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Die Raumflotte von Axarabor - Band 93: Donnegans Planet

2019 74 Seiten

Reihe: Axarabor

Leseprobe

Table of Contents

Donnegans Planet

Copyright

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7

Donnegans Planet

Die Raumflotte von Axarabor - Band 93

von Bernd Teuber

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 82 Taschenbuchseiten.

 

Zehntausend Jahre sind seit den ersten Schritten der Menschheit ins All vergangen. In vielen aufeinanderfolgenden Expansionswellen haben die Menschen den Kosmos besiedelt. Die Erde ist inzwischen nichts weiter als eine Legende. Die neue Hauptwelt der Menschheit ist Axarabor, das Zentrum eines ausgedehnten Sternenreichs und Sitz der Regierung des Gewählten Hochadmirals. Aber von vielen Siedlern und Raumfahrern vergangener Expansionswellen hat man nie wieder etwas gehört. Sie sind in der Unendlichkeit der Raumzeit verschollen. Manche errichteten eigene Zivilisationen, andere gerieten unter die Herrschaft von Aliens oder strandeten im Nichts. Die Raumflotte von Axarabor hat die Aufgabe, diese versprengten Zweige der menschlichen Zivilisation zu finden - und die Menschheit vor den tödlichen Bedrohungen zu schützen, auf die die Verschollenen gestoßen sind.

Dooley Donnegan beendet nach dreißig Jahren seine Dienstzeit bei der Raumflotte von Axarabor. Er denkt aber nicht daran, dass Leben eines Pensionärs zu führen. Von seinen Ersparnissen kauft er sich ein Raumschiff, um einen rohstoffreichen Planeten zu finden, den er ausbeuten kann. Doch die Sache ist nicht ganz ungefährlich.

 

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

Alfred Bekker

© Roman by Author

© Serienidee Alfred Bekker und Marten Munsonius

© dieser Ausgabe 2019 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

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1

„Heyaaah! Ist das nicht ein irrer Anblick?“, rief Dooley Donnegan, während er mit dem ausgestreckten Arm nach vorne auf den Panoramabildschirm deutete. „Wahnsinn. Mein eigener, unbewohnter Planet.“

„Ja, Herr“, sagte der Roboter, der neben ihm auf dem Platz des Copiloten saß. „Ein höchst erfreulicher Fund.“

„Nicht zu groß, nicht zu klein. Wie steht‘s mit der Atmosphäre? Was meinst du, Junge?“

Der Roboter betätigte einige Tasten auf der Konsole. Sekunden später erschienen die angeforderten Daten auf dem kleinen Bildschirm.

„93,8 Prozent Oxy-Norm-Atmosphäre. Einwandfrei atembar für euch, Herr. Jedenfalls nicht übel.“

„Nicht übel?“, wiederholte Donnegan. „Also los, du wertloser Schrotthaufen. An die Arbeit, bring uns in den Orbit! Wir schauen uns das mal aus der Nähe an. Okay?“

Schon mehrmals hatte Donnegan geglaubt, einen geeigneten Planeten gefunden zu haben. Doch immer wieder erwiesen sich die Hoffnungen als verfrüht. Erst vor fünf Tagen Bordzeit hatte er ein System angeflogen. Es besaß eine matte Sonne, die wie ein Opal schimmerte und acht kleine Planeten besaß. Unermüdlich flog er jeden der Planeten an, ging in den Orbit und ließ sich Zeit für die erforderlichen Analysen. Es war eine zermürbende Arbeit.

Einmal war die Verlockung besonders groß. Er hatte einen Planeten entdeckt, der über eine ähnliche Atmosphäre wie seine Heimatwelt Elathir verfügte. Rings um seinen Äquatorgürtel herrschten gemäßigte Temperaturen. Zudem war er offenbar unbewohnt und mit Wasserquellen und Pflanzenwuchs bestens versorgt. Nur etwas stimmte nicht. Die Schwerkraft lag bei weniger als einem G. Das war zu wenig.

Trotzdem entschloss sich Donnegan, auf dem breiten schneeweißen Sandstrand zu landen. Hochragende Bäume mit großen leuchtend roten Früchten wiegten sich in der Meeresbrise. Die Blätter waren riesengroß. Eines hätte genügt, um das Dach einer Hütte abzudecken. Aber das Rauschen des Windes in den Baumwipfeln und das Rollen der Brandung waren so vertraut, dass Donnegan der Versuchung nicht widerstehen konnte und aus der Landefähre stieg.

Hinzu kamen noch die frische Luft und die herrlichen Temperaturen. Donnegan wollte von Bord gehen, doch infolge der geringen Schwerkraft verpasste er die Rampe und stürzte. Aber er tat sich nicht weh. Die geringe Schwerkraft minderte seinen Sturz. Auf dem Sandstrand versuchte er, zu gehen, doch bei jedem Schritt kam er ins Hüpfen. Wie ein Gummiball wurde er hochgeschleudert und drei bis vier Meter weit getrieben.

Vielleicht kann man sich daran gewöhnen, dachte er und schlurfte ganz vorsichtig an den Strand auf ein kleines Felsenriff zu. Als er den Fischreichtum in dem klaren Wasser sah, lockte ihn der Aufenthalt auf diesem Planeten noch mehr. Aber schon beim Umdrehen, als er zurückgehen wollte und für einen Moment die veränderte Schwerkraft vergessen hatte, wurde er wieder hochgeschleudert und landete im anbrandenden Wasser.

Er konnte sich ohne Mühe daraus retten. Schwimmen war dort kein Problem. Man trieb von selbst oben und brauchte nicht nachhelfen. Doch jede Bewegung an Land war mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden. Die geringste Unbesonnenheit führte zu einem unkontrollierten Sprung. Nein, sagte er sich, das hat keinen Sinn. Damit komme ich nie und nimmer zurecht. Außerdem verspürte er eine seltsame Euphorie, ein Gefühl von krankhafter Hochstimmung. Es war ihm, als könne er Bäume ausreißen.

Dabei hatte er so wenig Kraft, wie jemand auf Elathir, der im Wasser schwimmt. Es war eine niedrige Schwerelosigkeit mit all ihren Problemen. Als dann noch eine Herde von großen Amphibien mit dicken Saugnäpfen an den Füßen gekrochen kam und sich ins Wasser der Brandung begab, reichte es ihm. Die Tiere beachteten ihn zwar nicht und waren vielleicht sogar völlig harmlos, aber im Zustand dieser geringen Schwerelosigkeit war er hilflos und damit allen Gefahren ausgesetzt. Das wollte und durfte er nicht riskieren.

Also musste er wieder zu seinem Schiff zurückkehren, um einen anderen Planeten zu suchen. Donnegan betrat die Kommandozentrale, nahm den Deckel des Reparatursets ab und zog eine bauchige Flasche hervor. Er öffnete sie und trank in gierigen Schlucken. Der hochprozentige Alkohol löste ein intensives Wärmegefühl in seinem Magen aus. Donnegan setzte die Flasche ab und holte tief Atem, dann trank er abermals. Er verschluckte sich und musste heftig husten.

„Ist alles in Ordnung?“, erkundigte sich der Roboter.

„Nein, ist es nicht“, erwiderte Donnegan. „Irgendwo muss es doch einen Planeten geben, den ich in Besitz nehmen kann.“

„Nur Geduld. Wir werden schon einen finden.“

Donnegan stand breitbeinig da, die Flasche in der Hand. „Geduld?“, wiederholte er. „Ich habe aber keine Geduld. Ich bin alt, verdammt noch mal. Ich habe nicht mehr viel Zeit. Ich muss bald einen geeigneten Planeten finden, sonst ist es zu spät. Kapierst du das?“

„Selbstverständlich, Herr.“

Donnegan presst die Lippen zusammen. Er holte aus und schmetterte dem Roboter die Flasche an den Kopf. Ein dumpfes Geräusch ertönte. Gleich darauf folgte ein weiteres, als die Flasche zu Boden fiel. Der Kopf des Roboters wies keinen sichtbaren Schaden auf. Er bestand aus einem extrem widerstandsfähigen Metall. Nur ein Treffer aus einer Energiewaffe konnte ihn ernsthaft beschädigen.

„Gar nichts kapierst du“, brüllte Donnegan. „Du bist nur ein dämlicher Roboter mit einem Rübenkopf.“

„Natürlich, Herr.“

Rübenkopf?

Donnegans Wut verflog genauso rasch, wie sie gekommen war. Unwillkürlich musste er grinsen. Wieso war ihm dieser Name plötzlich eingefallen? So hatten sie früher ihren Vorgesetzten genannt. Natürlich nur hinter seinem Rücken, wenn er nicht anwesend war. Niemand hätte sich getraut, ihn als „Rübenkopf“ zu bezeichnen. Eigentlich hieß er Keran Wolsky und war Kommandant der COBALT. Den Spitznamen verdankte er der Tatsache, dass sein runder Kopf mit der spärlichen Haarlocke entfernt an eine Rübe erinnerte.

Wolsky galt als fähiger und fairer Mann, der sich bedingungslos für seine Leute einsetzte. Er hatte nur eine Charakterschwäche. Wolsky war Abstinenzler. Auch von seinen Untergebenen verlangte er, dass sie keinen Alkohol tranken. Zumindest nicht an Bord des Schiffes.

Anlässlich seines vierzigsten Geburtstags wollte Donnegan eine kleine Party veranstalten und hatte zu diesem Zweck drei Kisten allerfeinsten Whisky an Bord geschmuggelt. Natürlich war diese Tatsache Captain Wolsky nicht verborgen geblieben. Als Donnegan an diesem Tag den Befehl erhielt, sich bei seinem Vorgesetzten zu melden, war er völlig ahnungslos. Er wusste nicht im geringsten, was ihn dort erwartete.

Erst als Wolsky ihm mit einem ernsten Gesicht zum Geburtstag gratulierte, wurde er misstrauisch. Bisher hatte sich der Captain nie um die Geburtstage seiner Leute gekümmert. Wahrscheinlich kannte er die entsprechenden Daten überhaupt nicht. Und ausgerechnet Dooley Donnegans Geburtsdatum sollte er kennen?

„Nehmen Sie bitte Platz, Leutnant!“, forderte ihn Wolsky auf. Der ernste Ausdruck auf seinem Gesicht blieb.

Donnegan ließ sich vorsichtig auf der vorderen Kante des Sessels nieder und blickte seinen Vorgesetzten fragend an.

„Was halten Sie eigentlich von Partys?“, fragte Wolsky mit verdächtiger Sanftmut in der Stimme.

Donnegan errötete nicht. Dazu war ein Mann seines Schlages gar nicht fähig. Er war das Relikt einer vergangenen Zeit, in der es nicht so sehr auf technisches Wissen, als auf Kampfesmut und Unerschrockenheit angekommen war. Diese romantischen Zeiten gehörten der Vergangenheit an. Aber natürlich gab es auch Ausnahmen.

„Partys?“, fragte er scheinheilig und zwar absichtlich so übertrieben ahnungslos, dass Wolsky es für ratsam hielt, sofort zum eigentlichen Thema zu kommen. Er schlug mit der Faust auf den Tisch.

„Glauben Sie bloß nicht, dass Sie mich verschaukeln können!“, brüllte er. „Ich weiß genau, dass Sie drei Kisten Whisky an Bord geschmuggelt haben. Und zwar für Ihre Geburtstagsparty!“

Als Donnegan nicht antwortete, lief Wolsky rot an.

„Was haben Sie dazu zu sagen, Leutnant?“

„Stimmt“, entgegnete Donnegan seelenruhig.

Wolsky schluckte hörbar.

„Nur, damit Sie nicht glauben, eines der Besatzungsmitglieder hätte Sie verraten: Die Kisten wurden gefunden, weil der Bordcomputer eine plötzliche Gewichtszunahme registrierte, für die es zunächst keine Erklärung gab. Daraufhin ließ ich den betreffenden Bereich kontrollieren. Und dabei wurden die Kisten gefunden.“ Er lächelte, als ein Schatten über Donnegans Gesicht huschte. „Ja, so ist das, wenn man sich für besonders schlau hält.“

Donnegan fasste sich wieder und gähnte hinter vorgehaltener Hand.

„Sie erhalten zehn Tage verschärften Arrest, den Sie sofort anzutreten haben. Außerdem wird eine Rüge in Ihre Akte eingetragen und selbstverständlich werden die drei Kisten beschlagnahmt.“

„Jawohl, Captain!“, murmelte Donnegan.

„Sie können gehen!“, schnauzte Wolsky ihn an.

Donnegan salutierte und verließ den Raum. Es war nicht das erste Mal, dass er sich Ärger einhandelte. Mit den Vorschriften nahm er es nicht so genau. Für ihn waren sie eher so eine Art Orientierungshilfe, aber kein Regelwerk, das man unbedingt befolgen musste. Aus diesem Grund geriet er während seiner Dienstzeit immer wieder in Konflikte mit seinen Vorgesetzten, die selbstverständlich eine ganz andere Sichtweise hatten. Aber wenn es um die Erfüllung militärischer Aufträge ging, war er immer mit vollem Einsatz dabei. Das war auch der Hauptgrund, weshalb man ihn nicht unehrenhaft entließ.

Donnegans Gedanken kehrten wieder zu seiner Suche nach einem geeigneten Planeten zurück. Einige Tage später fand er eine Welt, die in zwei Teile getrennt war, in eine helle und eine dunkle Seite, eine heiße und eine kalte. Sein Raumschiff schwebte über dem Planeten, am Rande des Lichts.

„Diese Welt ist ein Monstrum“, sagte er zu dem Roboter. „Trotzdem werde ich mich dort umsehen.“

Zahllose Sterne beleuchteten den Planeten mit der Kraft eines Mondes. Die Felsen reflektierten das Sternenlicht.

„Hat dieser Planet einen Namen?“, erkundigte er sich.

„Nein, nur eine Nummer. M-836. Möchten Sie ihm einen Namen geben?“, fragte der Roboter.

„Ich werde hinuntergehen. Den Computeranalysen zufolge hat der Planet eine atembare Atmosphäre und eine Gravitation von einem knappen G“, sagte Donnegan. „Es gibt also keinen Grund, weshalb ich auf einen kleinen Spaziergang verzichten sollte.“

„Es könnte gefährlich werden“, gab der Roboter zu bedenken. „Dieser Planet ist ungewöhnlich. Er hat eine helle und eine dunkle Seite, aber keine Rotation. Trotzdem verfügt er über eine Atmosphäre – sogar eine Sauerstoffatmosphäre. Und er hat Pflanzen. Er ist unheimlich.“

„Und du bist ein Schwarzseher.“

„Ich mag Dinge und Welten, die entweder der einen Kategorie angehören oder der anderen.“

„Du bist ein Roboter“, erwiderte Donnegan. „Dieser Kategorie gehörst du an. Wir werden einige Zeit hierbleiben. Ich steuere die Tagesseite an. Dort ist die Vegetation viel dichter.“

„Aber die Tagesseite ist heiß, sumpfig und leicht vulkanisch. Die Oberflächentemperatur beträgt um die 60 Grad.“

Plötzlich hatte Donnegan eine Vision von der anderen Seite.

„Ich werde auf der Nachtseite landen.“

„Das halte ich für keine gute Idee“, erwiderte der Roboter.

„Wer hat dich denn gefragt?“

„Die Sensoren zeigen eine hohe Energiekonzentration an.“

„Ja, eben. Und ich möchte die Ursache herausfinden.“

„Aber es könnte gefährlich sein.“

„Du gibst mir zu denken, Roboter. Was hindert mich eigentlich daran, dich in den Weltraum hinauszuwerfen?“

„Sie können mich nicht hinauswerfen“, gab der Roboter zurück. „Sie brauchen mich. Irgendjemand muss das Schiff steuern, während Sie den Planeten erkunden.“

„Na, da hast du aber Glück gehabt.“

Donnegan erhob sich aus dem Pilotensitz und ging in den hinteren Bereich des Schiffs. Dort gab es einen Hangar, in dem eine Landefähre untergebracht war. Donnegan betrat das Cockpit und setzte sich hinter die Steuerkonsole. Seine Hände glitten über die Tasten. Die Rampe wurde eingefahren und das Schott geschlossen. Donnegan aktivierte das Triebwerk. Ein leichtes Zittern lief durch die Fähre.

„Ich bin startbereit“, meldete er seinen Copiloten über das interne Kommunikationssystem.“

„Verstanden“, bestätigte der Roboter.

Das Schott des Hangars glitt zur Seite. Dicht vor ihm, so unglaublich nahe, dass er fürchtete, dagegen zu stoßen, sobald er startete, befand sich der Planet. Eigentlich war es nur ein dunkles kreisförmiges Gebilde, das sich nicht von der Schwärze des Weltraums abhob. Donnegan startete. Die Fähre schoss aus dem offenen Hangar hinaus. Er zog sie in eine sanfte Kurve und steuerte direkt auf den Planeten zu. Hinter ihm blieb das Schiff zurück und verschwand aus seinem Sichtfeld.

Donnegan war ein erfahrener Pilot. Innerhalb weniger Sekunden hatte er die Maschine auf Kurs gebracht. Er näherte sich dem Planeten und verlangsamte die Geschwindigkeit. Gleichzeitig behielt er den Ortungsschirm im Auge. Die Energiekonzentration war immer noch sehr hoch. Die Fähre drang in die obersten Schichten der Atmosphäre ein. Der Schutzschirm begann zu glühen. In fünfzehn Kilometern Höhe ging er zum Horizontalflug über und drosselte die Geschwindigkeit. Das Flackern des Schutzschirms erlosch.

Als er nur noch achthundert Meter von der Oberfläche entfernt war, schaltete er die beiden Außenscheinwerfer ein. Die Einzelheiten waren nun deutlich sichtbar. Es handelte sich um Gebäudekomplexe, die von Transportbändern unterbrochen wurden. Donnegan ging tiefer und zog dicht über die Fabrikanlagen hin. Nirgendwo gab es eine Spur von Aktivitäten. Er konnte nicht einmal sicher sein, ob es hier überhaupt Leben gab.

Schließlich näherte er sich einem riesigen Raumhafen, der kreisförmig zwischen den Gebäuden lag. Mehrere Frachter standen umher, aber niemand ent- oder belud sie. Sowohl die Rampen als auch die Transportbänder waren nicht mehr in Betrieb. Am Rande des Landefeldes erhoben sich einige auffallende Kuppeln. Sie waren sehr hoch und durch schmale Gebäude verbunden. In der Mitte ragte eine Antenne empor. Donnegan ging tiefer, ohne zu ahnen, was ihn dort unten erwartete.

Mit einem sanften Ruck setzte die Fähre auf. Donnegan wollte das Triebwerk ausschalten, um Energie zu sparen, doch dann überlegte er es sich anders. Er wusste nicht, was ihn dort draußen erwartete. Unter Umständen musste er schnell von hier verschwinden. Donnegan nahm einen Handscheinwerfer, verließ die Fähre und näherte sich den Transportbändern, die zu den Schiffen führten. Es mussten mehr als dreihundert sein. Der Anblick drohte ihn fast zu überwältigen.

„Das ist ja unglaublich“, flüsterte er. „Unvorstellbar, diese Ausmaße.“

Er ging zu den Hallen, in denen Einzelteile für Raumschiffe gestapelt waren. Der Betrieb stand still. Die Teile lagen so da, wie sie angekommen waren – und es kamen auch keine neuen dazu. Hier wurden schon seit vielen Jahren keine Raumschiffe mehr gebaut. Die Maschinen und Fertigungsanlagen wiesen Rostspuren auf. Donnegan erkannte, dass die Anlage seit Langem brachliegen musste. Einige Konstruktionen waren bereits zusammengebrochen, und andere würden bald das gleiche Schicksal erleiden. Anzeichen von Leben entdeckte er nicht. Es gab auch keinen Hinweis darauf, wer diese Anlage erbaut hatte. Sicher war nur, dass sie nicht menschlichen Ursprungs war.

Donnegan verließ die Halle und wanderte mehr oder weniger ziellos durch die Ruinen. Er hoffte immer noch, etwas zu finden, das einen gewissen Wert hatte und das man verkaufen konnte. Plötzlich hörte er Lärm, der aus einem zum Teil zerstörten Gebäude kam. Er blieb stehen. Es war schwer, über die Ursache der Geräusche Vermutungen anzustellen, trotzdem kam er nicht von der Vorstellung los, dass irgendjemand im Innern des Gebäudes arbeitete. Vielleicht gab es außer ihm noch andere Lebewesen.

Er wollte schon mit Rufen auf sich aufmerksam machen, als ihm einfiel, dass auch jemand für den Lärm verantwortlich sein konnte, der ihm gegenüber feindlich eingestellt war. Er konnte sich zwar nicht vorstellen, was er innerhalb des Gebäudes tat, aber Donnegan entschloss sich zu einer vorsichtigen Annäherung. Der Weg war an dieser Stelle mit Trümmern verschüttet, sodass er über einige Hindernisse klettern musste, um näher an sein Ziel heranzukommen.

Details

Seiten
74
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783738929362
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v490889
Schlagworte
raumflotte axarabor band donnegans planet

Autor

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Titel: Die Raumflotte von Axarabor -  Band 93: Donnegans Planet