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SALTILLO #24: Texaner-Bluff

2020 109 Seiten

Zusammenfassung


Als Colonel Esteban Moreno feststellen muss, dass der »Gouverneur« der Provinz seine Geliebte entführt hat, will er sie unbedingt befreien. Doch Saltillo und Buck Mercer, die sich als echte Freunde erweisen, haben einen anderen Plan. Dann wird jedoch Moreno gefangen genommen, und di Arragon ist nicht zimperlich mit seinen Feinden.

Leseprobe

Table of Contents

Texaner-Bluff

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Die Hauptpersonen des Romans:

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Texaner-Bluff

SALTILLO Band 24

Roman von Franc Helgath

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 109 Taschenbuchseiten.

 

Als Colonel Esteban Moreno feststellen muss, dass der »Gouverneur« der Provinz seine Geliebte entführt hat, will er sie unbedingt befreien. Doch Saltillo und Buck Mercer, die sich als echte Freunde erweisen, haben einen anderen Plan. Dann wird jedoch Moreno gefangen genommen, und di Arragon ist nicht zimperlich mit seinen Feinden.

 

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

Alfred Bekker

© Roman by Author / Cover: Meinard Dixon

© dieser Ausgabe 2020 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

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Die Hauptpersonen des Romans:

Saltillo (30) – heißt eigentlich Sam O'Hara. Ihm gehört die Hazienda del Saltillo. Der Besitz ist das Erbe seines Vaters, des Alamo-Kämpfers Jim O'Hara. Saltillo ist ein halber Comanche. Er versteht mit Bullpeitsche und Paterson-Colt gleichermaßen virtuos umzugehen – was seine Gegner immer wieder schmerzhaft zu spüren bekommen.

Layla Sheen (28) – hat eine bewegte Vergangenheit im Rotlichtbezirk von New Orleans hinter sich. Die aparte, etwas zur Fülle neigende Kreolin betreibt die Cantina von Nuevo Saltillo, weil sie unabhängig bleiben will. Als gebranntes Kind scheut sie das Feuer, auch wenn Saltillo die Flamme der Leidenschaft in ihr immer wieder neu entfacht.

Tortilla-Buck Mercer – weiß selbst nicht genau, ob er Anfang Vierzig ist. Doch das ficht den schlitzohrigen, mit allen Wassern gewaschenen Haudegen nicht an. Auf den Vormann und seine »Betsy«, die Rifle, kann Saltillo sich auch in brenzligen Situationen blind verlassen. Denn auf der Hazienda glaubt Buck nach einem langen, rauchigen Trail jenen Platz gefunden zu haben, den es zu verteidigen lohnt.

 

 

1

Nacht lag über der Sierra.

Die vier schwerbewaffneten Männer verhielten die Pferde auf der Hügelkuppe über dem Rancho.

Sie hielten die Revolver schon schussbereit in den Fäusten.

»Vamos«, stieß der hagere Anführer rau hervor. Er trug die Abzeichen eines Teniente der regulären mexikanischen Armee auf den Schulterstücken. »Holen wir uns die Puta.«

Die vier Soldaten ritten gemächlich den Hang hinab. Wenn die Vaqueros von Sandra Cerales Schwierigkeiten machen sollten, was insgeheim keiner der vier erwartete, nun, dann würden sie mit der richtigen Medizin versorgt – mit Bleipillen.

Die nächtlichen Reiter näherten sich dem Rancho. Sie bemerkten nicht den Gewehrlauf, der sich aus dem einzigen Fenster der primitiven Unterkunft neben dem Haupthaus schob.

Die Soldaten bemühten sich nicht länger, sonderlich leise vorzugehen. Ein zuversichtliches Grinsen lag auf ihren Zügen. In breiter Front rückten sie an, die Revolver in den Fäusten.

Ein letztes Mal gaben sie den Pferden die Sporen. Sie setzten nebeneinander über einen halbhohen Zaun, der das kleine Anwesen umgab.

Es wurde von einer jungen Witwe bewirtschaftet, die mehr schlecht als recht von den kargen Erträgen lebte. Doch um den Besitz ging es gar nicht – einzig und allein um die junge Frau.

Denn Sandra Cerales war nicht nur jung; sie war auch attraktiv, und so passte sie in die Sammlung des Auftraggebers der Soldaten.

Vor dem niedrigen Haupthaus rissen sie ihre Pferde auf die Hinterhand. Gebissketten klirrten, Lederzeug knarrte.

Der Teniente rutschte aus dem Sattel und warf einem der Begleiter mit einer lässigen Geste die Zügel zu. Mit der freien Hand klopfte er den Staub vom Uniformrock.

Dann drehte er den langläufigen Colt in der Hand und pochte mit dem Kolben gegen die Eingangstür. Dreimal klopfte er hart gegen das Holz.

»Aufmachen, Señora Cerales! Wir haben einen weiten Weg hinter uns, Sie zu besuchen.«

Im Haus wurde kein Licht angezündet. Auch eine Antwort kam nicht.

Die anderen Soldaten hielten die Waffen auf die Hütte der Vaqueros gerichtet. Die Reiter der schönen Señora hätten sich eigentlich längst zeigen müssen.

Die Miene des Teniente wurde hart nach weiteren Sekunden nutzlosen Wartens. Zum ersten Mal kam es ihm in den Sinn, vielleicht doch einen Fehler begangen zu haben.

Er warf einen Blick zur Hütte hinüber, eigentlich mehr ein Bretterverschlag, aber er konnte auch dort nichts entdecken.

»Señora Cerales?«

Seine Stimme klang schon nicht mehr so forsch.

»Ich muss Sie unbedingt sprechen, Señora. Es ist wichtig.«

»Bleiben Sie, wo Sie sind«, drang es endlich schneidend aus dem Haus. »Ich habe Sie erkannt. Teniente Stefano Brambilla, nicht wahr? Der Jefe von Lopez di Arragons Leibgardisten und widerlichster Speichellecker unter der Sonne.«

Der Leutnant wurde blass vor Zorn. Ein stolzer Mexikaner ließ sich nicht beleidigen. Am wenigsten von einer Frau, die obendrein noch zu einer Mätresse unter vielen werden sollte. Einer Puta, derer ein Mann sich bediente, solange es ihm Spaß machte, und die er dann wieder wegwarf wie ein gebrauchtes Handtuch.

Doch der Teniente beherrschte sich zähneknirschend.

»Ich kann mir denken, weshalb Sie hier sind, Teniente«, fuhr die Frau eisig fort. »Deshalb habe ich auch die Schrotflinte genau auf die Tür gerichtet, vor der Sie jetzt stehen. Ich brauche Ihnen

wohl nicht zu erklären, was mit Ihnen geschehen wird, wenn ich auf diese Entfernung abdrücke. Dann hat nämlich nicht nur die Tür ein Loch, Señor; auch Ihre schmucke Uniform würde darunter leiden. Oder haben Sie sie gern blutgetränkt?

Werfen Sie jetzt Ihre Waffe weg und bestellen Sie Ihrem Auftraggeber, der sich Gouverneur dieser Provinz schimpft, dass ich all seine Briefe beantwortet habe, und dass es bei meinem Entschluss bleibt: Er soll sich seine schmutzigen Finger an Frauen abwischen, die ihm das gestatten, aber nicht an mir, Teniente, und das ist mein letztes Wort!«

Stefano Brambilla kochte vor Wut. Dennoch steckte er seinen Revolver wieder ein.

Fieberhaft suchte er nach einer Ausflucht, um seinen Auftrag trotzdem noch durchführen zu können. Lopez di Arragon gab sich nicht mit Versagern ab. Und er entließ sie nicht nur aus seinen Diensten, sondern gleich ins Grab.

Es gab viele solcher Gräber in der Provinz.

Der Teniente räusperte sich.

»Sie begehen einen Fehler, Señora«, begann er mühsam. »Sie sollten Seiner Exzellenz dankbar sein, dass er geruht …«

»Mir scheint, Sie begehen einen Fehler, Brambilla«, wurde der Teniente rau unterbrochen. »Und zwar Ihren letzten, wenn Sie nicht auf der Stelle verschwinden und Ihre Bluthunde mitnehmen!«

Der Leutnant sah ein, dass er so nicht weiterkam. Normalerweise reichte schon die Nennung des Namens Seiner Exzellenz Lopez di Arragon, einen seiner Untertanen in den Staub zu zwingen.

Nun – dieses Teufelsweib gehörte nicht dazu.

 

 

2

»Macht endlich, was die Patrona sagt!«, meldete sich da die helle Stimme eines Jungen bei der Vaquerohütte. »Aber ein bisschen pronto!«

Der Teniente stockte mitten im Schritt. Verdammt jung, diese Stimme!, schoss es ihm durch den Kopf. Dann erinnerte er sich an die Instruktionen, mit denen er versorgt worden war, ehe er Chihuahua verließ. Er hatte nur halb hingehört, weil ihm der ganze Auftrag als zu läppisch erschien, um sich besonders darauf vorzubereiten.

Was war schließlich schon dabei, eine neue Frau für Lopez di Arragons Harem zu besorgen? Er hatte das schon öfter gemacht und war bisher nie auf nennenswerte Schwierigkeiten gestoßen.

Doch jetzt fiel es ihm wieder ein: Auf dem Rancho hielten sich noch ein vierzehnjähriger Junge und zwei alte Männer auf.

Stefano Brambilla fletschte die Zähne, als er sich wieder in Bewegung setzte. Ausgerechnet er sollte sich von einem jungen Spund, einem halben Kind noch, Befehle geben lassen! Es reichte schließlich, dass eine Puta mit einer Schrotflinte in der Hand ihn überrumpelt hatte!

Zur Ablenkung rief er: »Ja-ja. Wir verdrücken uns ja schon.«

Seine eigenen Leute starrten ihn verwundert an. Im Gegensatz zu ihm hatten sie die Colts noch nicht wieder in die Halfter gesteckt.

Stefano Brambilla zwinkerte ihnen vielsagend zu.

»Natürlich lassen wir uns nicht verjagen. Auf mein Kommando schießt ihr unter den Pferdebäuchen durch. Leert die Trommeln. Ich will nicht, dass auch nur ein Brett auf dem anderen bleibt. Zerlegt diese Bruchbude mit euren Kugeln!«

Dem Teniente war zur rechten Zeit eingefallen, dass die Schrotflinte der Frau kaum mehr eine Bedrohung darstellte, nachdem er sich gut zehn Schritte von der Tür entfernt hatte.

»Jetzt!«, bellte Brambilla jäh und ließ die erhobene Hand wie ein Fallbeil heruntersausen.

Seine drei Begleiter reagierten wie ein Mann. Sie ließen sich auf die Knie fallen und eröffneten unter den Pferdeleibern hindurch das Feuer.

Pulverdampf hüllte sie ein, brannte ätzend in ihren Augen, aber sie brauchten ja auch nicht wirklich zu zielen. Die Hütte war ein Ziel, das sie gar nicht verfehlen konnten.

Todesschreie mischten sich in das Donnern der letzten Schüsse, Bretter wurden zerschmettert. Splitter flogen durch die Luft, und nach ein paar Augenblicken war alles vorbei. Dort, wo die Unterkunft der drei Vaqueros gestanden hatte, gab es nur mehr ein Gewirr von Trümmern.

Der süßliche Geruch von Blut stieg auf. Er war dem Teniente vertraut.

Stefano Brambilla nützte die Verwirrung, um geduckt loszurennen.

Er verzichtete diesmal darauf, sich der Hütte Sandra Cerales‘ von vorn zu nähern.

Er schlug Haken wie ein Hase, obwohl er nicht unter Beschuss genommen wurde.

Als die letzten Revolverschüsse in der gläsernen Stille verhallten, befand er sich an der Rückfront des Gebäudes.

Brennholz war an der Wand entlang aufgeschichtet. In einem Hartholzblock steckte noch die Axt. Stefano Brambilla riss sie heraus.

Er glaubte nicht, dass Sandra Cerales richtig mitbekommen hatte, was sich auf dem Vorplatz direkt vor Ihrer Nase ereignete. Zumindest würde es eine Zeitlang dauern, bis sich ihre Überraschung gelegt hatte. Diese Spanne gedachte Stefano Brambilla für sich zu nützen.

Zwei Axthiebe reichten aus, die Läden eines Fensters zu sprengen.

Doch der Lärm war auch so groß genug, die Frau im Innern um die eigene Achse wirbeln zu lassen.

Wie erwartet löste sich ein Schuss aus der Schrotflinte, doch als er krachte, lag der Teniente schon flach wie eine Flunder auf der Erde. Die tückischen Eisenkörner jaulten, ohne Schaden anzurichten, über ihn hinweg.

Es dauerte eine Weile, bis eine Schrotflinte nachgeladen war. Eine im Gebrauch von Waffen ungeübte Frau würde noch länger dazu brauchen.

Stefano Brambilla verließ sich auf sein Glück.

Die Schrotladung hatte den letzten Rest des Fensterladens aus den Angeln gerissen. Er wagte eine Hechtrolle ins Dunkel, verlor den Revolver beim Aufprall nicht, und rollte sich über die Schulter ab. Als er wieder auf die Beine kam, stieß er gegen etwas Weiches.

»Zu schnell und zu laut gebrüllt, Señora«, stieß er hämisch hervor. »Dachten Sie im Ernst daran, mich abwimmeln zu können wie einen dreckigen Mestizen?«

Stefano Brambilla hielt viel auf seine spanische Abstammung. Doch er verlor das Gleichgewicht und fiel über die Frau.

Sie fühlte sich prächtig an, und Stefano Brambilla begann zu verstehen, warum sein Jefe sie unbedingt besitzen wollte, auch wenn er sonst jüngere Jahrgänge bevorzugte. Doch zweifellos hatten reife, in der Liebe erfahrene Frauen auch ihre Reize. Lopez di Arragon war in der Auswahl seiner jeweiligen Mätressen stets um Vielfalt und Abwechslung bemüht.

»Die Sprache verloren, Señora?«, fragte er hämisch, während er nach ihrem Hals tastete, um jeden weiteren Widerstand im Keim zu ersticken.

Er fand den Hals auch – doch den Pulsschlag nicht. Er spürte nur, dass dieser herrliche Körper unter ihm plötzlich schlaff geworden war.

Ruckartig sprang er auf. Seine Gedanken jagten sich. Nicht auszudenken, wenn der Witwe etwas zugestoßen war. Di Arragon würde auch das als unverzeihliches Versagen auslegen.

Als er zur Vordertür wollte, stolperte er über die Frau, fluchte laut, fand aber den Riegel und schob ihn beiseite.

Über der ehemaligen Unterkunft der Vaqueros senkte sich noch der Staub. Es war tatsächlich kein Brett auf dem anderen geblieben. In diesem Trümmerhaufen konnte es kein Leben mehr geben.

Die Männer des Teniente drängten auf die Veranda. Im Mondlicht blieben ihre Gesichter stoisch. Der Tod berührte sie längst nicht mehr.

»Ist sie hinüber?«, fragte einer von ihnen. »Ich hab den Krach mitbekommen.«

Stefano Brambilla antwortete nicht.

»Licht!«, befahl er stattdessen gepresst.

Einer der Männer riss ein Streichholz an. In seinem flackernden Schein fand er eine Petroleumlampe. Sie stand auf der Anrichte neben dem Eingang. Der noch feuchte Docht fing sofort Feuer. Anheimelnde Helligkeit breitete sich aus.

»Sie ist nicht tot«, stellte der Mann von vorher fest, »nur bewusstlos.«

Auch der Teniente hatte mitbekommen, dass die Brust der Frau sich leicht hob und senkte. Er sah kein Blut und atmete tief durch. Es schien, als würde er seinen Posten behalten.

Trotzdem beugte er sich neben der Frau nieder, tastete ihren Kopf ab. Er spürte die taubeneigroße Beule am Hinterkopf. Seine Laune wurde zusehends besser. Als er wieder stand, war die frühere Überheblichkeit zurückgekehrt.

»Das war ein Kinderspiel, Leute«, meinte er. »Tragt sie hinüber zum Bett. Wenn die Dame reisefertig ist, brechen wir auf. Nehmt ein paar Kleider mit, und was ihr sonst so findet. In diesem Zustand können wir sie nicht in Chihuahua abliefern.«

Er lachte, denn Sandra Cerales war nackt unter ihrem Nachthemd, das bis über die Brüste verrutscht war.

Er lachte nicht mehr, als seine Männer beim Zusammenpacken auch eine Uniform der Rurales fanden. Den Streifen und Abzeichen nach gehörte sie einem Colonel.

Stefano Brambilla fand in einer Schublade einige Briefe.

Es waren Liebesbriefe. Sie stammten von einem Colonel Esteban Moreno.

Der Teniente kannte den Mann flüchtig. Kein Wunder, dass Señora Cerales ihn dem Gouverneur von Chihuahua vorzog. Im Gegensatz zu Lopez di Arragon war Esteban Moreno nämlich genau das, was man gemeinhin als attraktiven Mann zu bezeichnen pflegte.

»Armer Hund«, kommentierte Stefano Brambilla, als er die Briefe ins Fach zurücklegte. »Du wirst ins Gras beißen müssen.«

 

 

3

Saltillo schob den leeren Teller von sich. Er hatte nicht ein Drittel jener Menge verspeist, die Buck noch immer in sich hineinstopfte.

»Hast du am Ende gar ‘ne Freundin unten in Chihuahua sitzen?«

Tortilla-Buck senkte den dröhnenden Bass zu einem vermeintlichen Flüstern, das immer noch in der Haupthalle der Hazienda widerhallte.

»Das möchte ich ihm nicht geraten haben«, ließ sich eine Frauenstimme auf der frei emporschwingenden Treppe vernehmen, die Erdgeschoss und Galerie miteinander verband.

Die Blicke der beiden Männer wurden wie von einem Magnet in die entsprechende Richtung gelenkt.

Saltillo lächelte leicht, und seine Züge wurden plötzlich weicher.

»Hallo, Layla. Ich hatte gehofft, dass du dich noch verabschieden würdest.«

»Hab ich das nicht die halbe Nacht über getan, Sam?«, meinte sie süffisant. Vor Buck Mercer hatte sie keine Geheimnisse. Jeder auf der Hazienda wusste, dass sie die Geliebte Saltillos war, Layla Sheen, die Kreolin aus New Orleans. Mit lasziven Bewegungen kam sie die Treppe herunter, nahm neben Saltillo Platz und bediente sich aus der dampfenden Kaffeekanne.

»Jetzt mal im Ernst«, meinte sie dann, nachdem sie von dem höllisch heißen Gebräu genippt hatte. »Ich hab mir so meine Gedanken gemacht. Nicht, dass ich Angst hätte, aber ich hielte es wirklich für besser, wenn Tortilla-Buck dich begleitet. In der letzten Zeit ist nicht viel Gutes über Lopez di Arragon zu hören. Er soll übergeschnappt sein.«

»Gerüchte«, wiegelte Saltillo ab. »Bisher hat er sich stets als fairer Geschäftspartner erwiesen. Es ist schließlich nicht das erste Mal, dass ich einen Handel mit ihm abschließe.«

»Das will ich auch gar nicht bestreiten«, meinte die Kreolin, »aber Gerüchte haben nun mal die Eigenart, einige Körnchen Wahrheit zu enthalten. Ich will ja nicht an di Arragons Geschäftsgebaren herummäkeln. Mir gibt viel mehr zu denken, was man sich über seine private Lebensführung erzählt. Er soll sich zu einer Art Diktator aufgeschwungen zu haben.«

Saltillo konnte Layla da nicht widersprechen. Er hatte selbst davon gehört, dass Lopez di Arragon sich in der letzten Zeit sehr zu seinem Nachteil verändert haben sollte. Angeblich war es ihm nicht anders ergangen als vielen seiner »Kollegen«, die durch eine der zahllosen lokalen Rebellionen aus kleinen Verhältnissen in Machtpositionen aufgestiegen waren und diese Macht nun tüchtig zu ihrem eigenen Vorteil missbrauchten.

»Und schon die Art des Geschäftes, das du vorhast«, hieb Layla in dieselbe Kerbe, »ein Tauschgeschäft, hast du‘s vergangene Nacht genannt. Du lieferst Rinder, dafür bekommst du …«

»Ich weiß, was ich dafür bekomme«, erwiderte Saltillo verärgert, denn wenn er ehrlich zu sich selbst war, fühlte er sich bei dieser Art des Handels auch nicht ganz wohl. In einem Tonfall, als wolle er sich entschuldigen, fuhr er fort: »Di Arragon ist auf einige Kultgegenstände aus der Toltekenzeit gestoßen. Sie sind aus purem Gold, wie ihr ja beide wisst. Wenn ich nicht abschließe, wird er all diese unwiederbringlichen Kulturschätze einschmelzen lassen. Ich möchte sie retten. Zufällig hab ich genug Rinder auf der Weide, mir diesen Luxus zu leisten.«

»Das ehrt dich ja auch», entgegnete Layla und strich Butter auf ein helles Maisbrot.

»Danke für den Service«, meinte Tortilla-Buck, nahm ihr das Brot aus der Hand, um es sich selbst in den nimmersatten Rachen zu stopfen.

»Well«, fuhr er kauend fort, »ich spür‘s in den Fingerkuppen, dieser Arragon ist nicht astrein. Saltillo braucht jemanden, der ein wenig auf ihn aufpasst. Und mir würde etwas Abwechslung auch nicht schaden, wenn ich ehrlich bin.«

Saltillo grinste. Für »Abwechslungen« aller Art war Buck Mercer immer zu haben.

»Na, was ist?«, bohrte Tortilla-Buck weiter. »Satt bin ich jetzt.«

»Warum eigentlich nicht«, meinte der Haziendero nach einem gespielten Zögern, denn im Grunde war er froh, nicht allein unterwegs sein zu müssen. An Lopez di Arragon und seine angeblichen Machenschaften dachte er dabei weniger. »Mach dich fertig«, sagte er. »In einer halben Stunde sind wir unterwegs.«

Buck Mercer stieß eine schrillen Jubelruf aus. Die Tassen auf dem Tisch klirrten auf den Untertellern.

Nur Layla kniff die Augen leicht zusammen.

»Pass gut auf dich auf«, sagte sie leise. »Ich trau diesem Arragon nicht.«

 

 

4

Heiß brütete die Sonne über der Mesa östlich der Sierra Tacahumara. Erbarmungslos dörrte sie das Land aus. Auf einen dürren Sommer war ein regenloser Herbst gefolgt. Die fleischigen Blätter der Mesquite- und Kreosotbüsche bedeckten eine dicke Staubschicht.

Völlig verstaubt war auch der einzelne Reiter, der dieses trostlose Land auf einem braunen Wallach durchquerte.

Esteban Moreno trug wie immer die Uniform, die ihn als Colonel bei den Rurales auswies. Seine Garnison lag keine zwanzig Meilen westlich von hier, und er hatte ein paar Tage frei genommen, um sein Mädchen zu besuchen.

Er wollte Sandra Cerales noch heute bitten, seine Frau zu werden. Und er wusste, dass sie ihn nicht abweisen würde. Bestimmt wartete sie längst auf einen derartigen Antrag.

Der Colonel lächelte leicht, als er sich die Trauung ausmalte, er würde Trauzeugen brauchen, und weil er gerade das Städtchen Sueco vor sich liegen sah, dachte er dabei natürlich an den Haziendero Saltillo, den er zum Freund gewonnen hatte.

Gerade hier in Sueco hatte er sich damals für einen Freundschaftsdienst revanchieren können, den der Halbcomanche ihm vorher leistete.

»Ich werde ihm schreiben«, murmelte Esteban Moreno und fuhr sich nachdenklich über das glattrasierte Kinn. »Er wird bestimmt kommen.«

Moreno ließ das in der Hitze dämmernde Städtchen rechts vor sich liegen und bog nach Osten ab. Dort lag der kleine Rancho von Sandra. Sie rechnete heute nicht mit seinem Kommen. Um so erfreuter würde sie darüber sein.

Der Colonel tastete nach dem Ring, den er in einer Brusttasche seines Uniformrocks trug. Er stammte noch von seiner Mutter. Sandra Cerales war es wert, ihn künftig zu tragen.

In den Packtaschen hinter dem hochbordigen, silberbeschlagenen mexikanischem Sattel befanden sich ein paar Flaschen Wein. Mit ihnen würden sie noch heute Abend auf ihr künftiges Glück anstoßen.

 

 

5

Die Zukunft breitete sich in den rosigsten Farben vor Esteban Moreno aus. Nichts konnte seine Vorfreude trüben. Auch diese scheußliche Hitze nicht, die ihn wie ein Panzer umgab.

Der Rancho lag nicht weit vom Städtchen entfernt. Er war bequem in einer knappen Stunde zu erreichen. Doch Esteban Moreno ließ den Wallach schließlich doch in einen leichten Trab fallen. Eine verständliche Ungeduld hatte ihn befallen.

Nur noch dieser letzte Hügel vor ihm, dann war er am Ziel.

Sein Herz setzte einige Schläge lang aus, als sein erster Blick in die Talsenke fiel. Das Grauen schloss sich wie ein stählerner Ring um seine Brust, presste ihm die Luft aus den Lungen.

Als Offizier der Rurales erkannte er sofort, was hier geschehen war.

Endlich fiel die Starre von ihm ab. Er setzte rücksichtslos die Sporen an die Weichen des Wallachs. Das Tier wieherte entrüstet, stob jedoch dann los, wie von einem Katapult geschossen.

Esteban Moreno überquerte das Gatter etwa an derselben Stelle wie die Leibgardisten Lopez di Arragons. Vor ihm blinkten leer geschossene Zündhütchen, vermutlich von Paterson-Colts, im Sand des Hofs. Ein paar Hühner gackerten aufgeregt in ihrem Drahtverschlag. Ein Schaf blökte durstig. Es war an einen Pflock gebunden und hatte das harte Grammagras im Radius der Schnur längst abgerupft.

Der Colonel warf einen gehetzten Seitenblick auf jene Stelle, an der noch vor einer Woche die Hütte der Vaqueros gestanden hatte. Seine Augen glänzten fiebrig.

»Sandra!«, schrie er. Und dann nochmals: »Sandra!«

Die Antwort bestand aus einer tiefen Stille, die körperlich spürbar über ihm zusammenschwappte. Alles kam ihm so unnatürlich vor. Sein Verstand weigerte sich zu verarbeiten, was die Sinne ihm an Hinweisen gaben.

Colonel Esteban Moreno hatte einen Schock erlitten.

Halb blind vor Sorge stolperte er über die Schwelle der Hütte, hastete weiter und prallte schmerzhaft gegen den Tisch. Ein Stuhl stürzte um.

Der Colonel atmete keuchend. Der Ring um seine Brust war kaum weiter geworden. Hart pochte das Blut in seinen Schläfen. Seine Hände zitterten wie die eines Alkoholikers, als er sich an der Tischkante abstützte und sich zwang, seine Gedanken zu sammeln.

Es gelang ihm erst nach einer ganzen Weile. Er atmete ein paarmal tief durch, aber ihm wurde nur unwesentlich wohler. Immerhin gelang es ihm jetzt wieder, die Umgebung wahrzunehmen.

Sandra war nicht mehr hier. Ein Kampf hatte stattgefunden. Auf dem frisch gebohnerten Bretterboden lag eine Schrotflinte, die normalerweise an einem Haken neben der Tür hing.

Keine Blutspuren. Nur ein Loch in der hinteren Wand, dort, wo einmal die Fensteröffnung gewesen war. Neben dem Bett – es war nicht sonderlich zerwühlt – stand eine geöffnete Truhe, in der Sandra ihre Kleider aufbewahrte. Einige davon lagen über den Boden verstreut. Die alte Reisetasche fehlte; einige Kleider und Wäschestücke ebenfalls.

Er wischte sich mit dem Handrücken über das Gesicht, als ihm klar wurde, dass Sandra Cerales aller Wahrscheinlichkeit nach noch am Leben war. Und plötzlich erinnerte er sich auch an ein paar vage Andeutungen, die sie ihm gemacht hatte. Er hatte sie als Spaß abgetan.

Er hörte ihre Stimme noch: »Bist du eigentlich nie auf die Idee gekommen, dass du nicht als einziger um mich herum scharwenzelst? Du musst ganz schön eingebildet sein, Señor Esteban Moreno. Ich habe noch meine Chancen. Jede Menge sogar. Ich brauchte nur ja zu sagen, und schon wäre ich eine kleine Königin in diesem Land, und diese elende Schufterei auf dem Rancho hätte ein Ende.«

Er hatte dann immer gelacht und weitere Worte in verzehrenden Küssen erstickt. Zwar war in all diesen Gesprächen nie ein Name gefallen, aber Esteban Moreno hatte trotzdem herausbekommen, wer der Bewerber war. In dieser Provinz konnte nur ein Mann eine Frau zu einer »kleinen Königin« machen.

Gouverneur Lopez di Arragon.

Doch dessen Konkurrenz hatte Moreno nie gefürchtet. Lopez di Arragon war im Gegensatz zu ihm kein Frauentyp. Und Sandra Cerales war nicht die Frau, die sich für ein paar Vergünstigungen verkaufte.

Doch jetzt gingen dem Colonel die Augen auf. Er sah die Anspielungen in einem völlig neuen Licht. Lopez di Arragon war kein Mann, der lange fragte. Er nahm sich, was er haben wollte.

Esteban Moreno schüttelte den Kopf.

»Das kann nicht sein«, flüsterte er heiser im Selbstgespräch. »Er mag die Mädchen blutjung, heißt es. Sandra ist bestimmt nicht sein Typ.«

Doch gleichzeitig meldeten sich Zweifel an, stachen wie Dornen in sein Herz.

Sandra Cerales war körperlich immer ein Mädchen geblieben. Sie war grazil wie ein junges Reh, trotzdem in der Liebe erfahren. Dass heiße Glut in ihren Adern schwelte, sah der Kenner ihr an.

Schweiß sammelte sich in dicken Tropfen auf Esteban Morenos Stirn, als ihm das alles aufgegangen war. Ganz sicher sogar hatte Lopez di Arragon Interesse an solch einer Frau.

Der Colonel wankte hinaus. Er musste sich am Geländer der Veranda festhalten, so elend fühlte er sich. Der Verdacht verdichtete sich zur Gewissheit, als er im Hof zwischen den Zündhütchen einen silbern schimmernden Knopf fand.

Er stufte den Fund sofort richtig ein. Er gehörte zur Uniform eines Armeesoldaten. Er steckte ihn gedankenlos ein.

Dann glitt sein Blick hinüber zur Hütte der Vaqueros – besser zu den Resten. Es war nicht schwer zu erraten, was sich hier abgespielt hatte. Mit hängenden Schultern ging er über den Hof.

Er fand, was er erwartet hatte.

Drei von Kugeln zerrissene Menschenleiber.

Esteban häufte Erde über sie.

Und Rache schwor Esteban Moreno dabei. Er wusste, wo er die Mörder und Entführer finden würde.

Es war nur ein Tagesritt bis Chihuahua.

 

 

6

Tortilla-Buck klatschte die flache Hand gegen die staubverkrustete Stirn.

»Ich fress meinen Hut samt Inhalt, wenn das da drüben nicht unser Freund Moreno ist.«

Die beiden Männer verhielten ihre Pferde.

Saltillo erkannte neidlos an, dass Buck scharfe Augen hatte.

»Bei dir könnte ein Adler in die Lehre gehen«, sagte der Haziendero. »Ich glaube, du hast verdammt recht mit deiner Annahme. Ich frag mich nur, warum er so krumm im Sattel hängt – so, als hätte er ‘ne Kugel in der Schulter.«

»Oder ‘nen riesigen Stein auf dem Herzen«, warf Buck Mercer ein. Er saß etwas nach vorn gebeugt und beschattete die Augen gegen die untergehende Sonne.

Ein wenig ähnelte er jetzt wirklich einem Raubvogel, der angestrengt in die Ferne starrt. Ihm entging nichts. Das machte ihn auch zu dem phantastischen Gewehrschützen, der er war. Mit seiner »Betsy«, einer weittragenden Harpers-Ferry-Rifle, verfehlte er so gut wie nie das Ziel.

»Wie soll ich das verstehen?« Saltillo hatte sich Buck zugewandt.

»So, wie ich‘s sage«, kam die Antwort. »Liegt in dieser Richtung nicht der Rancho seiner Freundin? Vielleicht hat sie ihm den Laufpass gegeben, und er grämt sich darüber.«

Esteban Moreno musste es wirklich schwer erwischt haben, und zwar nicht von einem Stück heißen Bleis. Der Rurales-Offizier hielt den Kopf gesenkt, schien seine Umgebung überhaupt nicht wahrzunehmen.

Er hatte sie offenbar noch nicht einmal bemerkt, obwohl die Entfernung zwischen ihnen mittlerweile auf rund zwanzig Yard zusammengeschrumpft war.

»Er hat Furchen im Dreck«, flüsterte Buck, und seine Stimme klang tatsächlich, als sei er angerührt.

»Da liefen ein paar Bäche über seine Wangen«, wurde Buck deutlicher. »Der Mann hat geheult.«

Esteban Moreno schaute erst auf, als er schon fast gegen Saltillos Pferd stieß. Sekundenlang blickte er durch den Haziendero hindurch, genauso als wäre er gar nicht vorhanden. Dann erst gaben seine Gedanken ihn frei.

Ein Zucken des Erkennens lief über seine ebenmäßigen Züge, die sich allmählich wieder mit Leben füllten. Ein gequälter Ausdruck, ganz tief hinten in seinen dunklen Augen blieb trotzdem zurück.

Die Begrüßung fiel nicht so herzlich aus, wie es ansonsten der Fall gewesen wäre. Es stand eine unsichtbare Mauer zwischen den Männern, die erst niedergerissen werden musste.

Tortilla-Buck begann auf seine Art und Weise, den ersten Stein abzutragen.

»Was schief gelaufen, wie?«, polterte er los und hieb dem Offizier die Pranke auf die Schultern.

Esteban Moreno knickte in der Hüfte ein und verzog schmerzvoll das Gesicht.

»Willst du mich umbringen, Compadre? Ich werd noch gebraucht. Und wie!« Das letzte klang wie ein Peitschenknall.

Und dann sprudelte es aus Esteban Moreno heraus, seine geheimsten Gedanken gab er preis, und auch seinen Verdacht.

Die Männer waren inzwischen abgesessen und standen neben ihren Pferden. Eine der Flaschen, die für die Verlobungsfeier bestimmt gewesen war, kreiste.

Moreno trank am meisten. Saltillo und Tortilla-Buck hatten ihn schweigend angehört.

»Kein Zweifel, dass di Arragon dahintersteckt?«, wollte Saltillo wissen, nachdem der Offizier geendet hatte.

»Nicht der geringste«, bestätigte Esteban Moreno und fingerte den Uniformknopf heraus, den er zwischen den Zündkapseln gefunden hatte. »Knöpfe von den Uniformen der Leibwache des Gouverneurs. Sie unterscheiden sich von denen der normalen Soldaten. Da gibt‘s keine Prägung, aber es ist ein Wappen drauf: von Lopez di Arragon!«

Esteban Moreno spuckte den Namen förmlich aus.

»Wenn er Sandra auch nur ein Haar gekrümmt hat, werde ich ihn töten. Und wenn ich selbst dabei draufgehe«, fügte er entschlossen hinzu.

Eine Pause entstand. Betretenheit breitete sich aus. Saltillo traf von einem Fuß auf den anderen. Dann kam auch schon die Frage, die er befürchtet hatte.

»Welcher Wind hat eigentlich euch hierher geweht? Ihr seid doch bestimmt nicht zum Vergnügen unterwegs?«

Saltillo musste Farbe bekennen, ob er wollte oder nicht. Einen Freund belog er nicht.

»Wir sind geschäftlich unterwegs nach Chihuahua«, bekannte er. »Und ausgerechnet Lopez di Arragon heißt mein Handelspartner.«

Details

Seiten
109
Jahr
2020
ISBN (eBook)
9783738936919
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2020 (Februar)
Schlagworte
saltillo texaner-bluff

Autor

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Titel: SALTILLO #24: Texaner-Bluff