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Bombentod und Mörderspiele

©2020 111 Seiten

Zusammenfassung


William F. Crockett taucht mit dem Baseballstar John Maverick auf dem Gelände der Alamo Trucking auf und schlägt dem Besitzer Nolan Curtis ein lukratives Geschäft vor. Nach kurzem Überlegen ist Curtis überzeugt, dass sich dieses Geschäft für ihn lohnen wird. Doch schon kurze Zeit später wird einer seiner Trucks durch eine Bombe in die Luft gejagt, und Crockett erhält einen Drohanruf.
Curtis ist überzeugt, dass sein härtester Konkurrent Luke Ryland hinter allem steckt …

Leseprobe

Table of Contents

Bombentod und Mörderspiele

Copyright

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Bombentod und Mörderspiele

Roman von Frank Rehfeld

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 111 Taschenbuchseiten.

William F. Crockett taucht mit dem Baseballstar John Maverick auf dem Gelände der Alamo Trucking auf und schlägt dem Besitzer Nolan Curtis ein lukratives Geschäft vor. Nach kurzem Überlegen ist Curtis überzeugt, dass sich dieses Geschäft für ihn lohnen wird. Doch schon kurze Zeit später wird einer seiner Trucks durch eine Bombe in die Luft gejagt, und Crockett erhält einen Drohanruf.

Curtis ist überzeugt, dass sein härtester Konkurrent Luke Ryland hinter allem steckt …

 

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

Alfred Bekker

© Roman by Author

© dieser Ausgabe 2020 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

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1

»Einen Augenblick, ich verbinde Sie.« Jennifer Copeland drückte einige Knöpfe des Telefonterminals vor sich. Sie saß hinter einem Pult in der Eingangshalle der Alamo Trucking, für die sie als Empfangsdame und Telefonistin arbeitete. Als die Verbindung stand, legte sie den Hörer auf. Im gleichen Moment zerbarst die Glasscheibe einer der Eingangstüren mit explosionsartigem Klirren. Etwas Rundes, etwa von der Größe einer Faust, kam in die Halle gesaust, tippte einige Male auf dem Boden auf und rollte weiter.

Jennifer schoss zu Tode erschrocken von ihrem Stuhl hoch. Sie starrte zu den beiden Männern auf dem Firmenhof hinaus und wurde blass.

»Mein Gott!«, murmelte sie. Im ersten Moment glaubte Jennifer, sie hätte sich getäuscht. Doch nachdem sie einen der Männer, einen blonden, fast noch jugendlich wirkenden Sonnyboy, der Mitte Zwanzig sein mochte, mehrere Sekunden lang angestarrt hatte, ohne dass dieser sich in Luft auflöste, schnappte sie sich einen Block und einen Kugelschreiber und eilte auf den Hof hinaus.

Einer der Alamo-Trucker reichte gerade mit sichtlich zerknirschtem Gesicht einen Baseballschläger an den Blonden zurück.

»Vielen Dank, dass ich einen Ball mit Ihrem Schläger schlagen durfte, Mister Maverick«, sagte er. »Mann, wenn ich das meinen Kindern erzähle. Die verpassen keines Ihrer Spiele.«

»Sie haben ja sogar getroffen«, gab der Blonde schmunzelnd zurück. Er trug eine Baseballmontur mitsamt dem zugehörigen Käppchen seines Teams. »Und wie! Machen Sie sich wegen der Scheibe keine Sorgen, die bezahle ich. Das war mir der Spaß wert.«

Inzwischen hatte Jennifer die Männer erreicht.

»Sie … Sie sind John Maverick, nicht wahr?« Sie hielt dem Mann ihren Block und den Stift hin. »Bitte, würden Sie mir ein Autogramm geben?«

»So hübschen Fans immer.« Maverick lächelte sie entwaffnend an. »Wie heißen Sie?«

»Jenn… Jennifer«, stotterte sie verlegen, und nachdem sie anfangs blass geworden war, merkte sie nun, wie ihr Gesicht vor Aufregung rot wurde. Aber wann hatte eine kleine Angestellte wie sie schon mal die Gelegenheit, ein Idol der ganzen Nation so unverhofft zum Greifen nahe vor sich zu haben? Und nicht nur das, Maverick hatte sie sogar als hübsch bezeichnet, dabei hielt Jennifer sich selbst für nicht besonders gut aussehend. Zwar hatte sie schönes goldblondes Haar, doch ihre Augen standen zu dicht zusammen, ihre Nase war zu klein, und außerdem neigte sie trotz aller Diäten zur Pummeligkeit.

Glücklich nahm sie den Block zurück. Für Jennifer, mit den besten Wünschen von John »The Bull« Maverick hatte ihr der Baseballspieler auf das oberste Blatt geschrieben.

Weitere Menschen waren mittlerweile herangekommen: Trucker, Mechaniker und Büropersonal. Sogar von der Straße stürmten einige Passanten auf den Firmenhof, als sie den berühmten Spieler erkannten. Binnen weniger Minuten bildete sich um Maverick herum eine Menschentraube.

Das Geschehen blieb nicht unbeobachtet. Alarmiert durch den Lärm hatte Nolan Curtis, der Besitzer der Alamo, seine Akten zur Seite gelegt und war ans Fenster getreten. Er runzelte die Stirn, als er die Menschengruppe auf dem Hof sah. Dann fuhr er herum und eilte mit weit ausholenden Schritten aus seinem Büro.

»Was ist hier los?«, fragte er scharf und mit lauter Stimme, als er an der zerstörten Eingangstür vorbei auf den Hof hinaustrat. »Wird hier neuerdings nicht mehr gearbeitet?« Er packte Jennifer Copeland am Arm. »Was hat das zu bedeuten?«

»Das … das ist John Maverick«, stotterte die Empfangsdame eingeschüchtert.

»Wer, zum Teufel, ist John Maverick?«, stieß Curtis hervor.

Ein dunkelhaariger Mann in einem teuren Maßanzug näherte sich ihm. Er hatte gelocktes, kurz geschnittenes schwarzes Haar. Sein eher unscheinbares Gesicht zeigte ein unbekümmertes, gewinnendes Lächeln, das wie aus einer Zahnpastawerbung wirkte und ihn Curtis fast auf der Stelle unsympathisch machte.

»Was sagen Sie zu dieser kleinen Demonstration, Mister Curtis?«, erkundigte er sich.

»Die Frage ist eher, was Sie der Polizei sagen, die ich rufen werde, wenn Sie nicht auf der Stelle erklären, was das zu bedeuten hat«, gab Curtis kalt zurück. »Sind Sie für diesen Affenzirkus verantwortlich?«

»Ich fürchte ja, aber das ist doch kein Grund, sich so aufzuregen. Die Leute wollen doch nur ein paar Autogramme. So ist das eben, wenn Stars irgendwo auftauchen. Ach ja, darf ich mich vorstellen? Mein Name ist William F. Crockett.«

Curtis ignorierte demonstrativ die ihm entgegengestreckte Hand des Mannes.

»Wie schön für Sie«, knurrte er. Er ließ seinen Blick über die weiße Luxuslimousine wandern, mit der Crockett und Maverick gekommen waren. »Und jetzt steigen Sie gefälligst wieder in Ihre Angeberkarre und verschwinden Sie, bevor ich Sie hinauswerfen lasse.« Crockett erkannte offenbar, dass es ihm ernst war. Das Lächeln verschwand von seinem Gesicht.

»Also gut, kommen wir zur Sache. Ich bin hier, weil ich mit Ihnen reden möchte, Mister Curtis. Ich habe Ihnen ein Angebot zu unterbreiten, das so interessant für Sie sein dürfte, dass Sie es gar nicht ablehnen können. Sagt Ihnen der Name Maverick wirklich nichts? Ein kleiner Tipp: Denken Sie an Baseball.«

»Ein kleiner Tipp meinerseits: Strapazieren Sie meine Geduld nicht! Mache ich den Eindruck, als hätte ich nichts Besseres zu tun, als meine Zeit damit zu vergeuden, mich vom Fernsehen mit Sport berieseln zu lassen?«

Er hatte in der Tat nicht viel für Sport übrig, aber an einigen Informationen kam man einfach nicht vorbei, wenn man sich nachrichtenmäßig auf dem Laufenden hielt. Auch wenn er sich bewusst abweisend gab, suchte er in Gedanken doch angestrengt nach einer Assoziation zu dem Namen Maverick. Er war sicher, ihn schon mal gehört zu haben, und tatsächlich fiel es ihm plötzlich ein.

»Ich wollte Ihnen mit diesem Spektakel nur demonstrieren, wie Public Relation richtig funktioniert«, fuhr Crockett fort. »So ergeht es Maverick überall, wo er sich zeigt. Die Menschen verehren ihn, für sie ist er ein richtiger Held. So etwas ist Promotion. Stellen Sie sich mal vor, Auftritte wieder in aller Öffentlichkeit würden im Bewusstsein der Masse von Sportfans untrennbar mit dem Namen Alamo Trucking verbunden. Nun, was sagen Sie dazu?«

Curtis überlegte einen Moment.

»Wollen Sie mir einen freien Werbeplatz auf seinem Trikot anbieten?«, fragte er spöttisch.

»Nein, etwas viel Besseres.« Crockett drehte sich um. »Komm doch mal her, John!«

Der blonde Sonnyboy trat aus der Menschentraube heraus. Über der Schulter trug er einen Baseballschläger.

»Und ihr anderen geht sofort wieder an eure Arbeit!«, befahl Curtis. »Wer in zehn Sekunden noch untätig hier herumsteht, ist fristlos entlassen! Jeder, der nicht zur Firma gehört, hat das Gelände sofort zu verlassen, oder ich rufe die Polizei.«

Hastig stoben die Autogrammjäger auseinander. Nolan Curtis war als äußerst strenger Chef berüchtigt. Ihm war zuzutrauen, dass er seine Drohung wahr machte, und kein Autogramm war den Verlust des Arbeitsplatzes wert. Auch die übrigen Schaulustigen verzogen sich schimpfend.

Nolan Curtis kannte das Gesicht des jungen Baseballspielers, hatte es oft genug auf den Titelseiten der Zeitungen und im Fernsehen gesehen. Er schüttelte dem Mann die Hand.

»Tut mir leid, wenn ich etwas barsch war«, erklärte er. »Das richtet sich nicht gegen Sie. Aber dies hier ist nun einmal eine Firma und kein Stadion.«

»Schon klar«, erwiderte Maverick. »Hat Bill Ihnen schon von seiner Idee erzählt?«

»Vielleicht sollten wir in Ihr Büro gehen, Mister Curtis, und uns dort in aller Ruhe unterhalten«, schlug Crockett vor.

Curtis nickte. Inzwischen war er tatsächlich an den Vorschlägen der beiden Männer interessiert.

»Für die Scheibe komme ich übrigens auf«, sagte Maverick, während sie durch die Eingangshalle gingen. »Einer Ihrer Angestellten wollte unbedingt mal einen Ball mit meinem Schläger schlagen. Ist ihm ganz gut gelungen, nur mit der Treffsicherheit haperte es noch etwas. Die Richtung war nicht ganz richtig.«

»Vergessen Sie die paar Dollar«, entgegnete Curtis mit ungewohnter Großzügigkeit.

Kurz darauf saßen sie sich in einer Sitzecke seines Büros gegenüber.

»Also, meine Herren, weshalb sind Sie nun gekommen?«, erkundigte er sich.

»Es geht um ein neues Baseballteam, das ich auf die Beine stellen werde«, ließ Crockett die Katze aus dem Sack. »Ein Team für San Antonio. Ich habe bereits feste Zusagen für die nächste Saison von mehreren Spielern. Sowohl hoffnungsvollen Nachwuchstalenten, die dadurch ihre große Chance bekommen, als auch zugkräftigen Profis. Vor allem der Hinweis, dass John Maverick, einer der gegenwärtig populärsten Spieler Amerikas, bereits unterschrieben hat, hat viele neugierig gemacht.« Er öffnete seinen Aktenkoffer und reichte Curtis einige Papiere. »Das ist meine Korrespondenz mit einigen Spielern. Wie Sie sehen, besteht durchaus Interesse an diesem Team.«

Flüchtig sah Curtis die Briefe durch. Ein paar der Namen sagten auch ihm etwas, obwohl er sich nicht für Sport interessierte.

»Da ist ja alles sehr interessant«, kommentierte er. »Ich frage mich nur, was ich mit der ganzen Angelegenheit zu tun haben soll.«

Maverick nickte eilfertig.

»Damit kommen wir zum entscheidenden Punkt. Ich kümmere mich um die gesamte organisatorische Arbeit, die es verursacht, ein neues Team zu gründen, aber was vor allem noch fehlt, ist Geld. Wir suchen dringend nach einem Sponsor, der bereit ist, ein Wagnis einzugehen. Einen Mann mit Weitblick und Initiative, der erkennt, welche Chancen sich ihm hiermit bieten.«

»Die Schmeicheleien können Sie sich sparen«, antwortete Curtis. »Mich kann man nur mit Fakten beeindrucken. An welche Summe haben Sie denn gedacht?«

Crockett zögerte einen Moment und knetete nervös seine Hände.

»Nun, wie Sie sich denken können, ist es nicht ganz billig, ein völlig neues Team aufzubauen. Wirklich bekannte Spieler besitzen natürlich ihren Wert. Sie verlangen hohe Honorare, und bei einigen sind die Verträge noch nicht abgelaufen, so dass wir Ablösesummen zahlen müssten, um sie zu bekommen. Ich habe bereits einige mündliche Vorverhandlungen mit der Stadt geführt. Sie steht dem Projekt sehr aufgeschlossen gegenüber und ist bereit, es ebenfalls zu fördern, aber Sie müssten sich schon mit gut fünfzehn Millionen beteiligen.«

»Fünfzehn Millionen?«, Curtis schluckte. »Ich fürchte, Sie überschätzen mich, Mister Crockett. Ich bin kein Milliardär wie Ross Perot, der eine solche Summe beiläufig aus der Portokasse zahlen kann. Das ist schon ein ziemlich happiger Betrag.«

»Dafür würden Sie aber auch zum Ehrenpräsidenten des Vereins, und selbstverständlich wären Sie an allen Einnahmen beteiligt. Wenn wir Erfolg haben, woran ich nicht zweifle, kann das Startkapital schon in wenigen Jahren wieder hereinkommen, und die Gewinnchancen sind enorm. Darüber hinaus hätte alles natürlich einen großen Werbeeffekt, und es würde Ihr Image bedeutend steigern.«

Vermutlich ohne es zu wissen, traf er damit einen wunden Punkt. In letzter Zeit hatte die Alamo hauptsächlich negative Schlagzeilen gemacht. Das Image der Firma war angekratzt, ebenso wie Curtiss eigenes. Zwar konnte er kräftig expandieren, weil er aufgrund geschickter Schachzüge genügend Kapital zur Verfügung hatte, wohingegen sich sein härtester Konkurrent Luke Ryland finanziell immer noch nicht völlig erholt hatte und dadurch gezwungen war, Marktanteile preiszugeben.

»Wie sind Sie gerade auf San Antonio gekommen?«, wollte er wissen.

»Eigentlich bin ich eher auf Sie gekommen«, erklärte Crockett. »Sollten Sie jedoch nicht interessiert sein, werde ich mich selbstverständlich an andere Unternehmer wenden, auch in anderen Städten.«

»Das ist verständlich.«

»Was die Werbung betrifft«, fuhr Crockett fort, »so habe ich vor allem deshalb zuerst an Sie gedacht, weil sich der Name des Teams ideal mit Ihrer Firma verbinden ließe. Falls Sie bereit sind, sich als Hauptsponsor zu beteiligen, würden wir das Team The Alamos nennen. Das bezieht sich offiziell natürlich auf die historische Stätte hier in San Antonio, aber jeder wird auch an Alamo Trucking denken. Im Emblem des Vereins könnten wir einen stilisierten Truck zeigen, das würde Ihnen eine gewaltige Promotion verschaffen, und Ihr Name wäre dauerhaft mit einem Siegerteam verbunden.«

Curtis nickte nachdenklich. Die Idee gefiel ihm mit jeder Sekunde besser. Das wäre ein Schachzug in puncto Public Relations, wie ihn seine besten Werbefachleute in jahrelanger Arbeit nicht besser ausbrüten könnten. Er würde unzählige positive und vor allem publikumswirksame Schlagzeilen bekommen; die Alamo wäre in aller Munde.

Er setzte sein berüchtigtes Haifischlächeln auf, von dem sich sein Spitzname ableitete.

»Ihr Vorschlag reizt mich«, teilte er mit. »Er reizt mich sogar sehr. Und was ist mit Ihnen, Mister Maverick? Stünden Sie für entsprechende Promotion zur Verfügung?«

»Aber sicher, deshalb bin ich ja mitgekommen«, erwiderte der Baseballstar. »Ich habe im Augenblick leichte Probleme mit dem Knie und soll mich vorübergehend schonen. Bis zum Ende der laufenden Saison in ein paar Wochen werde ich nicht mehr spielen, kann The Alamos also in jeder Hinsicht fördern.«

»Also gut«, erklärte Curtis. »Ich bin einverstanden. Selbstverständlich muss ich alles noch von ein paar Fachleuten prüfen lassen und mich mit meinen Werbeberatern absprechen.«

»Wunderbar.« Crocketts Augen leuchteten auf. »Ich habe schon einen Vertragsentwurf vorbereitet, damit Sie ihn mit Ihrem Anwalt durchgehen können.« Er holte ein weiteres Formular aus seinem Koffer und reichte es Curtis. »Ich schlage vor, Sie melden sich bei mir, sobald Sie alle offenen Punkte geklärt haben. Sie erreichen mich im Carlton-Hotel.«

»Zögern Sie besser nicht zu lange«, ergänzte John Maverick. »Viele Spieler unterschreiben gerade in diesen Wochen ihre Verträge für die nächste Saison. Wir müssen uns beeilen, wenn wir unser Wunschteam komplett zusammenbekommen wollen.«

»Das liegt ganz in meinem Interesse«, erklärte Curtis. »Auch ich will, dass alles so schnell wie möglich ins Hollen kommt.«

Er grinste zufrieden.

 

 

2

»Dann hat es euch also in Old Germany gefallen, trotz des ganzen Troubles«, stellte Luke Ryland fest. Er bezog sich damit auf die Einladung zum Nürburgring, der Jim und Bob gefolgt waren.

»War schön, mal aus dem ganzen Trott auszubrechen.« Jim Sherman nickte. »In der letzten Zeit waren wir ja ständig auf Achse. Und wie läuft’s bei dir, Dad?«

Ryland verzog das schmale, sonnengebräunte Gesicht. Ihm gehörte die Ryland Trucking Company, das - zur Zeit noch - größte Truck-Unternehmen im Süden der USA. Aber in letzter Zeit war die RTC in finanzielle Schwierigkeiten geraten, von denen sie sich noch nicht wieder erholt hatte. Noch aus seiner Zeit als Geschäftsführer bei der RTC hatte Nolan Curtis fünfundzwanzig Prozent der Firmenanteile besessen. Um sie zurückzukaufen, hatte der Trucker King - wie Luke Ryland achtungsvoll genannt wurde - rund fünfzig Millionen Dollar aufbringen müssen, und das war auch für ihn kein Pappenstiel. Auf seiner Ranch in Riomedina, wo sie sich momentan aufhielten, lastete seither eine Hypothek. Aber er hatte auch betrieblich eine Menge Einsparungen vornehmen müssen. So hatte er mehrere weniger lukrative Routen stillgelegt. Zahlreiche RTC-Trucks standen vorübergehend ungenutzt auf dem Firmengelände herum; die Fahrer waren alleinfahrenden Kollegen als Shotguns zugeteilt worden, damit sie nicht entlassen zu werden brauchten.

»Nolan Curtis ist gegenwärtig mal wieder ganz obenauf«, sagte Ryland bitter. »Jeden Fußbreit, den ich vom Markt zurückweichen musste, hat er sich sofort unter den Nagel gerissen.«

»Jetzt redet nicht wieder über das Geschäft und vor allem nicht über Curtis«, mischte sich Marilyn Ryland ein, Lukes Frau, und strich sich eine Strähne ihres vollen, schwarzen Haares aus der Stirn. »Das verdirbt nur die Stimmung.«

»Völlig richtig«, stimmte Bob Washburn zu. Der schwarze Virginier, Jims Freund und Shotgun, war ebenfalls schon lange mit den Rylands befreundet und hatte ihn bei dem Besuch begleitet, nachdem sie gerade aus Deutschland zurückgekehrt waren. Um etwas auszuspannen, würden sie einen Tag in der Stadt bleiben, bevor eine neue Fracht sie erwartete.

»Was ist mit den Pferden, von denen du vorhin gesprochen hast, Luke?«, wechselte Jim das Thema. »Ich sehe dir an, dass du schon darauf brennst, sie uns zu zeigen.«

»Allerdings.« Ryland nickte begeistert. »Drei fantastische Prachthengste. Rassig und von edlem Geblüt. Ihr müsst sie euch unbedingt ansehen. Sollen wir gleich mal zu den Ställen gehen?«

»Warum nicht?« Jim stand auf und blickte Bob fragend an. »Was ist mit dir?«

Bob winkte ab.

»Du weißt ja, Pferde sind nicht so mein Fall, nicht erst seit ›Flipper‹. Geht ihr ruhig, ich leiste Marilyn so lange Gesellschaft.«

Zusammen mit dem King ging Jim zu den Stallungen hinüber. Beeindruckt betrachtete Jim die Pferde, einen braunen und zwei schwarze Hengste. Auf Anhieb war zu erkennen, dass es sich um sehr edle und temperamentvolle Tiere handelte.

»Was hältst du von einem kleinen Ausritt?«, schlug Ryland vor.

»Gerne. Aber bist du sicher, dass du dich nicht übernimmst? Du bist nicht mehr der Jüngste, und wenn du die Pferde erst seit zwei Tagen hast …«

»Ach was.« Ryland machte eine abfällige Geste. »Ich reite, seit ich ein Kind war, das schaffe ich schon. Außerdem habe ich es natürlich schon getan, nachdem ich die Tiere gekauft habe. Du nimmst am besten den Braunen.« Er winkte einen Stallburschen herbei und ließ die Tiere satteln. Auch Jim griff tatkräftig mit zu, und kurz darauf stiegen sie auf. Im gemütlichen Trab ritten sie über das riesige Farmgelände.

Sie waren etwa ein, zwei Meilen vom Haus entfernt, als Ryland sein Pferd plötzlich zügelte. Mit einer Hand griff er nach seiner linken Schulter und massierte sie. Sein Gesicht war verzerrt.

»Was ist los?«, erkundigte sich Jim bewegt.

»Wir sollten … eine kurze Pause machen«, sagte der Trucker-King. Er stieg aus dem Sattel und ließ sich im Schatten einer Baumgruppe nieder. Jim tat es ihm gleich.

»Irgendetwas stimmt doch nicht mit dir. Du hast Schmerzen.«

»Nicht weiter schlimm«, behauptete Ryland. »Mein Gelenkrheuma macht mir in letzter Zeit ein paar Probleme.«

»Bist du sicher, dass es nicht das Herz ist?«, fragte Jim. »Du solltest unbedingt zu einem Arzt gehen und ein EKG machen lassen.« Der King war immerhin schon über sechzig Jahre alt, leitete die RTC aber immer noch selbst und arbeitete noch genauso schwer wie vor zwanzig Jahren.

»Demnächst«, sagte er ausweichend. »Ach ja, und kein Wort zu Marilyn. Ich verlasse mich darauf, Jim. Sie soll sich nicht unnötig Sorgen machen, du weißt ja, wie sie ist.« Er seufzte. »Und dann auch noch der ganze Ärger mit Curtis. Vor ein paar Monaten sah es noch so aus, als wäre er endgültig erledigt. Wenn ich nur daran denke, wie mir dieser Mistkerl die Alamo vor der Nase weggeschnappt hat, ohne einen Cent dafür zu zahlen, könnte ich immer noch die Wände hochgehen.«

Jim nickte bitter. Unter Einsatz ihres Lebens hatten Bob und er nach dem Tod der Alamo-Besitzerin Nell Corrigan deren einzige und entfernte Verwandte und Erben in Südamerika aufgespürt. Maria und Mario Corrigan hatten nicht einmal etwas von der Alamo gewusst, da ihr Vater bereits in den sechziger Jahren ausgewandert war. Maria hatte in einem kleinen Dorf als Gemeindeschwester gearbeitet, ihr Bruder hatte der peruanischen Guerillaorganisation Leuchtender Pfad angehört.

Die beiden waren an der Alamo nicht interessiert gewesen und hatten sie an Ryland verkaufen wollen, um mit dem Geld eine Stiftung zu finanzieren, die den Armen helfen sollte. Die Verträge waren bereits vorbereitet gewesen, doch Mario Corrigan war nach Peru zurückgelockt worden und dort von einem sadistischen Armeeoffizier erschossen worden. Im Affekt hatte Maria diesen daraufhin getötet. Sie war verhaftet und wegen Mordes zu einer hohen Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Mit der Behauptung, als Frau eines reichen amerikanischen Unternehmers hätte sie ein milderes Urteil zu erwarten, hatte sich Curtis an sie herangemacht und sie dazu gebracht, ihn zu heiraten. Genutzt hatte es ihr nicht, aber als ihrem Ehemann gehörte Curtis seither praktisch die Alamo.

»Hast du noch mal etwas von Maria gehört?«, fragte Jim. Er hatte sich damals ein bisschen in die sanfte Maria Corrigan verliebt, ohne dass die Umstände ihnen Zeit gelassen hatten, diese Beziehung zu vertiefen. Der Gedanke, dass sie mittlerweile mit Curtis verheiratet war, hatte ihn eine Zeitlang fast zur Verzweiflung getrieben.

»Nicht mehr, als dass sie immer noch im Gefängnis sitzt. Ich bin überzeugt, dass Curtis sie hängenlässt. Er hat natürlich überhaupt kein Interesse daran, dass sie herauskommt. Möglicherweise würde sie darauf bestehen, die Alamo doch noch zu verkaufen, um ihre Stiftung zu gründen. Offiziell gehört ihr die Firma schließlich immer noch, zumindest läuft sie auf beider Name. Also wird Curtis froh sein, wenn sie noch möglichst lange sitzt.«

»Dieser Schweinehund.« Jim knirschte mit den Zähnen. »Irgendwann zahle ich ihm auch das heim.«

»Vielleicht sollte ich mich mal etwas intensiver mit der Angelegenheit beschäftigen«, überlegte Ryland laut. »Ich sehe zwar wenig Chancen, aber je früher Maria freikommt, desto unangenehmer dürfte es für Curtis werden. Da er offenbar nichts unternimmt, wird Maria es sicherlich nicht ablehnen, wenn sich ein von mir beauftragter Anwalt um ihren Fall kümmert.«

»Curtis wäre nicht nur sauer, sondern würde Gift und Galle spucken.« Jim grinste. »Aber in erster Linie würde es mich natürlich für Maria freuen.«

»Ich denke, ich werde mich darum kümmern.« Ryland stand auf. »Komm, reiten wir zurück!«

 

 

3

Anders als bei ihrem ersten Erscheinen gab es keinen Menschenauflauf, als John Maverick und William Crockett am übernächsten Tag erneut den Firmensitz der Alamo Trucking besuchten. Dafür hatte Curtis gesorgt. Die beiden Männer wurden sofort in sein Büro geführt. Diesmal trug auch Maverick zivile Kleidung, auf seinen Schläger hatte er jedoch nicht verzichtet.

»Tragen Sie das Ding eigentlich immer mit sich herum?«, erkundigte sich Curtis ironisch.

Maverick nickte.

»Immer«, bestätigte er ernst. »Ist mein Glücksbringer.«

Nolan Curtis zuckte mit den Schultern. Berühmte Leute konnten sich solche Macken erlauben. Ihm sollte es egal sein.

»Kommen wir direkt zum Geschäft«, sagte er, nachdem sie sich gesetzt hatten. »Ich habe mit meinen Werbeagenten gesprochen. Sie finden die Idee hervorragend. Auch ich habe meine anfängliche Skepsis überwunden, und das Vorhaben gefällt mir ebenfalls immer besser. Um es kurz zu machen, meine Herren - ich bin mit Ihrem Vorschlag einverstanden. Ich werde The Alamos mit den abgesprochenen fünfzehn Millionen Dollar unterstützen.«

»Sehr gut, Mister Curtis«, erwiderte Crockett. »Ich wusste, dass Sie ein Mann mit Mut und Weitblick sind. Sie werden diesen Schritt nicht bedauern.«

»Davon gehe ich aus, sonst würde ich mich nicht auf dieses Projekt einlassen.«

Curtis lächelte knapp. Er musste sich zwingen, sich die Begeisterung, die er insgeheim verspürte, nicht anmerken zu lassen. Je mehr er über die Möglichkeiten, die ihm dieses Projekt bieten würde, in den vergangenen zwei Tagen nachgedacht hatte, desto euphorischer war er geworden. Zum einen war es eine Geldanlage, die tatsächlich hohe Gewinne abwerfen konnte, wenn das Team wirklich so erfolgreich sein würde, wie Crockett und Maverick annahmen. Das war nicht einmal unrealistisch. Er hatte sich ein bisschen in der Sportszene umgehört. Die Spielernamen, die Crockett erwähnt hatte, besaßen einen ausgezeichneten Ruf. Entweder waren es erfahrene Profis, von denen einige zu den besten der Welt gehörten, oder Nachwuchstalente, denen sämtliche Kritiker eine steile Karriere vorhersagten.

Zum zweiten verfügte er gegenwärtig über viel flüssiges Kapital, das er ohnehin irgendwo investieren musste, wenn es sich rentieren sollte. Zwar expandierte die Alamo bereits nach Kräften, aber der Markt war begrenzt. Er musste also sowieso zwangsläufig nach branchenfernen Anlagemöglichkeiten suchen.

Am wichtigsten aber war für ihn der mit dem Projekt verbundene Imagegewinn. Die überwiegend schlechten Schlagzeilen, die er seit Jahren machte, wirkten sich negativ auf die Alamo aus. Eine Reihe von Unternehmen weigerten sich bereits kategorisch, mit ihm zusammenzuarbeiten, weil sie von rückständigen Idioten geführt wurden, die seine Geschäftspraktiken ablehnten. In Zukunft würde die Alamo durch das Baseballteam in aller Munde sein, und das erstmals seit langer Zeit in positiver Hinsicht. Er wäre ein Narr, wenn er sich diese Chance entgehen ließe, und zu den Narren hatte sich Nolan Curtis noch nie gezählt.

»Überflüssig zu erwähnen, dass sämtliche Konditionen so bleiben wie abgesprochen«, sagte er. »Das betrifft vor allem den Namen der Mannschaft sowie das Emblem, in dem ein Truck zu sehen sein wird. Die Trikots werden rot-orange-weiß sein, also die Farben der Alamo Trucking.«

»Selbstverständlich, Mister Curtis«, versicherte Crockett eilfertig. »Schließlich ist die Promotion für Ihr Unternehmen ja ein wichtiger Aspekt des Ganzen.«

Curtis musterte ihn einige Sekunden lang schweigend. Crockett war ihm immer noch nicht übermäßig sympathisch. Der Mann war in gewisser Hinsicht ein Verkäufer, der - vermutlich ohne es überhaupt noch bewusst zu merken - seinen Gesprächspartnern in einem fort Honig um den Mund zu schmieren versuchte. Seine aalglatte Art stieß Curtis ab.

»Was sind Sie eigentlich von Beruf, Mister Crockett?«, erkundigte er sieh.

»Ein Promoter«, erwiderte Crockett wie aus der Pistole geschossen. »Hauptsächlich im Sportsektor. Ich organisiere Wettkämpfe, promote sportliche Showveranstaltungen und dergleichen. Eine Weile habe ich es auch schon in der Musikbranche versucht, aber der Sport liegt mir mehr, und davon habe ich auch mehr Ahnung. Ein neues Team als Manager an die Spitze zu führen, war schon immer einer meiner Wunschträume. Ich nehme an, Sie haben meinen Vertragsentwurf mit Ihren Anwälten durchgesprochen?«

»Habe ich.« Curtis nickte. »Es ist alles damit in Ordnung, bis auf winzige Details habe ich keine Bedenken.«

»Ich habe nichts anderes erwartet. Dann können wir die Verträge ja unterzeichnen.«

»Gleich, Mister Crockett.« Curtis lächelte hintersinnig. »Vorher gibt es noch ein paar andere Punkte, über die ich Sie informieren möchte. Wie ich schon sagte, habe ich mit meinen Werbestrategen über das Projekt gesprochen. Sie sind mit mir der Meinung, dass sich werbemäßig mehr aus der Sache herausholen ließe, als wir bislang angesprochen haben. Sehen Sie, mir geht es darum, möglichst schnell eine möglichst große Promotion zu erhalten. Aus diesem Grund habe ich eine Werbekampagne ausarbeiten lassen.«

»Das klingt interessant.« Crockett beugte sich vor. Ein angespannter Ausdruck erschien auf seinem Gesicht. »Erzählen Sie!«

»Die Kampagne beruht - wie es bei Werbung stets der Fall ist - auf einer möglichst großen Einbeziehung der Öffentlichkeit«, erklärte Curtis gedehnt. »Stellen Sie sich einhundert Trucks geschmückt mit dem Wappen des Teams vor, die von allen Seiten her durch San Antonio zum Alamo-Denkmal fahren.«

»Eine beeindruckende. Vorstellung«, gab Crockett zu.

»Am Alamo werden wir dann gemeinsam die Gründung des neuen Teams bekanntgeben«, fuhr Curtis fort. »Demonstrativ werden wir dort die Verträge unterzeichnen, und ich werde Ihnen dort vor versammeltem Publikum den Scheck überreichen. Nun, wie klingt das?«

»Nach ziemlich viel Firlefanz«, mischte sich John Maverick in das Gespräch ein. »Mir ist zwar klar, dass Sport viel mit Show zu tun hat, dafür bin ich lange genug Profi, aber hundert Trucks erscheinen mir etwas sehr übertrieben.«

»Um ehrlich zu sein, das ist noch nicht alles«, erklärte Curtis. »Ich werde versuchen, einen brandneuen, repräsentativen Alamo-Truck schon in den nächsten Stunden am Denkmal zu postieren. Mit dem Stadtrat stehe ich in dieser Angelegenheit bereits in Verhandlungen und erwarte jede Minute eine entsprechende Genehmigung. Ich habe mich über Sie erkundigt, Mister Maverick, und erfahren, dass Sie früher gelegentlich als Trucker gejobbt haben, bevor Sie professioneller Sportler wurden. Aus diesem Grund stelle ich mir vor, dass Sie persönlich diesen Promotiontruck nach der Veranstaltung vom Platz fahren und damit einen Konvoi hierher zum Firmensitz anführen.«

»Hervorragend«, stieß Crockett hervor. »Das dürfte in der Tat eine gewaltige Werbewirkung haben.«

»Für meinen Geschmack zu viel«, brummte Maverick. »Ich will es ganz offen sagen, Mister Curtis, das hört sich nach dem reinsten Affenzirkus an. Schön und gut, Promotion muss sein, aber für mich steht noch immer der Sport im Vordergrund. Wir sprechen von der Gründung eines Baseballteams, nicht von einem Werbeumzug. Und dementsprechend habe ich auch wenig Lust, mich zum Hampelmann einer solchen Werbeshow für Ihre Firma zu machen.«

Er erntete einen bösen Blick Crocketts, dann räusperte sich der Manager: »Ich glaube nicht, dass alles an so einer Formalität scheitern wird«, sagte er. »John, es ist doch verständlich, dass Mister Curtis für seine fünfzehn Millionen auch einen entsprechenden Werbeeffekt erwartet.«

»Genau das«, bekräftigte Curtis. »Ich lege Wert darauf, dass Meldungen über die Gründung von The Alamos nicht kleingedruckt irgendwo auf den Sportseiten der Zeitungen erscheinen, sondern auf den Titelseiten, und dafür ist eine Großveranstaltung nötig.« Er lächelte gehässig. »Vor allem möchte ich, dass ein geschäftlicher Konkurrent von mir grün vor Neid wird.«

»Sie sprechen von Luke Ryland?«, hakte Crockett nach. »Ihre Rivalität mit ihm ist allgemein bekannt.«

Curtis nickte.

»Wir sind nicht gerade Freunde, so könnte man es ausdrücken. Er wird vor Wut platzen, wenn er sieht, dass ich auf diese Art überall positiv in die Schlagzeilen komme.« Er wandte sich an Maverick. »Ich hoffe, Sie überdenken Ihre Position noch einmal. Die Aktion steht und fällt natürlich mit Ihrer Teilnahme.« Sein Blick wurde durchdringend, kalt wie der eines Fisches. »Ansonsten müsste ich mir das ganze Geschäft noch einmal überlegen.«

»Schlimmstenfalls könnte auch ich den Truck fahren«, bot Crockett an. »Ich habe ebenfalls einen Führerschein dafür.«

»Aber es wäre bei weitem nicht so wirksam, als wenn Mister Maverick es tun würde«, konterte Curtis. »Ich selbst werde auf dem Shotgun Platz nehmen. John Maverick steuert als Schrittmacher des Teams einen Alamo-Truck mit mir an seiner Seite. Das ist so symbolträchtig, dass ich es mir auf keinen Fall entgehen lassen will. Nun?«

Unbehaglich rutschte der Spieler in seinem Sessel hin und her.

»Also gut, wenn es denn sein muss«, gab er schließlich nach. »Wenn Ihnen soviel daran liegt - es ist ja nichts dabei, wenn ich einen Truck ein paar Meilen weit fahre.«

»Das hört sich schon besser an«, stellte Nolan Curtis zufrieden fest. »Ich nehme an, die Planungen werden vier bis fünf Tage dauern. So lange können Sie sich doch bestimmt noch gedulden.«

»Sicher«, bestätigte Crockett. »Immerhin kann ich den vorgesehenen Spielern jetzt schon konkrete Zusagen machen. Ich bin überzeugt, dass sie nirgends anders unterschreiben werden.«

»Dann sollten wir auf den Erfolg unserer Zusammenarbeit anstoßen.« Curtis trat an die Bar. »Was darf ich Ihnen anbieten, meine Herren?«

Details

Seiten
111
Jahr
2020
ISBN (eBook)
9783738938487
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2020 (März)
Schlagworte
bombentod mörderspiele
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Titel: Bombentod und Mörderspiele