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Bis zum letzten Hemd

2019 120 Seiten

Leseprobe

Table of Contents

Bis zum letzten Hemd

Copyright

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Bis zum letzten Hemd

Western von Jasper P. Morgan

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 110 Taschenbuchseiten.

 

Leonard Spencer hat sich vorgenommen, Recht und Gesetz in den gesetzlosen Westen zu bringen. Seine junge und hübsche Assistentin Claire begleitet ihn.

Chuck Brennan folgt dem Hilferuf seiner langjährigen Freundin Marcy. Als er auf die Ranch reitet, stellt er fest, dass vieles mutwillig zerstört wurde, der Mann von Marcy im Rollstuhl sitzt. Kurz nachdem Brennan den Grund für alles erfährt, kommt eine Horde Banditen auf die Ranch. Marcy und ihr Mann werden erschossen. Auch Brennan wird in die Enge getrieben, doch plötzlich ist Spencer zur Stelle. Beide verbünden sich, denn Claire und Marcys Tochter Tammy wurden von den Banditen entführt ...

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

Alfred Bekker

© Roman by Author

© Cover Firuz Askin

© dieser Ausgabe 2019 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

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1

Die Kutsche rumpelte eine Anhöhe hinab, folgte dem weiten Bogen, den die Straße beschrieb und rollte in die Stadt. Sie hielt zwischen dem Saloon und einem niedrigen flachen Bau, über dessen Vorderfront ein Schild mit der Aufschrift Garrison’s Kutschenlinie und Frachtbüro prangte. Der Wagenschlag wurde geöffnet. Ein kleiner, von einem riesigen verstaubten Zylinder bedeckter Kopf schob sich durch die Öffnung und mitten hinein in die sich langsam auflösende Staubwolke. Der Mann beging den Fehler, sich das Schild über dem Frachtdepot zu betrachten. Er hob dabei den Kopf, was seinem steifen Hut nicht sehr zuträglich war.

Die Kopfbedeckung rammte gegen den Türrahmen und zerknautschte. Dann rutschte sie vom Schädel ihres Trägers und kullerte über die Fahrbahn. Zum Vorschein kam dichtes schwarzes Haar. Darunter ein schmales Gesicht mit eingefallenen geröteten Wangen, ärgerlich blinzelnden Augen, einer geraden Nase und einem Schnurrbart, dessen Enden gezwirbelt und nach oben gedreht waren.

»Vermaledeit!«, sagte der schmalbrüstige Mann mit kräftiger Stimme, die man ihm nicht zugetraut hätte. Er drehte sich um, was ihn aus dem Gleichgewicht brachte und die übrigen Fahrgäste am Aussteigen hinderte. »Schon mein Großvater hat diesen Zylinder getragen!«, deklamierte er. »Und in dieser heruntergekommen Siedlung, die man hierzulande als Stadt zu bezeichnen pflegt, droht ihm nun das grausame Schicksal, in den Staub getreten zu werden.«

»Mach Platz, Mister!«, zischte ein massiger Kerl, der einen beachtlichen Kugelbauch vor sich her schob. Er drückte den schmalen Burschen durch die Türöffnung.

»Was erlauben Sie sich?«, zeterte das Männchen schrill. »Nach Paragraph siebenzweiunddreißig, Absatz eins und zwei über die Benutzung eines öffentlichen Verkehrsmittels sind Sie nicht berechtigt ... oooohhhh!«

Verzweifelt rang das Kerlchen um Haltung, brachte sich mit einem raschen Schritt nach hinten vor den anstürmenden Fleischmassen in Sicherheit und verfehlte den verbeulten Zylinder nur um Haaresbreite. Dafür leistete der Fleischberg ganze Arbeit. Als sich der Schmale nach seinem steifen Hut bückte, konnte er gerade noch seine Finger wegziehen, ehe ein Plattfuß mit der Brachialgewalt eines Büffelhufes auf den Zylinder nieder stampfte.

»Sehen Sie nur, teuerste Claire!«, jammerte der Dürre. »Ein wertvolles Familienerbstück - zertreten und beschmutzt! Ein klägliches Ende für ein solch wertvolles Stück.«

»Der Zylinder hatte seine besten Tage längst hinter sich, Leonard. Ehrlich gesagt bin ich froh, dass Sie damit nicht noch länger herumstolzieren müssen.«

»Meinen Sie?«

»Jawohl, Leonard. Und nun sollten wir uns nach einer Unterkunft umsehen.«

»Sie sind so ... praktisch, werteste Claire. Wenn ich Sie nicht hätte ...«

Sie war hübsch, jung und adrett gekleidet, ohne übermäßig elegant zu wirken. Das weizenblonde Haar hatte sie hochgesteckt. Eine Korkenzieherlocke begrenzte eine Seite ihres schmalen Gesichts. Ihre grünen Augen blitzten wie Smaragde. Sie hatte lange Wimpern, die ihre Blicke verführerisch erscheinen ließen. Kaum zwanzig, wirkte sie doch wie eine reife, selbstbewusste Lady. Ihr spitzes Kinn zuckte leicht. Ein sanftes Lächeln spielte um die Lippen, als sie auf die Straße trat.

Ein großer gewichtiger Koffer, den der Shotgunner vom Dach der Kutsche warf, prallte neben Spencer auf den Boden. Der Dürre sprang mit einem Schrei zur Seite.

»Nach Absatz fünf der Dienstvorschriften Ihres Postkutschenunternehmens«, ereiferte er sich, »sind Sie verpflichtet, äußerste Sorgfalt im Umgang mit dem Gepäck Ihrer Passagiere an den Tag zu ...«

»Sülz mir nicht die Ohren voll, Mister!«, brummte der Begleitfahrer.

»Sir, Sie werden die Güte haben, mich zu Ihrem Vorgesetzten zu begleiten«,, forderte Spencer.

»Einen Scheißdreck werde ich tun, Mister! Verziehen Sie sich, bevor Sie vom Gepäck erschlagen werden!«, erwiderte der Shotgunner und ließ eine schwere Tuchtasche fallen.

Spencer fing sie reflexartig auf und ging unter ihrem Gewicht in die Knie.

»Miss Claire, was um des gütigen Himmels willen haben Sie denn in dieser Tasche?«

»Gar nichts«, antwortete Claire Harper und nahm eine Segeltuchtasche entgegen, die ihr der Kutscher freundlich lächelnd reichte. »Es ist Ihre Tasche, Leonard, und sie enthält Ihre Bücher.«

Spencer blinzelte. Sein Schnurrbart zuckte. Er beäugte die Tasche und verglich sie mit Claires Gepäck.

»Hm, schätze, Sie haben Recht, Werteste. Gibt es hier keinen Gepäckträger?«

»Bis zum Hotel werden Sie es wohl schaffen, Leonard«, meinte Claire.

»Ganz sicher nicht, Ma’am«, mischte sich der Kutscher ein. »Hier gibts keine Absteige. Fragen Sie im Bullhorn. Wenn Sie Glück haben, hat man dort noch eine Kammer für Sie.«

»Werteste Claire, wir sollten weiterfahren. In diesem Nest werden Sie sich bestimmt nicht wohlfühlen.«, gab Spencer zu bedenken.

»Sie wollten in den Westen, um Land und Leute zu erforschen«, widersprach Claire. »Nun sind wir hier, also bleiben wir.«

»Ich muss Sie korrigieren, Werteste. Ich möchte diesen Provinzlern die Grundsätze des Gesetzes beibringen.«

»Dazu müssen Sie aber Land und Leute kennen.«

»Und ihre Geschichte«, redete der Kutscher dazwischen. »Die Menschen hier haben eine einfache Auffassung von Recht und Unrecht. Wer einem anderen etwas stiehlt, wird ohne viel Firlefanz bestraft.«

»Genau. Man schießt ihn über den Haufen oder knüpft ihn auf«, meinte Spencer verächtlich. »Und genau da liegt der Hund begraben.«

»Was hat ein toter Köter mit Recht und Unrecht zu tun?« Der Begleitfahrer kratzte sich am Hinterkopf.

Ehe Spencer eine Erklärung abgeben konnte, stapfte Claire Harper davon. Spencer nahm sein gewichtiges Gepäck auf. Dabei fiel sein Blick auf das unansehnliche graue Etwas, das von seinem Hut übrig geblieben war. Ein wimmernder Laut entrang sich seiner Kehle.

Claire hatte den Saloon bereits betreten, als Spencer schnaufend folgte.

»Man sagte uns, Sie vermieten Suiten, werter Sir«, wandte sich Spencer an den Keeper. Seine missbilligenden Blicke hingen an der schmutzigen Schürze des Barmannes.

»Hä?«, machte der Keeper.

»Pardon. Ich vergaß, wo ich mich befinde. Sir, Sie werden die Güte haben, meiner charmanten Begleiterin und meiner Wenigkeit Ihre nobelsten Räumlichkeiten zur Disposition zu stellen.«

»Hä?«

»Wir möchten Zimmer haben«, übersetzte Claire.

»Ach so. Die Treppe rauf, die letzte Tür rechts am Ende des Korridors«, erklärte der Keeper. »Macht einen Dollar fünfzig.«

Spencer hob Tasche und Koffer an, um Claire zu folgen, als ihm der Wirt den Weg verstellte. »Im Voraus«, ergänzte er.

»Ich beabsichtige länger zu bleiben und die Rechnung vor meiner Abreise zu begleichen.«

»Sie zahlen sofort oder Sie verschwinden. Ich könnte mir vorstellen, dass Sie nicht lange genug am Leben bleiben, um später zu zahlen.«

»Und was bringt Sie zu dieser Erkenntnis?«

»Wenn Sie jemandem mit Ihrem hochgestochenen Geschwafel dumm kommen, könnte der sich beleidigt fühlen. Und dann ...«

»... knallt man mich ab. Ich weiß. Keine Sorge, Sir. Im Übrigen wünsche ich ein Einzelzimmer.«

»Hab ich nicht.«

»Dann ist es ausgeschlossen, dass ich in Ihrem Etablissement nächtige«, erklärte Spencer und machte kehrt.

»Sie können auch im Mietstall schlafen ...«, meinte der Keeper vage.

»Ich kann unmöglich mit Miss Claire das Bett teilen!«, brauste Spencer auf.

»Ich kenne keinen Mann hier im Raum, der nicht gerne an Ihrer Stelle wäre, Mister.«

Spencer blickte in die lüsternen Gesichter der Männer, die ihn lauernd beobachteten. Missmutig beglich er die Miete und schnaufte die Treppe empor. Augenblicke später betrat er das Zimmer, wo sich Claire Harper gerade aus ihrer Bluse schälte.

Weit riss Spencer die Augen auf, als er die junge Frau im Mieder vor sich stehen sah.

»Ich muss doch sehr bitten, Miss Claire!«, entfuhr es ihm. »Bedecken Sie sich! Es ist schlimm genug, dass wir dieses schäbige Rattenloch miteinander teilen müssen, da können Sie doch nicht auch noch halbnackt vor mir herumlaufen.«

»Sie werden noch viel lernen müssen, Leonard«, seufzte Claire und setzte sich auf das Bett, während Spencer vor ihr auf dem Boden herum krabbelte.

»Was suchen Sie denn?«, fragte sie.

»Wanzen, Werteste. Dieses Zimmer wimmelt wahrscheinlich von Ungeziefer. Wir werden heute Nacht kein Auge schließen.«

Claire rollte genervt mit den Augen und ließ sich in die Kissen sinken.

Spencer wurde nicht fündig. Enttäuscht streifte er sein Jackett ab und stiefelte um das Bett herum. Er hopste auf der Matratze, um sie zu testen. Das Bettgestell quietschte schrill - und erhielt aus dem Zimmer nebenan Antwort!

Spencer runzelte die Stirn und hüpfte wieder.

Criekl

Und so ging es hin und her. Spencer hopste, das Echo erscholl durch die Wand.

»Würden Sie endlich Ruhe geben, Leonard?!«, rief Claire genervt, als ihr die Sache zu bunt wurde.

»Aber Werteste, haben Sie nicht bemerkt, dass eine besondere Assoziation zwischen unserem Bett und jenem im Nachbarzimmer besteht?«

»Ich will nichts davon wissen, Leonard. Ich will mich nur ausruhen.«

»Kein Auge werden wir schließen«, wiederholte Spencer.

»Leonard!«

»Schon gut, Werteste!«

»Ja ... ja ... ja ... Oooohhh!«, klang es aus dem Nachbarzimmer, unterbrochen vom Knarzen des Bettgestells.

»Ein Sündenpfuhl tut sich auf! Wie konnte ich nur einwilligen, hier ...«

»Leonard!«

Spencer hüllte sich widerwillig in Schweigen. Aber nicht lange, denn er wurde auf dumpfe Schritte aufmerksam, die auf dem Korridor erklangen. Er warf einen vorsichtigen Blick zu Claire, deren Brust sich in gleichmäßigen Atemzügen hob und senkte. Vorsichtig stand er auf, öffnete die Tür und sah sich mehreren finster dreinblickenden Gestalten gegenüber, die sich vor einer Nachbartür aufbauten.

»Gentlemen, Miss Harper wünscht zu ruhen«, flüsterte Spencer. »Der Anstand sollte Ihnen gebieten, auf den Schlaf einer Lady Rücksicht zu nehmen.«

Die Männer beachteten ihn nicht weiter, sondern rissen die Schießeisen aus den Holstern und traten die Zimmertür ein ...

 

 

2

»Hmmmmm!«

Nackt und begehrenswert lag sie unter ihm. Sie hatte das Kopfteil des Messingbettes mit beiden Händen umklammert. Brennan kauerte über ihr. Seine Lippen glitten über Lottas samtweiche Haut, berührten hauchzart jeden Zoll ihres Körpers. Eine Gänsehaut bildete sich auf ihren Armen, auf dem Rücken und auf der Innenseite ihrer prallen Schenkel. Lotta bäumte sich auf. Sie konnte die Lust kaum noch ertragen, wollte sich diesem starken Mann hingeben und ihm ganz gehören.

Brennan liebkoste die zarte Haut ihrer Schenkel und entlockte ihr jenes tiefe kehlige Stöhnen, das nicht mal die Kissen dämpfen konnten. Alles verkrampfte sich in Lotta, als sie von einem gewaltigen Orgasmus erfüllt wurde. Jede Faser ihres Körpers sehnte sich nach Brennan ...

... als plötzlich die Zimmertür eingetreten wurde!

Wie ein geölter Blitz sauste Chuck Brennan aus dem Bett. Schüsse belferten durch den Raum. Lottas Lustgestöhne verwandelte sich in schrille Schreckensschreie. Sie rollte sich vom Bett und suchte darunter Zuflucht. Die Kugeln sirrten über das Bett hinweg und bohrten sich in die Wand. Bilderrahmen zersplitterten. Glasscherben und Holzsplitter regneten auf Brennan hinab.

Der große Mann wirbelte geduckt herum und flitzte splitternackt in die Richtung, die man am wenigsten von ihm erwartete. Zur Tür!

Die Eindringlinge kamen mit der veränderten Situation nicht zurecht. Sie hatten es sich so einfach vorgestellt, Brennan das Lebenslicht auszublasen. Nun aber tauchte ihr Opfer wie ein nackter Rachegott zwischen ihnen auf. Einer der Burschen drückte ab, doch der Schuss ging fehl.

Dann wirbelten Brennans Fäuste. Er schlug Revolver zur Seite, rammte sein Knie in gekrümmte Körper und in die Gesichter der Gegner. Seine Hiebe zerschmetterten Nasenbeine und Kinnladen und ließen Zähne durch die Luft segeln.

Aber die Übermacht war zu groß. Die Gegner fassten sich. Sie hieben mit den Revolvern auf Brennan ein, um ihn auf Distanz zu halten und ein klares Ziel zu bekommen. Dann legten sie auf ihn an.

Keuchend stand Brennan vor ihnen und wartete auf die Einschläge der tödlichen Kugeln.

»Gentlemen, Sie begehen einen schwerwiegenden Verstoß gegen das Gesetz!«, dröhnte eine kräftige Stimme auf.

Die Eindringlinge erstarrten. Für wenige Sekunden war ihre Aufmerksamkeit auf Leonard Spencer gelenkt, der vergebens versuchte, autoritär zu wirken.

»Was will der?«, fragte einer der Bewaffneten.

»Ein paar aufs Maul. Und die kann er haben. Er kann aber auch Blei fressen« , meinte der Anführer der Kerle und hob drohend den Colt.

»Das war eine eindeutige Morddrohung, Sir. Sie werden sich vor Gericht zu verantworten haben ...«

Brennan hatte die willkommene Ablenkung genutzt. Er warf sich herum und hechtete über das Bett, dorthin, wo sein Revolvergurt über einer Stuhllehne hing. Kugeln folgten ihm, fetzten in die Kissen und die Matratze. Aber auch Brennans 44er spuckte Feuerlanzen und heißes, tödliches Blei auf die Reise. Die vordersten Gegner wurden getroffen und taumelten zurück.

Bei der Tür entstand ein heftiger Tumult, den auch Leonard Spencer mit seinem verzweifelten »So nehmen Sie doch Vernunft an, Gentlemen!« nicht stoppen konnte.

Brennan stieß seinen Gegnern die durchlöcherte Matratze entgegen. Er wartete, bis sie sich davon befreit hatten, dann erst fächerte er die Kugeln aus dem Lauf. Die Schießer brachen im Korridor zusammen.

Nur Leonard Spencer stand verdutzt dreinblickend hinter den Leichen. Seine Blicke hingen wie gebannt an Lottas nackten Formen.

»Und ich bat noch darum, dass sie sich leise verhalten möchten. Wegen Miss Claire ...«, murmelte er.

 

 

3

Chuck Brennan verhielt sein Pferd auf einem mit niedrigem Gras bewachsenen Hügel. Er schob den flachkronigen Roper-Hut in den Nacken und stützte sich auf das Sattelhorn. Weit vor ihm konnte er im gleißenden Sonnenlicht die Umrisse einiger Gebäude erkennen. Sein Blick schweifte über Gemüsebeete, ausgedehnte Felder, einen Brunnen, eine einfach konstruierte Bewässerungsleitung, einen kleinen Corral und einen windschiefen Schuppen. An die Felder schlossen sich Weiden mit saftigem, knöchelhohem Gras an. Es gab vereinzelte Bäume und viele Sträucher. Brennan sah dunkle, von Klee gebildete Flächen und gelbgrüne Flecken blühenden Salbeis.

Noch weit vor Morgengrauen war er aufgebrochen, hatte das kleine Nest und Lottas warmen Körper hinter sich gelassen und war nach Westen geritten. Wochenlang war er unterwegs gewesen, ehe er sich bei Lotta im Bullhorn-Saloon etwas Ruhe gegönnt hatte. Er war in den Bergen von Nebraska gewesen, um Mustangs zu fangen, als ihn der Brief erreicht hatte. Das Schreiben enthielt kein Datum. Nur zwei Worte: Hilf mir!

Und ein sauber gefaltetes, weißes Taschentuch mit dem eingestickten Buchstaben M.

Brennan hatte den langen Ritt angetreten.

Nun ließ er den Schecken durch die Senke und über die Weide traben, überquerte das schmale Rinnsal eines Bachlaufes und ritt am Corral vorbei, in dem zwei magere Klepper müde die Köpfe hoben. Vor den Farmgebäuden zügelte Brennan das Pferd.

Er hatte schon oft miterlebt, wenn Ranches und Farmen heruntergewirtschaftet worden waren. Oft war die Natur Schuld daran. Dürre, sintflutartiger Regen, harte Winter, Wirbelstürme - sie alle konnten eine Farm zu Grunde richten. Doch hier war es anders.

Das Stallgebäude wies Spuren eines Brandes auf. Im Farmhaus waren die Fensterscheiben zersplittert. Auch hier gab es angekohlte Balken und Dachschindeln. Die Wagenremise war teilweise eingestürzt. Ein Zweispänner lag halb unter den Trümmern begraben. Vor der Scheune lagen Strohballen, die aussahen, als wären sie von Riesenfäusten zerrissen worden. Getreidesäcke waren aufgeschlitzt und der Inhalt verstreut worden.

Brennan schaute zu dem Gemüsegarten hinüber. Von den Beeten war nicht mehr viel übrig geblieben. Unzählige Hufe hatten sie zertrampelt und das Erdreich zerwühlt. Kohlköpfe waren in den Boden getreten und zermalmt worden. Auch die Getreidefelder sahen aus, als wäre eine Büffelherde hindurch gewalzt.

Hier war nichts mehr zu holen. Die Farm war am Ende.

Brennan stieg ab und trat zum Brunnen. Er schöpfte mit einer Kelle, die an einer Schnur auf gehängt war, das erfrischende Nass aus einem Eimer.

»Trinken Sie, so viel Sie wollen, Mister. Und dann verschwinden Sie.«

Brennans Muskeln spannten sich, als die Stimme hinter ihm erklang. Er ließ sich Zeit, bevor er sich umdrehte und langsam zum Haus ging.

»Ich sagte, Sie sollen die Farm verlassen!« Die Stimme klang schärfer.

Brennan hob erst den Kopf, als er vor den Verandastufen stand.

»Howdy, Marcy«, sagte er leise.

Die Augen der Frau musterten ihn scharf, weiteten sich dann.

»Oh, mein Gott!«, hauchte sie. Und dann warf sie sich schluchzend in Chuck Brennans Arme.

»Was ist los, Marcy? Wer ist da?«, rief jemand aus dem Haus.

Die Frau gab keine Antwort. Sie lag in Brennans Armen, streichelte sein Gesicht. Tränen schimmerten in ihren Augen.

»Du bist gekommen«, flüsterte sie. »Du bist da ...«

Brennan nickte und schob sie sanft von sich. Sie war verhärmt. Tiefe Furchen hatten sich in das einst schöne Gesicht gegraben. Vorzeitig ergraute Strähnen durchzogen das dunkle Haar. Die Hände waren schmal und abgearbeitet. Sie trug ein helles, geblümtes Kleid mit weißem Kragen. Aber Brennan empfand Marcy Daniels immer noch als schön. So schön wie damals, als er ihr zum ersten Mal begegnet war ...

Vor seinem geistigen Augen sah er zwei nackte Menschen, die sich im Schein einer Petroleumlampe leidenschaftlich liebten. Da war ein Junge, kaum achtzehn Jahre alt, und eine wohl proportionierte Frau von knapp dreißig Jahren, mit vollen Brüsten und langem Haar, begehrenswert und wunderschön ...

»Nehmen Sie Ihre Finger von meiner Frau, Mister!«, zerriss eine bellende Stimme Brennans Gedanken. Das metallische Ratschen eines Repetierhebels erklang. »Verschwinden Sie, oder ich schieße Sie in Stücke. Ob Sie nun einer von Harlans Leuten sind oder nicht!«

Marcy Daniels drehte sich um.

»Du brauchst das Gewehr nicht, Luther«, sagte sie ruhig. »Er ist ein Freund.«

»Wir haben keine Freunde, Marcy!«

»Ich habe ihm geschrieben, Luther. Das ist Chuck Brennan.«

Der Mann musste einmal groß und wuchtig gewesen sein. Brennan hatte ihn nie zuvor gesehen. Aber er erkannte rasch, warum Marcy sich in Luther Daniels verliebt hatte. Daniels war ein stattlicher Mann gewesen, und er war es auch jetzt noch. Das Haar war zwar lichter geworden, und auch im Gesicht des Farmers hatten die Sorgen und der andauernde Kampf ums Überleben Spuren hinterlassen. Aber er hatte kaum etwas von seiner Energie und Zielstrebigkeit eingebüßt. Er strahlte Kraft und Zuversicht aus, einen unbeugsamen Willen und vor allem Offenheit. Diese Ausstrahlung blieb, auch wenn er nun körperlich gebrochen war.

Luther Daniels nickte.

»Hab von Ihnen gehört, Mister. Marcy hält große Stücke auf Sie. Kommen Sie rein!«

Brennan folgte dem Farmer ins Haus. Daniels bewegte sich in seinem Rollstuhl wendig und zeigte damit, dass er auch ohne fremde Hilfe zurecht kam.

»Wie ist es passiert?«, fragte Brennan ruhig, als er an seiner zweiten Tasse Kaffee nippte.

»Ein Unfall. Bin vom Wagen gefallen« , murmelte Daniels und wischte das Thema mit einer Handbewegung vom Tisch.

»Nachdem man aus dem Hinterhalt auf dich geschossen hatte«, fügte Marcy hinzu. Brennans Blicke ruhten auf ihr. »Es war drüben bei Apache Gulch. Luther war auf dem Heimweg von Carson City. Er hatte noch in Tahoe City eine kurze Rast eingelegt, und bei der Schlucht hat man dann auf ihn gefeuert. Die Pferde gingen durch, der Wagen stürzte ab.« Marcy verstummte und deutete auf den Rollstuhl.

»Ein Sonntagsjäger«, tat Daniels den Vorfall ab.

»Ein heimtückischer Killer«, fuhr Marcy dazwischen. »Du bist nur noch am Leben, Luther, weil man dich damals verfehlt hat.« Daniels rollte zum Kamin und steckte sich eine Zigarre an. »Aber was für ein Leben, Chuck«, seufzte Marcy. »Sie haben uns alles genommen. Dieses Haus bietet uns nur noch ein halbwegs solides Dach über dem Kopf. Über Kurz oder Lang müssen wir weg. Oder wir sterben.«

»Wer steckt dahinter?«

Marcy hob die schmalen Schultern.

»Ein Kerl namens Buck Harlan. Ein Revolvermann. Er ist ein Spieler der übelsten Sorte. Er bringt sämtliche Farmer und Kleinrancher in der Gegend um ihr letztes Hemd. Wenn sie nicht zahlen können, lässt er ihren Besitz von seinen Männern konfiszieren.«

»Sie brauchen doch nicht mit ihm zu spielen«, warf Brennan ein.

»Er zwingt sie dazu. Er taucht auf und ...«

Daniels sauste mit seinem Stuhl herum, warf einen Revolver und ein Päckchen Karten auf den Tisch.

»Die höchste Karte gewinnt, Brennan. Wenn Sie nicht abheben, schlucken Sie Blei.«

»Auch eine Art zu Pokern«, meinte Brennan.

»Harlan verliert nie«, sagte Marcy leise. »Außer bei uns. Luther war zu stur. Gegen ihn kam Harlan nicht an. Als Luther dann im Rollstuhl saß, haben Harlans Männer mit uns gemacht, was sie wollten.«

»Ein Glück, dass sie Tammy nicht ...« Luther Daniels verschluckte den Satz.

Brennan hakte nicht nach. Er wartete auf eine Erklärung.

»Tammy ist unsere Tochter«, flüsterte Marcy. Ihre Hände spielten unentwegt mit einem Geschirrtuch. »Harlans Männer stellen jeder Frau im County nach. Von Tammy haben sie bisher die Finger gelassen, aber ...«

»Wo ist sie?«, fragte Brennan ruhig. »Habt ihr sie versteckt?«

»Sie treibt sich wieder draußen rum«, bellte Daniels. »Sie ist wie ich. Hat Hummeln im Hintern. Sie meint, sie müsste mir beweisen, dass sie genauso gut ist wie der Sohn, den ich leider nie hatte. Ein prächtiges Mädchen, aber verdammt starrsinnig. Sie will sich nicht anbinden lassen und auch nicht einsehen, dass es da draußen viel zu gefährlich für sie ist.«

»Sie kann auf sich aufpassen«, entgegnete Marcy vage.

Brennan half Marcy beim Abräumen und trat auf die Veranda. Über den Hügeln wurden die Schatten länger. Bedächtig drehte sich der große Mann eine Zigarette.

»Auch eine?«, fragte er, als Marcy sich zu ihm gesellte.

Sie nickte. Er reichte seinen angerauchten Glimmstängel an sie weiter. Genüsslich sog sie den Rauch in die Lungen.

»Ich bin froh, dass du mir geschrieben hast«, sagte Brennan leise.

»Es hat lange gedauert, bis ich dazu bereit war. Ich habe viel von dir gehört, Chuck. Bist ziemlich weit herumgekommen, seit damals. Bist du noch schneller mit dem Revolver geworden?«

Er lächelte schmerzlich. »Schnell genug. Aber ich bin kein Schießer.«

»Manche behaupten es. Als was würdest du dich bezeichnen?«

»Als Mann des Westens. Ich reite dahin, wo es mir gefällt, arbeite für meinen Lebensunterhalt, und kümmere mich um meine Angelegenheiten. Ich bleibe nirgends lange genug, um sesshaft zu werden. Aber es hat den Vorteil, dass der ganze Westen meine Heimat ist. Ich bin überall Zuhause, Marcy.«

»Hast du niemals deinen Revolver verkauft?«

Brennan rauchte schweigend. Einmal hatte er es getan. Ein einziges Mal. Er war allein gestanden und hatte geglaubt, für das Recht zu kämpfen. Er war bitter enttäuscht worden. Noch heute hörte er das Krachen der Schüsse, die Schreie der Getroffenen, sah den Mann und einen halbwüchsigen Jungen auf einem Balkon stehen, sah ihre grellen Mündungslichter und fühlte, wie der Sechsschüsser in seiner Faust zuckte.

Als sich der Pulverdampf verzogen hatte, war auf dem Balkon niemand mehr zu sehen. Und in einem Zimmer, inmitten einer zersplitterten Fensterscheibe, lagen zwei blutüberströmte Körper.

»Wirst du Harlan stellen, wenn ich dich darum bitte? Es ist die einzige Möglichkeit, diese Farm zu retten, Chuck.« Endlich hatte sie sich zu dieser schweren Frage durchgerungen.

Brennan ging zum Ende des Vorbaus und starrte nachdenklich zu den Hügeln hinüber.

»Ich weiß, die Entscheidung fällt dir nicht leicht«, sagte sie und trat zu ihm. Er überragte sie um mehr als Haupteslänge. »Aber du sollst es nicht umsonst tun, Chuck. Nenn mir deinen Preis! Was es auch kostet, ich bin bereit, zu bezahlen. Ich gebe mein letztes ...«

Er küsste sie. Lange, zärtlich. Sie hatte ihn das Küssen gelehrt. Seine Lippen und seine Zunge waren fordernd, leidenschaftlich und weckten in Marcy etwas, das lange im Verborgenen geschlummert hatte.

»Ich habe dich geliebt«, sagte er kaum hörbar.

Sie strich sanft über seine Wange. »Wir hätten keine Zukunft gehabt ...« Bedauern lag in ihren Worten. Er betrachtete Marcy. Der Glanz war in ihre Augen zurückgekehrt. Jenes eigentümliche Strahlen, das ihm damals aufgefallen war und ihm die Sinne und die Beherrschung geraubt hatte.

Dumpfer Hufschlag ließ Brennan aufblicken. Noch hielt er Marcy im Arm, dicht an sich gepresst. Luther Daniels rollte auf die Veranda.

»Harlan schickt seine Horde«, sagte der Farmer. »Hoffentlich kommt Tammy jetzt nicht heim.«

Brennan löste sich von Marcy und eilte zu seinem Pferd, um es hinter dem Haus in Deckung zu bringen und seine Winchester aus dem Scabbard zu ziehen. Er hatte kaum drei Schritte gemacht, als aus einer Bodensenke zwei, drei Reiter heran preschten. Aber sie schossen nicht.

Und doch wummerte ein Schuss auf.

Brennan sauste zur Scheune, um aus dem Schussfeld zu gelangen. Er hörte Marcys gellenden Schrei. Sein Kopf flog herum. Fassungslos sah er, wie Luther Daniels halb aus dem Rollstuhl gelupft wurde. Die Winchester rutschte von seinen Knien und polterte zu Boden. Ein zweiter Schuss hallte peitschend über die Weiden. Luthers Brust explodierte zu einer roten Fontäne. Er wurde zurückgestoßen und rollte mit dem Stuhl durch die Haustür. Er war bereits tot, als er den Wohnraum erreichte und bekam nicht mehr mit, wie Marcy in blinder Wut das Gewehr aufhob, auf die heranpreschenden Reiter anlegte und von einer unsichtbaren Faust nach hinten gerissen wurde.

»Neeeiiinnn!«, brüllte Brennan, als Marcys zierlicher Körper durch eine halb zerbrochene Fensterscheibe fiel. Scherben zerschnitten die Haut. Blut tropfte zu Boden.

Marcy hustet und spuckte Blut. Sie stemmte sich hoch, streckte Brennan hilfesuchend die Hand entgegen, und ihre Lippen formten ein letztes Wort.

Tammy.

Der Name ihrer Tochter. Dann fiel sie zurück. Ihre Hand, die sie sich am Fensterrahmen aufgeschnitten hatte, lag in Luther Daniels Schoß.

Weitere Reiter preschten aus den umliegenden Senken. Sie zogen ihre Waffen, feuerten aber immer noch nicht. Brennan konnte nicht mehr zu seinem Schecken gelangen. Das Pferd stand zwar nicht weit von ihm, aber man würde ihm kaum erlauben, sein Gewehr zu holen. Er konnte nur versuchen, Verwirrung zu stiften und ins Haus zu gelangen, wo Luther und Marcy Ersatzwaffen aufbewahrten.

Brennans 44er spuckte Feuer und Blei, als er sich aus der Deckung warf. Er holte zwei Reiter aus den Sätteln. Seine Kugeln streiften einige Pferde, die sich daraufhin wie wild gebärdeten, strauchelten und stürzten. Reiter wurden in einem wilden Gewirr aus Pferdeleibern, menschlichen Körpern und wallendem Staub begraben. Eine Kugel sirrte dicht an Brennans Kopf vorbei. Er hatte den Schuss nicht gehört. Das zweite Projektil bohrte sich nicht weit von ihm in den Rahmen der Scheunentür. Brennan hetzte zu dem Schecken, doch ein dritter Schuss ließ das Tier scheuen und davon preschen. Brennen bekam die Zügel zu fassen, wurde ein paar Schritt weit mitgeschleift. Sein Griff lockerte sich, das Leder rutschte ihm zwischen den Fingern hindurch. Hart prallte er auf den Boden und schlug Purzelbäume.

Keuchend kam er hoch, warf sich zur Seite und hechtete durch die Scheunentür. Keine Sekunde zu spät! Der Heckenschütze schickte seine Kugeln rasend schnell dort hin, wo Brennan eben noch gekauert hatte.

Aber die Deckung der Scheune war trügerisch. Wie ein Karnickel saß er in der Falle. Seine Gegner brauchten nur das Stroh um die Scheune zu verteilen und es anzustecken.

Ein Ausbruch war unmöglich. Brennan war nicht bereit, klein beizugeben. Flink kletterte er die Leiter zum Heuboden hinauf, eilte zu der Luke und spähte vorsichtig hinaus.

Das Durcheinander aus Menschen und Pferden hatte sich entwirrt. Schnaubend und zitternd standen die Tiere herum. Von den Reitern war nichts zu sehen.

Brennan riss kurz entschlossen die Luke auf und wollte sich über den Flaschenzug in einen Sattel schwingen, als ihn der unsichtbare Gewehrschütze mit Schüssen beharkte. Holz splitterte. Die Lukentür wurde Brennan aus der Hand gerissen. Brennan warf sich zurück, rollte herum und hörte, wie die Scheunentür zuknallte und verrammelt wurde.

Die Mistkerle haben mich gelinkt!, ging es ihm durch den Kopf.

Aber es war noch längst nicht vorbei. Er spielte das grausame Spiel der Banditen mit und huschte erneut zu der Luke im Heuboden. Es wurde nicht geschossen. Zwei breit grinsende Männer traten aus ihrer Deckung und schauten herauf.

»Einen netten Schlupfwinkel hast du dir ausgesucht, Mister«, rief einer. »Da fehlt dir nur noch was Kleines, Heißes, das du im Heu vernaschen kannst. Und genau das haben wir für dich. Fang auf!«

Ein zischendes, rauchendes Wurfgeschoss segelte durch die Luft. Brennan fegte den 44er aus dem Leder und holte den Werfer mit zwei raschen Schüssen aus den Stiefeln. Reflexartig trat er einen Schritt zurück, stolperte dabei, wollte die Lukentür schließen und schaffte es nicht mehr.

Rücklings fiel er zwischen Strohballen. Er fing das zischende Etwas auf und betrachtete aus schreckgeweiteten Augen die Presspulverstangen, die zu einem schmalen Bündel zusammengeschnürt worden waren. Die Lunte war fast heruntergebrannt.

»Das Vögelchen ist ausgeflogen!«, hörte er einen der Banditen rufen. »Sie muss hier irgendwo sein. Sucht sie! Das Vergnügen, die Kleine zu knacken, haben wir uns verdient.«

Tammy! Oh, nein!, schrie es in Brennan.

Augenblicke später wurde die Farm von einer gewaltigen Detonation erschüttert. Die Scheune löste sich in ihre Bestandteile auf. Trümmer sirrten nach allen Richtungen davon.

Die Staubwolken hatten sich noch nicht gelegt, als die Banditen hohnlachend vom Hof der Farm galoppierten und Tod und Verderben zurückließen.

 

 

Zusammenfassung

Leonard Spencer hat sich vorgenommen, Recht und Gesetz in den gesetzlosen Westen zu bringen. Seine junge und hübsche Assistentin Claire begleitet ihn.
Chuck Brennan folgt dem Hilferuf seiner langjährigen Freundin Marcy. Als er auf die Ranch reitet, stellt er fest, dass vieles mutwillig zerstört wurde, der Mann von Marcy im Rollstuhl sitzt. Kurz nachdem Brennan den Grund für alles erfährt, kommt eine Horde Banditen auf die Ranch. Marcy und ihr Mann werden erschossen. Auch Brennan wird in die Enge getrieben, doch plötzlich ist Spencer zur Stelle. Beide verbünden sich, denn Claire und Marcys Tochter Tammy wurden von den Banditen entführt ...

Details

Seiten
120
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783738934892
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2019 (November)
Schlagworte
hemd

Autor

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Titel: Bis zum letzten Hemd