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Ein Schnüffler zuviel: N.Y.D. – New York Detectives

2019 112 Seiten

Leseprobe

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Ein Schnüffler zuviel: N.Y.D. – New York Detectives

Copyright

Die Hauptpersonen des Romans:

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Ein Schnüffler zuviel: N.Y.D. – New York Detectives

Krimi von Wolf G. Rahn

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 112 Taschenbuchseiten.

Der Privatdetektiv Bount Reiniger erhält den Auftrag, Professor Windlake zu finden, der Hardy Softer viel Geld schuldet. Zunächst glaubt Reiniger noch, dass dies eine einfache Angelegenheit sein wird. Doch da täuschte er sich gewaltig.

 

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

Alfred Bekker

© Roman by Author

© dieser Ausgabe 2019 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

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Die Hauptpersonen des Romans:

Professor Windlake - Sein guter, untadeliger Ruf wird Ihm zum Verhängnis.

Buck Ryders - Detektive sind für ihn der letzte Dreck. Doch dann lernt er wirklichen Dreck

kennen.

Samuel Crash - Er leitet die perfekte Gang, die für ihn jeden Mord begeht.

Francis Bristow - Als Bount Reiniger ihm lästig wird, holt er zum Gegenschlag aus.

June March – ist Bounts Assistentin und hilft ihm bei seinen Fällen.

Bount Reiniger – ist Privatdetektiv.

 

 

 

1

„Himmel noch mal! Sie kriegen Ihr Geld. Wie oft soll ich Ihnen das denn noch sagen?“ ProfessorWindlake ballte die Faust und zerknüllte dabei ein Taschentuch. Dann wischte er sich damit dem Schweiß von der Stirn.

„Ich warne Sie, Professor!“, krächzte es aus dem Telefonhörer. „Ich habe nichts zu verschenken. Sie vertrösten mich von einer Woche auf die andere. Das lasse ich mir nicht mehr länger gefallen.“

„Übermorgen bezahle ich. Das verspreche ich Ihnen. Wenn ich den laufenden Auftrag abgeschlossen habe, erhalte ich eine größere Summe.“

„Hoffentlich! Sonst sähe ich mich nämlich gezwungen, meine Anwälte einzuschalten.“

Windlake starrte den Hörer in seiner Hand an. Er wollte noch etwas sagen, aber der andere hatte das Gespräch beendet. Die Leitung war tot. Der Wissenschaftler stöhnte. Er nahm die Brille ab und wischte sich über die Augen. Es half nichts, er musste bei dem Sauwetter noch einmal hinaus auf die Straße. Zum Glück war es nicht sehr weit.

Er griff erneut zum Telefon, führte aber diesmal nur ein kurzes Gespräch, um sein Kommen anzumelden. Nervös warf er sich einen leichten Mantel über und nahm seine Aktentasche unter den Arm, in der sich alles Notwendige für den bevorstehenden Besuch befand. Dann verließ er das Apartment und hastete die Treppen hinunter. Er benutzte nie den Fahrstuhl, seit er eine ganze Nacht in einem steckengebliebenen Lift zugebracht hatte.

Eine Tür öffnete sich. Ein rotblonder Bursche steckte den Kopf heraus.

„So spät noch unterwegs, Professor?“, rief er.

Windlake hastete an ihm vorbei, ohne ihm auch nur einen Blick zu schenken.

„Eingebildeter Trottel“, murmelte der Junge und zog sich beleidigt zurück.

Der Professor trat auf die Straße und schlug den Mantelkragen hoch. Nieselregen fuhr ihm ins Gesicht. Er achtete nicht auf seine Umgebung. Er hatte es eilig. Deshalb fielen ihm auch die beiden Männer nicht auf, die sich an seine Fersen hefteten. Anfangs folgten sie ihm in größerem Abstand. Als er in eine Nebenstraße einbog, wechselten sie auf die andere Seite und überholten ihn. Nach zweihundert Yards kehrten sie um und kamen ihm entgegen.

Windlake war in Gedanken versunken. Er grübelte über die Frage nach, ob er sich richtig entschieden hatte. Ein Ja zu dem unterbreiteten Vorschlag hätte ihn von heute auf morgen sämtlicher Geldsorgen enthoben. Dummerweise gab es einen Haken dabei. Der Vorschlag stammte von einem Gangster. Für solche Leute würde er nie arbeiten, lieber hungerte er.

Er bemerkte seine beiden Schatten erst, als sie dicht vor ihm standen und ihn ansprachen: ,,N’Abend, Professor! Kein freundliches Wetter für einen Spaziergang. Da kann man sich ja den Tod holen.“ Der Sprecher war hager und besaß stechende Augen und eine Geiernase.

Sein Partner gehörte zu den muskulösen Typen. Sein derber Unterkiefer bewegte sich von rechts nach links und wieder zurück. Auf diese Weise quälte er einen Kaugummi.

„Ja, scheußlich“, murmelte Windlake zerstreut. Er musste weiter. Es gab Leute, die durfte man einfach nicht warten lassen.

„Für den einen ist es scheußlicher als für den anderen“, spann der Hagere den Gedanken weiter. „Für dich zum Beispiel. Ich möchte jetzt nicht in deiner Schwarte stecken.“ Noch während er sprach, stieß der Mann seine Faust vor. Gleichzeitig war ein leises Klicken zu hören. Ein langes Stilett wurde für einen Moment sichtbar, verschwand aber sofort wieder in Windlakes Leib.

Der Professor riss entsetzt Mund und Augen auf. Sofort presste ihm der Muskulöse seine Schaufelhand auf den Mund, um den Schrei zu ersticken. Windlakes Augen starrten darüber hinweg direkt in das Gesicht seines Mörders.

Der Körper des Professors erschlaffte. Die Aktentasche entglitt seiner kraftlosen Hand. Der Hagere bückte sich gelassen und hob sie auf.

Plötzlich quietschten Bremsen. Ein teebrauner AMC Eagle stoppte. Die beiden Türen auf der Beifahrerseite flogen auf. Die Killer stießen ihr Opfer in den Wagen und warfen sich dann selbst auf die Sitze. Sofort brauste die Limousine wieder weiter. Wie ein Spuk ließ sie die menschenleere Straße hinter sich zurück.

 

 

2

Der Mann war ihm nicht sonderlich sympathisch. Bount Reiniger fand, dass er etwas Habgieriges an sich hatte. Das Honorar, das ihm Mister Softer bot, konnte allerdings nicht als knauserig bezeichnet werden.

„Ich bin kein Menschenfreund, Mister Reiniger“, bestätigte der rundliche Mann Bounts Eindruck. „Man lebt von den Geschäften und nicht von seiner Mildtätigkeit, sage ich immer. Ist es nicht so? Sie arbeiten schließlich auch nicht umsonst.“

„Sie glauben also, dass er untergetaucht ist, um Ihnen seine Schulden nicht zurückzahlen zu müssen“, sagte der Privatdetektiv stirnrunzelnd und blies den Rauch seiner Pall Mall gegen die Decke.

Hardy Softer lachte geringschätzig.

„Ich glaube es nicht, ich weiß es. Dazu muss man nicht studiert haben. Ich kenne mich mit diesen Vögeln aus. Am Anfang zahlen sie pünktlich. Irgendwann beginnen sie zu schludern und lassen sich immer haarsträubendere Ausreden einfallen. Schließlich bekennen sie früher oder später, dass sie vor Schulden nicht mehr ein noch aus wissen.“

„Aber wie Sie mir sagten, handelt es sich bei Professor Windlake um einen anerkannten Wissenschaftler.“

„Das sind die Schlimmsten. Manche verspinnen sich in ihre Formeln, sind aber nicht in der Lage, den Preis für zwei Hamburger auszurechnen. Dann gibt es wieder welche, die so über den Dingen stehen, dass sie ohne Kindermädchen total lebensunfähig sind. Und schließlich haben wir noch eine dritte Sorte, die Gerissenen. Die verstehen es zu genießen. Zu denen zähle ich Windlake. Der hat einen enormen Geldbedarf. Deshalb sind ja auch seine Schulden auf fünfunddreißigtausend Dollar angewachsen.“

„Was tut er mit dem vielen Geld?“

„Reisen“, verriet Softer. „Er deklariert es als Studienreisen. Ich möchte aber nicht nachforschen, was er da studiert. Er ist ja noch keine Fünfzig. In dem Alter erwischt manchen der zweite Frühling.“

Bount musste sich ein Grinsen verkneifen. Er schätzte Softer auf Ende Vierzig. An seinen Fingern steckten Brillantringe. Das Haar war sorgfältig gescheitelt. Er benutzte ein aufdringliches Rasierwasser. Dies alles geschah sicher nicht nur, um einen Privatdetektiv zu beeindrucken.

„Okay!“ Bount drückte seine Zigarette im Aschenbecher aus. „Fassen wir zusammen! Professor Windlake leiht sich seit ungefähr drei Jahren bei Ihnen Geld. In letzter Zeit kommt er mit den Zahlungen in Verzug. Sie mahnen ihn. Er vertröstet Sie. Sie stellen ihm ein Ultimatum, das auf zwei Tage befristet ist. Windlake erklärt sich einverstanden, hält aber den vereinbarten Termin nicht ein. Er zahlt keinen einzigen Dollar. Sie rufen bei ihm an, um ihn zur Rede zu stellen. Er hebt nicht ab. Sie fahren zu ihm. Er öffnet Ihnen nicht. Daraus folgern Sie, dass er sich vor der Zahlung drücken will. Ich soll den Mann nun für Sie aufspüren und herbringen.“

„Exakt! Sie haben völlig freie Hand, Mister Reiniger. Tun Sie, was Sie für erforderlich halten. Wenn Sie der Meinung sind, dass es nicht ohne Gewaltanwendung geht, nur zu!“

„Ich schätze es nicht, den wilden Mann zu spielen“, entgegnete Bount abweisend. „Ich gehöre weder zu den Schlägern noch zu jenen Typen, die sich mit Vorliebe hinter ihrem Schießeisen verstecken. Ich erziele meine Erfolge mit rechtmäßigen Mitteln. Falls Ihnen diese zu human sind, müssen Sie sich einen anderen suchen.“

Hardy Softer lehnte sich grinsend auf dem Besuchersessel zurück.

„Ziemlich schnell beleidigt, wie?“, meinte er breit. „Aber Sie haben Temperament. Das gefällt mir. Wir haben uns falsch verstanden. Ich will Windlake nicht tot oder lebendig. Tot nützt er mir nichts. Ich kriege fünfunddreißigtausend Dollar von ihm. Das ist das Problem. Ich lasse mich nur nicht gern übers Ohr hauen. Und schon gar nicht von einem, der im Sand nach Altertümern buddelt. Sie machen es also?“

Bount seufzte innerlich. Man konnte sich die Auftraggeber leider nicht immer aussuchen. Im Grunde handelte es sich ja um einen angenehmen Job. Keine gewalttätige Gang, keine Killer, kein Rauschgift. Vielleicht gehörte Windlake tatsächlich nur zu jenen sprichwörtlich „zerstreuten Professoren“, die mit der Hundeleine in der Hand vergessen, mit wem sie spazieren gehen wollten. Falls Windlake zu einer seiner Studienreisen aufgebrochen war, ohne an den Termin mit Softer zu denken, bedeutete das einen geruhsamen Flug nach Kairo oder Lima mit entsprechenden Spesen. Er würde Softer überzeugen, dass June mitkommen musste.

„Zu meinen Bedingungen ...“, erklärte er ruhig, aber bestimmt und erhob sich.

Auch Softer wuchtete sich aus dem Sessel und streckte Bount eine schwammige Hand entgegen, die allerdings energisch zuzupacken verstand.

„Ich bin sicher, Sie holen den Halunken zurück“, meinte er lässig. „Das Finanzielle regele ich wohl mit Ihrem blonden Gift im Vorzimmer?“

„Darum wollte ich Sie bitten, Mister Softer.“

Bount wartete, bis sich die Tür hinter seinem Besucher geschlossen hatte: Dann griff er zum Telefon.

 

 

3

Er hatte nicht erwartet, den Professor zu Hause anzutreffen. Ohne Enttäuschung legte Bount den Telefonhörer wieder zurück. Er schlüpfte in sein Sakko und verließ das Büro Apartment, nachdem er June über den Auftrag kurz informiert hatte. Sie sollte sich während seiner Abwesenheit bei den Fluggesellschaften erkundigen. Vielleicht erfuhren sie schon auf diese Weise, in welcher Ecke des Erdballs sie den Verschwundenen zu suchen hatten.

Mit seinem silbergrauen Mercedes 450 SEL fuhr er zu der Adresse, die ihm Softer genannt hatte.

Es handelte sich um ein unauffälliges Mietshaus. Für Wohnkomfort gab Windlake das Geld, das er sich lieh, jedenfalls nicht aus. Der Wissenschaftler wohnte in der vierten Etage. Bount fuhr mit dem Lift hoch und läutete an der Tür mit dem nichtssagenden, blinden Messingschild.

Nach dem vierten Versuch gab er es auf. Windlake war nicht zu Hause.

Die Tür hinter Bounts Rücken wurde lautlos geöffnet. Der Privatdetektiv zuckte herum und blickte in ein verschrumpeltes Gesicht, das zu einem krummrückigen Mann gehörte.

„Der Professor ist verreist.“ Die Stimme klang dünn, aber in gewisser Weise aufgeregt. Blasse Augen flehten Bount geradezu an, sich für ein Schwätzchen Zeit zu nehmen. Ein Fremder durchbrach die Monotonie des Altseins.

Bount hoffte, dass der Mann, der sich als Haller vorstellte, mehr über den Verbleib des Wissenschaftlers wusste. Also verwickelte er ihn in ein Gespräch, und Haller gab bereitwillig Auskunft. Leider zeigte sich schon bald, dass er nicht mehr sagen konnte, als dass er Windlake schon seit einigen Tagen nicht mehr gesehen hatte. Wohin er verreist sein konnte, entzog sich seiner Kenntnis.

„Verwandte besitzt er keine“, wisperte Haller und bat Bount eindringlich, doch eine Tasse Pfefferminztee mit ihm zu trinken.

Bount folgte der Einladung aber nicht wegen des Tees, der noch dünner war, als er befürchtet hatte. Er gab die Hoffnung nicht auf, doch noch etwas zu erfahren, was ihm weiterhalf. Das einzige Interessante war, dass Windlake eine Zugehfrau beschäftigte, die zweimal wöchentlich seine Wohnung aufräumte.

Mrs. Ryders, die Bount unverzüglich aufsuchte, wohnte direkt unter dem Professor. Als Witwe war sie froh, sich ein paar Dollar nebenbei verdienen zu können. Momentan war sie aber doch beunruhigt. Windlake schuldete ihr den Lohn von zwei Monaten.

„Hat er Ihnen gesagt, wohin er verreist ist?“, forschte Bount.

Die magere Frau mit dem verhärmten Gesicht und den rissigen Händen schüttelte den Kopf.

„Verreist? Ohne Gepäck? Das kann ich mir nicht vorstellen. Der Professor schleppt immer zwei riesige Koffer mit, wenn er zu den Ausgrabungen fährt. Diesmal hatte er nur seine Aktentasche bei sich.“

Bount wurde hellhörig.

„Sie haben ihn fortgehen sehen?“

„Ich nicht, aber Buck. Buck ist mein Sohn, müssen Sie wissen. Er hat ihn am Montag gesehen. Es war schon ziemlich spät, und der Professor hat ihn gar nicht beachtet. Dienstags und freitags räume ich bei ihm auf. Am Dienstag war er schon nicht mehr da. Er hat mir auch keine Nachricht hinterlassen. Das bin ich von ihm gar nicht gewöhnt.“

Bount stellte noch verschiedene Fragen, die sich auf Verwandte, Bekannte, Kollegen oder Geschäftsfreunde des Wissenschaftlers bezogen. Auch Anne Ryders erklärte, dass Windlake keine Angehörigen hatte.

„Von Bekannten weiß ich auch nichts, jedenfalls habe ich nie welche bei ihm gesehen. Hin und wieder geht er aus dem Haus. Dann macht er Besuche bei Leuten, die seinen fachmännischen Rat wollen. Fragen Sie mich aber nicht nach Namen. Um solche Dinge kümmere ich mich nicht.“

Das glaubte Bount ihr sogar. Diese Frau war nicht neugierig. Sie hatte mit ihren eigenen Problemen genug am Hals. Das Geld war knapp, zumal ihr Sohn schon seit Monaten ohne Arbeit war. Bount Reiniger versuchte, Anne Ryders zu überreden, ihm die Wohnung des Professors zu zeigen.

„Das kann ich nicht machen, Mister Reiniger“, lehnte sie ab.

„Sie besitzen doch einen Schlüssel.“

„Selbstverständlich. Aber Professor Windlake vertraut mir. Es wäre ihm nicht recht, wenn ich wildfremde Leute in seinen Sachen kramen ließe.“

Bount hob abwehrend die Hände.

„Was glauben Sie von mir? Ich will doch nicht kramen. Ich bin Privatdetektiv. Windlake ist verschwunden. Wie ich hörte, ist er ziemlich vergesslich. Ich muss ihn an gewisse Termine erinnern. Wenn er sie verstreichen lässt, gerät er möglicherweise in Schwierigkeiten. Das wollen Sie doch sicher auch nicht. Schließlich sind Sie indirekt davon betroffen.“

Die Frau zögerte. Der Gewissenskonflikt war ihr deutlich anzusehen.

„Privatdetektiv?“, höhnte es von der Tür. Dort stand ein rotblonder Bursche von vielleicht fünfundzwanzig Jahren. Er trug abgewetzte Jeans und ein kariertes Farmerhemd. An der Unterlippe klebte eine Zigarette. „Das sind doch diese Typen, die in fremden Betten rumschnüffeln, um schmutzige Wäsche für ’nen Scheidungsprozess ranzuschaffen. Aber Windlake ist weder verheiratet noch macht er mit Frauen rum.“

„Mein Sohn Buck“, stellte Anne Ryders vor. „Das ist Mister Reiniger. Er muss dem Professor eine Nachricht zukommen lassen.“

„Sie sehen offenbar die falschen Filme“, sagte Bount ruhig und musterte den Rotblonden. „In unserer Stadt werden Tag für Tag so viele Verbrechen verübt, dass die Polizei allein unmöglich alle aufklären kann. Die Beamten sind über unsere Hilfe ganz froh.“

Buck lachte auf.

„Hilfe? Von Ihnen? Das ist doch wohl ’n Witz. Bilden Sie sich etwa ein, was Besonderes zu sein?“

„Keineswegs. Ich mache meine Arbeit wie jeder andere auch. Und ich versuche, sie möglichst gewissenhaft und erfolgreich zu erledigen. Das ist alles. Im Moment befinde ich mich eben auf der Suche nach Professor Windlake. Beim nächsten Mal muss ich vielleicht wieder einen Killer zur Strecke bringen oder ein Kind aus den Fängen gewissenloser Kidnapper befreien.“

Buck Ryders zeigte sich nicht beeindruckt. Er schnippte mit den Fingern.

„Dazu gehört nicht viel, Mann. Sie haben doch ’ne Kanone, nicht wahr? Mit so ’nem Ding braucht man keine großen Fähigkeiten, um den Helden zu spielen. Das kann jeder. Ich auch.“

Bount war nicht hier, um über Sinn oder Unsinn seines Berufes zu streiten. Das hatte er nicht nötig. Seine Erfolge sprachen für sich. Er hatte auch nicht die Absicht, sich zu verteidigen. Aber Buck Ryders hatte den Professor fortgehen sehen. Vielleicht wusste er etwas, das wichtig war.

Doch der Bursche war nicht bereit, Bount zu helfen. Er überhäufte ihn mit Schmähungen und höhnte: „Nun zeigen Sie mal, was Sie können. Andere Leute aushorchen und sich dann mit seinem Wissen brüsten, ist keine Kunst. Hier muss man’s haben.“ Er deutete an seine Stirn. „Aber dann wären Sie wohl nicht ausgerechnet Schnüffler geworden.“

Anne Ryders waren die Ausfälle ihres Sohnes sichtlich peinlich. Um sie zu beenden, erklärte sie sich schließlich doch bereit, Bount die Wohnung des Wissenschaftlers zu zeigen.

Sie gingen die Treppe hinauf. Die schmächtige Frau schloss die Tür auf.

Bount wäre es lieber gewesen, sie hätte in der Zwischenzeit nicht aufgeräumt. Sogar der Papierkorb war leer. Es gab keinen Hinweis für das plötzliche Verschwinden des Mannes. Im Bad lag der Rasierapparat und das Waschzeug, wobei freilich nicht auszuschließen war, dass Windlake über eine zweite Ausstattung für seine zahlreichen Reisen verfügte. Bount ging ins Schlafzimmer und öffnete den Kleiderschrank. Anne Ryders trat hinter ihn und deutete auf zwei Anzüge.

„Die nimmt er sonst immer mit“, sagte sie. „Außerdem hat er seine Tabletten hiergelassen.“ Sie deutete auf zwei Schachteln, die auf dem Nachttisch lagen. „Er hat’s mit dem Blutdruck, deshalb darf er auch keinen Alkohol trinken.“

Bount teilte längst nicht mehr die Auffassung seines Auftraggebers, Windlake könnte sich ins Ausland abgesetzt haben. Er nahm sich vor, in den Krankenhäusern nachzuforschen. Vielleicht hatte der Professor unterwegs einen Kreislaufanfall erlitten. Am meisten interessierte ihn das Arbeitszimmer, das sich aber ebenfalls in peinlicher Ordnung präsentierte.

„Haben Sie irgendetwas weggeworfen?“, erkundigte er sich. „Einen Zettel vielleicht?“

Bount dachte an das Telefonat, von dem ihm Softer berichtet hatte. Angeblich war der Geldgeber ziemlich unsanft mit seinem Schuldner umgesprungen. Bount wusste, dass viele Leute beim Telefonieren ganze Papierstapel vollkritzelten, besonders wenn sie sich aufregten. Diese Notizen waren oft recht aufschlußreich.

Die Frau beteuerte, keine Papiere fortzuwerfen.

„Nicht mal eine Zeitung. Oft genug beschreibt der Professor die Ränder mit wichtigen Vermerken. Den Papierkorb leere ich selbstverständlich aus.“

„War er am Dienstag voll?“

„Der ist immer voll.“

„Wo haben Sie ihn entleert?“

Anne Ryders machte ein erstauntes Gesicht.

„In den Müllschlucker natürlich. Der Container wird mittwochs abgeholt. Da brauchen Sie nicht zu wühlen.“

Bount blickte sich in dem Zimmer um. Er blätterte in den Papieren, die auf dem Schreibtisch aufgestapelt lagen. Anne Ryders schaute ihm dabei genau auf die Finger. Sie war besorgt, er könnte heimlich etwas mitgehen lassen. Das hatte Bount auch vor. Sein Interesse konzentrierte sich auf ein schmales Büchlein, das neben der Schale mit den Schreibutensilien lag. Es handelte sich offensichtlich um einen Terminkalender. Der konnte eine Fundgrube sein.

Die Frau ließ ihn nicht aus den Augen. Vielleicht ahnte sie etwas.

Er wandte sich den Büchern zu, die an zwei Wänden in zimmerhohen Regalen standen. Überwiegend kunsthistorische und geologische Werke. Eines dieser Bücher zog er heraus und blätterte mit scheinbarem Interesse darin herum. Dabei ging er langsam zum Schreibtisch zurück und stellte hin und wieder eine Frage. Schließlich klappte er das Buch enttäuscht zu und warf es achtlos auf den Tisch. Dann wandte er sich zum Gehen.

Seine Menschenkenntnis ließ ihn nicht im Stich. Es tat Anne Ryders weh, dieses Buch in dem von ihr so sorgfältig aufgeräumten Zimmer herumliegen zu sehen. Sie nahm es und stellte es an seinen Platz zurück. Dabei wandte sie Bount für Sekunden den Rücken zu. Das war mehr Zeit, als er brauchte. Blitzschnell griff er nach dem Notizbuch und ließ es in seiner Sakkotasche verschwinden. Als sie sich umdrehte, stand er schon wieder neben der Tür und machte ein harmloses Gesicht. Dann gab er der Frau seine Karte und bat sie dringend, ihn anzurufen, falls sich der Professor bei ihr meldete oder sie etwas über seinen derzeitigen Aufenthaltsort erfuhr.

Anne Ryders versprach es zwar, doch Bount wusste aus Erfahrung, dass seine Karten in den meisten Fällen sehr schnell in den Mülleimer wanderten. Besonders bei dem so ordnungsliebenden weiblichen Geschlecht.

Im Treppenhaus begegneten die beiden erneut Buck Ryders, der sich ein paar bissige Bemerkungen nicht verkneifen konnte.

„Na. Sie Superschnüffler, haben Sie ein blondes Haar auf dem Kopfkissen gefunden? Das sollte mich wundern. Windlake bevorzugt nämlich schwarze Ägypterinnen, vor allem die, die schon seit ein paar tausend Jahren tot sind.“ Er lachte über seinen Witz und war offensichtlich enttäuscht, dass Bount sich nicht provozieren ließ.

Aber Bount Reiniger nahm den Schwätzer nicht ernst. Wie sollte er auch ahnen, dass er sich mit Buck Ryders noch sehr intensiv beschäftigen würde.

 

 

4

Bount eilte zu seinem Wagen und untersuchte sofort seine Beute. Das Büchlein enthielt eine stattliche Anzahl von Namen und Adressen. Hinter einigen waren Termine vermerkt. Ein Name war fett unterstrichen: Samuel Crash.

Bevor Bount zu ihm fuhr, setzte er sich noch telefonisch mit June in Verbindung. Bei den Fluggesellschaften hatte sie bisher nur Nieten gezogen. Jetzt beglückte Bount sie mit dem Auftrag, in den Krankenhäusern nachzufragen. Das war genau die Beschäftigung, die June hasste. Am Schreibtisch zu sitzen und sich mit dem Telefonhörer am Ohr eine Abfuhr nach der anderen zu holen, entsprach nicht ihrer Vorstellung von wirkungsvoller Tätigkeit.

Bount fuhr nach Staten Islands. Diese Adresse hatte Windlake hinter dem Namen Crash notiert.

Er pfiff anerkennend durch die Zähne, als er vor der Luxusvilla hielt. In einem solchen Haus ließ es sich gut leben. Der Wissenschaftler verkehrte offensichtlich in Kreisen, die zu repräsentieren verstanden.

Das schneeweiße, herrenhausähnliche Anwesen schimmerte durch dichtes Laubwerk hindurch. Außer einer sechs Fuß hohen Ligusterhecke hielt noch ein schmiedeeiserner Zaun unerwünschte Besucher von dem Anwesen fern. Dass Bount unerwünscht war, erfuhr er sofort. Er versuchte gerade, das schwere Tor zu öffnen, nachdem auf sein Läuten niemand reagiert hatte. Zwei schwarz gekleidete Männer vom Format King Kongs eilten herbei und schrien ihn schon von weitem an: „Verschwinden Sie! Mister Crash empfängt niemanden.“

„Aber da würde ich ihn doch erst einmal fragen“, schlug Bount ungerührt vor. Er betrachtete die beiden Gorillas, die nicht nur aufgrund des unfreundlichen Empfangs wenig Sympathien in ihm weckten. Zu oft schon hatte er mit ähnlichen Typen jede Menge Ärger gehabt.

„Nicht nötig“, blaffte einer der Burschen. Sein Sakko spannte sich über beeindruckenden Muskelpaketen. Sein Hals war so stabil, dass Bount sich nur schwer vorstellen konnte, dass sich der Kopf darauf überhaupt drehen ließ. „Sie sind nicht angemeldet.“

„Das ist wahr. Man hat mir nicht gesagt, dass das erforderlich ist.“

„Jetzt wissen Sie’s.“

„Stimmt, und ich werde versuchen, mich beim nächsten Mal danach zu richten. Und jetzt seien Sie so freundlich und sperren Sie das Tor auf. Sie wirken sonst so, als säßen Sie hinter Gittern. Da könnte man ja auf alle möglichen Gedanken kommen.“ Der Gorilla glotzte ihn missmutig an. Er überlegte offenbar, ob er sich beleidigt fühlen musste. Der andere kam ihm zu Hilfe.

„Wir hetzen die Hunde auf Sie, wenn Sie nicht schleunigst abzischen.“

Bount wunderte sich. Noch nie hatte er von Samuel Crash gehört. Wenn er sich auch nicht einbildete, jeden Prominenten aus Wirtschaft, Politik, Sport oder Kunst in dieser Stadt zu kennen, so fand er doch, dass diese beiden Leibwächter mit ihrer minimalen Erziehung schlecht zu einem Mann von Rang und Namen passten.

Der Sprecher steckte zwei Finger in den Mund und stieß einen trommelfellquälenden Pfiff aus.

Sofort antwortete ihm wütendes Bellen. Zwei graue Bluthunde preschten heran und sprangen an dem Tor hoch. Dabei zeigten sie Bount ihre eindrucksvollen Gebisse.

„Wirklich sehr niedlich“, fand Bount. „Mister Crash muss große Angst haben, dass er sich derart schützen lässt. Richten Sie ihm bitte aus, dass ich nicht die Absicht habe, ihn zu beißen. Ich möchte ihn lediglich wegen eines gemeinsamen Bekannten sprechen.“

„Wie heißt der?“, kam es mürrisch.

„Das verrate ich nur Mister Crash persönlich. Meinen Namen können Sie selbstverständlich erfahren. Ich heiße Reiniger.“

Die beiden sahen sich unschlüssig an. Üblicherweise waren die Besucher wohl nicht so hartnäckig. Die Hunde beruhigten sich noch immer nicht. Sie versuchten, ihre Schnauze durch die Gitterstäbe zu stecken und nach Bounts Hand zu schnappen. Da ihnen das nicht gelang, wurden sie immer wütender.

„Mister Crash wird Ihnen die Hölle heiß machen, meine Herren“, prophezeite Bount, „wenn Sie nicht endlich den Lärm abstellen. Dann möchte ich nicht in Ihrer Haut stecken.“

„Frag’ ihn!“, knurrte der unwesentlich Kleinere der beiden.

Der andere ging drei Schritte zurück und zog ein Walkie Talkie aus der Tasche. Auf Knopfdruck fuhr eine kurze Antenne heraus. Eine ärgerliche Stimme quakte: „Was gibt’s?“

„Tut mir leid, Mister Crash. Da ist ein Kerl, der Sie unbedingt sprechen will. Er lässt sich nicht abweisen. Reiniger heißt er.“

„Benjamin Reiniger?“

Der Detektiv schüttelte den Kopf. „Bount.“

„Was will er?“

„Mich mit Ihnen über Professor Windlake unterhalten“, rief Bount.

Es knisterte in dem Funkgerät, dann ließ sich der Hausherr erneut hören: „Windlake? Interessant! Kommen Sie doch herein, Mister Reiniger!“

„Das würde ich ja gerne.“

„Hussey, nimm die Hunde weg! Mister Reiniger darf passieren.“

Die Gorillas ärgerten sich deutlich, dass ihr Boss ihnen in den Rücken fiel. Sie wagten aber nicht, sich seiner Anordnung zu widersetzen. Nachdem der eine mit den beiden Hunden abzog, öffnete der andere das Tor. Er versperrte es sofort wieder, nachdem Bount hindurchgegangen war.

„Kommen Sie mit! Das nächste Mal melden Sie sich aber an. Hinterher haben wir den Ärger.“

Bount machte sich nicht die Mühe, darauf zu antworten. Er war auf den Mann gespannt, der in solch einer Festung wohnte.

Zunächst verschlug es ihm die Sprache, als er die Villa betrat. Er war in diesen Dingen kein Fachmann, doch dass das Haus mit Antiquitäten vollgestopft war, erkannte er sofort. Es handelte sich bestimmt nicht um Imitationen aus Hongkong oder Taiwan. Hier roch es nach Geld. Jetzt brauchte er sich auch nicht mehr über die Sicherheitsvorkehrungen zu wundern. Allenfalls über den Umgangston der Wächter.

Samuel Crash kam seinem Besucher entgegen und streckte ihm die Hand hin. Seine Begrüßung fiel überschwänglich aus.

„Ich freue mich, dass Sie mir die Ehre geben, Mister Reiniger. Umso mehr, als Sie anscheinend von Professor Windlake geschickt werden. Was macht der alte Herr? Sie können ihm ausrichten, dass ich schon bald wieder seine Hilfe benötige.“

Crash trug einen seidenen Hausanzug japanischer Machart. Auch sein unentwegtes Lächeln kopierte fernöstlichen Charme. Er führte seinen Gast in ein Zimmer, in dem das zentrale Möbelstück eine riesige Bar war. Ansonsten gab es nur noch einen fast zolldicken Teppich, viele bequeme Sitzgelegenheiten und Unmengen von Gemälden.

Crash deutete auf die Bilder und machte eine geheimnisvolle Miene.

„Ich gehöre nicht zu den Leuten, die ihren Besitz in einem einbruchssicheren Safe verstecken. Ich will mich täglich daran erfreuen. Was hat man denn sonst davon? Leider spricht sich so etwas sehr schnell herum. Sie glauben gar nicht, wie viele Gauner es in unserer Stadt gibt. Die warten nur auf eine Gelegenheit, bei mir einzubrechen und meine Schätze wegzuschleppen. Dagegen muss man schon etwas unternehmen. Alarmanlagen sind ja gut und recht. Doch was habe ich davon, wenn der Schuft geschnappt wird, nachdem er vorher sämtliche Gemälde zerschnitten hat? Solche Wahnsinnigen laufen zu Hunderten frei herum.“

Bount versicherte, dass auch er sich sein schwer erarbeitetes Eigentum nur ungern wegnehmen oder zerstören ließ.

Crash schenkte ihm einen Bourbon ein und grinste breit.

„Schwer erarbeitet? Welch entsetzliche Vorstellung! Ich gebe ehrlich zu, dass ich meinen Besitz der Tatsache zu verdanken habe, der Neffe eines überaus fleißigen und sparsamen Onkels gewesen zu sein. Er war so nett, mir das Resultat seiner Schufterei zu vererben. Sind Sie auch Sammler, Mister Reiniger? Na sicher! Woher würden Sie sonst Windlake kennen?“

Bount erklärte, dass er den Professor noch nie gesehen hätte, aber nach ihm suchen würde. Aus welchem Grund er das tat, behielt er allerdings für sich. Die finanziellen Probleme des Wissenschaftlers gingen Crash nichts an.

„Verschwunden?“, meinte der Hausherr bestürzt. „Na, hoffentlich ist ihm nichts zugestoßen. Das täte mir sehr leid. Nicht nur menschlich. Sie müssen wissen, Windlake ist Experte für antike Kunstwerke. Auf sein Urteil darf man sich verlassen. Das kann gar nicht hoch genug bewertet werden. Schließlich möchte ich meine Dollars nicht für Antiquitäten aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ausgeben.“ Er lachte ölig.

Bount war dieser aalglatte Bursche nicht sonderlich sympathisch. Das lag aber wohl daran, dass er nicht allzu viel von Leuten hielt, denen der Reichtum in den Schoß gefallen war. Er fragte sich, ob es sich bei Crash wirklich nur um einen harmlosen Sammler handelte. Aber im Grunde ging es ihn nichts an, wie der Mann zu seinem Vermögen gekommen war. Er sollte Windlake finden. Weiter nichts.

Samuel Crash bedauerte, Bount nicht weiterhelfen zu können.

„Ich habe nur gelegentlich mit ihm zu tun“, erklärte er. „Windlake gehört zu jenen Menschen, die sehr zurückgezogen leben. Er geht ganz in seinem Beruf auf. Solche Leute muss es schließlich auch geben. Wer sollte sonst seinen Neffen mit Vermögen hinterlassen?“ Dabei lachte er meckernd. „Aber wieso kommen Sie eigentlich gerade zu mir?“

„Ich fand Ihren Namen in Windlakes Notizbuch. Zusammen mit einigen anderen. Aber Ihrer war besonders auffällig unterstrichen. Deshalb hatte ich gehofft, Sie wüssten etwas über seinen Verbleib.“

Samuel Crash betrachtete aufmerksam die bernsteinfarbene Flüssigkeit in seinem Glas, bevor er sie trank.

„Sorry!“, betonte er und stellte das Glas zurück. „Ich bin ja nicht sein Sekretär, der über seine Reisen informiert ist. Dass der Professor meinen Namen besonders hervorhebt, leuchtet mir ein. Vermutlich bin ich sein bester Auftraggeber. An mir hat er schon so manchen Tausender verdient. Nun ja, ich zeige mich bei guter Arbeit nicht kleinlich. Sie glauben ja gar nicht, was heutzutage eine vertrauenswürdige Expertise - Sie wissen schon, so ein Gutachten über die Echtheit - wert ist. Kann ich sonst noch etwas für Sie tun, Mister Reiniger?“

Details

Seiten
112
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783738933208
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v503696
Schlagworte
schnüffler york detectives

Autor

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Titel: Ein Schnüffler zuviel: N.Y.D. – New York Detectives