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TEXAS MUSTANG #28: Rosco bricht durch

2020 131 Seiten

Leseprobe

Table of Contents

Rosco bricht durch

Copyright

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Rosco bricht durch

TEXAS MUSTANG Band 28

von Glenn Stirling

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 131 Taschenbuchseiten.

 

US-Marshal Allison hat aus King, einem wilden Mustanghengst, einen hervorragenden Helfer gemacht, dessen Eigenschaften ihm mehr als einmal entscheidend zugute kamen und kommen. Eines Tages findet Allison ein verlassenes Adlerjunges. Er versorgt es, zieht es mühsam auf und richtet den heranwachsenden Steinadler mit Hilfe eines erfahrenen Falkners ab. Er nennt den Adler Sky. Fast ein Jahr dauert es, bis aus dem scheuen Greif ein Vogel wird, von dem Allisons Gegner sagen, er ist zu der besten Waffe des US-Marshals geworden.

Ein Mann, ein Mustang und ein Adler - ein stahlhartes Trio im Kampf gegen Unrecht und Gewalt.

 

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

Alfred Bekker

© Roman by Author / Cover: Tony Masero

© dieser Ausgabe 2020 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

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1

In der Mittagsglut war die Luft zum Schneiden. Über den Felsen flimmerte die Atmosphäre. Und das einzige Geräusch, das in Allisons Ohren drang, war das Summen der vielen Insekten, die zwischen den mageren Sträuchern am Felshang herumschwirrten.

Allison hatte seinen mächtigen Steinadler ein Stück entfernt auf einem Felsvorsprung sitzen. Und dort saß der Aar und äugte das Tal entlang, das tief unten wie eine Kerbe im zerrissenen Gebirge verlief. Im Grunde des Canyons herrschte Schatten, was den Adler, aber auch Allison fast sehnsüchtig in die Tiefe blicken ließ, denn hier oben kochte die Luft.

Der Knall der Schüsse zerriss die Stille, und das Echo brach sich vielfältig an den Felswänden, um schließlich grollend durch den Canyon zu hallen. Unmittelbar danach war die Stille vollkommen. Nicht einmal die Insekten gaben einen Laut von sich. Allison meinte das Blut in seinen Adern rauschen zu hören.

Es dauerte nur ein oder zwei Sekunden. Dann war die Überraschung überwunden.

„Sky, flieg!“, zischte Allison, und der mächtige Aar hob die Schwingen, schien sie in der Luft ausschütteln zu wollen, stieß sich dann ab und schwebte mit gewaltigen Flügelschlägen in den Canyon ein, zog höher, überstieg die schroffen Felsgrate, flog empor zum Himmel, der in tiefem Blau wie eine Glocke über der Landschaft stand. Höher und höher schwebte der Aar, zog dann einen Bogen, verhielt und rüttelte, scheinbar auf der Stelle stehend.

Allison war sich klar darüber, dass Sky sich genau über der Stelle befand, wo unten die Schüsse gefallen waren. Seiner Schätzung nach war das etwa eine halbe Meile von hier entfernt, eine halbe Meile Luftlinie. Um dort hinzukommen aber hätte er über diesen Felskamm klettern müssen, der mit seinen bizarren Zacken und seiner fast senkrecht abfallenden Steilwand den Canyon von der Felsmulde trennte, sich auf der anderen Seite ausbreitete. Nach Allisons Berechnungen war die Stelle, über der Sky schwebte, in frühestens drei Stunden zu erreichen, so nahe sie auch zu sein schien.

Mit einem schrillen Adlerschrei machte Sky wieder auf sich aufmerksam. Und dann flog er auf einmal weiter. Es war, als wollte er dem Verlauf des Felskammes folgen. Er entfernte sich mehr und mehr von Allisons Beobachtungsplatz, zog nach Südwesten davon. Aber er flog nicht schnell. Einmal kehrte er sogar wieder um, kam ein Stück zurück, folgte aber wieder nach einiger Zeit der alten Richtung.

Etwas bewegt sich dort unten, und Sky bleibt ihm auf den Fersen, dachte Allison. Es wird Zeit, dass ich mich auf die Socken mache.

Allmählich hatte sich Sky so weit entfernt, dass Allison ihn mit bloßem Auge nicht mehr sehen konnte. Er versuchte ihn noch mit dem Fernglas zu beobachten, aber da hätte er hier oben auf seinem Standplatz bleiben müssen. Er aber musste abwärts klettern, um zu seinem Pferd zu gelangen. King, sein herrlicher Schwarzscheck, stand irgendwo dort unten im Schatten. Aber die Minuten der Ruhe waren jetzt vorbei.

Fast eine Viertelstunde brauchte Allison, bis er unten jenen Platz erreicht hatte, wo der Hengst stand. Er zog ihm den Sattelgurt stramm, tätschelte den Schwarzscheck liebevoll am Hals, dann saß er auf. Prüfend blickte er zum Himmel empor, aber von Sky war dort nichts zu sehen.

Er musste, um zu jener Stelle zu kommen, wo die Schüsse gefallen sein konnten, einen gewaltigen Umweg machen. Aber sonst hätte er sein Pferd nicht mitnehmen können, und darauf wollte er auch nicht verzichten.

Er war fast zwei Meilen weit nach Osten geritten, erreichte jetzt einen Seitencanyon und folgte dessen Verlauf bergan. Als der Canyon in einem Geröllhang endete, saß Allison ab und führte den Hengst den Geröllhang empor. Noch bevor er mit seinem Tier oben anlangte, tauchte Sky am Himmel auf. Er flog in großer Höhe, kam aber, als er seinen zweibeinigen Freund erspäht hatte, rasch tiefer und setzte sich dann auf das Sattelhorn des Hengstes, reckte noch einmal die Schwingen und zog sie dann ein.

„Jetzt müsstest du reden können“, brummte Allison, „dann wüsste ich, was du gesehen hast.“

Er musste noch zwei Stunden warten, bis er es sah, und es war furchtbar genug.

Die Sonne stand schon erheblich tiefer, als er die Stelle erreichte, wo sich der Canyon weitete. Vor ihm breitete sich ein ellipsenartiges baumloses Tal aus. Die Grasbüschel waren braungelb und zeugten von der langen Dürre, die hier herrschte. Rechts und links ragten grau und verwittert die Felsen empor, verhangen vom Dunst, den die Hitze schuf. Rechts befand sich wie ein riesiges Tor die Öffnung zu einem anderen Canyon, der ziemlich genau in Westrichtung verlief. Aus ihm führte der Postweg heraus, über den die Kutschen nach Wichita Falls fuhren. Der Postweg überquerte das Tal in schräger Richtung bis zu der Stelle, wo der Fluid Creek entsprang und das Tal entlang zum Wichita River floss. Die Einmündung erfolgte genau in Wichita Falls. Und die Stelle, wo der Postweg das Fluid Creek Valley erreichte, war auch der Platz, über dem der Adler kreiste. Linker Hand befand sich jener zackige Felskamm, auf dessen anderer Seite Allison vorhin gewesen war. Um hierher zu kommen, hatte er einen Riesenbogen schlagen müssen.

Sky hatte Mühe, die Geier zu vertreiben, die sich schon in immer größerer Zahl dieser Stelle näherten. Noch gelang es ihm, sie in der Luft zu halten.

Unten auf der Erde aber lag die Kutsche. Sie war auf die Seite gekippt. Daneben lagen Gestalten. Auch zwei der Pferde schienen erschossen worden zu sein, lagen rechts und links der zerbrochenen Deichsel. Die beiden Tiere des vorderen Gespannes hatten sich wohl losreißen können und standen ein Stück entfernt mit hängenden Köpfen, hoffnungslos in den Strängen verheddert, so dass sie weder vor noch zurück konnten.

Allison schnalzte, und King jagte im Galopp auf diese Stelle zu. Nach kurzer Zeit war Allison dort. Und er brauchte keine Vorsicht walten zu lassen. Sky hätte ihn gewarnt.

Über Allison das Krächzen der Geier, dazwischen die hellen Schreie des Adlers, der die Geier immer wieder angriff, obgleich sie größer waren als er.

Neben der Kutsche lag der Fahrer in verrenkter Stellung. Er schien sich das Genick gebrochen zu haben. Ein Stück entfernt zwei der Fahrgäste, beide tot. Der eine war nicht einmal bewaffnet.

Allison hatte die Toten untersucht, schleppte sie zum Wagen, und sah bei der Gelegenheit, dass der Bodenkasten, in dem Geldsendungen unter dem Passagierraum verstaut wurden, aufgeschlagen war. Die Klappe stand offen. Von der Geldsendung, die vermutlich mit diesem Wagen befördert worden war, gab es keine Spur mehr. Der Postwagen hätte gestern schon diese Stelle passieren müssen. Allison hatte ihn schon sicher in Wichita Falls gewähnt, als er vorhin diese Schüsse hörte.

Sky hatte sich jetzt auf einer Radnabe der umgestürzten Kutsche niedergelassen und äugte aufmerksam zu Allison hinüber. Der ging zu den beiden noch lebenden Pferden hin, befreite sie aus ihrem Geschirr, nahm sie an den Halftern und führte sie zu seinem Hengst, wo er sie anleinte. Schließlich beschloss er, die Toten mitzunehmen, packte sie auf die darob scheuenden Zugpferde, schnürte sie fest und deckte sie mit Planenstücken zu, die er in der Kutsche fand. Um das Gepäck, das sich im hinteren Kofferraum der Kutsche befand, konnte er sich nicht kümmern, aber er war entschlossen, zunächst einmal einer deutlichen Spur zu folgen, einer Spur, die von einem Wagen stammte und die frisch war. Zwar war versucht worden, ein Stück weit die Radspuren zu verwischen, aber an einer Stelle war das wohl aus Fahrlässigkeit unterlassen worden. Und das genau machte ihn aufmerksam.

Zudem drängte Sky auf seine Weise zum Aufbruch. Er flog immer wieder in die Richtung, aus der die Kutsche gekommen sein musste. Und das war wohl auch das Ziel jener gewesen, denen Sky vorhin schon gefolgt zu sein schien.

Ein Wagen also, dachte Allison, und er kam auch wenig später schon dahinter, dass dieser Wagen mit sechs Pferden bespannt war. Eine eigenartige Zusammenstellung hatte man dabei gewählt, die Allison völlig ungewöhnlich vorkam. Es waren nämlich nicht drei Doppelgespanne voreinander gehängt worden, sondern zwei Dreiergespanne, also drei Pferde nebeneinander und dann noch einmal drei davor. Allison hatte so etwas bis jetzt erst einmal gesehen, nämlich bei russischen Siedlern.

Sich darüber allzu große Gedanken zu machen, hielt er für überflüssig. Den Spuren nach wurde dieses Gefährt von zwei Reitern begleitet. Allisons Schätzung nach waren es also höchstens vier Mann, mit denen er es zu tun haben würde, sollte er dem Konvoi folgen - und er folgte ihm. Der Abstand betrug mittlerweile gut vier Stunden. Aber Allison kam gut voran.

Und wieder flog der Adler voraus, blieb lange weg, kehrte schließlich zurück, kreiste, setzte sich auf das Sattelhorn von King und ruhte sich so eine Weile aus.

Es ging auf den Abend zu. Von Osten her schoben sich korkenzieherartige Wolkengebilde immer höher zum Himmel empor. Und während die Sonne hinter den Felsen verschwand und sich im Westen der Himmel noch glutrot färbte, näherte sich den Korkenzieherwolken folgend eine blauschwarze Wand, die in kurzer Zeit den Himmel bedeckte und auch das Abendrot hinter sich verschwinden ließ.

Wind kam auf. Von unten her fegte er den Staubschleier das Tal entlang Allison entgegen. Sky stieg jetzt wieder auf. Und während Allison am Zustand der Spuren erkannte, dass der Vorsprung des Konvois geschrumpft sein musste, flog Sky voraus. Und schneller als die vorigen Male kehrte er zurück.

Da Allison ungefähr wusste, wie lange Sky brauchte, wenn er flog, rechnete er sich aus, dass der Konvoi irgendwo angehalten zu haben schien. Der Berechnung nach konnte er keine zwei Meilen weit entfernt sein, und das bedeutete einen ganz geringen Vorsprung.

Die beiden Zugpferde schienen schon ziemlich ermüdet zu sein. Das eine schlurfte beim Gehen, das andere trottete mit hängendem Kopf, und King lahmte ein wenig. Er hatte sich vorhin in einem Felsloch die rechte Vorderhand vertreten, was offenbar doch nicht so spurlos vorübergegangen war, wie Allison erst gehofft hatte.

Entschlossen, den Konvoi einzuholen und zu stoppen, trieb Allison den Hengst an. Er wollte ihn nicht schinden, aber er musste etwas schneller vorankommen, denn die schwarzen Unwetterwolken am Himmel gaben ihm zu denken. In der Ferne war Wetterleuchten zu sehen. Mittlerweile war es ziemlich düster geworden, viel früher als andere Abende um diese Jahreszeit. Der Wind frischte noch mehr auf. Infolge des Staubes, den er aufwehte, war die Sicht nicht günstig. Und gerade der Staub war es, der den Tieren zu schaffen machte und auch Allison zusetzte.

Sky schien das alles nicht zu stören. Abermals stieg er auf und flog mit schweren Flügelschlägen dem Wind entgegen, trotzte den Böen, die jetzt das Tal entlang fegten und alles aufzuwühlen schienen. Bald war er wieder zurück. Und jetzt war es Allison klar, dass er sich schon ziemlich nahe der Stelle befand, wo der Konvoi durch irgendetwas aufgehalten worden war. Denn Allison konnte sich nicht denken, dass die Männer da vorn irgendwo lagern wollten.

Er musste sich jetzt vorsehen, wenn er näher herankam, dass er nicht zu früh entdeckt wurde. Hier im Tal gab es wenig Deckungsmöglichkeiten. Die Büsche, die rechts und links neben der Wagenspur standen, beugten sich dem Wind. Bäume gab es nicht. Zu allem Überfluss hatte sich das Tal auch noch ziemlich verbreitert, so dass nicht einmal Felswände eine Möglichkeit boten, sich zu verbergen.

Blitze zuckten im Südosten zur Erde. Die beiden Postpferde scheuten, warfen die Köpfe hoch, stemmten sich ein und rissen an den Zügeln, wollten nicht mehr mit. Aber da sie die Toten als Last trugen, mochte Allison sie nicht zurücklassen. Sie mussten mitkommen. Dann aber, als sie immer häufiger Widerstand leisteten und das Vorankommen behinderten, löste er die Zügel und sagte sich, dass sie wahrscheinlich freiwillig nach Wichita Falls laufen würden. Die Pferde losgelassen zu haben, sollte sich als kluger Schachzug erweisen. Er kam nicht nur besser voran, sondern konnte nun auch weit abseits vom Wege reiten, so dass er die geringe Deckungsmöglichkeit der Büsche, die seitlich des Postweges wuchsen, wenigstens in etwa nutzen konnte.

Und dann hatte er den Konvoi entdeckt. Es war genau so, wie er es an den Spuren abgelesen hatte. Zweimal drei Pferde waren an einen Planwagen gespannt. Drei Männer hoben im Augenblick hinten rechts ein Rad auf die Achse. Jetzt hatten sie es drauf. Aber Allison war zu weit entfernt, um sicher eingreifen zu können. Er sah die Szene durchs Fernrohr, und selbst damit war sie undeutlich. Im Aufzucken der Blitze erkannte er schließlich, was dort vorging. Rasch ritt er weiter. Während der Wind auf ihn zuwehte, hörte er auch die Hammerschläge, als einer der Männer den Splint vor das Rad schlug.

Allison konnte King nicht mehr zumuten. Das Tier lahmte immer stärker, obgleich es sich mühte, rasch voran zu kommen. Ein Stück von dem Planwagen entfernt waren zwei Pferde angebunden, und darauf gründete sich Allisons Plan. Was er brauchte, war ein frisches Pferd. Aber zuvor war er entschlossen, die Fahrt des Planwagens jetzt und an dieser Stelle zu stoppen.

Die Entfernung war gut. Er parierte den Hengst, der froh zu sein schien, dass er nicht mehr weiterzugehen brauchte und sofort das schmerzende Bein schonend anzog.

Allison blieb im Sattel sitzen. King war dazu erzogen, ganz ruhig zu stehen. Als Allison das Gewehr aus dem Scabbard zog und anlegte, um sein Ziel zu suchen, lief einer der drei Männer auf die beiden angebundenen Pferde zu. Auf ihn zielte Allison zuerst. Er hielt auf die Oberschenkel des Mannes, denn er war entschlossen, möglichst alle drei lebend zu fassen.

Als der Schuss aus dem Lauf flog, zuckte gerade wieder ein Blitz auf die Erde und überzog den Himmel wie ein Netz. Donner und Schuss vermischten sich, und der Mann da drüben wurde von den Füßen gerissen, stürzte auf das Gesicht, wälzte sich herum, versuchte wieder hochzukommen, konnte aber nicht.

Keiner der beiden anderen hatte im Donnergetöse bemerkt, was da zehn Schritt von ihnen entfernt vorgegangen war. Da fiel schon der zweite Schuss. Er galt dem Mann, der offensichtlich der Fahrer des Wagens war. Er wollte gerade auf den Bock steigen, aber da riss ihm der Sturm den Hut vom Kopf. Das rettete den Fahrer davor, getroffen zu werden. Er hatte sich schon halb am Wagen hochgezogen, als der Hut davonflog. Daraufhin sprang er wieder auf die Erde zurück und rannte seinem Hut nach. Allisons Schuss verfehlte ihn und fetzte nur die Plane des Wagens auf. Diesmal aber sah der dritte Mann das Aufblitzen, und auch der Fahrer schien begriffen zu haben, dass dieser Knall mit dem Gewitter nichts zu tun hatte. Fast gleichzeitig entdeckten sie wohl auch den Verletzten, hörten ihn womöglich, denn das Donnergrollen hatte nachgelassen. Nur der Wind heulte. Aber bis sie sich gefasst hatten, bis sie überhaupt begriffen, um was es ging, feuerte Allison seinen dritten Schuss. Und er traf den Mann, der seitlich vom Fahrer stand.

Der Fahrer jedoch wartete nicht ab, bis sein Komplize zusammengebrochen war. Mit einem Satz war er auf dem Bock, und der Schrei, den er ausstieß, drang bis zu Allison hinüber. Die sich aufbäumenden Pferde warfen sich in die Geschirre, und dann setzte sich der Wagen ruckartig in Bewegung, war im Hand umdrehen auf Fahrt und raste dahin. Die sechs Pferde galoppierten. Den Fahrer konnte Allison nicht mehr sehen, denn die Plane verdeckte ihn.

Das Gespann entfernte sich rasch. Mit King konnte Allison den Planwagen nicht einholen. Dazu war die rechte Vorderhand des Hengstes zu mitgenommen. Also brauchte er eines der beiden Pferde dort drüben. Er verließ jetzt den Platz, auf dem er die ganze Zeit gewartet hatte und ritt auf die beiden verletzten Männer zu. Er hatte das Gewehr im Anschlag, wurde zusätzlich von Sky unterstützt, der trotz der Dämmerung aufflog und sich den beiden Verletzten näherte.

Immer häufiger zuckten Blitze zur Erde, grollte der Donner, dessen Dröhnen im Tal noch verstärkt wurde. Aber Sky schien es nicht zu stören. Als er jetzt zwischen den beiden verletzten Männern niederging, blickten die ihn entsetzt an.

Da war Allison schon heran, richtete auf den, den er ins Bein geschossen hatte, sein Gewehr und sagte: „Lass die Hände ganz still liegen, und du auch da drüben!“ Er saß ab, entwaffnete die beiden Verletzten und sagte: „Helft euch gegenseitig! Ich werde euch jemanden schicken. Jetzt habe ich anderes zu tun.“ Er band King den Zügel hoch, ging zu den Pferden der beiden, löste den Zügel und saß auf. Bevor die Verletzten protestieren konnten, jagte er auf ihren Pferden davon, etwas langsamer von dem lahmenden King gefolgt.

Sky aber flog wieder auf. Und im Schein der herniederzuckenden Blitze und im immer schwächer werdenden Licht des scheidenden Tages folgte er dem Wagen, der irgendwo da vorn durchs Tal raste.

Wenn es dunkel wurde, suchte sich Sky normalerweise oben in den Felsen oder in der Krone eines großen Baumes einen sicheren Ort zum Übernachten. Heute aber musste er weiterfliegen. Da er aber nicht gewohnt war, in der Dämmerung oder gar in der Nacht zu fliegen, zog er es vor, in größere Höhe aufzusteigen, wo ihm kein Hindernis im Wege war. Trotz seines hervorragenden Sehvermögens hatte er in der Dunkelheit Schwierigkeiten, sich zu orientieren.

Als er aber aufstieg, gewahrte er weit in der Ferne im Lichte eines Blitzes das Gespann, das immer noch in ziemlichem Tempo dahinraste. Sky hatte es leicht zu folgen. Er kam hier oben viel besser voran. Aber die Sicht wurde zunehmend schlechter. Und auch Sky war auf die Blitze angewiesen, um überhaupt die Konturen der Berge deutlich erkennen zu können, vor allem aber, um zu sehen, wo inzwischen das Wagengespann angelangt war.

Auch Allison und seinen beiden erbeuteten Pferden setzte die Dunkelheit zu. Immer wieder zwang der unebene Boden auf dem Postweg zum langsameren Tempo, wenn Allison nicht riskieren wollte, dass eines der beiden Tiere stürzte und er womöglich selbst aus dem Sattel katapultiert werden wollte. Sky hingegen war jetzt genau über dem Wagengespann. Und als wieder ein Blitz aufzuckte, da setzte er zum Sturzflug an und raste mit unheimlicher Schnelligkeit von oben her auf das Gespann zu. Kurz darüber fingen die gewaltigen Schwingen den Fall ab, was ein eigenartiges Geräusch erzeugte. Dieses Geräusch war es, das die Pferde in Panik ausbrechen ließ. Mit schrillem Wiehern bäumten sie sich auf, übertraten die Stränge, verhedderten sich mit den Zügeln, und der Fahrer verlor die Gewalt über sein Gespann, das nun auch noch seitlich ausbrach.

Sky hatte gelernt, wie man ein Wagengespann stoppt. Es war ihm eingeübt worden, das Gespann von vorn anzufliegen, um die Pferde aufzuhalten. Er versuchte es. Aber infolge der Dunkelheit kam er zu tief, geriet zwischen die Köpfe von zwei vorderen Pferden, knallte mit seinem rechten Bein gegen irgendetwas Hartes, wurde herumgewirbelt, flog dann wie vom Katapult geschleudert über den Rücken des einen Pferdes hinweg, streckte geistesgegenwärtig die Schwingen aus, gewann ein wenig Höhe und flog haarscharf über den Kopf des nachfolgenden Pferdes hinweg, wurde an den Spriegel der Plane geschlagen, abermals um die eigene Achse geschleudert und kollerte mit stiebenden Federn über die Plane hinweg nach hinten. Bevor es ihm gelang, sich mit den Schwingen in der Luft zu halten, fiel er wie ein gestutztes Huhn auf den Wagenweg, überschlug sich abermals, kam dann auf die Beine, konnte aber nicht richtig auftreten, stieß sich mit dem gesunden Bein ab, flog auf, doch auch jetzt hatte er Mühe, überhaupt hochzukommen. Er war so mit sich beschäftigt, dass er nicht mehr auf den Wagen achtete. Für den Wagen war die kuriose Fahrt ebenso beendet wie für Sky sein Flug.

Eines der drei vorderen Pferde war gestürzt. Das nachfolgende Tier prallte darauf, stürzte ebenfalls. Im Handumdrehen war alles ein Gewirr von auskeilenden, stürzenden Pferden, die Deichsel brach, und der Wagen prallte wie ein Geschoss in diesen Knäuel von Pferdeleibern hinein. Der Kutscher wurde vom Bock geschleudert und geriet in dem Augenblick zwischen die Pferde, als eines der Tiere ausschlug und den Mann mit voller Wucht mit dem Eisen an die Stirn traf. Über Pferde und Mann hinweg flogen die berstenden Teile des Wagens, krachte schließlich das ganze Fahrzeug wie der Deckel eines Sarges.

Als Allison dort anlangte, drehte sich noch immer eins der in die Luft ragenden Wagenräder. Sky saß mit hängenden Flügeln auf einem Steinbrocken. Er sah zerzaust, ja, wie gerupft aus. Und die Art wie er saß, machte Allison schlagartig klar, dass sein treuer Kamerad verletzt zu sein schien.

Aber noch war Vorsicht am Platze. Während die Blitze noch immer zur Erde zuckten und es wuchtig donnerte, sprang Allison aus dem Sattel, machte die Pferde an einem Busch fest und näherte sich diesem furchtbaren Gewirr von Tierleibern und Wagenteilen. Drei der Pferde waren so schwer verletzt, dass Allison sie mit einem Gnadenschuss erlöste. Nur ein Tier war so gut wie unverletzt davongekommen. Die beiden anderen waren tot. Allison befreite das durch sein Geschirr gefesselte Pferd und ließ es laufen. Nachdem es sich vom ersten Schreck erholt hatte, galoppierte es in die Nacht hinein. Dann fand Allison auch den Mann. Als wieder mal ein Blitz die Szene erhellte, entdeckte Allison den zerschmetterten Schädel des Kutschers.

Während der Regen, der langersehnte, vom Himmel schüttete, kletterte Allison auf dem Wagenwrack herum, bis er die Kiste gefunden hatte, die ganz sicher aus der Postkutsche stammte, eine eisenbeschlagene Kiste mit zwei Schlössern daran. Es war noch nicht einmal versucht worden, diese Schlösser zu öffnen.

Allison zerrte die Kiste aus den Trümmern heraus, schleppte sie zu einem der beiden Pferde. Mittlerweile war auch King dort angekommen. Allison wuchtete die Kiste auf den Sattel des einen Pferdes hoch und band sie dort fest. Danach kümmerte sich Allison um Sky. Der Adler hatte, im Lichte von Allisons Feuerzeug besehen, eine Verletzung am rechten Bein. Es schien gebrochen zu sein. Allison schiente es mit einem Holzspan, umwickelte es, und während er das noch tat, entdeckte er die Verletzung an der linken Schwinge des Greifvogels.

„Mein lieber Freund, da bist du die nächsten drei Wochen aus dem Gefecht. Aber wenn es stimmt, was ich vermute, dann werde ich alleine mit dem Problem nicht fertig, was sich vor mir hier aufgetan hat. Mag es diesmal mit deiner Hufe geklappt haben, diesen Brüdern die Beute abgejagt zu haben. Wer weiß, ob ich es beim nächsten Mal schaffe. Das sind nicht nur zwei, drei Mann. Hier stecken mehr dahinter. Ich werde nach den beiden sehen müssen, die wir zurückgelassen haben. Hoffentlich sind sie noch nicht allzu weit entkommen. Aber ich muss auch für dich sorgen. Ich glaube, du bist mir wichtiger. Colonel Mailor wird zwar nicht sehr erbaut sein, wenn ich mich erst um dich statt um die beiden kümmere, aber du hast immer das Vorrecht. Mach dir keine Sorgen, mein Freund!“

So kam es, dass Allison auf zwei wichtige Zeugen verzichten musste, weil ihm die Gesundheit seines gefiederten Freundes mehr bedeutete. Er ritt schon bald weiter, und er hielt auf Wichita Falls zu.

Im Morgengrauen kam er dort an, völlig durchnässt. Aber das Gewitter hatte sich längst verzogen, und als die Sonne das Land erhellte, erstrahlte es in einem duftigen Grün, das vom Regen über das Land gezaubert worden war. Allison hielt sich nicht lange in der Stadt auf. Nachdem er seinen Bericht dem Sheriff übergeben hatte, brachte er die Kiste ins Büro der Scott Duncan Line. Er erzählte den Männern, was er wusste, und während der Sheriff ein Aufgebot aufstellte, das nach jenen beiden Banditen suchen sollte, war Allison schon auf dem Weg aus der Stadt, brachte er seinen gefiederten Freund zu dem einzigen Menschen, bei dem Sky auch wirklich bleiben würde und der in der Lage war, mit einem Adler umzugehen. Es war der Falkner Woddrie, jener Mann, der seinerzeit Sky für Allison abgerichtet hatte.

Auch King hatte einen Vorteil davon, dass Allison zunächst einmal um Skys Wohlergehen bemüht war, denn King war in Wichita Falls zurückgeblieben, damit sich sein lahmendes Bein erholen konnte.

Allison hatte Schwierigkeiten mit den beiden Pferden. Sie scheuten vor dem Adler, obgleich der nun wirklich in seinem gegenwärtigem Zustand keine Gefahr darstellte. Bei Nacht hatten sie ihn nicht gefürchtet. Aber nun am Tage versetzte sie der Anblick dieses gewaltigen Greifs in Panik. Allison hatte also gar keine Wahl. Er musste sich einen Einspännerwagen beschaffen, einen Dogcart, und auf ihm saß dann Sky, ohne dass das ziehende Pferd etwas davon bemerkte.

Drei Tage später hatte Allison seinen verletzten Greif bei Woddrie untergebracht und konnte nach Wichita Falls zurückkehren. Unterwegs aber sandte er in einer Telegrafenstation ein Telegramm an Colonel Mailor, um ihm von den Erkenntnissen zu berichten, die er bei dem ersten Kampf um die Scott Duncan Line gewonnen hatte. Colonel Mailor kabelte zurück, dass er in jedem Falle Verstärkung schicken würde, besonders im Hinblick darauf, dass Sky für Allison ausgefallen sei.

Wie sehr Sky in der nächsten Zeit fehlen würde, sollte Allison bald klarwerden, obgleich es zunächst einmal so aussah, als hätten die Banditen den Plan längst aufgegeben, die Scott Duncan Line zu vernichten.

 

 

2

„Nun, Allison, wir haben es wieder mal geschafft“, sagte Buck Kimmer. Er ordnete den dicken Packen Zügel in der Linken, griff zu der langen Fahrpeitsche und ließ sie knallen.

„Sieht fast so aus, Buck“, antwortete Allison, der neben ihm auf dem Bock der sechsspännigen Kutsche saß und seine Winchester schussbereit auf den Knien hielt. „Unser Glück ist eben von Dauer.“

Buck Kimmer spuckte verächtlich eine Ladung Tabaksaft zwischen die kräftigen Kruppen der Stangenpferde.

„Glück! Wenn ich das schon höre“, meinte er. „Seit du neben mir auf dem Bock sitzt, geht es gut. Das hat nichts mit Glück zu tun. Ich würde eher sagen, dass es dein Ruf als US-Marshal ist, der uns diese Halunken vom Hals hält.“

Allison zuckte die Schultern und räkelte sich. Sie hatten eine Drei-Tage-Fahrt über hundertdreißig Meilen von Fort Worth her hinter sich und waren jetzt nur noch einen Katzensprung von Wichita Falls, ihrem Ziel, entfernt. In Bridgeport und Bowie hatten sie übernachtet und zwischendurch an den verschiedenen Poststationen auf diesem Weg kürzere Pausen eingelegt.

Scott Duncan war davon überzeugt, dass die Überfälle auf das Konto seiner alten Feinde Max Preedom und Buffalo Shubalt gingen. Doch dafür konnte Allison sich nicht viel kaufen. Fest stand, dass kein Überfall mehr stattgefunden hatte, seitdem er mitfuhr.

Allison drehte sich eine Zigarette und ließ seinen Blick über die ersten Häuser von Wichita Falls schweifen, die jetzt auftauchten. Er fragte sich, ob wohl schon eine Nachricht von Rosco vorliegen würde, einem Deputy Marshal, den Colonel Mailor zum Red River geschickt hatte, damit er dort mit einer Gruppe Kiowa Indianer Kontakt aufnehme, die aus ihrer Reservation ausgebrochen war und die Gegend unsicher machte. Rosco war genau der richtige Mann für diesen Job, denn er kannte Chief Kantos, den Häuptling der Kiowas, noch aus der Zeit, da er als Fallensteller am Red River gehaust hatte, und war mit ihm befreundet.

Die Poststation von Wichita Falls kam in Sicht, und Buck Kimmer ließ den Gäulen die Peitschenschnur um die Ohren pfeifen, um im schwungvollen Trab vorzufahren.

Als die Kutsche hielt, spielte sich die übliche Szene ab, die Allison inzwischen schon ein paarmal erlebt hatte. In diesen Grenzstädten ist die Ankunft der Post eine kleine Sensation. Allison holte sein Gepäck vom Wagendach, sprang vom Bock und drängte sich durch die aussteigenden Passagiere und die Leute die gekommen waren, um sie zu empfangen.

Im Obergeschoss der Station waren Zimmer für den Kutscher und seine Begleiter reserviert. Allison machte sich frisch und nahm einen Schluck Whisky aus der Flasche, die Buck ihm hinhielt. Zu diesem Zeitpunkt war sie noch voll. Allison wusste, dass Buck die Hälfte bis zum Abendbrot und den Rest vor dem Schlafengehen trinken würde.

Sein erster Weg führte den Marshal in den Telegrafenraum im Erdgeschoss, und er war enttäuscht, als er keine Nachricht von Rosco vorfand.

Allison dachte an sein Pferd, an den Schwarzschecken King, den er letzthin hier zurückgelassen hatte, weil er lahmte. Aber er schob den Besuch im Stall noch auf und machte erst die Runde durch die Saloons, um Informationen über Max Preedom und Buffalo Shubalt zu sammeln.

„Sie waren beide heute Nachmittag in der Stadt“, erzählte ihm bereits der erste Barkeeper, den er nach den Burschen fragte. „Preedom und Shubalt sind nicht zu verwechseln, Sir. Buff ist untersetzt und stämmig, hat dichtes, zottiges Haar, und Max ist eine lange Hopfenstange mit einer Visage, die zum Zuschlagen verlockt. Gefährlich und gemein, die zwei, sage ich Ihnen. Noch einen Drink?“

Allison nickte.

„Schenk dir auch einen ein“, sagte er. „Kommen sie oft hierher nach Wichita Falls?“

Der Keeper schüttelte den Kopf, während er zwei Gläser einschenkte.

„Würde ich nicht sagen“, meinte er. „Sie lassen sich nicht oft hier sehen. Die meiste Zeit verstecken sie sich in den Cross Timbers.“

Nach einer Weile kam Buck Kimmer dazu, und sie aßen zusammen in diesem Saloon Abendbrot.

„Was über Shubalt und Preedom gehört?“, fragte Buck zwischen zwei Bissen.

„Sie sollen heute Nachmittag hier gesehen worden sein“, antwortete Allison und schob sich einen Bissen Steak zwischen die Zähne. „Wie kommt es eigentlich, dass die beiden Duncan eins auswischen wollen?“

Kimmer zuckte die Schultern.

„Was es zwischen ihnen und dem Boss gegeben hat, weiß ich auch nicht“, meinte er. „Auf jeden Fall hat er sie damals rausgeschmissen. Mir kommt es so vor, als ob sie das Gute mit dem Nützlichen verbinden, verstehst du? Wenn sie die Wagen seiner Linie überfallen, kommen sie zu Geld und rächen sich gleichzeitig an ihm.“

„Was heißt seine Linie?“, fragte Allison. „Ich hatte den Eindruck, dass es mehr McNairys Linie ist. Er soll eine Menge Geld in den Laden gesteckt haben.“

Kimmer grinste.

„Die Linie interessiert Campbell McNairy vielleicht weniger“, erwiderte er. „Ich schätze, dass es mehr die Tochter Duncans ist, für die er sich interessiert.“

„Anna ist ein hübsches Mädchen“, sagte Allison mehr zu sich als zu Buck.

„Campbell findet das auch“, griente Kimmer. „Mir scheint aber, er kommt nicht recht voran bei ihr, und deshalb sage ich, dass er sich nur deshalb an der Linie beteiligt hat, um über den Umweg des Geschäftes an Duncans Tochter heranzukommen.“

„Er ist reich, wie?“, fragte Allison beiläufig.

Kimmer zuckte die Schultern.

„Nichts Genaues weiß man“, sagte er. „Die einen behaupten, er sei der reichste junge Mann von Fort Worth, andere sagen, er sei ein Glücksritter und habe sich das Geld geborgt, das er in Duncans Postlinie gesteckt hat. Such dir aus, was du glauben willst, Allison!“ Allison suchte sich gar nichts aus. Er gönnte McNairy Anna Duncan nicht nur deshalb nicht, weil sie ihm selbst so gut gefiel, sondern weil sie eine eigenartige Abneigung gegen diesen Mann hatte. Was ihn selbst betraf, so sollte ein US Marshal sich an kein Mädchen binden. Zu groß ist die Aussicht für Marshalfrauen, junge Witwen zu werden.

Nach dem Essen schlenderte Allison zum Stall der Poststation, um nach King zu sehen. Die Sonne war inzwischen untergegangen, und die ersten Lampen wurden angezündet Auch über dem Eingang zum Stall brannte eine große Öllampe. Sie schaukelte leicht im Abendwind und tauchte den gepflasterten Hof in warmes, gelbes Licht Als Allison noch ein Dutzend Schritte vom Stalleingang entfernt war, trat ein untersetzter, stämmiger Mann in den Lichtkreis der Lampe, blieb einen Augenblick stehen und blickte sich um. Allison verhielt ebenfalls und drückte sich in den Schatten einer Hauswand. Irgendetwas gefiel ihm an dem Burschen nicht. Vielleicht waren es seine verstohlenen Bewegungen, vielleicht die Art, wie er sich vorsichtig umsah - jedenfalls wurde Allison das Gefühl nicht los, dass der Bursche hier nichts zu suchen hatte und bestimmt nicht mit der Absicht gekommen war, Zucker an die Gäule zu verfüttern.

Der Stämmige schlich jetzt die Stallwand entlang in Richtung auf die Corrals, die an den Stall grenzten. Allison wartete, bis er sich weit genug entfernt hatte, umrundete den Stall und marschierte auf den Hintereingang des großen Stalles zu. Er wunderte sich, dass von der Stallwache nichts zu sehen war.

Als Allison das Tor erreicht hatte, wunderte er sich nicht mehr. Undeutlich erkannte er im ungewissen Dämmerlicht, das hier herrschte, eine zusammengesunkene Gestalt, die keine zwei Meter vom Eingang entfernt im Stallgang lag. Vorsichtig ging er weiter. Als er die Ecke des Stalles umrundete, sah er ihn. Der Mann stand an ein Corralgitter gelehnt und drehte ihm seinen breiten Rücken zu.

Ein halbes Dutzend Schritte vor dem Burschen blieb Allison stehen.

„Suchst du was Bestimmtes?“, fragte er scharf.

Der andere wirbelte auf dem Absatz herum, und seine Rechte fuhr zum Colt. Er hatte ihn noch nicht aus dem Holster, als der Marshal den seinen bereits in der Hand hielt. Allison grinste spöttisch.

„Lass das lieber, Buddy“, meinte er. „Mit einer 45er Kugel im Bauch ist das Leben nur noch halb so schön. Also, was hast du hier zu suchen?“

Der andere gab keine Antwort. Er blickte an Allison vorbei auf einen imaginären Punkt der sich hinter dem Marshal befand.

„Der Trick ist so uralt, dass nur noch ein Sonntagsschüler darauf hereinfällt, Schwager“, sagte Allison und ließ seinen Colt am Abzugsbügel um den ausgestreckten Zeigefinger wirbeln. „Warum hast du den Stallburschen niedergeschlagen? Sprich schnell, oder ich werde ungemütlich.“

Der Stämmige schwieg. Er grinste nur, und zwei Sekunden später wusste Allison auch, warum.

Was der Marshal für einen Trick gehalten hatte, war ausnahmsweise keiner, sondern blutiger Ernst. Allison spürte eine Bewegung hinter sich, hörte, wie etwas durch die Luft pfiff, und warf sich blitzschnell zur Seite. Das hatte zur Folge, dass der Coltlauf des anderen nicht, wie vorgesehen, seinen Hinterkopf traf, sondern nur seine linke Schulter. Trotzdem hörte Allison die Engel singen, denn ein Coltlauf ist äußerst hart. Viel härter als so ein Schlüsselbein. Ein wahnsinniger Schmerz durchzuckte den Marshal. Von der Wucht des Schlages nach vorn gerissen, stürzte er zu Boden.

Das nahm der Stämmige als Aufforderung, seinen Kopf als Fußball zu betrachten. Allison konnte sich rechtzeitig zur Seite rollen, deshalb traf die Stiefelspitze nicht seinen Kopf, sondern dieselbe Schulter, die eben mit dem Coltlauf Bekanntschaft gemacht hatte.

Allison biss die Zähne zusammen, um nicht vor Schmerz aufschreien zu müssen. Mit übermenschlicher Anstrengung rappelte er sich auf. Jetzt erkannte er auch den anderen, der ihn von hinten angefallen hatte. Der Bursche war gut einen Kopf größer als der Stämmige und wirkte wie ein hochgestellter Bleistift mit Beinen. Nichtsdestoweniger hatte er es in sich. Der Magenhaken, den er Allison versetzte, war nicht von schlechten Eltern, wenn ihm auch die Wucht fehlte, aus dem Marshal ein Taschenmesser zu machen, das vornüber zusammenklappt. Allison taumelte gegen die Stallwand, drückte sich von ihr ab und landete einen rechten Haken in der hageren Visage des Langen. Die Hopfenstange konnte nur Max Preedom sein. Max schüttelte sich so, als habe sich eine Fliege auf sein Kinn gesetzt und nicht die eisenharte Faust Allisons.

Dünn, aber zäh, konstatierte Allison und ging mit einem Magenhaken hinterher. An dieser Körperpartie war der Lange empfindlicher. Er krümmte sich vor Schmerz und taumelte ein paar Schritte zurück; nur, Allison konnte sich nicht so recht dieses Teilerfolges freuen, denn der andere, Buffalo Shubalt, schlief auch nicht. Er sprang den Marshal von hinten an, legte seinen linken Unterarm um Allisons Hals und riss ihn zurück, während er ihn gleichzeitig in die Kniekehlen trat. Shubalts Rechte fuhr mit dem Colt hoch, und diesmal konnte es Allison nicht verhindern, dass er den Lauf auf den Kopf bekam. Shubalt konnte in dieser Stellung nicht so ausholen, wie er gern gewollt hätte, und so blieb Allison bei Bewusstsein. Aber Allison fühlte, wie seine Knie weich wurden und ihm die Beine unter dem Leib wegsackten.

Der Bandit ließ ihn zu Boden gleiten, kniete sich über ihn und landete eine Serie linker und rechter Haken an Allisons Kopf.

„Mach ihn still, Buff!“, rief Preedom. „Nimm das Messer! Nicht hier schießen!“

Allison bekam ein merkwürdiges Gefühl zwischen den Schulterblättern. Er konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, dass es jetzt Ernst wurde.

Buffalo Shubalt ließ von ihm ab, richtete sich halb auf und fingerte sein Bowiemesser aus der Innentasche seiner Lederweste. Noch bevor er es richtig in der Hand hatte, warf Allison sich mit einem Ruck zur Seite, dass Shubalt ins Wanken kam, riss seine Knie hoch und trat mit aller Wucht zu. Der Bandit machte einen Salto rückwärts und verlor dabei sein Messer. Keuchend rappelte Allison sich auf und griff zum Colt. In diesem Augenblick drangen Stimmen an sein Ohr und das Geräusch laufender Schritte. Sein rechter Arm, der den Colt hielt, war so schwer wie Blei. Es kostete ihn unheimliche Kraft, ihn zu heben.

Als er endlich den Colt so weit oben hatte, dass er hätte abdrücken können, verschwammen die beiden Gestalten der Banditen vor seinen Augen zu schattenhaften Umrissen. Der schwere 45er riss seinen Arm unwiderstehlich nach unten. Es war zu viel gewesen, was Shubalt und Preedom ihm geboten hatten.

An der Stallwand entlang rutschte Allison abermals zu Boden. Er war nicht bewusstlos, aber die Stimmen der Männer, die ihm zu Hilfe kamen, drangen nur wie aus weiter Ferne an sein Ohr.

Das dumpfe Krachen von Coltschüssen ertönte, aber Allison vermisste das bekannte Pfeifen von Kugeln, folglich schossen nicht die Banditen, sondern die anderen.

Allison fühlte, wie eine kräftige Hand sein Kinn anhob, dann spürte er den Hals einer Metallflasche zwischen den Lippen und gleich darauf das wohlige Brennen von Whisky auf der Zunge. Allison nahm einen kräftigen Schluck und öffnete die Augen. Vor ihm stand die hochgewachsene Gestalt von Buck Kimmer.

„Alles klar, Allison?“, fragte der Fahrer.

„Alles, bis auf meinen Kopf“, antwortete Allison mit schmerzverzerrtem Gesicht. Er ließ sich von Kimmer auf die Beine helfen und zu dem Wassertrog führen, der nicht weit entfernt war und als Pferdetränke diente. Der Marshal klammerte sich mit beiden Händen fest am Rand an und tauchte seinen Kopf ins Wasser. Das kühle Nass tat ihm wohl. Als er sich wieder aufrichtete, konnte er schon allein auf den Beinen stehen. Er nahm noch einen Schluck aus Kimmers Flasche, strich sich das nasse Haar aus der Stirn und machte den Versuch zu lächeln. Es wurde eine Grimasse daraus, doch das sah keiner in der Dunkelheit.

„Sie sind uns durch die Lappen gegangen“, murrte einer der Männer, die mit Buck Kimmer ihm zu Hilfe gekommen waren. „Aber es müssen Shubalt und Preedom gewesen sein. Die beiden haben sich schon den ganzen Nachmittag hier herumgedrückt.“

„Der Figur nach waren sie es“, meinte der andere. Allison kannte die beiden von seinem ersten Besuch der Station her, als er King hierlassen musste. Sie gehörten zum Stallpersonal.

„Kümmert euch um die Nachtwache!“, sagte Allison. „Der Mann liegt im Stallgang. Ich hoffe, er ist nur niedergeschlagen worden.“

Die beiden verschwanden, und Allison blieb mit Buck Kimmer allein zurück.

„Was meinst du, was sie hier eigentlich wollten, Allison?“, fragte Buck. Allison grinste schwach.

„Keine Ahnung, es sei denn, sie wollten Feuer im Stall legen“, antwortete er und massierte sich seinen Hinterkopf.

Sie gingen zum Stall zurück, wo sich die anderen um den Niedergeschlagenen kümmerten.

„Es waren Shubalt und Preedom“, sagte der Stallbursche. „Ich habe sie genau erkannt, bevor sie mich niederschlugen.“

Sie durchsuchten die nähere Umgebung der Poststation, doch ohne Erfolg. Die Banditen hatten längst das Weite gesucht.

„Die Burschen haben sich in ihr Mauseloch in den Cross Timbers verkrochen“, sagte Buck und spuckte eine Ladung Tabaksaft auf die Straße. „Ich schätze, sie wissen, dass du ein Marshal bist. Deshalb haben sie dich auch noch nicht vom Bock geschossen und uns in Ruhe gelassen.“

„Freu dich nicht zu früh, Buck!“, sagte Allison. „Shubalt und Preedom machen nicht den Eindruck, als ob sie ohne weiteres aufgeben würden. Ich fürchte, wir werden noch unser blaues Wunder mit ihnen erleben. Das nächste Mal kommen sie bestimmt nicht mehr allein, sondern bringen ihre Revolvermänner mit.“ Während Buck Kimmer hinauf in den Schlafraum ging, kümmerte sich Allison um seinen Hengst. King begrüßte ihn mit verhaltenem Wiehern und rieb schnaubend seinen Kopf an seiner Schulter.

„Schon gut, alter Junge“, raunte Allison ihm ins Ohr. „Morgen sehe ich mir dein Bein an. Und wenn du nicht mehr lahmst, dann sitze ich auf dem Rückweg im Sattel, statt auf diesem verdammt harten Kutschbock.“

Allison schüttete dem Hengst noch eine Extraportion Hafer auf, dann folgte er Kimmer hinauf in ihr gemeinsames Quartier.

Der Fahrer saß halb ausgezogen auf seinem Bett und war damit beschäftigt, den Rest der Flasche auszutrinken.

„Sag mal, Marshal“, meinte er nach einer Weile. „Willst du hier das Ding eigentlich allein schaukeln?“

Allison grinste und drehte sich eine Zigarette.

„Es wäre nicht das erste“, antwortete er. „Aber diesmal werde ich es nicht brauchen. Colonel Mailor hat das ganze Kleeblatt eingesetzt.“

„Und wie heißen die einzelnen Blätter dieses Kleeblattes?“, ließ Kimmer nicht locker.

„Allison, Rosco, Fox Edley und Milt Travers“, antwortete Allison. „Sie dürften in den nächsten Tagen in Fort Worth eintreffen. Jeder der Burschen ist besser als Shubalt und Preedom.“

Buck Kimmer antwortete nicht Er war dabei, in einem letzten Zug die Whiskyflasche zu leeren.

 

 

3

Einer der Deputy Marshals, von denen Allison gesprochen hatte, ritt am Nachmittag dieses Tages den Red River entlang und hielt Ausschau nach der Gruppe Kiowa Indianer, die ihre Reservation verlassen hatte, um durch Texas zu streifen. Es war Rosco, ein knorriger, gedrungener Mann mit brandrotem Haar und Vollbart. Er trug einen abgeschabten Lederanzug aus seiner Zeit als Fallensteller und ritt einen wolfsgrauen Wallach. Rosco war seit zwei Tagen unterwegs und hatte bisher noch keine Spur von den Kiowas entdeckt. Aber am Spätnachmittag war es dann soweit.

Der Deputy Marshal entdeckte das Lager der Rothäute in einem waldreichen Streifen am diesseitigen Ufer des Red River. Dass Rosco nicht sofort darauf zuritt, lag an den Hufspuren zweier beschlagener Pferde, die ins Lager führten. Es sah so aus, als habe Chief Kantos Besuch bekommen, und Rosco erinnerte sich, dass in der Meldung von Fort Reno die Rede davon gewesen war, dass die Kiowas erst aus der Reservation ausgebrochen seien, nachdem zwei Weiße bei ihnen aufgekreuzt waren.

Rosco lenkte seinen Wallach auf eine kleine, mit dichtem Buschwerk bestandene Anhöhe, schwang sich aus dem Sattel und schnitt einen kräftigen Zweig ab. Dann ging er zurück, um seine eigene Spur auszulöschen. Er musste lächeln, als er daran dachte, dass ihm dies sein Blutsbruder Kantos beigebracht hatte, derselbe Kantos, der jetzt mit einem Dutzend Rothäuten dort unten am Lagerfeuer saß und mit zwei Weißen verhandelte. Rosco konnte sich denken, was das besprochen wurde, aber er hütete sich vor voreiligen Schlüssen.

Es dauerte nicht lange, bis die beiden das Kiowa Lager wieder verließen. Sie ritten denselben Weg zurück, den sie gekommen waren, und mussten folglich an Rosco vorbei. Rosco hatte genügend Muße, sie eingehend zu betrachten. Der eine der Burschen war untersetzt und stämmig, der andere bohnenstangenlang, dürr und hatte eine Visage, die eine gewisse Ähnlichkeit mit der einer hungrigen Klapperschlange hatte.

Der Marshal pfiff leise durch die Zähne. Es stimmt also, was der Colonel vermutet hat, dachte er.

Rosco wartete eine Viertelstunde, dann saß er auf und ritt offen auf das Lager zu. Als er sich ihm bis auf fünfzig Meter genähert hatte, wuchs vor ihm die Gestalt eines jungen Kiowa auf, der einen Henrykarabiner schussbereit in den Händen hielt und damit auf seine Brust zielte. Rosco hatte den Eindruck, dass es der Rothaut nicht allzu viel ausmachen würde, abzudrücken. Deshalb beeilte er sich, den Jungen im Kiowa Dialekt anzusprechen. Er verlangte, zu Chief Kantos geführt zu werden.

Augenblicklich ließ der Bursche das Gewehr sinken und ließ den Marshal passieren.

Ein halbes Dutzend Schritte vor dem Feuer schwang sich Rosco aus dem Sattel und trat auf die Kiowas zu. Es waren an die fünfzehn Krieger, wie er mit einem raschen Blick feststellte. Einige von ihnen waren in Hirschleder gekleidet, doch der größte Teil trug billige Magazinware oder alte, abgetragene Armee-Uniformstücke. Rosco las Hass in ihren Augen, unverhüllten Hass, und er fühlte ein Kribbeln des Gefühl im Genick, wie er es immer spürte, wenn er sich in einer gefährlichen Situation befand.

Chief Kantos erhob sich und kam auf Rosco zu. In seinem bronzefarbenen Gesicht malten sich Erstaunen und Überraschung ab.

„Rosco“, sagte Kantos. „Wir haben uns lange nicht gesehen, mein Freund!“

Rosco lächelte. Das Eis schien gebrochen zu sein. Aber das Kribbeln im Genick blieb merkwürdigerweise.

„Ja, es ist lange her, Kantos“, erwiderte er.

Im Kiowa Dialekt erklärte der Häuptling den anderen mit wenigen Worten, wer Rosco sei. Dann ging er mit ihm ein Stück abseits, und sie frischten Erinnerungen aus alter Zeit auf, da Rosco noch in der Nähe ihrer Reservationen Fallen gestellt und Kantos’ Freundschaft erworben hatte.

„Warum seid ihr hier und nicht in der Reservation?“, fragte der Marshal nach einer Weile.

„Ich bin ausgezogen, um meinen Bruder zu rächen, Rosco“, antwortete Kantos in ausgezeichnetem Englisch. „Ich habe endlich erfahren, wer ihn ermordet hat.“

„Die beiden Weißen, die ich vorhin sah, haben es dir gesagt, nicht wahr?“, fragte Rosco.

Kantos nickte ernst.

„Als mein Bruder ermordet wurde, arbeiteten sie bei dem Mann, der ihn hinterrücks erschoss. Sein Name ist Scott Duncan, und er wohnt in Fort Worth. Damals, als er meinen Bruder tötete, hatte er ein Fuhrunternehmen und beförderte Frachten, heute besitzt er eine Postkutschenlinie. Die zwei weißen Männer hassen ihn ebenso wie ich. Auch sie wollen Rache an ihm nehmen.“

„Kannst du mir ihre Namen nennen, Kantos?“, fragte der Deputy Marshal.

Der Kiowa lächelte.

„Ich habe keine Geheimnisse vor Rosco“, erwiderte er. „Die Weißen nennen sich Max Preedom und Buffalo Shubalt.“

Rosco holte seinen Tabaksbeutel hervor, drehte sich eine Zigarette und reichte ihn an Kantos weiter.

„Shubalt und Preedom sind Verbrecher“, sagte er und wiegte den Kopf. „Ich verstehe nicht, wie du ihnen glauben konntest, Kantos. Kein Mensch traut ihnen, denn sie rauben und morden, und eines Tages werden sie einen schändlichen Tod am Galgen sterben.“

Details

Seiten
131
Jahr
2020
ISBN (eBook)
9783738939323
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v542513
Schlagworte
texas mustang rosco

Autor

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Titel: TEXAS MUSTANG #28: Rosco bricht durch