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Der Baron #16: Für einen roten Heller

2020 124 Seiten

Leseprobe

Table of Contents

Der Baron #16: Für einen roten Heller

Copyright

Das sind die Leute, die Sie kennenlernen sollten:

Prolog

1

2

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4

5

6

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Der Baron #16: Für einen roten Heller

von Glenn Stirling

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 124 Taschenbuchseiten.

 

Während einer harmlosen Operation stirbt der Patient fast durch das Beatmungsgerät. Dr. Ferrenc, der Chirurg, wird rasch als Täter verdächtigt, obwohl er kein Motiv hätte. Da der Arzt ein alter Freund von Alexander von Strehlitz ist, kümmert sich der Baron um den Fall, denn er will nicht glauben, dass sein Freund ein Mörder ist.

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

Alfred Bekker

© Roman by Author

© dieser Ausgabe 2020 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

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Das sind die Leute, die Sie kennenlernen sollten:

Alexander von Strehlitz, genannt der „Baron“, 38 Jahre, 88 m groß, dunkelhaarig, gut aussehend, schlank und muskulös, sehr sportlich, abgeschlossenes Zoologiestudium, Hobbysegler und Hochseeschiffer mit Kapitänspatent für große Fahrt, bekannter Schriftsteller von Reiseberichten und Expeditionserlebnissen, Leiter von verschiedenen Expeditionen in Afrika und Südamerika, in Übersee durch seine Goodwillreisen zugunsten unterentwickelter Gebiete in Südamerika bekannt geworden, Sieger vom Indianapolis-Rennen für schwere Tourenwagen 969, ebenso bekannt in Monte Carlo und der Jet-Society als brillanter Pokerspieler und Gesellschafter. Frauen vergöttern ihn, Männer schätzen ihn als prächtigen Partner und umsichtigen Leiter oft abenteuerlicher Unternehmungen.

Robert Burton, der Sekretär des Barons, 35 Jahre alt, 70 m groß, spärliches dunkelblondes Haar, korpulent, Brillenträger, gelernter Bankkaufmann, ein Mathematiker aus Passion, spricht sieben Fremdsprachen und hat ein fabelhaftes Gedächtnis, viel Sinn für Statistiken und Daten. Robert arbeitet seit Jahren für den Baron und weiß über dessen Finanzen besser Bescheid als der Baron selbst. Hat die Eigenart, immer dann französisch mit dem Baron zu sprechen, wenn es um Geldfragen geht.

Michel Dupont, genannt „Le Beau“, 28 Jahre alt, 75 m groß, drahtiger durchtrainierter Mann mit dunklem Haar, kantigem, nicht sehr schönem Gesicht mit zerschlagener Nase. Seit vielen Jahren dem Baron ein treuer Freund und Begleiter auf vielen abenteuerlichen Reisen. Le Beau ist gebürtiger Franzose, sehr leidenschaftlich, liebt Frauen und gutes Essen und Trinken, ist leicht zu erregen, ein ausgezeichneter Karatekämpfer, Motorbootfahrer aus Leidenschaft und begeisterter Reiter. Außer Frauen und Pferden liebt er auch rasante Wagen. Er ist gelernter Motorenschlosser und Flugzeugmechaniker.

James Morris, der Chauffeur des Barons, 3 Jahre alt, 94 m groß, sehr stark und breit, wiegt über zwei Zentner, Stirnglatze, sonst struppiges, dunkelblondes Haar, breites Gesicht mit Stupsnase. James war früher Artist, nämlich Untermann einer menschlichen Pyramide. Nach einer Knöchelverletzung verlor er sein Engagement und geriet in schlechte Kreise. Der Baron holte ihn gegen Kaution aus einem Lissaboner Untersuchungsgefängnis und fand in James den treuesten Anhänger, den ein Mensch sich denken kann. Wo James hinschlägt, blüht keine Blume mehr, aber gleichzeitig hat der Hüne ein friedliches gutartiges Gemüt, tut für den Baron alles, aber dass der Baron einen so mäßigen Autofahrer wie ihn zum Chauffeur gemacht hat, begreift James selbst nicht.

Das also sind der BARON und seine Freunde ROBERT, LE BEAU und JAMES. Ein echter und draufgängerischer Mann und seine Freunde. Ihr Feld ist die Welt, heute sind sie reich, morgen haben sie keinen roten Heller, und immer sind sie bereit, dem Teufel auf den Schwanz zu treten, wenn es gilt, anderen zu helfen, die in Bedrängnis sind. Keiner von ihnen ist ein Tugendbold, aber wenn die Lage es erfordert, halten sie eiserne Disziplin. Sie sind vier knallharte Männer, und für manch einen sind sie die letzte Hoffnung. Sie lieben das Abenteuer, sie lieben das Leben. Ob im Orkan auf See, im dampfend heißen Urwald oder auf schillerndem Parkett des Casinos von Monte Carlo, sie sind überall zu Hause. Es gibt Zeiten, da trinken sie Sekt und essen Kaviar, und es gibt Situationen, da teilen sie sich den letzten Tropfen lauwarmen und brackigen Wassers und kauen auf harter Brotrinde. Und immer bleiben sie Kameraden und halten zusammen … der Baron und seine Crew.

 

 

Prolog

Mord oder technisches Versagen?

Miami. (Eig. Meld.) Im Staatlichen Hospital ereignete sich heute bei der Operation eines Leistenbruchs, den ein Offizier der Marine beseitigen lassen wollte, ein Zwischenfall. Plötzlich setzte die Atmung des Patienten aus, als man dem Patienten Sauerstoff zuführte. Die an sich absolut routinemäßige Operation drohte zu einem Fiasko zu werden. Erst das Versagen des Atmungsgerätes und das Einschalten eines zweiten brachte die Wende. Der Patient konnte gerettet werden. Nachher wurde festgestellt, dass mit dem ersten Atmungsgerät etwas nicht stimmte. Statt Sauerstoff wurde etwas durch den Schlauch in die Beatmungsmaske geblasen, das zum Ersticken des Patienten führen musste. Technischer Fehler oder glatte Mordabsicht? Kriminalisten haben den Fall bereits in die Hand genommen.

 

 

1

Der Narkotiseur hob den Kopf und nickte Dr. Ferrenc zu. Dann vertiefte er sich wieder in die Beobachtung seiner Instrumente. Vor ihm blähte sich der Plastikbeutel auf, fiel zusammen, blähte sich auf. Rhythmus einer regelmäßig funktionierenden Atmung des Menschen, der da ausgestreckt auf dem Operationstisch lag. Anonym jetzt für die Mediziner ringsum. Ein Patient mit einem Leistenbruch. Routinesache.

Dr. Ferrenc begann mit der Operation. Neben ihm, mit der Gesichtsmaske kaum erkenntlich, OP-Schwester Gillmore. Dennoch wirkte sie durch ihre schlanke Figur attraktiv genug. Und das Aufblitzen ihrer Augen machte auf Assistent Dr. Proud einen faszinierenden Eindruck. Es war das einzige Interessante für ihn während dieser scheinbar langweiligen Operation, dass er Schwester Gillmore beobachten konnte.

Am Fußende des OP-Tisches stand eine zweite Schwester, Gloria Mitchell, ein blutjunges Ding, die ihre Nervosität nur schlecht zu verbergen wusste. Es war ihre erste Operation, bei der sie selbständig als Hilfsschwester fungierte.

Wie gesagt, eine Routinesache, so schien es. Dr. Ferrenc arbeitete traumhaft sicher. Keine Schweißperlen auf der Stirn, kein unruhiger Blick. Präzisionsarbeit wurde von ihm geleistet. Der Patient atmete normal. Der Puls schlug so gleichmäßig, dass der Narkotiseur Hokinson ab und zu zum Fenster hinaus sah, wo er die Spitzen der blühenden Akazien sehen konnte. Frühling in Florida. Jetzt müsste man den Kittel ausziehen und hinaus auf die Promenade gehen können. Noch diese Sache, dann einen Blinddarm und danach noch eine Phimose. Vielleicht würde er in zwei Stunden draußen sein, früh genug, um Maud vom Büro abzuholen. Wenn dann … Er kam nicht dazu, weitere Gedanken in dieser Richtung auszuspinnen.

Puls und Atmung des Patienten wurden anormal. Von einer Sekunde zur anderen.

Hokinson warf einen Blick auf Dr. Ferrenc. Der schien es noch nicht bemerkt zu haben. Und Proud döste vor sich hin. Verständlich, wenn man sich auf den Meister so gut verlassen konnte.

Die Atmung gefiel Hokinson nicht. Er hatte den Mann doch untersuchen lassen; gesundes Herz, keine Lungenschäden, absolut funktionierender Kreislauf. Diese Offiziere von der Navy hatten ja von jeher so eine Natur wie ein Tigerhai. Der Puls begann aber auszusetzen. Völlig unerklärlich.

Bei Dr. Ferrenc schien alles normal zu laufen. Keine Blutungen über Gebühr, keine Stauung – völlig unverständlich diese Symptome.

„Anormal, Mr. Ferrenc“, sagte Hokinson. „Ist da was?“

Dr. Ferrenc sah auf. Er runzelte die Brauen. Seine Augen wurden schmal, als er den Plastikbeutel beobachtete.

„Sauerstoff!“

Hokinson hatte schon von sich aus daran gedacht und die Sauerstoffatmung eingeschaltet.

„Herztöne schlapp. Myokard schwach. Puls unterbrochen“, sagte Hokinson.

„Strophantin“, befahl Dr. Ferrenc.

Proud war inzwischen aus seiner Gleichgültigkeit erwacht. Auch Schwester Gillmore begann zu begreifen, dass aus einem Routinefall ein Kampf um Leben und Tod geworden war. Ein Kampf um das Leben des zweiunddreißig-jährigen Kapitänleutnants Howard Koog.

Proud injizierte Strophantin. Hokinson gab noch mehr Sauerstoff. Puls und Atmung wurden besser.

Dr. Ferrenc setzte die Operation fort.

„Kreislauf unterstützen, Mr. Proud“, sagte Dr. Ferrenc.

Proud gab noch eine Kreislaufspritze.

Dr. Ferrenc begann mit der Naht. Puls und Atmung wurden ein wenig besser, waren aber noch immer besorgniserregend.

Indessen war die Naht fertig, und Dr. Ferrenc blickte besorgt auf die Instrumente von Dr. Hokinson.

Plötzlich aber erschrak er. Die Atmung fiel völlig aus. Der Plastikbeutel war schlapp geworden.

„Sauerstoff!“, schrie er und begann die Brust an der Herzgegend beim Patienten zu massieren.

Im gleichen Augenblick machte Dr. Hokinson eine Feststellung, die für den Patienten entscheidend sein sollte.

Das Sauerstoffgerät – genauer gesagt der Mixer, der Sauerstoff und normale Luft vermischte – funktionierte mit einem Male nicht mehr richtig. Schnell zog Dr. Hokinson die Atemmaske des Patienten ab, setzte eine andere auf, die am Notgerät hing. Sofort strömte purer Sauerstoff in die Nase des Patienten.

Und nach zwei Sekunden setzte die Atmung wieder ein. Puls und Herztöne wurden allmählich kräftiger.

„Er kommt!“, sagte Dr. Ferrenc und massierte weiter.

Proud stand mit schweißnassem Gesicht, eine Kreislaufspritze in der Hand, daneben. Und die blutjunge Schwester Gloria zitterte vor Aufregung am ganzen Leibe.

Nur Schwester Lucy Gillmore verlor ihre Ruhe nicht. Sicher und überlegen handelte sie auch jetzt. Jeder Griff saß, kein Zittern der Hand, kein Zeichen von Nervosität.

Nach zehn Minuten atmete der Patient wieder normal. Der Kreislauf hatte den Kollaps ebenfalls überwunden, und das Herz schlug wieder so kräftig wie vorher.

Dr. Ferrenc riss sich den Mundschutz vom Gesicht, zog die Handschuhe herunter und wischte sich mit dem Unterarm über die Stirn. „Mein Gott“, stöhnte er, „das wäre um ein Haar danebengegangen.“

Proud nickte. Und Dr. Hokinson meinte gereizt: „Es muss etwas mit dem Atmungsgerät zu tun gehabt haben. Ich werde das herausfinden. Schwester Lucy, rufen Sie nachher gleich mal den Techniker! Ich will mit diesem Gerät so eine Panne nicht mehr riskieren.“

Dr. Ferrenc sah ihn erstaunt an. „Das Atmungsgerät? “

„Ja, als ich auf die Notflasche umgeschaltet habe, war es mit einem Male gut. Es muss damit zusammenhängen.“ Er warf einen Blick auf das Gesicht des Patienten. „Er wird wach! Schwester Lucy, veranlassen Sie das Weitere!“

 

 

2

Eine Stunde lang hatte Steve Ferguson das Atmungsgerät untersucht. Dann war er im Bilde. Der rotschopfige Steve war ein schweigsamer Mensch, nicht deshalb, weil das mit seinem Beruf als Techniker für medizinische Präzisionsgeräte zusammenhing, sondern weil er einen Sprachfehler hatte.

Während seiner Arbeit am Gerät befand er sich allein im OP-Saal. Dann schrieb er seinen Bericht an jenem kleinen Tisch, den sonst Dr. Ferrenc benutzte, um die Operationskladde auszufüllen. Das Formular dazu war vorgedruckt, Steve Ferguson benötigte lediglich eine Schreibunterlage. Er fand sie in Form einer Plastiktafel, die von den Operationsschwestern als Gedächtnisstütze gebraucht wurde. Hier schrieb man vor Operationen die zur Verwendung kommenden Injektionen und andere Dinge mit einem Kreidegriffel auf, ähnlich den Griffeln, die Kinder für ihre Schiefertafeln benutzen.

Diese Plastiktafel legte sich Steve Ferguson unter sein Formular, und dann schrieb er seinen Bericht. Als er damit fertig war, legte er die Tafel wieder aufs Bord, nahm den Bericht und ging zu Dr. Ferrenc in dessen Büro.

Dort empfing in Mary Keil, die Sekretärin des Chefarztes. Mary Keil lächelte spitzbübisch, als sie den schüchternen Steve Ferguson sah. Sie wusste, dass ihn ihr Anblick immer in leichte Verlegenheit versetzte. Auch diesmal schien es so zu sein. Und Mary Keil konnte einen Mann schon in eine gewisse Unruhe bringen. Ihre Gegenwart erinnerte immer ein bisschen an Hollywoods Flimmersternchen. Steve Ferguson fragte sich heute wieder, wie ein so anziehendes Mädchen in die sterile Atmosphäre eines Krankenhauses gelangte. Das einzige Merkmal, das sie in einen Zusammenhang mit einem Krankenhaus brachte, war ihr weißer Kittel. Doch sonst kam sie jedem wie ein Fotomodell vor.

„Na, Mr. Ferguson, ist Ihr Bericht fertig?“, fragte sie mit dunkler, schwingender Stimme. Sie streckte die Hand aus, um ihm den Zettel abzunehmen.

Ferguson zog den Bericht zurück und steckte ihn rasch ein. „Nein, Miss Keil, diesmal kann ich ihn nicht hierlassen. Ist Dr. Ferrenc zu sprechen?“

Sie machte ein erstauntes Gesicht, weil er ihr das Formular nicht geben wollte, und sie schien zu ahnen, dass diesmal etwas nicht in Ordnung war.

„Stimmt was nicht?“, erkundigte sie sich; ihr Lächeln wirkte etwas gezwungen.

„Hmm, das müsste ich Dr. Ferrenc selbst erzählen“, erwiderte Steve Ferguson, und er stolperte vor innerer Erregung ein paarmal über verschiedene Buchstaben.

Diesmal lächelte Miss Keil nicht über sein Stottern. „Was soll das Theater?“, rief sie energisch. „Geben Sie den Wisch schon her; Dr. Ferrenc hat jetzt andere Sorgen, als sich Ihre Verse anzuhören.“

„Dann werde ich wiederkommen, wenn er Zeit hat. In zwei Stunden vielleicht.“ Entschlossen machte Ferguson kehrt und ging.

„Na so was!“, entfuhr es Miss Keil. „Dieser Kerl wird langsam komisch.“ Sie griff zum Telefon, um Dr. Ferrenc von diesem Vorfall Mitteilung zu machen.

Indessen verließ Steve Ferguson das Jackson Memorial Hospital in der North-West 20th Street. Draußen schien eine glutrote Abendsonne, die Vögel zwitscherten, junge Mädchen in duftigen Kleidern promenierten mit lässigen jungen Männern, Autos quälten sich durch den abendlichen Stoßverkehr, und Steve Ferguson murmelte unmutig vor sich hin: „Man müsste an einem so schönen Abend etwas Besseres tun, als eine Stunde zu warten, bis dieser Ferrenc für einen Zeit hat.“

Steve Ferguson brauchte keine Stunde zu warten. Keine halbe Stunde. Nur noch zehn Minuten lang lief er auf der North-West 20th Street auf die Biscaye Bay zu. Dann holte ihn das Auto, das schon seit etwa fünf Minuten langsam hinter ihm gewesen war, ein. Ein schwarzer Packard. Er hielt lautlos, hinten öffnete sich ein Schlag, und ein Mann, den Steve Ferguson sehr gut kannte, sagte: „Hallo, Mr. Ferguson, da sind Sie ja! Nun kommen Sie, Dr. Ferrenc wartet auf Sie!“

Steve Ferguson beugte sich zum Wagen, stieg ein, und da flog schon der Schlag zu. Der Wagen fuhr ruckartig an und raste los.

Zwei Männer saßen vorn, einer hinten, der, den Steve gut kannte. Doch bevor er eine Frage stellen oder sonst etwas sagen konnte, erhielt er einen betäubenden Schlag, und mehr spürte

Steve Ferguson nicht. Es war das letzte Gefühl in seinem Leben, dieser harte Schlag an seine Schläfe. Aus der Betäubung sollte er nie wieder erwachen. Eine Hand fuhr in seine Jackentasche und riss den Zettel mit dem Bericht hervor. Dann bohrte sich eine Injektionsnadel in seinen Arm. Er spürte nicht, wie das tödliche Gift in seine Blutbahn gedrückt wurde.

 

 

3

Auf dem Miami International Airport stand ein umfangreiches Empfangskomitee, zwei weiß gekleidete junge Mädchen mit Blumensträußen eingeschlossen. Ein roter Teppich lag auch, doch das alles galt nicht Baron Strehlitz, sondern Frank Sinatra, der mit ihm in der gleichen Maschine gesessen hatte.

Zu seinem Abholer musste Alexander von Strehlitz sich erst durchdrängeln, zumal sich sämtliche Pressefotografen vor dem Zoll versammelt hatten, um Frankieboy ins Bild zu bekommen. Auf den Baron wartete nur ein griesgrämig dreinblickender Mensch von etwa fünfzig Jahren, mit Warzen auf Wangen und Kinn und einem schlotternden Anzug an seinem dürren Körper.

Er zeigte keine freudige Erregung, als er den Baron erkannte, aber immerhin kam er ein paar Schritte auf ihn zu. Inspektor Hartman von der Homicide Guard war dem Baron das letzte Mal vor drei Jahren in Miami begegnet.

Sein griesgrämiges Gesicht verhärtete sich noch um eine Nuance, dann gab er dem Baron die Hand und meinte trocken: „Es bleibt mir wohl einfach nicht erspart, Sie wiederzusehen, Baron Strehlitz. Sie haben mächtige Freunde, die von Ihnen Wunder erwarten, obgleich Sie kein Profi sind.“

Alexander musste lachen. „Machen Sie sich nichts draus!“, sagte er spöttisch.

Als sie dem Ausgang zustrebten, kam freudestrahlend James Morris auf den Baron zu.

„Na, wenigstens einer, der sich über mein Kommen freut.“ Sie schüttelten sich ausgiebig die Hände, und James erkundigte sich nach Le Beau und Robert.

„Dreimal dürfen Sie raten, James, wo sich die beiden herumtreiben. Le Beau ist mit einem Schiff unterwegs und spielt Hahn im Korb mit vielen hübschen Bienen. Und Robert ist auf einer Expeditionsreise, um seiner Leidenschaft, dem Fotografieren, zu frönen.“

„Nun, ich hoffe, der Flug mit Frankieboy hatte etwas Abendfüllendes für Sie gehabt“, sagte James.

„Ich wüsste, was mir mehr Schmerzen machen würde“, erwiderte Alexander, und James sah ihn aus runden Kulleraugen wie ein enttäuschtes Kind an.

„Kommen Sie, Baron, meine Zeit ist unbezahlbar, und für Sie gibt es Arbeit“, erklärte Hartman. Offenbar hielt er sie für Müßiggänger.

Draußen stand ein stratoblaues Pontiac Cabriolet Le Mans. Hartman und der Baron ließen sich im Fond nieder, während James den Platz hinter dem Lenkrad einnahm und sanft losfuhr, dann aber Gas gab und davonschoss.

„Fahren Sie wie ein Mensch, Morris! Ich habe Familie!“, bellte Hartman, aber das entlockte dem liebenswürdig grienenden James nur eine gemurmelte Bemerkung, die sich anhörte, wie „alter Knurrhahn“ oder so ähnlich.

Dann erzählte Hartman dem Baron die Story. Es fiel ihm nicht leicht, den Fall dem Baron übertragen zu müssen, das betonte er wieder und wieder. Bei ihm, so sagte er, wäre alles in besten Händen. Es begann den Baron schon zu langweilen, und so sagte er ziemlich barsch: „Wie wäre es, Hartman, wenn Sie gelegentlich einmal mit dem Film anfingen!“

Er musterte Baron Strehlitz bissig von der Seite, erzählte aber schließlich.

„Kapitänleutnant Howard Koog hatte einen Leistenbruch. Die Marine schätzt keine Offiziere mit Leistenbruch. Besonders aber dann nicht, wenn einer die Aufgaben hat, mit denen Koog vertraut war. Koog hat in Cape Kennedy ein geheimes Aufgabengebiet. Er ist Geheimnisträger 1a. Also Leistenbruch, habe ich gesagt. Er legt sich aufs Schafott, alles ist ganz harmlos – denkt er jedenfalls. Aber während der Operation wird die Atmung mies. Der Narkotiseur ist ein cleverer Junge und bekommt mit dem Notgerät die Geschichte am Sarg vorbei. Tja, und weil sie nicht wissen, wie das passieren konnte, holen sie einen Techniker der Instrumentenfirma. Der Mann heißt Steve Ferguson. Er untersucht die Geschichte und macht die Feststellung, dass hier faule Eier gelegt worden waren. Jemand hat in den Sauerstoffapparat Mescal geträufelt. Einen Absud von Mescal, so sagen die Chemiker. Das heißt, dass der Patient von so einer starken Dosis Rauschgift stirbt. Er wäre ja auch gestorben, aber das Atmungsgerät setzte durch Zufall aus. So musste der Narkotiseur das Notgerät einschalten. Und das war okay. Damit kam Koog am Exitus vorbei.“

„Hat der Techniker Anzeige erstattet?“

„Nein, der Techniker wird seither vermisst. Nach seiner Geräteprüfung hat er das Hospital verlassen und ward nie mehr gesehen. Auch sein Bericht nicht.“

„Und woher…“

Hartman legte dem Baron beschwichtigend die Hand auf den linken Unterarm. „Nicht so hastig, lieber Freund. Also der Mann hat Dr. Ferrenc, das ist der Chefarzt …“

„Wie heißt der Chefarzt?“, fragte der Baron, als hätte er den Namen noch nie gehört.

Hartman sah ihn forschend an. „Dr. Ferrenc.“

Alexander von Strehlitz sagte nicht, dass er nur deshalb seine Beziehungen bei den Mächtigen in diesem Land genutzt hatte, weil sich diese Sache um Dr. Ferrenc drehte, mit dem ihn eine ganz besondere Story verband.

Vor Hartman musste sich der Baron zusammennehmen, denn er war ein ausgekochter Bursche, der kam sofort dahinter. Und so bezwang er seine Unruhe und sagte so gleichgültig, wie er nur konnte: „Habe nur gehört, dass er ein guter Chirurg sein soll. Hatte mal einen Bekannten, der von ihm operiert worden ist.“

„Hmm, soll wirklich gut sein, aber jetzt … Na ja, hören Sie zu!“ Er brannte sich seine inzwischen erloschene Zigarre wieder an und fuhr fort: „Dr. Ferrenc war offenbar nicht anwesend, und so stieß Ferguson auf die Sekretärin von Ferrenc. Diese alberne Gans spielt dort so ein bisschen Hollywood. Ferguson muss ihr wohl die Auskunft verweigert haben und wollte später wiederkommen. Jedenfalls ist er dann aber entführt worden oder sonst wie abhanden gekommen. Eine junge Schwester fand aber im Operationssaal eine Tafel, auf der ziemlich deutlich der Bericht stand, den Ferguson geschrieben hatte. Und zwar handelt es sich um eine Plastiktafel, von Ferguson wohl als Unterlage benutzt. Er hat sicherlich sehr aufgedrückt beim Schreiben, jedenfalls ist alles recht gut zu erkennen. Die junge Schwester ging damit zu einem Dr. Proud, das ist der Assistent von Dr. Ferrenc. Der alarmierte sofort uns.“

„Und Kapitänleutnant Koog?“, fragte der Baron.

Hartman lächelte triumphierend. „Was hätten Sie getan?“

„In ein anderes Hospital übergeführt, was sonst.“

Hartmans Lächeln schwand. Der Baron musste ihm die Show gestohlen haben. Er knurrte bitter: „Na ja, das genau wollte ich auch getan haben, aber warten Sie einmal ab.“

Und vorn drehte sich James um und meinte keck: „Manchmal hat auch die Citizen Police gute Einfälle!“

„Achten Sie lieber auf die Straße, Sie Greenhorn!“, fuhr ihn Hartman an.

James tat es und pfiff eine Melodie vor sich hin.

„Verdacht? Auf den Narkotiseur?“, fragte der Baron.

Hartman schüttelte den Kopf. „Nein, auf den weniger. Ich halte Dr. Ferrenc für verdächtig genug. Leider reichen meine Beweise nicht aus, um ihn in Haft zu nehmen.“

„Aber wie kommen Sie darauf?“, entfuhr es dem Baron schärfer, als er gewollt hatte. Hartman musterte ihn wieder prüfend. Der Baron sah, dass Hartman hellhörig zu werden begann.

Er sagte jedoch nichts dergleichen und erwiderte scheinbar gelassen: „Eine Stunde, bevor Sie gekommen sind, Baron, ist Dr. Ferrenc allein bei Koog gewesen. Zu einer ungewöhnlichen Zeit, nämlich in der Mittagsstunde. Allein, habe ich gesagt. Und vor ihm war die Stationsschwester noch drinnen. Sie ist hinausgegangen, als Ferrenc eintrat. Er hat sie hinausgeschickt, sagte sie. Und zehn Minuten, nachdem Ferrenc weg war, ist eine von den Hilfsschwestern gekommen, um das Geschirr vom Mittagessen herauszuholen. Es handelte sich allerdings nur um eine Suppentasse. Da kam ihr Koog so komisch vor. Sie rief die Stationsschwester. Die stellte den Tod von Koog fest. Koog wurde dann vom diensthabenden Arzt untersucht. Dr. Hiller, ein tüchtiger Internist. Er brauchte nicht lange, um einen Verdacht zu äußern. Während ich auf dem Flugplatz auf Sie gewartet habe, kam die Meldung über die Todesursache: eine tödliche Injektion CB 34, das ist ein Gift, das nur wenige Sekunden braucht, um …“

„Wissen Sie das genau, Hartman, ich meine, dass es nur ein paar Sekunden dauert?“, unterbrach ihn der Baron.

Er fuhr gereizt auf. „Natürlich, solche Dinge behaupte ich nicht einfach ins Blaue hinein!“

„Dann hätten Sie doch Grund, Dr. Ferrenc festzunehmen, Hartman“, sagte der Baron sanft.

Er zuckte die Schultern. „Vielleicht sollte ich es tun, aber man hat mich ja angewiesen, keine Schritte mehr zu unternehmen, wenn Sie einmal hier sind. Da sieht man eben gelassen zu, wie alles zerrinnt. Aber der Gouverneur ist schließlich Ihr Freund, Baron. Und der macht es sogar möglich, dass ein Privatmann Polizeifunktionen versieht.“

Es klang bitter und gehässig. Aber der Baron kannte den mit allen Hunden gehetzten Inspektor zu genau, um ihm deshalb böse zu sein. Er würde ihn sogar ab und zu nötig haben. Solche ausgekochten Praktiker wird nur ein Anfänger für stur und beschränkt halten. Hartman hatte Ferrenc auf dem Zug, und er tat es gewiss nicht aus einer Antipathie heraus. Ferrenc hätte der Präsident selbst sein können und wäre von Hartman ins Visier genommen worden, wenn gewisse Indizien auf seine Schuld hinwiesen. Das aber, was Hartman hier wusste, war ein dicker Brocken. Auf einen Verdacht war der Baron vorbereitet gewesen, deshalb wollte er den Fall ja klären, aber was Alexander am schwersten traf, war die Tatsache, einen alten Freund des Mordes bezichtigt zu wissen.

„Wir fahren am besten gleich ins Hospital“, sagte Hartman. Alexander nickte zustimmend. Dann versenkte er sich wieder in seine Gedanken um Dr. Ferrenc. Gewiss, sie hatten sich in den letzten Jahren nur noch zu Neujahr und hin und wieder aus dem Urlaub geschrieben. Doch sie waren immer noch Freunde, seit damals. Alexander sah es wieder, als sei es gestern gewesen. Den Schlamm, die Erdlöcher, die Baumstümpfe, deren zerfetzte Äste geisterhaft zum Himmel ragten. Alexander hörte es in seinen Gedanken, das Orgeln der schweren Granaten, das Brüllen der Verwundeten, das Krachen der Explosionen.

Wahnsinn des Krieges. Man vergisst es einfach nie. Und erst recht würde Alexander nie vergessen, wie Mike vorn in dem Loch ihm, dem damaligen Kriegsberichterstatter der New York Times, den Granatsplitter aus der Schulter herausgeholt hatte. Unter den primitivsten Umständen, geradezu steinzeitlich primitiv. Aber er hatte es tun müssen, weil Gefahr bestand, dass die Schlagader aufgeritzt wurde, hätte sich Alexander nur etwas bewegt.

Hatte er es tun müssen? Nein, er wäre irgendwo in den hinteren Linien sicherer gewesen. Um Alexander zu helfen, hatte er sein Leben aufs Spiel gesetzt. Was kann man mehr riskieren als das eigene Leben?

Nein, dachte er. Wenn nur ein Fünkchen Zweifel daran besteht, dass Mike es getan hat, dann musste er trotzdem an diesem Fall arbeiten. Niemand würde an seiner Stelle wohl sorgfältiger nach Möglichkeiten und Beweisen suchen, die Mikes Unschuld dokumentieren. Aber wenn Mike nun doch der Täter war? Wenn nun alles stimmte? Hartman war kein Greenhorn. Solche alten Haudegen wie er verfügten meist über eine beachtliche Menschenkenntnis, und eine in vielen Jahren geschliffene Erfahrung. Mochte Hartman sich so wild und bissig geben wie er wollte, er war eine Kanone in seinem Fach – er irrte sich selten.

Ich muss abwarten, sagte sich Alexander. Er durfte noch nicht zu erkennen geben, dass er Mike gut kannte, dass sie Freunde waren. Sicher würde ihn Mike nachher wie ein alter Kamerad begrüßen, das musste er irgendwie abbiegen. Oder er musste sich von Hartman trennen. Dieser misstrauische Inspektor kam womöglich noch dahinter, wie es zwischen Mike und Alexander aussah. Und dann nützte Alexander auch seine gute Beziehung zum Gouverneur nichts mehr.

Der Baron warf einen kurzen Blick zu Hartman hinüber. Der döste vor sich hin, zuckelte an seiner erkalteten Zigarre und zuckte erschrocken zusammen, als James an einer Kreuzung jäh bremsen musste. „Esel!“, knurrte Hartman. „Denk an meine Familie!“

James griente und sagte halb zurückgewandt zum Baron: „Ein Glück, dass Sie nicht verheiratet sind, dann höre ich wenigstens von Ihnen nicht dauernd den Song von der lieben Familie.“ Er lachte, und hinter ihm knurrte Hartman griesgrämig.

„Da haben wir schon das Hospital!“, erklärte James und bog von der Straße in den Park ein. Ein breiter Weg, uralte Laubbäume zu beiden Seiten. Zwitschernde Vögel in den Ästen, hier und dort ein paar Fußgänger auf den Seitenwegen. Einige davon waren Schwestern, junge neckische Dinger, bei denen ein Mann sich wünschte, sie einmal am Abend spazieren zu führen.

Vorn auf der Straße herrschte noch reges Treiben, hier im Park war es still. Leise surrte der Motor des Le Mans, die Reifen rauschten auf dem Asphaltweg, und dann bogen sie nochmals rechts ab. Das weiße Gebäude des Hospitals lag vor ihnen. Große Terrassen, lange Balkons, weite, lichtdurchflutete Fenster. Die amerikanische Flagge hing am Mast vor der Auffahrt schlaff und unbewegt herab. Die Hitze des Mittags knallte auf die Front vor dem Haus, und der Baron merkte es so richtig, als er ausstieg. Es roch aber nicht nach Krankenhaus, sondern nach Lindenblüten, süßlich und betäubend.

Hartman lief mit kleinen raschen Schritten auf die Glastür zu und stieß sie unwirsch auf. Der Baron musste sich beeilen, wenn er sie nicht im Zurückpendeln vor die Stirn bekommen wollte.

Im Foyer war es kühl, fast kalt. Hier war der Lindenblütenduft wie weggeblasen. Hier herrschte der typische Klinikgeruch vor.

Das Büro lag im Parterre. An der Glastür standen Mikes Name und die Bezeichnung „Chefarzt“. Hartman klopfte an und öffnete gleichzeitig, ohne erst ein „Herein“ abzuwarten.

Die brünette Schöne, die dort hinter dem Schreibtisch saß und die beiden empört ansah, musste diese „alberne Gans“ sein, wie Hartman zu sagen beliebt hatte.

Bevor die Dame nur Piep sagen konnte, fauchte Hartman sie an: „Wo ist Ihr Chef, Miss Keil?“

„Dr. Ferrenc ist heute nicht da. Er ist zu seinem Haus gefahren“, sagte sie schnippisch. Der Baron sah ihr den Triumph an, dies Hartman verpassen zu können.

Hartman nickte, als habe er das vorausgesehen. Dann wandte er sich an den Baron. „Na, dann werden wir ihn wohl bald suchen müssen, wie?“

Der Baron schwieg. Ihm missfiel es, dass Hartman vor dem Mädchen solche Töne anschlug. Und so zündete er sich erst eine Zigarre an, ehe er vorschlug: „Okay, Hartman, von nun an werde ich den Film auf meinem Apparat abspulen lassen – nett von Ihnen, mich ins Bild gesetzt zu haben.“

Hartman fiel beinahe der Zigarrenstummel aus dem Mund, so entgeistert starrte er Baron Strehlitz an. Dann aber verfinsterte sich seine Miene, und er raunte: „Schön, Sie werden es schon fein herauskitzeln, wie?“ Er griff zum Telefon und ließ sich mit seiner Dienststelle verbinden. Dann bellte er los: „Einen Wagen für mich zum Jackson Hospital! Aber sofort!“

Ohne Miss Keil oder den Baron noch eines Blickes zu würdigen, stürmte er zur Tür, fegte hinaus und knallte die Tür hinter sich zu.

„Ein feiner Mann, muss ich schon sagen“, meinte Miss Keil lächelnd.

Der Baron sah sie an. So dumm und gänschenhaft kam sie ihm gar nicht vor. Nur ein bisschen zu sehr auf Studio getrimmt. Im Grunde passte sie wohl besser in ein Filmatelier und nicht hierher, jedenfalls vom Äußeren her.

Der Baron stellte sich ihr vor und ließ sich auf einen roten Polstersessel nieder, der sicherlich sonst von Mike benutzt wurde. Auf dem breiten Diplomatenschreibtisch stand ein Frauenporträt. Eine blonde Dame, vielleicht Mitte der Dreißig, gut anzusehen. Miss Keil war jedoch reizvoller.

„Baron Strehlitz“, sagte sie, „ich nehme an, Sie sind der Vorgesetzte von Mr. Hartman …“

Der Baron schüttelte den Kopf. „Nein, das bin ich nicht!“ Er sagte es so, dass weitere Fragen gar nicht erst gestellt wurden.

 

 

4

Sie wollte ihm eine Tasse Kaffee zubereiten, aber der Baron kannte den Krankenhaus-Kaffee und verzichtete dankend. „Ganz gern möchte ich mich mit Ihnen unterhalten. Sie sind ja immerhin Dr. Ferrenc‘ Sekretärin und kennen ihn.“

„Er ist unschuldig, wenn Sie das wissen wollen! Hier ist eine tolle Schweinerei im Gange“, rief sie aufgebracht. Sie beugte sich über den Schreibtisch und sah den Baron fanatisch an. „Jetzt will man ihm die Sache mit dem Offizier anhängen. Ich sage Ihnen, er war es nicht! Niemals!“

„Sie sagten, er sei zu seinem Haus gefahren. Wo ist das?“

„Ich kann Sie hinbringen. Ich fahre sowieso zu ihm. Es sind da noch ein paar Diktate zu erledigen.“ Sie ging zum Schrank, nahm ein Handtuch heraus und rief im Gehen: „Ich wasche mir nur noch die Hände und ziehe mich um, warten Sie bitte, es dauert nicht lange.“

Es dauerte – natürlich – fast eine halbe Stunde. Vielleicht musste Miss Keil noch jedes Wimpernhaar einzeln ankleben, jedenfalls hatte Alexander Zeit genug, sich umzusehen. Draußen im Park war es noch immer still, nur die Vögel machten Musik. Auch im Haus frönte man der Mittagsruhe. Es war jetzt drei Uhr nachmittags. Vor drei Stunden hatte Mike – wenn es stimmte – diesem Patienten Koog eine tödliche Spritze verabreicht.

Während der Baron noch darüber nachdachte, ob er nicht besser erst einmal im Krankenhaus Nachforschungen anstellen sollte, wurde die Tür geöffnet. Es war aber nicht Miss Keil, sondern ein Arzt. Ein jüngerer Mann mit dunklem Haar. Genau der Typ, auf den Frauen fliegen. Er musterte den Baron erstaunt, lächelte dann und sagte: „Ich bin der Assistent von Dr. Ferrenc. Erwarten Sie ihn hier?“

Also war es wohl dieser Dr. Proud, der die Anzeige erstattet hatte. Der Baron nannte ihm seinen Namen. Er fand das gar nicht erstaunlich und gab ihm die Hand. „Proud, William Proud. Sie haben sicher den Fall übernommen, nicht wahr? Konnte ich mir denken, dass er nicht bei Mr. Hartman blieb. Immerhin war dieser Koog ein wichtiger Mann in Cape Canaveral … äh, Cape Kennedy, wie es jetzt heißt.“

Der Baron nickte nur und betrachtete den Mann genauer. Er schien etwa achtundzwanzig Jahre zu sein. Zimperlich kam er ihm auch nicht vor, und dem Odeur nach zu schließen, das er verströmte, hatte er eine Vorliebe für Parfüm. Irgendwie erinnerte er an einen Playboy, der er nach Feierabend vielleicht auch sein mochte.

„Sie arbeiten schon lange mit Dr. Ferrenc zusammen?“, fragte Baron Strehlitz.

Mr. Proud ließ sich auf der Kante des Schreibtisches nieder, angelte sich aus Mikes Besucherdose eine Zigarette und zündete sie an. Dann sah er den Baron an und lächelte: „Nun, so lange auch wieder nicht. Zwei Jahre jetzt, deshalb ist das alles so unbegreiflich, was passiert ist.“

„Glauben Sie?“

Er wurde ernst. „Dr. Ferrenc ist ein hervorragender Chirurg“, erklärte er eindringlich. „Ein traumhaft sicherer Operateur. Ich glaube keine Sekunde lang, dass er diesen Patienten mit CB 34 …“

Er unterbrach sich, und Miss Keil trat ein. Proud pfiff durch die Zähne, und der Baron hätte es ihm fast gleichgetan. Hoppla, sah die Kleine gut aus. Donnerwetter! Ihr geblümtes Kleid verdeckte alles und ließ ebenso viel ahnen. Mit ihr eine Mondscheinpartie zu machen, wäre nicht unflott.

„Püppchen, du siehst wieder aus – zum Anbeißen!“, meinte Proud und maß sie voller Bewunderung.

Sie kostete das ausgiebig aus, ehe sie erwiderte: „Aber Will! Du tust so, als hättest du mich bisher nur im weißen Kittel gesehen.“

Na, den beiden konnte nur noch der Abend helfen. Sie blitzten sich an, und der Baron kam sich so überflüssig vor wie lange nicht. Um der Vorstellung ein Ende zu machen, sagte er: „Also, ich glaube, Doktor, wir sehen uns noch wieder. Und Sie, Miss Keil, sind sicher fertig, dann könnten wir fahren.“

Nein, sie konnten noch nicht fahren.

Plötzlich waren draußen hastige Schritte auf dem Flur zu hören, dann wurde die Tür aufgestoßen. Die Klinke traf Proud hart in den Rücken. Er blieb auch jetzt ein Gentleman und rief nur: „Hallo“, statt begreiflicherweise etwas deutlicher zu werden.

Es war Hartman. Sein Kopf schien zu glühen. Der ganze Mann war ein Bündel Aufregung. „Baron, gut, dass Sie noch da sind. Ich sah James unten und den Wagen. Kommen Sie, aber schnell!“

„Aber …“

„Kommen Sie, kein Aber!“, schrie er aufgeregt und fasste den Baron am Ärmel.

„Okay“, sagte er und wandte sich an Miss Keil. „Einen Augenblick bitte!“ Und zu Hartman: „Wohin?“

„Zu seinem Haus!“

„Dahin wollte ich doch sowieso.“

Hartman hatte offenbar keine Zeit zu verschenken. „Er ist nicht dort. Kommen Sie, und verschieben Sie alles andere!“

Der Baron verabschiedete sich von Miss Keil, die das Ganze gar nicht zu begreifen schien. Aber der Baron war gespannt, was passiert sein konnte.

Als sie in den Le Mans stiegen, sagte Hartman keuchend: „James, zu dem Haus von Ferrenc. Das Landhaus, Sie wissen ja Bescheid.“ Und zu dem Baron gewandt sagte er: „Wir haben dort Steve Ferguson gefunden, den Techniker. Tot!“

 

 

5

Hinter der Stadt Hialeah kreuzte der in Bau befindliche Expressway von Kendall nach Dania den US Highway 27. Das Land hier war flach wie ein Tisch, viel niederes Gehölz, Buschwerk, kleine Werften, auf denen sich Luxusvillen und ansehnliche Weekendhäuser reihten.

Das Haus von Dr. Ferrenc erinnerte an ein spanisches Landgut im maurischen Stil. Weiß getünchtes Gemäuer, kunstgeschmiedete Gitter an den schmalen Außenfenstern, ein Bogentor, weit und geräumig die ganze Grundstücksanlage. Ein Meer von bunten Blumen umgab das Anwesen. Der Kies auf dem Weg leuchtete und schillerte hell im Sonnenlicht. Und von der sehr nahen Baustelle zogen Staubwolken wie Schleier über das Haus hinweg.

Ein Zaun war nur vorn am Zufahrtsweg angebracht. In seiner Mitte das große schmiedeeiserne Tor, vor dem sie anhielten. Es war geschlossen.

„So, da drüben ist es!“, sagte Hartman und wies auf eine Gruppe Männer, die keine vierzig Schritt vom Gebäudekomplex entfernt im Garten wartete. Eine Planierraupe und zwei Bagger standen ebenfalls dort. Diese Seite des Gartens wirkte wie ein Exerzierplatz für schwere Panzer. Im Augenblick jedoch ruhte hier jede Arbeit. Der Lärm und Staub kam von weiter drüben, wo das Fundament für eine Straßenbrücke in die Erde gerammt wurde.

Der Baron und Hartman gingen zu Fuß, und indessen erzählte Hartman weiter. Bis dahin war folgender Tatbestand bekannt:

Seit zwei Jahren kämpfte die Straßenbaubehörde gegen Dr. Ferrenc, weil der einen Teil seines Grundstückes nicht verkaufen wollte. Genau über die westliche Gartenseite sollte nämlich der neue Expressway führen. Diese Autobahn konnte natürlich keine Kurven um einzelne Gärten machen Zwei Gerichte jedoch hatten Dr. Ferrenc unterstützt. Dann aber, vor zwei Tagen, war es der Behörde gelungen, den Enteignungsbeschluss zu bekommen. Heute Mittag zwölf Uhr war die Einspruchsfrist abgelaufen. Punkt zwölf Uhr begann der große Planierpflug die erste Furche durch Rasen und Blumenbeete zu ziehen.

Dr. Ferrenc hatte sich nicht sehen lassen, obgleich die Frau, die ihm den Haushalt im Landgut führte, behauptet hatte, er müsste bald da sein. Er kam nicht. Stattdessen machte der Planierpflugfahrer plötzlich bei der dritten Furche einen grausigen Fund. An einer Stelle, wo der Rasen einen kahlen Fleck mit frischer Erde hatte, sackte das Vorderrad des schweren Pfluges ein. Der Fahrer setzte zurück, hielt etwas seitlich und schrie dann jäh auf, als er sah, was vom Streifblech des Pfluges nach oben gedreht wurde.

Zehn Minuten später war die Polizei da. Weitere zehn Minuten später wusste man, dass es Steve Ferguson war, den dort jemand vergraben hatte.

Die Arbeiter standen in Gruppen herum. Der Planierpflug war ein Stück zurückgefahren worden. Sonst befand sich noch alles so, wie man es gefunden hatte. Nur über dem Toten lag jetzt ein beflecktes weißes Tuch.

Der Wagen der Mordkommission hielt weiter vom neben dem Bagger. Aber die Männer und ihr Gerät befanden sich an der grausigen Fundstelle. Sieben Detektive aus Hartmans Dienststelle und der Polizeiarzt. Dem Baron schien, sie alle warteten nur auf ihn. Mit ihrer Arbeit waren sie offensichtlich schon fertig.

Hartman wischte sich den Schweiß von der Stirn und hängte seinen Hut auf die gigantische, in der Sonne blinkende Pflugschar, die jetzt angehoben über der Erde hing.

Der Baron trat neben die Leiche, und einer der Detektive zog das Leinentuch zurück.

Baron Strehlitz hatte schon viel solche Dinge gesehen Und man müsste meinen, dass Gewohnheit abstumpft, aber bis heute hatte es ihn noch nicht stumpf gemacht. Es war jedes Mal wieder ein Schock für ihn. Er stellte sich nur abgeklärt diesen Dingen gegenüber, aber er war es nicht.

Er sah furchtbar aus, der Tote. Der Pflug war die Ursache.

„Es geht nicht ohne Obduktion ab“, sagte der Polizeiarzt, nachdem sie sich miteinander bekannt gemacht hatten. „Ich vermute Giftmord. Ob nun auf oralem oder intravenösem Wege, vermag ich noch nicht zu sagen. Er ist sehr verstümmelt. Sicher ist, dass er höchstens einen Tag tot sein kann.“

Der Chemiker konnte auch nicht mehr sagen. „Eingegraben wurde er frühestens letzte Nacht. Es ist feuchte Erde an seiner Kleidung. Nachts nur ist die Erde hier so feucht. Das kommt von den Dämpfen der Everglades, die bis hierher ziehen. Den Spaten haben wir dort drüben gefunden.“ Er zeigte auf ein Gebüsch nahe dem Haus.

Das machte den Baron stutzig. Wenn Dr. Ferrenc der Täter war, würde er den Spaten doch nicht außerhalb des Hauses lassen.

Er sagte das zu Hartman, doch der zuckte nur die Schultern. „Vielleicht gerade. Nur mit der Enteignung und dem sofortigen Einsatz der Baumaschinen hat er nicht gerechnet.“

„Das leuchtet mir nicht ein, Hartman. Wenn er weiß, dass zumindest in der nächsten Zeit eine solche Entscheidung gefällt werden kann, vergräbt er hier keinen Toten.“

Hartman wiegte nachdenklich den Schädel und meinte zweifelnd: „Vielleicht ist es sein Fehler. Er könnte es vergessen haben, denn er hat ja auch keinen Einspruch erhoben. Die Frist ist verfallen. Er hätte aber, nachdem er zwei Jahre gegen die Behörde gekämpft hat, auch diesen Termin noch wahrgenommen. Da bin ich sicher. Er muss es entweder vergessen haben, oder er hat es durch einen Zufall nicht erfahren.“

„Steve Ferguson ist nicht Kapitänleutnant Koog und nicht Ferrenc. Das hier ist Ihr Fall, Hartman. Tun Sie, was Sie tun wollen. Ich rede Ihnen da nicht ‘rein“, erklärte der Baron, und diesmal staunte Hartman ebenso wie vorhin im Büro von Dr. Ferrenc, als er vom Baron abserviert wurde.

Er fasste sich aber rasch und sagte hart: „Dann nehme ich Ferrenc fest. Ich buchte ihn ein, ob es Ihnen passt oder nicht, Baron Strehlitz.“

Der Baron nickte und sah ihn lächelnd an. „Tun Sie, Hartman, was Sie nicht lassen können. Es wird sogar seine Vorteile haben. Nehmen Sie ihn ruhig fest!“

Er nahm den Baron am Ärmel und zog ihn auf die Seite. Leise sagte er: „Ich wundere mich über Sie. Immerhin war er doch mit Ihnen befreundet, stimmt doch, wie?“ Er grinste, und die Warzen an seinem Kinn schienen zu tanzen. Dass er das dem Baron unter die Weste jubeln konnte, musste ihn sehr freuen. Geradezu ein Geschenk. Erstaunlich, wie schnell er dahintergekommen war, und noch erstaunlicher, dass er es erst ihm sagte, ehe er es in alle Welt posaunte. Oder hatte er es gar schon getan?

Er ahnte wohl des Barons Gedanken und sagte trocken: „Sie denken, ich würde ein Musical davon machen. Weit gefehlt, Baron. Ich denke mir nur“, fügte er besorgt hinzu, „dass Sie selbst derjenige sind, der es hier schwer hat. Solange Sie nicht an den Tatsachen vorbeigehen, soll es mir gleich sein. Ich wollte es Ihnen nur sagen, damit Sie wissen, woran Sie bei mir sind.“ Er stopfte sich eine Zigarre in den Mund, schielte zum Baron hinauf, als wollte er sagen: Ja, ja, mein Freund, so verkalkt ist der alte Hartman nun auch wieder nicht. Und er sagte bedächtig, während seine Zigarre zu dampfen begann: „Tja, mein Lieber, ich kann mir beim besten Willen nichts anderes vorstellen. Ich muss Ferrenc einbunkern. Man kann es ansehen, wie man will. Es kommt immer nur Mordverdacht heraus.“ Er brummte noch etwas, was der Baron nicht verstand, dann stapfte er über den aufgewühlten Boden zu seinen Kollegen hin.

Dem Baron war nicht wohl in seiner Haut. Wenn er nur wenigstens wüsste, wo Mike war. Er wollte erst einmal in Ruhe mit ihm reden. Es konnte nicht sein, dass er Ferguson ermordet hatte, und sicherlich auch nicht Koog. Das war alles so einfach, so offensichtlich wie auf dem Präsentierteller. Bei einem Mann mit der Intelligenz Mikes konnte man sich mehr Tricks vorstellen. Das hier wäre – hätte es Mike getan – das Werk eines Narren gewesen.

Er ging zurück zum Wagen. James las die Zeitung. Als er Alexander sah, sagte er: „Na, hat Hartman seinen Trumpf gelandet oder …“ Er stockte, als er das Gesicht des Barons sah.

„Fahren Sie los, James, ins Jackson Hospital! Und diesmal kommen Sie mit hinein. Die Zeitung können Sie nach Feierabend lesen.“

Er lächelte und warf das Blatt in den Fond. „Okay, großer Meister. Ich wollte mich nur nicht aufdrängen. Dachte mir, wenn der Boss dich braucht, wird er pfeifen. Bin dann schnell wie ‘n Starfighter. Okay, Boss. Ihr Wunsch ist mir Befehl!“

Er gab Gas und schoss los. Es schien ihm Freude zu machen, einmal mit dem Baron allein fahren zu können. Das nutzte er weidlich aus. Beim Baron hörte er nicht: Denken Sie an meine Familie!

 

 

6

Drei Stunden lang verhörte der Baron, legitimiert durch einen Sonderausweis des Gouverneurs, Zimmerschwester, Stationsschwester, Assistenzarzt Dr. Proud und schließlich noch jenen Dr. Hiller. Auch Miss Keil traf er noch einmal, als sie mit Dr. Proud zusammen das Hospital verließ. Sie hatte Mike die ganze Zeit über nicht erreichen können, auch nichts von ihm gehört.

Der Baron saß gerade bei Dr. Hiller, als der Anruf von Hartman kam, dass er Mike auf dem Flugplatz verhaftet hätte. Wie Hartman sagte, hätte Ferrenc eine Flugkarte nach New York in der Tasche gehabt. Und kein Gepäck. Bei seiner Verhaftung habe Mike weder protestiert noch auf eine Frage geantwortet, sondern nur nach seinem Anwalt verlangt. Er könnte ihn aber erst morgen früh haben, denn der Anwalt sei zum Angeln gefahren.

Nachdem Hartman dem Baron diese bittere Pille verpasst hatte, wünschte er ihm noch einen besonders netten Abend und hängte auf. Freundliche Menschen machen einem das Leben süß.

Der Baron wandte sich wieder Dr. Hiller zu, der die ganze Zeit still in der Ecke seines Ordinationszimmers gesessen und indessen gelesen hatte. Hiller war ein schwer einzustufender Mensch. Alexander schätzte ihn auf Ende der Dreißig, nicht sehr sportlich. Ein leichter Bauch zeichnete sich ab, das Blondhaar wurde allmählich lichter, die Augenbrauen waren schmal und sahen sich wie dünne Striche unter der Stirn an.

Aus Erfahrung achtete Alexander sehr auf seine Hände. Kurze dicke Hände mit wurstigen Fingern. Der ganze Mann machte auf ihn einen weichlichen, fast weibischen Eindruck. Seine rechte Hand war mit zwei großen Ringen verziert, das Hemd hatte ein Blumenmuster, und auch sonst war er eher affig als modisch gekleidet. Alexander zog einen Vergleich zu Dr. Proud, doch der war anders, eher wie ein Casanova und Playboy. Hiller hingegen gehörte zu einer anderen Kategorie Mann.

Er sprach mit seltsam gutturaler Stimme und begleitete seine Worte mit lebhaften Handbewegungen. Oft lachte er unmotiviert, sodass es albern wirkte. Jedoch hatte Proud ihn als guten Internisten bezeichnet. Weitere Äußerungen waren aus Proud nicht herauszukriegen gewesen.

Details

Seiten
124
Jahr
2020
ISBN (eBook)
9783738938296
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v538209
Schlagworte
baron heller

Autor

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Titel: Der Baron #16: Für einen roten Heller