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Höllenjob in Louisiana: N.Y.D. – New York Detectives

2021 109 Seiten

Leseprobe

Table of Contents

Höllenjob in Louisiana: N.Y.D. – New York Detectives

Copyright

Die Hauptpersonen des Romans:

1

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Höllenjob in Louisiana: N.Y.D. – New York Detectives

Krimi von Cedric Balmore

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 109 Taschenbuchseiten.

 

Da hat doch wirklich jemand den elektrischen Stuhl gestohlen. Doch was hat der Dieb damit vor? Ist es für ihn nur ein Sammlerstück? Oder soll dieses Instrument seiner Rachen dienen?

Bount Reiniger, der Privatdetektiv, macht sich auf die Suche nach dem elektrischen Stuhl. Schnell erfährt er den Zweck des Diebstahls, denn das erste Opfer ist der Henker von Louisiana ...

 

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

Alfred Bekker

© Roman by Author

© dieser Ausgabe 2020 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

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Die Hauptpersonen des Romans:

Ronald M. Preston - Er vermisst in seinem Magazin einen elektrischen Stuhl und ahnt, was

dahinter steckt.

Derek Dark - Er ahnt nicht, dass ihn seine Vergangenheit eines Tages einholen wird.

Fred Sayers - Um seinen Rachefeldzug in die Tat umzusetzen, braucht er ein Vierteljahrhundert.

Hank Craig - Als man mit ihm abrechnen will, dreht er durch und legt ein Geständnis ab.

June March - ist Bounts Assistentin und hilft ihm bei seinen Fällen.

Bount Reiniger - ist Privatdetektiv.

 

 

1

„Erschrick nicht, wenn er hereinkommt!“, warnte June ihren Chef. „Er sieht aus wie die Karikatur eines alternden Cowboys. Stetson, Nietenstiefel, Schleifchen.“

Bount nickte mechanisch, ohne zu merken, wie verdrossen er an diesem Morgen aussah. Er hatte nur wenige Stunden geschlafen und wegen der leidenschaftlichen Blonden, die er in einer Bar aufgegabelt hatte, einen faden Geschmack im Mund. Er drehte das Kärtchen zwischen den Fingern hin und her, das June ihm überlassen hatte. Ronald M. Preston stand darauf. Mehr nicht. Weder die Adresse noch eine Berufsbezeichnung.

„Wirklich ein seltsamer Vogel“, fuhr June fort. „Wenn nicht die Augen wären, könnte er einem Angst machen.“

Bount legte das Kärtchen aus der Hand.

„Was ist mit den Augen?“, fragte er.

„Sie sind klar, intelligent, ein wenig grüblerisch - ein deutlicher Gegensatz zu seinem Faschingskostüm.“

„Schick ihn herein!“, bat Bount seufzend.

Der Mann, der gleich darauf sein Office betrat, war tatsächlich gekleidet wie ein Texaner, freilich wie einer, der die Moderichtung der Jahrhundertwende vertrat. Sein dunkler Gehrock stand offen. Darunter glänzten auf einer geblümten Weste blanke Messingknöpfe. Die Cowboystiefel knarrten, als der Mann mit wiegenden Schritten den Raum durchquerte. Er bewegte sich dabei nicht ohne Würde und ließ erkennen, dass er eine Person von einiger Bedeutung war.

Ronald M. Preston war schwergewichtig, hochgewachsen und nicht mehr jung, mindestens 60. Er atmete laut und hielt sich leicht gebückt wie einer, der unter seiner Körpergröße leidet. Den Stetson hielt er in der Rechten. Das stark gewellte, bis tief in den Nacken reichende Haar war graublond und schon etwas gelichtet. Er atmete laut und rasselnd, dennoch war etwas an ihm, das es verbot, ihn für krank, schwach oder gar hinfällig zu halten.

Mit einem Seufzer ließ er sich in den Besucherstuhl fallen. Aus hellen, blaugrauen und sehr klaren Augen starrte er Bount ins Gesicht. Es schien, als besäße Ronald M. Preston die Gabe, Gedanken zu lesen oder auf andere Weise zu erkennen, mit wem er es zu tun hatte.

„Was kann ich für Sie tun, Sir?“, fragte Bount höflich.

„Ich möchte, dass Sie etwas für mich finden. Das gehört doch zu Ihren Aufgaben als Privatdetektiv, nicht wahr?“

„Ja. Worum handelt es sich?“

Preston räusperte sich.

„Es ist eine sehr delikate Angelegenheit … und auch wieder nicht“, meinte er.

Bount kannte dieses Zögern von vielen Besuchern. Die meisten hatten Mühe, ihre Wünsche in Worte zu kleiden.

„Es geht um eine bestimmte Geldsumme, nehme ich an?“, fragte Bount.

„Damit hat es nichts zu tun.“

„Soll ich einen Menschen finden?“

„Nein. Ein Sitzmöbel.“

In Bounts Gesicht zuckte kein Muskel. Er war den Umgang mit seltsamen Klienten gewöhnt. Kürzlich war es ihm gelungen, eine kostbare Vase aus der Ming-Zeit wiederzubeschaffen. Ihr geschätzter Wert betrug einhundertfünfzigtausend Dollar.

„Etwa aus der Medici-Epoche oder so?“, fragte Bount vage.

„Nein, das gute Stück ist jüngeren Datums“, erwiderte Ronald M. Preston. „Es stammt aus dem Jahre 1899.“

„Können Sie sich nicht etwas präziser ausdrücken?“, fragte Bount ungeduldig.

„Ja, Sir. Ich möchte, dass Sie den elektrischen Stuhl aufspüren, der uns gestohlen wurde.“

Bount schluckte. Er griff nach einem offenen Päckchen PALL MALL, das in Reichweite auf dem Schreibtisch lag. Er hielt es dem Besucher entgegen. Der schüttelte den Kopf. Bount schob sich eine Zigarette zwischen die Lippen und knipste das Feuerzeug an.

„Wir?“, echote er. „Sie sprechen in der Mehrzahl.“

„Ich bin der Vertreter des Bundesstaates Louisiana. Wie Sie wissen, haben wir die Todesstrafe schon vor vielen Jahren abgeschafft. Der elektrische Stuhl wurde seinerzeit eingemottet und eingelagert. Ich bin der Verwalter des Magazins. Ich fühle mich deshalb verantwortlich für das mysteriöse Verschwinden des elektrischen Stuhls.“

„Ist er betriebsfähig?“

„Warum fragen Sie?“

„Es interessiert mich.“

Prestons blasse Lippen zuckten.

„Sie können ihn nicht wie einen x-beliebigen Heizofen an das Stromnetz anschließen. Er wird mit Starkstrom gefüttert ... aber falls es jemand darauf anlegen sollte, ihn in Betrieb zu setzen, steht er natürlich vor keinem unlösbaren Problem.“

Bount inhalierte tief. Er begann zu ahnen, was ihn erwartete.

„Sie glauben, jemand könnte das Ding gestohlen haben, um damit eine Exekution vorzunehmen?“

„Eine oder mehrere“, nickte Preston.

„Ich sehe keine rechte Logik in dieser Befürchtung“, meinte Bount. „Es gibt schließlich einfachere und effizientere Wege, einen Gegner auszuschalten.“

„Es ist keine Frage der Effizienz, fürchte ich“, meinte Preston. „Wer hassen kann und Rache sucht, ist darauf erpicht, seinen Gegner mit exakt den gleichen Waffen zu schlagen, die denjenigen trafen, den es zu rächen gilt. Mit anderen Worten: Könnte es nicht sein, dass der Angehörige eines Delinquenten, der auf dem Stuhl endete, mit eben diesem Stuhl seine Racheaktion in Szene zu setzen wünscht? Ich bin überzeugt davon, dass es Leute gibt, die so quer denken.“

„Kennen Sie welche?“

„Ja.“

„Ich nehme an, Sie haben behördlicherseits schon Nachforschungen angestellt?“

Preston winkte ab, mit grimmigem Gesichtsausdruck.

„Die sind nicht der Rede wert. Sie verstehen, dass wir das Ereignis nicht in die Schlagzeilen geraten lassen möchten. Wir leiden ohnehin schon unter dem Negativimage, Provinzler zu sein, Hillbillys. Wenn ich unsere Polizei damit betraue, weiß die Presse binnen weniger Stunden, worum es geht. Ich möchte, dass das Ganze mit der gebotenen Diskretion behandelt wird.“

„Warum kommen Sie mit dieser Geschichte zu mir nach New York? Ich wette, es gibt auch in Louisiana ein paar tüchtige Privatdetektive.“

„Die gibt es, aber die sind bei den Reportern bekannt und müssen damit rechnen, dass man ihnen bei ihrer Arbeit auf die Finger schaut“, meinte Preston. „Deshalb komme ich zu Ihnen. Wir haben uns erkundigt. Sie sind ein Mann mit internationalem Renommee, aber in Louisiana“, fügte er lächelnd hinzu, „werden Sie es schwer haben, erkannt zu werden.“

„War es schwierig, in das Magazin einzubrechen?“

„Es wird rund um die Uhr bewacht und kontrolliert, aber, der oder die Diebe - es müssen mehrere gewesen sein, schon wegen des Gewichtes, das es zu transportieren galt - kannten offenbar das Sicherheitssystem und hatten keine Mühe, es zu knacken.“

„Expertenarbeit?“, fragte Bount.

„Ich würde sagen, ja, aber das muss nicht bedeuten, dass ich recht habe. Das Magazin liegt etwas außerhalb von Hammond, unweit der Morrison Barracks, einer Artilleriekaserne. Zwischen den beiden Komplexen befindet sich eine Mülldeponie. Es dürfte nicht schwer gewesen sein, von dort aus die Gewohnheiten des Wachpersonals zu erkunden. Ebenso leicht war es später, die Türschlösser aufzusprengen.“

„Spuren?“

„Wir kennen den Wagen, der für den Transport des elektrischen Stuhls benutzt wurde. Er wurde eigens zu diesem Zweck einem Garagenbesitzer namens Jerome Littleton gestohlen und am nächsten Tag am Ortsrand aufgefunden. Der Stuhl ist also, wie vermutet werden darf, umgeladen worden. Die Reifenprofile von Littletons Truck wurden an der Magazinrampe gesichert. Littleton selbst ist nach unseren Erkenntnissen ein braver Bürger, ein untadeliger Mann - und doch habe ich den Eindruck, als enthielte er uns etwas vor.“

„Nämlich?“

„Wenn ich das wüsste, wäre ich klüger. Ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass er weiß, wer den Wagen gestohlen hat. Vielleicht vermutet er es auch nur, hat aber Angst, darüber zu sprechen. Das ist es - Angst. Aus Angst vor Rache hält er den Mund. Sie kennen das ja. Natürlich habe ich Littleton in die Mangel genommen, sehr gründlich sogar, aber er ist stur, er schweigt sich aus. Ich bin nicht in der Lage, ihn der Lüge oder der bewussten Verheimlichung wichtiger Informationen zu beschuldigen.“

„Ist es nicht denkbar, dass irgendein Sonderling, ein Sammler abartiger Gegenstände, auf die Idee gekommen ist, seine Kollektion um einen elektrischen Stuhl zu bereichern?“

„Natürlich, das ist durchaus denkbar, aber ich kann es mir nicht leisten, Hypothesen aufzustellen, ich muss Gewissheit haben. Mehr noch: Ich muss den verdammten Stuhl zurückbekommen, um jeden Preis.“

„Ich nehme an, Sie haben sich schon mit meiner Tarifordnung beschäftigt und ...“

Preston fiel Bount ins Wort.

„Louisiana ist kein reicher Bundesstaat, wir schwimmen nicht gerade im Geld, aber ich habe Vollmacht, Sie mit allem auszustatten, was zur Klärung des Falles notwendig ist. Sind Sie bereit, ihn zu übernehmen?“

„Es kann Wochen dauern, ehe ich fündig werde“, warnte Bount.

„Darauf sind wir eingerichtet.“

Bount stülpte die Unterlippe nach außen, dann sagte er: „Okay, ich bin Ihr Mann.“

 

 

2

Wie sich herausstellte, hatte Ronald M. Preston gründliche Vorarbeit geleistet. In einem Aktenköfferchen, das er aus dem Hotel holte, befanden sich die Unterlagen über ein paar Dutzend Exekutionen mit kurz gefassten Darstellungen der Hingerichteten, der Urteile, und der ihnen zugrunde liegenden Verbrechen. Ein Anhang wies aus, wie groß die Zahl der Angehörigen war, die noch lebten, außerdem waren ihre Adressen vermerkt, und ihre Vorstrafen. Preston hatte darüber hinaus eingetragen, ob er den Erwähnten einen Racheakt von der Art zutraute, von dem er gesprochen hatte.

Die Fülle des Materials brachte es mit sich, dass einige Angaben nur vage und unvollständig waren. Preston wusste um diesen Schwachpunkt seiner Arbeit und bekannte: „Ich habe mich zwar bemüht, systematisch vorzugehen, gewissermaßen nach wissenschaftlichen Leitlinien, aber vor dieser Unzahl von Namen und Möglichkeiten musste ich beinahe kapitulieren. Außerdem war es schlechthin nicht machbar, diejenigen zu erfassen, die bislang ohne Vorstrafen durchs Leben gegangen sind und irgendwo als scheinbar brave Bürger leben.“

„Scheinbar?“, fragte Bount amüsiert.

„Natürlich scheinbar! Muss immerzu an einen Nachbarn denken, der, als ich noch jung war, jahrelang neben uns wohnte und allgemein als großartiger Bursche galt - bis die Polizei ihn des Kindesmordes überführte. Seitdem hat meine Überzeugung, dass man einen Gauner schon an der Nasenspitze erkennt, stark gelitten.“

Bount, der in Prestons Gegenwart das Material sichtete, sah, was auf ihn zukam. Er konnte sich nicht erinnern, jemals mit einer solchen Fülle von Verdächtigen konfrontiert worden zu sein - ohne Anhaltspunkte für ein Tätigwerden zu bekommen, oder sagen zu können, wie oder wo es Schwerpunkte zu setzen galt.

„Der Henker“, fragte Bount. „Lebt er noch?“

„Ja.“

„Wo?“

„Hier in New York. Er hielt es damals aus verständlichen Gründen für besser, Louisiana zu verlassen.“

„Wie heißt er?“

„Sein richtiger Name ist Martin Cervant“, erwiderte Ronald M. Preston, „aber nach seiner Pensionierung waren er und die Behörden der Meinung, es sei klüger, ihn mit einer neuen Identität auszustatten.“

„Wie lautet sie?“

„Ich brauche Ihnen nicht zu sagen, dass Sie darüber nicht sprechen dürfen - mit keinem Menschen, nicht einmal mit Ihren Mitarbeitern“, sagte Preston.

„Die sind absolut zuverlässig. Wären sie es nicht, könnte ich den Laden schließen.“

„Okay, der Mann heißt jetzt Dark. Derek Dark.“ Preston kicherte kurz. Es klang ein wenig unheimlich, sogar ein bisschen verrückt. „Ein passender Name für einen, dessen Beruf es war, Menschen vom Leben zum Tode zu befördern, nicht wahr? Dark wohnt in der östlichen Einundsechzigsten.“

„Wie alt ist er jetzt?“

„So alt wie ich. Zweiundsechzig.“

„Er bezieht eine ausreichende Rente, nehme ich an?“

„Soweit ich es erkennen kann, lebt er nicht schlecht“, meinte Preston ausweichend.

„Weiß er, dass man den elektrischen Stuhl aus dem Magazin gestohlen hat?“

„Ja.“

„Sie haben es ihm gesagt?“

„Ich war bei ihm, noch ehe ich Sie aufsuchte“, erwiderte Preston. „Wir haben über alte Zeiten gesprochen, aber natürlich auch über diesen ärgerlichen, mysteriösen Diebstahl.“

„Wie hat er die Nachricht vom Verschwinden des elektrischen Stuhls aufgenommen?“

„Erstaunlich ruhig und gefasst. Dark ist ein ungewöhnlich sanfter Mann.“ Preston lächelte. „Wir waren damals miteinander befreundet. Ich war seinerzeit Sheriff von Ponchatoula, einem Ort in der Nähe von Hammond.“

„Henker haben keine Freunde“, meinte Bount. „Jedenfalls war ich bis heute der Meinung, dass es sich so verhält.“

„Für den Normalfall dürfte das zutreffen, aber mir imponierte dieser Mann, ich hatte Respekt vor ihm. Er leistete eine Arbeit, mit der andere sich nicht die Hände schmutzig machen wollten, und der dennoch merkwürdig kultiviert blieb, ein Mann mit guten Manieren, ein gebildeter und sehr angenehmer Gesprächspartner - und einer, den ich im Schachspiel nicht ein einziges Mal zu schlagen vermochte.“

„Zu welchem Schluss ist er hinsichtlich des Stuhldiebstahls gekommen?“

„Es wird am besten sein, Sie sprechen selbst mit ihm. Ich rufe ihn an und teile ihm mit, dass es mir gelungen ist, Sie für die Aufgabe zu gewinnen. Einverstanden?“

„Ja. Wo soll ich wohnen, wenn ich nach Hammond komme?“

„Es gibt nur ein einziges Hotel, das ich Ihnen empfehlen kann - das SOUTHERN PLAZA. Sie können unbesorgt unter Ihrem Namen absteigen, aber natürlich rate ich Ihnen davon ab, Ihren Beruf zu erwähnen. In Hammond machen Nachrichten, die aus dem Rahmen fallen, schnell die Runde.“

„Trotzdem hat sich noch nicht herumgesprochen, dass aus Ihrem Magazin der elektrische Stuhl gestohlen wurde?“

„Dazu ist zu sagen, dass das Ungetüm in einer Kiste eingemottet war, die nur Buchstaben trug und angeblich eine ausrangierte Dampfmaschine enthielt. Die Männer, die im Magazin arbeiten, wussten und wissen nicht, was in der Kiste war. Sie sind bis heute der Meinung, dass jemand eine Dampfmaschine geklaut hat.“

„Wie kann ich in Hammond mit Ihnen in Verbindung treten, ohne dabei aufzufallen?“

„Wir haben vor, das Magazin zu erweitern und sind dabei, eine Reihe von Angeboten einzuholen. Gegenwärtig geben diese Leute sich bei mir die Klinke buchstäblich in die Hand. Ich rate Ihnen, sich als Contractor auszugeben, als ein Mann, der sich um den Auftrag bemüht. Außerdem können Sie mich jederzeit unter meiner Privatnummer erreichen. Sie befindet sich bei den Papieren im Koffer.“

„Danke“, sagte Bount und erhob sich. „Ehe ich mit Dark spreche und nach Hammond komme, knöpfe ich mir Ihre Unterlagen vor.“

Preston stand auf. Sein Gesicht wirkte seltsam verhangen, als er sagte: „Ich hoffe, Sie bereuen nicht, den Auftrag angenommen zu haben. Eine Ahnung sagt mir, dass Sie keine leichte Arbeit erwartet, sondern eine Begegnung mit Blut, Schweiß und Tränen ...“

Bount brachte den Besucher durch das Vorzimmer zum Ausgang. Dort verabschiedete er ihn.

„Ich fahre morgen nach Hammond, Louisiana“, informierte Bount June, die ihre Schreibmaschinenarbeit unterbrochen hatte und ihn aufmerksam ansah. „Es kann einige Zeit dauern, bis ich zurückkomme. In der Zwischenzeit werden Wilkie und du alle Hände voll zu tun haben, um den Laden hier in Schwung zu halten.“

„Das schaffen wir schon“, meinte June, „aber ohne dich macht es keinen Spaß. Was hast du mit Hammond vor? Beabsichtigst du den Erfinder der gleichnamigen Orgel zu besuchen?“, schloss sie spöttisch.

„Nein“, erwiderte Bount grinsend. „Ich interessiere mich für einen anderen Erfinder. Er ist offenbar dabei, eine Methode zu entwickeln, die es ihm ermöglicht, mit Hilfe von staatlichem Eigentum private Exekutionen vorzunehmen.

 

 

3

Das Haus 97 in der 61ten östlichen Straße war alt, schmal und äußerlich nicht sehr gepflegt. Das hatte nicht viel zu bedeuten. Gerade in dieser Gegend schienen es die Hausbesitzer in einer Art schweigender Übereinkunft darauf angelegt zu haben, Armut und Verfall vorzutäuschen, obwohl hinter den Fassaden fast ausnahmslos Wohlstand herrschte. Möglicherweise glaubte man mit dieser Technik Einbrecher abzuschrecken.

Das Haus hatte vier Stockwerke. Dark wohnte im Dachgeschoss. In der zweiten Etage überholte Bount eine dicke, schwitzende Frau, deren rundes, pausbäckiges Gesicht durch eine bizarre, mit Similisteinchen besetzte Brille an den Rand des Komischen gedrängt wurde.

Bount klingelte wenig später an Darks Tür. Niemand öffnete. Er wiederholte das Klingeln. Ohne Erfolg.

Auf der Treppe wurde das keuchende Atmen der dicken Frau laut. Sekunden später blieb sie am oberen Treppenende stehen, hielt sich mit einer Hand am Geländer fest und fragte: „Sie wollen zu Mister Dark?“

„Ja. Sie wohnen hier?“

„Ich bin seine Putzfrau. Rosalind Shriever. Eigentlich müsste er zu Hause sein ...“ Sie machte eine Pause, um Luft zu holen, dann stieß sie sich von dem Geländer ab, kam auf Bount zu und fischte im Gehen einen Schlüsselbund aus ihrer braunledernen Umhängetasche. „Er hört ein bisschen schwer in letzter Zeit“, seufzte sie. „Ich sehe nach, ob er da ist.“

Sie schloss die Tür auf, blickte Bount an und fragte: „Wen darf ich melden?“

„Mein Name ist Bount Reiniger. Er weiß Bescheid. Mister Preston hat mich angemeldet.“

„Oh, Mister Preston! Ein imponierender Mann, nicht wahr? Da merkt man die alte Schule, den Kavalier aus den Südstaaten. Einen Moment bitte, Mister Reiniger ...“

Sie knipste in der Diele das Licht an, hängte ihre Tasche an den Garderobenhaken, musterte sich kurz in dem Spiegel, der neben dem Haken angebracht war, und rief dann laut: „He, Sir? Ich bin’s! Sie haben Besuch ...“

Sie öffnete eine Tür.

Bount, der vor der Wohnungstür stehengeblieben war, beobachtete die Frau. Er sah, wie sie erstarrte, nur eine Sekunde lang, dann hob sie die Hand zum Mund, aber noch ehe ihre Finger die Lippen erreicht hatte, brach sie abrupt zusammen, ohne einen Laut. Der Fall ihres Körpers war leichter und eleganter, als es sein Gewicht hatte erwarten lassen.

Bount erreichte die Frau mit wenigen Schritten. Er blickte in das Wohnzimmer und spürte das jähe, harte Hämmern seines Herzens. Der Raum war mittelgroß und hatte eine schräge Wand, aber die Einrichtung war ebenso geschmackvoll wie teuer und keineswegs von der schlichten Art, die normalerweise in Mansarden anzutreffen ist. Dennoch nahm Bount die exklusive, am englischen Geschmack ausgerichtete Innenausstattung nur am Rande wahr. Sein eigentliches Interesse galt dem Mann, der zusammengesunken in einem ledernen Ohrensessel saß, mit weit offenen Augen. In ihnen war nichts zu sehen außer der ratlosen, tiefen Kälte des Todes.

 

 

4

Der Schädel des Mannes war kahlgeschoren. Auf ihm waren ein paar dunkle Flecke zu sehen. Sie zeigten sich in ähnlicher Größe und Tönung auch an den Gelenken seiner Arme. Bekleidet war der Tote mit einer dunklen, scharf gebügelten Hose und einem weißen T-Shirt. Das war alles. Seine nackten Füße waren eingeknickt. Sie wirkten auf Bount seltsam weiß und zierlich.

Bount stieg über die bewusstlose Missis Shriever hinweg, ging auf den Toten zu und blieb vor ihm stehen.

Bounts Mund trocknete aus. Bount hatte keine Mühe, die verfärbten Stellen an Kopf und Armen zu deuten. Kein Zweifel, sie bezeugten, dass hier Elektroden mit hohen Stromstößen dafür gesorgt hatten, dass Derek Dark alias Martin Cervant auf die gleiche Weise gestorben war wie die Delinquenten, die er im Auftrag der Gerichte vom Leben zum Tode befördert hatte.

Noch eines war klar. Die Exekution des Ex-Henkers hatte nicht hier im Raum stattgefunden.

Dark war zu diesem Zweck wohl aus dem Haus geholt worden, unter Gewaltanwendung, wie angenommen werden durfte. Nach dem schrecklichen Ereignis hatten seine Mörder ihn zurück in die Wohnung gebracht. Besonders Letzteres musste erstaunen, denn damit hatten die Täter ein zusätzliches Risiko auf sich genommen, für das es keine Erklärung gab. Freilich, Dark war kein großer Mann, vermutlich war es leicht gewesen, ihn in einer Kiste oder einem Überseekoffer zu transportieren.

Die Frau stöhnte leise, blieb aber liegen, das Gesicht dem Boden zugekehrt.

Bount berührte das Handgelenk des Toten. Die Leichenstarre war noch nicht eingetreten. Die Exekution musste vor nicht mehr als zwei oder drei Stunden erfolgt sein.

Bount trat ans Telefon. Der Apparat funktionierte. Bount erreichte Preston in dessen Hotelzimmer.

„Ich bin beim Packen“, schnaufte Preston. „Ich freue mich auf die Heimfahrt. New York ist nichts für mich. Hier würde ich ersticken.“

„Dark ist tot“, sagte Bount.

„Was?“

„Alles spricht dafür, dass Ihre schlimmsten Befürchtungen sich erfüllt haben“, sagte Bount und schilderte, wo er sich befand und in welchem Zustand er den Toten angetroffen hatte.

„Mein Gott ... und das ist vermutlich nur der Anfang“, murmelte Preston kaum hörbar.

„Was wollen Sie damit sagen?“

„Sie werden es erleben! Mit dem Henker haben sie begonnen, jetzt rollen sie den Fall von hinten auf, der Rachefeldzug nimmt seinen Lauf! Sie werden sich den Richter schnappen, vielleicht auch die Geschworenen, den Staatsanwalt, die Zeugen ... sie werden vor keinem Halt machen!“

„Ich muss die Polizei verständigen“, sagte Bount. „Ich fürchte, ihr mitteilen zu müssen, was sich hinter dem tragischen Ereignis verbirgt. In der Praxis bedeutet das, dass sich der Diebstahl des elektrischen Stuhls nicht länger wird verheimlichen lassen.“

„Das sehe ich ein, es lässt sich nicht ändern“, murmelte Preston niedergeschlagen.

„Wann haben Sie mit Dark telefoniert und ihm meinen Besuch angekündigt?“

„Gleich, nachdem ich Ihr Office verlassen hatte, so gegen elf Uhr vormittags.“

„Jetzt ist es siebzehn Uhr“, stellte Bount fest. „Die Täter müssen Dark kurz nach Ihrem Gespräch mit ihm hoppgenommen haben. Wann waren Sie bei ihm?“

„Gestern Abend, gegen zwanzig Uhr, eine Stunde nach meinem Eintreffen in der Stadt.“

„Ist es möglich, dass Sie dabei beobachtet wurden?“

„Warum fragen Sie mich das?“

„Dark hatte keinen Grund, über seine Vergangenheit zu sprechen. Er lebte hier praktisch unter Cover, mit einem Namen und einer Legende, die nichts mit seiner Vergangenheit zu tun hatte. Ich frage mich, ob die Leute, die wir suchen, durch Sie auf seine Spur kamen.“

„Was soll ich jetzt tun?“

„Bleiben Sie im Hotel, bis sie von mir oder der Polizei hören!“, bat Bount und legte auf.

Hinter ihm wurden Geräusche laut. Bount blickte über die Schulter. Die Frau kam mit einiger Mühe auf die Beine und lehnte sich gegen den Türrahmen. Ihre Modebrille war verrutscht und gab den Gesichtszügen, die sie schmücken sollte, einen noch absurderen Ausdruck als vorher.

„Ist er ... tot?“, würgte sie hervor. „Warum hat man ihm den Schädel kahlgeschoren? Wie sieht er bloß aus, um Himmels willen?“, wimmerte sie, stieß sich vom Türrahmen ab und torkelte ins Badezimmer. Bount hörte Sekunden später das Rauschen der Wasserspülung. Er tippte die Nummer von Captain Rogers' Office herunter.

Sein Freund Toby meldete sich. Joe berichtete, wo er sich befand und was geschehen war. Toby Rogers war Chef des Morddezernats Manhattan.

„Wir sind in einer Viertelstunde bei dir“, sagte der Captain und legte auf.

Bount warf den Hörer aus der Hand und sah sich im Zimmer um. Bei den Bildern an den Wänden handelte es sich um Unikate, die Kunstverständnis verrieten und beträchtliche Werte verkörperten. Die Teppiche waren ebenso echt wie die alten Möbel. Es gab keine Hinweise auf einen Kampf. Der Raum machte in jedem Detail einen gepflegten, ordentlichen Eindruck.

Missis Shriever kehrte zurück, leichenblass. Sie setzte sich, und zwar so, dass sie dem Toten den Rücken zukehrte.

„Er war ein feiner Mann, wirklich großartig ... und großzügig dazu! Wer hat das bloß getan?“

Bount setzte sich.

„Es sieht so aus, als sei er aus dem Haus gelockt, zu seinen Mördern gebracht, und danach zurücktransportiert worden“, sagte er. „Wann haben Sie ihn zuletzt gesehen und gesprochen?“

„Gestern. Ich habe für ihn gesorgt. Täglich zwei bis drei Stunden.“

„Wissen Sie zufällig, ob er Besuch erwartete?“

„Er lebte allein und sehr zurückgezogen. Er hatte keine Freunde, soviel ich weiß ... auch keine Freundin“, fügte sie matt hinzu.

„Korrespondierte er mit irgendwelchen Leuten?“

„Mit einer Schwester, die in Louisiana wohnt. Sie schrieb ihm zwei- oder dreimal im Jahr. Sonst erhielt er keine Post - Drucksachen ausgenommen.“

„Womit vertrieb er sich die Zeit?“

„Er unternahm regelmäßig Spaziergänge im Park, fütterte die Enten, las sehr viel, und war im Übrigen mit seinem Leben mehr als zufrieden. Er wirkte ausgeglichen. Er war ein guter Mensch. Und ausgerechnet ihn bringt man um!“

„Ich erkundige mich bei den Leuten im Haus, ob irgendjemand etwas Verdächtiges bemerkt hat“, meinte Bount und stand auf.

„Lassen Sie mich bitte nicht mit ihm allein!“, flehte die Frau. „Das halten meine Nerven nicht aus.“ Bount setzte sich wieder. „Da fällt mir etwas ein“, sagte Missis Shriever. „Ich habe gestern einen Mann gesehen, der auf der anderen Straßenseite stand und zu Mister Darks Fenstern hochblickte. Ich war dabei, die Gardinen aufzumachen. Mich wunderte, dass er sich für die Fenster interessierte, für meine Arbeit, wie ich glaubte, aber so interessant war die nun auch wieder nicht ...“

„Was war das für ein Mann?“

„Nicht mehr ganz jung. So um die Vierzig, würde ich sagen“, meinte Missis Shriever.

„Groß, klein, mittel?“

„Mittelgroß, würde ich sagen.“

„Würden Sie ihn wiedererkennen?“

„Nein. Meine Augen sind nicht die besten, auch mit Brille nicht, und die Entfernung von hier oben zur Straße war zu groß, um Einzelheiten wahrzunehmen.“

„Sie sagten, er sei so um die Vierzig. Das ist ein wichtiges Detail.“

„Er kann auch dreißig gewesen sein. Oder fünfzig. Ich sagte vierzig, weil das mein Eindruck war. Ach ja, und er war barhäuptig und dunkelhaarig. Als er merkte, dass ich ihn musterte, zog er die Schultern ein und ging davon. Er hatte eine schlechte Haltung, ging ziemlich gekrümmt, mit rundem Buckel ... wie jemand, der krank ist. Oder wie einer, der Sorgen hat.“

Die Mordkommission traf mit vollem Gefolge ein. Arzt, Fotografen, Techniker. Sie gingen sofort an die Arbeit. Toby Rogers nahm Bount beiseite. Die Männer setzten sich in die Küche.

„Du fängst an, meine Substanz aufzuzehren“, grollte der beleibte Captain. „Kannst du mich nicht mal anrufen und mir einfach einen guten Tag wünschen? Nein, es muss jedes Mal ein Toter sein! Und was für einer ...“, fügte er grimmig hinzu.

„Ein Ex-Henker“, sagte Bount und berichtete, was er von Ronald M. Preston erfahren hatte. Der Captain hörte mit großen Augen zu.

„Fantastisch“, sagte er, als Bount seine Schilderung beendet hatte. „Bizarrer geht’s wohl nicht, was? Die Freunde oder Bekannten eines Hingerichteten haben sich entschlossen, einen Rachefeldzug zu beginnen und schnappen sich zum Auftakt den Henker. Natürlich wollen sie’s stilecht haben, nach der Methode Auge um Auge, Zahn um Zahn. Deshalb holen Sie sich den elektrischen Stuhl aus dem Lager und heizen ihn auf. Das sind doch wohl Verrückte, oder?“

„So gesehen ist jeder Mörder verrückt.“

„Wo soll ich mit meinen Nachforschungen beginnen? Alles spricht dafür, dass der oder die Täter aus einem anderen Bundesstaat kommen.“

„Das ist immerhin schon ein Anhaltspunkt“, sagte Bount. „Du wirst vor allem die Hotelgäste checken müssen, die aus Louisiana angereist sind.“

„Das werde ich tun, aber ich wette, das bringt uns nicht weiter“, grollte Toby Rogers. „Unser Mann kann bei einem Verwandten wohnen, vielleicht ist er auch drüben in New Jersey vor Anker gegangen. Solche Leute wissen doch, wie die Polizei arbeitet. Darauf stellen sie sich ein.“

„Ich weiß“, sagte Bount. Er stand auf. „Ich spreche mit den Leuten im Haus. Was dagegen?“

„Nicht, wenn du mir versprichst, verwertbare Nachrichten an mich weiterzuleiten.“

„Ist doch klar“, meinte Bount und ging, aber die Gespräche, die er mit den Hausbewohnern führte (einer war nicht anzutreffen, er machte gerade Urlaub), trugen nicht dazu bei, das Geschehen aufzuhellen.

Die Hausbewohner hatten Mister Dark natürlich gekannt und gegrüßt. Sie schilderten ihn übereinstimmend als ruhigen, freundlichen Mann, aber wie sich herausstellte, hatte niemand von ihnen jemals mehr als zwei oder drei Sätze mit ihm gesprochen. Sie waren zu der Erkenntnis gelangt, dass er keine Kontakte wünschte, sie hatten ihn als Sonderling eingestuft und ihn seiner Wege gehen lassen.

Bount kehrte in Darks Wohnung zurück, berichtete, was er gehört hatte, gab zu Protokoll, was er wusste, unterschrieb das Ganze, und hinterließ für den Captain auch Ronald M. Prestons Hoteladresse, dann ging er.

Als er die Straße betrat, wurden seine Augen schmal. Unter den vielen Neugierigen, die durch die Polizeifahrzeuge angelockt worden waren, stand ein dunkelhaariger Mann im Trenchcoat, der durch seine schlechte Haltung auffiel. Er hielt sich wie einer, der mit einer Rückgratverkrümmung fertigwerden muss. Bount zupfte ihn am Ärmel. Ihm fiel auf, wie lebhaft der Mann dabei zusammenzuckte.

„Kann ich Sie mal sprechen, bitte?“, fragte Bount.

Der Mann legte den Kopf zur Seite. Er war schlecht rasiert. Unter seinen Augen lagen dunkle Schatten. Die Augen selbst waren von einem schmutzig wirkenden Grau, sie wirkten verwaschen, trist und hoffnungslos. Bount schätzte den Mann auf 35.

„Worum geht es?“, fragte der Mann. Seine Stimme klang mürrisch und abweisend.

Jemand wandte neugierig den Kopf.

„Nicht hier“, sagte Bount und ging mit dem Mann zur nächsten Kreuzung. „Wie Sie wissen, hat es Mister Dark erwischt.“ Während Bount diese Worte äußerte, beobachtete er den Dunkelhaarigen gelassen. Der zuckte zusammen und blieb stehen.

„Dann ist das also die Mordkommission?“

„Ja“, erwiderte Bount.

„Verdammt, verdammt, verdammt!“

„Was regt Sie daran so auf? Kannten Sie Dark?“

„Was geht Sie das an?“

„Eine ganze Menge“, meinte Bount und zückte seine Lizenzkarte. „Ich untersuche den Fall.“

„Ein Privatdetektiv“, murmelte der Mann. Er lachte plötzlich kurz und verächtlich. „Was, zum Teufel, geht es mich an, welche Interessen Sie verfolgen? Meine sind sicherlich anders gelagert. Ganz anders. Guten Tag, Schnüffler!“ Er machte auf den Absätzen kehrt, aber Bount blieb an seiner Seite. Der Mann stoppte. Er sah jetzt böse aus, sogar wütend. „Hauen Sie ab, Mann!“

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109
Jahr
2021
ISBN (eBook)
9783738948776
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2021 (Januar)
Schlagworte
höllenjob louisiana york detectives

Autor

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Titel: Höllenjob in Louisiana: N.Y.D. – New York Detectives