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Der Knochengeneral

2020 132 Seiten

Zusammenfassung

In einer nicht allzu fernen Zukunft ist der Knochengeneral, einst Totengräber seiner kleinen ostbelgischen Gemeinde, neben seiner Labradorhündin Shana der einzige Überlebende der „Vapokalypse“, eines Zwischenfalls, in dessen Verlauf die gesamte Menschheit von einem Moment auf den anderen von der Erde getilgt wurde. Einer Erde, der sie das wohl tödlichste Vermächtnis aufgebürdet hat, das man sich nur vorstellen kann: Eine sehr große Anzahl von Atomkraftwerken, die sich unkontrolliert und unaufhaltsam dem ultimativen Super-GAU nähern …

Dieser Band beinhaltet folgende Geschichten:
› Der Teufel im Display
› Die Offenbarung des Knochengenerals
› Der Gefangene der Zeit

Leseprobe

Table of Contents

Der Knochengeneral

Der Teufel im Display

1

2

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5

6

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9

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Die Offenbarung des Knochengenerals

VORWORT: 1,1-3

BRIEFLICHE EINLEITUNG: 1,4-8

DIE SENDSCHREIBEN AN DIE NEUN GEMEINDEN: 1,9-2,11

Die Beauftragung des Knochengenerals: 1,9-19

An die Gemeinden in Eupen: 2,1-11

DIE EINLEITENDE SCHILDERUNG DER VAPOKALYPSE: 3,1-15

Ein guter Mensch, in seinem dunklen Drange, ist sich des rechten Weges wohl bewusst: 3,1-15

GIB DEM MENSCHEN EINEN HUND UND SEINE SEELE WIRD GESUND: 4,1-26

EIN KLEINES STÜCKCHEN NORMALITÄT 5,1-21

Leben ist besser, auch leben in Armut: Der Lebende kommt noch zur Kuh: 5,1-21

DER KAMPF DES KNOCHENGENERALS MIT SICH SELBST: 6,1-10,22

Arbeit ist das beste Mittel gegen Verzweiflung 6,1-24

Selbst der Dieb, im Begriff, einen Einbruch zu begehen, ruft Gott um Beistand an: 7,1-19

Wenn kein Fasching wär’, wäre mancher immer irgendwer: 8,1-13

Aus Diebstahl wird Eigentum: 9,1-14

Wer das Wenn erstiegen, sieht das Aber liegen: 10,1-22

DES MENSCHEN VERMÄCHTNIS: 11,1-14,9

Ein Glas ist fabelhaft, zwei sind zu viel, drei sind zu wenig: 11,1-9

Das freie Meer befreit den Geist: 12,1-12

Aroma: Ein Wispern, das die Nase hört: 13,1-13

Nuklearzeitalter: Hohe Entwicklungsstufe, über die wir in die Steinzeit stolpern können: 14,1-9

DIE ENTSCHEIDUNG DES KNOCHENGENERALS: 15,1-21,9

Ausgetretene Pfade sind die sichersten, aber es herrscht viel Verkehr: 15,1-9

Der schlimmste Weg, den man wählen kann, ist der, keinen zu wählen: 16,1-8

An den Scheidewegen des Lebens stehen keine Wegweiser: 17,1-11

Das Prinzip aller Dinge ist Wasser, aus Wasser ist alles, und ins Wasser kehrt alles zurück: 18,1-8

Wähle einen Beruf, den du liebst, und du wirst keinen einzigen Tag Arbeit haben im Leben: 19,1-22

Der Tod von eigener Hand ist und bleibt die stärkste aller Unabhängigkeitserklärungen: 20,1-8

Hoffnung gießt in Sturmnacht Morgenröte: 21,1-9

Der Gefangene der Zeit

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Der Knochengeneral

 

 

Drei unheimliche Geschichten

von Olivier Watroba

 

 

 

IMPRESSUM

 

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© Roman by Olivier Watroba

© Cover: pixabay mit Kathrin Peschel, 2020

Lektorat/Korrektorat: Kerstin Peschel

© dieser Ausgabe 2020 by Alfred Bekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

 

 

 

Dieser Band beinhaltet folgende Geschichten:

 

› Der Teufel im Display

Die Offenbarung des Knochengenerals

› Der Gefangene der Zeit

 

 

***

 

 

Der Teufel im Display

 

 

Horror-Novelle

 

 

Der junge Mathéo, angehender Abiturient und hoffnungsloser Romantiker, hat endlich seine große Liebe gefunden, doch was niemand auch nur im Entferntesten ahnen kann, sein und das Leben aller, die in dem beschaulichen Örtchen Euphen wohnen, wird sich in den nächsten Stunden von Grund auf ändern, sollten sie zu den „Glücklichen“ gehören, die diese Nacht überleben.

Etwas überaus Böses, alles Leben Vernichtende, scheint durch ein intensives Leuchten über die Displays sämtlicher Handys und Smartphones Besitz von jenen Menschen zu nehmen, die diesem Gerät ihre Aufmerksamkeit schenken. Einem Parasit gleich saugt es seinen Opfern erst den eigenen Willen und schließlich das Leben aus. Todesmutig begibt sich Mathéo auf die Suche nach Camille, seiner Herzdame, die ebenfalls Opfer dieses Phänomens wurde, wohl wissend, dass auch er sich über kurz oder lang der Sogwirkung seines Handys nicht wird entziehen können …

 

 

***

 

 

Diese Geschichte widme ich Peter Lustig, der schon damals wusste: „Einfach mal … abschalten!“

 

 

 

1

 

 

„SEITENstraße – Lesen hinterm Tresen schlägt auch in diesem Jahr wieder neue Kapitel auf. Am Samstag, dem 31. Oktober, pünktlich zu Halloween, startet ab fünfzehn Uhr die neue Ausgabe des beliebten ostbelgischen Literaturfestivals im Herzen der Eupener Innenstadt. Zum wiederholten Male laden vierzig Geschäfte und Einrichtungen dazu ein, in ihren Räumlichkeiten Literatur einmal anders als unter der heimischen Leselampe zu erleben. Der Eintritt ist frei.“

Mit diesen Worten präsentierte sich der Flyer des diesjährigen Literaturfestivals, den Mathéo am Vormittag in der Bäckerei seines Vertrauens am Marktplatz aufgeklaubt hatte. Er konnte es kaum erwarten, sich am späten Nachmittag unter die Leute zu mischen, jedoch weniger, um talentierten Vorleser(inne)n zu lauschen, wie sie Appetit auf den einen oder anderen literarischen Geheimtipp respektive Klassiker machten, sondern weil es sich um sein erstes Date handelte.

Camille, so der Name seiner Flamme, hatte er im Zuge des Theaterunterrichtes an der Pater-Damian-Sekundarschule-Eupen kennengelernt, den er bereits seit zwei Jahren absolvierte; in knapp einem halben Jahr würden er und seine Mitschüler aus dem Abiturjahr eine Adaption von Philip K. Dicks „Total Recall“ auf die Bühne bringen, und er spielte die Hauptrolle, nämlich Douglas Quaid, einen Bauarbeiter, der im Jahre 2084 ein befriedigendes, aber wenig ereignisreiches Leben mit seiner attraktiven Ehefrau Lori führt, bis er sowohl von einem anderen Leben auf dem Mars als auch einer brünetten Frau namens Melina träumt, mit der ihn ein besonders intimes Verhältnis zu verbinden scheint. Und eben diese Rolle verkörperte Camille.

Vor den eigentlichen Proben wollten die beiden Kursleiter, zwei sympathische, im Geiste jung gebliebene Pädagogen mit einem Faible für gute Literatur und Serien, ihren Schäfchen noch die Gelegenheit geben, sich in Form von kurzen Sketchen auf das in puncto Theater anstrengende Schuljahr einzuspielen, was ihnen im Falle von Mathéo und Camille zu ihrer freudigen Überraschung offenbar mehr als gelungen war.

Hätte ihm jemand gegen Ende der Sommerferien gesteckt, dass er im Verlauf des kommenden Schuljahres mit einem der attraktivsten Mädchen der Stadt „poussieren“ würde, hätte er den Betreffenden für verrückt erklärt, immerhin war Mathéo nicht eben das, was man sich unter einem Womanizer vorstellte; mit seiner braunen Kurzhaarfrisur, einem stoppeligen Dreitagebart und einem eher unauffälligen Kleidungsstil (geprägt von grauen Kapuzenpullis und Jeans) stach er optisch nicht aus der großen Masse hervor, und auch seine eher introvertierte Art brannte sich nicht in das kollektive weibliche Gedächtnis ein, ganz abgesehen von der Tatsache, dass er in puncto Smartphone der Zeit, wenn auch aus freien Stücken, hinterherhinkte. Auf seinem „Nokia Elfundneunzig Zehn“, wie er es liebevoll zu nennen pflegte, ließen sich jedenfalls keine Anwendungen wie WhatsApp et cetera herunterladen, was ihn automatisch zu einer Art Außenseiter machte, der zwar nicht gemobbt, aber eben auch nicht zu diversen angesagten Partys eingeladen wurde.

Doch auf der Bühne, da war Mathéo eine regelrechte Rampensau, die ob der Intensität ihrer Darstellung gleich welcher Figur dem Publikum den Atem raubte. Sobald er den Festsaal seiner Schule und die darin befindliche Bühne betrat, durchlief Mathéo eine Metamorphose und schlüpfte in die verschiedensten Rollen, als hätte er Method Acting studiert, jene Schauspielmethode, bei der man in seinen persönlichen Erinnerungen kramt, um bestimmte – mitunter extreme – Gefühle für die jeweilige Rolle abzurufen.

Camille hingegen sprühte schon im „realen“ Leben vor Charisma, war „Everybody’s Darling“, sowohl aus Mitschüler- als auch aus Lehrersicht; viele Jungs warben um ihre Gunst, denn mit ihren langen, brauen Haaren (die sie zu Mathéos Leidwesen leider öfter zu einem unscheinbaren Dutt zusammengebunden hatte), ihren verschmitzt dreinblickenden, mandelförmigen Augen und ihrer Figur zum Niederknien brachte sie die ohnehin schon im Aufruhr befindlichen Hormone ihrer männlichen Klassenkameraden gehörig durcheinander. Was sie jedoch von anderen oberflächlichen High-School-Püppchen unterschied, war die Tatsache, dass sie sich ihrer Schönheit nicht bewusst war, beziehungsweise sie nicht zu ihren Gunsten ausnutzte; allen Mitschüler(inne)n gegenüber verhielt sie sich offen und tolerant, und ihr herzliches Lachen vermochte auch dem krassesten Außenseiter den Tag zu versüßen. Daran vermochte auch die Zahnspange nichts ändern, welche Camilla seit einigen Monaten trug, im Gegenteil: Dieser vermeintliche Schönheitsmakel machte sie Mathéos Augen umso greifbarer und verführerischer.

Doch so sehr ihr die Männerwelt auch in Scharen hinterherlief und um ihre Gunst buhlte, sie hatte noch keinem den Vorzug gegeben – bis zu jener Theater-Doppelstunde gestern Nachmittag, in deren Verlauf es galt, in Partnerarbeit die Szene vor dem ersten Rendezvous zwischen „Romeo und Julia“ zu spielen (wobei sich jeweils Junge und Mädchen auf der Bühne in Form einer Parallelhandlung in Schale schmissen, bevor Romeo dann an Julias Tür klingelte).

Wie es der Zufall – oder das Schicksal – wollte, wurden Mathéo und Camille einander zugeteilt, was eine Darbietung auf höchstem (Schul-)Theaterniveau versprach, denn beide hatten sich im Laufe des Schuljahres als Naturtalente erwiesen. Und die Erwartungen des Publikums wurden um ein Vielfaches übertroffen: Als Romeo nämlich an Julias imaginäre Pforte klopfte, öffnete diese mit einem bezaubernden Lächeln die Tür, und bevor der jüngste Spross aus dem Hause Montague noch die Gelegenheit hatte, einen Stoffblumenstrauß aus der Requisitenkammer zu überreichen, umschlang die junge Miss Capulet ihren Freier und drückte ihm einen innigen Kuss auf die Lippen …

Was sich nach Schulschluss dann auf sämtlichen sozialen Netzwerken abspielte, hätte um ein Haar zu einer Netzüberlastung geführt. Die Zungen (beziehungsweise Finger) standen in Eupen und den umliegenden Dörfern nicht still, und alle zerrissen sich das Maul (respektive die Fingerkuppen) über das neue Traumpaar an der Pater-Damian-Sekundarschule-Eupen.

 

 

 

2

 

 

Als Mathéo an jenem bedeutungsschwangeren Freitagnachmittag von der Schule nach Hause kam und noch völlig verwirrt ob der Ereignisse im Theaterkurs war, summte plötzlich sein Handy vor sich hin (dessen Nummer eh nur einer Handvoll Leuten bekannt war); da er jedoch nicht – im Gegensatz zu fast all seinen Altersgenossen – der Meinung war, dass man ständig und überall erreichbar sein müsse, ließ er sein Handy Handy sein, schaufelte erst einmal eine Schüssel Cornflakes in sich hinein und ließ die vergangenen hundert Minuten im Festsaal seiner Schule (die übrigens ob ihrer eher liberalen Geisteshaltung, die auch kreatives Engagement seitens der Schülerschaft belohnte, den Spitznamen „Rock'n'Roll High School“ trug) Revue passieren …

Noch immer konnte er den Kuss auf seinen Lippen spüren, den er aus einem Reflex heraus auch erwidert hatte, zumindest glaubte (und hoffte) er das im Nachhinein. Dass Camille ein grausames Spielchen mit ihm spielte, konnte er sich beim besten Willen nicht vorstellen, dafür war sie einfach nicht der Typ. Schon seit geraumer Zeit hatte er ein Faible für jenes Mädchen, das ihn jeden Morgen mit einem herzlichen Lächeln begrüßte und sich nach seinem Befinden erkundigte, und er hatte nie den Eindruck gehabt, dass es sich dabei um eine leere Floskel handelte.

Nein, Camille machte einen durch und durch ehrlichen Eindruck, und somit beschloss er, sein Glück einfach nur zu genießen und sich auszumalen, wie sich das Ganze wohl weiterentwickeln würde … Gleich nach der Theaterstunde war sie zum nächsten Unterricht gehastet, denn bei Herrn Largefeuille hatte man Interesse, nicht zu spät zu erscheinen, wollte man sich keine lästige Strafe einhandeln, die gewöhnlich darin bestand, den Rest des Unterrichts auf der jeweiligen Schulbank stehend Notizen in Schönschrift zu nehmen. Und abgesehen von Theater belegten „Romeo“ und „Julia“ keinen gemeinsamen Kurs, sodass er sie wohl oder übel erst nach Schulschluss irgendwo abfangen würde, denn über ihre Telefonnummer verfügte er selbstredend nicht.

Erneut summte sein Handy. Diesmal klang es irgendwie … aggressiver als sonst; ja, Mathéo hatte den Eindruck, als grapsche es regelrecht nach ihm, als wolle es um jeden Preis seine Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Wie eiskaltes Händchen aus der „Adams Family“ krabbelte das alte Nokia mithilfe seines Vibrationsalarms in Richtung seines Besitzers und versuchte nahezu krampfhaft, seine Aufmerksamkeit zu erhaschen.

Doch da biss es bei diesem auf Granit: Mathéo hatte noch nie nachvollziehen können, worin die offensichtliche Faszination seiner Mitmenschen begründet lag, in jeder freien Minute auf ein bloß wenige Zoll großes Display zu starren. Warum die Realität durch einen künstlichen Filter erleben und auf den Sehsinn beschränkt sein? Dem Menschen standen doch so viele andere Wahrnehmungsmöglichkeiten zu Gebote! Allein schon der Duft von Camilles Haaren, der ihm im Moment des Kusses entgegengeströmt war, hatte ihn vor Glück schwindeln gemacht. Warum sich auf wenige Zoll beschränken, wenn eine ganze Welt darauf wartete, in all ihren Facetten entdeckt zu …?

BBBRRRR! BBBRRR! Mann, dieses Scheißteil lässt nicht locker!, dachte Mathéo, während er den Rest Milch aus seiner Schüssel schlürfte. Das Dumme an seinem Asbach-Uralt-Handy war, dass Kurznachrichten, welche eine gewisse Textlänge überschritten, bei ihm in Form von mehreren kleinen SMS ankamen; offenbar hatte ihm irgendjemand verhältnismäßig viel mitzuteilen, und jetzt, da er in aller Ruhe seinen Nachmittagssnack zu sich genommen hatte (ein Ritual, von dem er sich unter keinen Umständen abhalten ließ, und mochten sich die Hausaufgaben türmen), erbarmte er sich der armseligen elektronischen Kreatur auf dem Küchentisch und checkte den „Mitteilungseingang“:

„Nachdem wir uns erfolgreich auf unser erstes Rendezvous vorbereitet haben, schlage ich vor, dass wir dieses auch in die Tat umsetzen. Was hältst Du davon, morgen Abend gemeinsam die „SEITENstraße“ zu besuchen und uns von guten Geschichten bezirzen zu lassen? Solltest Du an meinen Absichten zweifeln, dann bedenke dies, mein süßer Romeo: ‚Kein Hindernis aus Stein hält Liebe auf, was Liebe kann, das wagt sie auch.‘ Sagen wir achtzehn Uhr vor der St. Nikolaus Kirche? Ich würde mich freuen! Deine ‚Julia‘ ;-) PS: Wirf Dich in Schale, immerhin ist Halloween!“

Immer und immer wieder las Mathéo sich diese Zeilen durch, bis er sich schließlich einen Ruck gab und Folgendes zurückschrieb:

„‚Nenn mich Geliebter: umgetauft werd’ ich dann sein und nie mehr Romeo heißen.‘ Ich zähle auch schon die Sekunden, Babe!“

 

 

 

3

 

 

Und so machte sich Mathéo, als liebesdurstiger Vampir verkleidet, an jenem düsteren letzten Oktoberabend auf den Weg zur Eupener Innenstadt und malte sich in Gedanken aus, welcher Verkleidung seine Herzensdame wohl den Vorzug gegeben hatte … Da er um ihren guten Geschmack wusste, war er sich nahezu sicher, dass sie nicht als nullachtfünfzehn-Hexe in Erscheinung treten würde; nein, eine Zombie-Nonne oder Schwarze Witwe waren da schon eher ihr Kaliber. Am Ende tippte er jedoch auf eine gewisse Harley Quinn, immerhin war Camille bereits mehrere Male mit ’nem schwarzen T-Shirt zum Theaterkurs erschienen, auf dem das ikonische Batman-Logo prangte, sodass man annehmen durfte, dass sie mit dem DC-Universum einigermaßen vertraut war.

Mathéo wohnte zwar in den Außenbezirken der Stadt, doch auch hier war bereits eine muntere Kinderschar unterwegs, um „Süßes oder Saures“ einzufordern, sodass er vorsorglich eine Handvoll Schokoriegel eingesteckt hatte, die er den kleinen Hexen und Teufeln gerne überließ, aber nicht, bevor er ihnen einen gehörigen Schrecken eingejagt hatte, als er hinter einem Busch hervorsprang und mordlüstern seine falschen Eckzähne fletschte; doch ehe eines der kreidebleich angelaufenen (in einigen Fällen geschminkten) Kinder auch nur auf die Idee kam, in Tränen auszubrechen, hatte Mathéo ihnen die besagten Schokoriegel in die Hände gedrückt und ihnen ein „Fröhliches Halloween!“ gewünscht.

Den Stadtrand hatte er nun hinter sich gelassen, aber auch die steile Hauptstraße namens Kaperberg hinunter zur Innenstadt wurde auf der rechten Seite von einer Wiese flankiert, der bleiche Nebelschwaden entstiegen, die in aller Seelenruhe über den angrenzenden Asphalt krochen, als wollten sie die Zivilisation daran erinnern, dass Mutter Natur aus einer Laune heraus alles, was die Menschheit je zum Guten oder zum Schlechten hervorgebracht hatte, von ihrem Antlitz tilgen konnte, wann immer sie es für richtig oder nötig erachtete.

Auf Mathéo, der noch ganz im Theatermodus war und sich, wenn schon nicht als frommer Christ, so doch als Pantheist bezeichnete (nachdem er im Deutschunterricht auf jene philosophische Strömung gestoßen war, als seine Lehrerin ihm und seiner Klasse den „Sturm und Drang“ näherbrachte), hatte es jedoch viel mehr den Anschein, als habe Gott in seiner Funktion als omnipräsenter Bühnenregisseur eine überdimensionale Nebelmaschine angeschmissen, um dem herbstlichen Bühnenbild das I–Tüpfelchen zu verpassen.

Am Fuße des Kaperberges angelangt, passierte er den Altbau der Pater-Damian-Sekundarschule, die im diffusen Licht der Straßenlaternen weitaus weniger einladend wirkte als noch vor einigen Stunden, als Mathéo selig lächelnd aus dem Eingangsbereich geschlendert war, dessen weiße Türflügel nun geschlossen waren und wie zwei riesige Schneidezähne anmuteten, die nur darauf warteten, einen ahnungslosenden Spaziergänger in Stücke zu zerreißen.

Entgegen seiner Gewohnheiten – wie bereits erwähnt, pflegte Mathéo mit offenen Augen und Ohren durchs Leben zu gehen – hatte der angehende Abiturient sein Handy gezückt, um sich zu vergewissern, dass Camille ihm nicht im letzten Moment eine Absage erteilt hatte. Zu seiner großen Erleichterung war dies zwar nicht der Fall, doch machte ihn etwas bei der Betrachtung seines zerkratzten Displays stutzig, und zwar die Tatsache, dass es mit einem Mal bläulich schimmerte, obschon er eigentlich Grün als Hintergrundfarbe gewählt hatte. Es war eine Art milchiges Blau, wie die Pupillen alter, demenzkranker Greise, die sich nicht einmal mehr an ihren eigenen Namen erinnern konnten und in ihren Urängsten gefangen waren … Etwas an der Hintergrundbeleuchtung ließ Mathéo schaudern, sodass er das „Nokia Elfundneunzig Zehn“ rasch wieder in die Tasche seines schwarzen Fracks gleiten ließ und zügig seinen Weg in Richtung Werthplatz fortsetzt.

 

 

 

4

 

 

Was ihm unmittelbar auffiel, war die Tatsache, dass dieser noch mit Dreck und Unrat übersät war, der ohne jeden Zweifel vom gestrigen Wochenmarkt herrührte, welcher jeden Freitag zwischen sechs und vierzehn Uhr auf dem altehrwürdigen Platz mit dem circa zehn Meter hohen Kriegerdenkmal in Form des heiligen Georgs, der auf seinem Pferd einen Drachen tötet, abgehalten wurde.

Auf den zweiten Blick waren es jedoch weniger die Abfälle (vorwiegend übel riechendes Fischgekröse), sondern der heilige Georg selbst, der die Aufmerksamkeit des Abiturienten auf sich zog; es hatte den Anschein, als blicke der christliche Märtyrer noch grimmiger drein, als wolle er sich nach seinem Sieg über den Drachen gegen einen neuen Feind behaupten, der sich anschickte, das verschlafene Eupen unter seine Knute zu zwingen.

Noch nie waren ihm die steinernen Züge des Reiterstandbildes so plastisch, ja, so lebendig vorgekommen. Die Mundwinkel des Ritters waren regelrecht verzerrt, als befinde er sich in einer Art Blutrausch. Und wenn er nicht genau wüsste, dass er noch keinen Tropfen Alkohol zu sich genommen hatte (immerhin wollte Mathéo seine Angebetete nicht mit einer Fahne vergraulen, obschon er weiß Gott ’nen kleinen Muntermacher vertragen könnte!), hätte er schwören können, dass der sogenannte Nothelfer mit seiner Lanze in Richtung Innenstadt wies, als schicke er sich an, seinem Feind entgegenzustürmen und ihn aufzuspießen.

Mathéo kniff die Augen zusammen – und der monumentale, steinerne Reiter wirkte unbeweglich wie eh und je. Doch der junge Abiturient konnte sich eines unruhigen Gefühls in der Magengrube nicht erwehren, als sei er sich eines unsichtbaren Damoklesschwerts bewusst, das über seiner Heimatstadt schwebte. Kopfschüttelnd beschleunigte er seine Schritte und redete sich ein, dass seine Hirngespinste auf ein Übermaß an Nervosität angesichts seines Dates zurückzuführen waren.

Nur noch zwei Straßen trennten Mathéo von seiner Herzensdame; die Glocken der Friedenskirche an der Klötzerbahn, einem weiteren kleinen Platz mit einem Wasserbassin in der Mitte, das die einheimischen Kinder im Sommer gerne zum Planschen nutzten, schlugen zur sechsten Stunde, als der junge Abiturient die Beine in die Hand nahm. Immer noch führte er seine innere Unruhe einzig und allein darauf zurück, dass ihm in wenigen Sekunden die Ehre zuteilwurde, den Abend mit einem der hübschesten Mädchen der Stadt zu verbringen und er nicht den leisesten Schimmer hatte, wie er sie bei der Stange halten sollte.

Als er um die Ecke in die Kirchstraße einbog, versuchte er krampfhaft, den Eingangsbereich der St. Nikolauskirche (ja, an Kriegerdenkmälern und Gotteshäusern mangelte es Eupen wahrlich nicht, was das Böse jedoch nicht davon abhalten sollte, in den folgenden Stunden gnadenlos über die ostbelgische Kleinstadt herzufallen) mit seinen Augen heranzuzoomen, in der Hoffnung, vorzeitig seine geliebte Camille zu erspähen. Irgendetwas war ihr zugestoßen, das spürte er nun mit jeder Faser seines Körpers, und er verfluchte sich dafür, dass er nicht wie gewöhnlich fünfzehn Minuten vor dem eigentlichen Zeitpunkt auf der Matte gestanden hatte.

Während er die Kirchstraße hochhastete, drängte er sich an entgegenkommenden Passanten vorbei, die allesamt an ihrem Smartphone klebten, von denen ebenfalls ein bläulicher Schimmer ausging, der eine Art Sogwirkung auf ihre Besitzer auszuüben schien; Mathéo nahm dies jedoch nur am Rande wahr, sein Blick galt einzig und allein dem Eingangsportal der St. Nikolauskirche, jenem Fanal der Hoffnung, wo er sein Mädchen anzutreffen gedachte, doch im tiefsten Inneren seines Herzens wusste er, dass es nicht sein konnte.

Und Bingo: Als er keuchend das Kopfsteinpflaster vor der Kirche mit den markanten Doppeltürmen erreichte, war von Camille weit und breit nichts zu sehen. Die sogenannte Stimme der Vernunft versuchte ihm einzubläuen, dass die Klassenschönheit ihm einen Bären aufgebunden hatte und sich just in diesem Moment in Gegenwart ihrer Freundinnen ins Fäustchen lachte; ja, vielleicht lagen sie sogar in einem der umliegenden Cafés auf der Lauer und beobachteten ihn heimlich, wie er sich zum Affen machte. Allein Mathéo glaubte nicht daran: Irgendetwas war im Gange, etwas Großes, Schreckliches, das beileibe nicht nur ihn und Camille betraf.

Fieberhaft versuchte er sich zu erinnern, aus welchem Dorf Camille stammte („Raeren, Raeren, Camille wohnt in Raeren!“), und im Geiste ging er bereits die Uhrzeiten sämtlicher Busverbindungen dorthin durch, als plötzlich sein eigenes Handy in der Hosentasche klingelte …

 

 

 

5

 

 

Sollte er den Anruf entgegennehmen oder nicht? Auf der einen Seite handelte es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um Camille, denn außer ihr kannten bloß eine Handvoll Freunde seine Nummer, die jedoch allesamt ins benachbarte Lüttich gefahren waren, um im berühmt-berüchtigten Studentenviertel „Carré“ die Nacht zum Tag zu machen (Mathéo hatten sie erst gar nicht darum gebeten, sie zu begleiten, da sie wussten, wie sehr er laute Musik und undurchdringliche Menschenmassen verabscheute), seine Eltern wiederum feierten ihren Hochzeitstag übers Wochenende in einem Elsässer Luxushotel, und ihren „Kontrollanruf“ hatten seine alten Herrschaften bereits vor zwei Stunden getätigt; nein, es war Camille, dessen war er sich sicher.

Nervös fingerte er an seiner Hosentasche herum und förderte das Nokia Elfundneunzig Zehn zu Tage. Dass Camille ein grausames Spielchen mit ihm spielte, konnte er sich beim besten Willen nicht vorstellen, dafür war sie einfach nicht der Typ. Als das bläuliche Leuchten (das ihn irgendwie an Irrlichter erinnerte) seine volle Wirkung entfalten konnte, drückte er die winzige Taste mit dem grünen Telefonhörersymbol und rief:

„Camille? Camille?!? Geht es dir gut? Camille? Bist du das? Antworte bitte, Camille!“ Wenn es sich tatsächlich um einen üblen Scherz handelte und die involvierten Mädchen das Gespräch aufzeichneten, brauchte er sich kommende Woche nicht mehr in der Schule blicken zu lassen, doch das war jetzt seine geringste Sorge. Angespannt lauschte er dem statischen Rauschen am anderen Ende der Leitung, durch das sich eine honigsüße Stimme kämpfte, die jedoch am Ende ihrer Kräfte war:

„Ma… Mathéo? Oh Gott sei … Gott sei Dank! Du bist es! Ma… Mathéo, ich … ich …“ Ein lang gezogener Stoßseufzer entrang sich Camilles Kehle, als strecke sie die Waffen und ergebe sich ihrem Schicksal.

„Camille? Was ist passiert? Camille? Bist du noch dran? Rede bitte mit mir, Camille! Camille!!!“ Der panische Unterton in Mathéos Stimme schien seine Gesprächspartnerin für den Bruchteil einer Sekunde aus deren Lethargie zu reißen, denn mit allerletzter Kraft hauchte sie:

„Ich … ich bin … in der Apotheke … Apo… Apotheke … Bitte …“

 

 

 

6

 

 

Mehr musste Mathéo nicht wissen, denn obschon Eupen sage und schreibe fünf Apotheken zählte, war er sich ziemlich sicher, wohin er sich zu wenden hatte, immerhin nahm nur eine einzige am „SEITENstraße“-Festival teil, und zwar die Martinus-Apotheke an der Klötzerbahn, wo übrigens sein diesjähriger Deutschlehrer an der Pater-Damian-Sekundarschule-Eupen als Vorleser zugegen war, der sich neben seiner Tätigkeit als Pauker auch als Schriftsteller verdingte; dem Klappentext auf dem Werbeflyer zufolge handelte es sich bei seinem aktuellen Werk um eine „Horror-Science-Fiction-Heimat-Komödie“, in deren Verlauf ein französischsprachiger Vampir in einem futuristischen Eupen die gesamte Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens französischsprachig beißen wollte, und nur fünf Studenten der Germanistik waren dazu auserkoren, seinem finsteren Treiben Paroli zu bieten. Ein wahnwitziger Plot, fürwahr, der für Mathéo jedoch angesichts der jüngsten Geschehnisse im Herzen der Eupener Innenstadt nicht mehr ganz so an den Haaren herbeigezogen anmutete.

Somit beschleunigte der besorgte Jugendliche seine Schritte und lief den Weg zurück, den er soeben gekommen war; ein unangenehmer Nieselregen hatte eingesetzt und verwandelte den Bürgersteig, der von nassem Laub übersät war, in eine wahre Rutschpartie, die auch Mathéo so manches Mal ins Straucheln brachte. Darüber hinaus hatten die seltsamen Nebelschwaden von vorhin die Innenstadt erreicht und legten sich wie eine riesige Dunstglocke über die Straßen und Gassen der Eupener Oberstadt, als wollten sie jenes Fleckchen Erde vom Rest der Welt abschirmen.

Mit klopfendem Herzen bog Mathéo am unteren Ende der Kirchstraße um die Ecke, heftete seinen Blick auf das hell erleuchtete Kreuz, das oberhalb der Martinus-Apotheke angebracht war, und achtete somit nicht mehr auf die Blätter zu seinen Füßen, die das Kopfsteinpflaster der Klötzerbahn wie eine glitschige Schicht aus Schmierseife überzogen. So kam es, wie es kommen musste: Mathéo glitt aus und flog im hohen Bogen auf die Nase, die zwar nicht krachte, aber anschließend heftig blutete, was ihn für den Bruchteil einer Sekunde schwindelig machte, konnte er doch kein Blut sehen, schon gar nicht sein eigenes.

„Reiß dich zusammen, Alter!“, knirschte der angeschlagene Zwölftklässler und wischte sich mit dem Handrücken über die aufgeschürfte Nase, die daraufhin brannte, als habe sie jemand mit Kerosin überschüttet und ein Streichholz hinterhergeworfen. Wenigstens holte der Schmerz Mathéo wieder auf den Boden der Tatsachen zurück, sodass er die letzten Meter bis zur Apotheke in Angriff nahm.

Was ihm sogleich auffiel war, dass das Kreuz nicht wie sonst in einem hellen Grün erstrahlte, sondern in einem fahlen Blauton, der ihm mittlerweile nur allzu vertraut war. Hoffentlich kam er nicht zu spät! Auch dieses Jahr war der Publikumsandrang beim allseits beliebten „SEITENstraße“-Festival mitunter so groß, dass es vielen Interessenten schwer fiel, Einlass in bestimmte Lokale zu finden, und die Martinus-Apotheke bildete da leider keine Ausnahme: Wie eine Horde willenloser Zombies brandete eine regelrechte Menschentraube gegen das Schaufenster, als gäbe es dort etwas umsonst (im Grunde genommen war dem auch so, schließlich war der Eintritt gratis und der Inhaber mit dem markanten Ziegenbärtchen und einem Faible für schicke Hemden ließ es sich nicht nehmen, in Anbetracht der nass-kalten Jahreszeit heiße Kräutertees sowie diverse Knabbereien zu reichen).

Was Mathéo jedoch stutzig machte, war die Tatsache, dass die Leute den Blick ausnahmslos auf ihr Handy gerichtet hatten. Der aufziehende Nebel sowie die ohnehin schon trüben Sichtverhältnisse machten es ihm schwer, die Regungen in den Gesichtern der Menschen zu lesen, aber das, was er erkennen konnte, ließ ihm das Blut gerinnen: Ihre Augen lagen tief in den Höhlen und waren blutunterlaufen, als hätten sie schon seit Tagen keinen Schlaf mehr gefunden. Mit stumpfem Blick wiegten sie wie in einer Art Trance hin und her, ja suhlten sich in dem bläulichen Licht, das von ihren Handydisplays ausging und sie einzulullen schien. Aus manchen Mündern troff der Speichel in dickflüssigen Fäden heraus und ließ sie wie treudoofe Lämmer erscheinen, die zur Schlachtbank geführt wurden, und Mathéo spürte instinktiv, das genau das – wenn auch im übertragenen Sinne – der Fall war. Was hatte das alles bloß zu bedeuten?

Wenn seine verfluchte Nase bloß nicht so bluten würde! Schmerzlich wurde er sich der Ironie seiner Situation bewusst: Da stand er nun vor der Apotheke des Vertrauens seiner Familie (zumindest pflegten seine Eltern stets bei dem sympathischen „Pillendreher“ ihre medizinischen Rezepte einzulösen), blutete wie ein Schwein – und fand keinen Einlass! Bislang verhielten sich die „Smarties“ (diesen Spitznamen hatte sich Mathéo schon vor geraumer Zeit für seine handysüchtigen KlassenkameradInnen aus seiner damals noch heilen Nase gezogen) ihm gegenüber zwar desinteressiert, er hatte jedoch das ungute Gefühl, dass sich dies schlagartig ändern würde, wenn er versuchen sollte, sich gewaltsam Einlass zu verschaffen.

Doch es half nichts: So, wie die Dinge standen, wurde Camille gegen ihren Willen im Inneren des altehrwürdigen Patrizierhauses (das aus dem 17. Jahrhundert datierte, als Eupen noch eine Hochburg der Tuchindustrie war) festgehalten, und Mathéo war der Einzige, der diesbezüglich im Bilde war, sodass er nicht länger zögerte und sich mit Knüffen und Stößen das Eingangstreppchen hinaufkämpfte. Doch mit solch einer Gegenwehr seitens der vermeintlich erschlafften, da vollkommen apathischen Smarties hatte er nun doch nicht gerechnet; allein schon ihr Gesichtsausdruck, der binnen Sekunden von stumpfer Teilnahmslosigkeit in blanke Wut umschlug (wobei sie dennoch nicht ihren Blick vom Display ihres jeweiligen Handys zu lösen vermochten), hätte einen Außenstehenden sicherheitshalber auf Abstand gehen lassen.

Als das unheimliche Empfangskomitee dahinter kam, dass dem unerwünschten Eindringling mit bösen Blicken nicht beizukommen war, intensivierte sich das bläuliche Leuchten ihrer Displays plötzlich um ein Vielfaches, und ehe Mathéo sichs versah, begannen die Smarties wild um sich zu schlagen, wobei sie keine Rücksicht auf sich selbst nahmen. Als er einen heftigen Nasenstüber einstecken musste, schrie Mathéo vor Schmerzen laut auf und versetzte seinerseits dem jeweiligen Angreifer seine Faust aufs Auge.

Erschrocken nahm er unmittelbar darauf zur Kenntnis, dass dieser – übrigens ein stadtbekannter Obdachloser, der auf den Spitznamen „Catweazle“ hörte, benannt nach dem angelsächsischen Zauberer aus der berühmten TV-Serie der 1970er Jahre, dem er zum Verwechseln ähnlich sah – gezwungen war, sich vom Display seines Smartphones abzuwenden, und der Ausdruck blanker Angst, ja schierer Panik, der sich gleich darauf über dessen Züge legte, als habe man ihn seines Lebenssinns beraubt, verursachte in seinem „Peiniger“ fast schon ein schlechtes Gewissen. Doch dieser Befreiungsschlag hatte Mathéo ein paar wertvolle Sekunden verschafft, in deren Verlauf er sich zur Tür durchboxte und diese nach innen aufschob …

 

 

 

7

 

 

Deutschlehrer W. war es ja gewohnt, dass es im Zuge der „SEITENstraße“ in den jeweiligen Etablissements etwas eng werden konnte, immerhin war er ein alter Hase, der bereits zum fünften Mal beim allseits beliebten Literaturfestivals mit von der Partie war; im Gegensatz zu manch anderen Vorlesern pflegte er allerdings ausschließlich selbst verfasste Texte vorzutragen; für seinen ersten Roman „Vorsicht: Die Leiche grinst!“ hatten die Organisatoren ihm beispielsweise einen Platz in einer Metzgerei besorgt, deren findige Betreiber kurzerhand die Ladentheke mit Schweineblutbottichen und blutigen Rinderhälften dekoriert hatten.

Mittlerweile hatte er seinen fünften Roman am Start, und zwar eine postapokalyptische Novelle mit dem Titel „Der Knochengeneral“, in deren Verlauf die Hauptfigur, übrigens der letzte Überlebende der Menschheit, diverse Supermärkte und eben auch Apotheken seiner Kleinstadt plünderte, um für den bevorstehenden Winter gewappnet zu sein, sodass Deutschlehrer „Obi Wan Watrobi“ (wie er liebevoll von seinen SchülerInnen der Oberstufe gerufen wurde, in Anlehnung an seine Leidenschaft für die legendäre Science-Fiction-Spaceopera) für seine aktuelle Vorlesung kurzerhand in der Martinus-Apotheke auf der Klötzerbahn einquartiert worden war.

Wie bereits erwähnt, er war Andrang gewohnt, was sich jedoch dieses Jahr auf den Straßen der Eupener Oberstadt abspielte, sprengte buchstäblich jeglichen Rahmen; der Publikumsandrang war teilweise so groß, dass die jeweiligen Lokale binnen Sekunden ausgebucht waren und zu spät gekommene Besucher in die Röhre guckten. Das ursprünglich „intime, bei vielen aus der Kindheit bekannte Ambiente des Vorlesens innerhalb gemütlicher Geschäftsräume“, welches den Organisatoren schon seit jeher als Konzept ihres Literaturfestivals vorschwebte, nahm dieses Jahr geradezu klaustrophobische Züge an. Insgesamt standen hundertvierzig Lesungen in dreißig Geschäften auf dem Programm, und es grenzte nahezu an ein Wunder, dass es noch zu keinem Handgemenge gekommen war.

Das führte Obi Wan Watrobi einzig und allein auf die Tatsache zurück, dass ein Großteil der Besucher im Vorfeld der jeweiligen Vorlesung ausschließlich mit ihrem Smartphone beschäftigt war und die Realität um sie herum ausblendete.

Deutschlehrer W. fand es einerseits unsagbar traurig, welche Ausmaße jener elektronische Firlefanz angenommen hatte, andererseits durfte gerade er sich diesbezüglich nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen: Er hatte sich lange dagegen gewehrt, aber zu seinem vierzigsten Geburtstag hatten seine Freunde sich schließlich über seine Bedenken hinweggesetzt und ihm sein erstes (!) Smartphone geschenkt, da Obi Wan Watrobi laut ihrer Aussage kaum noch zu erreichen gewesen und es künftig via WhatsApp und Co. viel einfacher sei, sich spontan in der „Pigalle“, der kultigen Pinte am Werthplatz mit der ikonischen E-Gitarre über dem Eingang, zu treffen.

Da seine Saufkumpane sich nicht hatten lumpen lassen, brachte es Obi Wan Watrobi nicht übers Herz, das nigelnagelneue Smartphone in einer Schublade verstauben zu lassen. Lange Rede, kurzer Sinn: Innerhalb weniger Monate hing er an all jenen ach so nützlichen Funktionen wie ein Junkie an der Nadel, so auch an jenem düsteren Oktoberabend, als er mit seiner Frau per WhatsApp chattete, um sich von seinem Lampenfieber abzulenken.

 

 

 

8

 

 

Mathéo war erschüttert, was aus seinem Deutschlehrer geworden war, zu dem er stets aufgesehen hatte, da er sich nicht wie viele andere Erwachsene verhielt, die ihren Kindern vorschrieben, nicht ständig am Handy zu kleben, obschon sie selbst nicht mehr ohne Tablet und Konsorten auskamen. Nein, Obi Wan Watrobi war für ihn wie ein Fels in der medialen Brandung, der nicht jedem modernen Hype sogleich erlegen war. Und nun musste Mathéo mit ansehen, wie der schlaksige Deutschlehrer mit beiden Händen nahezu krampfhaft das neuste Flaggschiff der Samsung Galaxy-Reihe umklammerte.

Über seine im Grunde genommen aufgeweckten, braunen Augen hatte sich ein milchiger Film gelegt, wie bei einem fortgeschrittenen Glaukom, das sich unaufhaltsam in die Nervenfasern hineinwühlte. Sein ganzes Gesicht wirkte abgehärmt und eingefallen, die Haut um Jahre gealtert, als wütete ein schwarzes Loch in seinem Inneren, das ihn Faser für Faser verschlang. Was Mathéo jedoch am meisten zu schaffen machte, war der Speichel, welcher dem Vollblutpädagogen in langen Fäden aus den Mundwinkeln tropfte und ihm jegliche Würde nahm. Und immer wieder dieses phosphoreszierende Leuchten, das von den Displays der Smarties ausging und den Benutzern bei lebendigem Leib die Seele auszusaugen schien.

Am liebsten wäre Mathéo dem Pädagogen zu Hilfe geeilt und hätte ihm sein Mobiltelefon entrissen, aber erstens wusste er nun, dass er mit einer heftigen Gegenreaktion zu rechnen hatte, zweitens musste er erst einmal seine geliebte Camille in Sicherheit bringen. Verzweifelt ließ er seinen Blick durch die apathische und vor Agonie stöhnende Menge schweifen, jedoch vergeblich: Camille befand sich nicht im Inneren der Apotheke, und Mathéo wusste nicht, ob er deswegen lachen oder weinen sollte: Auf der einen Seite bestand noch Hoffnung, dass sie sich gegen das ominöse Unheil, das urplötzlich (oder war es seit Langem vorbereitet worden?) über seine Stadt hereingebrochen war, weiterhin zur Wehr setzte, auf der anderen Seite musste er nun die Nadel im Heuhaufen suchen, denn wenn sie nicht – wie erwartet – in der Apotheke war, wohin hatte es sie dann verschlagen?

Unschlüssig stand Mathéo inmitten der hin und her wogenden Zuhörerschaft und überlegte noch, wie er weiter vorgehen sollte, als diese plötzlich zum Leben erwachte, nachdem Obi Wan Watrobi offenbar eine Nachricht an alle Anwesenden versandt hatte – zumindest deutete ein entsprechendes akustisches Signal auf seinem Handy darauf hin, woraufhin das Innere der Apotheke wenige Sekunden später von Empfangsbestätigungstönen widerhallte. Die Smarties begannen nun, Mathéo systematisch zu umzingeln; nein, schlimmer noch: Sie drohten, ihn zu zerquetschen, indem sie den Kreis um ihn herum immer enger zogen, zwar weiterhin auf ihr Display starrend, aber die Züge von Hass und Mordlust zerfressen.

Mathéo, der im Allgemeinen nicht mit Klaustrophobie zu kämpfen hatte, lief es eiskalt den Rücken hinunter und er begriff, in welche Falle er getappt war. Panik drohte seine Sinne zu vernebeln und ihn handlungsunfähig zu machen. Während sein Herz bis zur Kehle klopfte, hatte er das Gefühl, ein tonnenschwerer Zementblock habe sich über seine Brust gelegt und hindere ihn daran, auch nur einen Finger zu krümmen. Kalter Angstschweiß schoss aus seinen Poren, seine Ohren summten und sein Sichtfeld begann zu einem schwarzen Tunnel zusammenzuschrumpfen.

Unwillkürlich schoss ihm das „Rein – raus“ – Spiel seines Theaterunterrichtes durch den Kopf, eine dynamische Aufwärmübung, in der es darum ging, aus einem Pulk von Leuten, die ebenfalls einen Kreis um einen bildeten, herauszukommen. Während auf der Bühne jedoch keinerlei Gewalt angewandt werden durfte, kämpfte Mathéo hier ums nackte Überleben, sodass er kurzerhand jegliche Skrupel über Bord warf und auch seine Zähne einsetzte, um eine Bresche durch den menschlichen Wall zu schlagen, der ihn schier zu ersticken drohte.

Denn obwohl seine Peiniger weiterhin konsequent auf ihr Display schauten und für rationale Argumente nicht empfänglich waren, blieben ihre Körper weiterhin verwundbar. Mathéo setzte alles auf eine Karte (aufgrund der nahenden Ohnmacht bot sich ihm die Realität nur noch wie durch die falsche Seite eines Fernglases dar), grub seine Zähne in den Oberschenkel des nächstgelegenen Smarties und biss sich wie ein tollwütiger Pitbull darin fest, wobei er ebenso wie ein Kampfhund seinen Kopf nach links und rechts warf, um möglichst einen Fetzen Jeans (einen Brocken Fleisch) herauszureißen.

Ein ohrenbetäubendes Kreischen erfüllte die stickige Luft, die nach Schweiß und anderen menschlichen Ausdünstungen roch (einige der Smarties hatten dunkle Flecken in ihrem Schritt, da sie über ihrer Handysucht jegliche körperlichen Bedürfnisse hintenan gestellt hatten), als der betreffende Smartie für den Bruchteil einer Sekunde in die Realität zurückgeholt wurde und sich das malträtierte Bein hielt, aus dem eine Blutfontäne schoss – Mathéo musste wohl eine Arterie erwischt haben, jedenfalls ließ er von seinem Opfer ab, da ihm das warme Blut wie der Strahl eines Hochdruckreinigers in den Mund schoss, und spuckte einen Fetzen Fleisch auf den mit weißen Fliesen ausgelegten Fußboden, wo dieser unter einem ekelerregenden, feuchten Platschen (als werfe man einen klitschnassen Waschhandschuh gegen die Wand) aufschlug und mit roten Sprenkeln überzog.

In all der Aufregung fiel dem verwundeten Smartie sein Mobiltelefon aus der Hand, und während er mit der einen Hand verzweifelt versuchte, die Blutung zu stoppen (der Boden war mittlerweile schon ganz rutschig von der gewaltigen Blutlache, die sich unter ihm gebildet hatte, was wiederum andere Smarties ins Straucheln brachte), tastete er mit der anderen panisch nach seinem Smartphone, das auf der blutigen Pfütze wie ein Papierboot dahindümpelte. Mathéo nutzte die Gunst der Stunde und flutschte unter dem Berg von menschlichen Leibern hindurch, wobei ihm jemand mit voller Wucht gegen sein linkes Auge trat, sodass Myriaden von Sternchen hinter seiner Stirn explodierten und ihm vor Schmerz wieder die Sinne zu schwinden drohten.

Mit letzter Kraft hievte er sich über die Ladentheke und hielt krampfhaft nach einem Hinterausgang Ausschau. Eine Hand auf sein verletztes Auge gedrückt (es war schon eine bittere Ironie, dass eine Linderung seiner Schmerzen in greifbarer Nähe war, er jedoch keine Gelegenheit hatte, in Ruhe danach Ausschau zu halten), tastete er sich mit der anderen halbblind in die hintersten Winkel der Apotheke vor, in der Hoffnung, dort eine Tür vorzufinden, die ihn, wenn schon nicht nach draußen, so doch wenigstens in einen menschenleeren Raum führen würde, in dem er sich verbarrikadieren konnte.

 

 

 

9

 

 

Diesmal war das Glück auf seiner Seite: Hinter einer langen Werkbank, auf welcher der Apotheker seine Tinkturen und Salben mischte, befand sich eine gläserne Tür, die Gott sei Dank nicht verschlossen war und in eine Art Hinterhof führte. Luft! Herrlich frische, kühle, Oktoberluft! Mathéo sog sie gierig ein, lehnte sich für einen kurzen Augenblick gegen die Hauswand und ließ sich müde daran hinabgleiten. Er war zu Tode erschöpft, und sein Auge sandte immer noch heiße Schmerzspiralen durch seinen ganzen Kopf. Auch wenn ihm allein schon bei dem Gedanken daran schlecht wurde, berührte er vorsichtig sein in Mitleidenschaft gezogenes Sehorgan und stöhnte entsetzt auf, als seine Fingerkuppe eine gallertartige Substanz ertastete. Mit einem erstickten Schrei krümmte Mathéo sich vornüber und erbrach sich auf den mit Moos durchsetzten Rasen, immer und immer wieder.

Als er wieder zu Atem gekommen war, wischte er sich mit dem Handrücken über seinen Mund und fing an zu schluchzen; was hatte das alles bloß zu bedeuten? Wer oder was steckte hinter dieser Scheiße? Der hilflose Abiturient versuchte sich einen Reim auf die Geschehnisse der vergangenen zwanzig Minuten, die ihm bereits wie eine Ewigkeit vorkamen, zu machen. Doch seine Überlegungen wurden jäh unterbrochen, als plötzlich bläuliches Licht durch die Glastür in seinem Rücken fiel, die gleich darauf unter den zahllosen Händen, die auf sie einschlugen, erzitterte: Die Smarties hatten zu ihm aufgeschlossen!

Bevor die Glastür unter der anbrandenden Menge zerbarst, nahm Mathéo erneut seine immer noch wackligen Beine in die Hand und hastete zur gegenüberliegenden Seite des kleinen Gartens, der von einer Mauer umfasst wurde und den Anschein erweckte, als habe jemand eine Nebelmaschine in dessen Mitte deponiert. Panisch krallte er seine Finger in die bröckligen Fugen, um sich daran hochzuziehen, doch nun bezahlte er den Preis für das Adrenalin, welches vorhin in großzügigen Mengen durch seine Venen gejagt war: Seine Arme fühlten sich an, als wären sie aus Gummi, sodass er hilflos an der Mauer hinabrutschte.

Das Splittern von Glas ertönte hinter seinem Rücken, und das bekannte Stöhnen erfüllte die nasskalte Nachtluft. Verflucht noch eins, geben die denn nie Ruhe?, schoss es Mathéo durch den Kopf und er mobilisierte noch mal seine letzten Kraftreserven, um das steinerne Hindernis zu überwinden. Doch erneut rutschte er ab und fand sich auf seinem Hosenboden wieder. Schon wogten ihm die Smarties wie eine alles verschlingende Flutwelle entgegen, und Mathéo weinte vor Wut und Enttäuschung über seine schwindenden Kräfte. Erneut schlug er seine Finger in die zentimetertiefen Furchen, von denen die uralte Mauer übersät war, wobei er sich die Fingerkuppen aufschürfte und den einen oder anderen Nagel einbüßte. In einem Akt der Verzweiflung quetschte er auch noch das letzte Quäntchen Adrenalin aus seinem Körper heraus und schrie sich vor Anstrengung die Seele aus dem Leib, bis es ihm schließlich gelang, ein Bein über die Mauer zu schwingen … als plötzlich ein stählerner Griff seinen Fußknöchel packte und mit einer unsagbaren Kraft nach unten zog …

 

 

 

10

 

 

Kaum zu glauben, welche Kräfte man abzurufen in der Lage war, wenn man um sein Leben kämpfte! Mit einer Wucht, die Mathéo um ein Haar den Halt gekostet hätte, trat er nach hinten aus und zertrümmerte den Unterkiefer des Smarties, dessen Mund sich daraufhin in ein blutiges Loch mit abgebrochenen Schneidezähnen verwandelte. Und wieder ein hässlicher roter Fleck auf seiner moralischen Weste, die sich vor nicht einmal einer halben Stunde in einem makellosen Weiß präsentiert hatte. Doch welche Wahl hatte er schon? Gefressen oder gefressen werden war das Gebot der Stunde, und er hatte immer noch eine Mission zu erledigen. Bevor die übrigen Smarties in Reichweite waren, zog er seinen Fuß zurück, schwang sich mit letzter Kraft über die Mauer – und landete unsanft auf der anderen Seite, die ein wenig tiefer lag als der kleine Garten, aus dem er soeben entkommen war. Na toll, grummelte Mathéo innerlich, jetzt hab ich mir auch noch den Fuß angeknackst!

Glücklicherweise ließen die Schmerzen in diesem Bereich rasch nach, was er leider nicht von seinem Gesicht behaupten konnte. Er nahm sich fest vor, unterwegs keinen Blick in irgendwelche Schaufenster zu werfen, denn er war sich fast sicher, dass er seinen eigenen Anblick nicht würde ertragen können.

Stichwort unterwegs: Wohin hatte es ihn eigentlich verschlagen, und was war überhaupt sein nächstes Ziel? Hektisch sah Mathéo sich um und stellte fest, dass er im sogenannten Kirchgässchen (im Eupener Volksmund auch als „Strunzgässchen“ bekannt, angesichts der rücksichtslosen Hundebesitzer, die nicht gewillt waren, den Haufen ihrer Vierbeiner mittels eines grünen Tütchens aufzuklauben) gestrandet war, einem zu beiden Seiten von Mauern eingefassten Durchgangsweg, der – wie der offizielle Name verlauten ließ – an der Kirche entlangführte und in einen kleinen Platz an deren linker Seite mündete. Immerhin waren weit und breit keine Smarties zu sehen, sodass Mathéo einen Moment verschnaufen konnte.

Details

Seiten
132
Jahr
2020
ISBN (eBook)
9783738939019
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2020 (April)
Schlagworte
knochengeneral

Autor

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Titel: Der Knochengeneral