaner ritt, den Radspuren folgend, an Scrubbüschen und Cottonwoods vorbei und sah den Corral und die geduckten Hütten der Schaffarm in der Sonnenglut des Hochsommertages. Als sich eine Tür laut knarrend öffnete und eine Frau auftauchte, zügelte José jäh den Braunen und duckte sich etwas.

Myriam Sunbeam hielt ein Repetiergewehr in der rechten Hand. Mit der linken strich sie glättend über das grobe Kattunkleid, das von ihrem Hals bis zu den derben Stiefeln reichte und an den Hüften von einem Lackgürtel zusammengerafft wurde.

»Sie müssen sich nicht verstecken!«, rief die junge Frau. »Wenn Sie etwas wollen, dann kommen Sie näher!« Sie schlug das Gewehr an der Hüfte an und repetierte es.

José schnalzte mit der Zunge. Der Braune trug ihn mit klappernden Hufen weiter der entschlossenen Frau entgegen. Er sah das Blitzen in ihren Augen, das Furchtlosigkeit verriet, und erkannte an ihrer Haltung, dass sie sich auch nicht scheute, zu schießen, sollte ihr etwas missfallen und gefährlich erscheinen.

Der Braune blieb leise schnaubend stehen. »Ich bin José, Señora. Ein armer Vaquero, der sich als Gitano versuchte. Die Menschen sind schlecht. Weil sie mit ihren vom Whisky tauben Ohren meine Melodie nicht mehr verstanden, schlugen sie mir die Marimba kaputt. Vaya el Diablo!«

»Und was hab ich damit zu tun?«, fragte die Frau.

»Nichts, Señora.« José schaute sich um. »Ich muss zurück nach Chihuahua. – Sie leben ganz allein hier?«

»Ich habe meine Leute.«

»Haben Sie keine Angst?«

Myriams Mundwinkel bogen sich nach unten.

»Nein, Señora, Sie haben keine«, stellte der junge Mexikaner fest. Er stieg ab. »Kann ich das Pferd tränken und für mich Wasser haben? Ich werde es bezahlen.«

»Du kannst Wasser haben, soviel du willst. Und es kostet auch nichts.« Myriam ließ das Gewehr sinken.

 

 

3

José ritt um einen Felsvorsprung herum, geriet wieder ins Sonnenlicht und sah die anderen vor sich; Lissa, Don Watkyn, Guy Dowey und Jethro. Raoul, der fünfte im Bunde, saß auf einem Stein im Schatten der Steilwand.

Es handelte sich um eine wilde Bande abgerissener Gesellen mit stoppelbärtigen Gesichtern, tief geschnallten, schweren Revolvern und derben Fäusten, die hart zuschlugen.

Guy war ein mittelgroßer, schrankbreiter Bursche mit niedriger Stirn und nicht sehr intelligent blickenden Augen. Er trug ein Leinenhemd, eine verschlissene mexikanische Armeehose und einen vom Schweiß verfärbten Stetson. Mit achtunddreißig war er nur zwei Jahre jünger als Watkyn, der Anführer.

Jethro zählte dreißig Lenze. Er war lang aufgeschossen, strohblond und grinste meistens ziemlich dämlich. Jethro steckte noch in dem sandfarbenen Rebellenanzug, in dem er längere Zeit als Revolvermann einem Guerillahaufen diente.

Raoul war ein mittelgroßer, fleischiger Kerl, dem die linke Schulter merklich höher als die rechte stand. Er sah verschlagen aus und gefährlich, viel gefährlicher als die anderen.

»Sie lebt allein auf der Ranch«, sagte José und grinste Lissa und Don an. »Die Hirten sind bei den Schafen.«

Die beiden wechselten erstaunte Blicke untereinander.

»Das weißt du genau, Hombre?«, fragte Lissa scharf.

»Ich fragte sie danach. Aber eine ängstliche Natur ist sie nicht.«

Don Watkyn grinste erfreut. »Endlich mal eine Nachricht, die etwas taugt. – Los, reiten wir!«

Raoul stand auf und schwang sich in den Sattel. José wendete den Braunen im Canyon und ritt vor dem Haufen her.

»José, warte!«, rief Lissa.

Er ließ das Pferd zurückfallen.

»Hinter uns!«, befahl Lissa. »Es ist besser, sie sieht dich nicht gleich.« Er ließ die anderen vorbei und schloss sich ihnen an.

Alkalistaub trieb über dem Boden wie ein dünnes Polster und kroch den Spalten im morschen Gestein entgegen.

»Links!«, rief José.

Lissa ritt vor den anderen in den schmal werdenden Hohlweg, der hinunter ins Shepherd Valley führte. Nach zehn Minuten erreichte der Haufen das Tal.

»Am besten, sie sieht dich überhaupt erst, wenn es für sie zu spät ist, José.« Don blickte über die Schulter.

»Bueno.« José ließ sein Pferd zurückfallen und durchbrach mit immer größer werdendem Abstand das Dickicht. Als er hundert Yards geritten war, vermochte er die Kumpane schon nicht mehr zu sehen. Nur Dons Melone tauchte hin und wieder über dem trockenen Gestrüpp auf.

Lissa erreichte als erste den Karrenweg und sah die Frau am Brunnen.

Die Schafzüchterin ließ den Eimer aus der Hand fallen und griff nach dem Gewehr am Pflock. Sie presste den Kolben mit dem Ellenbogen gegen die Hüfte. Ihre Augen zogen sich langsam zusammen.

Von der schönen, ungemein attraktiven Mexikanerin abzusehen, gefielen ihr diese rauen Leute gar nicht. Der Kleidung nach zu urteilen, hatten sich die meisten längere Zeit in Mexiko aufgehalten. Die dunkel gebräunten Gesichter deuteten auch darauf hin.

»Weit genug!«, rief Myriam scharf.

Die Reiter befanden sich bereits neben dem Haupthaus, aber sie zügelten augenblicklich die Pferde.

»Hallo«, sagte Don und grinste so freundlich, wie es sein hartes Gesicht nur zuließ.

»Buenos dias, Señora«, sagte Lissa.

José hielt noch von Büschen gedeckt ein beträchtliches Stück von den Farmgebäuden entfernt.

»Schafe fressen den Boden kahl«, sagte Raoul, der Verwachsene. »Die Rancher hassen dieses Viehzeug. Dort, wo es selten regnet, wächst meistens Jahre nichts mehr, wenn Schafe da waren.«

»Hier ist kein Rancher«, sagte Myriam schroff. »Außerdem frage ich mich, was Sie das wohl angehen könnte!«

Raoul legte den Kopf schief. »Es war nur eine Feststellung, Madam. Mich interessiert es gar nicht.«

»Dann schenken Sie sich gefälligst die blöden Bemerkungen!«

Jethro kicherte dumm und grinste den Kumpan dämlich an. »Die gibt es dir ordentlich, Bruderherz!«

Don saß ab und kam vor die Pferde. »Wir brauchen Wasser, abgekochtes Wasser. Und Proviant. Wir werden dafür bezahlen.«

»Schafkäse«, sagte Raoul verächtlich.

Lissa saß ebenfalls ab, und die anderen folgten ihrem Beispiel.

»Wollen Sie das Gewehr nicht endlich wegstellen?«, fragte Don Watkyn barsch. »Oder ist das hier in Colorado die Art, Fremde zu begrüßen?«

Myriam zögerte noch. »Das hängt von den Fremden ab«, sagte sie schleppend. »Wie viel Vertrauen sie einflössen. Ich muss Ihnen ganz ehrlich sagen, Sie gefallen mir nicht, Fremder!«

»Ich bin Don Watkyn, Madam.« Der Mann lüftete die Melone. Beleidigt war er nicht, was aber Myriam in ihrer Meinung nur noch bestärkte.

»Meint sie, wir wären Bandoleros?«, fragte Lissa.

»Ich weiß nicht, Amiga mia. Darf ich Ihnen meine Braut vorstellen, Madam! – Sie heißt Lissa del Costano. Eine Kreolin, Madam. Sie kommt vom Meer.«

Die ganze Bande tauchte vor den Pferden auf. Und als Myriam zurücktreten wollte, prallte sie mit dem Rücken gegen den Brunnen. »Bleibt stehen!«, befahl sie barsch.

Myriams Gesicht veränderte sich. Zorn trieb Röte in ihre Wangen. Am liebsten hätte sie abgedrückt, um diese menschliche Wand aufzuhalten, die sich ihr unerbittlich entgegenschob. Aber alles in ihr sträubte sich dagegen. Keiner bedrohte sie mit einer Waffe.

Dann standen sie dicht vor ihr, rückten nach links und rechts und bildeten einen Halbkreis. Es gab kein Schlupfloch.

Und auf dem Karrenweg tauchte José auf, der junge, dunkelhäutige Bursche in der abgerissenen Kleidung, dem angeblich die Marimba zerschlagen wurde.

Don packte den Gewehrlauf und presste ihn mit solcher Gewalt nach oben, dass Myriam loslassen musste.

»Wir brauchen Ihre Hilfe«, erklärte die Mexikanerin. »Zwar nur indirekt, aber wir brauchen sie.«

Myriam wollte Watkyn das Gewehr wieder entreißen, doch er warf es hinter sich. Sie versuchte nach ihm zu schlagen. Er hielt ihr Handgelenk fest und stieß sie hart gegen den Zaun.

»Keine Zicken, Muchacha, sonst geht es dir dreckig!«

»Banditengesindel!«, stieß die Frau hervor. Sie versuchte einen zweiten Angriff, aber er scheiterte so kläglich wie der erste. Die Kerle packten sie an den Armen und schleiften sie in die Hütte.

»Bindet sie!«, befahl Don Watkyn.

Myriam wurde in die Hütte bugsiert, in ihrer Kammer aufs Bett geworfen und an Händen und Füßen gefesselt. Sie tobte, wollte immer noch nach den Halunken schlagen und bekam einen Knebel in den Mund gestopft und ihr Halstuch ums Gesicht gebunden.

»Gegen uns ist kein Kraut gewachsen«, verkündete Don, der sich breitbeinig neben dem Bett aufbaute. »Am besten, du fügst dich, dann wird dir nichts passieren.«

Raoul blieb als Wächter zurück. Die anderen verließen das halbdunkle Haus und führten ihre Pferde an die Tränke.

»Und wer reitet?«, fragte José.

»Jetzt gar keiner«, erwiderte Don. »Es ist schon zu spät. Der Bote muss morgen früh bei der Bullhead-Ranch sein. Damit sich das alles an einem Tage abwickelt.«

»Aber wer?« Lissa blickte auf José, der den Kopf einzog.

»Er hat das prächtig gemacht«, sagte Don grinsend und schaute den jungen Burschen ebenfalls an. »Ganz hervorragend, Amigo! Aber zur Ranch sollte kein Mexikaner reiten.«

»Dann Jethro. Dem sieht kein Mensch an, was für einer er ist«, schlug Lissa vor.

José atmete erleichtert durch.

»Und was soll ich dort fragen?« Der lang aufgeschossene, schlaksige Bursche riss sich den schmutzigen Hemdkragen auf, als würde ihn Atemnot plagen.

»Das wird dir alles ganz genau erklärt«, entgegnete Don. »Es sind sowieso nur ein paar Worte.«

»Ist er in Golden City von diesem Wade auch nicht gesehen worden?«, wollte Lissa wissen.

»Quatsch. Er war doch gar nicht mit in der Kneipe. – Guy, José, schafft die Gäule in den Stall und geht dann alle ins Haus. Falls hier zufällig jemand herumstreift, braucht er uns nicht zu sehen!«

 

 

4

Chet McCoy hielt das Brenneisen ins Feuer und beobachtete mit Wade die Cowboys, die durch den Corral galoppierten und die Lassos fliegen ließen. Gleich zwei junge Rinder liefen in die Schlingen, die Lassos strafften sich, und die Rinder wurden von den Füßen gerissen.

Gebrüll erfüllte die Staubschwaden, die von einem winzigen Lufthauch nach Westen getragen wurden.

Rizzos, Jimmy und Dwarf sprangen hinzu. Rizzos packte den einen jungen Stier, der gerade aufsprang, allein bei den Hörnern und warf ihn wieder um.

Chet lief mit dem glühenden Eisen zu den Männern. Leroy hielt dem Tier die Hinterbeine fest, und Chet drückte ihm den Stempel der Bullhead-Ranch unauslöschlich für sein ganzes Leben ins Fell. Es zischte, stank nach verbranntem Fleisch, und das junge Tier kämpfte mit ganzer Kraft gegen die schwitzenden Männer.

Sie sprangen zugleich zurück. Mit einer Hand griff Rizzos dabei noch ins Lasso, und so wie das junge Longhorn losjagte, wurde die Schlinge aufgezogen.

Doc Cook brachte das nächste Brenneisen und wechselte es aus.

Chet und die anderen liefen zu dem Rind, das Dwarf hielt. Das junge Tier zitterte, wurde umgeworfen und festgehalten, und abermals zeichnete McCoy es als zum Bestand der Bullhead-Ranch gehörend.

»Ein Reiter!«, rief jemand im Hof.

Sie wandten sich um, konnten aber in der dichten Staubwand niemanden erkennen.

»Wird sowieso Zeit für eine Pause«, erklärte der Koch.

Sie verließen den Corral und sahen den Reiter, der sich auf dem Wagenweg näherte und den Torbogen bereits hinter sich gelassen hatte. Chet konnte sich nicht erinnern, diese lang aufgeschossene, weißblonde Gestalt schon einmal gesehen zu haben.

Mary-Lou, McCoys junge Frau, und ihr Vater, der Rancher, traten auf die Veranda und blickten dem Fremden ebenfalls entgegen.

Der Reiter näherte sich im Trab, zügelte das Pferd am Brunnen und blickte in der Runde herum. »Bullhead-Ranch, was?« Er grinste dämlich.

»Ja, Sie sind auf der Bullhead-Ranch.« John Corcoran kam die Treppe herunter.

»Es ist wegen Myriam Sunbeam, Mister.«

Leroy warf das Lasso über den Zaun. »Was ist mit ihr?«

»Sie verlangt nach einem gewissen Wade, wenn ich es richtig behielt. Leron oder Leroy oder so.«

»Das bin ich. Was ist mit ihr?«

»Mein Partner und ich, wir kamen zufällig durch das Shepherd Valley und fanden sie.« Der Mann zuckte mit den Schultern.

»Nun reden Sie doch schon!«, herrschte Leroy ihn an.

Der Fremde stieg ab. »Sie hat sich beim Holzhacken verletzt. Das kann ja mal passieren. In den Arm. Aber wir haben sie gleich verbunden. Das ist also nicht sehr schlimm. Nur, sie hatte wohl ziemliche Angst. Und ein bisschen phantasiert. Vielleicht hätte sie solche Arbeiten gestern sowieso besser nicht gemacht. Na ja, wenn man ein bisschen Fieber hat, sollte man so was nicht tun.«

»Wo fanden Sie Myriam?«

»Sie muss sich ins Haus geschleppt haben und brach dort zusammen. Aber das muss erst ganz kurz vor unserem Eintreffen gewesen sein, Mister. Von Leroy Wade hat sie phantasiert. Und was von der Bullhead-Ranch. Wir mussten ihr erst Rum eintrichtern, bevor sie richtig sagen konnte, dass ihr Freund Leroy sofort kommen sollte.«

Leroy lief zum Stall.

»Pa, schick noch jemanden mit!«, rief Mary-Lou. »Es ist bestimmt besser, wenn er nicht allein reitet.«

»Nein, sie hat nur von Wade geredet!«, protestierte der Fremde heftig.

»Ich reite mit«, entschied Chet und folgte dem Freund.

»Aber wir haben doch alles getan, was für sie getan werden konnte!« Jethro sah wieder wenig intelligent aus, aber immerhin begriff er, dass zu laut vorgetragener Protest nur Misstrauen ausstreuen konnte.

»Es ist besser, Chet kommt mit«, erklärte Corcoran. »Zwei Mann sind doppelt so sicher wie einer.«

»Ja«, sagte der lange Kerl flach.

Chet tauchte auf. Er führte den Hengst zum Küchenfenster und bekam zwei Flaschen gereicht, die er an den Riemen über das Sattelhorn hängte.

Leroy saß auf.

»Chet, wenn es doch sehr schlimm ist, dann bringt sie her«, sagte Mary-Lou in der Küche.

»Ja, wird gemacht.«

Doc Cook wickelte Maisbrot, Rauchfleisch, Schinken und Käse ein und stopfte alles in einen Leinenbeutel, den er durch das Fenster warf.

Chet fing ihn auf und steckte ihn in die Satteltasche.

Der Fremde saß schon wieder im Sattel und trabte hinter Leroy her.

»Der hat das Pferd noch nicht mal saufen lassen!«, schimpfte Rizzos. »Das ist ja ein Tierschinder.«

Chet galoppierte hinterher.

»Wir erwarten Chet am Abend zurück!« brüllte Corcoran in den trommelnden Hufschlag.

Chet hörte davon nichts mehr.

Als sie das Ranchgelände verließen, holte er die beiden anderen ein.

 

 

5

Am frühen Nachmittag flimmerte die Hitze über den Farmgebäuden. Die Tür des Haupthauses stand offen. Zu sehen war niemand. Die Schafe befanden sich mit den Hirten außer Sicht auf der anderen Talseite.

Leroy gab dem Pferd noch einmal die Sporen, galoppierte bis vors Haus, sprang ab und hastete hinein. Er war gerade an der Tür vorbei, als ihn von hinten ein Gewehrkolben traf. Die Wucht ließ den Jagdfalken gegen die Wand taumeln und zusammenbrechen.

Chet sah davon nichts. Der pochende Hufschlag verschluckte auch die Geräusche. Dass der Fremde sein abgehetztes, leicht schwankendes Tier zurückfallen ließ, alarmierte ihn auch nicht, weil er an keine Gefahr dachte.

Er zügelte den Hengst und sprang ab. In diesem Augenblick sah er Leroy drinnen im Halbdunkel.

Rechts und links hasteten Gestalten um die Ecken des Hauses und schlugen Revolver auf den Vormann an.

Der Mann hinter McCoy versetzte dem Hengst einen Tritt, und das Tier trabte davon.

Aus dem Haus trat der vierte Mann. Der fünfte fesselte Wade.

»Warum zwei, du Idiot?«, schimpfte Don auf der Türschwelle.

»Die ließen sich nicht davon abbringen, zu zweit zu reiten«, entschuldigte sich Jethro.

»Darf man fragen, was das heißen soll?« Chet wollte zurück, aber Jethro stand auch schon im Hof und stieß ihm die Coltmündung in den Rücken.

»Ihr werdet alles erfahren«, versprach Don. »Ich rede aber am liebsten mit Leuten, die mir nicht an die Kehle fahren können. Du weißt, was ich meine?«

»Nein, tut mir leid.«

Der junge Mexikaner auf der linken Hausseite zeigte kurzgeschnittene Stricke. »Das hier, Amigo!«

Leroy bewegte sich, stöhnte und rollte auf die Schulter.

Don blickte hinter sich.

»Das … das ist doch der Kerl aus … aus Golden City!«, stieß Leroy hervor.

»Du hättest dort vernünftiger auf Lissa gehört, du verdammter Narr! Dann wäre dein Freund nicht auch noch in die Geschichte verstrickt worden. Und deine Freundin auch nicht. Wir haben nur an dir Interesse.«

Leroy schimpfte, weil es ihm nicht gelang, die Fesseln zu sprengen. Raoul, der Verwachsene, der neben ihm stand, grinste böse und hämisch zu seinem Opfer hinunter.

Der Kreis um Chet schob sich zusammen.

»Habt ihr keine Angst, euch gegenseitig den Garaus zu machen?«, fragte er gedehnt.

»Wir wollen gar niemanden umbringen«, erwiderte Don. »Wenn es dennoch passiert, war es nicht unsere Schuld. – Kannst du mir folgen, Mister?«

»Was ist mit der Frau?«

»Nichts«, sagte eine rauchige Stimme auf der rechten Seite.

Chet schaute dahin und erkannte Lissa. Er erinnerte sich sofort an sie. Die Begegnung lag ja gerade erst zwei Tage zurück. Und in Golden City ließen sich nur selten so auffallend hübsche Mädchen sehen, was bei den Typen, die dort in ihren Claims hausten, aber keinesfalls verwunderte.

»Ich bin Lissa del Costano, Señor McCoy.«

«Oh, Sie kennen mich?«

Die Mexikanerin lächelte ihn aus großen Mandelaugen geradezu freundlich an. »Si, Amigo.«

»Und was verschafft mir die Ehre, Ihre Aufmerksamkeit erregt zu haben, Señorita?«

»Nichts. Zufall. Wir sind nur an Leroy Wade interessiert. Aber das führte zwangsläufig auch zu anderen Personen der Ranch.«

»Aha.«

Leroy wurde herausgeschleift und im Sand liegengelassen. Chet konnte nichts für ihn tun, mindestens im Moment nicht. Er musste die Wachsamkeit der Bande einzuschläfern versuchen, vielleicht ergab sich dann eine winzige Chance, die Lage zu verändern.

»Leroy!«, rief die Mexikanerin. »Que tal, Compadre?«

»Mir geht's verdammt schlecht!«

Leroy fluchte. »Dir nicht, das sieht man!«

»Muy bien!« Ihr Lächeln wurde noch strahlender.

»Ja, man sieht, dass du zufrieden bist!«, fauchte der Cowboy.

»Du hättest gleich auf mich hören sollen, als ich dich in meinem Zimmer im Saloon pflegen wollte, Amigo mio. Dann wären die anderen nicht mit in die Geschichte verwickelt worden.«

»Ich bin gespannt, ob ihr diese Geschichte heute noch erzählt«, sagte Chet.

»Te quiero, Señor.« Lissa zeigte ihre blendend weißen, schönen Zähne.

»Sie sagt, du würdest ihr gefallen«, erklärte Don. »Wahrscheinlich, weil du so kaltschnäuzig bist.«

»So.« Chet wirbelte plötzlich herum, schlug die Waffe zur Seite und drosch dem scheinheiligen Halunken, der ihn und Leroy von der Ranch lockte, die Faust ins Gesicht.

Jethro feuerte. Die Kugel ging an Chet vorbei und bohrte sich pochend in die Hüttenwand.

»Nicht schießen!«, brüllte Watkyn. Von hinten fiel er über Chet her und riss ihn zurück.

Jethro griff fluchend an, senkte den Kopf und rammte ihm den Gegner in den Leib. Chet krümmte sich im Schmerz zusammen, bekam etwas Hartes in den Nacken geknallt, wurde losgelassen und brach zusammen.

 

 

6

Er saß drinnen auf dem Boden und lehnte an der Wand. Auf der anderen Seite sah er Leroy in gleicher Haltung. Und neben ihm Myriam, ebenfalls gefesselt, aber keine Spur einer Verletzung.

Die fünf Kerle und die Frau befanden sich im Hof. Lissa stand nahe der Tür und blickte herein.

»Er ist munter, Don.«

Chet spürte noch Schmerzen im Nacken und im Leib. Dieser Kerl musste einen Eisenschädel haben.

Lissa betrat das Haus, ging an Chet vorbei, langte einen Stuhl vom Haufen und setzte sich darauf. Sie lächelte, als sie McCoy anschaute.

Auch die anderen traten einer nach dem anderen ein. Don stellte sich etwas demonstrativ neben die hübsche Señorita, die anderen bauten sich an der Wand gegenüber auf.

Don stellte zuerst sich selbst, dann die anderen vor.

»Muss das sein?«, maulte Raoul.

»Willst du damit sagen, es wäre dein wirklicher Name, den wir kennen, Raoul?« Lissa lächelte verächtlich.

»Wahrscheinlich hatte jeder von euch schon mal einen oder mehrere andere Namen, Señorita del Costano!« wandte Chet scharf ein.

Sie lächelte immer noch. »So wird es sein, Compadre.«

Leroy und Myriam sprachen leise miteinander. Chet hörte manchmal einen Wortfetzen, achtete aber nicht weiter darauf. Es lag für ihn alles auf der Hand. Diese Bande hatte Leroy in Golden City überrumpeln und fortschleppen wollen, und weil das nicht klappte, nach einem anderen Weg in gleicher Richtung gesucht. Und weil er, Chet, mit Leroy die Ranch verließ, steckte er nun mit in der Sache, von der sie nichts wussten.

»Jetzt könnt ihr das Palaver langsam beenden!«, schimpfte Don grollend an Leroy und Myriam gewandt.

Sie schauten ihn beide voller Verachtung an.

Zusammenfassung

Viele Legenden ranken sich um die verfallene Stadt El Diablo. In ihren unterirdischen Höhlen zeugen Skelette von grausamen Kämpfen. Das alles kann aber sechs mexikanische Banditen nicht abschrecken, nach dem Schatz von El Diablo zu suchen, der Beute aus einem Überfall auf einen Geldtransport, die nie gefunden wurde. Als ortskundigen Scout kidnappen sie Leroy Wade, den Raubwildjäger. Aber die Bandoleros haben nicht mit den Männern von der Bullhead-Ranch und den Höllenqualen von El Diablo gerechnet …

Details

Seiten
110
Jahr
2021
ISBN (eBook)
9783738949438
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2021 (Januar)
Schlagworte
scout banditen

Autor

Zurück

Titel: Ein Scout und sechs Banditen