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SAN ANGELO COUNTRY #69: Flammender Hass

2019 100 Seiten

Leseprobe

Table of Contents

Title Page

Flammender Hass

Klappentext:

Roman:

SAN ANGELO COUNTRY

 

Band 69

 

Flammender Hass

 

Ein Western von Heinz Squarra

 

 

 

IMPRESSUM

 

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© Roman by Author / Cover 2019: Werner Öckl

© dieser Ausgabe 2019 by Alfred Bekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

 

 

 

Klappentext:

Als in der Brasada die Rinder vor dem Hurrikan flohen, stahl Hank Logan mit seiner Bande in aller Ruhe eine Herde. Velma Plummer, seine Freundin, stieg aus seinem gefährlichen Spiel aus, als er Tom und John Calhoun ermorden wollte. Sie verhalf den beiden zur Flucht. Nun sind sie frei. Sie sehen hungrig und abgerissen aus, und sie haben keinen Beweis dafür, dass die Hälfte der Rinderherde ihnen gehört … und die Gefahr ist noch längst nicht vorbei!

 

Teil 2 eines spannenden Doppelromans

 

 

 

 

Roman:

Kalt und grau dämmerte der Morgen herauf. Sie hielten zwischen den verfilzten, blattlosen Scrubbüschen und blickten sich in die müden, eingefallenen Gesichter. Velma Plummer hatte dunkle Ringe unter den Augen. Sie fror so sehr, dass sie es nicht verbergen konnte. Ihre Zähne schlugen klappernd aufeinander, und die Muskeln zuckten gegen ihren Willen. Ihr schwacher Versuch zu lächeln, scheiterte.

Vor den Büschen auf der Piste der Wells Fargo schnaubten die Pferde der beiden Banditen, die nach ihnen suchten. Das Klirren der Waffen drang in das verfilzte Dickicht hinein.

John Calhoun hatte das Gewehr' aus dem Sattelschuh gezogen und mit dem Kolben auf den Oberschenkel gestemmt. Jetzt als er es anlegen wollte, schüttelte sein Vater Tom den Kopf.

„Nicht“, raunte Tom Calhoun ihm zu.

„Es sind nur zwei.“

„Und wenn schon. Die anderen hören die Schüsse und fallen wie Wölfe über uns her. Wir müssen von jetzt an auch an Velma denken, John.“

Durch das Geäst sahen sie die beiden Reiter wie Schemen nach Norden reiten. Sie suchten nicht mehr nach den Männern und der Frau, die sie stundenlang gehetzt hatten. Sie hatten aufgegeben und ritten müde und ausgebrannt zu der Rinderherde, die sie in der Gegend von San Angelo gestohlen hatten, zurück.

„Auf mich sollten Sie keine Rücksicht nehmen“, sagte das Mädchen gepresst. „Logan war mein Freund. Wir waren so gut wie verlobt. Er wird mir schon nichts tun, wenn ich wieder in seine Hände fallen sollte.“

„Wir nehmen auf jeden Rücksicht, der bei uns ist und zu uns gehört“, gab Tom Calhoun schärfer als es seine Absicht war zurück. „Und Sie gehören nun zu uns, Velma.“

John drehte das Gewehr, das er arn Kolbenhals gepackt hatte und schob es in den Sattelschuh zurück. Der Hufschlag der Banditenpferde verklang.

Velma Plummers Haltung entspannte sich.

„Und nun?“, fragte sie. „Haben Sie endlich begriffen, dass die Herde verloren ist?“

„Sie haben uns offenbar nicht richtig verstanden“, knurrte John. „Die Hälfte der Tiere gehört uns. Wir haben eine Ranch, Velma.“

„Das habe ich behalten“, gab sie zurück. „Und was wollen Sie tun? An dem Baum hingen zwei Lassos. Vielleicht hängen sie immer noch dort. Wenn ihr Logan noch einmal in die Hände fallt, wird er nicht wieder warten wollen, bis seine Männer ausgeschlafen sind und Freude an dem Schauspiel haben können. Er wird es dann gleich tun.“

Tom Calhoun stützte sich auf das Sattelhorn und blickte über das Land, über dem es zunehmend heller wurde, so dass die grauen Schneereste, die hier und da lagen, wieder deutlicher wurden. Der Wind war kälter als während der Nacht, drang durch ihre Kleidung und stach die Haut wie spitze Nadeln.

„Wir reiten in die nächste Stadt“, sagte er. „In eine Stadt, die vor der Herde und der Bande liegt. Vielleicht finden wir doch Unterstützung.“

John grinste schief.

„Fast zu schön, um Wahrheit werden zu können“, brummte er. „Aber irgend etwas müssen wir schließlich tun. Ich würde aber vorschlagen noch etwas zu warten. Vielleicht zwei oder drei Stunden, bis die Wachsamkeit der Bande nachlässt.“

„Ja“, sagte das Mädchen. „Diesmal glaubt Logan sicher, dass Sie geflohen sind — und ich mit Ihnen.“

 

*

 

Als sie den einsam in der welligen Prärie am Rand der Windriver Mountains stehenden Baum erreichten, hingen die beiden Lassos immer noch an dem kräftigen unteren Ast.

Tom und John schauten sich an. Dort hatte sich ihr Schicksal vollenden sollen, und ohne die selbstlose Hilfe des Mädchens wären sie jetzt tot gewesen.

Velma Plummer war abgestiegen. Sie ging zur Feuerstelle und stocherte in der Asche, unter der keine Glut mehr zu finden war.

„Warum haben sie die Lassos hängen lassen?“, fragte John, ohne das Mädchen oder seinen Bruder anzusehen. „Das muss doch einen Sinn haben, oder?“

„Sie haben sie vielleicht vergessen.“ Velma Plummer wandte sich um und ging zu ihrem Pferd zurück. „Dass wir wieder hierher kommen, nehmen sie sicher nicht an.“

Tom Calhoun blickte nach Norden. Von der Herde und der Bande war nichts mehr zu sehen. Sie mussten gleich am Morgen, als sie von ihrer ergebnislosen Suche zurückgekehrt waren, aufgebrochen sein.

„Ob Logan überhaupt annimmt, wenigstens Ihnen noch einmal zu begegnen. Velma?“, fragte er.

„Woher soll ich das wissen. Feststeht nur, dass er gut und lange hassen kann.“

„Sie haben ihn in Fort Worth erst kennengelernt?“

„Nein. In Santa Fé. Ich war Barmädchen — tanzte für die Cowboys, die mit viel Geld in den Taschen von Norden kamen. Es gefiel mir nicht, weil ich sah, dass die Spieler leichter und schneller zu Geld kamen. Ich versuchte es auch. Dann ging ich nach Fort Worth — als Spielmacherin. Niemand sollte wissen, dass ich ein Tanzmädchen gewesen war. Aber hier traf ich ihn wieder. Er grinste, als er mich sah. Er war immer furchtbar überlegen. Aber wenn er mit einem Partner spielte, konnte er sehr fair sein. Wir haben zusammen einen Saloon gehalten — ganz allein. Es ging sehr gut. Dann, eines Morgens, als ich noch schlief, versuchte er es allein, spielte falsch und wurde ertappt. Sie jagten ihn fort. Ich versprach, ihm nach San Angelo zu folgen. Wir wollten wieder zusammenspielen. Aber als ich dann in die Stadt kam, hatte er bereits den Plan mit den Rindern gefasst. Sehr lange habe ich ihn nicht gekannt. Das ist in unserer Branche auch nicht üblich.“

„Weiter“, sagte Tom und trieb sein Pferd an.

John wartete, bis die Frau aufgestiegen war. Dann folgte er seinem Vater.

Als sie die Höhe des nächsten Hügels erreichten und hinter Sagebüschen anhielten sahen sie in der Ferne Rinder und Reiter und hörten ganz schwach das Knallen der Peitschen. John fluchte leise und griff wieder nach seinem Gewehr.

„Es sind zwei Meilen“, sagte Tom. „Auf diese Entfernung triffst du nicht, John.“

John Calhoun ließ das Gewehr los und schlug auf die blanke Kolbenplatte.

„Velma, wieviel Geld haben Sie noch?“, wandte sich Tom an das Mädchen.

„Nichts — keinen Cent.“

„Sehr gut. Dann sind Sie genauso arm wie wir.“ Er lächelte sie an.

„Nicht ganz“, erwiderte sie, griff hinter den Kragen ihres hochgeschlossenen Kleides und zog eine Schnur hervor, an der ein großer goldener Ring hing, in den ein grüner Stein eingefasst war. „Den habe ich mir in Fort Worth gekauft — gewissermaßen als eiserne Reserve.“

John streckte die Hand nach dem Ring aus, betrachtete ihn und pfiff leise durch die Zähne.

„Wieviel haben Sie dafür gegeben?“, fragte Tom.

„Fünfzig Dollar. Der Mann wollte darum spielen, aber ich hatte keine Lust mehr. Habe ich zuviel dafür bezahlt?“

John schüttelte den Kopf und sagte; „Kaum, wenn ich es richtig beurteilen kann. Aber ob Sie einen Käufer finden?“

Das Mädchen schob Schnur und Ring wieder hinter den Kragen und griff nach den Zügeln.

„Ich werde einen Käufer finden und das Geld verdoppeln oder verdreifachen“, sagte sie scharf. Die Linien in ihrem schmalen Gesicht waren tiefer geworden, und ihre Augen sprühten noch dunkler als vorher.

John zuckte die Schultern, weil ihre Entschlossenheit keinen Eindruck auf ihn zu machen vermochte.

„Also los“, sagte Tom. „Wir reiten nach Osten und umgehen die Bande. Während der Nacht überholen wir sie. Vielleicht sind wir morgen schon in Casper. Das muss die nächste Stadt in dieser Richtung sein.“

 

*

 

Sie saßen übernächtigt in den Sätteln und froren noch mehr als am Tag zuvor. Die Stadt in der Prärie bestand aus Kistenholzhäusern, die fast ohne Ordnung eine breite, schlammige Straße flankierten. Vor der ersten Hütte war ein Pfahl in den Boden gerammt. Von dem Brett, das einmal daran genagelt worden war, fehlte die untere Hälfte, und so war der ehemals mit Teerfarbe aufgetragene Name nicht mehr zu entziffern.

„Könnte mal Casper geheißen haben“, sagte John.

Die Hufe der Pferde versanken tiefer im Morast, je näher sie der Stadtmitte kamen. Vor einem zweistöckigen Haus hing ein Blechschild, an dem bereits der Rost fraß. Auf ihm stand mit roter Farbe: Golden Star Saloon.

Sie hielten davor und lenkten die Pferde so, dass sie gleich auf die Gehsteigstufen steigen konnten. Tom Calhoun half dem Mädchen. John band die Pferde an die Holmstange, während Tom schon mit dem Mädchen in den Saloon ging.

Es war noch sehr früh, und der Saloon war leer. Ein kahlköpfiger kleiner Mann mit einem rosigen Gesicht und einer dicken Knollennase stand gähnend hinter der Theke, an der sie stehenblieben.

„Guten Tag“, brummte der Mann. „Guten Ritt gehabt?“

„Kann man kaum sagen“, erwiderte Tom Calhoun. Er blickte das Mädchen an.

Velma zog die Schnur unter dem Kragen hervor, griff nach dem Ring und riss so heftig an ihm, dass die Schnur riss. Sie legte den Ring auf die Theke, deren Blech leise klirrte.

Der kahlköpfige Mann blickte aus seinen wässrigen Augen darauf, dann schüttelte er den Kopf.

„Da ist bei mir nichts zu machen. Aber die Wells Fargo hat eine Bank in der Stadt. Versuchen Sie es dort.“

„Ich werde inzwischen den Marshal aufsuchen“, sagte Tom Calhoun zu seinem Sohn gewandt. „Wo finde ich ihn, Mister?“

„Gegenüber, etwas links.“

Tom wandte sich der Tür zu.

„Und wo ist die Bank?“, fragte das Mädchen hinter ihm.

„Das weiße Haus am östlichen Stadtrand, Madam.

„Danke.“

Tom Calhoun schob die Schwingtür mit der Schulter auf und trat hinaus. Verlassen lag die Stadt in der fahlen Morgensonne, deren Strahlen keine Kraft mehr hatten. John und das Mädchen kamen heraus.

„Ich komme dann zum Marshal“, sagte John, griff nach dem Arm Velmas und zog sie mit sich auf dem Gehsteig weiter.

Tom ging zu seinem Pferd. Er wollte zur anderen Straßenseite reiten, um nicht bis über die Knöchel im Schlamm zu versinken. Er machte die Zügel los und stieg in den Sattel. Das Pferd schnaubte und drehte sich auf der Hinterhand. Tom Calhoun sah plötzlich einen Mann, der zwischen zwei Häusern aufgetaucht war. Es war ein breiter, wuchtig wirkender Kerl, der sich den Hut tief in die Stirn gezogen hatte. Zugleich sah Tom Calhoun den Revolver und noch in der gleichen Sekunde die Stichflamme, die ihm entgegen jagte.

Das Krachen des Schusses brach sich zwischen den Häusern. Singend strich die Kugel an Toms Kopf vorbei.

Das Pferd wieherte scharf und stieg auf die Hinterhand. Tom Calhoun musste nach dem Sattelhorn greifen, um nicht abgeworfen zu werden. Er hörte den zweiten Schuss und das Pfeifen der Kugel über sich. Da fiel das Pferd zurück. Er riss den Colt heraus, als der dritte Schuss fiel. Die Kugel lag zu kurz, traf den Boden und warf Schlamm in die Höhe.

Da fielen drei Schüsse in rascher Folge. Der Mann stolperte mit einem Schrei aus der Hausnische, verlor etwas aus der linken Hand, taumelte und fiel in den Schlamm, der in die Höhe spritzte.

Tom Calhoun blickte nach links und sah John an der Gehsteigkante. Hinter ihm stand das bleiche Mädchen, das die Hände vor den Mund hielt. Johns Gesicht verschwand für einen Moment hinter der treibenden Pulverdampfwolke, die langsam zerflatterte. Dann ließ er die Waffe sinken.

Der Mann im Schlamm bewegte sich nicht mehr.

Tom Calhoun ritt auf ihn zu, hielt neben ihm an und hörte die Stimmen, die überall erschallten. Er konnte das Gesicht des Mannes nicht sehen, weil er auf dem Leib lag. Aber er hatte ihn vorher in der Hausnische schon erkannt.

Es war Ches Morton, die rechte Hand des Bandenführers Hank Logan. Der Teufel mochte wissen, was er hier in Casper gewollt hatte. Sicher hatte er nicht nach ihm und seinem Bruder gesucht.

John kam durch den Schlamm gelaufen, blieb bei dem reglos Liegenden stehen, bückte sich und wälzte ihn auf den Rücken. Das Gesicht des Mannes war mit Schlamm derart bedeckt, dass Tom ihn nun nicht mehr erkannte.

„Es ist Ches Morton“, sagte er. „Danke, John. Ich wäre wohl doch nicht an meinen Revolver gekommen.“

Der nasse Schlamm floss vom Gesicht des Mannes. Sie sahen seine glasigen, gebrochenen Augen und das hässliche Loch, das eine von Johns Kugeln in seine Stirn geschlagen hatte.

John griff nach der Tüte, die Morton entfallen war und öffnete sie.

„Salz“, sagte er und schaute seinen Bruder an. „Sie müssen kein Salz mehr gehabt und ihn in die Stadt geschickt haben. In ein paar Stunden werden sie ihn schon vermissen.“

Ein großer, breitschultriger Mann, der einen silbernen Stern an der Lederjacke trug, kam um Toms Pferd herum und stemmte die großen Hände in die Hüften.

„Hallo, Marshal“, sagte John flach. „Der Kerl wollte meinen Vater ermorden. Das haben Sie sicher gesehen.“

Der Blick des Marshals glitt von John zu Tom weiter.

„Ihr seid Vater und Sohn?“, fragte er.

„Ja“, bestätigte Tom.

Auf den Gehsteigen rechts und links der Fahrbahn blieben Männer stehen.

„Ich will Ihnen gern alles erklären“, sagte Tom Calhoun. „Vielleicht können Sie uns glauben.“

Der Mann fixierte ihn scharf, nickte dann nach rechts und sagte: „Kommen Sie mit in mein Office.“

John schaute über die Straße und rief: „Sie müssen allein gehen, Velma!“

 

*

 

Tom Calhoun zog an seiner Zigarette und blickte dem Rauch nach, der in einer großen, dünner werdenden Wolke dem Kaminfeuer zustrebte.

„Der Hurrikan kam ganz plötzlich“, sagte er gedehnt. „Seine Wucht riss Hütten auseinander, schlug Schneisen in die Schwarzkiefernhorste und entwurzelte Büsche, die er über das Land schleuderte. Er trieb die Rinder in die Flucht. Der Staub wehte so dicht in der Luft, dass sich die Reiter nicht mehr sehen konnten. Bald war jeder allein. Das Vieh war weit geflohen und hatte sich über viele Meilen verstreut. Ich traf nach vielen Tagen auf meinen Vater, weit von unserer Ranch entfernt. Wir suchten zusammen und stöberten zwei Dutzend Rinder auf. Dann auf einmal standen wir der Bande gegenüber. Ich hatte Logan schon in San Angelo gesehen, und ich wusste, dass es im südlichen Texas keinen Rancher mit seinem Namen gibt. Er aber weiß nicht, dass wir dort unten eine Ranch haben. Er hält uns bestimmt heute noch für Cowboys. Sie hatten zweitausend Rinder gesammelt. Die Hälfte davon trägt unser Brandzeichen. Die Bande wollte damit nach Norden. An der Bahnlinie sollte das Vieh verkauft werden. Logan gab sich immer noch als Rancher aus. Rinder mit anderen Brandzeichen wollte er gekauft haben. Niemand konnte ihm das Gegenteil beweisen, denn seine Leute hielten und halten zu ihm.“

Tom zog wieder an seiner Zigarette. „Wir hatten die ganze Zeit gehofft, noch Leute aus unserer Mannschaft zu treffen“, fuhr John fort. „Aber das war nicht der Fall. Dann waren wir schon zu weit weg. Wir wollten etwas verändern und entkamen mit knapper Not. Aber wir hatten Glück. Die Berge waren verschneit. Die Bahn fuhr nicht, und die Aufkäufer nahmen keine Rinder mehr. Da muss Logan gehört haben, dass in den Bighorn Mountains Gold gesucht wird. Er trailte mit der Herde weiter, um sie in den Bighorn Mountains zu verkaufen. Wir gingen noch einmal in seine Falle und sollten aufgehängt werden Da verhalf uns das Mädchen zur Flucht. Wir verdanken es ihr, wenn wir noch leben. Jetzt sind wir hier, Marshal.“

Tom stand auf, zog noch einmal an seiner Zigarette, ging zum Kamin und warf den Rest ins Feuer. Er wandte sich um und blickte den breitschultrigen Mann, der hinter dem Schreibtisch saß, an. Der Feuerschein brach sich auf dem Stern, den der Marshal trug.

„Klingt die Geschichte glaubhaft?“, fragte Tom Calhoun. „Wir können sie nicht beweisen.“

„Und der Tote?“

„Er gehörte zu der Bande und war hier, sicher um Salz zu kaufen. Die Herde marschiert in Richtung dieser Stadt und kann schon morgen abend hier sein. Logan will immer noch das gleiche: die Herde an die Goldgräber verkaufen. Er kann damit rechnen, bis zu hundert Dollar pro Rind zu bekommen, und er muss noch fast eintausendneunhundert Longhorns haben.“

Der Marshal stand auf, legte die Hände hinter dem Rücken zusammen und ging zum Fenster. Er blickte auf die Straße hinaus.

Velma Plummer war von der Bank zurückgekommen, stand einen Moment vor dem Saloon und schaute zum Office herüber. Dann ging sie durch die Schwingtür.

Der Marshal wandte sich um.

„Das Mädchen gehört also zu den Banditen?“, fragte er mehr feststellend.

„Sie hat uns das Leben gerettet“, brummte John. „Wir werden nichts gegen sie aussagen.“

„Das habe ich auch nicht erwartet, Mr. Calhoun. Übrigens, mein Name ist Bagley — John Bagley.“

„Angenehm. Marshal.“

„Ich werde dem Mädchen ein paar Fragen stellen Bleiben Sie solange hier.“ Der Marshal ging zur Tür und verließ das Office.

Tom Calhoun brannte sich eine neue Zigarette an und zerrieb das noch brennende Schwefelholz zwischen den Fingern.

Marshal Bagley ritt auf einem gedrungenen braunen Pferd über die Straße.

„Ob er uns glaubt?" fragte John zweifelnd.

„Ich denke schon", gab Tom zurück. „Sonst hätte er uns doch kaum allein in seinem Office gelassen."

Als der Marshal nach zehn Minuten zurückkam, war seinem Gesicht nichts zu entnehmen.

„Und?“, fragte John.

Bagley setzte sich hinter seinen Schreibtisch.

„Sie hat natürlich auch keinen Beweis“, erklärte er.

John wandte sich dem Fenster zu und schaute hinaus. Zwei Männer liefen mit einem langen, breiten Brett durch den Schlamm, hielten bei dem Toten an und legten das Brett auf den Boden. Sie zerrten Morton darauf, hoben es wieder hoch und liefen weiter. John wandte sich um.

„Was nun?“, fragte er. „Wir sind allein machtlos. Logan hat noch immer vierzehn Mann bei sich.“

„Ich werde mit den Leuten und dem Friedensrichter reden. Vielleicht kann ich ein Aufgebot sammeln. Warten Sie im Saloon.“

 

*

 

Velma saß an einem runden Tisch, ihr gegenüber ein kleiner, schmalschultriger Mann mit einem dreieckigen Wolfsgesicht, in dem kleine, scharfe Augen listig funkelten.

„Zehn und zehn“, sagte der Mann und blickte verstohlen in seine Karten.

Velma wischte sich den Schweiß von der Stirn.

„Zehn und aufdecken.“ Sie schob das Geld zur Mitte des Tisches und wischte sich abermals über die Stirn.

Der Mann lachte leise und deckte seine Karten, eine nach der anderen, auf.

„Vier Könige.“

Velma warf ihre Karten zu dem Geld auf den Tisch.

„Pech gehabt“, stellte der Mann fest und lachte. „Soll ich Ihnen etwas sagen? Hier hat noch nie eine Frau gespielt.“

Er schob Velma Plummers Karten zur Seite und griff nach dem Geld. Während er es einsteckte, stand er auf, griff nach seinem Hut und stülpte ihn auf den Kopf.

„Dann noch einen schönen Tag.“ Er lachte wieder, ging um den Tisch und die Calhouns herum und verließ den Saloon.

Knarrend schwang die Tür aus. Velma wandte sich um. Schweiß brannte wieder auf ihrer Stirn.

„Wieviel brachte der Ring?“, erkundigte sich John.

„Sechzig. Aber ich habe nur noch zwanzig davon. Ich bin nicht in Form, muss zu viel an andere Dinge denken.“

Tom setzte sich. Der Keeper kam an den Tisch. Velma legte fünf Dollar auf die Platte.

„Wir haben lange nichts mehr gegessen“, sagte sie.

John setzte sich ebenfalls und brummte böse. Es schien ihm nicht zu gefallen, dass die Frau für ihr und seinen Bruder bezahlen musste.

„Und?“, fragte sie.

„Der Marshal will versuchen, ein Aufgebot zu sammeln“, erklärte Tom. „Sie sollten sich ein Zimmer nehmen und schlafen, Velma. Wir kommen hierher zurück.“

Sie schüttelte den Kopf.

Der Salooner brachte eine Flasche und Gläser.

„Steaks?“, fragte er.

„Ja“, sagte das Mädchen.

„Wenn Sie wollen, können Sie heute abend tanzen und singen, Miss. Abends kommen viele Männer. Es lohnt sich für uns beide.“

Sie blickte ihn vernichtend an. Er zuckte die Schultern, wandte sich ab und schlurfte in die Küche.

„Und?“, fragte sie. „Logan wird behaupten, der Mann zu sein, für den er sich seit Monaten ausgibt. Der Marshal kann ihm das Gegenteil nicht beweisen.“

Tom beugte sich über den Tisch, sah Je zwingend an und sagte: „Uns gehören fast tausend Rinder von der Herde. Das ist ein Vermögen, Velma. Wir müssen ganz einfach versuchen, zu unserem Recht zu kommen.“

„Dann komme ich mit, Mr. Calhoun. Ich will dabei sein, wenn Sie erfahren müssen, dass es in dieser Sache kein Recht für Sie gibt.“

John fluchte leise. Der Keeper kam aus der Küche zurück und blieb hinter der Theke stehen.

„Ich glaube auch nicht, dass wir irgend etwas tun können“, erklärte Tom Calhoun. „Aber ich kann auch nicht hier sitzenbleiben und auf ein Wunder warten. Wir müssen etwas unternehmen. Es ist besser, Sie bleiben hier, Velma. Er braucht Sie nicht zu sehen.“

„Ich komme mit“, beharrte sie. „Ich will Ihr und auch sein Gesicht sehen.“

„Er wird Sie hassen“, meinte John. „Was Sie getan haben, ist für ihn glatter Verrat.“

„Ja, ich kenne ihn. Vielleicht kann ich ihm erklären, dass ich heute anders darüber denke.“

„Es wird kaum etwas zu erklären geben“, sagte Tom. „Er wird sicher so tun, als hätte er uns niemals gesehen.“

,Der Keeper ging wieder in die Küche. Als er zurückkam, sagte er: „Es dauert nur noch ein paar Minuten.“

Sie waren beim Essen, als der Marshal den Saloon betrat. Er ließ sich an der Theke einen Whisky geben, mit dem er an den Tisch kam und sich setzte.

„Ich habe fünfzehn Mann.“ Er trank den Whisky und stellte das Glas auf den Tisch.

„Wann?“, fragte Tom Calhoun.

„In einer Stunde.“

„Miss Plummer will auch mitkommen, Marshal. Ich war eigentlich dagegen. Aber vielleicht veranlasst ihre Gegenwart Hank Logan doch zu einer unbedachten Äußerung.“

Bagley stand auf und nahm das leere Glas.

„Das werden wir ja sehen“, meinte er und ging wieder zur Theke. „Also dann bis nachher.“

 

*

 

Das Sattelleder knarrte und die Waffen schlugen klappernd aneinander. Sie ritten durch die Dunkelheit; eine breite Kette, in der Mitte Marshal Bagley, mit den Calhouns und Velma Plummer an seinen Seiten.

Vor ihnen im Tal war der Feuerschein, waren die huschenden Gestalten, die schattenhaften Pferde im Seilkorral und die Rinder, die sich in der Nacht verloren.

„Halt!“, rief eine scharfe Stimme und ein Gewehr wurde repetiert. „Wer ist da?"

Die Kette der Reiter kam zum Stehen.

„Marshal Bagley aus Casper!“

Die Umrisse des reitenden Wächters wurden deutlicher. Er kam näher und hielt vor dem Marshal an. Sein Blick glitt zu den Calhouns weiter und sein Gesicht verzog sich für ein paar Sekunden zu einer Fratze. Dann war es ausdruckslos wie vorher

„Was wollen Sie, Marshal? Haben Sie hier irgend etwas zu sagen?“

„Ich will Ihren Boss sprechen. Rufen Sie ihn!“

Der Wächter drehte sich im Sattel. Vom Feuer näherten sich zwei Gestalten, und Tom Calhoun erkennte, dass es Logan war, an dessen Seite Perry Monk lief.

„Colonel, hier ist ein Marshal!“, rief der Wächter.

Logan näherte sich langsam. Er schien Monk etwas zuzuflüstern. Daraufhin blieb der zurück, wandte sich schließlich um und ging wieder zum Feuer.

Logan blieb neben dem Pferd des Wächters stehen und schaute von einem zum anderen.

„Na also“, sagte er. „Haben Sie die Kerle festgenommen?“

Der Wächter blickte ihn erstaunt und fragend an.

„Sie sind Hank Logan?“, fragte Bagley.

„Ja. Haben die Kerle meinen Namen behalten? Was wollen Sie, Mister?“

„Die beiden Calhouns behaupten, eine Ranch in Texas zu besitzen. Sie müssten fast tausend Rinder mit dem Brandzeichen der Calhouns in Ihrer Herde haben.“

Logan warf dem Mädchen nur einen kurzen Blick zu, aber sie sah das wilde, zügellose Feuer, das dabei in seinen Augen brannte. Da schaute er Bagley schon wieder an.

„Eine Ranch?“, fragte er. „Diese Strolche? Das ist ja zum Lachen, Marshal. Ich habe eine Ranch in Südtexas. Meine Rinder flohen vor einem Hurrikan und waren nur schwer wieder zu sammeln. Stimmt, ich habe Tiere mit anderen Brandzeichen dabei. Ich habe sie gekauft. Die fremden Rancher wollten sie nicht zurücktreiben, weil sie zu wenig Leute dabei hatten. Es ist gut, dass Sie die beiden und das Weib gefasst haben.“

„Wie meinen Sie das?“

Tom Calhoun sah den unsicheren Blick des Marshals, der auf Logan gerichtet war und er begriff auf einmal, dass der Bandenführer damit gerechnet haben musste, ihnen noch einmal unter anderen Vorzeichen zu begegnen.

„Sie liefen uns über den Weg. Vor zwei Tagen. Sie wollten an unserem Feuer schlafen. Aber wir erkannten sie. In Green River City hing ein Steckbrief mit guten Bildern — mit den Bildern der drei. Sie werden gesucht. Wegen Falschspiel und Bankeinbruch. Keine sehr schöne Sache. Wir wollten sie in der nächsten Stadt abliefern, aber sie konnten uns entkommen.“

Logan spuckte auf den Boden, schaute Tom Calhoun an und grinste für den Bruchteil einer Sekunde hinterhältig.

Marshal Bagley blickte Tom Calhoun unsicher an.

„Der Kerl lügt, wenn er den Mund aufmacht!“, rief das Mädchen zornig. „Er ist genau der, den die Calhouns Ihnen beschrieben haben, Marshal.“

Einen Moment herrschte Schweigen. Die Männer aus Casper blickten unsicher auf ihre Waffen.

Schatten schlichen durch die Nacht. Tom Calhoun hatte das Gefühl, diesmal freiwillig in Hank Logans Falle geritten zu sein.

„Aber diesmal lassen wir sie nicht wieder entkommen“, fuhr Logan fort. „Wir hängen sie hier gleich auf. Da unten ist ein Baum.“ Er zeigte über die Schulter. „Sie werden aufpassen, dass alles amtlich zugeht, Marshal.“

Logan lachte zufrieden über sich selbst. Er blickte zu dem Wächter hinauf, der nun auch zufrieden grinste und begriffen zu haben schien.

„Wir werden niemanden aufhängen“, erklärte Bagley belegt und unsicher geworden. „Dazu sind wir nicht befugt.“

„Auf dem Steckbrief stand tot oder lebendig“, meinte der Wächter und nickte mehrmals.

„Genau“, setzte Logan hinzu. „Und wir hängen sie auf, ehe sie noch einmal entwischen und irgendwo haarsträubende Märchen erzählen können!“

Marshal Bagley packte sein Gewehr fester.

Da tauchten rechts und links der haltenden Posse Logans Leute aus der Nacht auf. Waffen blinkten dunkel in ihren Händen. Hinter den Männern wurden Gewehre repetiert. Bei Logan tauchten ebenfalls zwei Männer auf.

„Und wenn Sie nicht wollen, machen wir es allein“, sagte Logan. „Sie haben sicher bemerkt, dass wir Sie und Ihre Leute genau in der Mitte haben, Marshal!“

Velma Plummers Gesicht war weiß wie eine frisch gekalkte Wand geworden.

Logan lachte leise. Der Wächter grinste und richtete das Gewehr auf den Marshal.

„Also, steigen Sie ab“, sagte der Bandenführer. „Wir fangen gleich an.“

Bagley schob das Gewehr in den Sattelschuh, und die Männer um ihn folgten seinem Beispiel. Tom und John ließen die Waffen ebenfalls verschwinden, denn sie hatten so gut wie Bagley erkannt, dass es ein fürchterliches Blutbad geben würde, wenn es mit der Bande zu einem Kampf kam.

„Nun?“, fragte Logan drängend.

„Ich bin als Marshal erledigt, wenn ich das tue, Mister. Ich kann einen Mann nicht einfach auf die Aussage eines anderen hin hängen. Ich habe überhaupt nicht das Recht dazu, denn ich bin kein Richter.“

Logan grinste schon wieder.

„Nehmen Sie sich das Recht. Tot oder lebendig stand auf dem Steckbrief!“

Tom Calhoun blickte zur anderen Seite. Neben ihm hielt ein Mann, dem die Angst deutlich und unübersehbar ins Gesicht geschrieben stand.

„Oder wir machen es, und Sie sagen, Sie hätten nichts dagegen tun können“, fuhr Logan fort. „Ist doch ganz einfach, Marshal. Jungs, wir ...“

„Halt!“, rief Bagley scharf und griff nach dem Revolver.

„Was denn?“

„Wenn die drei Banditen sind, wird der Friedensrichter in Casper sie verurteilen und der Strafe zuführen. Ich kann das nicht, und Sie können es auch nicht. Haben Sie den Steckbrief hier?“

„Nein. Wir haben ihn in Green River City gesehen. Woher sollten wir ihn haben?“ Logan grinste nun nicht mehr. „Sie glauben mir wohl nicht, he?“

Bagley blickte auf Tom Calhoun, dann auf das bleiche Mädchen und schließlich auf seine Männer, Familienväter aus der Stadt, die niemals zuvor in einer solchen Lage gewesen waren und deren Angst er nicht übersehen konnte. Sie saßen in der Falle. Die Zweifel, die ihm an der Geschichte der Calhouns gekommen waren, existierten nicht mehr. Hank Logans Art hatte ihm die Augen geöffnet, und so wusste er nun, dass die Bande noch viel skrupelloser war. als aus der Geschichte der Calhouns für ihn hatte hervorgehen können.

„Nun?“, fragte Logan. „Sie glauben mir nicht, was?“

„Doch. Natürlich glaube ich Ihnen“, sagte der Marshal schnell und wischte sich den Schweiß von der Stirn. „Aber ich darf niemanden hängen, der sich in meiner Gewalt befindet. Ich mache Ihnen einen besseren Vorschlag.“

„Und der wäre?“

„Wir reiten zusammen nach Casper, und Sie erzählen die ganze Geschichte dem Friedensrichter.“

Tom Calhoun sah, dass Logan den Marshal scharf anblickte. Zugleich begriff er, dass Bagley nichts weiter wollte, als alle Beteiligten aus der Sache ziehen, ehe es zu einem Schusswechsel und seinen verheerenden Folgen kommen konnte.

Tom Calhoun blickte vorsichtig über die Schulter und sah die Kette der Banditen. Die erste Salve würde mindestens acht Männer aus den Sätteln reißen.

„Dem Friedensrichter also“, knurrte Logan. „Und warum so umständlich?“

„Er wird dann urteilen. Wenn alle Ihre Leute bezeugen, dass sie den Steckbrief gesehen haben, gibt es vielleicht keine Frage mehr.“

„Vielleicht?“

Bagley zuckte die Schultern.

„Ich bin nicht der Richter. Sicher wird er die Männer und die Frau verurteilen.“

Tom sah, dass Hank Logans Blick voller Misstrauen war.

„Sie geben die Kerle also auch nicht heraus?“, erkundigte sich der Bandenführer.

„Wenn Sie sie hier hängen wollen, müssen Sie mich töten!“

„Warum gleich töten?“, fragte Logan. „Wir können Sie auch aus dem Sattel ziehen und binden. Oder festhalten, bis es vorbei ist.“

„Das würde Sie teuer zu stehen kommen, Mr. Logan. Aber auch, wenn Sie mich und meine Leute umbringen, kommen Sie nicht davon. Der Friedensrichter weiß, wohin wir geritten sind und kennt die Anschuldigung, die Mr. Calhoun und sein Bruder gegen Sie erheben. Ich würde Ihnen vorschlagen, mit mir in die Stadt zu kommen und die Angelegenheit mit der gebotenen Ruhe zu klären. Ich bin selbst daran interessiert.“

Logan blickte den Marshal wieder schärfer an. Er schien ergründen zu wollen, was Bagley wirklich dachte.

„Also gut, Marshal“, sagte er auf einmal. „Aber ich stelle eine Bedingung: die drei Gefangenen werden gebunden. Ich komme mit allen meinen Leuten und der Herde mit nach Casper. Einverstanden?“

Bagley warf Tom Calhoun einen schnellen Blick zu. dann schaute er Logan wieder an.

„Einverstanden.“

Logan grinste Tom Calhoun an.

„Dann steig ab, Halunke!“, rief er.

„Moment“, mischte sich Bagley ein. „Es sind meine Gefangenen und sie werden von meinen Leuten gebunden.“

„In Ordnung“, knurrte Logan. „Aber wir werden auf Ihre Gefangenen aufpassen, Bagley!“

 

*

 

John Calhoun starrte ins Feuer. Dahinter saß Tom, genauso gebunden wie sein Sohn und wie das Mädchen auf der rechten Seite. Marshal Bagley lief hin und her, blieb manchmal stehen und blickte suchend in die Dunkelheit.

„Haben Sie sich überhaupt etwas dabei gedacht?“, knurrte John. „Sie müssen doch bemerkt haben, dass er ein Halunke ist und dass unsere Geschichte stimmt.“

Bagley blieb stehen und schaute John an. Der Busch hinter John bewegte sich etwas.

„Ich fürchte, Ihre Geschichte ist erfunden, Mr. Calhoun“, gab er zurück. „Mr. Logan macht einen seriösen Eindruck auf mich. Wenn seine Leute bezeugen, dass ihr drei steckbrieflich gesucht werdet, dann ...“ Bagley machte eine weitschweifige Handbewegung, wandte sich um und lief wieder auf und ab.

„Das ist doch verrückt!“, rief das Mädchen.

Tom Calhoun sah Logan neben dem Busch hinter John auftauchen. Der Bandenführer näherte sich mit grinsendem Gesicht. Er schien mit dem Stand der Dinge zufrieden zu sein, und vielleicht gefiel es ihm jetzt so noch besser, als er es hatte machen wollen.

Der Marshal war stehengeblieben und hatte sich umgewandt. Sein Gesicht sah erstaunt aus, als er Hank Logan anschaute.

„Wenn Ihre Leute uns helfen, werden wir morgen abend in Casper sein“, sagte Logan.

„Natürlich. Wieso nennt man Sie Colonel? Waren Sie Soldat?“

„Ja, Marshal. Da ist noch etwas: ich war Südstaatler. Wir vermieden jede Kampfhandlung, die für Frauen zu einer Gefahr werden konnte. Ich würde das Mädchen freilassen.“

„Ich will nicht frei sein“, sagte Velma scharf. „Wenn es eine Gerechtigkeit gibt, wird die Wahrheit an den Tag kommen. Wenn nicht, will ich nicht länger leben.“

Logan grinste ihr zu, während er die Schultern hob und wieder fallen ließ.

„Sie müssen es wissen, Madam.“ Er wandte sich ab und verschwand in der Nacht.

Bagley setzte sich auf seinen Sattel und drehte sich eine Zigarette. Scharf glitt sein suchender Blick hin und her. Einer von Logans Männern tauchte neben dem Busch auf.

„Morgen werden wir also wieder in Casper sein“, sagte er so leise, dass der Mann am Busch ihn nicht hören konnte. „Dort sperre ich euch ins Jail. Es gibt keinen Ort in Wyoming, an dem ihr sicherer seid.“

 

*

 

„Halt, wer ist da?“, rief die bellende Stimme durch die Dunkelheit, und ein Gewehrverschluss knackte.

„Ich bin es, du Narr“, erwiderte Logan. „Sei nicht so aufgeregt, sonst schießt du noch aus Versehen.“

Die Haltung des Mannes bei den Pferden entspannte sich. Logan ging weiter auf ihn zu.

„Ches ist immer noch nicht zurück“, sagte er. „Ich verstehe das nicht.“

„Vielleicht war er auch in Casper.“ Logan blickte Perry Monk überrascht an. Daran hatte er noch nicht gedacht.

„Soll ich dir was sagen, Colonel? Ich traue dem Marshal nicht. Vielleicht treibt er ein falsches Spiel mit uns.“

„Vielleicht“, sagte Logan versonnen. „Aber wir werden ihn und den Friedensrichter zwingen, die Calhouns zu hängen.“

„Und Velma?“

„Mit ihr wird man milder verfahren, und sie wird dann wissen, wie groß die Macht entschlossener Männer ist.“

„Warum hast du uns nicht schießen lassen? Sie hatten keine Chance!“

„Man hätte den Marshal und seine Männer vermisst, Perry. Hier in der Gegend sind die Indianer unruhig. Es gibt eine Menge Militär hier.

Ich will zu den Goldgräbern und die Rinder verkaufen. Uns könnten sie spielend leicht einholen und wir hätten dann keine Chance gegen sie. Begreifst du das nicht?“

„Doch, Colonel.“

„Ich bin Rancher in Südtexas. Wenn ihr euch das merkt und es keine Stunde vergesst, muss unser Plan aufgehen. Wir sind genug Zeugen.“

„Natürlich.“

Logan nickte Monk zu, wandte sich ab und ging zurück. Neben dem Busch blieb er stehen und blickte auf das Feuer und die Gestalten, die darum herum saßen Der Mann neben ihm schaute in sein Gesicht.

„Was Verdächtiges gehört?“

„Nein, Colonel.“

Logan ging weiter. Der Marshal blickte auf, als er sich dem Feuer näherte. Logan blieb stehen, zog eine Zigarette aus der Tasche, bückte sich und langte ein brennendes Stück Holz aus dem Feuer. Als er die Zigarette angebrannt hatte, warf er das Holz ins Feuer zurück.

„Ich habe einen Mann fortgeschickt“, sagte er gedehnt. „Er sollte in einer Stadt Salz besorgen. Er heißt Ches Morton. Sie haben ihn nicht gesehen?“

Bagley stand auf.

„In Casper wurde ein Mann erschossen“, erwiderte er. „Wie hieß er gleich, Calhoun?“

„Morton“, sagte John und grinste den Bandenführer an.

Logans Gesicht verfärbte sich.

„Wer hat ihn erschossen?“

„Ich, Logan“, sagte John. „Mit drei Kugeln.“

Logans Kopf zuckte herum. Er starrte Bagley an.

„Eine eigenartige Geschichte“, erklärte der Marshal. „Ich wusste gar nicht, dass er zu Ihren Leuten gehörte. Mr. Calhoun ritt über die Straße. Er hatte alle Hände voll mit seinem scheuenden Pferd zu tun. Da wurde er mehrmals beschossen. Dann schoss John Calhoun. Tja, ich denke, es war eine Art Notwehr. Wieso konnte Ihr Mann Calhoun nur ermorden wollen?“

„Ermorden?“

Bagley zuckte die Schultern und sagte: „Kann es etwas anderes sein, wenn man auf einen Reiter schießt, der nicht in der Lage ist, zur Waffe zu greifen?“

Logan biss sich einen Moment in die Unterlippe. Dann erwiderte er: „Die Calhouns sind vogelfrei. Man braucht ihnen keine Chance zu geben.“

„Ja, das ist richtig“, gab der Marshal kleinlaut zu. „Zu dumm, er war gleich tot und konnte mir nichts mehr sagen, Mr. Logan. Vielleicht hätte ich mir sonst den Weg hierher sparen können.“

Logan blickte ihn noch forschend an, während er an seiner Zigarette zog. Sein Blick glitt zu Velma Plummer weiter und zeigte den Hass, der ihn beseelte. Dann wandte er sich schroff ab und verließ den Lichtkreis des Feuers.

Bagley sah Logan zu seinem Zelt gehen und darin verschwinden. Er lächelte ein wenig.

„Ich habe das Gefühl, als würden wir wirklich alle wieder in Casper ankommen.“

„Natürlich“, erwiderte Tom. „Logan hat in Form von Rindern ein Vermögen bei sich. Es ist schwer beweglich, und seine Chance, die Rinder zu verkaufen, ist nur dann reell, wenn niemand nach ihm sucht, Marshal.“

„Genau damit habe ich auch gerechnet, Mr. Calhoun.“

 

*

 

Als die Stadt in der Abenddämmerung sichtbar wurde, atmete der Marshal auf und wischte sich den Schweiß von der Stirn.

„Das war fast ein heißer Tag“, sagte Tom und blickte auf die Stricke an seinen Händen. „Werden Sie uns wirklich einsperren?“

„Ja. Ich müsste sonst befürchten, Sie und Ihren Sohn morgen tot zu finden. Und vielleicht wäre das Mädchen dann spurlos verschwunden.“

„Das wäre möglich.“ Tom blickte wieder auf die Stadt. „Und wie steht unsere Sache — ich meine, wie ist es mit unseren Rindern und unserem Recht?“

„Ich würde Ihnen sehr gern helfen. Aber wir brauchen einen Beweis, Mr. Calhoun.“

Tom nickte.

„Mit anderen Worten, wir müssen froh sein, wenn wir mit einem blauen Auge davonkommen, was?“

„So kann man es auch nennen, Mr. Calhoun. Wissen Sie, dass in diesem Land viel Unrecht geschieht und nie gesühnt wird?“

„Ja, ich weiß.“

„Sie haben in Texas eine schöne Ranch. Der Verlust der Herde geht nicht an Ihre Existenz. Sie sollten zufrieden sein.“

„Ist das Ihr Ernst?“

„Mein voller Ernst, Mr. Calhoun. Ich bin froh, wenn Logan in der Stadt nicht noch ein Gedanke kommt.“

Tom Calhoun sah die Reiter, die die Herde getrieben hatten, nach den Seiten schwenken. Das Knallen der Peitschen wurde lauter. Auch die wilden, heiseren Zurufe nahmen an Lautstärke zu. Die Rinder drängten nach innen. Schon begannen die Reiter, die Herde zu umkreisen und völlig zum Stillstand zu bringen.

Die Stadt war noch eine knappe Meile entfernt.

Logan kam aus dem Staub, der von der Herde mit dem lauen Wind nach Westen wehte. Er grinste, als er den Marshal mit ein paar seiner Leute und den drei Gefangenen sah. Er hielt vor ihm an, zeigte über die Schulter und sagte: „Wenn zweitausend Rinder über die Stadt hinweggehen, bleibt dahinter kein Brett über dem anderen. Haben Sie schon einmal daran gedacht?“

Bagley schaute den Mann kühl an.

„Nein, daran habe ich noch nicht gedacht“, erwiderte er gelassen.

„Aber Sie haben auch etwas vergessen, Mr. Logan.“

„Was?“

„Wenn nur ein Mensch entkommt und den Militärgouverneur erreicht, bleibt von den Schuldigen kein Fuß auf der Erde.“

Logans Gesicht verzog sich für einen Moment zur Fratze. Dann grinste er wieder.

„Sie müssen mich falsch verstanden haben“, knurrte er. „Es könnte doch zufällig eine Stampede ausbrechen.“

„Der Militärgouverneur wird schon feststellen, ob es ein Zufall war.“

Logan drehte sein Pferd.

„Wir können in die Stadt reiten“, erklärte er. „Ich nehme fünf meiner Männer mit.“

„Wie Sie wollen.“

Bagley trieb sein Pferd an. Die Calhouns und Velma Plummer ritten an seinen Seiten. Als sie an der Herde vorbei waren, schlossen sich Logans fünf Männer hinter ihnen an, aber denen wieder folgte die Posse aus der Stadt.

So kamen sie nach Casper, das sie voller Hoffnung auf Gerechtigkeit verlassen hatten, wieder zurück.

Clark Hart, der greise Friedensrichter mit dem Silberhaar, stand vor seinem kleinen Haus auf dem Gehsteig und blickte ihnen entgegen.

Der Marshal hielt sein Pferd an. Die anderen folgten seinem Beispiel.

„Die Calhouns und die Frau scheinen uns belogen zu haben, Sir“, sagte der Marshal gedehnt und blickte den alten Mann zwingend an, als wollte er außer seinen Worten noch etwas anderes sagen.

Der Mann nickte verstehend.

„Mir gehören die Rinder!“, rief Logan, dass es in der ganzen Stadt zu hören sein musste. „Mir und keinem anderen! Ich bin Rancher in Südtexas, und wer etwas anderes sagt, der lügt! Und die beiden Kerle und das Mädchen werden in Green River City steckbrieflich gesucht!“

Die buschigen grauen Brauen des alten Mannes hoben sich, und der Blick seiner hellen Augen schien schärfer zu werden.

„Ich habe Mr Logan versprochen, dass seine Angaben nachgeprüft werden“, meinte der Marshal. „Bis darüber Klarheit herrscht, sind die Calhouns und Velma Plummer Gefangene unserer Stadt.“

„Kommen Sie in mein Haus, Mr. Logan. Sie auch, Marshal. Einer Ihrer Leute soll die Gefangenen ins Jail bringen. Oder besser ein paar!“

 

*

 

Die Tür fiel mit einem Knall ins Schloss. Das Gitter rasselte noch leise.

Tom Calhoun sah das Gesicht des Mannes durch die Stäbe, deren Schatten es zu teilen schienen.

„Gibt es hier auch etwas zu essen?“, knurrte John, der sich auf eine der beiden Pritschen gesetzt hatte. „Ich habe verdammten Hunger!“

„Ihr müsst warten, bis der Marshal zurück ist. Er sorgt dann für alles.“ Der Mann klapperte mit dem Schlüsselbund, brummte noch etwas Unverständliches und wandte sich ab. Die schwere Jailtür fiel hinter ihm zu.

Tom wandte sich um. Das Mädchen stand am vergitterten Fenster und schaute hinaus auf die schlammige Straße. John versenkte den Kopf zwischen seinen großen Händen.

„Sie haben bloß die eine Zelle, was?“

„Ja.“

„Dann könnten Sie die ganze Bande gar nicht unterbringen, zum Teufel.“

„Nein.“

John hob den Kopf und knurrte: „Kannst du nicht mal etwas anderes sagen?“

„Was?“ Tom grinste seinen Sohn an. „Es ist doch alles in bester Ordnung. Kein Mensch glaubt Logans Geschichte.“

„Wir können unsere genauso wenig beweisen wie er. Aber es sind unsere Rinder!“

Velma drehte sich um.

„Vielleicht weiß ich den Weg, der Sie zu Ihrem Eigentum führt, John.“

„Lassen Sie hören.“

„Man muss Logan die Rinder verkaufen lassen. Er wird sich dann von seinen Leuten trennen, sobald er das für günstig hält. Er wird ihnen auch nicht viel bezahlen. Ich kenne ihn genau. Man darf nur seine Spur nicht verlieren.“ John blickte wieder auf Tom.

„Den Gedanken hatten wir schon einmal, wenn ich mich nicht gewaltig irre, was?“

„Ja, John. Wenn wir zu unserem Recht kommen wollen, müssen wir uns ungesetzlicher Mittel bedienen, und kein Mensch darf jemals davon erfahren. Meinen Sie es so, Velma?“

Sie lächelte.

„Sie nehmen alles zu tragisch, Tom. Wie weit Ihnen das Recht hilft, müssten Sie doch inzwischen herausgefunden haben.“

„Die Männer sind auf unserer Seite.“

„Und wenn schon. Das Recht hält zu dem, der Beweise hat. Stellen Sie sich vor, Logan würde es gelingen, gegen uns Beweise aufzutreiben. Vielleicht nur fingierte Beweise. Es geht manchmal mit dem Teufel zu.“

Eine Weile schwiegen sie alle drei. Dann sagte John: „Gegen uns findet er nichts.“

„Er braucht nur einen Steckbrief auf den Namen Calhoun heranzuschalfen. Glauben Sie nicht auch, dass es noch mehr Männer gibt, die Calhoun heißen?“

Tom und John schauten sich an.

„Unsinn“, sagte John schließlich.

„Natürlich ist es Unsinn. Aber auch der größte Unsinn soll vorkommen. Wenn wir hier herauskommen, müsstet ihr versuchen, es so zu machen, wie ich es sagte.“

Tom Calhoun setzte sich neben seinen Sohn und starrte den harten Boden an.

Draußen im Office waren die stampfenden Schritte des Mannes zu hören, der den Marshal vertrat.

John stand auf und lief in der Zelle hin und her. Plötzlich blieb er stehen.

„Wenn der Bande der Gedanke kommt, uns umzubringen, können wir uns nicht einmal wehren. Wir haben keine Waffe.“

Velma wurde bleich. Daran schien sie noch nicht gedacht zu haben. Tom winkte beruhigend ab.

„Logan weiß genau, wie weit er eine Sache treiben kann“, sagte er. „Er will als unbescholtener Mann weiter nach Norden. Vergeht das nicht.“

 

*

 

„Also gut, Mr. Logan“, sagte der Richter und stand auf. „Ich schicke einen Boten nach Green River City.“

„Was?“, fragte der Bandenführer gepresst. „Soll das etwa heißen, ich soll hier auf die Rückkehr des Mannes warten? Er wird eine ganze Woche oder noch länger unterwegs sein.“

„Zehn Tage, Mr. Logan.“

Der eiskalte Blick des greisen Mannes machte den Bandenführer unsicher. Er blickte zu Marshal Bagley weiter und sagte heiser: „Sie haben mir versprochen, dass hier alles geregelt wird.“

„Der Richter ist doch bereit, alles zu regeln, Mr. Logan. Ich weiß gar nicht, was Sie haben.“ Der Marshal schaute den Bandenführer ohne jede Regung im Gesicht an. „Die Gefangenen sind eingesperrt und können nicht entkommen. Ihre Leute werden sich während der zehn Tage ausgezeichnet erholen.“

„Ich habe nicht genug Geld, sie alle unterzubringen. “

„Sie können hier sicher ein paar Rinder verkaufen. Nicht für hundert Dollar, aber vielleicht für zwanzig das Stück.“

Logan blickte Bagley vernichtend an und wandte sich wieder dem Richter zu.

„Ihr letztes Wort?“

„Bitte?“

„Ob es dabei bleiben soll?“

„Natürlich, Mr. Logan: Auch wenn alle Ihre Leute das gleiche aussagen, ändert das nichts. Ich brauche klare Beweise. Weder Sie noch Ihre Leute waren dabei, als die Calhouns und das Mädchen falsch spielten und die Bank ausraubten.“

Logan presste die Lippen so fest aufeinander, dass sie wie ein Strich in seinem Gesicht standen.

„Das sind die Tatsachen“, fuhr der Richter fort. „Sie haben mich auf Banditen aufmerksam gemacht und der Marshal hat sie festgenommen. Nun geht es um die Beweise.“

Hank Logan lehnte sich neben der Tür an die Wand, er schien zu überlegen.

„Ich kann den Boten noch in dieser Stunde losschicken“, fuhr der Richter fort.

„Also gut. Geben Sie dem Mann zwei Pferde mit. Vielleicht ist er dann schneller.“ Logan wandte sich ab, öffnete die Tür und ging hinaus. Schmetternd fiel die Tür zu. Die Fenster klirrten leise.

„Arroganter Narr“, knurrte der alte Mann.

„Und nun?“

„Ich werde einen Boten schicken. Leider sehe ich keinen anderen Weg, Marshal.“

„Ja.“

„Vielleicht verschwindet die Bande inzwischen.“

„Vielleicht. Nun, wir werden ja sehen.“

 

*

 

Hank Logan ging zur Theke und lehnte sich dagegen.

„Also wie nun?“, fragte der dicke Schlachter der Stadt, der neben ihm stand.

„Zehn Stück.“

„In Ordnung.“ Der Mann griff in die Tasche und zählte zweihundert Dollar auf den Tisch.

Logan gab Perry Monk ein Zeichen. Der kam an die Theke.

Details

Seiten
100
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783738934410
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v507083
Schlagworte
angelo country flammender hass

Autor

Zurück

Titel: SAN ANGELO COUNTRY #69: Flammender Hass