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Circle C-Ranch #42: Sten ist der Größte

2020 104 Seiten

Leseprobe

Table of Contents

Sten ist der Größte

Copyright

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Sten ist der Größte

Circle C-Ranch Band 42

Western von Bill Garrett

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 104 Taschenbuchseiten.

 

Weil der Marshal der Stadt für ein paar Tage die Stadt verlassen muss, setzt er einfach Sten als seinen Vertreter ein. Und diesen Job nimmt der sehr ernst.

Um der verletzten Judith Lester zu helfen, riskiert Sten sein Leben. Er, von der Gicht geplagt, sie, von zwei Banden verfolgt. Außerdem gibt es da noch eine Kiste voller Gold und gebündelten Scheinen ...

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

Alfred Bekker

© Roman by Author / Cover: Werner Oeckl

© dieser Ausgabe 2020 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

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1

Sten, Cowboy und Koch der Circle C-Ranch, stieg vom Pferd, hinkte ein Stück zur Seite und ließ sich im Schatten des Felsblocks nieder. Die Gicht plagte ihn, und sein Bein, das ihm vor Jahren so ein gelbgezähntes Mistvieh von einem Wildhengst fast zertrümmert hatte, schmerzte.

Jimmy Copper und Hep Waller hielten neben ihm und schauten auf ihn hinab. Jimmy war der jüngste Sohn des Circle C-Ranchers. Hep, der rotschöpfige irische Feuerkopf, war Cowboy bei den Coppers wie Sten.

Sten massierte sich das Bein.

„Das Wetter wird umschlagen“, seufzte er. „Wir werden Regen oder eine große Hitzewelle oder gar einen Sandsturm kriegen. So wie es ist, bleibt es auf keinen Fall.“

„Das wäre mal etwas anderes“, versetzte Hep. „Aber deshalb musst du dich doch nicht jetzt schon vor allem in Sicherheit bringen.“

„Mir tun die Knochen weh!“, brummte Sten. „Also lasst mich eine Weile hier sitzen. Die Arbeit ist ja gemacht. Ich pass’ auf die Rindviecher auf, dass sie uns nicht wieder in die Wüste rennen. Ol kann mich nach dem Essen ablösen.“

„Wenn es sein ausgesprochener Wille ist, hier im Schatten zu sitzen, sollten wir ihn wohl gewähren lassen“, meinte Hep zu Jimmy und grinste.

„Ja, es ist mein ausgesprochener Wille“, zischte Sten gallig. „Also haut schon ab!“

„Wer hat dich denn gegen den Strich gebürstet?“, fragte Jimmy kopfschüttelnd. „Wir verziehen uns ja schon. Deshalb musst du doch nicht gleich beißen.“

„Beißen“, griente Hep. „Womit denn? Ein kühles Bad braucht er. Das ist alles.“

Jimmy und Hep drehten die Pferde und jagten davon. Sten sah ihnen nach und knurrte ein bisschen. Das war seine ganze Reaktion. Er setzte sich zurecht, lehnte sich gegen den Fels und zog sich den Hut ins Gesicht. So saß er da und döste vor sich hin, und der Schatten wanderte, bis er halb in der Sonne hockte. Er rutschte ein Stück nach, ohne den Hut vom Gesicht zu nehmen. Dann wollte er weiterdösen. Doch da krachten in der Ferne Schüsse.

Er schob den Hut in den Nacken, schaute sich blinzelnd um, bis er feststellte, dass die Geräusche von Süden kamen, und stand auf. Etwas umständlich. Er hinkte zu seinem Pferd und zog das Gewehr aus dem Scabbard, weil er erst einmal an die eigene Haut dachte. Dann schaute er an dem Felsblock vorbei nach Süden.

Reiter kamen aus der Wüste gejagt. Einer führte ein Packpferd am Zügel hinter sich her. Vier andere jagten ihn. Die vier waren Mexikaner. Der Reitwind hatte ihnen die großen Sombreros in die Nacken geschlagen. Auch der Mann, der das Packpferd hinter sich her führte und den anderen offenbar entkommen wollte, besaß einen auffälligen Hut. Aber er trug ihn noch auf dem Kopf.

„Idioten!“, brummte Sten. „Bei dieser Affenhitze die Pferde so zu treiben.“ Er bückte sich und rieb sich das schmerzende Knie, den Blick freilich auf die Reiter gerichtet, die noch eine Meile von ihm entfernt waren, aber direkt auf ihn zugejagt kamen.

Er sah sich nach einem günstigen Rückzugsweg um, da er nicht die geringste Lust verspürte, ihnen ins Gehege zu kommen. Er hinkte zu seinem Pferd zurück, nahm es am Zügel und schaute an der anderen Seite des Felsens auf die Reiter. Die kamen rasch näher, so rasch, dass eigentlich Eile geboten war, wenn er ihnen nicht vor die Pferde geraten wollte.

Aber da stutzte er. Der erste Reiter saß irgendwie ungewöhnlich im Sattel. Sten blinzelte und rieb sich die Augen, verharrte am Fleck und vertat damit die Möglichkeit, ungesehen beiseite zu gelangen. Da erkannte er, dass der erste Reiter eine Frau war, die im Damensattel ritt.

Er zog sich den Hut in die Stirn und lud entschlossen das Gewehr durch. Alles konnte er leiden, nur so etwas nicht. Seiner Meinung nach gab es auf der ganzen Welt keinen Grund, eine einzelne Frau so durch die Sonnenglut zu hetzen und sie auch noch mit Schüssen zu treiben.

Trotz ihres komischen Sattels hielt sie sich gut. Der Abstand zu ihren Verfolgern betrug vierhundert Yard, und den hielt sie. Die vier Mexikaner versuchten das auszugleichen, indem sie kurzerhand auf sie feuerten. Immer wieder krachten ihre Gewehre. Sie trafen bloß nicht.

Sten blickte sich nach seinem Pferd um, ob sie es auch nicht sehen konnten. Er wartete, bis die Frau herangejagt kam und trat dann aus der Deckung.

„Weiter nach Norden, Ma’am!“, brüllte er und wies ihr die Richtung. „Warten Sie auf mich!“

Sie jagte vorüber und schaute auf ihn herab. Sie war jung und hübsch. Das Gesicht war vor Anstrengung und auch vor Furcht stark gerötet und angespannt. Sie trug ein dunkelgrünes, sehr elegantes Reitkostüm, das jedoch von oben bis unten verstaubt und verdreckt war. Das alles sah er mit einem Blick. Dann war sie schon vorüber.

Die vier Reiter erkannten in Sten einen Gegner und nahmen ihn sofort unter Feuer. Nun war es Stens ausgesprochener Wille, sich mit ihnen anzulegen. Er warf sich neben dem Fels in den Sand und schoss zurück.

Sie waren bislang Bügel an Bügel galoppiert. Doch nun teilten sie sich. Zwei wollten links an dem Felsen vorbei und die anderen beiden rechts. Aber da lag Sten mit seinem Gewehr, den sie glatt unterschätzten, sonst hätten sie bestimmt große Bogen geschlagen.

Sten feuerte zweimal, und die Pferde, die rechts von ihm vorbeijagten, trugen leere Sättel und kamen mit schwingenden Steigbügeln herangejagt.

Sten sprang sofort auf, hinkte drei Schritte durch den Sand und ließ sich wieder fallen. Noch während er fiel, begann sein Gewehr wieder zu krachen. Er traf noch einen Mann. Der stürzte jedoch nicht vom Pferd. Doch er ritt mit seinem Gefährten einen Bogen, um von Stens Gewehr wegzukommen. Sie galoppierten Seite an Seite nach Süden zurück, als hätten sie beide die Frau plötzlich vergessen.

Sten stand auf und schob sofort neue Patronen nach. Dabei sah er sich nach den beiden Mexikanern um, die von den Pferden gestürzt waren. Sie lagen keine hundert Yard vor dem Felsen im Sand. Einer versuchte sich zu erheben. Der andere rollte sich auf den Bauch und vergrub das Gesicht in den Armen.

Sten ging langsam zu ihnen hin, das Gewehr schussbereit an der Hüfte.

„Ihr seid vielleicht ein paar Galgenvögel!“, beschimpfte er sie. „Eine Frau so zu jagen, als wäre sie ein Stück Wild.“

Die Mexikaner sahen ihn an, die Gesichter hassverzerrt.

„Sei du jetzt lieber ein Vogel, steig auf und verschwinde, bevor dir der Hals umgedreht wird!“, sagte der eine.

Sten legte auf ihn an.

„Wenn ich abdrücke, steigst du bestimmt nicht auf, sondern fällst abwärts. In die Hölle!“

„Du scheinst gar nicht zu wissen, wessen Partei du ergriffen hast“, sagte der Mexikaner schweratmend. „Dieses Frauenzimmer ist eine Mörderin. Sie wird drüben von den Rurales gesucht. Auf ihren Kopf steht eine hohe Belohnung.“ Er wies auf seinen Gefährten. „Der da ist von der Polizei. Du wirst Schwierigkeiten bekommen, Amigo. In deiner Haut möchte ich jetzt nicht stecken.“

Sten lächelte.

„So, von der Polizei ist der. Uniform trägt er aber nicht. Sag bloß noch, die hat ihm die Mörderin geklaut, was?“

„Er hat sie in geheimer Mission gejagt.“

Sten ging zu dem angeblichen Polizisten. Er war schwer verletzt worden. Stens Geschoss hat seinen Gürtel durchschlagen und steckte im Leib. Er blutete kaum. Ein sicheres Zeichen, dass er innerlich blutete. Er hatte auch starke Schmerzen. Er krümmte und wand sich und nahm von Sten überhaupt keine Notiz.

„Hilf mir, ihn aufs Pferd zu setzen!“, forderte Sten den Mexikaner auf. „Wir schaffen ihn nach Tucson zum Doktor. Der Marshal wird sich der Geschichte dann annehmen.“

Der Mexikaner stand auf und hielt sich den blutenden Arm.

„Hau ab!“, verlangte er. „Meine Freunde werden zurückkommen. Wir reiten mit ihm nach Mexiko.“

Sten grinste.

„Da hat der liebe Onkel Sten wohl ein Wort zu viel gesagt, he? Von unserem Marshal hätte ich wohl nichts erwähnen sollen, wie? — Mörderin! Räumt bloß den Corral, Amigo, sonst wird euch hier noch eins gepfiffen werden!“ Er ging zu seinem Pferd und saß auf. Dabei blickte er nach Norden. Die Frau war nicht mehr zu sehen. Doch die Spuren ihrer beiden Pferde wiesen nach Norden und verschwanden über einen hohen Hügel hinweg. Sten warf noch einen Blick auf die Mexikaner und ritt schnell weg. Als er oben über den Hügel galoppierte, sah er die anderen Mexikaner zurückkommen.

Die Frau war noch zwei Meilen geritten. Sten sah zuerst nur die Pferde. Sie standen vor einem mannshohen Stein und suchten in dem von der Sonne verdorrten Gras die letzten grünen Stängel. Erst als er fast heran war, entdeckte er auch die Frau. Sie lag hinter dem Stein — auf dem Gesicht.

Sten stieß einen Pfiff aus, machte den Braunen noch einmal munter und sprang dann aus dem Sattel.

Die Mexikaner hatten sie getroffen, was er gar nicht bemerkt hatte, als sie an ihm vorbeigejagt war. Zudem handelte es sich um eine Verletzung, die sie schon vor vielen Stunden erhalten haben musste. Die elegante Kostümjacke war an der linken Schulter zerfetzt und dunkel und steif vom geronnenen Blut.

„Das wusste ich doch“, murmelte Sten, „dass ich heute noch irgendwie in die Stadt komme.“

Er drehte die Frau vorsichtig herum. Sie war bewusstlos. Es handelte sich um eine Amerikanerin.

„Ma’am, Sie müssen jetzt aber zu sich kommen“, sagte er laut. „Hallo, hallo!“

Sie schlug die Augen auf und sah ihn erstaunt an, erschrak dann aber und zuckte zusammen.

„Nur keine Angst, Sie sind in Sicherheit“, sagte Sten. „Ich bringe Sie nach Tucson zum Doktor.“

„Wo ...“ Sie sah sich um.

Sten schüttelte den Kopf.

„Keine Angst! Die sind weg. Die hat der liebe ... also, ich habe sie zum Teufel gejagt.“ Er hatte ihr sagen wollen, dass der liebe Onkel Sten die Mexikaner verjagt habe. Aber da regte sich plötzlich seine Eitelkeit. Ihm fiel auch ein, dass er sich eigentlich hätte am Morgen rasieren müssen, und dass ein frisches Hemd auch wieder mal notwendig gewesen wäre.

„Wo bin ich?“, fragte sie.

„Auf dem Land der Circle C-Ranch, Ma’am! Mein Name ist Sten. Ich denke, ich bringe Sie nach Tucson, damit sich der Doktor mal Ihre Wunde ansehen kann.“

„Tucson?“ Sten nickte. „Nein!“, sagte sie.

„Wir haben in Tucson einen guten Arzt“, sagte Sten.

Doch das hörte sie nicht mehr. Sie war wieder in Ohnmacht gefallen.

Sten ließ sie zurücksinken, ging zu ihren Pferden und band sie an seinen Braunen, den er danach an ihre Seite führte. Er hob sie hoch, setzte sie in den Sattel, hielt sie, damit sie nicht herunterfiel und schwang sich hinauf. Da ihm ihr Zustand bedenklich erschien, ritt er erst einmal zu den Gebäuden der Circle C-Ranch, um von dort aus mit einem Wagen weiterzufahren.

Matt Jackson, der Vormann, Jimmy und Hep kamen überrascht aus dem Schlafhaus, als er neben dem Stall anhielt.

„Was ist passiert?“, fragten sie alle drei wie aus einem Mund, griffen zu und hoben die Frau aus dem Sattel. In diesem Moment kam Buster Tom, der Boss der Circle C, aus dem Haus. Sten saß ab und berichtete kurz.

„Ja, einen Wagen!“, sagte Buster Tom. „Sie muss sofort in die Stadt zu Doktor Mills!“

Sten hatte alles genau berichtet, nur dass die Mexikaner sie des Mordes bezichtigten, hatte er verschwiegen. Auch davon, dass der eine Mexikaner ein Polizeireiter gewesen sein sollte, hatte er nicht erwähnt. Während Matt und Buster Tom Pferde aus dem Stall holten, Jimmy und Hep die Frau auf den Wagen legten, band er seinen Braunen und ihre Tiere hinter den Karren.

„Sie ist aber hübsch“, raunte Hep, als er und Jimmy vom Wagen sprangen. „Junge, Junge! Wir werden damit verdammt vorsichtig fahren müssen.“

Sten ging um den Wagen und schob sie beide zur Seite.

„Ja, sie ist sehr hübsch. Aber deshalb müsst ihr ja eure Arbeit nicht gleich für alle Zeiten stehen und liegen lassen. Ich glaube nicht, dass ich jemand brauche, der mir bis Tucson die Zeit vertreibt. Einer von sollte zu den Rindern reiten. Ich bin ja schließlich nicht mehr dort. Von mir aus kann der andere ihm in den Sattel helfen. Hauptsache, ihr steht mir hier nicht im Weg.“

In dem Moment kamen der Boss der Circle C-Ranch und Matt Jackson nacheinander aus dem Stall.

„Sten macht das schon“, rief Buster Tom. „Geht ihr mal an die Arbeit! Jimmy, du reitest am besten für Sten hinaus. Hep kann zu Mexico reiten und ihm behilflich sein.“

Sten grinste.

„So etwas Ähnliches hat euch doch der liebe Onkel Sten eben gesagt“, raunte er. „Aber mit euren ungewaschenen Ohren müsst ihr ja immer alles zweimal gesagt bekommen.“ Er wedelte mit der Hand. „Auf die Pferde mit euch!“

Sie sahen ihn beide zornig an. Jimmy ging zu seinem Vater.

„Hast du keine Sorge, dass sie herunterfallen könnte? Sten muss sich schließlich vorn hinsetzen, um zu kutschieren. Da sollte einer bei ihr ...“

„Ja!“, erklärte Buster Tom. „Das mache ich. Ich habe ohnehin etwas in Tucson zu erledigen.“

Jimmy und Hep sahen sich verärgert an und trollten sich.

„So eine Pleite!“, schimpfte Hep. „Was muss hier wohl passieren, damit unsereiner mal wieder an ein Bier gerät.“

Sten meckerte. Matt Jackson und Tom Copper schirrten die Pferde ein. Der Rancher sah dabei auf.

„Was findest du bei dieser Sache so lustig, Sten? Das Mädchen hat eine Menge Blut verloren. Scher dich auf den Bock! Wir fahren los!“

Sten stieg sofort hinauf. Matt gab die Zügel. Buster Tom stieg hinten auf und setzte sich neben das bewusstlose Mädchen.

„Nun fahr schon!“, raunte er ungehalten.

Sten brachte die Pferde in Gang. Matt trat zur Seite und winkte.

„Dann seht mal zu, dass ihr sie heil zu Doc Mills bekommt!“, rief er und scheuchte die drei müden Pferde hinter dem Wagen auf. Dabei glitt sein Blick über die offensichtlich schwere Kiste, die auf das Traggeschirr des Packpferdes geschnallt war. Dahinter lag noch ein grauer prall gefüllter Sack.

 

 

2

„Capo ist tot, Muchacho“, sagte der Mexikaner. „Dieser Bastard hat ihn tödlich getroffen. Der Weg war dann zu weit für ihn.“

Der Mann, dem die Worte galten, war ein großer stämmiger Texaner, der jedoch schon lange in Nordmexiko lebte und sich entsprechend kleidete. Sonne und Wind hatte seine Haut gebräunt, so dass man schon ziemlich genau hinsehen musste, um ihn nicht für einen Mexikaner zu halten. Er hieß Nat Harter und war dreißig Jahre alt.

Harter trat langsam auf das Pferd zu, auf dem sie den Toten festgebunden hatten. Er griff ihm ins Haar, hob den Kopf hoch und ließ ihn fallen.

„Eine tolle Geschichte, Diego“, sagte er verächtlich. „Ihr hattet das Frauenzimmer. Aber da stand auf einmal ein hinkender Cowboy in der Gegend, und er hat euch gestoppt.“

„Aber ja!“

Harter maß ihn mit einem gereizten Blick.

„Ein einzelner Mann, und ihr alle macht euch in die Hosen!“

„Er schoss sofort wie verrückt“, erklärte einer der anderen. „Und er hat Capo und mich auch sofort getroffen. Sieh dir meinen Arm an! Den kann ich vorläufig nicht mehr gebrauchen.“

„Da trauere ich mit dir!“, sagte Harter verächtlich und wandte sich um. Die Männer waren aus der Hütte gekommen. Etwa ein Dutzend. Saparillo, der Anführer der Bande, stand mitten unter ihnen. Er lächelte, als ihn Harters Blick traf.

„So eine Pleite, Saparillo!“, schnarrte Harter gereizt. „Ich glaube, deine Hühnerdiebe stehen nur bei den Frauen und an der Theke ihren Mann. Dabei habe ich dir und deinen Strauchrittern ein Geschäft angeboten, durch das wir alle reich werden könnten.“

„Die Frau ist sehr gerissen, Harter“, gab Saparillo zu bedenken.

„Ich rede nicht von der Frau“, schnarrte Harter verärgert. „Die hatten sie ja. Jedenfalls angeblich. Ich meine den hinkenden Bastard, der deinen Hühnerdieben die Zähne gezogen hat. Und er hatte dazu nicht einmal eine Zange.“

„Nenne meine Männer nicht Hühnerdiebe! Du könntest sonst eines Morgens mit dem Messer eines der Hühnerdiebe im Bauch aufwachen“, sagte Saparillo. Er lächelte immer noch. Auch die anderen grinsten und sahen Harter schadenfreudig an.

„Also gut!“, schnaufte Harter. „Verbeiße ich mir das! Aber was soll jetzt werden? Wie gehen wir vor?“

„Sie kann nicht weit kommen“, meinte Saparillo. „Capo hat sie heute Morgen auf der Hazienda getroffen. Sie ist verletzt. Sie braucht Hilfe. Jedenfalls wird sie mit Capos Kugel in der Schulter nicht bis ans Ziel durchreiten können.“

„Der hinkende Bandit ist mit ihr vielleicht nach Tucson geritten“, warf Diego ein. „Sie haben einen Arzt dort. Er hat es jedenfalls gesagt.“

„Tucson?“ Harter furchte die Brauen.

Diego nickte. Saparillo lächelte sein Lächeln.

„Da wissen wir ja schon, wo wir hinzureiten haben. Rege dich also nicht auf, Harter! Du bist zu ungeduldig. Wann wirst du lernen, mehr Geduld zu haben? Sieh mich an! Mir genügt es zu wissen, dass wir das Geld kriegen. Wann, das spielt doch keine Rolle.“

„Du bist nicht geduldig, Saparillo“, brummte Harter. „Du besitzt eine Menge Humor. Das ist alles. Aber den kann ich nicht teilen. Es geht schließlich um viel Geld, Saparillo. Ich habe das Gefühl, dass es uns langsam an der Nase vorbeizieht, wenn wir uns nicht dazuhalten. Trotz deines Humors!“

„Ich schicke sofort zwei Männer nach Tucson, die dort nicht bekannt sind und deshalb nicht auffallen können“, erwiderte Saparillo. „Da werden wir morgen früh über alles informiert sein.“

„Du benimmst dich, als hättest du bereits Nachricht erhalten, dass sich die Lester tatsächlich in Tucson befindet“, meinte Harter.

„Ich sende auch Leute aus, die alle Spuren genau verfolgen und untersuchen“, beruhigte ihn Saparillo.

„All right, schicke du Burschen los, die sich die Spuren ansehen“, erklärte Harter nach kurzem Zögern. „In Tucson sehe ich mich selbst um.“

„Ist das nicht gefährlich, Amigo?“, fragte Saparillo. „Die Lester kennt dich schließlich.“

„Ich pass schon auf mich auf“, grinste Harter.

„Das meinte ich nicht“, sagte Saparillo. „Ist es nicht gefährlich für unseren Plan?“

„Auch nicht!“, erwiderte Harter schroff, ging in die Hütte hinein, holte seinen Sattel und ritt eine Minute später bereits weg.

Saparillo und seine Strauchritter sahen ihm nach. Als er hinter dem ersten Höhenrücken verschwand und der Wind den Staub da oben zerweht hatte, blickten die Männer Saparillo an. Saparillo begriff sofort, welche Sorgen seine Männer hatten. Die teilte er mit ihnen.

„Diego!“, sagte er nach einer Weile mit rasselnder Stimme. „Reite dem weißen Teufel nach und lass ihn nicht aus den Augen! Sieh alles, beobachte alles, aber lass dich selbst nicht blicken!“

Diego nickte, nahm ein frisches Pferd und galoppierte Harter hinterher.

„Satteln!“, rief Saparillo. „Rasch! Ihr alle! Wir haben es eilig.“

 

3

Cliff Copper, ältester Sohn des Circle C-Ranchers, US-Marshal mit dem Sitz in Tucson, hörte sich Stens Bericht geduldig an, obwohl er längst gepackt hatte, und ihm die Zeit auf den Nägeln brannte.

„Wie geht es der Frau jetzt?“, wollte er wissen, als Sten schwieg.

„Sie liegt noch beim Doktor drüben“, antwortete Sten. „Dein Vater ist bei ihr.“

„Na, da kann ihr ja nichts mehr passieren“, sagte Cliff Copper gleichgültig. „Außerdem bin ich nächste Woche zurück. Geh zu Julie O‘Hagan und bitte sie, ein Zimmer für die Frau freizumachen! Trag ihr Gepäck hinauf und bringe die Pferde in den Stall! Das reicht ja schon mal fürs erste!“

„Aber Cliff! Es muss sich doch einer um sie kümmern!“

„Dann übernimm das doch. Mein Vater wird dich schon für ein paar Tage entbehren können.“

Sten lachte gereizt auf.

„Und wenn Rurales von Mexiko herüberkommen?“

„Die haben hier keinerlei Befugnisse“, sagte Cliff Copper. „Wenn du nicht willst, brauchst du solche Burschen nicht einmal anzuhören.“

„Da würde ich vielleicht aussehen!“, widersprach Sten. „Bei dir ist das einfach. Du bist selbst eine Amtsperson. Wie könnte ich mexikanische Rurales stoppen, die einfach über die Grenze kommen und eine angebliche Mörderin verhaften wollen?“

„Wenn es weiter nichts ist“, sagte Cliff Copper, trat noch einmal an den Schreibtisch und zog eine Lade auf. Er kramte kurz darin herum und warf Stan dann etwas zu, das Sten nur auffing, um es nicht zu Boden fallen zu lassen.

Es war eine Marshal-Marke. Das Abzeichen eines Assistent-Marshals. Eines US-Assistent-Marshals! Sten blieb die Spucke weg. Er sah Cliff Copper überrascht an.

„Was ist denn mit dir los? Ich kann doch hier nicht ... ich habe doch von solchen Dingen nicht einen blassen ... Also hör mal!“

„Was regst du dich denn so auf?“, brummte Cliff Copper. „Du wolltest eine Amtsperson haben. Nun bist du selbst eine. Passt dir das nicht?“

„Ja aber ...“

„Steck das Ding an und tritt damit den mexikanischen Rurales entgegen, wenn sie es wirklich wagen sollten, so mir nichts, dir nichts über die Grenze zu kommen, um eine angebliche Mörderin zu verhaften! Wenn die Sache erledigt ist, dann schließ den Bau hier zu und gib den Schlüssel zu Rip O’Hagan hinein. — Was glotzt du mich denn so an?“

„Ja, also, ich weiß nicht recht ...“

„Ach, du machst das schon, Sten“, sagte Cliff Copper, trat zu ihm und legten ihm die Hand auf die Schulter. „Du bist also für die Dame verantwortlich. Um etwas anderes musst du dich ja nicht kümmern. Schmeiß den Laden auf deine Weise! — Adios!“

Den Proviantsack auf der Schulter und das Gewehr unter dem Arm, lief Cliff Copper rasch aus dem Marshal Office zu seinem Pferd hinaus. Sten sah dem großen Mann betroffen nach. Cliff Copper war von oben bis unten schwarz gekleidet. Der einzige Farbfleck an ihm war die rote Bandana, die Conchita, seine ermordete Braut, einst als Kopftuch getragen hatte. Seit diesem Mord war Cliff ein verschlossener und schweigsamer Mensch geworden und ein gnadenloser Banditenjäger, den die Familie und seine alten Freunde nicht mehr verstanden.

„Cliff!“, rief Sten krächzend. Aber da ritt der Marshal schon weg. „So ein verfluchter Mist!“, schimpfte Sten, blickte auf den Stern und fühlte, wie ihm das Blut ins Gesicht schoss. Er hinkte zum Spiegel, blickte aber erst einmal zur Tür, ob nicht gerade jemand hereinsah und ihn beobachtete, dann hielt er sich die Marke ans Hemd. „So etwas Idiotisches!“, murmelte er verärgert. „Die Sattelaffen auf der Circle C lachen sich ja tot.“ Er machte ein ernstes Gesicht und reckte sich. „Tut mir leid, Sir. Hier haben Sie keine Befugnisse. Nur ich habe hier etwas zu sagen — das klingt vielleicht komisch!“, schimpfte er und ließ die Marke sinken.

„Mit wem unterhältst du dich da?“, polterte eine Stimme. Es war Buster Tom, der Circle C-Rancher. Er kam schnell und mit schwingenden Schritten zur Tür herein. „Was ist denn mit dir los? Was treibst du hier? Ich dachte, du bist im Hotel gewesen und hast ein Zimmer besorgt. Wir wollen die Frau hinüberbringen. Ihre Pferde stehen auch noch auf der Straße und ... Was hast du denn da?“ Sein Blick war auf die Blechmarke in Stens Hand gefallen.

„Ihr Sohn hat mich eben zu seinem Assistenten gemacht“, sagte Sten und lächelte unglücklich.

Buster Tom stemmte die Fäuste ein.

„Das ist doch nicht möglich!“ Er sah Sten an, wie man einen Halbirren ansieht. „Und du hast das angenommen?“ Sten zuckte kleinlaut die Schultern. „Das ist doch nicht zu fassen!“, polterte Buster Tom. „Und warum?“

„Ich hatte es Ihnen doch auf der Fahrt erzählt, Boss!“

„Weil sich der eine Halunke als Polizist ausgegeben hat?“

Sten nickte.

„Cliff meinte, es wäre dann besser, eine ... hm ... Amtsperson ist in der Stadt. Jedenfalls hat er sich da meiner Meinung angeschlossen. Ich konnte ja nicht ahnen ...“

„Also, dann kümmere dich gefälligst um die Frau!“, erwiderte Buster Tom gereizt. „Walte deines Amtes! Steck den Stern an und spaziere durch die Stadt! Wir werden draußen mit der Arbeit schon fertig. Die ist ja nicht so wichtig. Wir sind ja genug Leute. Hauptsache der Marshal hat einen Assistenten. Und ich, ich werde wohl überhaupt nicht mehr gefragt, was?“

„Cliff meinte, Sie ...“

„Ach was!“, donnerte Buster Tom. „Cliff hat gemeint! Und da geht es glatt über meinen Kopf hinweg. Na, den greif’ ich mir! Wenn du deine faulen Tage hier 'rum hast und er kommt zurück, dann richte ihm das gefälligst aus.“ Der Circle C-Rancher machte auf dem Absatz kehrt, stapfte hinaus, noch rascher als er hereingekommen war, stieg draußen auf den Wagen und fuhr aus der Stadt.

Sten kam sich klein und elend vor.

„Das ist doch zum Verrücktwerden“, murmelte er. „Jeder markiert hier den eiligen Mann, und keiner lässt unsereins zu Wort kommen.“

Wieder erklangen Schritte. Wie der Wind kam der Schneidergeselle zur Tür herein.

„Hallo, Sten! Ist Cliff nicht in seinem Laden?“

„Cliff Copper ist gerade weggeritten. Für ein paar Tage.“

Der Schneidergeselle verdrehte die Augen.

„Wann ist der Marshal schon mal in der Stadt!“ Er machte kehrt und lief wieder zur Tür, stutzte aber und drehte sich noch einmal um. „He! Hat er dich vielleicht als seinen Vertreter dagelassen?“

Sten nickte ernst.

„Kann ich etwas für dich tun?“

„Du? Nee!“ Er lachte. „Ich will vom alter Miller ein Stück Wald kaufen.“

„Wald? Wo gibt es denn hier Wald?“, fragte Sten verwundert.

„Eben!“, grinste der Schneidergeselle. „Ich habe doch gesagt, dass du nichts für mich tun kannst.“

Sie lachten eine Weile. Beide. Dann wurde Sten ernst.

„Mach die Tür zu! Aber von draußen.“

Der Schneidergeselle warf die Arme hoch und bewegte sich sofort rückwärts.

„Nur keine Feindschaft!“, sagte er und machte, dass er wegkam.

„Idiot!“, schimpfte Sten wütend vor sich hin. „Stubenhocker!“ Er kochte vor Zorn und Trotz, ging zum Spiegel und steckte sich den Stern an. „Der nächste Nussknacker, der hier hereinkommt und blöd lacht, kriegt links und rechts etwas um die Ohren! Vom lieben Onkel Sten persönlich!“, sagte er entschlossen.

Dann trat er auf die Straße hinaus. Passanten gingen vorbei, drehten sich verwundert nach ihm um — lächelten. Sten sah weder nach links noch nach rechts, sondern humpelte schnurstracks über die Straße zum Hotel, vor dem die Pferde der Frau in der Sonne standen. Noch wusste Sten nicht einmal ihren Namen. Er führte die Tiere in den Schatten und ging dann zu Julie O‘Hagan hinein. Ihr brauchte er nicht erst zu sagen, was er von ihr wollte. In einem Nest wie Tucson sprach sich so etwas schnell herum. Sie wusste auch bereits, dass er Assistentmarshal war. Aber Julie O’Hagan war eine Frau und wollte prompt noch mehr über die Fremde wissen.

„Ich weiß nur, dass sie eine ziemlich elegante Frau ist“, sagte Sten, als Julie O’Hagan den Zimmerschlüssel auf den Tresen legte. „Die Rechnung wird sie bestimmt bezahlen können. Und wenn nicht, so ist es ja schließlich eine Anordnung von Cliff, sie hier einzuquartieren. Ihren Namen trag ich dir ein, sobald ich ihn erfahre. Ich schau nachher gleich zu Doktor Mills ’rüber.“

„Tu das, Marshal!“, erwiderte Julie O’Hagan und zog das Wort Marshal geradezu schmerzlich in die Länge.

Sten verzog das Gesicht und machte kehrt. Er führte die Pferde in den Hof, nahm dem Reitpferd den Sattel und dem Tragtier die Last und das Geschirr herunter. Die Kiste war schwer. Doch zunächst wunderte er sich nicht. Erst als er sie in dem Zimmer zu hart aufsetzte, dass der Deckel aufsprang — setzte er sich vor Überraschung gleich daneben. Er traute seinen Augen nicht. Sie war voller Geld und Gold. Amerikanische Dollar, nur in großen Scheinen und säuberlich gebündelt. Gold, Staub und Nuggets, steckte in Lederpäckchen, an die Zettel mit dem Wert des Inhalts befestigt waren. Nach einem ersten Überblick stellte er fest, dass der Wert des Inhalts achtzig- oder gar neunzigtausend Dollar betrug.

Er nahm den Hut ab und stand wieder auf. Dabei sah er sich in dem Zimmer um, ob es nicht irgendwo einen sicheren Ort dafür gab. Nach einigem Überlegen schob er die Kiste kurzerhand unter das Bett.

Er hinkte zum Fenster und schaute auf die Straße hinab. Geld! Mord! Diebstahl! Das waren die Gedanken, die ihm im Kopf umherspukten. Die Frau war aus Mexiko gekommen. Allein!

Als er so stand, sich etwas zusammenzureimen versuchte, wurde sein Blick plötzlich starr. Die Frau, die er seiner Meinung nach halbtot in die Stadt gebracht hatte, kam an Doktor Mills’ Seite die Straße entlang. Sie war wohl bleich, und der Doktor stützte sie. Aber sie lief.

Sten stülpte sich den Hut über das Haar, hinkte zur Tür und lief die Treppe hinunter.

Julie O’Hagan stand hinter der Rezeption und sah ihm verwundert entgegen.

„Sie kommt!“, rief Sten und stapfte durch die Halle zur Tür.

Da trat Doktor Mills mit ihr bereits ein. Nun sah Sten, dass der Doktor die Frau doch kräftiger stützte, als es vom Fenster aus ausgesehen hatte. Sten nahm den Hut ab und murmelte einen Gruß.

„Sie sind doch der Mann, der mir geholfen hat“, sagte sie. „Sten, nicht wahr?“

Sten nickte. Dabei bemerkte er, dass sie überrascht — geradezu bestürzt auf seinen Stern blickte.

„Ja, das ist unser Sten von der Circle C-Ranch“, sagte der Doktor und blickte gleichfalls auf den Stern an Stens Hemd. „Das ist Miss Judith Lester. — Sie haben ihr sehr geholfen, Sten. Miss Lester hat viel Blut verloren. Sie wird zwei Tage fest im Bett bleiben müssen.“

Julie O’Hagan kam mit dem Küchenmädchen. Sie nahmen dem Doc Miss Lester ab und führten sie zur Treppe. Sten sah ihr verdutzt nach. Natürlich war es Frauensache, Miss Lester ins Bett zu bringen. Doch er hatte schließlich mit ihr zu reden.

Der Doktor boxte Sten in die Seile und griente.

„Bist du in Cliffs Fußstapfen getreten?“ Sten nickte. „Na, dann pass mal gut auf, dass die Banditen hier nicht ihr Unwesen treiben. — Sollte mit Miss Lester irgendetwas sein, kann Julie O’Hagan jederzeit nach mir schicken.“ Er schlug Sten auf die Schulter und verließ das Hotel.

Sten rieb sich das Kinn. Er wartete fast eine halbe Stunde, ehe Julie O’Hagan wieder von oben herunterkam.

„Du bist noch hier?“, rief sie auch prompt.

Sten wies zur Treppe.

„Ich dachte, dass sie mich vielleicht ...“

Julie O‘Hagan sah ihn an, wie ihn zuvor schon einmal Buster Tom angesehen hatte, so, als habe sie einen Halbirren vor sich.

„Na, dir ist wohl nicht gut!“, sagte Julie O’Hagan. „Du bildest dir wohl ein, nun als Marshal gleich zu allen Schlafzimmern Zutritt zu haben. Wir erledigen das schon. Versorge du ihre Pferde! Und wenn wirklich etwas sein sollte, lassen wir’s dich schon wissen, Marshal!“ Sie lachte und ließ ihn stehen. Sten hinkte in den Hof zurück und versorgte die Pferde von Miss Lester. Danach begab er sich ins Office, und dort wusste er gar nicht, was er tun und wie er sich die Zeit vertreiben sollte. Doch da kam der Hotelclerk und richtete ihm aus. dass ihn Miss Lester zu sprechen wünschte.

Zu seiner Überraschung lag sie nicht im Belt, sondern saß am Fenster, eingehüllt in einen weiten Morgenmantel. Sten nahm den Hut ab und blieb auf der Schwelle stehen.

Details

Seiten
104
Jahr
2020
ISBN (eBook)
9783738947304
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v962103
Schlagworte
circle c-ranch sten größte

Autor

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Titel: Circle C-Ranch #42: Sten ist der Größte