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Das trojanische Pferd

2020 174 Seiten

Leseprobe

Table of Contents

Das trojanische Pferd

Copyright

Prolog

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Das trojanische Pferd

Utopischer Roman von W. W. Shols

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 174 Taschenbuchseiten.

 

Perry Barnetts Raumschiff TRILANI gerät nach dem Ausfall des Hyperdrives in Raumnot und muss auf einem unbekannten Planeten notlanden. Allerdings beherbergt das einzige Gebirge weit und breit in seinem Inneren eine vollendete kybernetische Elektronen- und Robotanlage, die bereits vor Jahrtausenden errichtet sein muss. Barnett und seinen Leuten gelingt es, aus diesem technischen Reservoir einen Gravosatz auszubauen. Das Elektronengehirn entwickelt jedoch einen eigenen gefährlichen Willen, schirmt sich energetisch gegen die Eingriffe der Besatzung ab und geht selbst zum Angriff über.

 

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

Alfred Bekker

© Roman by Author / Cover: A. J. Stark

© dieser Ausgabe 2020 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

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Prolog

Auszug aus den Annalen des KethDarg:

Es ist ein Irrtum des halb gebildeten modernen Tellurers, wenn er die sogenannte Barnett‘sche Ära mit dem Galaktischen Krieg identifiziert. Letzterer dauerte 920 Jahre – von 12 348 bis 13 268. Perry Barnett wurde erst in den letzten beiden Jahren des Krieges bekannt. Bis dahin war er ein „kleiner Mann in der Masse des Volkes“. Wenn unsere heutige Jugend in ihm den vorbildlichen Soldaten und Kämpfer, den Rebellen des Weltraums sieht, so ist das durchaus keine falsche Romantik. Seit Barnett erhielt das Wort „Rebell“ eine Sinnesänderung ins Positive. Und seine Taten überstrahlen – soweit es die Popularität betrifft – alles, was die Gesamtheit der tellurischen und prokaskischen Völker nach dem Kriege an bewundernswerter Aufbauarbeit geleistet hat.

Nichtsdestoweniger war Perry Barnett der Kämpfer im Frieden für den Frieden. Sein schicksalhaftes Eingreifen im Jahre 13 267 führte sehr schnell zur Beendigung des gewaltigen Krieges zwischen der Sol-Sirius-Union und den Prokas. Universalgeschichtlich gesehen war das freilich seine bedeutendste Tat, denn er rettete damit praktisch die führenden Zivilisationen der Galaxis vor dem Untergang.

Doch erst hier hat der verantwortungsvolle Chronist den Anfang der „Barnett‘schen Ära“ zu suchen. Der Friede in der Milchstraße brachte ein unendliches Maß an kleinen Aufgaben mit sich. In entlegenen Regionen musste er noch erkämpft werden. Kleine Hilfsvölker, die den Wandel der Zeit nicht begriffen hatten, revoltierten und bedurften der starken Hand der Zentralregierung. Weit mehr als die Hälfte der Galaxis hatte noch als „terra incognita“ zu gelten, und die Vorstöße vieler Expeditionen in unbekannte Gebiete machten Menschen und Prokas vor Überraschungen nicht sicher. So sehr Barnett es sich gefallen lassen musste, als der Rebell gefeiert zu werden, so sehr wurde er in den Jahrzehnten des Aufbaus und der Forschung zum Pionier. Seine Expeditionen in die unbekannten Weiten der Galaxis sind das Hohelied auf den Wagemut des Mannes. Dennoch wissen wir, dass Barnett nicht wegen des Abenteuers an sich auszog, sondern dass ihn immer nur der Wille trieb, der Menschheit zu dienen.

 

 

1

Krut versuchte noch einmal, die Luftblase vollzupumpen und sich vom Boden abzustoßen. Doch es ging nicht mehr. Er klebte wie ein Wurm an der Erde. Seine wunden Sohlen standen auf schroffem Stein. Aus dem rechten Vorderballen floss etwas Blut. Er zog ein noch frisches, abgefallenes Blatt aus dem Unterholz zu sich heran, drehte die Unterseite nach oben und stellte den verletzten Fuß darauf.

Das tat wohl.

Das Blatt war groß wie ein Tropakopf. Und es war zäh. Es stammte von einem Lederbaum. Die vielen tausend Härchen an der Unterseite waren wie ein Teppich aus Mehltau, weich wie Samt und saugfähig wie ein Löschblatt. Sie stillten die blutende Wunde.

Krut nahm den nach allen Seiten überstehen den Rand des Blattes und schlug ihn nach oben. Mit einem Grashalm band er den so entstandenen Schaft am Beingelenk fest.

„Ein guter Schuh“, stellte er schweigend fest. „Wenn Tsou schon das Schweben am heiligen

Berg verbietet, so lässt er mich doch wenigstens ein Lederblatt finden. Tsou ist ein guter Gott. Und deshalb will ich ihm dienen.“

Krut hockte noch lange auf dem Felsenweg, um sich auszuruhen und dem Fuß Erholung zu gönnen. Sowie der Schmerz erträglich wurde, schweiften seine Gedanken von der Feststellung ab, dass Tsou ein guter Gott sei. Er sah auf das Land unter sich. Vom Fuße des Berges dehnte es sich bis weit in den milchigen Nebel des Horizonts. Für Kruts Auge war das schon fast die Unendlichkeit.

Die Ebene dort unten war seine Heimat. Von den Wiesen der Tropas aus sah die Welt ganz anders aus. Kleiner und kürzer. Bäume und Sträucher verwehrten den Blick in die Weite. Nur eins kam noch hinzu, wenn man die Welt in den Wiesen erlebte.

Der Berg.

Der große Berg Tsous, des Gottes der Götter.

Die neue Perspektive machte Krut unsicher.

Scheu drehte er sich um und blickte wieder auf den Berg vor sich. Ja, da war er noch. Bis zur halben Höhe hatte er ihn bezwungen, und doch sah er jetzt noch gewaltiger als je zuvor aus. Spitz stieß er durch die Wolken und ragte an den Himmel.

Krut hob zwei Beine und verlagerte sein ganzes Gewicht auf den rechten Vorderballen. Die Prüfung verlief zu seiner Zufriedenheit. Das Lederblatt tat der Wunde gut. Er würde gehen können. Er musste gehen, denn die Männer in den Wiesen schienen tatsächlich recht zu behalten.

„Zu Tsou musst du auf den Füßen laufen“, hatte Psröi gesagt. „Wenn du es schaffst, mein Guter. Tsou hat allerdings verboten, dass überhaupt jemand zu ihm kommt, denn keiner darf ihn jemals sehen. Darum hat er das Schweben nicht nur verboten, sondern es auch unmöglich gemacht. Du wirst es sehen.“

Und so weiter und so weiter.

Psröi hatte noch eine Menge zu Kruts Plänen gesagt. Es hatte alles sehr klug und weise geklungen, aber auf die Gegenfrage, ob er denn schon einmal auf dem Berg gewesen sei, hatte Psröi auch nur den Kopf in die Brust ziehen können. Er hatte das alles gewiss nur von anderen erfahren, und die auch wieder nur von anderen. Keiner wusste eigentlich genau, wie es auf dem Berg aussah und wie man sich Tsou vorzustellen hatte. Nur …

Nur in diesem einen Punkt stimmte tatsächlich, was ihm Psröi prophezeit hatte. Er konnte nicht mehr schweben.

Noch einmal sog Krut den Körper voller Luft. Er atmete so tief und so lange ein, dass seine Außenhaut sich spannte und schmerzte. Noch nie im Leben hatte er seine Schwebeblase so sehr gefüllt, noch nie hatte er alle Vaku-Euter gleichzeitig pumpen lassen und den Schraubenschwanz bewegt. Und alles nützte nichts.

Er blieb am Boden. Wie ein Wurm, der zum Kriechen verdammt ist.

Verbissen starrte er auf den Berg, der steil vor ihm anstieg. Wie eine Mauer, wie eine Festung.

„Ich will dir doch dienen“, dachte Krut naiv und verzweifelt. „Warum soll ich nicht zu dir kommen dürfen, Tsou?“

Seine plumpen Finger griffen in den Stein. Meter um Meter arbeitete er sich an der steilen Wand nach oben. Es war ein Handikap, dass er nur drei Arme benutzen konnte, da der rechte Vorderballen in dem Lederblatt verschnürt war.

In der Wand hängend, kamen ihm die ersten Zweifel an seiner Ausdauer. Er wollte sich fallen lassen, so tief hinunterrollen, dass Tsou ihm nicht mehr zürnte, und dann nach Hause schweben.

Aber die Gesichter in den Wiesen! Der Spott!

Lange und laut genug hatte er die anderen wissen lassen, dass er auf den Berg schweben würde, um mit Tsou zu sprechen. Den Spott für die verunglückte Expedition würde er nicht ertragen können.

Er zog noch einmal an den Vorderarmen und drückte mit dem Schraubenschwanz nach. Das half ihm ein Stück weiter, und plötzlich hatte er wieder eine sanft ansteigende Strecke vor sich, die er gehend zurücklegen konnte.

Sein Optimismus stieg. So sehr er das Klettern verabscheute, so gern wollte er es sich gefallen lassen, wenn er den ganzen Weg bis zum Gipfel auf den vier Armen gehen musste. Ohne Schweiß und ungewöhnliche Strapazen würde es nicht gelingen. Das hatte er von vornherein gewusst.

Wenig später, als es noch bequem bergan ging, überraschte ihn eine neue Erkenntnis. Sein absolutes Zeitgefühl sagte ihm, dass er noch zwei Stunden bis zur Dämmerung hatte. Aber es dunkelte bereits.

Das veranlasste ihn, die Sonne und den Berg genauer zu betrachten.

Natürlich! Die Sonne ging hinter den Berg. So war es auch für die anderen in den Wiesen. So war es immer gewesen. Aber zwei Stunden früher? Sollte Tsou so zornig sein?

Ängstlich hielt Krut inne und drehte sich wieder nach dem Tal um. Dabei stellte er fest, dass die Wiesen noch im Sonnenlicht lagen. Nur er selbst befand sich im Schatten, weil er sich so dicht am Berg befand. Vielleicht war das eine ganz logische Erklärung. Vielleicht zürnte Tsou gar nicht. Vielleicht …

Während er noch kritisch auf den Berg blickte, fand er heraus, dass er die Baumgrenze erreicht hatte. Hier und da gab es noch ein paar verkrüppelte Ledersträucher, doch weiter aufwärts wuchs nur noch trockenes Gras.

Eilig suchte er nach einem neuen Lederblatt, um den Verband zu wechseln. Dann ging er weiter, bis es endgültig dunkel geworden war. In einer Felsnische legte er sich zum Schlafen nieder. Am nächsten Morgen würde er neue Kräfte gesammelt haben, und auch die Wunde würde fast verheilt sein.

Krut war zu optimistischen Träumen bereit, als er einschlief. Es kam allerdings nicht dazu, denn lange bevor es wieder hell wurde, weckte ihn höllischer Lärm.

Erschreckt schnellte er aus seinem Winkel hervor, zog sich dann aber sofort wieder in die Deckung zurück.

„Tsou! Gott der Götter“, jammerte er. „Komme nicht zornig zu mir, denn ich bin dein gehorsamer Diener.“

Wo die Nacht nur hätte schwarz sein dürfen, stand ein strahlendes, feuriges Licht am Himmel, begleitet von dem donnernden Zorn aller Götter.

Die Wand im Rücken gebot ihm Einhalt. Er musste stehen und zuschauen. Und warten, ob ihn der Groll des Mächtigen treffen würde.

Das Licht kam aus der Höhe, wo tagsüber die Sonne wanderte. Aber nachts hatte es noch nie ein Licht gegeben. Und erst recht keins, das derart zornig donnerte.

Wenn er hätte schweben können! Er wäre in die Wiesen hinuntergehuscht und hätte sich zwischen den Bäumen verkrochen. So aber gab es kein Entrinnen. Laufen konnte er nicht mehr. Nicht so schnell, wie Tsous Zorn auf ihn herabregnete.

Es waren tausend spitze Strahlen – zu einem Bündel geformt. Gelb, rot und blau glänzte Tsou, während er majestätisch niedersank.

Erst als das Geräusch verstummte und das Licht im Tal erlosch, löste sich Krut aus seiner Erstarrung.

Tsou war nicht zu ihm gekommen. Er war ins Tal gegangen zu den Tropas. Oder er würde jetzt heimlich zu ihnen gehen, denn das Licht war erloschen und der Donner verstummt. Und wenn Krut sich nicht alle Sinne hatte trüben lassen, dann war Tsou sogar am Fuße des Berges in den dichten Wäldern verschwunden. Von dort war es noch weit bis zu den Wiesen.

Wenn er sich beeilte, konnte er Tsou noch einholen, bevor ihn die anderen zu Gesicht bekamen.

Angst und Neugier hielten sich die Waage. Ausschlaggebend war, dass der Weg abwärts sich bequemer gehen ließ. Und vielleicht würde er auch wieder schweben können, wenn er wieder ins Tal kam.

Er konnte nicht mehr einschlafen. Bis zur Morgendämmerung war es keine ganze Stunde mehr. Sobald der erste Sonnenstrahl die geringste Orientierung erlaubte, wollte Krut losmarschieren.

Bis dahin schossen ihm die unmöglichsten Gedanken durch den Kopf. Tsou zu begegnen, das war schon eine aufregende Sache. Und jetzt glaubte er fest daran, denn der Gott hatte sich bereits gezeigt.

Andererseits … wenn er sich zeigte, was erwiesenermaßen bisher nicht ein einziges Mal geschehen war, so lag es nahe, dass man ihn erzürnt hatte. Und erzürnte Götter waren nicht angenehm. Dafür gab es freilich weder Beweise noch Erfahrungen, doch man konnte es sich denken.

Instinktiv hatte Krut lange in die Richtung geblickt, in der das Licht verschwunden war. Sehr bald gewöhnte sich sein Auge wieder an die plötzliche Dunkelheit, und da stellte er fest, dass die Flamme noch nicht ganz erloschen war.

Immer noch lag ein gelblicher Funke über dem Wald, der sich jetzt allerdings nicht mehr bewegte.

Vielleicht schlief auch Tsou jetzt, bevor er sich auf den Weg zu den Tropas machte. Warum sollte ein Gott nicht schlafen, wenn er müde war?

 

 

2

Dann kam der erste Sonnenstrahl.

Noch bevor Krut den Rand des weißen Balles am Horizont aufsteigen sah, glänzte die Spitze des Berges plötzlich in strahlendem Gold. Zuerst wie ein Punkt. Dann länger werdend, spitz wie eine Nadel. Dann ein Kegel. Der Berg und ein paar Wolken nahmen Gestalt an.

Krut machte sich auf den Weg ins Tal. Abwärts war es nicht sehr schwierig, trotz des verwundeten Ballens. Als er dann gar schweben konnte, vergaß er seine Furcht. Seine einzige Sorge war, dass er den Weg verfehlen konnte, und deshalb machte er sich sehr bald die Mühe, auf einen großen Lederbaum hinaufzuschweben, um das unübersichtliche Talgelände zu rekognoszieren.

Das Ergebnis dieses gescheiten Abstechers verblüffte ihn.

Aus dem sich langsam lichtenden Frühnebel schälte sich eine hohe symmetrische Gestalt. Er konnte nur einen grauen Schatten und keine Einzelheiten erkennen. Lediglich der Umriss des Fremden war klar und deutlich. Und man konnte seine Größe ahnen.

Seine Größe – fast wie ein Berg. Aber runder. Vielleicht wie der obere Teil eines Tropakopfes. Wie eine Sonne, die über den Wiesen aufgeht und erst zur Hälfte hinter dem Horizont erscheint. Aber die Sonne war es natürlich nicht. Denn dieser bucklige Berg war grau und neblig. Er leuchtete auch nicht und schien zum Greifen nahe.

Krut wartete einen Augenblick, ob sich das Ding bewegen würde. Sehr schnell verlor er die Geduld und schwebte vom Baum herab, holte am Boden tief Luft, pumpte mit den Vaku-Lungen und startete erneut zu einem Schwebeflug dicht über der Erde.

Der Wald war licht. Er brauchte nur wenigen Bäumen auszuweichen und konnte fast geradeaus schweben.

Schließlich wurde der Wald dichter. Ausgerechnet hier hatte sich das Ding niedergelassen, das er für Tsou hielt. Oder wenigstens für eine Sache, die Tsou inszeniert hatte.

Je näher er kam, um so unruhiger wurde er.

Er sah verbrannte Erde und umgestürzte Bäume. Tsou schien zornig gewesen zu sein. Wahrscheinlich über ihn und seinen Besuch. Aber jetzt lag er still und friedlich.

Die Neugier war größer als die Furcht.

Das letzte Stück ging Krut auf den Armen. Die Äste der umgestürzten Bäume waren zu dicht, als dass er noch hätte schweben können.

Dann stand er auf der Lichtung, die das Feuer gebrannt haben musste, als es in der Nacht vom Himmel kam. Hier und da war noch Glut im feuchten Unterholz. Doch die Nässe verhinderte, dass sie sich entzündete. Es stieg nur viel dichter Dampf auf, der die Sicht behinderte.

Krut erkannte trotzdem genau, dass das Ding eine Kugel war. Aus der unmittelbaren Nähe gab es keinen Zweifel mehr daran.

„Ich bin dein Diener“, hauchte Krut ehrfürchtig. Nach einer Pause wiederholte er seine Versicherung, ohne dass das Ding reagierte. Daraufhin ging er noch näher heran, bis er genau unter der Kugel stand. Vom Boden aus konnte er sie nicht erreichen. Aber wenn er etwas hinaufschwebte, würde er sie anfassen können.

Er wollte einatmen, als ihn eine Bewegung an der Kugel erstarren ließ. Die glatte Wand hatte plötzlich ein rundes Loch bekommen. Ein Loch – schwarz wie die Nacht.

Dann tauchte ein Tier auf, wie er es noch nie gesehen hatte. Es war lang und dünn wie eine Spindelschrecke. Aber wesentlich größer. Größer als Krut selbst.

Sofort ließ er alle Luft fahren, die er bereits angesaugt hatte, und drückte sich tief ins Gras.

Das Tier schwebte zu ihm herab.

Wenn es nun kein Tier war?

Niemand hatte ihm bisher sagen können, wie Tsou aussah. Keine Erfahrung widersprach der Annahme, dass Tsou genau wie eine riesige Spindelschrecke aussehen mochte.

„Ich bin dein Diener, Tsou!“, schrie Krut. „Sage mir, was ich tun soll! Ich bin dein Diener am Berg und in den Wiesen.“

Er drehte das Gesicht nach oben und schob die Augen über das Gras hinaus. Dicht über ihm schwebte ein blasses Gesicht. Wie zum Angriff hatte sich die Spindelschrecke senkrecht aufgerichtet und streckte zwei Arme nach ihm aus.

Krut gab es auf, die tausend Fragen und Vermutungen zu ordnen. Ob Tsou oder nicht, ob eine Riesenschrecke oder ein Alptraum. Was hier geschah, war so fremd, dass er sich nur noch fürchten konnte.

Schweben und fliehen war sein letzter Gedanke. Dann fühlte er den harten Griff der beiden Arme, fühlte, wie sie ihn hochhoben. Aber sie erdrückten ihn nicht. Sie hielten ihn fest und warm und ließen ihn plötzlich schweben, ohne dass er seine Blase bewegte.

Das schwarze Loch in der Kugel kam näher. Sie tauchten hinein. Und dann war es plötzlich hell.

Die Arme ließen ihn fahren. Er spürte festen, glatten Boden unter sich, so glatt, wie ihn noch kein Tropa gesehen hatte. Genauso glatt waren die Wände rechts und links. Und der Himmel über ihm. Es war ein schmaler, langer Himmel. Niedrig zum Greifen und mit vielen kleinen Sonnen, die geradlinig hintereinander lagen. Wenn es dunkel gewesen wäre, hätte er meinen können, in einer Höhle zu sein, wie sie die Tropas unter den Wiesen bewohnen.

Aber natürlich! Tsou als Gott der Götter konnte sich unter Umständen viele kleine Sonnen leisten, die er in seiner Wohnhöhle aufhängte, um auch dort Licht zu haben.

Krut streckte die vier Arme von sich, um seine Demut auszudrücken.

„Ich bin dein Diener, Tsou.“

Er wollte nicht müde werden, diese Versicherung zu geben. Denn wenn es eine Rettung für ihn gab, dann nur auf diese Weise. Doch sofort verließ ihn wieder sein unerschütterlicher Glaube, als neben der hohen, schlanken Gestalt eine zweite auftauchte, die ihr genau glich.

Nicht genug damit!

Eine dritte und vierte kam, und alle verbreiteten einen heftigen Lärm um sich. Krut ließ die Hoffnung fahren, dass er es mit Tsou zu tun hatte. So viele Tsous konnte es gar nicht geben. Je mehr aufrechte Gestalten sich in der erleuchteten Höhle blicken ließen, um so überzeugender machten sie auch den Eindruck, dass sie ein Schwarm Spindelschrecken waren. Und Schrecken von dieser Größe waren keine angenehme Mahlzeit, sondern schienen eher geeignet, einen Tropa verspeisen zu können.

Dann aber kam ein Wesen heran, dessen Fluidum ein angenehmes Rieseln in seinem Körper verursachte. Es war auf den ersten Blick schön und absolut ästhetisch. Wohlgeformt wie eine Kugel, mit einer transparenten, leuchtenden Haut. Es war auch nicht so unverschämt groß wie die abscheulichen Schrecken.

„Ich bin dein Diener, Tsou!“, schnatterte Krut aufgeregt, sprang auf das Kugelwesen zu und warf sich wieder zu Boden. „Schicke deine Knechte weg, Tsou! Diese Spindeln sind es nicht wert, dir zu dienen. Ich werde alles für dich tun, was du willst. Schicke sie weg, ehe sie mich fressen!“

Tsou hatte drei Arme, was für einen Gott eigentlich sehr wenig war. Aber diese Arme waren lang. Und das imponierte Krut wiederum. Sie waren weich und elastisch. Die Hand, die nach ihm griff, hatte nichts Bedrohliches an sich. Nur diese Geräusche, die zu laut und zu fremd klangen, als dass man sie als „Sprache“ erkennen konnte, hinderten ihn daran, volles Vertrauen zu fassen.

Eine von den Spindelschrecken – es waren inzwischen mindestens neun oder zehn geworden – reichte dem Kugelwesen einen kleinen Kasten. Tsou nahm ihn an, woraus Krut schloss, dass der Gott seinen Vorschlag, die Diener zu wechseln, wenigstens noch nicht sofort angenommen hatte.

Die Geräusche der Fremden nahmen wieder an Heftigkeit zu. Sowohl Tsou als auch seine Diener schienen heftig auf ihn einzureden. Tsou nahm den Kasten und schob ihn langsam näher. Krut hätte ihn mit seinem kurzen Arm bequem erreichen können. Doch vor einer solchen Reaktion fürchtete er sich noch.

„Ich bin dein Diener, Tsou!“, wiederholte er verzweifelt. Und für sich dachte er: „Wenn du ein Gott bist, musst du mich doch wenigstens begreifen.“

Dann sagte Tsou plötzlich klar und verständlich: „Wir dir helfen – du uns helfen.“

Das war zu viel für Kruts Horizont. Anstatt sich zu freuen, dass er die anderen verstehen konnte, ergriff ihn eine große Enttäuschung. Ein Gott, dem er helfen sollte, konnte kein Gott sein. Und Fremde, die keine Götter waren und obendrein aussahen wie überdimensionale Spindelschrecken, hatten gewiss nichts Gutes im Sinn.

Er sammelte Luft in der Schwebeblase, spannte die Muskeln der Vaku-Lunge und stieg blitzschnell auf. Dabei hatte er allerdings die geringe Höhe des „Höhlenhimmels“ nicht richtig eingeschätzt und stieß kräftig gegen eine Metallschiene. Sein Aufschrei erstarb in einer wohltuenden Ohnmacht. Steif wie ein Stein stürzte er auf den Boden zurück und blieb regungslos liegen.

 

 

3

„Mein Gott“, stöhnte James Lisman. „Jetzt hat er sich das Genick gebrochen. Mit einem so zarten Wesen geht man auch vorsichtiger um.“

„Ich wette, diese Wurst hat überhaupt kein Genick“, behauptete Perkins. „Und wenn doch, dann ist es das Genick eines Meerschweinchens. Jedenfalls hätte uns dieses Individuum niemals helfen können. Ich schlage vor, wir spielen nicht länger die sorglosen Zoologen, sondern zerbrechen uns lieber den Kopf, wie wir die TRILANI wieder flott kriegen.“

Ohne dem Maschinisten eine Antwort zu gönnen, drängte sich Dr. Bannister nach vorn. Er war der Bordarzt des großen Kugelraumers. Iks-Wol-Esak, der kleine, kugelförmige Proka-Wissenschaftler, machte mit dem mittleren Tentakel ein heftiges Zeichen zu Perkins hinüber, dass dieser für eine Weile seinen vorlauten Mund halten möchte.

Forry Bannister erhob sich schnell wieder. „Diagnosen sind bei unbekannten Lebensformen freilich immer gewagt. Ob der Bursche Verletzungen davongetragen hat, kann ich nicht sagen.“

„Aber er lebt wenigstens?“, wollte Perry Barnett wissen.

Forry nickte. „Das auf jeden Fall. Ich werde ihn ins Krankenrevier bringen und versuchen, ihn zu behandeln. Es handelt sich jedenfalls um den Organismus eines Sauerstoffatmers. Vielleicht gibt uns die Röntgen-Autopsie schon einige Anhaltspunkte.“

„Der Doc hat wieder ein Opfer“, stellte Perkins bissig fest. „Wenn die Röntgen-Autopsie nichts aussagt, dann fängt er an zu schnippeln. Und wenn wir nach Hause kommen sollten – was ich übrigens bezweifle –, so hat er lediglich wieder etwas zum Ausstopfen für die Kemmerlin-Universität. “

„Hast du etwas dagegen?“, fragte Perry Barnett trocken. „Du selbst stufst diesen Burschen bereits als Meerschweinchen ein und erhoffst dir von ihm zuallerletzt Hilfe. Also lass Forry damit machen, was er für richtig hält … Im Übrigen bleibt es bei den zuletzt gegebenen Anweisungen. Probe- und Erkundungsflug für alle Beiboote.“

Die TRILANI, Perry Barnetts 500 Meter durchmessendes Kugelraumschiff, war trotz der Havarie noch verhältnismäßig gut zu Boden gekommen. Es hatte lediglich eine Schräglage von 5 Grad. Da der energetische Landeschirm noch bis zuletzt für eine ausreichende Stabilisierung hatte sorgen können, war auch die Außenhaut nicht beschädigt. Die Bäume des Waldes waren bereits umgeknickt, als der unsichtbare Energieschirm sie berührt hatte.

Die Flugschotten der Hangarschleusen öffneten sich.

„Boot 1, James!“ rief Barnett über Interkom von der Zentrale aus.

„Boot 1 klar“, bestätigt James Lisman.

„Boot 2, Prax!“

„Boot 2 klar!“ rief Praxlomza, der seit Ende des Galaktischen Krieges vom Schiffsjungen zum Oberleutnant avanciert war.

Boot 3 steuerte Daxas, der ehemalige Raumoffizier aus der mistralesischen Flotte. Es war fünf Jahre her, dass die Tesdronen das Mistralsystem mitten im jungen Frieden angegriffen hatten. Eine Expedition unter Perry Barnett war die Rettung für Mistral gewesen. Aus diesen Tagen datierte die Freundschaft zwischen Daxas und dem „Rebellen des Weltraums“. Seitdem waren sie zusammengeblieben, und so machte Daxas noch immer Dienst bei Barnett. Damals auf dem alten Pionierschiff CORA von der Beteigeuze-Klasse, und nun auf dem überdimensionalen Luxus-Kreuzer TRILANI, der in Barnetts Besitz übergegangen war, seit sie das aufregende Abenteuer mit den „Ballett tanzenden Robotern“ gehabt hatten.

„Boot 3 klar“, meldete Daxas knapp.

„Okay! Start frei! Ich erwarte laufend Meldungen, auch wenn die genaue Auswertung erst später durch die Filme erfolgt.“

Lopez, der Mann mit den unnormal großen Füßen, der schwarze Lavista und die beiden Prokas Nam-Legak und Iks-Wol-Esak taten in der Zentrale Dienst. Nachdem Perkins die Schleusen geschlossen hatte, kam auch er dazu.

Auf drei getrennten Bildschirmen verfolgten sie den Flug der Boote. Es wäre eine langweilige Routinearbeit gewesen, wenn sie nicht so hoffnungslos tief im Dreck gesteckt hätten.

Was war geschehen?

Ein kleiner Fehler im Hyperdrive. Ein kleiner Fehler mit großen Folgen. Eine Fehltransition aus der fünften Dimension hatte sie ins normale Kontinuum zurückgeworfen. Leider nicht dort, wohin sie gezielt hatten. Das zentrale Elektronengehirn hatte eine Fehlanzeige gegeben, als sie es nach dem Standort fragten. Es gab keine bekannten Koordinaten dafür.

„Gestrandet in unerforschtem Gebiet“, war das erste Fazit.

Das zweite Fazit: Der Fehler war in der Schwerkraftanlage aufgetreten. Die Erzeugung künstlicher Antigravitation war plötzlich abgesunken. Alle Bewegungen im Hyperraum haben jedoch zur Bedingung, dass zum Zwecke einer genauen Navigation jede natürliche Schwerkraft zunächst auf Null absorbiert wird.

Das dritte Fazit: Reparaturen an der Gravitationsanlage müssen im Vakuum durchgeführt werden. Ein absolutes Vakuum erhält man nur im Weltraum. Man hätte also zunächst wieder aus der Atmosphäre des Planeten herauskommen müssen. Dazu gehörte aber eine funktionsfähige Antigravanlage, die es auf der TRILANI nicht mehr gab.

Dieser scheinbar paradoxe Kreislauf erklärt sich, wenn man weiß, dass Raumschiffe dieser Größenordnung nur im freien All auf Satellitenbahnen montiert werden. Sind sie defekt, so muss man sie dort auch reparieren. Havarierte Schiffe auf einem Planeten waren seit je der Ausnahmefall in zivilisierten Gegenden gewesen. Und wenn es schon einmal passierte, so blieb den Leuten nichts anderes übrig, als den teuren Kasten auseinanderzubauen. Selbst wenn das auf einem unbewohnten Planeten geschah, so hatte man in der Regel immer noch die Möglichkeit, mit einem Funkspruch Hilfe heranzuholen. Nur hier nicht und heute nicht.

Für die TRILANI gab es keine brauchbare stellare Nachbarschaft. Sie steckte irgendwo in einer unbekannten Ecke der Galaxis. Sie war die Stecknadel im Heuhaufen.

Viertes Fazit: „Aus!“

So hatte jedenfalls Perkins im ersten Augenblick behauptet. Und einen zweiten Augenblick hatte es seitdem nicht gegeben. Jedenfalls keinen, in dem ihm einer mit triftigen Argumenten widersprochen hätte.

Mit 85 Prozent aller verfügbaren Bremskraft war die TRILANI auf der Nachtseite eines völlig unbekannten Planeten in einem ebenso unbekannten Sonnensystem gelandet. Der einzige Lichtblick war seitdem gewesen, dass man eine fast erdähnliche Sauerstoffatmosphäre vorgefunden hatte.

Sie hatten Luft zum Atmen, auch wenn sie draußen herumspazieren wollten. Im Schiff selbst war die Sauerstoffversorgung sowieso kein Problem. Sie verfügten über hydroponische Anlagen mit botanischen Gärten. Sie besaßen Nahrungsmittel für dreihundert Jahre.

Trotzdem würde Perkins recht behalten mit seinem „Aus!“.

Raumfahrer, die nicht mehr weg können, fühlen sich als Gefangene. Als Lebenslängliche. Keiner wagte es auszusprechen. Aber jeder sah dem anderen an, dass er dieses Gespenst im Nacken fühlte.

Perry Barnett war ruhig wie immer. Mancher seiner Männer hatte sich schon gewünscht, einmal zu sehen, dass er Nerven hatte, dass seine Hand einmal zitterte, oder dass er verbissen mit den Zähnen mahlte. Das hätte ihnen wenigstens seine Menschlichkeit bewiesen. Wenn sie aber vergeblich auf solche Regungen warteten, konnten sie sich einsam fühlen und glauben, ihr Kommandant sei nicht mehr als ein Roboter.

Perkins registrierte es mit Genugtuung, als Barnett einen Schaltknopf ein wenig heftiger als sonst drückte.

„Er ist doch ein Mensch. Und er ist auch nervös“, flüsterte er Lavista zu. „Mensch, ich würde ersticken, wenn ich nicht einmal richtig aus der Haut fahren dürfte.“

Lavista zischte den Maschinisten an, dass er schweigen solle.

Barnett rief ins Interkom: „Seid ihr da draußen eingeschlafen? Ich habe laufende Lagemeldungen verlangt.“

„Es ist nichts zu melden, Perry“, antwortete Praxlomza als erster.

„Wälder und Wiesen“, wusste Daxas zu berichten. „Ein paar Flussläufe. Wir kartographieren laufend.“

„Okay“, brummte Barnett. „Standorte bitte!“

„Danke! Ihr könnt zurückkommen, bis auf Lisman. Ab sofort bleibt immer nur eine Maschine draußen. Sonst haben wir nächste Woche den ganzen Planeten vermessen und dann nichts mehr zu tun.“

Daxas und Praxlomza kehrten zurück. Sie warfen ihre Sofortfilme in die Projektoren und führten vor, was sie mitgebracht hatten.

Es stimmte. Flüsse, Wiesen, Wälder. Ebene.

Und ein Berg.

„Das ist das Ding genau vor unserer Nase. Wenn dieser Planet noch weitere Gebirge haben sollte, so müssen sie auf der anderen Halbkugel liegen.“

Nachdem Prax berichtet hatte, kam Daxas an die Reihe. Die gleichen Bilder, das gleiche Einerlei. Lediglich im Elektronenatlas würden sie sich unterscheiden, indem nämlich jedes eine andere Gradnetz-Nummerierung erhielt.

„Da ist noch eine interessante Aufnahme vom Rückflug“, unterbrach der Mistralese das Schweigen. Man sah, dass sich etwas schnell bewegte. Schwebende wurstähnliche Körper, die plötzlich in der Erde verschwanden.

„Eingeborene“, kommentierte Iks-Wol-Esak trocken. „Ihr werdet die gleichen Gestalten festgestellt haben, wie sie unser Patient besitzt.“

„Ich nehme an, sie sind vor uns geflohen“, vermutete Daxas.

Weitere Kommentare gab es nicht zu dieser Beobachtung. Was konnte die Beschäftigung mit der primitiven Fauna helfen? Sie hatten – weiß Gott – andere Sorgen.

Die beiden Prokas, die ja Halbtelepathen waren, spürten die Abneigung der Menschen gegen diese skurrilen Wesen.

„Diese Wesen sind keine Tiere“, behauptete Iks-Wol-Esak. „Und es sind auch keine Würste, wie Perky zu denken beliebt.“

„Natürlich, auf einem müsst ihr ja herumhacken, wenn ihr nicht weiter wisst“, beschwerte sich Perkins. „Ich kann dir nur sagen, du kleine Proka-Kugel, es ist nicht fair, dass du immer in unseren Gedanken schnüffelst.“

„Wenn du Geheimnisse hast, dann lauf doch mit dem Gedankenschirm herum. Es ist nicht verboten, soviel ich weiß.“

„Aber er zwickt hinter den Ohren. Ich werde auch nicht euretwegen hier im steifen Anzug herumlaufen. Meinetwegen sollst du ruhig wissen, was ich über dich denke.“

„Du bist eher neidisch als hochmütig, wie ich gerade feststelle. Und außerdem hältst du mich für klüger als dich selbst. Deshalb erhoffst du von mir eine Patentlösung.“

„Na bitte, wäre das zu viel verlangt? Sieh doch nur ins Bordbuch! Nach jeder kitzligen Expedition wird dein Name besonders erwähnt. Wenn alles stimmt, was da drin steht, dann hat dein kluger Kopf uns jedes Mal gerettet.“

„Wenn mein Name dir zu oft erwähnt wird, dann liegt es wohl an der Bescheidenheit unseres Captains.“

„Schluss, zum Teufel!“, unterbrach Perry Barnett das unfruchtbare Duell. „Ich verlange von jedem, dass er sich den Kopf zerbricht. Jeder tut’s letzten Endes für sich selbst.“

„Meinen Vorschlag habt ihr bereits gehört“, war Perkins nicht mundtot zu kriegen. „Wir nehmen die TRILANI auseinander, fliegen sie in ihren Einzelteilen auf eine Satellitenbahn und bauen sie dort wieder zusammen. Dann habt ihr euer Vakuum und könnt den Hyperdrive reparieren.“

„Schon gut“, winkte Barnett ab. „Das kannst du einem vorschlagen, der tausend Jahre Zeit hat. Die TRILANI braucht die Industrie eines ganzen Planeten zur Montage.“

„Bisher haben wir über Perkys Vorschlag gelacht“, mischte sich Nam-Legak ein. „Trotzdem ist er theoretisch in Ordnung.“

„Ich danke für Theorien. Wir brauchen was Handfestes.“

„Dann nehmt eine Variation.“

„Aha“, staunte Perkins. „Jetzt kommt der prokaskische Esprit.“

„Die TRILANI ist wie eine Zwiebel“, fuhr Nam-Legak unbeirrt fort. „Der Motor sitzt im Kern. Wenn wir um die Zentrale herum lediglich drei oder vier Decks aufbauten, dann wären wir flugfähig.“

„Und auf die übrigen 80 Prozent willst du verzichten?“

„Wir würden uns ein wenig einschränken müssen. Aber was wir unbedingt brauchen, hätten wir.“

„Die Hydroponik liegt im Deck sechs.“

„Man könnte sie in Deck drei einbauen.“

„Okay! Die Arsenale liegen in Deck neun.“

„Auf Waffen müssten wir verzichten.“

„Also mit der weißen Fahne nach Haus fliegen.?“

„Das wäre unser Risiko. Schließlich ist Frieden im größten Teil der Galaxis.“

„Trotzdem bist du ein Optimist, Nam-Legak“, meinte Barnett. „Dein Plan verkürzt die Bauzeit vielleicht um neunhundert Jahre. Hundert hätten wir dann immer noch.“

„Du könntest wenigstens deinen Lebensabend daheim verbringen.“

„Danke! Ich glaube, wir kommen darauf zurück, wenn wir absolut nicht mehr weiter wissen.“

„Der Punkt wäre bereits erreicht“, behauptete Perkins.

„Im Gegenteil. Ich hatte befohlen, dass ihr nachdenkt. Dabei bleibt es, du Vollblutpessimist.“

„Okay, Chef! Ich wüsste schon wieder was.“

„Na, und?“

„Fragt die Würstchen draußen in den Wiesen. Oder besser noch Forrys Patienten. Iks hat vorhin behauptet, sie seien keine Tiere.“

„Sie sind intelligent“, versicherte der Proka und wedelte dazu energisch mit seinem mittleren Greifarm. „Als ich mit dem Telepathierelais an ihn heranging, hat er den Grundgedanken meiner Worte begriffen. Deshalb reagierte er ja auch so heftig.“

„Du meinst, er sprang unter die Decke.“

„Er sprang nicht. Im Gegenteil! Er entspannte die Arme.“

„Was tat er dann?“

„Irgend etwas anderes. Ich habe es nicht sofort erkannt.“

„Aber er ging unter die Decke, mein Junge. Daran zweifelt doch wohl niemand von euch.“

„Ganz recht. Es hat mich sehr verblüfft. Ich habe ihn in Verdacht, dass er ein uns unbekanntes technisches Hilfsmittel benutzt hat. Wir müssen der Sache nachgehen. Wir müssen den Planeten und alle seine Hilfsquellen erforschen, ehe wir den falschen Weg einschlagen und sinnlose Maßnahmen ergreifen.“

„Hm, von meinem Demontagevorschlag hältst du wohl nicht viel?“, erkundigte sich Perkins.

„Ehrlich gesagt – nein.“

„Well, dann schlage ich vor, du erfindest ein neues Gerät. So eine Art Super-Existenzpost. Du hast einen klugen Kopf, eine gut eingerichtete Werkstatt, ein Labor und die Bodenschätze eines Planeten.“

„Das wäre immerhin noch aussichtsreicher als dein erster Vorschlag.“

 

 

4

Barnett hatte einen regelmäßigen Patrouillendienst angeordnet. Daxas löste James Lisman ab. Nam-Legak sammelte die laufend eingehenden Vermessungsunterlagen und fügte sie dem Programm des Elektronengehirns ein. Außerdem rein optischen Kartenbild des Planeten speicherten sie auch Angaben über die Bodenanalysen, die sie durch Energie-Spektrogramme erhielten.

Doc Bannister meldete, dass es seinem Patienten gut gehe.

„Ich möchte mir das Kerlchen einmal ansehen“, erklärte Iks-Wol-Esak.

„Da komme ich mit“, entschied Barnett. Bannister hatte das „Würstchen“ auf ein Bett gelegt. Der größte Teil seines Körpers war zugedeckt.

„Es liegt da wie ein richtiger Mensch“, dachte Perry Barnett. „Und es sieht tatsächlich aus wie ein Würstchen.“

Der Proka schien seine Gedanken verfolgt zu haben.

„Natürlich, genau wie ein Würstchen. Aber wenn Perkins es sagt, klingt es so respektlos.“ „Seit wann bist du empfindlich, mein Junge?“ „Er ist bei Bewusstsein“, sagte Forry Bannister. „Wenn wir seine Sprache verstünden, könnten wir mit ihm reden. Aber das ist nicht mein Gebiet.“

Der Proka drängte sich nach vorn und sprang auf einen Stuhl. Die beiden Menschen sahen schweigend seinen Bemühungen zu. Nach ein paar Minuten sagte Iks: „Es wird nicht leicht sein. Die Tropas haben einen sehr kleinen Vokabelschatz, aber ein völlig verwirrendes Denksystem. Ich brauche ein Elektronengehirn und mein Psycho-Schulungsgerät. Vielleicht kommen wir dann weiter. Außerdem ist der Bursche ängstlich. Vor allem euch Menschen kann er nicht leiden. Ich scheine ihm etwas sympathischer zu sein.“

„Sei froh, dass Perkins nicht in der Nähe ist! Der würde dir jetzt eine andere Antwort geben.“

Bannister nahm Barnett am Arm.

„Komm hinaus, Perry! Es ist tatsächlich besser, wenn wir verschwinden. Man soll auf die Empfindlichkeit fremder Rassen Rücksicht nehmen.“

Sie fuhren ins erste Deck hinauf, wo die privaten Kabinen der Mannschaft lagen. „Ich verstehe eure Psychologie durchaus“, sagte der Captain unterwegs. „Wenn ich mir die Figur dieses Fremden betrachte, dann kann ich verstehen, dass er die Kugelform der Prokas als angenehm empfindet. Wir dagegen müssen ihm wie gefährliche Heuschrecken erscheinen. Hast du übrigens bemerkt, dass Iks die Bezeichnung Tropa gebrauchte?“

„Die gleichen Vokale wie bei Proka. Das kann eine Lautassimilation sein, eine willkürliche Übersetzung in unser Sprachverständnis. Auf jeden Fall wird er schon an den Geist dieses kleinen Wesens herankommen.“

„Well, das will ich hoffen. Wofür ist er schließlich ein Halbtelepath? Wenn es sich um eine intelligente Rasse handelt, müssen wir auf jeden Fall Verbindung mit ihr aufnehmen. Allerdings erwarte ich nicht sehr viel von ihrer Entwicklungsstufe.“

„Wo die Zivilisation fehlt, mangelt es gewöhnlich auch am Fortschritt. Und der Mangel an Fortschritt ist ein Zeichen für Primitivität“, rekapitulierte Forry Bannister. „Trotzdem habe ich mich mit dem Kerlchen beschäftigt.“

„Bist du schlau aus seinem Körper geworden?“

„Noch nicht ganz. Das dauert mindestens ein paar Tage. Wenn man mir Zeit lässt. Trotzdem kann ich schon Grundsätzliches sagen. Er ist ein Sauerstoffatmer, wie anzunehmen war. Er hat ein Herz mit Blutkreislauf und einen Verdauungsapparat. Die Atmung erfolgt ebenfalls durch spezielle Organe und nicht etwa nur durch das Blut oder durch die Haut, wie wir es schon des Öfteren erlebt haben.“

„Spezielle Organe? Warum sagst du nicht Lunge?“

„Es ist mehr als eine Lunge. Ein absolut umständliches System hängt daran, und ich habe keine Ahnung, warum diese Wesen ausgerechnet für die Atmung einen solchen Aufwand entwickelt haben.“

„Vielleicht liegt es an den atmosphärischen Bedingungen.“

„Das wohl zuallerletzt. Wenn hier etwas der Erde ähnelt, so ist es die Luft. Eigentlich müsste die Lunge der Tropas der unseren mehr ähneln als den Fischen unserer Weltmeere. Aber ich werde noch dahinterkommen, wenn Iks-Wol-Esak es nicht durch sein Verhör herausbekommt.“

„Seltsam finde ich den Schwanz“, meinte Perry Barnett. „Wenn ich den Burschen mit irdischen Verhältnissen vergleiche, werde ich an eine Kaulquappe erinnert. Aber wozu das, wenn die Tropas nicht im Wasser leben?“

Doc Bannister blieb verblüfft stehen und machte große Augen, dann ging er nickend weiter.

„Anscheinend hatte ich wieder mal einen genialen Einfall“, riet Barnett, ohne zu wissen, was den Arzt so beeindruckt hatte.

„Das kann man jetzt noch nicht sagen. Ich tappe ja selbst noch im Dunkeln. Trotzdem ist dein Vergleich gar nicht so sehr von der Hand zu weisen. Ich selbst hatte mich schon um eine Definition bemüht. Wir machen es uns leicht, indem wir voreilig Schwanz sagen. Aber um eine Verlängerung des Rückgrats handelt es sich nicht. Dann hatte ich weiter überlegt und war so weit gekommen, dass ich das Glied halb für einen Flügel wie beim Federvieh und halb für eine Schiffsschraube hielt.“

„Schiffsschrauben in der Luft hat es in den Anfängen der Aeronautik auch gegeben“, behauptete der Captain, der die Entwicklung auf seinem Fachgebiet über mehr als 10 000 Jahre gewissenhaft studiert hatte.

„Ja“, sagte Bannister, und es klang mehr nach einer Überlegung als nach einer Feststellung. „Ein Schwanz als Antriebs- und Steuerruder zugleich. Wenn ich eine Leiche von dieser Rasse hätte! Wenn man …“

„Du wirst dich zurückhalten“, unterbrach ihn der Captain. „Ich habe dich hier nicht als Tierarzt engagiert, und du kennst die Vorschriften.“

„Paragraph 6733 über die Vivisektion mit unbekannten Lebensformen“, deklamierte Doc Bannister phlegmatisch. „Ich weiß, dass ich nicht an ihm herumschnippeln kann. Aber ich werde es auch so herausbekommen.“

„Genau das wird man von dir erwarten“, sagte der Freund. Er gab dem Arzt einen leichten Klaps auf die Schulter und erklärte, dass er eine halbe Stunde allein sein müsse. „Ich bin seit Tagen nicht aus dem Anzug gekommen, Forry. Wir sehen uns nachher.“

„Bis nachher, Perry!“

Barnett blickte ihm nach, bis er im Lift verschwand.

Nanu?, fragte er sich. Sentimental?

Das kam daher, dass dieser Planet wohl die Endstation ihrer langen gemeinsamen Reise sein würde. Perry Barnett hatte viele Freunde an Bord der TRILANI, aber keiner von ihnen war so lange bei ihm gewesen wie Bannister. Noch bevor er gegen Ende des großen Galaktischen Krieges die beiden CORAs kennenlernte – CORA, das Raumschiff, und Cora, das Mädchen, das er heiratete –, hatte er schon zu Forry gehen können, wenn er einen Rat brauchte. Forry war eigentlich immer für ihn dagewesen. Er konnte sich nicht entsinnen, dass es einmal anders war.

Er fuhr ins Wohndeck, ging in seine Kabine und rief nach dem Dienstroboter.

„Mach das Bad fertig, Robby!“

Kurz darauf nahm er eine Trockendusche und eine Rasurmassage. Dann folgte die Elektrosauna, die ihn vollends frisch machte.

Frischer Körper – gute Laune!

Er ertappte sich dabei, wie er ein Lied pfiff. Als er sich dabei im Spiegel betrachtete, brach die harmlose Melodie plötzlich ab.

Verdammt, woher nimmst du den Optimismus?

Das Gesicht im Spiegel verlor den sorglosen Blick und wurde verschlossen und misstrauisch.

Er zog sich schweigend an und hatte es plötzlich sehr eilig, auf die Kommandobrücke zu kommen.

 

 

5

In der Zentrale empfing ihn ein undisziplinierter Lärm. Er schob das Schott auf und blieb einen Augenblick stehen. Niemand schien seine Ankunft zur Kenntnis zu nehmen. Der Recheningenieur Bellinski saß vor seiner Situations-Statistik, geradezu eingekeilt von Praxlomza, Perkins und Lopez. Alle drei redeten auf ihn ein, als hätte er Schulden bei ihnen.

„Zum Teufel, was ist hier los?“, polterte Barnetts Stimme. „Soll ich für euch vielleicht noch eine Kindergärtnerin anstellen?“

Perkins fuhr etwas schneller herum als die andern beiden, schnappte nach Luft, ließ die Hand von Bellinskis Lehne und schob sich an den Captain heran wie ein Mond-Panzerwagen. Während er den Mund aufmachte, zeigte er die ganze Zeit hinter sich auf Bellinski.

„Ich habe gesagt, wir müssen eine Meldung machen. Ich habe gesagt, das muss sofort der Chef erfahren. Nein, aber er weigert sich und will erst einen Haufen Wahrscheinlichkeitsberechnungen anstellen, um dir vielleicht die Aufregung zu ersparen. Ich wette, er hält dich für sensibel.“

„Okay, worum handelt es sich?“

„Daxas ist verschwunden. Abgestürzt, desertiert oder verrückt geworden. Was weiß ich.“ Barnett schob Perkins beiseite und ging auf Praxlomza zu.

„Hast du jetzt Wache, Prax?“

Der junge Offizier nickte knapp.

„James machte sich gerade zum Start fertig, um Daxas beim Patrouillenflug abzulösen. Daxas meldete sich zum Einflug und kam über den Berg herunter. Genau über dem Gipfel war er plötzlich nicht mehr da. Radar und Optik zeigten ihn nicht mehr an. Das ist der Sachverhalt.“

„Der bisher bekannte Sachverhalt“, fügte Perkins hinzu.

Barnetts Blick fiel auf den Recheningenieur, der bescheiden im Hintergrund geblieben war.

„Stimmt das, Bellinski?“

„Nicht ganz, Sir. Ich gebe zu, davon abgeraten zu haben, Ihnen sofort Nachricht zu geben. Es ist eine Sache von Minuten, Spektrogramm und Physiometer auszuwerten. Inzwischen kann ich mehr dazu sagen. Und es wäre zweifellos noch schneller gegangen, wenn diese drei nicht Irrenhaus gespielt hätten.“

„Schon gut! Kommen Sie zur Sache!“

Bellinski machte eine einladende Handbewegung.

„Bitte, Captain! Hier ist die Auswertung. Daxas hat nicht einfach aufgehört zu existieren. Dieses Diagramm zeigt deutlich eine Aufwärtsbewegung seiner Maschine, obgleich er zur Landung angesetzt hatte. Die Kurve liegt genau über dem Berggipfel.“

„Kann ich seine letzte Meldung hören?“, fragte Barnett. „Hat er irgend etwas Verdächtiges entdeckt?“

„Nicht früh genug, um es noch mitteilen zu können. Es gibt keine letzte Meldung von ihm bis auf das kurze Verständigungsgespräch in Quatschgruppen. Es war seine Anweisung, dass wir die C-Schleuse des Hangars öffnen sollten.“

„Okay! Dieses Physiogramm ist aber nicht in Ordnung. Wo ist die andere Hälfte?“

„Es gibt keine. Die Kurve der Aufwärtsbewegung geht steil nach oben und nähert sich der Senkrechten über dem Gipfel.“

„Aber dann hört sie auf, mein Gott! Daxas war immer noch im Messbereich. Was ist mit ihm geschehen?“

Die Antwort war Schweigen. Jetzt, wo sie hätten reden sollen, wusste keiner etwas Gescheites zu sagen.

„Das Ende der Kurve ist sehr unregelmäßig, Captain“, wagte Bellinski schließlich ein Wort. „Wir haben an dieser Stelle auch ein starkes gravitatorisches Feld gemessen. Dem Verlauf nach muss es sich um eine Art Wirbelsturm in Schwerkraftfeldern gehandelt haben. Wenn wir in einer fremden Zivilisation wären, würde ich sagen, es handelt sich um eine Energiewaffe, die Daxas vernichtet hat. Aber hier, wo es nur die fliegenden Würste gibt …“

Wieder schwiegen die Männer und starrten auf die Armaturen der Situations-Statistik. Es gab keine endgültigen Fakten. Dafür um so mehr Ungewissheit und Wenn und Aber.

„Soll ich eine Wahrscheinlichkeitsberechnung anstellen, Sir?“, fragte Bellinski.

„Tun Sie das“, nickte Barnett, ohne viel Interesse zu verraten.

„Und was machen wir mit Lisman?“, fragte Praxlomza.

„Der bleibt an Bord. Die Patrouillenflüge werden vorläufig eingestellt. Du kannst ihn herholen. Er soll für die nächsten Stunden auf der Brücke Dienst tun. Ab sofort verschärfte Beobachtung unserer Nachbarschaft. Für alle Standardmessarten Richtstrahler auf den Berg einstellen. Beim geringsten Verdacht sofort Alarm geben. Außerdem holt euch Nam-Legak herauf! Er soll versuchen, Funkverbindung mit Daxas zu bekommen …“

… für den Fall, dass er noch lebt, setzte Barnett in Gedanken hinzu. Dann verließ er die Kommandozentrale und fuhr ins Krankenrevier.

 

 

6

Das Krankenzimmer war leer. Doch von nebenan hörte er Stimmen. Im Labor saßen Bannister, Iks-Wol-Esak und der Tropa.

„Hallo, Perry! Da staunst du, was?“

Barnett hätte sich gern darüber gefreut, dass es dem Fremden gutging. Aber erst musste er die Sache mit Daxas loswerden.

Bannister hörte den Freund schweigend an und reagierte dann mit einem Vorwurf: „Ich begreife nicht, dass du ihn nicht suchen lässt. Daxas kann doch nicht aus der Welt verschwunden sein, selbst wenn er tot wäre.“

„Es ist nett von dir, Forry, dass du nie müde wirst, mir mit guten Ratschlägen zur Seite zu stehen. Aber wenn ich schon suchen lasse, dann sage mir wenigstens auch, wo und wann im Universum. Hier auf dem Tropa-Planeten ist er jedenfalls nicht. Und ich habe gewiss keine Lust, unsere letzten beiden beweglichen Untersätze zweifelhaften Experimenten zu opfern. Für uns steht so viel auf dem Spiel, dass jede Aktion gründlich überlegt werden muss. Sie muss sicher und sinnvoll sein.“

Der Proka rutschte aufgeregt auf seinem Stuhl. Sein langer Tentakel reichte vier Meter weit bis zu Barnetts Schulter. Er gab ihm einen leichten Tipp.

„Der Berg ist es also. Ihr seid völlig sicher, Perry?“

„Irgendwie muss es mit dem Berg zu tun haben, wenn wir unseren Geräten noch länger trauen wollen. Ich möchte, dass du einen unwichtigen Gegenstand einmal mit der Existenzpost hinüber teleportierst. Wie kommst du übrigens mit dem Wesen klar? Es hat die Betäubung überstanden, wie ich sehe.“

„Die Verständigung ist nur telepathisch möglich, jedenfalls, solange wir die seltsame Gesetzmäßigkeit der Tropa-Sprache nicht genau entschlüsselt haben. Ihre Gedanken sind eher zu begreifen. Mit dem Relais geht es ganz gut.“

„An ihrer Intelligenz ist also nicht zu zweifeln?“

„Keineswegs. Die Tropas sind die herrschende Rasse hier. Sie haben einen ausgeprägten Gesellschaftstrieb und leben in Gemeinschaften.“

„Hm, dann möchte ich mit einem maßgebenden Vertreter sprechen, falls sie uns akzeptieren und nicht als Feinde betrachten.“

„Dieser Bursche hier heißt Krut. Er hält uns für Götter. In mir sieht er den höchsten Gott Tsou. Wegen meiner Gestalt, verstehst du.“

„Um so besser! Das dient unserer Autorität.“

„Ist aber von Nachteil, wenn wir Fragen zu stellen haben. Als Götter können wir uns nicht dümmer stellen, als es die sterblichen Tropas sind.“

„Dann denke daran, dass du ein Diplomat bist. Unter allen Umständen müssen wir herausbekommen, was hier über die Naturerscheinungen bekannt ist. Vielleicht können sie uns sogar etwas über den Berg erzählen.“

 

 

7

Nicht mehr als drei sollten mitkommen. Zu viele Götter verwirren das einfache Gemüt und werten auch den einzelnen ab. Iks-Wol-Esak ging nicht nur mit, weil seine Erscheinung den Tropas sowohl Ehrfurcht als auch Zutrauen geben sollte, sondern weil er der einzige brauchbare Dolmetscher sein konnte.

Als „Nebengötter“ wollten sich Barnett und Bannister bemühen, eine überzeugende Rolle zu spielen. Sie trugen jeder ein schweres Telepathie-Relais als sichtbares Zeichen ihrer Unterordnung und hielten sich aus demselben Grund immer ein paar Schritte hinter Iks-Wol-Esak zurück, dessen Würde mit einigen schnell zusammengesuchten bunten Kleidern noch unterstrichen wurde.

Schließlich würde es sich auch gut machen, dass sie mit einem Beiboot aus der Luft herabstießen. Es gibt Rassen, deren Götter leben in der Unterwelt oder auf den Bäumen. In den meisten Fällen liegt man aber richtig, wenn man sie oberhalb der Skyline platziert. Außerdem hatte Iks herausbekommen, dass Tsous Sitz auf dem Berg war.

Mit einem feurigen Schweif voraus senkte sich das Räumboot Heck voraus auf die Wiesen. Frisches Gras kochte, trocknete und verbrannte. Die bedrängte Feuchtigkeit in dem frischen Grund entfloh, indem sie kondensierte und einen dichten Nebelschleier über den Talgrund legte.

Iks-Wol-Esak wedelte zufrieden mit den beiden äußeren Tentakeln.

„Absolut wirkungsvoll“, versicherte er. „Absolut wirkungsvoll. Wir kommen mit feurigem Schweif auf einer Wolke geritten.“

Solange er tellurisch sprach, würde sein seltener Sarkasmus keinem Tropa auffallen.

Krut forderte er telepathisch auf, voranzugehen. Der kleine unförmige Vierbeiner, dessen runder Walzenkörper keinerlei Tailleneinschnitt aufwies, gehorchte. Er gehorchte sogar über die Aufforderung hinaus, indem er nicht etwa an der Luftschleuse – fünfzehn Meter über dem Boden – wartete, sondern einfach hinuntersprang.

Forry Bannister stieß einen Fluch aus, den ihm der Schreck entlockte. Normalerweise machte er von vulgären Wörtern keinen Gebrauch. Dann stellte er fest, dass seine Sorge unbegründet gewesen war. Krut stürzte nicht etwa ab, sondern schwebte in einer eleganten Schleife sanft zu Boden und landete in der Manier eines versierten Sportseglers.

Dem Arzt war mittlerweile auch aufgefallen, dass Krut während seines kurzen Fluges mindestens um das Dreifache seines Körperumfangs gewachsen war. Er fühlte sich an einen Luftballon erinnert, kam aber nicht dazu, diesen Vergleich auszusprechen.

„Seht zu, dass ihr auf euren Antigrav-Platten schnellstens nachkommt“, zischte Iks-Wol-Esak und sprang aus der Luke wie eine Katze. Die Menschen nahmen die Technik zur Hilfe und folgten ihm.

Krut zeigte den Weg und ging voran. Nach einigen Minuten stieß er einen penetranten Schrei aus. Die Antwort kam ganz aus der Nähe. Es folgte ein weiteres Duell in unartikulierten Worten. Dann tauchte eine Mauer aus dem Dunst auf. Eine graue Mauer aus vielen hundert kleinen Tropas, die sich sofort flach an die Erde warfen, als sie die Besucher erkannten.

„Es scheint, sie akzeptieren uns als ihre Götter“, vermutete Barnett.

„Krut hat es so gefressen, und er teilt es jetzt den anderen mit“, nickte Iks. „Aber bleibt bitte hinter mir, wie es verabredet war. Vergebt einmal euren menschlichen Stolz und bleibt rein sachlich!“

„Es ist weniger der Stolz als die Neugierde.“

„Ich weiß, dass ihr Tellurer mehrere ungezogene Eigenschaften habt. Du brauchst sie mir nicht alle aufzuzählen. Also …“

Eine weit ausholende Bewegung aller drei Proka-Tentakel unterstrich die Wichtigkeit des Augenblicks.

„Ist euer Chef dabei?“, fragte Iks den Tropa. Er wiederholte den Gedanken fünfmal. Dann kam die Antwort.

Der Chef hieß Fnask und schwebte gehorsam näher. Sobald Iks einen sinnvollen Gedanken der Wesen aufnahm, wiederholte er ihn in tellurischer Sprache, so dass Barnett und Bannister immer auf dem Laufenden waren. Freilich blieb die Verständigung schwierig und zeitraubend, doch man durfte froh sein, überhaupt etwas zu erfahren.

(Der Chronist muss sich hier darauf beschränken, das Gespräch zusammengefasst wiederzugeben, denn es bestand in erster Linie aus Wiederholungen.)

Krut zu den Tropas: „Ich kam zum Berg, Herr, aber nicht hinauf. Auf halber Höhe verbot Tsou das Schweben und verhinderte es auch. Psröi hatte recht. Doch Tsou kommt zu uns. Er rief mich durch sein Licht, und ich eilte zu ihm. In einer Wolke aus Stein und Feuer kam er herab mit hundert Nebengöttern. Und er wollte dich sprechen, Chef. Er sagte, die Zeit des Verborgenen sei um und er komme, um seine Herrschaft anzutreten.“

Fnask zu Krut und Iks-Wol-Esak: „Wir dienten dir aus der Ferne, und wir dienen dir, wenn du bei uns bist, ewiger Tsou! Prüfe uns und fordere, auf dass wir deine Knechte sind.“

„Soweit – so gut“, murmelte Forry Bannister. „Gut, dass wir Perkins nicht mitgenommen haben. Der würde sich jetzt die Schuhe putzen lassen …“

Iks zu Fnask und Krut: „Ich bin Tsou und schuf den Berg und die Welt. Ich bin Tsou und schuf euer Tal und euer Leben. Ich wachte für euch gegen den Bösen.“

An diesem Punkt wurde die Verhandlung kritisch. Die Tropas kannten den „Bösen“ nicht. Nicht mit Luzifer, dem Teufel, und mit Krems, dem Unterweltgott der Prokas, war dieser Begriff den Wesen deutlich zu machen. Nach langem Hin und Her – bei dem die Diplomatie nicht vernachlässigt wurde – schälte sich ein klareres Bild dieses kleinen Völkchens heraus. Sie kannten das Böse nicht, weil sie auch die Versuchung nicht kannten. Es gab wohl ungeschriebene Gesetze, aber niemand hatte jemals den Ehrgeiz gehabt, eines davon zu übertreten.

Schließlich kam aber Iks-Wol-Esak auch dahinter, dass selbst diese paradiesische Version ein Trugbild war. Er hatte von Kruts Expedition erfahren, die ihn den halben Berg hatte erklimmen lassen. Und je hartnäckiger er diese Spur verfolgte, um so deutlicher wurde ihm, dass auch manch anderer vor Krut versucht hatte, den Berg zu ersteigen, auf dem man Tsou wähnte.

Hier hakte der Proka mit einer Gardinenpredigt ein, die historisch hätte werden können, wenn sich jemand die Mühe gemacht hätte, sie auf ein Tonband zu nehmen.

Die Furcht der Tropas vor ihrem Gott und ihre Beteuerungen, ihm zu dienen, waren der Beweis für das schlechte Gewissen der Kreatur. Und ohne das Böse ist ein schlechtes Gewissen nicht denkbar.

Erst später wurde sich Iks klar darüber, dass er mit den Begriffen „Gut und Böse“ eine neue Ethik für die Tropas gegründet hatte, eine Ethik, die nicht unbedingt besser sein musste als die alte. Doch für den Augenblick kam es darauf an, den gewonnenen Respekt nicht zu verlieren. Seine versteckten Fragen umschrieb er mit den Belehrungen des Allwissenden, und damit konnte er bei dieser Begegnung seine Rolle als Gott der Götter mit Erfolg weiterspielen.

Barnett und Bannister wurden die Beine steif.

Das Palaver dauerte inzwischen vier tellurische Stunden, und noch immer standen die Menschen in der Wiese – respektvoll drei Schritte hinter Iks-Wol-Esak. Der Arzt hatte sich nach einer Stunde bereits hinsetzen wollen, war aber von Iks daran gehindert worden. Im Sitzen würde er die göttliche Würde verlieren. Und so fügten sich die beiden Menschen in ihr Schicksal.

Der Proka ging endlich zum entscheidenden und schwierigsten Teil seiner Verhandlung über.

Nachdem er den Begriff des Bösen hinreichend definiert glaubte, personifizierte er das Böse und nannte es Teufel. Er schilderte ihn als einen mächtigen Widersacher, der sein Reich jenseits der Wolken habe und gekommen sei, um die Tropas heimzusuchen und den Berg der Götter in Besitz zu nehmen.

„Ich brauche Tropas, die mir treu dienen“, versicherte er den verschüchterten Wesen. „Ich brauche eure Treue und euren Dienst. Der Beste von euch soll mit mir kommen. Es muss einer sein, der selbst schon den Berg erklommen hat.“

Nachdem die Tropas diese Andeutung offenbar nicht sofort verstanden, fragte er in verschiedenen Gedankenformulierungen: „Wer von euch kennt den Berg? Wer von euch war schon einmal auf dem Gipfel, um mich zu sehen und um mir nahe zu sein?“

„Ich wette“, sagte er auf tellurisch zu den beiden Menschen, „dass ein paar von ihnen schon oben waren. Sie müssen nur begreifen, dass es keinesfalls eine Sünde war.“

Die klobigen Tropas drückten sich noch flacher ins Gras. Niemand meldete sich.

Iks-Wol-Esak entschloss sich zu einem stärkeren Geschütz, selbst wenn er dabei an Glorie

verlieren sollte. Er versicherte, dass der Teufel bereits die große Feuerwolke behext habe, und dass sie nicht mehr zum Himmel aufsteigen könne. Er versuchte, in eine völlig fremde Vorstellungswelt das Bild des Infernos zu tragen und verkündete das Ende der Wiesen, Wälder und Wolken, wenn die Tropas und ihre Götter nicht treu zueinanderstünden.

„Kommt zu mir, wenn ihr eure Furcht überwunden habt! Aber überwindet sie schnell, wenn ihr in Frieden leben wollt! Die kleine Wolke wird mich zur großen tragen, die der Teufel regiert. Ein Gott kennt keine Furcht. Er ist mutig für die, die er lieb hat. Aber ich will sehen, dass euer Gebet kein leeres Gerede ist. Ihr alle wolltet mir dienen. Jetzt findet wenigstens den einen, der den Berg kennt und zu mir kommt!“

Iks-Wol-Esak machte weit ausholende Bewegungen mit seinen drei Greifarmen. Dann wandte er sich ab und ging durch die Wiese auf das Beiboot zu. Er ging langsam. Die Tropas sollten ihn sehen und so schnell nicht vergessen, denn er war sich noch immer nicht im Klaren darüber, welches Gewicht er der Religiosität dieser Rasse beimessen durfte. Er kannte genügend oberflächliche Völker in der Galaxis, die sich zwar eine Religion leisteten, innerlich aber kaum Kontakt mit ihr hatten.

„Würde!“, zischte er Barnett und Bannister zu. „Geht langsam und bleibt hinter mir! Sie sollen auf unsere Rücken starren und mit ihren Problemen in den kleinen Gehirnen fertig werden. Und bloß nicht laufen!“

Sie hatten die Hälfte des Weges zu dem Raumboot zurückgelegt, als sie hinter sich das Flattern eines schwebenden Tropa vernahmen. Es war ein heftiges Geräusch, das die Eile des Wesens verriet.

„Bloß nicht umdrehen! Kümmert euch nicht um ihn. Jetzt müssen die Tropas zu uns kommen.“

Der wurstartige Balg zog eine Schleife um die drei und sank genau vor Iks-Wol-Esak ins Gras. Dort streckte er sofort wieder alle Viere von sich und ließ ein scharfes Krächzen hören. Der Ruderschwanz zuckte nervös hin und her und peitschte den Boden.

„Nanu, Krut?“, überlegte Barnett.

„Es ist nicht Krut“, versicherte der Proka. „Er denkt anders.“

„Wenn du ihn an seinen Gedanken erkennst, will ich es glauben. In den Gesichtern erkenne ich wenigstens keinen Unterschied.“

„Schweigt jetzt. Er will etwas sagen.“

Die Gedanken des Tropa waren ein Gewirr von Angst, Sehnsucht und Neugier. Der Appell an das schlechte Gewissen hatte doch etwas genützt.

„Du bist Psröi, nicht wahr?“

„Ich bin Psröi, dein Diener, Tsou! Ich bekenne, auf dem Berg gewesen zu sein, um dich zu finden. Aber ich sah dich nicht, und keinem konnte ich sagen, dass ich dir gedient hatte. Aber glaube mir, Tsou, dass ich keinem verriet, was ich dennoch sah.“

„Du musst es mir sagen, denn ich will deinen Sinn und deine Augen prüfen. Wenn du die Wahrheit sprichst, soll dir nichts geschehen. Vielmehr werde ich dich belohnen als meinen treusten Diener.“

„Beinahe ist es abscheulich, wie wir diese harmlosen Burschen hereinlegen“, machte sich Iks auf tellurisch Luft.

„Werde jetzt bloß nicht sentimental“, verlangte Barnett. „Du trittst beinahe wie ein Samariter auf und findest dich noch immer nicht human genug. Versuche endlich herauszubekommen, was mit dem Berg los ist! Schließlich hat der Gipfel Daxas auf dem Gewissen …“

Ein neuer telepathischer Dialog begann. Der Proka übersetzte zwischendurch, so dass Bannister und Barnett immer auf dem Laufenden blieben.

„Er hat ein Loch im Gipfel gesehen.“

„Einen Krater?“

„Es scheint so. Aber wenn es sich um einen Vulkan handelt, dann muss er erkaltet sein.“

„Ein Vulkan ist es auf jeden Fall“, behauptete Bannister. „Das hätte ich euch schon früher sagen können. Ein einzelner Berg in einer weiten, platten Ebene kann nur durch Eruptionen entstanden sein.“

„Moment, jetzt sagt er, dass er in den Krater hineingesehen habe. Ein Licht soll drin brennen. Doch ohne Rauch und ohne Hitze.“

„Ein letzter Rest glühender Lava vielleicht.“

„Keineswegs. Er ist abgerutscht und auf den Grund des Bergesinneren geschwebt. Er sagt, am Berg draußen könnten sie nicht schweben, weil ich es verboten habe. Aber im Krater wäre es wieder möglich gewesen. Und er wäre auch wieder hinausgesprungen – oben aus dem Loch.“

„Dann kann es nicht tief sein. Was verrät er sonst noch?“

„Viel Ungereimtes. Ich bekomme keine klare Vorstellung aus seinen Gedanken. Er muss Dingen begegnet sein, die er nicht begreift, die außerhalb seiner vertrauten Umwelt hier draußen liegen. Und was er sich selbst nicht erklären kann, das kann er auch mir nicht deutlich machen.“

„Well, auf jeden Fall kam er schadlos wieder heraus, und ihm passierte nicht das gleiche wie Daxas. Nimm ihn mit, Iks. Bring’s ihm schonend bei, dass wir dem Berg noch einmal gemeinsam einen Besuch abstatten werden.“

 

 

8

„Hallo, Würstchen!“, rief Perkins kollegial aus der Schleusenluke, als die Freunde zum Schiff zurückkehrten. Und zu Barnett gewandt fuhr er fort: „Ich hatte gedacht, ihr liefert den Burschen zu Hause ab. Glaubt ihr im Ernst, dass uns seine Gesellschaft etwas nützen wird?“

„Darf ich dir Psröi vorstellen?“

„Psröi? Heute morgen hieß er noch Krut, denke ich.“

„Es ist ein anderer, mein Lieber. Übe dich im Erkennen tropaischer Physiognomien! Sobald

Details

Seiten
174
Jahr
2020
ISBN (eBook)
9783738936384
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v513950
Schlagworte
pferd

Autor

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Titel: Das trojanische Pferd