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Nur auf dem Friedhof brauchst du nicht zu blechen: N.Y.D. – New York Detectives

2020 118 Seiten

Zusammenfassung


Eine Serie von Morden bereitet der Polizei Sorgen. Immer handelt es sich um Besitzer von gutgehenden Bars, die sich weigern Schutzgeld zu zahlen. Mit großer Brutalität werden die Leute eingeschüchtert; wer nicht zahlt, stirbt. Als auch der Besitzer von Bount Reinigers Stammlokal unter Druck gesetzt wird, schaltet sich der Privatdetektiv ein.

Leseprobe

Table of Contents

Nur auf dem Friedhof brauchst du nicht zu blechen: N.Y.D. – New York Detectives

Copyright

Die Hauptpersonen des Romans:

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Nur auf dem Friedhof brauchst du nicht zu blechen: N.Y.D. – New York Detectives

Krimi von A. F. Morland

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 118 Taschenbuchseiten.

 

Eine Serie von Morden bereitet der Polizei Sorgen. Immer handelt es sich um Besitzer von gutgehenden Bars, die sich weigern Schutzgeld zu zahlen. Mit großer Brutalität werden die Leute eingeschüchtert; wer nicht zahlt, stirbt. Als auch der Besitzer von Bount Reinigers Stammlokal unter Druck gesetzt wird, schaltet sich der Privatdetektiv ein.

 

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

Alfred Bekker

© Roman by Author

© COVER STEVE MAYER

© dieser Ausgabe 2020 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

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Die Hauptpersonen des Romans:

Don Pollack und Clark Rapp – Sie sind die beiden Kaltmacher vom Dienst.

Kenny Lovecraft – Nach dem Tod seines Chefs fiel ihm eine ganze Bar in den Schoss.

Dennis Boyle – Er ist das dritte Opfer der Schutzzollgangster.

Claudette Boyle – Das Schicksal spielt ihr übel mit. Nur mit Bount Reinigers Hilfe schafft sie es, über die Runden zu kommen.

Buddy King – Bei seinem Aussehen ist es unmöglich, lange unerkannt zu bleiben.

Harry Purcel – Er ist der Partner des zweiten Opfers und hat eine Abneigung gegen Privatdetektive.

June March – ist Bounts Assistentin und hilft ihm bei seinen Fällen.

Bount Reiniger – ist Privatdetektiv.

 

 

1

Vom ersten Mord hatten die Zeitungen nur eine kurze Notiz gebracht. Die Sache war es den Journalisten nicht wert gewesen, sie auszuschlachten.

Der zweite Mord sollte schon etwas mehr Staub aufwirbeln. Immerhin würde er im Herzen von Manhattan über die Bühne gehen.

Eben bog der weiße Kastenwagen, vom Central Park kommend, in die Park Avenue ein. Ein schwitzender Mann mit feisten Wangen und schütterem Haar lenkte das Fahrzeug.

Als der Rocker den Kastenwagen in der rollenden Blechlawine entdeckte, klappte er das getönte Plexiglasvisier seines Sturzhelms schnell nach unten. Dann startete er den Motor seines heißen Feuerstuhls. Die Maschine sprang förmlich hinter dem Kastenwagen her, als der Rocker die Kupplung losließ.

Der Bursche auf der Kawasaki 900 Super 4 drehte am Gashebel. Röhrend holte die chromblitzende Sportmaschine auf. Als der Rocker schließlich so nahe an das weiße Fahrzeug herangekommen war, dass er die hintere Ladetür mit der ausgestreckten Hand berühren konnte, fasste er blitzschnell in seine schwarze Nappalederjacke. Er brachte ein tellergroßes Ding zum Vorschein, an dessen Unterseite vier runde Magnetflächen schimmerten. Mühelos heftete der Junge die Mine an die Rückseite des Lieferwagens. Sobald das geschehen war, drehte er wieder am Gashebel. Die Kawasaki, die eine Höchstgeschwindigkeit von über 200 km/h erreichte, zischte an dem weißen Todesfahrzeug vorbei und tauchte in den nächsten Sekunden im dichten Gewühl der Rushhour unter.

Der weiße Wagen legte noch eine Strecke von fünfzig Metern zurück.

Dann zerfetzte ihn eine mörderische Explosion, die der Fahrer selbstverständlich nicht überlebte.

 

 

2

Es war der übliche Trubel. Eine riesige Menschentraube verstopfte die Straße. Unvorschriftsmäßig abgestellte Fahrzeuge verhinderten die Durchfahrt. Es waren Umleitungen nötig.

Lieutenant Ron Myers schob seinen Hut seufzend aus der Stirn.

„Geht weiter, Leute!“, riefen die Cops und drängten die neugierigen Gaffer zurück. „Hier gibt es nichts mehr zu sehen. Die Sache ist bereits gelaufen. Bitte weitergehen. Seid doch vernünftig, Leute!“

Der schlaksige, sommersprossige Lieutenant kniff die Augen zusammen, als ihm ein von einem Fenster reflektierter Sonnenstrahl unvermutet ins Auge stach.

Er schaute sich das rauchende Wrack des weißen Kastenwagens an.

Einer der Cops erzählte ihm, wie es zu dieser Katastrophe gekommen war. Sanitäter kümmerten sich im Hintergrund um die Leute, die von der Explosion unglücklicherweise etwas abgekriegt hatten. Es handelte sich um Passanten, die von davonsausenden Blechteilen und Glassplittern geringfügig verletzt worden waren.

Der Cop neben Ron hörte zu reden auf.

Ron musterte den rothaarigen Mann.

Ire, dachte er. Tüchtiger Bursche.

„Von wem haben Sie die Einzelheiten, Sergeant?“, erkundigte sich Myers.

„Von dem Blumenverkäufer dort drüben. Er hat alles genau beobachtet.“

Ron boxte sich zu dem Mann durch, während sich die Männer der Mordkommission um den üblichen Kram kümmerten.

Der Blumenverkäufer lehnte an der marmornen Wand eines Bankhauses. Er trug billige Kleider und verkaufte teure Rosen. Sein Gesicht glich dem eines texanischen Weidereiters. Um die Augen lagen viele kleine Fältchen, wenn er lächelte.

Ron zeigte ihm seinen Ausweis.

„Sie brauchen sich nicht auszuweisen“, sagte der Blumenmann. „Ihnen sieht man den Bullen schon von Weitem an.“

„Ehrlich?“

„Ist es Ihnen nicht recht?“

„Nein.“

„Dann müssen Sie sich so kleiden wie ich.“

„Ich weiß nicht, ob mir das steht. Mein Name ist übrigens Myers. Lieutenant Ron Myers von der Mordkommission Manhattan C/II. Und wie heißen Sie?“

„Fatty Cramer.“

„Macht es Ihnen etwas aus, noch mal Ihre Story herunterzuleiern?“

„Wenn ich Ihnen damit helfen kann …“

„Sie können.“

„Okay. Was möchten Sie hören, Lieutenant?“

„Wie es passiert ist.“

„Ich lehnte hier so vor mich hin“, sagte der Blumenverkäufer. „New York hat heute seinen geizigen Tag. Kein Mensch wollte meine Rosen haben. Ich wäre vor Langeweile beinahe umgekommen. Da fiel mir plötzlich dieser Rocker auf. Er fuhr hinter dem weißen Kastenwagen her, klebte ihm hinten diese Tellermine dran und zischte dann wie eine Rakete ab. Ich wollte den Fahrer warnen – und ich brüllte mir auch die Lunge aus dem Leib. Aber bei dem Verkehrslärm kann der Mann mich unmöglich gehört haben.“

„Muss ‘nen schönen Knall gegeben haben“, sagte Ron Myers.

„Und wie!“, erwiderte Fatty Cramer. „Obwohl ich darauf gefasst war, hat‘s bei mir einige Sicherungen durchgehauen.“

„Können Sie den Rocker beschreiben?“

„Schwarze Lederjacke, Astronautenhelm und aus. Die Maschine war ‘ne Kawasaki. Mehr ist nicht drin, Lieutenant.“

Ron lächelte.

„Na, das ist doch schon eine ganze Menge, Mr. Cramer. Stehen Sie immer hier?“

„Manchmal lasse ich mich von meiner Frau vertreten.“

„Angenommen, ich hätte morgen noch ein paar Fragen an Sie.“

„Ich stehe hier. Und wenn nicht, dann kann Ihnen meine Frau sagen, wo Sie mich finden.“

„Fein. Also dann – vielleicht auf ein andermal.“

Ron kehrte zum Wrack zurück und wandte sich wieder an den Iren.

„Wen hat man da ins Jenseits gesprengt?“

„Wenn wir richtig liegen, was im Moment bei dem fürchterlichen Zustand, in dem sich die Leiche befindet, nicht ganz leicht ist, handelt es sich bei dem Mann um einen gewissen Lee Frawley, Lieutenant. Ihm gehörte der Snake Club in der 72. Straße West.“

Ron horchte auf.

Der Tote hätte jeden anderen Beruf haben dürfen, nur diesen nicht, denn darauf bekam der hellhörige Lieutenant auf der Stelle Sodbrennen.

 

 

3

Captain Toby Rogers traf im Snake Club den Geschäftsführer des Etablissements, Mr. Kenny Lovecraft, an. Lovecraft brauchte einen zweistöckigen Drink, um die Nachricht ohne Nebenwirkungen zu verdauen. Toby saß dem Mann in seinem geräumigen Büro gegenüber. Lovecraft hatte eine Liebe für alte Möbel und dezente Kleidung. Er war etwa vierzig, sah aus wie ein Rudolpho-Valentino-Verschnitt und redete ein bisschen durch die Nase, was ihn als Snob erscheinen ließ.

„Wie kommt es, dass der Besitzer des Snake Clubs persönlich mit einem Lieferwagen durch die Gegend fährt?“, fragte der gewichtige Leiter der Mordkommission. „Konnte sich Frawley keine Angestellten leisten?“

Kenny Lovecraft nagte an einer Zigarre herum, die nicht brannte, doch das störte ihn nicht, und er schien sich dessen auch gar nicht bewusst zu sein.

„Mr. Frawley war noch ein Unternehmer vom alten Schlag, wenn man so sagen darf“, beweihräucherte er seinen dahingegangenen Boss. „Wir hatten natürlich unseren Fahrer. Aber der Mann wurde ganz plötzlich krank. Da für heute ein paar wichtige Besorgungen auf dem Programm standen, krempelte sich Mr. Frawley die Ärmel hoch und sprang für den erkrankten Fahrer ein. Ich finde so etwas von einem Mann wie Frawley richtig prima.“

„So-so. Der Fahrer wurde plötzlich krank, sagen Sie.“

„Ja, Captain Rogers.“

„Hat sich der Mann persönlich krank gemeldet?“

„Nein, Sir. Das hat seine Frau getan.“

„So-so. Seine Frau. Und was fehlte dem Guten?“

„Magenverstimmung oder so etwas Ähnliches. Genaueres wusste die Frau noch nicht. Sie sagte nur, ihr Mann könne nicht zur Arbeit kommen, weil er im Bett liege und sich in Krämpfen winde. Sie habe den Arzt bereits verständigt, warte aber immer noch auf sein Eintreffen.“

„Könnte ich den Namen des Fahrers haben?“, fragte Captain Rogers und zückte sein kleines Notizbuch, um aufzuschreiben, was ihm Kenny Lovecraft gleich preisgeben würde.

Der Geschäftsführer schaute Toby von der Seite an.

„Meinen Sie, dass an der Geschichte irgend etwas nicht stimmt, Captain Rogers?“

„Meine Aufgabe ist es, Angaben zu überprüfen, Mr. Lovecraft. Ist manchmal ein verdammt mieser Job, aber irgendeiner muss ihn schließlich tun. Wenn nun ein Fahrer plötzlich ausfällt, wenn sein Boss für ihn einspringt und dann auch noch zufällig auf dieser Tour in die Luft fliegt, muss ich mir darüber wohl oder übel so meine Gedanken machen.“

„Das leuchtet mir selbstverständlich ein, Captain. Wenngleich ich mir nicht vorstellen kann, dass der kranke Fahrer auch nur im entferntesten etwas mit dem heimtückischen Mord an Mr. Frawley zu tun haben könnte.“

„Ich habe Derartiges mit keiner Silbe behauptet, Mr. Lovecraft“, erwiderte Toby Rogers. „Wie heißt der Mann nun?“

Kenny Lovecraft kratzte sich mit der linken Hand an der Schläfe. Dabei fiel dem Captain auf, dass dem Mann der ganze Daumen fehlte. Eine rote Narbe verlief schräg über den Handrücken. Toby tippte auf einen Unfall, der noch nicht allzu lange zurücklag.

„Der Fahrer heißt Frank Moorse“, sagte der Geschäftsführer des Snake Clubs.

„Und wo wohnt er?“

„Drüben in Green Point. Metropolitan Avenue 66.“

Rogers tippte sich an die Stirn. „Vielen Dank, Mr. Lovecraft. Sie waren mir eine große Hilfe.“

Der Geschäftsführer staunte.

„Ist das alles, was Sie von mir wissen wollen, Captain?“

„Sie kriegen von uns noch eine Einladung. Wir werden uns in meinem Office ganz ausführlich über die Angelegenheit unterhalten, Mr. Lovecraft.“

Auf dem Weg zur Straße ließ Rogers noch ein paar Fragen vom Stapel, die der Geschäftsführer nach bestem Wissen und Gewissen beantwortete. Dann stand der Captain vor der auffallenden Fassade des Snake Clubs. Es war nicht mit grüner Farbe gespart worden. Um den Clubeingang ringelte sich etwas in der Art einer Boa Constrictor. Ein grüner Baldachin spendete Schatten. Der grün livrierte Portier stand vor der gläsernen Tür, als hätte er den strikten Befehl erhalten, sich zwölf Stunden am Tag nicht zu regen, es sei denn, ein Gast hätte den Wunsch, das Etablissement zu betreten.

Toby schwang sich in seinen Dienst-Chevrolet. Die Karre war bockig. Der Motor lief unrund. Es gab Fehlzündungen. Die Passanten schauten sich erschrocken um, denn das Ganze hörte sich verdächtig nach Schießerei an.

Nachdem der Captain kurz geflucht hatte, war ihm wohler.

Er ließ den Wagen die 72. Straße West entlangrollen, steuerte den Chevy durch das satte Grün des Central Parks und auf der anderen Seite durch die 72. Straße Ost. Dann fuhr er nach Süden und überquerte den East River auf der Queensboro Bridge.

Wenig später stoppte er das schändlichste Fahrzeug des gesamten Polizeiwagenparks nahe dem Haus, in dem der kranke Frank Moorse zu Hause war.

Kinder spielten vor dem Eingang.

Toby fing einen rotzigen Balg ab, der an ihm auf einem Rollschuh vorbeiflitzen wollte.

„Sag mal, kennst du Mr. Moorse?“

„Klar“, piepste der Junge erschrocken.

„Wohnt er im ersten oder im zweiten Stock?“

„Keller“, sagte der Kleine, riss sich los und sauste um die nächste Ecke davon.

Rogers betrat das Gebäude. Es roch nach ungarischem Gulasch, und der Captain, ein Vielfraß und Nimmersatt von Geburt an, verspürte sogleich mächtigen Appetit.

Nur noch das hier, dachte er, während er den Speichel, der sich in seinem Mund angesammelt hatte, mühsam hinunterschluckte. Dann gibt‘s was zu futtern.

Er war mit seinem Freund Bount Reiniger zum Essen verabredet. Ein Termin, den er auf keinen Fall verbummeln wollte.

Es war düster im Korridor. Unten hätte er sich an einem Mauervorsprung beinahe den Kopf gestoßen.

„Das Paradies ist das hier auch nicht gerade!“, brummte Rogers. Dann klopfte er.

Jemand trippelte drinnen durch die Wohnung. Das Guckloch wurde aufgeklappt. Ein Auge, grün und nervös funkelnd, erschien. Es huschte am Captain auf und ab.

„Sie wünschen?“, fragte die misstrauische Frau.

„Mrs. Moorse?“, erkundigte sich Toby.

„Ja?“

„Ich bin Captain Rogers von der Mordkommission Manhattan.“ Toby wies sich aus. „Dürfte ich wohl reinkommen? Ich hätte ein paar Fragen an Sie.“

Das Auge wurde größer.

„Mord …“

„… kommission. Ganz recht, Madam.“

„Wieso Mordkommission? Wer wurde denn umgebracht?“

„Ich sag‘s Ihnen gleich.“

„Sind Sie auch wirklich von der Polizei?“

„Möchten Sie meinen Ausweis noch mal sehen?“

„Ausweise kann man fälschen.“

„Meiner ist echt.“

„Wer kann das wissen?“

„Also, nun hören Sie mal …“

Das Guckloch flog zu. Toby wollte sich schon zu einer ungehaltenen Äußerung hinreißen lassen, da wurde ihm die Tür aufgetan.

Mrs. Moorse war so attraktiv wie der junge Stamm einer Birke. Sie hatte keinen Busen, keine Taille, keine Hüften. Sie bestand nur aus einem Kopf mit brandroten Haaren, großen grünen Augen, die den Captain unruhig musterten, und einem riesigen, zu rot geschminkten Mund, den sie vermutlich mehr zum Keifen als zum Essen brauchte.

Toby sah es als Vertrauensvorschuss an, dass sie ihn in ihre Wohnung ließ.

Der Captain nannte mit wenigen Worten den Grund seines Kommens.

Mrs. Moorses bleiche Haut wurde weiß.

„Mr. Frawley ist tot?“, presste sie erschrocken hervor. „Der Wagen, den mein Mann hätte fahren sollen, wurde in die Luft gesprengt? O Gott! Sollte das meinem Mann – aber nein, das gibt‘s ja nicht …“

„Wo ist Ihr Mann, Mrs. Moorse?“, wollte Toby wissen.

„Der Hausarzt hat veranlasst, dass er ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Da hat man ihm sofort den Magen ausgepumpt. Es geht ihm schon wieder einigermaßen.“

„Womit hat er sich den Magen verdorben?“

„Es muss die Milch gewesen sein. Er trinkt morgens immer nur einen Becher warme Milch. Er isst nichts, mag weder Kakao noch Kaffee – immer nur Milch.“

„Woher kommt die Milch, Mrs. Moorse?“

„Na, von der Kuh.“

„Daran will ich nicht zweifeln. Vielleicht hätte ich besser gefragt, wie Sie die Milch beziehen.“

„In Flaschen.“

„Und wer bringt die?“

„Ein Junge vom Nachbarhaus. Er stellt sie uns vor die Tür.“

„Und da stehen die Flaschen dann, bis Sie sie in die Wohnung nehmen.“

„Ja, das tun sie.“

„Und heute wurde Ihrem Mann nach dem Genuss dieser Milch ganz plötzlich übel.“

„Schon nach wenigen Minuten“, bestätigte Mrs. Moorse.

„Kam Ihnen schon der Gedanke, dass sich jemand an Ihrer Milch zu schaffen gemacht haben könnte?“

Die rothaarige Frau stieß einen erschrockenen Laut aus, der zwischen Schrei und Seufzer lag.

„Ach, du Schreck!“, blaffte sie. „Aber die Flaschen trugen doch noch ihre original Verschlusskappen.“

„Die kann man spielend mit einer Injektionsnadel durchstechen“, versetzte der Captain. „Das fällt keinem Menschen auf.“

„Das bedeutet also, dass jemand meinen Mann vergiftet hat.“

„Sie sagen es, Mrs. Moorse.“

Die Frau lehnte sich an den Herd, verbrannte sich das Gesäß und schnellte verwirrt nach vorn.

„Haben Sie auch von der Milch getrunken?“, erkundigte sich Toby.

„Nein. Ich trinke meinen Kaffee immer schwarz.“

„Wo bewahren Sie die Milch auf?“

„Im Kühlschrank.“

„Ich werde sie in unserem Labor untersuchen lassen.“

Mrs. Moorse fuhr sich an den Hals und mühte sich ab, den würgenden Kloß zu schlucken, der in ihrer Kehle steckte.

„Heiliger Strohsack, Captain! Wenn ich nun heute ausnahmsweise Milch in meinen Kaffee getan hätte, dann läge ich jetzt neben Frank im Hospital.“ Verstört holte sie die beiden Flaschen. Toby ließ sich von der Frau eine Plastiktüte geben. Hinterher verlieh er der Überzeugung Ausdruck, dass Mrs. Moorse nun nichts mehr zu befürchten hätte. Die Gangster hätten erreicht, was sie vorgehabt hatten. Ein zweiter Giftanschlag hätte keinen Sinn.

 

 

4

Das Restaurant hatte Atmosphäre. Die Portionen waren groß und wurden auf Silber serviert. Toby schaufelte, als hätte er seit einer Woche keine feste Nahrung mehr zu sich genommen.

„Schmeckt‘s?“, fragte Bount Reiniger grinsend.

„O ja!“, sagte Rogers.

„Man hört‘s“, meinte Reiniger schmunzelnd.

„Ich möchte bloß wissen, wo Sie das alles hinessen, Captain“, sagte June March, Bounts hübsche blonde Sekretärin, bewundernd.

Sie trug ein pastellfarbenes Kleid und eine mehrfach um den Hals geschlungene Perlenkette. Auch an den kleinen Ohrläppchen baumelten schneeweiße Perlen, gefasst in Platin.

„Er ist ein Fass ohne Boden“, stichelte Bount.

Toby fletschte die Zähne und sagte zu June: „Einen verdammt reizenden Chef haben Sie. Vor allem seine Komplimente haben es gewaltig in sich. Man muss aber wissen, wie sie gemeint sind, sonst ist man versucht, ihm den Hals umzudrehen.“

Bount erkundigte sich, welcher Fall den Captain gerade quäle.

„Da scheint eine neue Verbrechensserie anzulaufen“, sagte Rogers mit zusammengezogenen Brauen. „Die Masche, die die Brüder häkeln, ist ja nicht neu, aber ich kann mich nicht erinnern, dass ein Coup jemals so verdammt brutal durchgezogen wurde.“

„Womit macht man dir denn das Leben sauer?“, erkundigte sich Bount interessiert.

„Vor ein paar Tagen lebte ein Mann namens Peter Oates noch. Er besaß eine Bar auf dem Broadway. Verdiente nicht schlecht. Das kriegten die Gangster heraus und beschlossen, ihn zur Kasse zu bitten.“

„Schutzzoll?“, fragte Bount.

„Könnte man sagen“, nickte der Captain. „Die Kerle wollten von Oates monatlich tausend Dollar haben. Dafür versprachen sie, ihn in Ruhe zu lassen. Aber Oates wollte von einem solchen einseitigen Geschäft nichts wissen. Er sagte den Kerlen, sie sollten sich zum Teufel scheren. Es kam noch mal eine Drohung per Telefon. Und als das auch nicht half, ertränkten ihn bisher unbekannte Täter in seinem Swimmingpool. Und heute Vormittag hat es einen Mann namens Lee Frawley erwischt. Haargenau dieselbe Vorgeschichte. Frawley weigerte sich zu zahlen, da hefteten ihm die Gangster eine Mine an den Wagen – und wumms, Frawley wurde mitten in Manhattan in Stücke gerissen.“

„Meinst du, dass die Brüder auf die Tour weitermachen werden?“, fragte Bount.

„Ist anzunehmen. Jetzt beginnt ihr Geschäft ja erst so richtig zu laufen. Die beiden Toten sind die beste Reklame für die Gangster. Nenn mir einen Barbesitzer, der jetzt noch den Mut aufbringt, die Banditen rauszuwerfen und zur Polizei zu gehen. Sie werden alle zahlen. Alle, Bount. Und versucht wider Erwarten doch einer über seinen Schatten zu springen, finden wir ihn garantiert mit durchschnittener Kehle oder sonst wie erledigt im Gully oder sonstwo.“

 

 

5

Dennis Boyle war Zeit seines Lebens vom Schicksal getreten worden. Er hatte gerackert wie ein Tier, hatte zweimal geglaubt, es geschafft zu haben, war aber zweimal brutal an den Start zurückgeboxt worden. Zweimal war er um seine ganzen Ersparnisse gekommen. Einmal, weil er einem „guten Freund“ zu sehr vertraut hatte, und beim zweiten Mal hatte die unheilbare Krankheit seiner Frau das ganze Geld verschlungen.

Aber Boyle war zäh wie Leder.

Er hatte nicht aufgegeben, und der Erfolg hatte ihm schließlich bewiesen, dass er damit recht getan hatte. Beim dritten Anlauf hatte er es geschafft.

Heute war Boyle fünfzig Jahre alt, grauhaarig, hager und stolzer Besitzer einer Bar in der Nähe des Battery Parks. Er hatte sich mit einigen Reisebüros arrangiert, die ihm Tag für Tag eine Menge Touristen schickten. Boyles Bar konnte ohne Übertreibung als wahre Goldgrube bezeichnet werden.

Claudette – Boyles zweiundzwanzigjährige Tochter – trat mit ihm vor das Haus, das auf der Zunge von Atlantic Beach stand. Boyle hatte es vor einem Jahr zu einem überhöhten Preis gekauft, weil es seiner Tochter, die ihm den Haushalt führte, so gut gefallen hatte.

Es war später Nachmittag.

Boyle küsste Claudette auf beide Wangen. Sie trug einen hellgrünen Rollkragenpulli, das brünette Haar war hochgesteckt, ihre schwellenden Hüften waren von strapazierfähigen Jeans umschlossen, und das Ganze war in eine mit bunten Blumen bedruckte Schürze verpackt.

„Pass auf unser Haus auf, während ich weg bin“, sagte Dennis Boyle lächelnd.

Claudette blieb ernst. Eine große Sorge schimmerte in ihren blauen Augen.

„Wie kannst du bloß so unbekümmert sein, Dad?“

„Warum sollte ich nicht …“

„Ich versteh‘s einfach nicht.“

„Nun lass dir mal keine grauen Haare wachsen. Die würden dir absolut nicht stehen – ich meine mit zweiundzwanzig Jahren. Mit grauen Haaren und dem Gesicht kriege ich dich ganz bestimmt nicht unter die Haube.“

„Dad!“

„Nein wirklich, im Ernst, Claudette, du musst lächeln.“

„Dad, du darfst die Sache nicht auf die leichte Schulter nehmen!“, sagte Claudette eindringlich.

„Tu ich doch gar nicht.“

„Tust du ja!“

Boyle legte seiner Tochter den Arm um die Schultern. „Es ist nichts geschehen und es wird nichts geschehen, Claudette. Du kannst unbesorgt sein.“

„Warum gehst du nicht zur Polizei, Dad?“

Boyle lachte. „Was soll ich denn da?“

„Die würden dir zumindest sagen, wie du dich verhalten sollst.“

„Ich weiß selbst recht gut, wie ich mich zu verhalten habe, mein Kind. Dazu brauche ich die Polizei nicht.“

„Hast du Angst, zur Polizei zu gehen?“

Boyle stemmte seine Tochter mit beiden Armen von sich und schaute sie streng an.

„Hattest du jemals den Eindruck, dass sich dein Vater vor etwas fürchtet?“

„Warum willst du dir dann nicht helfen lassen, Dad?“

„Ich kann mir sehr gut selbst helfen, Claudette. Ich will nicht, dass man mir ein paar Männer in die Bar setzt, denen man auf hundert Yards schon den Bullen ansieht. Das ist nicht gut fürs Geschäft, da kommt doch keine Stimmung auf.“

Das Mädchen leckte sich aufgeregt die Lippen.

„Vater, wenn du nicht zur Polizei gehst, dann tu ich es.“

Boyles Blick wurde hart.

„Das wirst du nicht tun!“, sagte er scharf. „Ich will nicht, dass die Angelegenheit an die große Glocke gehängt wird. Und ich erwarte von dir, dass du meinen Wunsch respektierst.“

Boyle wandte sich abrupt um und holte seinen Chrysler aus der Garage. Er drückte ziemlich forsch aufs Gaspedal. Kies spritzte hinten weg und hüpfte prasselnd gegen das geschlossene Garagentor.

Claudette blieb vor dem Haus stehen, bis der Wagen ihres Vaters ihren Blicken entschwand. Dann kehrte sie mit sorgenvoller Miene in die Küche zurück, wo ein Berg Geschirr darauf wartete, in die Spülmaschine geschichtet zu werden.

 

 

6

Flappernd strich der Helikopter über das weite Blau des Atlantiks. In der Ferne tauchte der weiße Häuserstreifen von Atlantic Beach auf.

Der Mann, der neben dem Piloten saß, streifte die Manschette seines schwarzen Hemds hoch und warf einen Blick auf die Rolex.

„Los, Don! Mach was, dass der Quirl schneller fliegt! Wir sind spät dran! Um diese Zeit verlässt Boyle immer sein Haus.“

Don Pollack verzog das pockennarbige Gesicht zu einem hämischen Grinsen.

„Wir kriegen ihn, Clark. Keine Bange.“

Clark Rapp blickte auf die Tommy-Gun, die er zwischen die Knie geklemmt hatte.

Pollack lachte.

Rapp schaute ihn nervös an. „Was gibt‘s zu lachen?“

„War doch ‘ne Bombenidee von mir, ‘nen Hubschrauber zu klauen, eh?“

„Das wird sich erst herausstellen. Dreh doch endlich mehr auf. Bei dem Tempo fallen wir noch vom Himmel!“

„Geht überhaupt nicht“, kicherte Pollack.

„Sag bloß, es ist noch kein Hubschrauber abgestürzt!“

„Keiner, in dem ich dringesessen bin“, erwiderte Don Pollack grinsend.

Der Helikopter überflog in geringer Höhe den Atlantic Beach Club, schwenkte zum Boardwalk ein.

„Dort vorn ist Boyles Haus!“, rief Rapp nervös, und dann sahen die Gangster den Barbesitzer und dessen Tochter. Boyle setzte sich in seinen Chrysler.

„Nun!“, grinste Pollack. „Zufrieden, Clark?“

Rapps Backenmuskel zuckten, als er die Maschinenpistole zur Hand nahm und blitzschnell entsicherte.

„Du musst tiefer runtergehen, Don, sonst ist die Streuung zu groß.“

„Du wirst mit mir zufrieden sein, Kumpel“, erwiderte Pollack. „Wenn es sein muss, setze ich die Libelle unserem Kunden sogar aufs Wagendach. Die Armee hat sich meine Ausbildung eine Menge Kies kosten lassen.“

„Wenn du so gut fliegst, wie du quatschst, dann ist es okay!“, sagte Clark Rapp. Dann riss er die Schiebetür auf und stieß den Lauf der Tommy-Gun nach draußen.

 

 

7

Boyle warf das Geld in den Automaten und fuhr dann über die Atlantic Beach Bridge. Er lenkte seinen Chrysler in Richtung Far Rockaway, ließ den Reynolds Channel hinter sich. Das gleißende Sonnenlicht ließ die Luft über der Fahrbahn flirren. Es waren nur wenige Autos unterwegs.

Plötzlich vernahm Dennis Boyle das Knattern eines Rotors.

Er schaute kurz hoch, sah den Hubschrauber, der langsam tiefer kam, blickte dann aber wieder desinteressiert auf die Fahrbahn.

Während er mit der Linken das Lenkrad festhielt, schaltete er mit der Rechten das Autoradio ein. Dann setzte er sich wieder gerade und überdachte seine Situation.

Monatlich tausend Dollar wollten sie haben, diese verfluchten Kerle. Aber nicht von ihm. Er hatte nicht ein Leben lang geschuftet, um die Früchte nun mit irgendwelchen arbeitsscheuen Tagedieben zu teilen. Die Abfuhr, die sie von ihm bekommen hatten, war deutlich genug gewesen. Daraufhin hatten sie ihm klipp und klar gesagt, sie würden ihn umlegen.

Boyle presste die Kiefer hart zusammen.

Sie sollten es mal versuchen. Seine Hand tastete nach der Beretta, die er sich gleich nach dem Telefonat gekauft hatte. Damit würde er sich gegen jeden Angreifer zur Wehr setzen. Und zwar mit Erfolg, davon war er überzeugt, denn er schoss nicht schlecht.

 

 

8

„Tiefer!“, schrie Rapp, Er hatte einen Gurt um den Bauch, der es ihm erlaubte, sich weit aus der Maschine zu beugen, ohne dass die Gefahr bestand, dass er aus der Kanzel kippte.

„Wie tief denn noch!“, maulte Pollack. „Willst du den Knaben mit einem Fußtritt umbringen?“

„Du hast doch behauptet, du könntest die Mühle sogar auf sein Dach setzen.“

„Wenn ich noch tiefer gehe, wird‘s zu riskant für uns!“, gab Pollack kopfschüttelnd zurück.

„Wieder mal das Maul zu voll genommen, was?“, schrie Rapp ärgerlich.

Er brachte die Tommy-Gun in Anschlag. Motor und Rotorblatt erzeugten einen höllischen Lärm. Der Wind riss an Rapps eingefallenen Wangen.

Sein Finger glitt an den Abzug heran.

In derselben Sekunde begann die Waffe zu hämmern. Rapp wurde mächtig durchgerüttelt. Sein Gesicht war verzerrt. Die Zähne waren gefletscht. Mit zusammengekniffenen Augen verfolgte er die Kugeleinschläge, die auf den Chrysler zurasten, bis sie ihn erreicht hatten.

Fünfzehn Projektile stanzten Löcher ins weiße Blech. Boyles Wagen begann mit einem Mal wild zu tanzen.

 

 

9

Eine eiskalte Hand fasste Boyle ans Herz, als er die MP losrattern hörte. Als dann die Kugeln in den Wagen einschlugen, verlor Boyle für kurze Zeit die Kontrolle über das Fahrzeug. Erschrocken hatte er die Beretta aus dem ledernen Schulterhalfter gerissen. Dann hatte er sich keuchend auf das Lenkrad geworfen, um den Wagen wieder in seine Gewalt zu bekommen.

Es war ein hartes Ringen, aber Boyle schaffte es.

Wütend richtete er seine Pistole auf den Hubschrauber. Verbissen drückte er dreimal kurz hintereinander ab.

Eine Kugel klirrte gegen eine Strebe, ohne irgendwelchen Schaden anzurichten.

Und schon wieder spie ihm die Tommy-Gun eine tödliche Garbe entgegen.

Boyle spürte, wie sein Wagen förmlich durchgerüttelt wurde.

Er begriff, dass er nicht weiterfahren durfte. Er musste anhalten, um sich besser verteidigen zu können.

Wild stemmte er seinen Fuß auf das Bremspedal. Der Chrysler senkte die Schnauze tief nach unten. Alle vier Räder blockierten. Die Pneus schmierten dicke schwarze Striche auf die Fahrbahn. Bläulicher Rauch quirlte von den Reibflächen hoch.

Sofort nahm der Hubschrauberpilot Gas weg.

Und die Tommy-Gun ratterte zum dritten Mal los. Diesmal zerplatzte die Windschutzscheibe mit einem satten Knall. Dann rannten mehrere Einschüsse über Boyles Körper weg. Und schließlich erreichten die Kugeln den randvollen Benzintank.

Das Ende spielte sich innerhalb einer einzigen Sekunde ab.

Boyle wurde von den Projektilen zur Seite geschleudert. Der ungebremste und ungelenkte Chrysler krachte gegen die Leitschiene und explodierte einen Lidschlag später mit einem ohrenbetäubenden Knall.

Oben machte Clark Rapp seinem Komplicen grinsend das Okay-Zeichen. Daraufhin zog Don Pollack die stählerne Libelle in den postkartenblauen Himmel hoch und dann zurück zum offenen Meer.

 

 

10

Toby Rogers versuchte seinen Schreibtisch mit einem einzigen Faustschlag zu zerschlagen. Beinahe wäre es ihm gelungen.

Mit zornfunkelnden Augen starrte er Lieutenant Myers, seinen Stellvertreter, an.

„Verflucht, Ron, jetzt reicht es mir. Die Sache steht mir bis hierhin!“ Der Captain wies auf seine Augenbrauen.

„Du nimmst das alles zu persönlich, Toby“, sagte der schlaksige Lieutenant.

„Soll ich das etwa nicht?“, erwiderte der Captain mit dröhnender Stimme. Die Adern traten ihm wie dicke Seile am Hals heraus. „Diese verdammten Kerle tanzen uns doch gehörig auf der Nase herum. Wenn dich das nicht zum Kochen bringt, Junge, dann bist du nicht mit Leib und Seele

Polizist.“

„Ich gebe zu, ihre Frechheit frappiert mich“, sagte Myers.

„Ach was! Eine impertinente Kaltschnäuzigkeit ist das! Zuerst klauen sie einem unserer bekanntesten Kommunalpolitiker den Hubschrauber, und dann schießen sie Dennis Boyle von der Straße herunter, wie man es ihnen in Vietnam beigebracht hat.“

Myers rieb sich die sommersprossige Nase.

Details

Seiten
118
Jahr
2020
ISBN (eBook)
9783738946819
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2020 (November)
Schlagworte
friedhof york detectives

Autor

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Titel: Nur auf dem Friedhof brauchst du nicht zu blechen: N.Y.D. – New York Detectives