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Dakota-Treck

2020 110 Seiten

Leseprobe

Table of Contents

Dakota-Treck

Copyright

Die Hauptpersonen des Romans:

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Dakota-Treck

Western von John F. Beck

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 123 Taschenbuchseiten.

 

Jeff Dolan hat mit Black Eagle noch eine Rechnung offen und beabsichtigt, ihn zur Strecke bringen, doch der ist ein harter Gegner. Als der Bandit Phil Emmery einen für das Reservat bestimmten Frachtzug überfällt und von seinem Freund und Kriegskameraden Latimer die Adoptivtochter als Geisel hält, willigt er ein zu helfen. Aber er beabsichtigt, es im Alleingang durchzuziehen, denn er kennt die Badlands wie seine Westentasche. Als er das Versteck der Bande von Emmery erreicht, erlebt er jedoch eine böse Überraschung ...

 

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

Alfred Bekker

© Roman by Author

© COVER WERNER ÖCKL

© dieser Ausgabe 2020 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

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Die Hauptpersonen des Romans:

Phil Emmery - fängt den für die Pine-Ridge-Reservation bestimmten Frachtzug ab.

Tom Kelso - gehört nicht zu den Geiseln und opfert seine Vergangenheit.

Black Eagle - will alle Weißaugen zur Strecke bringen.

Long Arrow - steht als Sioux »Polizist« auf der Gegenseite.

Joana Latimer - glaubt an die gemeinsame Zukunft von Weiß und Rot.

Jeff Dolan - kennt die Badlands wie seine Westentasche und hat von den Indianern den Kriegsnamen »Stonebull« erhalten.

 

 

1

In der Farmhütte am White River packte John Latimer den Colt fester, als er die vier Siouxkrieger den Hang herabpreschen sah. Die Entfernung war für die Waffe freilich noch denkbar ungünstig. Der ledergekleidete Mann, der fünfzig Yard vor der Hütte vom Pferd gestürzt war, taumelte jetzt in Latimers Schussbahn. Er trug einen blutgetränkten Kopfverband. Sein Brauner war zum Fluss geflohen.

Das Kriegsgeschrei der Oglalas überdeckte das Hufgetrommel ihrer Mustangs. Der Verwundete stolperte auf die Hütte zu. Latimer riss die Tür auf.

»Jeff, hierher!«

Jeff Dolans Verfolger rissen an den Zügeln. Die schwarz und rot bemalten Gesichter glichen Masken. Rasch vertauschten sie die Tomahawks mit Repetiergewehren.

Schießend strebte Latimer dem Verwundeten entgegen. Kugeln pfiffen an ihm vorbei.

Da sprang Dolan auf, schoss, repetierte und feuerte erneut. Ein Indianer krümmte sich. Sein Gewehr fiel zwischen die Hufe. Schon warfen die Krieger ihre Pferde herum und galoppierten zu dem grasbewachsenen Kamm zurück. Wahrscheinlich dachten sie, dass noch mehr Weiße im Farmhaus waren. Dolan ließ die Spencer sinken.

»Wo, zum Teufel, kommst du her, John?«

»Das klingt nicht nach Wiedersehensfreude.«

Dolan riss den Kopfverband ab. Der stämmige, ganz in abgewetztes Wildleder gekleidete Mann war unverletzt. Wütend deutete er mit dem Gewehr.

Der Anführer der Oglala Sioux blickte von der Anhöhe auf sie. Er trug Lendenschurz und Mokassins. Drei schwarz gefärbte Adlerfedern steckten am Hinterkopf. Schwarze Federn waren auch in Mähne und Schweif des Schecken geflochten.

»Weißt du, wer das ist?«

»Black Eagle, einer der wenigen Sioux Anführer, die nach der Niederlage ihres Volkes noch immer einen erbitterten Kleinkrieg gegen alle Weißen führen.«

»Der Hundesohn hat meinen Bruder und seine Familie auf dem Trail nach Fort Robinson massakriert.« Zornig hob Dolan die Waffe. »Beim nächsten Mal krieg ich dich, Black Eagle.«

Ein kehliges Lachen antwortete, dann lag der Kamm leer. Nur ein Bussardschrei war zu hören. Dolan spuckte aus.

»Seit fast einem Jahr jage ich ihn. Seither konnte ich ein halbes Dutzend seiner Krieger erwischen. Nun ist er versessen darauf, sich meinen Skalp zu holen. Diesmal hätt ich ihn gekriegt.«

»Da bin ich nicht sicher, auch wenn du ihn täuschen konntest. Black Eagle ist clever.«

»Ich auch.« Dolan ersetzte die abgefeuerten Patronen. Seine Hände waren ruhig, das Funkeln in den Augen erlosch. »Du bist gewiss nicht zufällig hier. In all den Jahren nach dem Krieg sahen wir uns ziemlich selten. Well, spuck’s aus, John: Welcher Wind hat dich hergeweht?«

»Ich erfuhr von Braddock, dem Händler, dass du dich auf Websters verlassener Farm eingenistet hast, um von dort die Jagd auf die Mörder deines Bruders fortzusetzen. Halb Dakota spricht schon davon. Trotzdem hab ich ’nen Job für dich.«

 

 

2

Die Einrichtung der Hütte bestand aus einem primitiven Schlaflager, einem Tisch aus Kistenbrettern, einem Fass, das als Stuhl diente, und einem Wandregal mit Flaschen, Dosen und Töpfen. Dazu kam der steingemauerte Herd, daneben ein Stapel Brennholz. Die Ritzen im Dach und in den Balkenwänden waren mit Moos und Lehm abgedichtet, die Fenster glichen Schießscharten.

Die ehemaligen Kriegsgefährten genehmigten sich im Stehen einen Drink. Dolan servierte den Whisky in Blechbechern. Dann spähte er wieder zu dem Kamm, über den die Indianer verschwunden waren.

Sanfter Wind bewegte das Büffelgras. Einige Halme bogen sich in die entgegengesetzte Richtung. Da nahm Dolan das auf dem Tisch liegende Gewehr.

»Einer von den Burschen ist zurückgeblieben und beobachtet uns. Das bedeutet, Black Eagle wird mit Verstärkung kommen.«

»Worauf warten wir dann? Mein Pferd steht im Dickicht auf der anderen Flussseite.«

»Reite nur! Ich besitze genügend Munition, mir auch ein Dutzend Rothäute vom Leibe zu halten.«

Latimer goss nach. Er war zehn Jahre älter als Dolan. Falten kerbten sein Gesicht. Er trug einen zerknitterten grauen Anzug und ein schwarzes Hemd. Die Jacke war hinter den Coltgriff geschoben. Die Waffe wirkte wenig benutzt.

»Es geht um den Treck, der vor einigen Wochen spurlos in den Badlands verschwand. Elf Wagen, die Decken, Kleidung, hauptsächlich aber Proviant von Yankton zur Pine-Ridge-Agentur bringen sollten. Den Sioux in der Reservation geht’s ziemlich dreckig. Die bisherigen Lieferungen fielen knapper aus als versprochen. Mit der letzten kam halb verdorbene Ware.«

»Was erwartest du? Dass die Regierung dieselben Leute hochpäppelt, die Custers Siebente Kavallerie auf dem Gewissen haben?«

»Die Sioux verteidigten ihr Land.«

Dolans bärtige Miene verfinsterte sich.

»Du redest wie einer, der nie ’nen Kameraden unter ihren Skalpmessern verlor. Ich hab als Scout jahrelang Wagenzüge durch ihr Gebiet geführt und oft genug um den eigenen Skalp gebangt. Sie nennen mich Stonebull, weil ich wie ein steinerner Bulle auch den ärgsten Pfeil- und Kugelhagel überstand. Ich kenne Red Cloud, Crazy Horse, Spotted Tail und Rainin the Face. Ich hab sie als Gegner immer geachtet, nie gehasst - bis ich meinen Bruder, seine Frau und Little Ben, der gerade erst drei Jahre alt geworden war, auf dem Fort Robinson Trail fand.«

»Black Eagle gilt seit langem als gemeiner Killer, auch beim eigenen Stamm«, erwiderte Latimer. »Aber in der Reservation leben viele Squaws, Kinder und Alte, die weder mit Custers Vernichtung noch mit irgendwelchen Überfällen vergangener Jahre etwas zu tun haben. Ich bin für sie verantwortlich, Jeff.«

»Du?«

»Seit ’nem halben Jahr leite ich die Agentur.«

»Ich werde dir, verdammt noch mal, nicht dazu gratulieren.«

Ruckartig drehte Dolan sich wieder dem Fenster zu. Der Braune stampfte im Anbau. Der Wind blies stärker. Die Cottonwoods und Weiden am Fluss rauschten.

Nach einer Weile brummte Dolan: »Du solltest dich auf die Socken machen, John. Du hast deinen Weg gewählt, ich meinen. Lange lässt Black Eagle bestimmt nicht mehr auf sich warten. Warum wendest du dich nicht an die Army?«

»Tat ich. Der Kommandant von Fort Robinson schickte drei Patrouillen aus - ohne Erfolg. Mehr ist seitens der Army nicht drin. Der Treck wurde nicht von der Regierung, sondern von Privatleuten finanziert - Freunde von mir, darunter auch einige Politiker. Leider konnten wir nicht durchsetzen, dass der Wagenzug eine Armee-Eskorte erhielt. Weiße Halunken kassierten ihn.«

»Woher willst du wissen, dass es nicht Black Eagle mit seiner Bande war?«

»Black Eagle hielt sich zu dem Zeitpunkt droben am Cheyenne River auf. Du warst auch dort, erzählte mir Braddock. Die Treckmannschaft wurde offenbar völlig überrumpelt. Wir fanden zwei tote Fahrer, wahrscheinlich beim Fluchtversuch erschossen, aber keine Kampfspuren. Die Toten waren nicht skalpiert. Ich vermute, dass man die restliche Crew gefangenhält. Die Banditen brauchen sie, um den Treck zu den Goldfeldern oder weiß der Henker sonst wohin zu bringen, sobald Gras über die Sache gewachsen ist. Die Ladung ist ’ne Menge Geld wert.«

»Die Schufte können ebenso längst über alle Berge sein.«

Latimer schüttelte den Kopf.

»Meine Leute und ich hatten wochenlang Zeit, nach Spuren zu suchen. Wir fanden auch welche. Sie führen in die Badlands, aber nicht wieder heraus. Es gibt hundert Verstecke da. Keine Blaurock-Patrouille wagt sich in das trostlose Labyrinth. Sogar die Sioux meiden es.«

»Die Treckräuber müssen sich gut dort auskennen.«

»Nicht so gut wie du.«

Dolan lachte rau.

»Es ist fünf Jahre her, dass eine Horde von Oglalas und Hunkpapas mich kreuz und quer durch die Badlands hetzte. Und nun erwartest du, dass ich mich für die Rothäute mit einer Räuber und Mörderbande anlege?«

»Nur du bist damals aus den Badlands zurückgekehrt, keiner der Krieger, die dich verfolgten.«

»Braddock, die alte Klatschbase, konnte wieder mal das Maul nicht halten, was?«

»Jeff, wenn jemand den verschollenen Treck findet, dann bist du es.«

»Ich warte auf Black Eagle.«

Latimer zögerte.

»Es gibt zwei Gründe, dass du es dir vielleicht doch anders überlegst ...«

»Ich habe nicht vergessen, wie du mich vor Gettysburg aus dem Dreck geholt hast. Allerdings ...«

»Es hat nichts damit zu tun, Jeff. Nur - meine Tochter war mit dem Treck unterwegs.«

Dolan fuhr herum.

»Ich wusste nicht, dass du ’ne Tochter hast.«

»Eine Adoptivtochter. Joana ist fünfundzwanzig. Ich ließ sie in Philadelphia zur Lehrerin ausbilden. Nach ihrer Rückkehr sollte sie die Kinder in der Reservation unterrichten.«

»Und der zweite Grund?»

»Der Mann, der den Auftrag übernahm, die Frachtwagen nach Pine Ridge zu bringen, ist ein Freund von dir: Treckboss Tom Kelso. Es heißt, dass ihr auf dem Bozeman Trail ein unzertrennliches Gespann gewesen seid. Banditen und Indianer haben sich an euch die Zähne ausgebissen. Seit der Wagenzug verschwand, gibt es von Joana und Kelso kein Lebenszeichen.«

Dolan atmete gepresst.

Plötzlich sprang er zur Tür. Die Spencer krachte. Aus dem Gebüsch am Rand der Senke antwortete ein unterdrückter Schrei. Nach einer Weile entfernte sich Hufschlag.

Dolan knurrte: »Reiten wir!«

 

 

3

Das Knacken eines Zweiges riss Dolan herum. Kaum entdeckte er das braune Gesicht im Dickicht am Fluss, da lag auch schon die Spencer an seiner Schulter.

»Nicht schießen, Jeff!«

Latimers Stoß verriss die Waffe, die Kugel fetzte durchs Laub.

Gleich darauf waren die Gefährten von einem Dutzend hochgewachsener Reiter umringt: Sioux in dunkelblauen Uniformen, an denen Messingknöpfe glänzten, flache Mützen dazu. Statt Stiefel trugen sie Mokassins. Das dichte, schwarze Haar fiel in Zöpfen auf die Schultern.

An den Uniformjacken schimmerten Plaketten. »Indian Police« stand darauf. Jeder Reiter war mit einem Springfieldkarabiner bewaffnet. Der breitschultrige Anführer hatte außerdem einen Patronengurt umgeschnallt. In dem Holster steckte ein Army Colt. Die Schulterspangen wiesen den Fünfzigjährigen als Police Lieutenant aus.

»Meine Truppe«, verkündete Latimer.

Dolan starrte ungläubig. Der Sioux Lieutenant hob die Rechte.

»Hohahe, Stonebull.«

»Hohahe, Long Arrow«, antwortete Dolan rau. »Lange her, dass wir uns sahen. Es war am Frenchman Creek, stimmt’s? Du wolltest mit deinem Kriegern Tom Kelsos Wagenzug schnappen.« Er blickte die Reiter neben dem ehemaligen Oglala Chief an. »Shieldbreaker und Smiling Fox waren auch dabei.«

»Hohahe«, brummten die beiden.

Shieldbreaker war ein Hüne mit schrankbreiten Schultern. An seinem Sattel war ein mit Deckenbündeln beladenes Packpferd festgeleint. Smiling Fox, kleiner als die Stammesgenossen, war wegen seiner Behändigkeit bekannt. Außerdem galt er als hervorragender Kundschafter. Eine Messernarbe, die den rechten Mundwinkel nach oben zog, täuschte ein ständiges Grinsen vor. An seiner Uniformmütze steckte eine Bussardfeder.

»Damals war Krieg zwischen dem roten und dem weißen Mann.« Long Arrow sprach ein gutturales, aber fehlerloses Englisch.

Dolan beugte sich vor.

»Du hattest geschworen, dir meinen Skalp zu holen. Erinnerst du dich?«

»Was soll das?«, fragte Latimer scharf. »Diese Männer haben für immer das Kriegsbeil begraben. Sie tragen die Uniform, weil sie einsahen, dass es nur auf dem Weg des weißen Mannes ein Überleben für ihr Volk gibt. Ich lege für jeden die Hand ins Feuer.«

»Weißt du, wie viele blonde und braune Skalpe in ihren Tipis hängen? Ich bin überzeugt, dass sie am Little Bighorn fleißig mithalfen, Custers Kavallerie auszulöschen.«

Long Arrow reckte sich.

»Wir kämpften für unsere Freiheit und um unser Land, nachdem die Wasicun sich wieder einmal nicht an die mit uns geschlossenen Verträge hielten.«

»Da hörst du’s! Keiner von denen wird jemals der Freund eines Weißen sein. Wer weiß, ob nicht der eine oder andere von ihnen mit den Mördern meines Bruders ritt.«

»Übertreib’s nicht, Jeff!«

»Ich würde den Burschen auch nicht trauen, wenn sie Mönchskutten trügen. Wenn du glaubst, John, dass ich mit ihnen in die Badlands reite, dann irrst du dich. Außerdem ist die Indianerpolizei nicht für weiße Gesetzesbrecher zuständig.«

»Ich hab alle Vollmachten.«

»Trotzdem reite ich lieber allein.«

Ein junger, kräftiger Oglala drängte sein Pferd an Long Arrow vorbei, sprang ab, zog die Jacke aus und warf die Mütze daneben. Dann blitzte ein Messer in seiner Faust.

»Kämpfe, Stonebull!«

»Wer, zum Teufel, bist du?«

»Running Horse vom Raben Clan der Oglala. Du hast meinen Bruder Thundercloud am Frenchman Creek getötet.«

»War das der Kerl, der mir mit seiner verdammten Lanze dieses Ding beigebracht hat?« Grinsend wies Dolan auf die Narbe an seinem Hals. »Beinahe hätte er mich erwischt.«

»Ich will deinen Skalp, Stonebull.«

»Dann streng dich mal an, mein Junge!« Dolan wickelte die Zügel ums Sattelhorn.

Da drückte ihm Latimer die 45er Mündung gegen die Rippen.

»Bleib!«

Langsam wandte ihm Dolan das bärtige Gesicht zu.

»Um unserer alten Freundschaft willen und weil du mir vor Gettysburg das Leben gerettet hast, warne ich dich, John: Bedroh mich niemals mit der Waffe, wenn du nicht wirklich zum Abdrücken entschlossen bist! Du könntest sonst verdammt schnell ins Gras beißen.«

Latimer presste die Lippen zusammen. Long Arrow befahl: »Steig auf, Running Horse! Du trägst die Uniform und hast einen Eid geleistet.« Der Colt des Anführers deutete auf den jungen Oglala. Widerwillig schob dieser das Messer zurück, zog die Jacke wieder an und setzte die Mütze auf. Schon saß er wieder im Sattel.

»Woyuonihan, junger Bruder.« Shieldbreaker berührte zum Zeichen des Respekts die Stirn. »Ich werde nicht vergessen, dass Thundercloud mein Freund war.«

Long Arrow blickte ihn scharf an, aber der Hüne verzog keine Miene. Latimer halfterte den Sechsschüsser.

»Tut mir leid, Jeff. Ich hatte keine Wahl.«

Dolan nahm die Zügel. »Komm mir mit deinen Leuten nicht in die Quere, John!«

 

 

4

Vierundzwanzig Stunden später wusste Dolan, dass Black Eagle die Jagd auf ihn nicht aufgegeben hatte. Die sanftwellige Prärie von Süd Dakota erstreckte sich um ihn. Seit Wochen hatte es nicht geregnet. Das Büffelgras war gelbbraun. Keine Wolke stand am Firmament. Im Nordwesten, wo die berüchtigten Badlands hinter dem Horizont lagen, ragten bizarre Felsformationen empor.

Alle paar Minuten spähte der Scout auf seiner Fährte zurück. Er sah nur ein Rudel Pronghorn Antilopen, die aus einer Senke stoben. Er schien der einzige Reiter im weiten Umkreis, bis er eine Bewegung zwischen den Hügeln vor sich bemerkte. Ruhig hielt er die Richtung. Kein Schuss fiel, kein Kriegsgeschrei gellte. Nach einer Stunde entdeckte Dolan den Schatten abermals. Latimers Indianerpolizisten konnten ihn nicht überholt haben.

»Black Eagles Späher«, vertraute er dem Braunen an. »Ich wette, die Meute wartet bei den Felsen auf uns.«

Das Pferd schnaubte. Es klang zustimmend.

Dolan änderte weder Tempo noch Richtung. Die Felstürme vor ihm rückten dichter zusammen. Es war heiß und still. Dolans Gesicht blieb unbewegt. Die Lanzennarbe am Hals juckte. Die Hügel wurden steiler und felsiger. An ihrem Fuß wuchs Gestrüpp. Dann stellte Dolan fest, dass die Felsspitzen zu einem zehn bis fünfzehn Yard hohen Steinwall gehörten, der den Weg versperrte.

Dolan hielt im Schutz dichter Wacholdersträucher, deren Zweige ein Dach über ihm bildeten. Deckungslose Fläche dehnte sich zur Felsmauer. Schräg rechts klaffte ein von Büschen gesäumter Hohlweg, der einzige Durchlass - und der ideale Platz für einen Hinterhalt.

Dolan sah keine Spur. Ein Bussard kreiste über den Zinnen. Die Stille schien sich zu verdichten. Im Hohlweg rührte sich nichts. Trotzdem stieg Dolan ab und führte den Braunen am Zügel, darauf bedacht, dass er von der Felskerbe aus nicht gesehen wurde. Sein Ziel war eine mit mächtigen Sandsteinblöcken bedeckte Anhöhe, die näher beim Hohlweg aufragte. Es dauerte eine halbe Stunde, bis er mit schussfertigem Gewehr auf der Kuppe kauerte. Der Braune stand im Schatten hinter ihm.

Nichts hatte sich verändert. Der Bussard war immer noch da. Nur die Schatten streckten sich.

Dolan wartete. Seine letzten Zweifel schwanden, als der Bussard über dem Hohlweg plötzlich stieg und mit enttäuschtem Schrei davonstrich. Am liebsten hätte Dolan aufs Geratewohl einen Schuss ins Dickicht beim Durchlass gejagt.

Da pochte Hufschlag auf seiner Fährte.

Latimer ritt an den Wachholdersträuchern vorbei, hinter ihm, in Zweierreihen, die Indianerpolizisten. Den Abschluss bildete Shieldbreaker mit dem Packpferd.

Latimer wirkte müde. Bestimmt setzte ihm auch die Sorge um die Adoptivtochter zu. Nachdem sie den Schatten verließen, schloss Long Arrow zu ihm auf. Die Abteilung hielt.

Long Arrow sprach mit dem Indianeragenten, dann ritt er allein über die deckungslose Fläche. Der Springfieldkarabiner lag in der Armbeuge. Das Stampfen der Hufe war das einzige Geräusch.

Jäh nahm der große, uniformierte Oglala die Zügel kurz. Drüben vor dem Hohlweg verharrte Black Eagle auf seinem weißgrauen Pferd. Zweifelnd schüttelte Dolan den Kopf.

»Oglala gegen Oglala? Nun wirst du gleich erleben, John, wieviel Verlass auf deine Truppe ist.«

Sekunden verstrichen, dann setzte der Lieutenant der Indian Police wieder das Pferd in Bewegung.

Black Eagle jagte ihm entgegen. Seine mit Federn geschmückte Lanze bohrte sich vor Long Arrow in die Erde.

»Komm nicht näher, Vetter, sonst stirbst du - es sei denn, du willst dich mir anschließen.«

Im Dickicht blinkten Gewehrläufe und Pfeilspitzen. Long Arrow hielt.

»Wir sind vom gleichen Blut. Ich will keinen Kampf mit dir, BlackEagle. Gib den Weg frei!«

»Solange du den Weißen dienst, zählst du zu meinen Feinden. Hier ist Siouxland.«

»Wir suchen den Wagenzug, der vor fünf Wochen in den Badlands verschwand. Er sollte Proviant und Nahrungsmittel für unser Volk nach Pine Ridge bringen.«

Die beiden Indianer sprachen Oglala Dialekt. Trotzdem verstand Dolan das meiste. Black Eagle antwortete: »Mein Volk sind meine Krieger. Wer sich den Wasicun ergibt, ist kein Sioux mehr.«

Latimer und die Indianerpolizisten ritten heran. Neben Long Arrow zügelte Latimer, riss Black Eagles Lanze aus dem Boden und zerbrach sie. Black Eagle griff zum Gewehr.

»Vorwärts!«, befahl der Indianeragent.

Die Uniformierten zögerten, auch Long Arrow.

»Seid klug, Vettern!«, rief Black Eagle. »Überlasst ihn uns!«

Die Hufe von Latimers Falben pochten. Latimer schaute sich nicht nach seiner Truppe um. Da entdeckte Dolan die kupferhäutige Gestalt auf dem Felswall über dem Hohlweg. Ein Gewehr glänzte in der Sonne. Es war auf Latimer gerichtet. Der Krieger befand sich außer Dolans Schussweite. Trotzdem feuerte der Scout.

»Deckung, John!«

Long Arrow holte den Indianeragenten ein und stieß ihn aus dem Sattel. Dolan repetierte, musste sich jedoch ducken, denn Black Eagle hatte die Stimme des Todfeinds erkannt und schoss auf ihn. Felssplitter umspritzten Dolan. Gleichzeitig peitschte das Gewehr auf der Felsbarriere. Als Dolan wieder über die Deckung lugte, hing der Indianer, der auf Latimer gefeuert hatte, leblos über die Kante.

Long Arrows Karabiner zeigte noch schräg noch oben. Dann sprang der Lieutenant der Indianerpolizei ab, um Latimer zu helfen. Aber Dolans ehemaliger Kriegskamerad war unverletzt. Schießend schwärmte Long Arrows Truppe aus. Dolan hüstelte.

»Scheint, ich hab mich in diesen Burschen geirrt.«

Schreie gellten, Pulverdampfschwaden wogten. Geduckt jagte Black Eagle zur Felshöhe, auf der Dolan sich verschanzt hatte. Zwei Krieger folgten ihm. Dolan feuerte verbissen. Da verschwanden die Gegner hinter einer Strauch und Felsreihe, die sich zum Fuß der Steigung zog. Beim Hohlweg blitzte und knallte es heftig. Ein Indianerpolizist lag reglos im Staub.

»Zurück!«, befahl Long Arrow.

Latimer saß wieder im Sattel. Er hatte nun doch etwas abbekommen. Sein rechter Arm hing schlaff herab. Ein Uniformierter stützte ihn. Mit feuerspuckenden Karabinern deckten Long Arrow, Smiling Fox und Shieldbreaker den Rückzug.

Dolan löste die Zügel.

»Zehn Meilen Umweg werfen uns nicht um, Fellow. Morgen ist auch noch ein Tag.«

 

 

5

Seit Sonnenaufgang sah Dolan die Verfolger auf seiner Spur, anfangs nur als Punkte vor dem flimmernden Horizont. Black Eagles Horde war größer als erwartet. Nur das Pochen der Hufe und das Knarren des Sattelleders begleiteten Dolan. Die Weite schien endlos, das Land unberührt. Keine Büffelfährte kreuzte mehr den Weg des einsamen Reiters. Die Antilopen waren in die Nähe der wenigen Wasserläufe abgewandert.

Unbeirrt strebte Dolan nach Nordwesten. Auch der geraubte Wagenzug musste in diese Richtung gerollt sein, aber nirgends entdeckte Dolan eine Radfurche oder einen Hufabdruck.

Mittags loderte der Himmel.

Schweißflecken dunkelten das Fell des Braunen. Die Verfolger waren nur mehr zu sechst, aber so nahe, dass Dolan Einzelheiten erkannte. Neben Black Eagles Schecken lief ein reiterloser Schwarzbrauner. Auch die übrigen Sioux besaßen Reservepferde. Sie gehörten den zurückgebliebenen Kriegern. Noch hörte Dolan keinen Hufschlag. Mitleidlos trieben die Indianer ihre Pferde an. Dolan tätschelte den Braunen.

»Tut mir leid, Fellow. Nun müssen wir uns doch ein bisschen beeilen.«

Damit galoppierte er auf die Felszinnen am Horizont zu, wo die Grenze der von Roten und Weißen gemiedenen Badlands verlief.

Die Indianer versuchten alles, ihn einzuholen. In immer kürzeren Abständen wechselten sie die Pferde.

Dolan spähte wieder zurück.

»Gewehrschussweite«, schätzte er, aber noch fiel kein Schuss.

Die Felsen am Horizont schienen immer gleich weit entfernt. Der Wallach lief gleichmäßig, sein Atem ging jedoch allmählich schwerer. Dolans Sattelflasche war seit dem kargen Frühstück leer.

Grimmig schwenkte er nach Westen. Hügel wölbten sich dort. Irgendwo zwischen ihnen floss der Buffalo Creek, der, teilweise unterirdisch, auch die Fels und Sandhölle der Badlands durchschnitt.

Black Eagles Krieger triumphierten, als sie durch Dolans Richtungsänderung wieder hundert Yard gewannen. Zwei Gewehre knallten. Der Scout sparte die Munition. Er besaß außer der Spencer nur das Bowiemesser am Gürtel. Dann schwiegen die Waffen wieder. Das Dröhnen der Hufe füllte nun Dolans Ohren. Endlich bog er in die Hügel ein. Statt Deckung zu suchen, trieb er den Braunen auf die nächste Kuppe. Schon stoben die Verfolger aus dem Einschnitt hinter ihm.

Das Spencergewehr krachte, ein Pferd überschlug sich, der Reiter sauste durch die Luft. Die Horde spritzte auseinander.

Wieder drückte Dolan ab. Staub wogte. Als er sich verzog, lag die Anhöhe leer.

Dolan hielt in den Senken. Felsblöcke und dürre Sträucher wischten vorbei. Der Lehmboden war trocken, die Grasbüschel standen weit auseinander.

Fellow hinterließ eine nur schwach erkennbare Spur. Doch die von den Oglala-Pferden aufgewirbelte Staubwolke blieb, auch als Dolan verwegene Haken und Bogen schlug.

Einmal tastete er sich mit dem Pferd am Zügel durch eine enge Felspassage. Danach dauerte es einige Zeit, bis er die Staubfahne, nun weiter entfernt, wiedersah. Dolan vermutete den Buffalo Creek weiter westlich. Stur hielt er die Richtung.

Der Wallach drehte plötzlich schnaubend den Kopf. Dolan ließ die Zügel locker.

»Ich weiß, dass du die bessere Nase hast.«

Das Pferd kämpfte sich einen sandbedeckten Hang hinauf. Der Buffalo Creek glänzte unter Dolan. Mann und Tier schlitterten hinab. Dolan füllte erst die Sattelflasche, ehe er trank. Auch der Braune löschte seinen Durst. Doch Dolan durfte sich keine längere Pause gönnen. Wieder stand die Staubwolke deutlich über dem Uferkamm.

Dolan ritt im knietiefen Wasser creekabwärts. Nach mehreren Biegungen lenkte er den Wallach auf Felsboden. Später mied er jeden Sandstreifen und achtete darauf, dass die Hufe keine größeren Steine bewegten, deren dunkle Unterseite ihn verraten konnte. Trotz einiger Bogen und Schleifen blieb er auf Westkurs. Er schonte den Braunen jetzt. Die Hänge hinter ihm blieben leer, aber Dolan machte sich nichts vor. Black Eagle würde nicht ruhen, bis er die Fährte wiederfand. Die Felsmarken der Badlands ragten jetzt nördlich von Dolan empor. Er hielt. Stille umgab ihn. Der Braune hatte sich einigermaßen erholt. Dolan lenkte ihn nach Norden.

 

 

6

Am Rand des von grasbewachsenen Hügeln umschlossenen Tals schaute Dolan zurück. Die Sonne stand tief. Schon krochen die ersten Schatten aus den Einschnitten. Trotzdem erkannte Dolan den Reiter. Seine Fäuste pressten sich um Zügel und Gewehr.

»Black Eagle.«

Der Sioux hielt ebenfalls. Sein Pferd ließ den Kopf hängen. Es war der Schwarzbraune, den der Oglala-Anführer nachmittags als Reservepferd benutzte. Den Schecken hatte er zurückgelassen. Er drohte mit dem Gewehr. Dolans Blick glitt über die Hügel, aber nirgends zeigte sich eine Bewegung. Dennoch konnte es eine Falle sein. Dolan kämpfte mit sich. Am Grab des Bruders hatte er geschworen, Black Eagle zur Strecke zu bringen. Zum ersten Mal bot sich nun die Gelegenheit zu einem Duell.

Der Scout hebelte eine Patrone in den Lauf der Spencer, als der Indianer weiterritt. Black Eagles Waffen waren die Winchester, dazu Messer und Tomahawk.

Der Schwarzbraune lahmte. Dolans Augen begannen zu funkeln. Aber er blieb misstrauisch. Black Eagle konnte dem Pferd absichtlich eine Verletzung zugefügt haben, damit Dolan ihn als Köder »schluckte«. Zwischen den Hügeln rührte sich jedoch nichts. Dolan wartete noch. Nirgends gab es Deckung, nur kniehohes, dürres Büffelgras. Stille herrschte. Wieder stieß der Indianer herausfordernd die Faust mit dem Gewehr empor. Da trieb Dolan den Wallach auf der eigenen Spur zurück. Er wollte die Entscheidung, bevor es dunkelte. Geschmeidig passte er sich dem Rhythmus der Hufe an. Der breitkrempige Lederhut hing auf seinem Rücken.

Black Eagle zügelte.

»Heyah, Stonebull!«

Die Winchester peitschte, Dolan jagte weiter. Die Sonne leuchtete ihn von der Seite an. Sein Schatten flog riesengroß über das Gras.

Black Eagle sprang ab. Seine nächste Kugel fällte das eigene Pferd. Schon lag der Sioux hinter dem Kadaver.

Dolan riss den Braunen nach rechts. Drüben blitzte es. Er hörte das bösartige Pfeifen der Kugel. Die Zügel waren um Dolans linkes Handgelenk gewickelt, damit er beide Hände für die Spencer frei hatte. Der Wallach gehorchte dem Schenkel- und Fersendruck. Dolans Blei bohrte sich in den Kadaver, hinter dem Black Eagle in Deckung lag. Dolan sah nur den schwarzen Haarschopf mit den drei Adlerfedern und das Gewehr. Darum also war der Oglala nicht auf seinem bevorzugten Weißgrauen geritten. Gewiss waren auch seine Krieger in der Nähe.

Jäh änderte Dolan wieder die Richtung. Keinen Augenblick zu früh. Fellow wieherte schrill, als die Kugel des Gegners eine Schramme über seine Hinterhand zog. Nicht umsonst war Black Eagle als gefährlicher Gewehrschütze bekannt. Wütend feuerte Dolan zurück. Sein hitziges Temperament verleitete ihn beinahe, mit feuerspuckender Waffe die Stellung des Feinds zu stürmen.

Da bemerkte er aus den Augenwinkeln drei Schatten, die schräg hinter ihm heranfegten. Black Eagles Krieger hatten ihn umgangen.

Dolan wendete, während Black Eagles Gewehr abermals peitschte. Die Hufe des Braunen fetzten durch Staub und Gras. Der Scout hatte die Angreifer nun vor sich, drei federgeschmückte Oglala Sioux. Zwei hielten Gewehre, der dritte spannte die Bogensehne. Die Entfernung betrug nur mehr vierzig, dann dreißig Yard. Black Eagles Gewehr schwieg nun. Dafür stieß Mündungsfeuer aus den Waffen der Angreifer. Im vollen Galopp war jedoch ein genaues Zielen unmöglich, auch für Dolan.

Er hielt einfach drauf. Das Pferd eines Gewehrschützen ging zu Boden. Der Reiter überkugelte sich mehrmals, ehe er reglos liegenblieb. Dann steckte ein Pfeil im leeren Scabbard vor Dolans rechtem Knie. Die Entfernung schrumpfte schnell.

Dolan repetierte. Gleich darauf spuckte die Spencer wieder Feuer und Blei. Der Oglala mit dem Eschenholzbogen wischte eine Kugel am Gesicht des Scouts vorbei. Dolan und dem dritten Gegner blieb keine Zeit, eine weitere Patrone in den Gewehrlauf zu hebeln. Schon waren sie auf gleicher Höhe. Der Sioux vertauschte die Winchester mit dem Tomahawk. Dolan fing den wuchtigen Hieb mit der Spencer ab. Die Pferde stürmten weiter, die Gegner wendeten.

Wieder schwang der Indianer das Kriegsbeil. Sein Geschrei übertönte das Trommeln der Hufe.

Dolan saß wie ein Klotz im Sattel. Als der Krieger zuschlug, wich er wendig aus. Sein Kolbenhieb warf den Tomahawkschwinger ins Gras. Keuchend lud Dolan das Gewehr durch. Weit draußen im Tal war Black Eagle aufgesprungen, die Waffe an der Schulter. Er ließ sie jedoch sinken. Die Entfernung war bereits zu groß. Aus der Hügelkette hinter Black Eagle ritten zwei weitere Indianer. Einer führte Black Eagles Schecken.

Dolan kniff die Augen zusammen, aber er hatte sein Kampfglück für heute reichlich strapaziert. Die Badlands warteten. Mit verbissener Miene zog er den Braunen herum und jagte davon.

 

 

7

In der Lichtflut des Sonnenaufgangs glänzten die Felsformationen der Badlands wie die Türme und Zinnen verfallener Burgen. Dolan hielt auf einer Anhöhe. So weit er sah, gab es kein Lebewesen außer ihm und dem Wallach. Auch die Prärie hinter ihm war wie ausgestorben. Im Gewirr der Schluchten, Täler und ausgetrockneter Flussbette vor ihm konnten ein Dutzend Wagenzüge verschwinden, ohne dass man sie je wiederfand. Dem Besucher boten die Badlands einen grandiosen Anblick. Für einen Mann, der überleben wollte, waren sie eine Hölle aus Fels, Sand, Dornengestrüpp und Kakteen.

Keine Spur wies Dolan die Richtung. Er musste aufs Geradewohl ins Labyrinth vordringen. Er kannte zwanzig verschiedene Plätze, wo eine Crew mit elf schwer beladenen Conestoga Schonern sich gegen eine feindliche Übermacht verschanzen konnte. Die Auswahl der Stellungen, an denen es außerdem genug Wasser für ein wochenlanges Ausharren gab, fiel jedoch bedeutend bescheidener aus. In erster Linie kam dafür ein Versteck am Buffalo Creek in Betracht, der quer durch die Badlands floss. Andererseits mussten die Treckräuber damit rechnen, dass Army oder Indian Police vor allem am Creek nach den verschollenen Wagen suchten.

Ansonsten erinnerte sich Dolan nur an vier weit voneinander entfernte Wasserstellen. Als die Oglalas und Hunkpapas damals hinter ihm her waren, hatten sie ihm das Überleben gesichert.

Dolan überlegte. Er wusste von Latimer, dass der Treck am Zusammenfluss des White River mit dem Little White River überfallen worden war. Die Treckbanditen waren demnach von Südosten gekommen. Dolan setzte den Braunen in Bewegung.

»Beginnen wir am Devil’s Gate, Fellow!«

Es war ein Canyonschlund, der von der Hochprärie steil in die heißen, verästelten Badland-Schluchten hinabführte. Auch hier kein Hufabdruck, keine Wagenspur.

Der Scout besaß zwar einen ausreichenden Vorrat an Pemmikan und Pferdefutter, aber die Canteen-Flasche war nur mehr halb voll. Sein nächstes Ziel war das Wasserloch am Mulebone Rock. Mächtige, verwitterte Felsbastionen ragten auf. Er bewegte sich wie ein Punkt in dieser Wildnis. Schussfertig lag die Spencer quer überm Sattel.

Die Sonne stieg, die Luft über den Felsrändern flimmerte. Fellow scheute plötzlich. Gleichzeitig hörte Dolan ein drohendes Rasseln. Eine Klapperschlange ringelte sich zwischen den Steinen. Dolans Blei zerschmetterte ihren Kopf. Nachdem Dolan das Pferd beruhigte, lauschte er. Der Knall war weit zu hören gewesen. Doch ringsum blieb alles still. Trotzdem löschte Dolan seine Fährte auf felsigem Boden, auch wenn er deshalb von der ursprünglichen Richtung abweichen musste. Mehrmals kletterte er auf Felsen, erspähte lediglich ein Dickhornschaf, das ihn neugierig beäugte.

Es wurde Nachmittag, bis er das Wasserloch fand. Es war halb ausgetrocknet, enthielt aber genug Wasser für Mann und Pferd. Ein Maultiergerippe bleichte am Fuß des weithin sichtbaren Felsens. Der Boden war sandig.

Dolan wollte wieder aufsteigen, da trat er auf etwas Hartes. Es war ein gebrochener Radsplint. Die Wagen waren also tatsächlich durch das Devil’s Gate gekommen. Dolan suchte vergeblich einen Hinweis, wohin sie weitergefahren waren.

Er blieb wachsam. Immer wieder hielt er Ausschau, darauf bedacht, selbst nicht gesehen zu werden. Schließlich entdeckte er eine dünne Staubfahne, die sich zum Buffalo Creek bewegte. Sie konnte von Dickhornschafen stammen oder Antilopen, die sich auf der Flucht vor Wölfen hierher verirrt hatten. Vielleicht wurde der Staub aber auch von Reitern aufgewirbelt. Nun hatte Dolan ein Ziel.

Als die Dunkelheit anbrach, lagerte er. Die Nacht würde kühl werden. Es gab auch genug dürres Gestrüpp in der Nähe. Trotzdem machte Dolan kein Feuer. Er versorgte den Braunen mit der üblichen Hafer und Wasserration, aß und trank auch selbst, dann wickelte er sich in die Decke. Sterne blinkten. Aus den benachbarten Tälern und Schluchten drang Wolfsgeheul. Oder waren es Black Eagles Späher, die sich untereinander verständigten?

Kurz nach Tagesanbruch erreichte Dolan die Stelle, wo er die Staubfahne gesehen hatte. Nirgends eine Spur. Er blieb jedoch überzeugt, dass es kein von einer Bö hochgewehter Staub gewesen war. Entschlossen hielt er die Richtung. Nach einer Stunde erreichte er den Creek. Das frische, glitzernde Nass war eine Wohltat für den Wallach und ihn. Dolan gönnte sich ein verspätetes Frühstück, während Fellow das Gras am Ufer abweidete.

Dann folgte Dolan dem Buffalo Creek nach Süden. Kein Büschel Pferdehaare an einem der rauen Felsen, kein Holzsplitter im Sand wären ihm entgangen. Es schien, als hätten sich der Treck und seine Entführer in Luft aufgelöst.

Schließlich versperrte eine turmhohe Felsbarriere den Weg. Gurgelnd verschwand der Creek in einer Spalte. Vielleicht kam er erst wieder nach mehreren Meilen an die Oberfläche.

Dolan durchfurtete ihn und schlug einen Bogen nach Westen. Kakteenbestandene Hänge säumten seinen Trail. Ein Rotluchs zeigte sich. Dann tauchte der Reiter in düstere, enge Felspassagen. Hier hatte er seinen indianischen Verfolgern vor Jahren ein wütendes Gefecht geliefert.

Wieder neigte sich der Tag zu Ende. Dolan erreichte ein zerklüftetes Plateau. Ein weiter Ausblick bot sich ihm. Der Buffalo Creek wand sich jetzt im Osten, ein dünnes, vielfach gewundenes Silberband.

In der Ferne fielen Schüsse. Nach einer Weile tauchte an einer Creekbiegung ein Reiter auf, nicht viel größer als ein Punkt. Er verschwand und kam an einer weiteren Biegung wieder zum Vorschein, jetzt deutlicher. Zusammengesunken, eine Hand am Sattelhorn, saß er auf dem Pferd. Dann bog er in eine Seitenschlucht.

Dolan merkte sich die Richtung. Die Sonne sank, und in einer halben Stunde würde es pechfinster sein - eine Neumondnacht. Der Sternenhimmel reichte nicht aus, einer Spur zu folgen. Dolan musste auf den Morgen warten.

 

 

8

Der Verwundete hatte es vom Buffalo Creek nur mehr zwei Meilen weit geschafft. Dolan fand ihn in einer kakteenumstandenen Mulde. Das Pferd war fort. Der Mann lehnte wie tot an einem Felsen. Erst als Dolans Schatten auf ihn fiel, hob er mühsam den Kopf. Schmerz und Schwäche zeichneten sein bärtiges Gesicht. Dolan erkannte Brad Murphy, einen von Kelsos Frachtfahrern. Er hatte bei der Wagenburgschlacht am Frenchman Creek mitgemischt. Rasch saß Dolan ab.

»Murphy, ich bin’s - Jeff Dolan.«

Blutunterlaufene Augen starrten ihn an, dann fiel Murphys Kopf wieder nach vorn. Der Scout knöpfte sein Hemd auf. Ein Blick genügte - für Murphy kam jede Hilfe zu spät. Dolan löste die Wasserflasche vom Sattel. Der Frachtfahrer trank durstig.

»Wo sind Tom Kelso und die anderen?«

Die aufgesprungenen Lippen bewegten sich, aber nur ein Röcheln kam über sie. Nochmals flößte Dolan dem Sterbenden Wasser ein.

»Leben sie?«

Murphy nickte. Sein Atem ging flach. Dolan stützte ihn.

»Von wo kommst du?«

Wieder strengte Murphy sich vergeblich an.

»Creek«, war alles, was Dolan verstand. Dann würgte ein Hustenanfall den Verwundeten. Plötzlich war es still. Sein Herz schlug nicht mehr.

Dolan kniete noch bei ihm, als er das Schnauben und Steinrollen am Hang hinter sich vernahm. Eine hämische Stimme fragte: »Was hat er dir erzählt?«

Vorsichtig stand Dolan auf. Sein Gewehr steckte im Sattelfutteral. Das Bowiemesser nützte ihm nichts. Zum ersten Mal bedauerte er, dass er keinen Sechsschüsser besaß.

Die beiden Reiter am Hang waren mit Gewehren und Revolvern bewaffnet. Bärtige Kerle, die aussahen, als wären sie wochenlang nicht aus der Kleidung gekommen. Der Stetson des Blonden hing auf dem Rücken. Am linken Ohr funkelte ein Goldreif. Er hielt einen 45er Colt. Der rothaarige Kumpan war mit einer fünfzehnschüssigen Winchester bewaffnet. Sie hatten außerdem die Sonne hinter sich. Dolan musste die Augen zusammenkneifen. Er versuchte Zeit zu gewinnen.

»Was wollt ihr?«

»Stell dich nicht dumm!« Der Blonde grinste kalt. »Du bist hinter den Wagen her. Wer schickt dich?«

»Ich kenn ihn!«, stieß der Rothaarige hervor. Es klang nach Panik. »Das ist Jeff Dolan, der jahrelang als Scout für Kelso ritt.«

Der Blonde stutzte, dann drückte er ab. Auch die Winchester knallte.

Da lag Dolan schon am Boden. Der Braune drehte sich wiehernd. Dolan sauste hoch. Während die Waffen wieder peitschten, riss er das Spencergewehr aus dem Scabbard. Dann hechtete er hinter einen Felsbrocken. Klatschende Einschläge überschütteten ihn mit Sand. Die Banditen fluchten.

Dolan zielte. Sein Blei warf den Rothaarigen vom Pferd. Der Blonde wollte in Deckung, da feuerte Dolan wieder. Der Colt wirbelte zwischen die Kakteen. Erschrocken riss der Bandit das Pferd herum. Blut tropfte vom rechten Arm. Dolan sprang auf. Es widerstrebte ihm jedoch, den Mann in den Rücken zu schießen. Schon saß er auf dem Braunen. Nur mehr eine Staubwolke hing zwischen den Biberschwanzkakteen am Muldenrand.

Als Dolan den Kamm erreichte, verschwand der Flüchtende in einer nahen Schlucht. Dolan ließ das Gewehr sinken. Die Spur des Blonden würde ihn zum Schlupfwinkel der Treckräuber führen.

 

 

9

Der Flüchtende strebte dem Buffalo Creek zu. Dolan hielt Abstand. Er rechnete mit einem Hinterhalt, da der Bandit nur angekratzt war. Die Felsen glühten in roten, grauen und gelben Farbtönen. Backofenhitze staute sich zwischen ihnen. Dolan schwitzte. Dazu juckte ihn wieder die Lanzennarbe am Hals. Plötzlich krachten eine halbe Meile vor ihm zwei Schüsse, nach kurzer Pause noch einer, alle aus derselben Waffe abgefeuert, einem Gewehr.

»Ein Signal«, überlegte der Scout.

Wahrscheinlich hatten Murphys Verfolger sich in mehrere Gruppen aufgeteilt, und der Blonde rief sie.

Dolan beschleunigte das Tempo. Die Spencer lag wieder quer über dem Sattel. Eine Patrone steckte ihm Lauf, das Magazin war gefüllt. Nach einigen Minuten wiederholte sich das Signal. Das Krachen klang näher. Aus einem Canyon rechts von Dolan kam Antwort. Gleich darauf hörte Dolan Hufgetrappel. Er fand noch Zeit, sein Pferd in eine Nische zu drängen. Zwei Reiter stoben aus dem Felsschlund, bogen auf die Spur des Blonden und verschwanden zwischen massigen Steinmauern. Der Scout folgte ihnen. Der Abstand zwischen den Schluchtwänden betrug nur wenige Yard. Die wenigen Felsbrocken und Rotdornsträucher boten kaum Deckung.

Dolan lauschte. Der Hufschlag war verstummt. Vor jeder Biegung war Dolan auf Mündungsfeuer gefasst. Jäh hielt er abermals. Die Reiter waren sechzig Yard vor ihm. Der Blonde sprach mit ihnen. Er hatte inzwischen sein Halstuch um den rechten Arm gewickelt. Die Verletzung schien ihn nicht zu behindern.

Dolan wartete reglos. Der Wallach war ein Kampfpferd. Er verriet ihn mit keinem Schnauben oder Wiehern. Nach kurzer Beratung setzten die Banditen ihren Ritt fort. Auch Dolan setzte den Braunen wieder in Bewegung.

Der Canyon wurde breiter, dann gabelte er sich. Kein Hufabdruck auf dem harten Boden verriet, welchen Weg die Treckräuber einschlugen. Dafür hörte Dolan ein Rauschen. Es kam vom Buffalo Creek. Die linke Felsgabelung führte an sein Ufer. Dolan ließ es darauf ankommen. Immerhin war auch Brad Murphy vom Buffalo Creek gekommen.

Etwas Helles schimmerte an einer Felszacke. Dolan streckte die Hand aus. Es war der Fetzen einer Wagenplane. Dolans Faust presste sich um den Stoff. Seine Augen funkelten. Die Richtung stimmte also, die Fährte wurde heiß.

Nach hundert Yard traten die Felsen auseinander. Der Buffalo Creek glitzerte vor dem Reiter. Die Hänge gegenüber waren mit Krüppelkiefern bedeckt. Mehrere Einschnitte klafften darin. Die Banditen waren verschwunden.

Das Rauschen kam von rechts. Gischtend stürzte dort der Creek über einen rotbraunen Steinwall.

Dolan fand keine Spur am Creek, auch nicht am gegenüberliegenden Ufer. Während der Braune soff, blieb Dolan im Sattel, den Finger am Abzug. Dann ritt er zur Felskanzel neben dem Canyonausgang. Ein steiler, sandbedeckter Hang führte hinauf. Der Scout musste absitzen und das Pferd mitziehen. Droben war genug Platz für sie, auch Schatten, da das Canyonmassiv die Kanzel überragte. Dolan wollte warten, bis der Anführer der Treckbanditen einen Suchtrupp nach ihm aussandte. Die Kerle mussten hier vorbeikommen. Dann würde sich herausstellen, in welcher Richtung ihr Versteck lag.

Dolan rieb den Braunen mit einem trockenen Lappen ab, fütterte ihn und lockerte den Sattelgurt. Dann setzte er sich hinter die Brüstung, überprüfte die Spencer und kaute eine Handvoll Pemmikan. Das Rauchen machte es unmöglich, sich an einem Geräusch zu orientieren.

Dolan traute fast seinen Augen nicht, als plötzlich ein Reiter auf dem breiten Felsband neben dem Wasserlauf erschien. Er kam aus einer vom niederstürzenden Wasser verdeckten Höhle oder einem Tunnel. Der Mann war bärtig, stämmig wie Dolan, nur ein bisschen kleiner. Ein rotes Stirnband bändigte die schulterlangen Zotteln. Er trug ein schwarzes Hemd, eine braune Cordhose und hochschäftige Stiefel. Vom im Gürtel steckte ein Colt. Der Scabbard am Sattel war leer.

Dolans Kehle wurde trocken. Kein Zweifel, es war Tom Kelso, der dort sein Pferd zum Creekufer lenkte. Auf Dolans Seite ritt er dann am Creek entlang.

Schon tauchten weitere Reiter neben dem Wasserfall auf. Sie hielten Revolver und Gewehre und eröffneten sofort das Feuer. Kelso duckte sich. Die Canyonmündung war sein Ziel. Die Hufe hämmerten auf den Felsplatten am Ufer. Kugeln pfiffen.

Dolan fuhr hoch.

»Hierher, Tom!«

Die Spencer blitzte. Fluchend rissen Kelsos Verfolger an den Zügeln. Der Treckboss stutzte, dann preschte er zum Hang. Dolan schoss, repetierte und schoss wieder. Die Banditen gingen in Deckung. Sie sahen nur den Pulverrauch über der Felskanzel. Trotzdem feuerten sie wütend. Kelso war bereits am Hang. Keuchend zog er seinen Braunen hinter sich her. Dolan lud nach. Ein neuerlicher Stakkato aus der Spencer nagelte die Gegner fest. Ihre Waffen schwiegen nun.

Dolan grinste, als der Kampfgefährte vergangener Tage sich neben ihn duckte.

»Mann, Tom, seit zwei Tagen ...«

Kelsos Hieb mit dem Coltlauf schleuderte ihn zu Boden.

 

 

10

Dolan spürte eine Felswand am Rücken. Langsam hob er den schmerzenden Kopf. Eine kräftige Hand hielt ihm einen verbeulten Becher hin.

»Trink, damit du wieder auf die Beine kommst!«

Es war Kelsos rauer Bass. Das bärtige Gesicht war ausdruckslos. Dolan starrte ihn an, dann nippte er. Es war hochprozentiger Whisky. Den Rest trank Dolan in einem Zug.

»Ich muss mich hoffentlich nicht auch noch bedanken.«

»Tut mir leid, Jeff, aber ich wollte eine Schießerei verhindern.«

Dolan saß in einer geräumigen Höhle. In der Mitte befand sich eine steingefasste Feuerstelle. Schlafplätze waren entlang der Wände verteilt. Gegenüber waren Proviantkisten gestapelt. Ein sehniger Mann, der eine grau, schwarz gestreifte Röhrenhose und ein ehemals weißes, jetzt schweißfleckiges Hemd trug, saß an einem aus Wagenbrettern gezimmerten Tisch. Das schmale Gesicht war bis auf den dünnen Oberlippenbart glattrasiert. Die rabenschwarzen Haare waren nackenlang. Der Sehnige trug zwei Revolver. Die Holster waren mit zusätzlichen Riemen befestigt.

Drei weitere Männer lungerten im Höhleneingang. Einer war der Blonde, dem Dolan den Streifschuss verpasste. Er spuckte aus, als Dolan ihn ansah. Ein Gewehr lag in seiner Armbeuge. Auch die Kumpane hielten Gewehre.

Draußen schien die Sonne. An der Felsmauer gegenüber standen die Conestoga Schoner. Nicht weit davon ruhten die Pferde in einem aus Pflöcken und Lassos gefertigten Corral. Das Rauschen des Wasserfalls klang gedämpft. Dolan erinnerte sich verschwommen, dass Kelso und seine vermeintlichen Verfolger ihn durch einen langen Tunnel in den Felskessel gebracht hatten. Nach dem Drink fühlte er sich besser, blieb aber sitzen.

Details

Seiten
110
Jahr
2020
ISBN (eBook)
9783738937190
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v520276
Schlagworte
dakota-treck

Autor

Zurück

Titel: Dakota-Treck