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Wer ermordete Stanley?: N.Y.D. – New York Detectives

2019 111 Seiten

Zusammenfassung


James Stanley fürchtet um sein Leben, denn mehrmals wurde ein Anschlag auf ihn ausgeübt. Er bittet den Privatdetektiv Bount Reiniger herauszufinden, wer ihn umbringen will. Als der Detektiv auf dessen Ranch eintrifft, wird kurze Zeit später Stanley ermordet. Doch wer ist der Täter? Jeder der Anwesenden – sie alle wurden von seinem Ableben informiert, obwohl er noch unter den Lebenden weilte, als sie auf der Ranch eintrafen - könnte der Mörder sein …

Leseprobe

Table of Contents

Wer ermordete Stanley?: N.Y.D. – New York Detectives

Copyright

Die Hauptpersonen des Romans:

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Wer ermordete Stanley?: N.Y.D. – New York Detectives

Krimi von Wolf G. Rahn

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 111 Taschenbuchseiten.

 

James Stanley fürchtet um sein Leben, denn mehrmals wurde ein Anschlag auf ihn ausgeübt. Er bittet den Privatdetektiv Bount Reiniger herauszufinden, wer ihn umbringen will. Als der Detektiv auf dessen Ranch eintrifft, wird kurze Zeit später Stanley ermordet. Doch wer ist der Täter? Jeder der Anwesenden – sie alle wurden von seinem Ableben informiert, obwohl er noch unter den Lebenden weilte, als sie auf der Ranch eintrafen - könnte der Mörder sein …

 

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

Alfred Bekker

© Roman by Author

© dieser Ausgabe 2019 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

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Die Hauptpersonen des Romans:

James Stanley - er fürchtet um sein Leben, aber erst nach seinem Tod offenbart sich sein Geheimnis.

Strother Lynch - als er seinen Erzfeind trifft, ist er entschlossen, sich zu rächen.

Doc Caan - er gibt sich als Arzt aus, will aber Millionen kassieren.

Mabel Taylor - eine Erbschaft könnte ihre Schwierigkeiten beseitigen, doch schon bald verflucht sie ihre Leichtgläubigkeit.

June March – ist Bounts Assistentin und hilft ihm bei seinen Fällen.

Bount Reiniger – ist Privatdetektiv.

 

 

1

Bob Seiler schaltete die Beleuchtungsautomatik ein und beendete seinen Rundgang durch die Verkaufsräume. Er gähnte. Das konnte er sich erlauben, denn keiner seiner vornehmen Kunden beobachtete ihn dabei. Es war Feierabend. Er wollte noch in der Bar an der Ecke ein paar Drinks nehmen und dann nach Hause fahren. Sicherheitshalber kontrollierte er den Wandsafe erneut, fand ihn aber verschlossen. Der Anruf heute Morgen hatte sicher nichts zu bedeuten. Das musste irgendein Spassvogel gewesen sein, der ihm einen Schrecken einjagen wollte.

Bob Seiler war stolz auf seine Sicherheitsvorkehrungen. Wer bei ihm einbrechen wollte, musste schon mit magischen Fähigkeiten ausgestattet sein.

Er schaltete die Alarmanlage ein und hatte jetzt noch genau zwei Minuten Zeit, um das Geschäft zu verlassen.

Auf der Straße empfing ihn der übliche Dunst von Los Angeles. Der Verkehr der Alpine Street brandete an ihm vorüber. Es war kurz nach neun. Der Mann im Zweireiher überlegte, ob er die paar Schritte zu Fuß gehen sollte. Seiner Leibesfülle würde das kaum schaden. Er hatte viel zu wenig Bewegung.

Bob Seiler ließ den Wagen stehen und spazierte bis zur Cleveland Street.

An der Ecke befand sich die „Angelina“-Bar, die er hin und wieder besuchte, wenn er einen arbeitsreichen, anstrengenden Tag hinter sich hatte. Man kannte ihn hier. Besonders die reizende Evelyne hinter dem Tresen, die sich nur von sehr guten Bekannten Eve nennen ließ. Ihn traf ein verbindliches Lächeln, als er eintrat und den letzten freien Hocker eroberte.

„Hallo, Eve!“, grüßte er.

„Hallo, Bob!“ Evelyne schob ihm das Glas herüber, das sie bereits eingeschenkt hatte. Sie kannte seine Marke. „Du siehst abgespannt aus.“

Bob Seiler seufzte. Es tat gut, von einer schönen Frau bemitleidet zu werden.

„Ist das ein Wunder? Heute haben wir die neue Kollektion erhalten. Die Kunden müssen das förmlich riechen. Sie kamen in Scharen und gingen erst wieder, als sie das letzte Stück gesehen hatten. Ein paar haben sogar etwas gekauft.“

„Doch nicht etwa meine Perlenkette?“, fragte die Blondine erschrocken.

Bob Seiler schüttelte den Kopf.

„Die Perlen nehme ich nicht aus dem Safe. Ich hoffe, dass du sie dir irgendwann einmal von mir schenken lässt. Es ist die einzige Möglichkeit für dich, sie jemals zu bekommen. Einem anderen Mann würde ich sie nie verkaufen.“

Evelyne lachte dunkel. Lange Wimpern senkten sich über ihre Augen.

„Du bist verheiratet“, erinnerte sie ihn.

„Ich erwarte ja auch nicht von dir, dass du meine Frau wirst, Eve. Ich bin dreißig Jahre älter als du. Aber es gibt ja auch noch andere Möglichkeiten, sich näherzukommen. Denk mal darüber nach!“

Evelyne musste andere Gäste bedienen. Darüber war sie froh. Immer nahm das Gespräch mit Bob Seiler die gleiche Richtung. Sie musste so tun, als würde sie seinen Vorschlag ernsthaft in Erwägung ziehen. Dabei dachte sie nicht im Traum daran, mit diesem alten Knochen ins Bett zu gehen. Die Kette war trotzdem nicht unerreichbar für sie. Peter hatte sie ihr versprochen. Der würde das schon hinkriegen.

Bob Seiler beobachtete jede Bewegung der Fünfundzwanzigjährigen. Seine Kehle wurde trocken, obwohl er gerade den Bourbon hinuntergekippt hatte.

Teufel! Die Kleine musste er haben. Lange ließ er sich nicht mehr hinhalten.

„Telefon für dich.“ Evelyne schob ihm den Apparat hin und gab ihm den Hörer in die Hand.

„Für mich?“ Bob Seiler wunderte sich. „Wer kann denn wissen, dass ich hier bin?“

Wahrscheinlich war es Susan. Seine Frau traute ihm schon längst nicht mehr. Sie vermutete, dass er sie betrog. Leider hatte sie nicht recht. Noch nicht.

„Hallo, Susan?“

Eine männliche Stimme antwortete ihm.

„Kleiner Irrtum, Mister Seiler. Aber das passiert Ihnen in letzter Zeit ja öfter.“

Verdammt! Das war der Kerl von heute früh. Was wollte der schon wieder?

„Wollen Sie nicht deutlicher werden, Mister?“

„Ist das wirklich nötig? Sie sollten sich etwas mehr um Ihr Geschäft kümmern, als in Bars herumzuhängen. Es gibt erstaunlich viele Liebhaber für Juwelen. Meines Wissens würde es sich heute besonders lohnen. Die neue Kollektion ...“

„Zerbrechen Sie sich nicht meinen Kopf!“, gab Bob Seiler ärgerlich zurück. „Wer bei mir einbrechen will, muss erst noch geboren werden.“

Unterdrücktes Lachen war zu hören. Der Juwelier zerbrach sich den Kopf, ob er die Stimme kannte, aber er kam zu keinem Ergebnis. Außerdem war sie zweifellos verstellt.

„Ich will Ihnen keine Vorschriften machen“, fuhr der Unbekannte fort. „Ich mache Sie aber darauf aufmerksam, dass ich die Versicherung informieren werde, dass ich Sie rechtzeitig gewarnt habe. Es ist unwahrscheinlich, dass man Ihnen dann noch den Schaden ersetzen wird.“

„Hören Sie, Mister ...“

Der Mister hörte nicht. Er hatte aufgelegt. Genau wie am Morgen.

Bob Seiler behielt den Hörer in der Hand und starrte vor sich hin. Der Kerl machte ihn noch ganz verrückt. Er hatte doch nichts vergessen, oder?

Evelyne kehrte zu ihm zurück, schenkte sein Glas wieder voll und nahm ihm den Hörer aus der Hand.

„Eine unangenehme Nachricht?“, erkundigte sie sich teilnahmsvoll. Bob Seiler fingerte eine Zehndollarnote aus der Brieftasche und legte sie auf den Tresen.

„Ich muss weg“, stieß er hervor. „Vielleicht komme ich noch mal wieder. Überleg dir inzwischen mein Angebot! Du wirst im Laufe deines Lebens schlechtere erhalten.“

Die Blondine wollte ihn zurückhalten, aber da war er schon fort.

Es gelang ihr nicht, ihre Nervosität zu verbergen. Hastig trank sie den Whisky, der für Seiler bestimmt gewesen war. Aber der konnte auch nichts an ihrer panischen Angst ändern.

 

 

2

Der Mann im Keller wartete genau zehn Minuten, bevor er sich herauswagte. Er durfte jetzt keinen Fehler begehen. Bisher hatte alles geklappt. Kein Mensch war auf die Idee gekommen, hier unten nachzusehen. Damit hatte er gerechnet.

Peter Brass grinste triumphierend. Was nützte die raffinierteste Alarmanlage, die Schaufenster und Tür sicherte, wenn sie nicht ausgelöst wurde. Er würde das Geschäft sogar unangefochten verlassen können, denn natürlich schaltete er die Anlage vorher aus.

Er schlich zur Treppe und lauschte. Nein, alles blieb ruhig. Er befand sich allein hier. Nicht einmal eine Putzfrau würde ihn stören. Er wusste, dass Seiler die Frauen nie unbeaufsichtigt ließ. Sie mussten ihre Arbeit während der Geschäftszeit verrichten.

Der Einbrecher stieg lautlos die schmale Treppe nach oben. Er trug einen zusammengefalteten Ledersack in der linken Hand. Der war für die Beute bestimmt. Er durfte gar nicht daran denken, was ihm in dieser Nacht alles in die Hände fallen würde. Er hatte sich den günstigsten Termin ausgesucht.

Seine Jeansjacke wurde auf der rechten Seite ein wenig heruntergezogen. In der Tasche steckte die Pistole, die er eigentlich nur mitgenommen hatte, weil sie nun mal zu seiner Ausrüstung gehörte. Er wollte nicht damit schießen. Auf wen denn? Es war ja niemand da. Außerdem war er kein Killer. Einbrechen und einen Menschen töten waren zweierlei Dinge. Peter Brass hatte sich berufsmäßig für Ersteres entschieden. Er hatte sich alles genau überlegt. So leid es ihm auch tat, aber er durfte nichts aus den Vitrinen in den Verkaufsräumen oder gar aus den Auslagen mitnehmen. Man hätte ihn von der Straße her beobachten können. Er musste sich auf den Safe beschränken, den er im Büro wusste. Hier konnte er sicher sein, nicht entdeckt zu werden. Er durfte sogar seine Lampe benutzen.

Peter Brass lachte in sich hinein. Wenn man etwas richtig anpackte, war es ganz einfach. Er dachte an Eve. Sie würde Augen machen, wenn er ihr die Perlenkette um den Hals legte. Sie hatte nicht geglaubt, dass er es schaffte.

Er brauchte sich nicht zu beeilen. Theoretisch blieben ihm zehn Stunden für die Ausführung seines Supercoups, aber so lange wollte er sich natürlich nicht aufhalten. In längstens einer Stunde war alles erledigt.

Der Gangster betrat das Büro. Er wusste, hinter welchem Bild sich der Tresor befand. Es gab noch einen zweiten, kleineren Safe in dem Juweliergeschäft, doch der enthielt nur Dokumente und einen Bargeldbetrag. Nicht hoch genug, um sich deswegen anzustrengen.

Vorsichtig nahm er das Gemälde von der Wand und stand nun seinem Gegner gegenüber: einem Gegner aus Stahlblech von einer der renommiertesten Geldschrankfabriken der Vereinigten Staaten. Er kannte die Firma gut. Schließlich hatte er zweieinhalb Jahre für sie gearbeitet. Der Lohn war nicht besonders hoch gewesen, doch das Wissen, das er sich während dieser dreißig Monate angeeignet hatte, glich das wieder aus. Einen Safe dieser Bauart zu öffnen, stellte ihn vor keinerlei Probleme.

Peter Brass begann mit der Arbeit. Drei Zahlentrommeln waren in der richtigen Reihenfolge zweimal auf die gültige Kombination einzustellen. Es gab 720 Millionen verschiedene Möglichkeiten, aber nur eine war die richtige.

Er trug hauchdünne Lederhandschuhe. Es war nicht nötig, dass die Polizei morgen seine Prints fand. Man sollte es den Jungs nicht zu leicht machen. Es klickte leise, als er die mittlere Trommel drehte. Für einen Laien hörte sich ein Klick wie das andere an, aber Peter Brass hörte feinste Unterschiede. Nach drei Minuten ließ er von der Trommel ab und wandte sich der darüberliegenden zu.

Auf seiner Stirn bildete sich ein feiner Schweißfilm. Nicht vor Angst. Es lag an der gewaltigen Konzentration. Fünfzig Minuten brauchte er für fünf Ziffern. Dann nahm er sich die letzte vor. Gleich war er am Ziel.

Da schreckte er auf. Dieses Knacken kam nicht aus dem Tresor, sondern aus den vorderen Räumen. War es denkbar, dass jemand auf eine ähnliche Idee gekommen war wie er? Sollte er ausgerechnet heute auf einen Konkurrenten stoßen?

Peter Brass löschte seine Lampe und verhielt sich ruhig. Er hoffte immer noch, dass ihn ein Straßengeräusch genarrt hatte. Doch schon wenig später erhielt er Gewissheit. Jemand machte sich an der Eingangstür zu schaffen. Gleich würde die Alarmanlage losheulen. Sie würde den Halunken zwar verjagen, aber auch ihn selbst verraten.

Schöner Mist!

Was konnte er tun, um die Katastrophe zu verhindern?

Ihm kam die rettende Idee. Er brauchte doch die Anlage nur jetzt schon auszuschalten. Das musste er ohnehin tun, wenn er das Geschäft verließ. Erleichtert sprintete er in den Nebenraum, entriegelte eine Klappe neben der Tür und legte einen kleinen Hebel um. Aufatmend kehrte er ins Büro zurück.

Doch noch hatte er keinen Grund zur Freude. Wenn auch die Bullen nicht angelockt wurden, so hatte er es immerhin mit dem Unbekannten zu tun. Mit etwas Glück interessierte sich der Bursche nur für den Schmuck in den Vitrinen. Wahrscheinlicher aber war, dass auch er wegen der wesentlich kostbareren Stücke im Safe hier war.

Es blieb keine Zeit mehr zum Überlegen. Der Kerl befand sich bereits im Geschäft. Und er steuerte zielsicher auf das Büro zu.

Peter Brass schluckte. Jetzt musste er alles auf eine Karte setzen. Wenn er dem Typ seine Pistole unter die Nase hielt, würde der wohl schleunigst abhauen. Mit einer solchen Überraschung rechnete er kaum.

Die Schritte kamen heran.

„Ist da jemand?“, fragte der Fremde unsicher.

Brass erkannte seine Silhouette. Und er sah noch etwas. Der andere hielt ebenfalls eine Schusswaffe in der Faust. Das hatte ihm gerade noch gefehlt. Er sah, wie der Bursche zum Lichtschalter tastete.

„Licht aus!“, warnte er wütend. „Verschwinde von hier, sonst knallt’s!“

Der Unbekannte zuckte zusammen. Licht flammte auf. Peter Brass blickte in die Mündung einer Pistole.

Da drückte er ab.

Der andere kam nicht mehr zum Schuss. Er riss seine Augen entsetzt auf und taumelte zurück.

Auf seiner Brust breitete sich ein Fleck aus. Er krallte sich an den Türstock und ließ dabei seine Waffe fallen. Dann sackte er zu Boden.

Peter Brass blickte entgeistert auf die Pistole in seiner Hand. Was hatte er getan? Er konnte es noch immer nicht glauben.

Das Schrecklichste aber war, dass er den Mann kannte, den er erschossen hatte. Es handelte sich nicht um einen Einbrecher, sondern um Bob Seiler, den Inhaber des Geschäftes. Das war Mord. Er konnte sich nicht herausreden. Einem Einbrecher nahm man Notwehr nicht ab.

Nur weg von hier! Die Alarmanlage schwieg zwar, aber der Schuss war zweifellos auf der Straße gehört worden.

Sollte er nicht wenigstens noch den Safe ausräumen?

Nein, dazu hatte er keine Zeit. Außerdem würde die Polizei eher im Dunkeln tappen, wenn nichts gestohlen worden war.

Peter Brass schob die Pistole in die Tasche und verließ das Büro. Voll Grauen zwängte er sich an dem Toten vorbei. Er konnte dessen starren, anklagenden Blick kaum ertragen. Er durchquerte den Verkaufsraum, spähte auf die Straße und schlüpfte durch die Tür, die Seiler nicht hinter sich verschlossen hatte. Niemand achtete auf ihn. Alles nahm seinen gewohnten Gang.

Ein Patrol Car fuhr zwar vorbei, doch das Rotlicht auf dem Dach rotierte nicht, keine Sirene gellte. Die beiden Cops beachteten ihn nicht, sondern grinsten hinter einer rothaarigen Schönen her, die so stark mit den Hüften wackelte, dass ihre Gelenke auszukugeln drohten.

Eve! Peter Brass wagte kaum, an das Mädchen zu denken. Der Traum von einer gemeinsamen Zukunft war ausgeträumt. Dieser Seiler, der ohne jeden Grund zurückgekommen war, hatte alles verdorben. Aber wenigstens sollten sie ihn nicht erwischen. Er würde das Notwendigste aus seiner Wohnung holen und dann für einige Monate untertauchen.

Sein Fiat wartete in der Yale Street. Er warf sich hinters Steuer und fuhr los.

Die Strecke bis zu seinem Apartment legte er wie betäubt zurück. Ein Wunder, dass er keinen Unfall baute. Er stellte den Wagen vor dem Haus ab.

Als er die Wohnungstür aufschloss, hörte er das Läuten des Telefons. Er erschrak, bis er sich sagte, dass das unmöglich die Polizei sein konnte. Erstens war es ausgeschlossen, dass sie auf ihn als Täter tippte, zweitens würde sie im Verdachtsfall nicht anrufen, sondern persönlich aufkreuzen.

Sicher war es Eve.

Er zwang sich zur Ruhe, als er den Hörer abnahm und sich meldete.

„Sie sind verdammt schnell, Mister Brass“, hörte er einen Mann sagen. „Schnell und konsequent. Ihre Fähigkeiten hat nicht jeder aufzuweisen. Ich könnte einen Mann wie Sie brauchen. Was halten Sie von einer Zusammenarbeit?“

Peter Brass durchrieselte es eiskalt. Was wusste der Kerl? War das eine Anspielung auf den Mord, oder meinte er etwas ganz anderes?

„Mit wem spreche ich?“, fragte er gepresst. „Und welche Art Zusammenarbeit stellen Sie sich vor?“

Ein dünnes Lachen war in der Leitung.

„Das wissen Sie sehr gut. Ich denke, dass wir das Thema nicht telefonisch diskutieren sollten. Ich schlage Ihnen ein Geschäft vor. Risikolos. Niemand wird Ihnen in die Quere kommen, niemand wird Sie verdächtigen, denn Sie werden das - äh, das Geschäft in einer Gegend abwickeln, in der man Sie nicht kennt. Es ist Ihnen doch nicht unangenehm, vorübergehend aus L. A. zu verschwinden?“ Wieder dieses amüsierte Kichern.

Der Typ wusste alles. Er musste seine Flucht beobachtet haben. Aber er bot ihm ja Hilfe an. Warum sollte er nicht zugreifen?

„Was schlagen Sie vor?“, fragte er.

„Ich nehme an, Sie wollten ohnehin gerade packen. Tun Sie das, und kommen Sie dann zum Long Beach Airport! Ich warte, von jetzt an gerechnet, genau drei Stunden. Danach verfällt mein Angebot, und ich überlasse Sie Ihrem Schicksal, das mir ziemlich düster erscheint.“

Peter Brass wollte noch fragen, ob er etwas Bestimmtes mitbringen solle. Er dachte da an sein Einbruchswerkzeug. Aber der andere hatte das Gespräch bereits beendet.

Drei Stunden. Das wurde knapp. Bis Long Beach waren es zwar nur ungefähr fünfundzwanzig Meilen, aber in der Regel waren die Straßen verstopft. Jedenfalls vor Mitternacht. Außerdem musste er auch noch packen und sich nebenbei überlegen, ob es klug war, sich mit dem Unbekannten zu treffen. Er sagte sich aber, dass der Mann ihn zweifellos auch jetzt noch unter Kontrolle hatte. Wenn der wirklich an ihm interessiert war, konnte er nicht ohne weiteres vor ihm davon laufen. Am besten, er hörte sich dessen Angebot unverbindlich an.

 

 

3

Bount Reiniger blätterte gelangweilt in der New York Times. Er fand nicht, wonach er suchte. Stirnrunzelnd faltete er die Zeitung zusammen und legte sie beiseite. Als das Telefon sich bemerkbar machte, wartete er darauf, dass June March, seine Mitarbeiterin, das Gespräch entgegen nahm. Erst beim vierten Läuten fiel ihm ein, dass er sie selbst weggeschickt hatte, um noch ein paar andere Zeitungen zu besorgen.

„Detektei Reiniger“, meldete er sich. „Büro für private Ermittlungen. Was kann ich für Sie tun?“

„Mir das Leben retten“, kam die spontane Antwort, die Bount Reiniger aufhorchen ließ. „Man will mich nämlich umbringen.“

„Was berechtigt Sie denn zu dieser Befürchtung?“, fragte Bount.

„Das lässt sich schwer in Worte fassen, Mister Reiniger“, gab der Anrufer zu. „Auf jeden Fall ist es mehr als nur eine Ahnung. In den letzten drei Tagen entging ich zweimal nur knapp dem Tod. Am Sonntag geriet ich um ein Haar unter einen Wagen. Der Fahrer raste davon, ohne dass ich ihn erkennen konnte. Heute wurde auf mich geschossen. Zum Glück verfehlte mich die Kugel, wenn auch nur sehr knapp.“

„Und der Schütze verschwand ungesehen?“

„So ist es. Ich nahm gerade ein Bad im Fluss. Deshalb konnte ich ihm nicht schnell genug folgen. Ich hörte ihn aber in scharfem Galopp davonreiten.“

Bount staunte.

„Er kam zu Pferde?“

„Ich vergaß zu erwähnen, dass ich nicht von New York aus anrufe. Mein Name ist James Stanley. Ich bin Rancher. Genau genommen war ich es. Ich habe meinen gesamten Viehbestand verkauft und werde auch den Grund mit den Gebäuden veräußern. Der Erlös für die Herden scheint mir das Motiv für die Anschläge auf mein Leben zu sein. Der Mörder ist hinter dem Geld her. Es handelt sich um annähernd zwei Millionen Dollar.“

Bount pfiff durch die Zähne.

„Aber das Geld haben Sie doch vermutlich nicht unter der Matratze versteckt“, meinte er.

„Bevor Sie weitere Möglichkeiten durchchecken“, unterbrach ihn der Rancher, „will ich Ihnen gleich sagen, dass ich all diese Einzelheiten auf keinen Fall am Telefon erörtern kann. So ein Gespräch kann von jedem mitgehört werden. Das ist mir zu gefährlich. Ich bin sicher, dass man einen Killer auf mich angesetzt hat. Einen eiskalten Profi, gegen den ich keine Chance habe. Deshalb setze ich meine Hoffnungen auf Sie, Mister Reiniger. Sie sollen auch schon Fälle außerhalb New Yorks angenommen haben. Deshalb werden Sie mich hoffentlich nicht im Stich lassen.“

„Können Sie es einrichten, herzukommen?“

Stanley lehnte ab.

„Mir wäre es lieber, wenn Sie zu mir kämen. Sie könnten an Ort und Stelle die Leute in Augenschein nehmen, mit denen ich zu tun habe. Es ist ein schreckliches Gefühl zu wissen, dass einer von ihnen ein Mörder ist.“

Bount überlegte kurz. Er bearbeitete zwar zur Zeit mehrere Fälle, doch keiner war so wichtig, dass er nicht eine Unterbrechung von zwei, drei Tagen vertragen hätte. Momentan beschäftigte er sich hauptsächlich mit dem Studium von Zeitungen und Akten, und das konnte June auch ohne ihn erledigen. Sie wusste, worauf es ankam.

„Wo finde ich Sie, Mister Stanley?“, erkundigte er sich.

Bount hörte förmlich das erleichterte Aufatmen.

„Ich erwarte Sie am Flughafen von Alamogordo. Wissen Sie, wo das ist?“

„New Mexico, wenn mich meine heimatkundlichen Kenntnisse nicht im Stich lassen. Meines Wissens gibt es fruchtbarere Gegenden für eine Ranch.“

„Warten Sie’s ab! Sie werden staunen. Ich darf also mit Ihnen rechnen?“

„Wenn Sie mit meinen Konditionen einverstanden sind.“

„Ich bin nicht kleinlich, wenn es um mein Leben geht“, versicherte der Rancher. „Wann können Sie fliegen?“

„Praktisch sofort. Es hängt vom Flugplan ab.“

„Darum habe ich mich schon gekümmert. Sie könnten morgen Mittag um ein Uhr zwölf hier sein.“

„Dann gehen Sie davon aus, Mister Stanley. Wie erkenne ich Sie?“

„Ich lasse Sie ausrufen.“

„Dann wäre also alles klar. Passen Sie auf sich auf, und gehen Sie möglichst wenig auf die Straße.“

„Darauf können Sie sich verlassen. Ich danke Ihnen für Ihre Bereitschaft, mir zu helfen. Jetzt ist mir schon wesentlich wohler.“

Bount legte den Hörer zurück.

June kehrte zurück und warf mit gekonntem Schwung einen Packen Zeitungen auf seinen Schreibtisch.

„Viel Spass bei der spannenden Lektüre“, wünschte sie mit abgefeimtem Lächeln.

„Der Spass liegt ganz auf deiner Seite, June“, gab Bount ungerührt zurück. „Du darfst dich nämlich allein da durchwühlen.“

Er berichtete, dass er am nächsten Morgen nach New Mexico fliegen würde, was June zu einem Schmollen veranlasste.

„Und mich nimmst du natürlich wieder mal nicht mit. Die spannenden Sachen erledigt natürlich der große Boss allein. Wann wirst du zurück sein?“

„Kann ich noch nicht sagen. Jedenfalls brauchst du mit der Arbeit nicht auf mich zu warten.“

 

 

4

Mabel Taylor sah ihre Mutter ungläubig an.

„Du machst dich über mich lustig, Mam“, sagte sie kopfschüttelnd. „Ich kenne keinen Mister Stanley. Wie käme also ein wildfremder Mensch dazu, mich in seinem Testament zu bedenken?“

Gladys Taylor deutete auf das Schriftstück in ihrer Hand.

„Aus dem Schreiben geht hervor“, erklärte sie, „dass James Stanley ein Vetter deines Vaters war. Du bist seine einzige, wenn auch nur entfernte Verwandte und erbst demzufolge sein gesamtes Vermögen.“

„Vermögen! Kannst du dir einen von Dads Verwandten vorstellen, der ein Vermögen zu vererben hat?“ Das schwarzhaarige, grazile Mädchen ließ seine dunklen Augen aufblitzen. „Warum war dieser Vetter denn nicht da, als Dad Hilfe brauchte?“

„Das weiß ich nicht, und darauf werden wir wahrscheinlich auch nie eine Antwort erhalten. Vielleicht waren die beiden verfeindet. Dein Vater hat nie über James gesprochen. Ich hatte selbst keine Ahnung von dessen Existenz.“

Sie betrachtete sinnend die beiden Flugtickets, die dem Brief vom Notar beilagen.

„Das sieht nicht danach aus, als würde sich jemand einen Spass mit uns erlauben. Uns entstehen keinerlei Reisekosten, zumal wir auf der Ranch untergebracht werden, bis die Formalitäten erledigt sind.“

Das hatte etwas für sich. Mabel sah auch keinen Sinn darin, ein paar hundert Dollar für einen geschmacklosen Witz auszugeben. Die Tickets waren echt.

„Woran ist dieser Stanley eigentlich gestorben?“, wollte sie wissen.

Ihre Mutter, eine zweiundvierzigjährige Frau mit weichen Formen, hob die Schultern.

„Davon steht nichts hier. Es ist lediglich von rätselhaften Umständen die Rede.“

„Merkwürdig. Genau wie bei Dad.“

„Wie meinst du das?“ Gladys Taylor wurde überraschend heftig.

Mabel zuckte erschrocken zusammen. Sie hätte sich am liebsten auf die Zunge gebissen. Sie hatte dieses Thema nie anschneiden wollen. Zu genau erinnerte sie sich noch die häufigen Polizeibesuche im elterlichen Haus, nachdem man den Leichnam ihres Vaters vor über einem Jahr aus dem Lake Payette geborgen hatte. Sie überhörte die Frage, um unerfreuliche Diskussionen zu vermeiden. Ihr Vater war tot. Der Lieutenant hatte die Akte mit der Begründung geschlossen, dass es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen Selbstmord wegen finanzieller Schwierigkeiten gehandelt habe. Fremdverschulden könne nicht nachgewiesen werden.

An den Schwierigkeiten hatte sich seitdem nichts geändert. Dad war tot, nur die Schulden, die er hinterlassen hatte, mussten bezahlt werden. Dank beachtlicher Zinssätze gediehen sie prächtig. Eine Erbschaft käme da wie gerufen.

Mabel streckte die Hand nach dem Brief aus. Sie las ihn noch einmal Zeile für Zeile, wurde dadurch aber nicht klüger. Notar G. F. Borner war ihr kein Begriff. In Arizona war sie auch noch nie gewesen. Alles blieb ein Rätsel. Aber ihr Name, der in dem Schriftstück genannt wurde, stimmte. Auch ihr Geburtsdatum und ihre Anschrift. Eine Verwechslung schied daher wohl aus.

„Was wirst du tun?“, fragte ihre Mutter leise. „Es ist deine Erbschaft. Du allein hast das Recht, sie anzunehmen oder abzulehnen.“

Mabel fiel der Älteren um den Hals. Sie wusste, wie schwer die Forderungen der Gläubiger diese Frau drückten. Schon ihretwegen musste sie sich an den Strohhalm klammern.

„Es kostet ja nichts“, sagte sie, „wenn wir uns einmal anhören, was uns Mister Borner zu erzählen hat.“

 

 

5

Die Maschine landete pünktlich.

Bount hatte während des Flugs versucht, sich seinen Klienten vorzustellen. Als er James Stanley gegenüberstand, stellte er fest, dass seine Erwartungen von der Wirklichkeit nicht wesentlich abwichen. Der Rancher mochte ungefähr fünfundfünfzig Jahre alt sein. Sein Haar war schlohweiß, sein Gesicht von der Sonne gegerbt. Ein Paar tiefschwarze Augen musterten den Detektiv. In ihnen spiegelte sich Unruhe. Der Mann wirkte gebrechlich, doch als er mit ausgestreckter Hand auf Bount zuging, strafte er diesen Eindruck Lügen. Er bewegte sich sicher und zielstrebig. Als Geschäftspartner war er bestimmt nicht zu unterschätzen.

„Ich bin so froh, Mister Reiniger“, sagte er zur Begrüßung, „dass Sie gekommen sind. Sie glauben gar nicht, was in der Zwischenzeit alles passiert ist. Ich fürchte, ich werde noch verrückt.“

„Wieder ein Mordanschlag?“, fragte Bount.

Der Rancher schüttelte den Kopf.

„Das nicht. Dafür habe ich das Haus voller Leute, die ich überhaupt nicht kenne. Es ist sogar eine Miss Taylor darunter, die mich beerben will. Sie behauptet, ich sei ein Vetter ihres verstorbenen Vaters. Außerdem konnte sie ein notarielles Schreiben vorweisen, aus dem hervorgeht, dass ich unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen bin. Ist das nicht beängstigend? Irgendjemand tut so, als wäre ich bereits tot. Auch ein Geistlicher wurde bestellt. Und ein Arzt für den Totenschein. Von den anderen Leuten will ich gar nicht erst reden. Keiner von denen ist mir bekannt.“

„Nun gut“, meinte Bount. „Der Irrtum ist aufgeklärt. Sie leben zum Glück noch. Also haben Ihre ungebetenen Gäste keinen Grund, länger zu bleiben.“

Der Rancher lachte freudlos.

„Wenn das so einfach wäre. Diese Geier wittern Geld. Der Verdacht wurde laut, dass ich gar nicht der richtige James Stanley bin und nur dessen Rolle spiele, um mich in den Besitz seiner Ranch zu bringen.“

„Was aber nicht stimmt.“

„Na, hören Sie! Ich kann Ihnen meine ganze Lebensgeschichte erzählen. Meine Nachbarn kennen mich und können meine Identität bestätigen. Außerdem besitze ich eindeutige Dokumente. Ich glaube aber nicht, dass diese Beweisführung erforderlich ist. Diese Menschen wissen sehr genau, dass ich nicht geschickt genug wäre, die Rolle eines Schwindlers und Betrügers zu spielen. Einer von ihnen ist hergekommen, mich umzubringen. Davon bin ich mehr denn je überzeugt.“

Bount wischte sich mit einem Tuch den Schweiß aus dem Nacken. Die Mittagshitze New Mexicos machte ihm zu schaffen.

„Keine Sorge, Mister Reiniger“, tröstete James Stanley. „Wir bleiben nicht in dieser fürchterlichen Gegend. Ich habe nur aus Sicherheitsgründen diesen neutralen Treffpunkt gewählt. Niemand sollte wissen, dass Sie kommen. Sonst hätte der Killer wahrscheinlich sein Vorhaben sofort in die Tat umgesetzt. Wir fliegen in zwanzig Minuten weiter. Kommen Sie!“

James Stanley war während des folgenden Fluges nervös und machte Bount immer wieder auf einen der Mitreisenden aufmerksam, von dem er sich beobachtet fühlte.

Bount war wachsam. Er fand die Verdachtsmomente aber nicht bestätigt. Er war schon auf die seltsamen Gäste des Ranchers gespannt. Mehr und mehr setzte sich nämlich bei ihm die Vermutung durch, dass Stanley lediglich an einer Art Verfolgungswahn litt.

Der Flug führte sie nach Norden. Sie landeten in Rapid City im Staate South Dakota.

Stanleys Chevrolet wartete auf dem Parkplatz. Sie fuhren in nordöstlicher Richtung, durchquerten fruchtbares Weideland und kamen an eindrucksvollen Rinderherden vorbei. Die Höhen der Black Hill Mountains ließen sie hinter sich. Die Gegend wurde immer einsamer. Schließlich begegnete ihnen kaum noch ein anderes Fahrzeug.

„Verstehen Sie nun, warum ich verkaufe?“, fragte James Stanley. „Ich werde älter und besitze keine Verwandten, die sich um mich kümmern könnten. Ich muss unter Menschen. Vielleicht werde ich nach Kalifornien gehen.“

„Und diese Tochter Ihres Vetters?“, meinte Bount.

Der Rancher wurde zornig.

„Alles Schwindel! Ich habe nie einen Vetter gehabt. Und es existiert auch kein Testament zugunsten dieses Mädchens. Sie ist eine raffinierte Betrügerin.“

Sie trafen am frühen Abend auf der Ranch ein. Gegenüber dem Trubel von Manhattan hatte Bount den Eindruck, sich hier in einem Sanatorium zu befinden. Nicht ein einziger Mensch war zu sehen. Niemand erschien, um den Hausherrn zu begrüßen.

„Ich habe bereits das ganze Personal entlassen“, erklärte Stanley. „Lediglich eine Haushälterin versorgt noch das Haus. Und dann ist da noch Jim für die gröberen anfallenden Arbeiten. Der Käufer meiner Herden hat auch die Cowboys übernommen. Ich brauche sie ja nicht mehr.“

„Als Schutz wären sie jetzt durchaus von Nutzen gewesen“, fand Bount.

„Ja, ja, da haben Sie recht. Aber das konnte ich zu diesem Zeitpunkt doch nicht ahnen. Kommen Sie ins Haus! Ich stelle Sie meinen nicht eingeladenen Gästen vor.“

Sie waren übereingekommen, dass Bount als Kaufinteressent für die Ranch auftreten sollte. Dadurch erhielt er gleichzeitig ein Motiv, sich überall genau umsehen zu können.

Details

Seiten
111
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783738935684
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2019 (Dezember)
Schlagworte
stanley york detectives

Autor

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Titel: Wer ermordete Stanley?: N.Y.D. – New York Detectives