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Tony Ballard #323: Kadnub, der Pharao des Schreckens

2020 107 Seiten

Leseprobe

Table of Contents

Kadnub, der Pharao des Schreckens

Copyright

1. Kapitel

2. Kapitel

3. Kapitel

4. Kapitel

5. Kapitel

6. Kapitel

Kadnub, der Pharao des Schreckens

Tony Ballard Band 323

von A. F. Morland

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 107 Taschenbuchseiten.

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

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© dieser Ausgabe 2016 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

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1. Kapitel

Tucker Peckinpah meldete sich schon sehr bald wieder. Skype machte es möglich, dass wir uns gegenseitig sehen konnten. Ich saß in unserer Kabine am Schreibtisch und hatte das Gesicht des Industriellen gut sichtbar auf dem Notebook-Widescreen vor mir. Gleichzeitig nahm die Webcam mich auf und übertrug das Bild nach London.

Vicky trank mit Ivy und Greg Cochran einen Cocktail in der Bar. Peckinpahs Experten hatten sich Madschlis al-Takfirs Zeichnungen gründlich angesehen.

»Was ist dabei herausgekommen, Partner?«, fragte ich gespannt. Die Ledermappe lag neben dem Laptop. Ich schlug sie auf.

Der Industrielle zuckte mit den Achseln. »Leider nicht sehr viel, Tony.«

»Das klingt nicht besonders ermutigend.« Ich betrachtete die einzelnen Bilder.

»Die Symbole sind allesamt äußerst rätselhaft«, bemerkte Tucker Peckinpah. »Man hat versucht, sie zu deuten, zu analysieren, mit bekannten Zeichen zu vergleichen und daraus eventuell verwertbare Rückschlüsse zu ziehen, aber es kam nichts zwingend Logisches dabei heraus.«

»Heißt das, Madschlis al-Takfir hat einfach nur seinem blühenden Ideenreichtum freien Lauf gelassen und eine Fantasie-Kartusche gezeichnet?«

»Das heißt es nicht unbedingt, Tony«, widersprach mir der Industrielle. »Die von mir kontaktierten Koryphäen kamen nur zu keinem brauchbaren Ergebnis.«

Ich seufzte. »Das habe ich befürchtet.«

Tucker Peckinpah machte auf mich den Eindruck, als hätte er noch etwas in der Hinterhand. Ich sprach ihn darauf an. Er strich sich mit der Hand über das schüttere Haar.

»Einer der mir bekannten Ägyptologen hat mit einem – einem Kollegen über Madirs Zeichnungen gesprochen«, berichtete Peckinpah. »In Fachkreisen wird dieser Mann nicht sehr geschätzt.«

»Warum nicht?«

»Weil er bisweilen mit abstrusen Ansichten und abwegigen Deutungen Aufsehen erregt. Die meisten seriösen Forscher halten ihn für unredlich und meiden ihn deshalb. Ihrer Ansicht nach sind seine Behauptungen abenteuerlich und entbehren jeder ernsthaften Grundlage.«

»Wie ist sein Name?«

»Malcolm Kinney«, lautete Peckinpahs Antwort. »Ein schwarzes Schaf.«

»Ich habe seinen Namen schon mal gehört.«

»Das ist durchaus möglich«, gab Tucker Peckinpah zu. »Er schreibt Bücher.«

»Welches Genre?«

Der Industrielle wiegte den Kopf. »Seine zahlreichen Kritiker bezeichnen seine Werke als wenig interessante Romane, deren Inhalt von A bis Z erfunden ist.«

»Was sagt er dazu?«

»Es lässt ihn kalt. Er veröffentlicht weiter Buch um Buch im Eigenverlag. Mit immer derselben Thematik.«

»Und die wäre?«

»Kinney behauptet, es habe im alten Ägypten einen kaum überlieferten, beharrlich totgeschwiegenen Scheitans-Kult gegeben.«

Ich sah mir die einzelnen Kartuschensymbole genauer an. Säge oder Kamm. Schlange oder Fluss. Geier. Hyäne oder Schakal. Satansfratze …

»In Malcolm Kinneys Büchern ist immer wieder von einer Gegenwelt zu den bekannten ägyptischen Göttern zu lesen«, sagte Tucker Peckinpah. »Von dunklen Mächten und vernichtenden Zauberkräften. Von Scheitan-Verehrern. Von schwarzer Magie, die den Tod zu überwinden vermag. Für ihn sind Madirs Skizzen ein klarer Beweis für seine so leidenschaftlich angefeindeten Behauptungen.«

Ich klappte die Ledermappe zu. »Meint er, die Kartusche, die Madschlis al-Takfir gezeichnet hat, könnte wirklich existieren?«

»Davon ist er überzeugt.«

»Dann muss Madschlis al-Takfir sie irgendwo gesehen haben«, sagte ich.

»Diese Ansicht vertritt auch Kinney«, sagte Tucker Peckinpah. »Angeblich umschließt die Kartusche einen sehr starken bösen Zauber. Wer sie besitzt, kann unvorstellbare Dinge tun.«

»Sagt Malcolm Kinney.«

Peckinpah nickte. »Sagt Malcolm Kinney.«

 

Nermin

Der junge Mann sah seinen Beschützer in der zerfetzten Galabija verdattert an. »Wie war das, Yunes? Was hast du gesagt? Dann – dann ist Dero ja hinter dem Falschen her.«

Yunes schüttelte erschöpft den Kopf. »Leider nicht.«

»Aber ich bin nicht Naylas Sohn.«

»Doch, das bist du.«

»Meine Mutter heißt Dafina«, sagte Nermin spontan. Er stutzte. Wieso konnte er sich auf einmal an sie erinnern? Vor wenigen Augenblicken wäre ihm das noch nicht möglich gewesen. Löste sich seine geistige Blockade endlich auf?

»Ja«, erwiderte Yunes. »Heute heißt sie Dafina.«

»Was willst du damit sagen?«, fragte Nermin entgeistert.

»Sie hatte schon viele Namen.«

»Meine Mutter? Das ist doch …«

Irgendwo im Keller des El-Medina-Hospitals fiel eine Tür zu. Es hörte sich wie ein Schuss an. Nermin, dessen Nerven blank lagen, zuckte zusammen. Hatte Dero soeben den Keller betreten?

»Es gibt sie seit Tausenden von Jahren«, behauptete Yunes.

»Meine Mutter?«

»Sie ist eine Ewige. Eine Unsterbliche. Eine Seelenwanderin. Sie kommt immer wieder auf die Welt. Das wird niemals enden. Es sei denn, sie stirbt eines Tages eines gewaltsamen Todes.«

Jemand hustete. Dann spuckte er. Schlurfende Schritte. Nermin glaubte nicht, dass das Dero war. Abermals fiel eine Tür knallend zu. Danach herrschte wieder Stille im Krankenhauskeller.

»Deine Mutter ist eine Zauberin«, sagte Yunes.

Wenn die Situation nicht so ernst gewesen wäre, hätte Nermin jetzt gelacht. »Dafina hat in ihrem ganzen Leben noch nie gezaubert. Das müsste ich wissen.«

»Nayla hat Ägypten 898 vor Christus von einem tyrannischen Herrscher namens Kadnub befreit, und seitdem tötet Dero jeden ihrer Söhne, damit sie den größten Schmerz erleidet, den man einer Frau und Mutter zufügen kann. Das ist der Fluch, der sie bis in alle Ewigkeit begleitet. Doch diesmal soll Dero keinen Erfolg haben.«

Wieder waren im Keller Schritte zu hören.

»Dero«, flüsterte Yunes. Er schob seinen Schützling auf die Rampe zu. »Viel Glück, Nermin. Sei auf der Hut. Deros Kundschafter können überall sein. Du darfst nicht zu vertrauensselig sein, hörst du? Sonst verlierst du dein Leben.«

Nermin zögerte noch einen Augenblick. »Möchtest du nicht doch mit mir kommen?«

Yunes schüttelte entschieden den Kopf. »Ich wäre für dich kein Schutz, sondern eine Last.«

Nermin drehte sich um und lief die Rampe hinauf.

 

Als die Mumie sich knarrend und steif wie ein Brett erhob, stockte Walid Kamal Walid vor Ehrfurcht der Atem. Er war berauscht, verzückt und wonnetrunken, konnte kaum fassen, was passierte, obwohl er von Anfang an davon überzeugt gewesen war, dass es ihm gelingen würde, den Geist des Pharaos zurückzuholen.

Aber jetzt, wo es tatsächlich geschehen war, war der General von seinem Erfolg dermaßen überwältigt, dass er mit großen Augen und offenem Mund auf dem harten Höhlenboden kniete und unvorstellbar glücklich war.

»Kadnub!«, presste er heiser hervor. »Sieh«, – er breitete unterwürfig die Arme aus – »hier kniet Walid Kamal Walid, dein ergebener Diener.«

Die brüchigen Bandagen, die das Gesicht des Pharaos bedeckten, fingen an zu zerfallen. Sie lösten sich auf und eine grauenerregende Abscheulichkeit kam mehr und mehr zum Vorschein. Eine ausgetrocknete Mumienfratze mit gelb leuchtenden Augen und abgemorschten Zähnen im dünnlippigen Mund. Doch für Walid Kamal Walid war dies kein Anblick, der ihn abschreckte. Im Gegenteil. Er war so fasziniert, dass es ihm unmöglich war, den Blick davon zu wenden.

Seine Männer, draußen vor dem Höhlengrab, und Nayla hatten keine Ahnung, was sich in diesen unvergesslichen Augenblicken abspielte.

Das Böse dehnte sich rasant aus und zerplatzte mit einem dumpfen Knall. Schwarzes »Licht« wurde freigesetzt und verschlang alles, was sich in der Höhle befand. Walid Kamal Walid fühlte sich gepackt und vorwärts gerissen. Auf den Pharao zu. Und in diesen hinein.

Von dieser Sekunde an waren der General und die Scheitans-Kartusche nicht mehr zu sehen. Sie befanden sich jetzt in Kadnub und existierten hinter den Bandagen auf eine Art weiter, wie es nur höllische Energien zustande bringen, wobei die Kraft der teuflischen Kartusche und das Wissen des besessenen Generals restlos auf den Pharao übergingen.

 

Ich betrachtete nachdenklich Tucker Peckinpahs Gesicht auf dem Bildschirm des Notebooks. Meine Hand lag auf der geschlossenen Ledermappe.

Der Industrielle, der zu Hause in London in seinem Büro saß, sah mich an. »Woran denken Sie, Tony?«

»Was Sie mir soeben erzählt haben, beunruhigt mich, Partner«, gestand ich. »Eine Scheitans-Kartusche, die einen befähigt, unglaubliche Dinge zu tun …«

»So etwas in falschen Händen …«

Ich nickte. »Genau das ist mein Gedankengang, Partner«, sagte ich. »Und mir fallen dazu schwarze Kapuzenmänner ein.« Meine Finger trommelten lautlos auf die Ledermappe. »Und ein geheimnisvoller General, der uns – wie der sterbende Ägypter sagte – alle vernichten wird. Wie Hammel würden wir abgeschlachtet werden. Das waren seine Worte. Ein Blutstrom, breiter als der Nil, würde fließen. Mithilfe dieser Kartusche?«

»Tony …« Der Industrielle schüttelte besorgt den Kopf.

»Schwarze Kapuzenmänner in Madschlis al-Takfirs Haus«, begann ich meinen hässlichen Gedankenfaden weiter zu spinnen. »Im Auftrag des Generals? Kennt Madir den rätselhaften Befehlshaber? Wie passen die beiden in diesem besorgniserregenden Puzzle zusammen?«

»Wer weiß, ob sie überhaupt zusammenpassen«, warf Tucker Peckinpah ein.

Ich legte die Hand auf meinen Nacken und massierte ihn. »Hat Madschlis al-Takfir die Scheitans-Kartusche beim General gesehen?« Ich knetete mein verspanntes Genick. »Hat er ihm vielleicht sogar dazu verholfen?«

»Das will ich nicht hoffen, Tony«, sagte der Industrielle. »Daraus müsste ich ja schließen, dass mein Freund Madir mit dem General unter einer Decke steckt.«

Ich erwähnte den britischen Handelsattaché, von dem mir Tucker Peckinpah erzählt hatte.

»Mortimer Norton«, sagte der Industrielle. »In Kairo.«

»Haben Sie schon mit ihm über den General gesprochen?«, erkundigte ich mich.

Peckinpah nickte. »Vor zwei Stunden.«

»Und?«

»Er hat mir versprochen, die Fühler auszustrecken und sich so bald wie möglich bei mir zu melden.«

Es klopfte. Ich sah zur Tür. »Ja?«

»Mr. Ballard?« Ein Mann.

»Einen Moment.« Ich wandte mich an Tucker Peckinpah. »Ich muss Schluss machen, Partner. Da ist jemand an der Tür.«

»Habe ich mitgekriegt.«

»Wir bleiben in Verbindung«, sagte ich und fuhr den Laptop herunter.

 

Nermin

Die Ereignisse stellten das Leben des jungen Mannes total auf den Kopf. Er konnte nicht fassen, was er von Yunes erfahren hatte. Dass seine Mutter eine Zauberin war. Dass sie schon seit Tausenden von Jahren lebte. Dass sie Ägypten von einem tyrannischen Pharao namens Kadnub befreit hatte. Dass Dero deshalb all ihre Söhne getötet hatte.

Dero – ein Rächer.

Yunes – ein Beschützer.

Wie auch Quassim in Assuan. Und Tamer Gowharan, der Kapitän des Nilkreuzfahrtschiffs »Golden Princess«, ein Sympathisant der Beschützer.

Dero hat mich angegriffen und schwer verletzt, dachte Nermin konfus. Yunes hat dafür gesorgt, dass meine Wunden rasch heilten. Aber mein Geist funktioniert noch nicht richtig. Ich erinnere mich nur an Deros schwarze Krallen und – eigenartigerweise – an meine Mutter.

Er lief durch das nächtliche Luxor.

Hoffentlich fällt Yunes nicht meinen Feinden in die Hände, dachte Nermin beklommen. Ich möchte nicht, dass er sein Leben für mich gibt. Versteck dich, Yunes. Ich weiß nicht, wozu du fähig bist, aber vielleicht gelingt es dir, wenigstens für eine Weile unter einer Art Tarnkappe zu verschwinden. Er sah ein Hinweisschild. Es zeigte nach rechts und verkündete, dass in dieser Richtung der Karnak-Tempel lag. Obwohl sein Erinnerungsvermögen fast völlig verschüttet war, wusste er seltsamerweise, dass er nicht nach rechts, sondern geradeaus laufen musste, wenn er den Nil erreichen wollte.

Zwei Männer kamen ihm entgegen. Sie trugen schwarze Galabijas. Sind das Kundschafter?, fragte sich Nermin, und sein Herz krampfte sich unwillkürlich zusammen.

Er verlangsamte seinen Schritt. Die schwarzen Männer blieben stehen. Nermin beschloss, auf die andere Straßenseite hinüber zu wechseln.

Wo wohnt eigentlich meine Mutter?, ging es ihm durch den Sinn. Wo wohne ich? Bei ihr? Habe ich auch einen Vater? Wieso ist mir sein Name nicht eingefallen? Wo hat mich Dero erwischt? In der Stadt? Außerhalb? Habe ich eine Schulausbildung? Einen Beruf?

»Nermin«, flüsterte er durchgedreht. »Wer bist du?«

Er schielte zu den schwarzen Männern hinüber. Sie schienen ihn zu beobachten. Oder bildete er sich das nur ein?

Ich bin der Sohn einer Zauberin, dachte er. Ist das nicht unglaublich? Meine Mutter heißt nicht Dafina, sondern Nayla, ist eine Ewige, eine Unsterbliche, eine Seelenwanderin, die immer wieder auf die Welt kommt, die es auch in tausend Jahren noch geben wird – nur jedes Mal mit einem anderen Namen. Ist das nicht zu verrückt, um wahr zu sein? Ja. Doch. Das ist es. Andererseits aber muss ich mir die Frage stellen: Warum sollte Yunes mich belügen? Gibt es diesen Beschützer überhaupt? Ist er nicht bloß eine Schöpfung meiner ausufernden Fantasie? Ein Produkt meines angeschlagenen Geistes, auf den ich mich lieber nicht verlassen sollte?

Die schwarzen Männer gingen weiter. Obwohl sie an Nermin kein Interesse mehr zeigten, blieb sein Misstrauen wach. Ihr Desinteresse an seiner Person konnte auch vorgetäuscht sein. Er umrundete sicherheitshalber den nächsten Gebäudekomplex, und als er die Männer in den schwarzen Galabijas danach nicht wiedersah, atmete er erleichtert auf.

Der Nil kam in Sicht. Breit, lautlos und majestätisch floss er an der Stadt vorbei und hatte noch eine weite Strecke bis nach Kairo zurückzulegen.

Dutzende Kreuzfahrtschiffe lagen am Kai. Sowohl in mehreren Reihen nebeneinander als auch hintereinander. Riesige Kolosse. Schwimmende Fünf-Sterne-Hotelresidenzen. Imposante Luxus-Liner, auf denen die Gäste aus aller Herren Ländern König waren. Die ganze Welt gab sich hier ein Stelldichein.

Nermin ging an den zahlreichen eindrucksvollen Giganten, die hier angelegt hatten, vorbei und hielt nach der ›Golden Princess‹ Ausschau.

Er warf aber auch immer wieder einen Blick zurück, um sich zu vergewissern, dass er nicht verfolgt wurde. Als er »sein« Schiff entdeckte, verlangsamte er seinen Schritt. Abermals blickte er sich sehr aufmerksam um.

Eine Gruppe von Touristen kam von einer abendlichen Basar-Tour zurück. Lachende, fröhliche Menschen, denen die cleveren Händler allen möglichen Ramsch aufgeschwatzt hatten. Stoffkamele, Wasserpfeifen, Plastikpyramiden, Trommeln, arabische Kopfbedeckungen, nachgemachte Elfenbeinklappern, bewegliche Holzkrokodile, Sandstein-Sphinxen …

Nermin lehnte sich an den Stamm einer alten Palme und ließ die Leute – es waren Franzosen – vorbeigehen. Sie bemerkten ihn nicht. Gut gelaunt tänzelten sie über den Landesteg ihres Schiffes und gingen nacheinander an Bord.

Sobald der letzte Franzose verschwunden war, löste sich Nermin von der Palme. Nachdem er sich noch einmal vergewissert hatte, dass ihn niemand beobachtete, wagte er sich auf das Schiff, das Yunes ihm genannt hatte.

An der eleganten Rezeption stand ein gut gekleideter Mann. Er musterte Nermin ernst, aber nicht unfreundlich, und fragte, was er für ihn tun könne.

Nermin antwortete, er müsse ganz dringend Tamer Gowharan, den Kapitän, sprechen.

»In welcher Angelegenheit?«, wollte der Mann hinter dem Pult wissen.

»Sagen Sie ihm, Yunes schickt mich.«

»Yunes.«

»Ja.«

»Einen Augenblick.« Der Mann griff zum Telefon und setzte sich mit dem Kapitän in Verbindung. »Er kommt sofort«, sagte er zu Nermin, nachdem er aufgelegt hatte.

Nermin nickte und wartete. Kurz darauf erschien ein großer, kräftiger Mann auf der geschwungenen Glastreppe. Er lief die Stufen herunter, streckte Nermin beide Hände entgegen, sagte, er sei Tamer Gowharan, und hieß den jungen Mann in der weißen Galabija auf der ›Golden Princess‹ willkommen.

Dann wandte er sich an den Mann am Empfang und sagte, es wäre alles in Ordnung. Anschließend nahm er Nermin mit in seine Kabine und hörte sich dessen ebenso abenteuerliche wie verstörende Geschichte an.

»Ich bin sehr froh, dass Yunes dich zu mir geschickt hat«, sagte Tamer Gowharan, nachdem Nermin geendet hatte.

»Wo haben Sie ihn kennen gelernt?«, wollte Nermin wissen.

»In Theben-West.«

»Hat er Sie auch beschützt?«

Tamer Gowharan schüttelte den Kopf. »Nein. Mich nicht. Aber Ayman, einen meiner Brüder. Ein krimineller Archäologe hatte eine Grabbeigabe entwendet und heimlich in Aymans Haus versteckt. Kurz darauf fiel der Mann von einem Gerüst und brach sich das Genick.« Der Kapitän runzelte die Stirn. »Ich war bis dahin ein Zweifler, ein Ungläubiger, jemand, der sich nichts Übernatürliches vorstellen konnte und sich deshalb auch weigerte, solche Dinge anzuerkennen. All das war für mich Unsinn, Humbug, tumbe Reflexion einfältiger Menschen. Aber dann wurde mein Bruder krank. Sehr krank. Und niemand konnte ihm helfen. Kein Arzt kannte die Krankheit, die Ayman befallen hatte. Das antike Artefakt in seinem Haus hatte sie ausgelöst, doch das wussten wir nicht. Wir ahnten ja nicht einmal, dass es da war, und es vergiftete das Haus und meinen Bruder immer mehr. Ayman wäre gestorben, wenn Yunes ihm nicht beigestanden hätte. Er hat den Fluch aufgehoben, die Grabbeigabe zurückgebracht und Ayman und sein Haus entgiftet. Seit damals weiß ich, dass es sehr viele Dinge gibt, von denen wir armseligen, eingebildeten, hochnäsigen Menschenwürmer nicht die geringste Ahnung haben, und dass es uns Unwürdigen nicht zusteht, daran zu zweifeln, dass es außerhalb unseres engstirnigen Wahrnehmungsbereichs Kräfte gibt, die immerzu bestrebt sind, uns vor Schaden zu bewahren. Genau so, wie es um uns herum böse Energien gibt, die fortwährend das Gegenteil zum Ziel haben.«

Nermin nickte. O ja, das konnte er – nach dem, was er in jüngster Vergangenheit erlebt hatte – voll und ganz unterstreichen.

»Seitdem sympathisiere ich mit all den guten Autoritäten, die es gibt, und mit jenen, die sie verkörpern«, ergänzte der Kapitän der »Golden Princess«.

»Wie zum Beispiel Yunes«, sagte Nermin.

»Wie zum Beispiel Yunes«, bestätigte Tamer Gowharan.

»Hoffentlich unterliegt er nicht im Kampf gegen das Böse.«

»Ich werde für ihn beten.«

»Ich auch«, sagte Nermin.

 

Nayla

Als die zum Leben erweckte Mumie aus dem Grab trat, warfen sich die schwarzen Brigadiere augenblicklich mit dem Gesicht nach unten in den Sand. Nayla blieb stehen. Die rothaarige Zauberin begriff, dass sie von ihrer eigenen Vergangenheit eingeholt worden war.

Sie hatte sich damals mit Kadnub angelegt und den grausamen Pharao besiegt. Doch es war kein Sieg für immer, kein endgültiger Triumph über das Böse gewesen, wie sich nun zeigte.

Walid Kamal Walid war es gelungen, den Todesfluch aufzuheben und Kadnub aus der Unterwelt zurückzuholen. Der barbarische Pharao lebte wieder, und Nayla konnte sich sehr gut vorstellen, was ihr nun blühte.

Sein leuchtender Blick bohrte sich in ihre Augen. »Nayla«, knurrte er. »Gemessen an der Ewigkeit waren wir nur kurze Zeit getrennt.«

Nayla erwiderte nichts.

»Freust du dich, mich wiederzusehen?«, fragte die Mumie höhnisch.

Nayla schwieg.

»Du hast ein schweres Verbrechen begangen, hast einen Pharao ermordet«, sagte Kadnub anklagend. »Erinnerst du dich? Ich bin sicher, du hast es nicht vergessen, und du weißt bestimmt auch, welche Strafe darauf steht.«

Die schwarzen Brigadiere lagen noch immer im Sand. Die Mumie befahl ihnen mit Walid Kamal Walids Stimme (das verblüffte sie natürlich sehr), aufzustehen und ins Hauptquartier zurückzukehren. Während sie sich entfernten, wandte sich Kadnub wieder an Nayla, die Hochverräterin. Er ließ seine magischen Muskeln spielen und schuf einen imaginären Ort, an dem er mit der Zauberin allein und ungestört war.

In seiner Hand entstand eine antike Waffe, halb Schwert, halb Beil. Damit hatte er auch schon früher Gliedmaßen abgehackt, Köpfe abgeschlagen und Leiber aufgeschlitzt. Und diesmal würde er Nayla damit töten.

 

Als ich die Kabinentür öffnete, wusste ich sofort, wen ich vor mir hatte. »Kapitän Gowharan«, sagte ich erstaunt.

»Verzeihen Sie die Störung, Mr. Ballard.«

»Kein Problem, Kapitän.«

Er sah an mir vorbei. »Sind Sie allein?«

»Im Moment ja.«

»Darf ich eintreten?«

»Selbstverständlich.« Ich gab die Tür frei. Er ging an mir vorbei. Ich schloss die Tür. »Was kann ich für Sie tun?«

Sein Blick fiel auf mein offenes Notebook. Ich klappte es zu. Er sah mich an. In seinen Augen war ein Ausdruck, der in mir Unbehagen auslöste.

»Sie sind Privatdetektiv«, sagte Tamer Gowharan.

Ich schmunzelte. »Da hat jemand nicht dichtgehalten.«

»Mr. Cochran hat es mir erzählt.«

»Ich bin nicht beruflich auf Ihrem Schiff, Kapitän.«

Er nahm es stumm nickend zur Kenntnis.

»Ich mache mit meiner Frau Urlaub in Ihrem interessanten Land«, ergänzte ich.

Dicht beim offenen Fenster standen ein Tisch und zwei Stühle. Gowharan zeigte darauf und fragte: »Können wir uns setzen, Mr. Ballard?«

»Klar.«

Wir nahmen Platz. Ich schlug ein Bein über das andere und fragte mich, aus welchem Grund der Kapitän der ›Golden Princess‹ zu mir gekommen war. Wann gedachte er mir das zu verraten? Er räusperte sich.

»Gibt es irgendein Problem, Kapitän?«, erkundigte ich mich, um den Stein ins Rollen zu bringen.

»Horace war bei mir«, eröffnete mir Tamer Gowharan.

»Aha.« Aus dieser Richtung weht also der Wind, dachte ich.

»Sie sind im Besitz von Kartuschenskizzen …«

Ich nickte. »Sie liegen neben dem Notebook.«

»Darf ich sie sehen?«

»Aber ja«, sagte ich. Schließlich hatte ich nichts zu verbergen. Ich gab dem Kapitän die Mappe. Er schlug sie auf und blätterte die Zeichnungen durch.

Nach einer Weile hob er den Kopf und sah mich an. »Wissen Sie, was das ist, Mr. Ballard?«

»Ich glaube ja, Kapitän Gowharan«, gab ich zur Antwort. »Aber ich weiß es nicht von Horace.«

»Sondern von wem?«

»Ist das wichtig?«

»Horace wollte Sie nicht beunruhigen«, erklärte Tamer Gowharan. »Deshalb hat er Ihnen nicht gesagt, was er weiß.«

»Werden Sie es mir verraten?«

»Was denken Sie, was das ist?«, fragte der Kapitän zurück.

»Eine Scheitans-Kartusche?«

»Wer hat Ihnen das gesagt?«, erkundigte sich der Ägypter.

Ich schüttelte langsam den Kopf. »Ich möchte meine Quelle nicht preisgeben, Kapitän Gowharan. Ich hoffe, Sie nehmen mir das nicht übel.«

»Wissen Sie, wo sich diese Kartusche befindet?«

»Nein.«

»Wer ist Madschlis al-Takfir?«

»Der Freund eines Freundes«, lautete meine ehrliche Antwort.

»Kennen Sie ihn persönlich?«

»Ich bin ihm noch nie begegnet.«

»Wie sind Sie an seine Skizzen gekommen?«

Ich sagte es dem Kapitän, aber ich sprach nicht über die Kapuzenmänner. Und dann drehte ich den Spieß um und stellte meine Fragen: »Haben Sie schon mal von einem Mann gehört, den man den General nennt?«

Der Kapitän sah mich an, als hätte ich etwas höchst Unanständiges von mir gegeben. Er presste die Lippen zusammen und schwieg.

Ich nickte. »Sie wissen, von wem die Rede ist.«

Tamer Gowharan legte die Mappe auf den Tisch.

»Erzählen Sie mir vom General«, verlangte ich.

»Das kann ich nicht.«

»Können Sie nicht oder wollen Sie nicht?«

»Der General ist ein Phantom«, sagte Gowharan. »Ein Gerücht. Möglicherweise eine bloße Erfindung und gar kein Wesen aus Fleisch und Blut. Viele böse Geschichten ranken sich um diese mysteriöse Person. Die einen behaupten, sie wären allesamt nicht wahr. Andere wiederum sagen, dass sie auf jeden Fall stimmen. Es heißt, der General will eine ganz schlimme Katastrophe heraufbeschwören.«

»Mithilfe der Scheitans-Kartusche?«

»Das wird angenommen.«

»Ist der Mann wirklich ein General?«

Der Kapitän hob die Schultern. »Ich weiß es nicht.«

»Was für eine Katastrophe könnte der General auslösen?«

»Auch das weiß ich leider nicht, Mr. Ballard. Ich hoffe nur, weit genug davon entfernt zu sein, sollte es tatsächlich eines Tages dazu kommen.«

 

Nermin

Die Kabine, in der Tamer Gowharan den »Flüchtling« untergebracht hatte, war klein und verfügte nicht über den Komfort, der den Touristen zur Verfügung stand, aber das machte Nermin nichts aus. Er war froh, überhaupt einen Zufluchtsort gefunden zu haben, an dem er sich sicher fühlen konnte.

Kann ich das?, ging es ihm mit einem Mal zweifelnd durch den Sinn. Kann ich mich auf der ›Golden Princess‹ wirklich sicher fühlen? Bin ich meinen Verfolgern tatsächlich entkommen? Angeblich sind Deros Kundschafter überall. Heißt das, sie befinden sich auch auf diesem Schiff? Wie viele gibt es von ihnen? Wie ist die Gewichtung zwischen Gut und Böse aufgeteilt? Hält sie sich die Waage? Oder gibt es mehr böse Wesen als gute?

Es waren höchst beunruhigende Gedanken, die Nermin durch den Kopf gingen. Er dachte an seine Mutter. Wie sah sie aus? Er wusste es nicht. In seinem Gedächtnis war nur ein Name: Dafina. Aber kein Gesicht dazu.

Es deprimierte ihn, dass er sich nicht vorstellen konnte, wie seine Mutter aussah. Und es verwirrte ihn total, was Yunes ihm über sie erzählt hatte.

»Ich bin der Sohn einer Zauberin, die Ägypten lange vor Christi Geburt von einem Tyrannen befreit hat«, flüsterte er. »Diesen Schock werde ich noch sehr lange nicht verarbeiten können.«

Sohn einer Zauberin, hallte es in ihm nach. So fühle ich mich gar nicht. Kann ich etwa auch zaubern? Habe ich von Dafina, die eigentlich Nayla heißt, Kräfte geerbt, von denen ich nichts weiß? Habe ich schon mal gezaubert? Kann ich mich nur nicht mehr daran erinnern?

Er legte sich aufs Bett und nahm den Kopf zwischen seine Hände. »Ich möchte nicht mehr denken«, kam es tonlos über seine Lippen. »Es ist zu verwirrend, zu beängstigend, zu verrückt.« Er drückte die Handballen gegen seine Schläfen. »Hör auf damit, Nermin. Du musst abschalten, musst zur Ruhe kommen.«

Doch seine Gedanken ließen sich weder stoppen noch vertreiben. Sie rotierten unaufhaltsam weiter in seinem Kopf. Er ächzte und stöhnte.

»Ich will das nicht.« Er wälzte sich verzweifelt auf dem Bett hin und her. »Ich ertrage es nicht länger …«

Schlafen. Er wollte schlafen. Und vergessen. Alles. Seine ganze wahnwitzige Situation.

 

Nayla

2909 Jahre hatte Kadnub auf diesen Moment warten müssen, doch nun war er endlich gekommen, und nichts und niemand konnte ihn mehr davon abhalten, sich für das, was die Hochverräterin ihm angetan hatte, zu rächen.

Nahezu völlig unverhüllt lag Nayla vor ihm. Selbst diese erbärmliche Schmach blieb der Bedauernswerten vor ihrem Tod nicht erspart.

Sie bedeckte ihre nackten Brüste mit den Händen und wandte das Gesicht von Kadnub ab. Nie hätte sie geglaubt, dass es eines Tages dazu kommen würde, doch nun lag sie hier auf diesem kalten Stein und Kadnub würde sie richten. Wie schon so oft in seinem ersten Leben war er Ankläger, Richter und Henker in einer Person, weil es ihn sehr viel mehr befriedigte, wenn er das Todesurteil selbst vollstreckte.

»Bist du bereit, deine Schandtat zu sühnen?«, fragte die Mumie.

Nayla bereitete sich innerlich auf ihr unabwendbares Schicksal vor.

»Möchtest du noch irgendetwas sagen, bevor ich dir den Kopf abschlage?«, erkundigte sich Kadnub.

»Ja«, platzte es aus Nayla heraus.

Sie wusste, dass ihre Seelenwanderung heute zu Ende gehen würde, weil ihr kein natürlicher Tod gegönnt war, aber sie fürchtete sich nicht.

»Sprich!«

»Es tut mir nicht leid, was ich getan habe«, sagte die Zauberin mit fester Stimme. »Es war richtig, Ägypten von seinem grausamsten Tyrannen zu befreien und den Platz frei zu machen für einen gerechten Herrscher.«

»Und was hat es letztendlich genutzt?«, höhnte die Mumie. »Nichts. Ich bin wieder da, und dich kostet dein Hochverrat das Leben.«

 

 

2. Kapitel

Fünf Minuten nachdem der Kapitän der ›Golden Princess‹ gegangen war, kam Vicky aus der Bar zurück. »Die Cochrans haben dich vermisst«, berichtete sie und hauchte mir einen Kuss auf die Lippen. »Großer Gott, was die alles wissen wollten. Sie haben mir regelrecht Löcher in den Bauch gefragt.«

»Lass mal sehen«, sagte ich grinsend, nahm ihr den Pareo ab und ließ ihn aufs Bett flattern. Ihr Bauch war wunderbar flach. Sie hatte eine fantastische Bikinifigur.

Vicky lachte. »Die Löcher sind schon wieder verschwunden.«

Ich erzählte ihr von meinem Skype-Talk mit Tucker Peckinpah und von Tamer Gowharans Besuch in unserer Kabine.

»Ich will ja nicht angeben«, sagte Vicky, »aber ich hatte es irgendwie im Gefühl, dass Horace auf dem Achterdeck nicht ganz aufrichtig war.«

Mein Blick wanderte zum Fenster und weiter über die glitzernde Wasseroberfläche und erreichte das üppig grüne Ufer des breiten Flusses.

»Irgendjemand, den sie General nennen, führt irgendetwas sehr Übles im Schilde«, murmelte ich. »Höchstwahrscheinlich mithilfe der Scheitans-Kartusche.« Ich drehte mich um und sah Vicky an. »Ich wüsste zu gern, was und wie man es verhindern kann.«

Vicky glitt in meine Arme. Sie schmiegte sich an mich, und ich reagierte auf ihre heiße Nähe so, wie jeder Mann in einer solchen Situation.

Der Duft ihres goldenen Haares und ihres aufregenden, fast nackten Körpers machte mich schwindelig. Ich küsste sie begehrlich. Wir sanken aufs Bett und liebten uns leidenschaftlich, und es tat unheimlich gut, mal für eine Weile nicht an Teufel, an Dämonen, an schwarze Kapuzenmänner und an diesen mysteriösen Phantom-General zu denken.

 

Nermin

Der Sohn der Zauberin schloss die Augen, doch der Schlaf ließ sich nicht erzwingen. Je mehr er es versuchte, desto weiter entfernte er sich.

Seufzend setzte sich Nermin auf. Die Rotation seiner Gedanken hatte sich zwar verlangsamt, aber sie würden wohl noch lange nicht aufhören, sich lästig zu drehen.

Ein unangenehmes Gefühl kroch ihm in die Glieder. Wieso? Weshalb? Was war der Auslöser? Unbehagen machte sich in ihm breit. Furcht kam hinzu.

Er stand auf und ging zum Fenster. Es zog ihn förmlich dort hin. Er schob den Vorhang zur Seite und schaute hinaus. Die Stille der Nacht hätte nicht perfekter sein können. Alle schlafen, dachte Nermin. Nur ich nicht. Obwohl ich körperlich sehr müde bin. Aber geistig leider nicht.

Sein Blick wanderte langsam über den Kai. Er schien etwas oder jemanden zu suchen. Was hatte ihn zum Fenster gelockt? Eine schlimme Ahnung? Eine Bedrohung, die sein sechster Sinn wahrgenommen hatte?

Nermin leckte sich nervös die Lippen. Plötzlich zuckte er zusammen, und ein leiser Zischlaut entwich seiner zugeschnürten Kehle.

Dort!

Schräg vorne!

Flussaufwärts!

War das ein großer Stein oder kauerte da jemand und beobachtete die Schiffe? Einer von Deros Kundschaftern vielleicht? Nermin rieselte es kalt über den Rücken. Es war zu dunkel, um Genaueres erkennen zu können. Nermins Blick blieb sehr lange auf den »Stein« geheftet. Nichts geschah. Du siehst Gespenster, dachte er.

Doch dann …

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Seiten
107
Jahr
2020
ISBN (eBook)
9783738937077
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v520091
Schlagworte
tony ballard kadnub pharao schreckens

Autor

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Titel: Tony Ballard #323: Kadnub, der Pharao des Schreckens