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Er bat sie um den ersten Tanz

2019 129 Seiten

Leseprobe

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Er bat sie um den ersten Tanz

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Er bat sie um den ersten Tanz

Roman von G. S. Friebel

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 129 Taschenbuchseiten.

 

Als Prinzessin Sabina ihrem Jugendfreund Nikolaus von Wetterstein nach langer Zeit wieder begegnet, steht ihr Herz hell in Flammen. Sabina hofft darauf, dass Nikolaus ihr auf dem Hofball eine Liebeserklärung macht, aber er lässt sie sitzen und beginnt mit Constanze von Altkirch einen heißen Flirt.

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

Alfred Bekker

© Roman by Author

© dieser Ausgabe 2019 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

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1

Prinzessin Sabina befand sich mit ihrer Zofe im Schlosspark. Der Frühling in seiner ganzen Pracht hatte sie hinausgelockt. Nach dem strengen, kalten Winter überschüttete er jetzt verschwenderisch Wald und Flur mit jungem Grün. Sabina sah sich um. Sie fühlte sich so frei, und das war sie auch; denn bis vor wenigen Monaten hatte sie noch das Internat besucht. Aber jetzt war ihre Erziehung vollendet, und sie durfte an den Hof des Vaters zurückkehren. Nun erst begann das Leben für sie. Und es war alles so geheimnisvoll und erregend.

„Schau nur, Melisande, die Apfelblüten! Sehen sie nicht wundervoll aus? Ich möchte ganze Arme voll davon ins Schloss tragen. Man könnte meinen, es sei Schnee darauf gefallen!“

Melisande, die dreißigjährige Zofe der jungen Fürstentochter, lächelte heiter. Auch sie freute sich über den Sonnenschein und darüber, dass das Leben ihr gönnte, die Zofe der Fürstin zu sein. Das war kein schweres Los, und sie liebte ihre junge Herrin von Herzen.

„Sie würden sehr schnell abfallen, die köstlichen Blüten, die Ihr jetzt so bewundert!“

„Ja“, sagte Sabina betrübt. „Das habe ich mir auch schon gedacht. Schade, dass alles so vergänglich ist!“

„Das muss es doch, Hoheit, kommt doch nach dem Frühling der Sommer und dann der segensreiche Herbst. Was wäre, wenn der Frühling nie ein Ende nehmen würde?“

„Wundervoll wäre es“, lächelte das junge Mädchen. Und leichtfüßig wirbelte es über die grünen, weiten Rasenflächen. Sabina trug ein weißes Kleid, über und über mit Röschen und Rüschen verziert. Der Rocksaum berührte die Gräser, die beim Tanz des jungen Geschöpfes heftig auf und ab wippten.

Das dunkelblonde Haar wurde von einem blauen Samtband gehalten. Die langen Locken quollen unter dem großen Hut hervor. Nun kniete sich Sabina nieder und pflückte ein paar Anemonen. „Ich werde sie der Mutter mitbringen. Sicher wird sie sich darüber freuen!“ Und weiter schritten die beiden, vorbei an kunstvollen, steinernen Vasen, kleinen Nischen und immer wieder tat sich eine neue, herrliche Lichtung vor ihren Augen auf. Dann endlich erreichten sie den großen Schlossteich. Stolze Schwäne schwammen darauf. Auf der gegenüberliegenden Seite lag das Schloss. Es spiegelte sich in dem Wasser wider. Weiß, mit breiten Ecktürmen, der großen Freitreppe, die von herrlichen Marmorsäulen getragen wurden, und rotem Dach. Sabina stand hier am Waldessaum und sah mit leuchtenden Augen hinüber zu ihrem Vaterhaus.

„Ist es nicht seltsam, jetzt fühle ich mich so glücklich und so heiter, aber werde ich es auch immer bleiben?“

„Natürlich, Hoheit!“

„Ich weiß nicht, Melisande, manchmal ist so ein eigenartiges Gefühl in mir. Was ist es?“

„Sie sind noch jung, Sabina, das Leben pocht und klopft. Bald werden Sie mittendrin sein und alles vergessen. Eines Tages wird ein Prinz kommen und um Sie freien, und dann werden Sie von uns fortziehen und nur noch glücklich sein!“

„Fort?“ Es klang angstvoll. „Nein, ich möchte nicht fort. Ich möchte Vater und Mutter nicht verlassen. Ist es denn woanders noch schöner als hier?“

„Wenn man einem Manne angehört, muss man mit ihm dorthin gehen, wo er zu Hause ist!“

Nachdenklich schritt das junge Mädchen weiter. Sie hatte den großen Hut abgenommen und hängte ihn an den Arm. Sie konnte sich nicht vorstellen, jemals woanders leben zu sollen als hier im Vaterhaus.

Plötzlich entstand auf der Freitreppe ein lebhaftes Gewimmel. Viele Leute erschienen und liefen durcheinander. Jetzt führte man auch die Pferde vor, und Hundegebell mischte sich darunter. „Was ist das?“

„Ihr Herr Vater hat doch zu einer Jagd gerufen, und sie soll heute beginnen!“

„Komm, Melisande, das sehen wir uns an. Wie lustig ist das!“

Schnell und leichtfüßig lief sie davon, so dass die arme Zofe kaum Schritt halten konnte.

Es war auch wirklich ein herrliches Bild, was sich ihnen jetzt bot. Alle Adeligen aus der Nähe und Ferne waren dem Rufe des Fürsten Alexander von Wolfbrunn gefolgt. Man rüstete sich zur Jagd. Viele Treiber und Jäger in ihren grünen Röcken standen da und hielten die aufgeregten Jagdhunde. Der Fürst und seine Gäste trugen rote Röcke, weiße Hosen und den schwarzen Jagdhut. Weiß leuchtete eine jede Hemdbrust in der hellen Morgensonne, golden glänzten die Jagdhörner. Es lag eine Heiterkeit in der Luft, jeder schien bester Laune zu sein.

Sabina stand atemlos da und nahm mit verzückten Augen dieses Bild in sich auf. Dann trat die Fürstin auf die Terrasse. Sie war eine wundervolle Frau. Man liebte und verehrte sie. Sie und der Fürst führten eine glückliche Ehe. Bruder Alexander, der Federwisch, wie die Mutter ihn immer nannte, war auch schon zur Stelle.

„Sabina, willst du nicht mitreiten? Komm, du wirst deinen Spaß daran haben!“ Das war der Bruder.

Erschrocken wich sie zurück. „Nein“, rief sie angstvoll. „Ich mag es nicht, wenn man die armen Tiere totschießt.“

„Aber essen tust du sie dann ganz gerne, was?“

„Nicht doch“, sagte der Vater streng. „Lass mir Sabina in Ruhe, Alex!“

Sabina lächelte schon wieder und flüchtete sich zur Mutter.

In diesem Augenblick kam ein junger Reiter angesprengt. Vor der Treppe hielt er an, warf die Zügel einem Stallburschen zu, lief zum Fürsten und verbeugte sich artig.

„Ich bitte, mein Zuspätkommen zu entschuldigen, Fürst Wolfbrunn!“

„Ah, mein lieber Nikolaus, du kommst also doch noch! Und dein Vater Norbert von Wetterstein, wo bleibt er, mein alter Freund?“

„Leider plagt ihn mal wieder die Gicht. Bis zur letzten Minute hatte er noch gehofft, zur Jagd fahren zu können. Doch leider ...“

Die nussbraunen Augen des jungen Mannes blickten betrübt. Was war mit Sabina? Wie gebannt starrte sie diesen herrlichen Jüngling an. Er war groß und schlank und bot eine gute Figur. Alles an ihm war heiter, die Augen, die lustigen braunen Locken, die vom schnellen Reiten durcheinandergewirbelt waren. Er war schön wie ein junger Gott.

Jetzt streifte sein Blick die lichte Gestalt Sabinas. Ein Blitzen erschien in seinen Augen, und lächelnd beugte er sein schönes Haupt. Wer ist diese Schönheit, dachte er bei sich. Er wandte sich zum Fürsten.

„Ist es sehr vermessen, wenn ich Sie bitte, mich mit dieser Schönen bekannt zu machen?“

Der Fürst lachte. „Aber Nikolaus, besinne dich! Hast du alles vergessen?“

„Wieso?“, stotterte der junge Mann plötzlich verlegen, da ihn alle belustigt beobachteten.

„Nun, das ist doch Sabina, meine Tochter!“

„Ist es möglich?“, wunderte er sich. „Sabina, die kleine Sabina, die ich immer geneckt hatte, als sie ein kleines Mädel war?“

„Richtig!“

Sabina wurde rot und senkte ihr Köpfchen. Auch sie hatte den einstigen Gespielen Fürst Nikolaus nicht wiedererkannt. Es war schon so lange her.

Fürst Nikolaus ging auf sie zu, verbeugte sich tief und küsste ihre Hand. Sabina schielte unter den langen Wimpern hervor. Ihr Herz klopfte plötzlich wie rasend.

„Grüß dich, Sabina, gut schaust du aus, magst du nicht mitkommen zur Jagd?“

Sie schüttelte stumm den Kopf.

„So werden wir uns aber heute Abend sehen?“

„Ja“, sagte sie leise.

In den Augen des jungen Mannes blitzte es mutwillig. Fürst Wolfbrunn rief zum Aufbruch. Alles schwang sich auf die Pferde, und dann ging die wilde Jagd los. Nikolaus saß auf seiner Silberstute, hob übermütig den Hut und grüßte lachend zu den Damen zurück. Die Sonne spielte mit seinen braunen Locken.

Sabina stand noch lange auf der Terrasse und schaute ihnen nach. Ein seltsames Verlangen ging durch ihre Brust. Jetzt sehnte sie sich danach, mitzureiten. Aber nun war es zu spät. Aber heute Abend beim Jagdessen und anschließendem Tanz würde sie Nik wiedersehen. Sie schloss ein wenig verwirrt die Augen.

 

 

2

Die Fürstin war schon lange wieder ins Schloss zurückgegangen. Galt es doch, eine Menge Anordnungen für den Abend zu treffen. Über zwanzig Gäste waren der Einladung gefolgt. Schon schwirrte das Personal emsig umher wie ein aufgescheuchter Bienenschwarm.

Sabina raffte mit beiden Händen ihren Rocksaum zusammen und eilte die Marmorstufen hinauf in das Schloss. In der dämmrigen Halle mit den wertvollen Möbeln, den Kostbarkeiten an den Wänden und den wundervoll gewebten Teppichen stand Melisande mit einem rätselhaften Lächeln. Sie hatte einen Arm auf die breite Treppenbrüstung gelegt und wartete so auf ihre junge Herrin.

Immer wenn die fürstliche Familie beisammen war, hatte sie sich zurückzuziehen; so war es auch eben gewesen. Lautlos wie ein Geist war sie davongehuscht, als Sabina zu den Gästen ihres Vaters schritt. Das junge Mädchen eilte mit schnellen Schritten auf sie zu. Ihr Gesicht war rosig angehaucht.

„Melisande!“

„Ja, Hoheit?“

„Ich glaube, der Prinz ist schon angekommen.“ Sie wurde glutrot, als sie das sagte.

„Noch eben im Park haben Sie es nicht für möglich gehalten, Hoheit, und nun?“ Die Zofe lächelte leicht.

„Ach, Melisande, es klopft so stürmisch in meiner Brust, was ist das? Ich bin auf einmal so unruhig. Sag, was ist das?“

„Die Liebe, mein schönes Kind!“

Sabina nickte nachdenklich. Wenn es Melisande sagte, dann musste es wohl stimmen. Sie selbst war ja völlig unerfahren und noch viel zu jung, um es wirklich zu wissen.

„Komm mit, ich will mich umziehen für das Jagdessen!“

Gemeinsam stiegen sie die breite Treppe hinauf.

So geschah es, dass Sabina den jungen Nikolaus von Wetterstein vom ersten Augenblick an liebte.

Die Fensterflügel ihres Zimmers standen weit offen. In der Nische war das große Bett schon gerichtet, und alles duftete nach Sauberkeit und Frische. Weiße Rokokomöbel standen in dem Mädchenzimmer. Weiche Teppiche zierten den Boden.

Sabina stand vor dem großen Kleiderschrank und überlegte, was sie zum heutigen Abend anziehen sollte. Sie wollte besonders schön sein. Nach langem Probieren entschied sie sich für ein blasslila Brokatkleid. Es war ganz einfach geschnitten, fast in griechischem Stil. Lang der Rock, das mit lauter kleinen, goldenen Perlen bestickte Mieder saß ganz eng an. Melisande musste ihr eine kunstvolle Frisur legen. Die aufquellende Lockenpracht wurde aufgesteckt, der Nacken war frei. Nur vereinzelte Löckchen ringelten sich herab. Melisandes Werk war gelungen. Noch ein einfaches Geschmeide wurde um den Hals gelegt, dann war sie fertig.

Sabina betrachtete sich lange im Spiegel. War sie schön? Sie lächelte ihrem eigenen Spiegelbild zu. Es war doch schön, erwachsen zu sein.

Sie freute sich schon sehr auf den großen Ball beim Kaiser. Noch in diesem Monat würde er stattfinden, und der Vater hatte eigens für sie eine neue Garderobe anfertigen lassen.

Vorsichtig, Schritt für Schritt, ging sie die Treppe hinunter. Die Mutter stand schon unten in der Halle und begrüßte die ankommenden Gäste. Es musste eine gute Jagd gewesen sein, denn man lachte und scherzte.

In dem Jagdzimmer war schon die Tafel gedeckt. Und, o Wunder, Nik war ihr Tischherr. Ihr Bruder saß ihr gegenüber und machte ein spitzbübisches Gesicht.

„Er hat mich darum gebeten“, flüsterte er ihr leise zu.

Nik machte ein bitterböses Gesicht. „Ich werde dich zum Duell herausfordern“, sagte er.

Alexander lachte schallend.

„Hören Sie nur nicht auf ihn, er ist immer so garstig“, sagte Sabina und ließ sich vom Diener ihren Teller füllen.

Nik sah das junge Mädchen aufmerksam an. Sein Herz geriet in Bewegung. Wie schön sie doch war, so lieblich erblüht. Nein, er hätte sie wirklich nicht wiedererkannt.

„Es hat mal eine Zeit gegeben, da hat mich die kleine Sabina geduzt“, sagte er schalkhaft.

Sabina war jedem böse, der sie an ihre Kindheit erinnerte, die noch nicht weit zurücklag.

„Wie könnte ich“, sagte sie mit bebenden Lippen. „Sind Sie jetzt nicht der Fürst von Wetterstein?“

„Und sind Sie nicht die Tochter des Fürsten von Wolfbrunn?“, gab er schlagfertig zurück.

Sie musste lachen.

„Komm, Sabina, lass uns so plaudern wie früher, ja? Ich würde mich sehr darüber freuen!“

„Aber an den Zöpfen kannst du sie jetzt schwerlich ziehen“, meinte Alex dazwischen.

Das Mahl war vorüber, und man ging über zum festlich geschmückten Saal. Nik führte sie, und sie fühlte ihr Blut pochen. Welch ein süßer Taumel hatte sie erfasst!

Die Musik erklang, und sie tanzten einen Walzer miteinander. Sie schloss die Augen, da ihr so schrecklich schwindelig war. Nik hatte sich über sie gebeugt und sah sie unverwandt an.

Ein wundervolles Paar! Alle fanden es. Sie klein und zierlich wie eine Elfe, er groß und kräftig und doch so geschmeidig in der Bewegung, zwei Fürstenkinder, die füreinander bestimmt waren. Im Herzen der Eltern von Wolfbrunn und Wetterstein war es schon sehr lange beschlossen, die Kinder zusammenzuführen. Doch man war aufgeschlossen und wollte sie nicht drängen. Sie sollten selbst zueinanderfinden. Und wie man sah, würde es wohl der Fall sein.

Niks Augen hatten einen eigentümlichen Glanz angenommen. Nur selten wich er von Sabinas Seite. Wenn er unbedingt musste, tauchte er bald wieder auf und war eifersüchtig, wenn er einen anderen Kavalier mit ihr tanzen sah. Sie tanzte leicht wie eine Feder. Man spürte sie kaum in den Armen.

„Wirst du beim Kaiserball sein, Sabina?“

Sie standen in einer Fensternische und ruhten sich ein wenig aus.

„Ja, Vater hat es gesagt. Ich soll zum ersten Male dem Hof vorgestellt werden. Ich freue mich schon mächtig darauf.“

„Ich werde auch dasein, Sabina, wirst du dann wieder mit mir tanzen?“ Wo war seine übermütige Stimme? Auf einmal war sie so fremd und klang so gepresst.

Sabina sah ihn mit ihren großen Kinderaugen stumm an. Er nahm ihre kleinen, kalten Hände in die seinen und küsste sie andächtig.

„Ich werde auf dich warten, und ich werde sehr glücklich sein, dich dort wiederzusehen.“

Ein Tänzer kam und entführte sie. Sie sah sich noch einmal rasch um und winkte ihm zu. Er blieb in der Nische stehen und war nicht fähig, zu tanzen.

Sein Herz war aufgewühlt. Er verstand sich selbst nicht. Mit seinen fünfundzwanzig Jahren hatte er doch schon manche Schöne gesehen. Warum bezauberte ihn gerade Sabina so sehr?

 

 

3

Zornig entriss Komtesse Constanze von Altkirch der kleinen Kammerzofe die Haarbürste. Ihre grünen Augen sprühten vor Zorn. Das Mädchen wich bis zur Wand zurück und starrte sie aus angstvollen Augen an. Eine Hand hielt sie über das Gesicht, so, als wollte sie den Schlag abwehren, der sie gleich treffen musste.

Doch Constanze achtete gar nicht auf das verängstigte Mädchen, war sie doch viel zu sehr mit ihrem Aussehen beschäftigt.

„Ich werde dem Vater sagen, er soll dich in die Küche schicken. Für grobe Arbeiten kann man dich vielleicht gebrauchen, aber für mich bist du zu unerfahren. Bald hättest du mir die kunstvolle Frisur verdorben, womit sich der Friseur so viel Arbeit gemacht hat. Und was wäre dann? Dann hätte ich hierbleiben müssen. Ich glaube, das willst du wohl was? Aber nein, ich, Constanze, werde zum Frühlingsball beim Kaiser erscheinen!“

Sie reckte sich, und schon huschte wieder ein Lächeln über ihre Züge. Der weiche Morgenmantel aus kostbaren Spitzen schmiegte sich um ihre zierliche Figur. Oh, die Männer sollten sich vorsehen vor ihr! Sie würde kommen und viel Verwirrung stiften. Sie, die kleine Komtesse von Altkirch.

Das Mädchen kam langsam näher und hob die Kleidungsstücke auf, die ihre Herrin achtlos auf den Boden geworfen hatte. Ihre Bewunderung für die schöne Grafentochter war grenzenlos und spiegelte sich nun auch auf ihrem Gesicht wider. Das versöhnte die andere noch mehr.

„Na ja“, sagte Constanze langsam. „Ich will es mir noch überlegen.“ Sie prüfte ihr Gesicht. Nein, kein Fältchen war zu sehen. Sie hatte sich bis zur Vollendung geschminkt.

„Sag, bin ich schön, Luise?“

Das Mädchen richtete sich auf. „Sie sind wunderschön, keine wird schöner sein, nicht mal die Kaiserin!“

„Kunststück“, lachte Constanze, „die ist ja auch viel älter. Mit der will ich mich auch nicht messen. Nein, ich will mir auf diesem Ball einen Mann suchen!“

„Aber der Graf von Keussen“, sagte Luise leise. „Er liebt Sie doch.“

„Pah“, machte Constanze. „Lass ihn doch, nein, ich will Fürstin werden. Ich, die kleine Grafentochter. Bin ich etwa nicht schön genug?“

Das war Constanze wirklich. Überaus schlank und schmal gebaut. Und dann die Haarflut, sie wirkte wie eine lodernde Flamme auf ihrem Haupt. Kupferrot leuchtete es und schimmerte wie pures Gold. Und dann die grünen Augen dazu! Keiner konnte ihr widerstehen. Sie lockte und kokettierte, o ja, sie war eine kleine Teufelin. Schon mancher Mann hatte sich unsterblich in sie verliebt. Aber sie war achtlos an ihnen vorübergegangen. Sie genoss das Leben in vollen Zügen. War sie doch die einzige Tochter des Grafen von Altkirch! Aber das war auch ihr größter Kummer. Warum war sie nicht in einem Fürstenhaus geboren? O ja, sie wollte hochsteigen, so hoch es ging. Und dafür wollte sie ihre Schönheit einsetzen. Und heute, endlich, wurde ihr Gelegenheit dazu gegeben.

Man hatte auch den Grafen mit seiner Tochter zum Frühlingsball beim Kaiser eingeladen. Dort würden alle erscheinen. Alle! Und sie musste die Augen offenhalten und sich den richtigen aussuchen. Wer weiß, wann sie je wieder das Glück haben würde, unter den Großen des Reiches zu wandeln.

Wurde es nicht auch langsam Zeit? Sie war im Frühjahr zwanzig Jahre alt geworden. Doch Constanze fühlte sich sicher. Heute musste etwas geschehen.

Aber so schön sie auch war, es fehlten ihr Herzensgüte und Takt. Ja, sie konnte oft recht grausam sein. Und sie lachte oft die Menschen aus, die sich in sie verliebt hatten, es gut mit ihr meinten.

Das Personal konnte ein Lied davon singen. Sie war schrecklich, wenn sie ihre Launen hatte. Jeder flüchtete dann aus ihrer Nähe. Aber die kleine Luise durfte sich nicht entfernen und musste bleiben. Oft weinte sie bitterlich über die Schläge, die die wilde Komtesse ihr verabreicht hatte.

„Komm, steh nicht so herum und hilf mir lieber, mein Staatskleid anzulegen.“

Es war recht schwierig, das umfangreiche Kleid über die makellose Frisur zu ziehen, ohne diese zu zerstören. Aber endlich war es geschafft, und Luise konnte die vielen Knöpfe auf dem Rücken schließen. Constanze hatte lange überlegt, welches Kleid sie zu diesem Fest anziehen sollte. Keines war ihr gut genug, keines verführerisch genug. Dann hatte sie den Vater so lange gequält, bis dieser endlich einwilligte und den Schneider kommen ließ. Nun trug sie ein Kleid nach der neuesten Mode. Ziemlich eng für die damalige Zeit. Und dann der Stoff! Ein goldenes Kleid mit fast gar keinen Rüschen und Verzierungen. Luise hatte das Gefühl, die Gräfin sähe nackt aus.

Es schillerte und gleißte unter der Lampe. Man konnte darin jede Bewegung sehen, die die Trägerin machte. Constanze schloss ein wenig die Lider und betrachtete sich eingehend. Sie sah in diesem Augenblick aus wie eine Katze, die sich überlegt hatte, wie sie zum entscheidenden Sprung ansetzen sollte.

An der Tür wurde geklopft.

„Wer ist da?“

„Die Kutsche ist vorgefahren, der Herr Graf wartet auf die Komtesse!“

„Ja, ja, ich komme ja schon. Schnell, Luise, meine Handschuhe, den Fächer und das kleine goldene Täschchen.“

Der alte Graf, auf seine Krücke gestützt, sah seiner Tochter entgegen. „So willst du zum Kaiser?“

„Natürlich!“

Er hatte schon lange aufgehört, sich mit seiner Tochter zu streiten. Sie war wie ihre Mutter, kalt und berechnend.

Brüsk wandte er sich ab und ließ sich vom Diener in die Kutsche helfen. Luise hatte einen leichten Abendmantel um die Schultern ihrer Herrin gelegt. Constanze ging, und alles im Hause atmete erleichtert auf.

„Wenn Luise etwas vernünftiger wäre, hätte ich sie als meine Zofe mitnehmen können. Aber sie ist ja nur ein Bauernkind, man müsste sich ihrer schämen!“

„Du hast doch mich“, sagte der Vater und lehnte sich in die Polster zurück.

„Eine Fürstentochter hat immer eine Begleiterin!“

„Du bist kein Fürstenkind, meine Liebe, du musst schon mit mir vorliebnehmen!“

„Wenn doch wenigstens die Mutter nicht gerade krank geworden wäre“, schmollte sie weiter. „Und du bist geizig, Vater!“

„So, bin ich das? Nun, wenn ihr so weitermacht, du und deine Mutter, dann werden wir eines Tages da sein, woher deine kleine Zofe kommt! Übrigens ist sie genauso gut ein Mensch wie du, Constanze, vergiss das nie!“

Constanze schwieg. Sie wollte sich den Abend nicht verderben lassen. Warum waren sie auch nicht reich?

Ich muss, dachte sie immer wieder, ich muss heute mein Glück machen, sonst muss ich wirklich den langweiligen Grafen zum Manne nehmen. Na, wenigstens hat er Geld!

Mit diesen Gedanken im Herzen fuhr sie über die herrliche Schlossbrücke.

 

 

4

Und Sabina? Seit dem Jagdball im Schlosse ihres Vaters war sie wie ausgewechselt. Sie lachte und tollte mit den großen Hunden durch das Schloss. Das sonst so stille Mädchen lief mit geröteten Wangen umher und war ganz unruhig geworden.

Dies alles war Niks Schuld. Stürmisch und schnell hörte sie ihr Herz schlagen. Das Leben klopfte bei ihr an, und sie konnte es kaum erwarten. Melisande hatte es jetzt nicht leicht; doch sie

lächelte nur dazu. Alex neckte sie wohl hin und wieder, aber Sabina ließ sich nicht verdrießen.

Drei Tage später kam eine große Reisekutsche vorgefahren. Neugierig stellte sich Sabina an das Portalfenster und sah hinaus. Die Dämmerung war schon angebrochen und verwischte alle Konturen. Wer war gekommen?

Nicht lange, so wusste sie es. Man rief sie nach unten, und als sie den Salon betrat, sah sie eine hohe Gestalt vor sich. Sie blinzelte ein wenig gegen das Licht.

„Julian!“, jubelte sie auf. „Du bist gekommen? O wie freue ich mich, ich bin ganz närrisch vor Glück!“

Der Angeredete lachte über das ganze Gesicht, trat hervor, nahm behutsam ihre Hände in die seinen und sah sie aus lachenden Augen an.

„Du freust dich also wirklich? Nun, das lässt alle Strapazen der Reise vergessen.“

„Wirst du auch zum Ball beim Kaiser erscheinen?“, fragte sie atemlos.

„Deswegen bin ich ja gekommen, kleine Sabina. Ich möchte nicht, dass du als Mauerblümchen dort dein Dasein fristest!“

Sabina lachte glockenhell auf.

Die Eltern stimmten in das helle Lachen ihrer Tochter mit ein. Wenn Julian da war, dann gab es nie trübe Stunden. Er war auch ein zu lustiger Geselle.

Wer war er überhaupt? Sie wusste nur, dass er ein entfernter Vetter von ihr war. Sein richtiger Name war Herzog Julian von Steinhagen. Er war sehr begütert und eine begehrte Partie. Doch bis jetzt hatte er sich noch nicht dazu entschließen können, eine Gattin zu wählen. Julian war dreißig Jahre, in den Augen von Sabina war das schrecklich alt.

Julian war sehr früh Waise geworden, und so hatte er fast die ganze Kindheit beim Fürsten Wolfbrunn verbracht. Sabina, Alex und er waren unzertrennliche Freunde gewesen. So manchen Streich hatten sie miteinander ausgeheckt. Überall, wo die Jungen waren, war auch Sabina zu finden gewesen. Julian mochte Sabina herzlich gern, war sie doch in all den Jahren für ihn so etwas wie eine kleine Schwester gewesen.

Doch jetzt war er über drei Jahre fortgewesen. Er hatte die Welt bereist, wie er sagte. Jetzt war er aber wieder leibhaftig da, zum Entzücken Sabinas. Sie wusste, jetzt würde wieder eine herrliche Zeit anbrechen.

In seinen grauen Augen blitzte es hell auf. Er hatte sie als kleines Mädchen zurückgelassen, und nun war sie zu einer Schönheit erblüht. Und dass sie schön war, das sah er auf den ersten Blick. Gleich machte sein Herz ein paar schnellere Schläge.

„So wirst du mich also als deinen Begleiter anerkennen?“, fragte er leise und senkte den Kopf zu ihr herab.

„Nun“, meinte Alex spöttisch, „Julian, wir werden wohl ziemlich ins Hintertreffen bei meiner Schwester geraten. Für Streiche waren wir ihr gut genug, aber für ihren ersten Ball hat sie sich schon einen anderen Kavalier ausgesucht!“

Sabina wurde rot bis über beide Ohren. „Du bist garstig“, sagte sie streng.

„Darf man vielleicht wissen, wer der Erwählte ist?“

„Nein, du darfst nicht, Julian, du bist genauso bös wie Alex!“

Die jungen Männer lachten hell auf.

„Nun bin ich eigens deinetwegen wie ein verwegener Geselle durch die Gegend gebraust, und nun weist du mich ab? Ah, Sabina, wie herzlos von dir! Ich werde den Tod suchen!“

Bestürzt legte sie die kleine Hand auf seinen Arm. „Natürlich werde ich auch mit dir tanzen!“, sagte sie schnell.

„Zu gütigst, Gnädige“, verbeugte sich der junge Mann.

Man verbrachte einen köstlichen Abend, und dann brach endlich der große Tag an. Sabina und die Fürstin blieben den ganzen Tag von der Bildfläche verschwunden. Galt es doch, sich die Staatsgewänder, die eigens für dieses Fest angefertigt worden waren, anzulegen.

Sabina trug eine weiße Robe, weit und duftig fiel der Rock herab. Wie ein leichter, schwebender Schmetterling sah sie aus. Das Haar war zu einer kunstvollen Frisur aufgesteckt worden. Über der Brust trug sie die breite blaue Samtschärpe mit dem kostbaren Orden der Fürsten zu Wolfbrunn. Ein überaus wertvolles Diadem zierte das kleine Lockenköpfchen. Sie sah bezaubernd schön aus. So kindlich und doch schon Weib. Langsam wendete sie sich vor dem großen Spiegel hin und her. Ihre großen, blauen Kinderaugen sahen all die Pracht und konnten sich einfach nicht sattsehen.

Melisande kniete noch am Boden und legte kunstgerecht die letzten Falten. Sabina sah sie an.

„Sie sehen wunderschön aus, Hoheit!“

„Ja?“ Ein Lächeln zitterte um ihre vollen Lippen.

„Sie werden Aufsehen erregen, meine Liebe!“

„Oh!“

Sie dachte nur an den einen. Was würde Nik sagen, wenn er sie sah? Man wollte sich beim Kaiser treffen. Schon wieder klopfte das Herz wie rasend. Bis zum Halse hinauf pochte es. Und alles in ihr vibrierte.

Nun nahm sie den kostbaren chinesischen Fächer in die Hand, das unvermeidliche Abendtäschchen, und sie war endlich fertig. Die Tür ging auf, und die Fürstin rauschte herein. Sie wollte einen letzten Blick auf die erste große Garderobe ihrer Tochter werfen.

Sabina wollte sich glücklich in die Arme der Mutter stürzen. Doch diese hielt sie lachend davon ab. „Willst du, dass wir wie zerzauste Hühner aussehen?“

Aber auch die fürstliche Mutter war zufrieden; man konnte sich den Herren der Schöpfung zeigen. Alex, Julian und der Fürst standen schon unten in der Halle. Sie sprachen miteinander, als sie aber ein Geräusch hörten und zur Treppe hinaufsahen, verstummten sie und sahen den beiden lächelnd entgegen. Das Licht der vielen Lampen brach sich in den Juwelen, und es funkelte und

gleißte um die beiden Gestalten.

Julian schluckte, als er Sabina kommen sah. Wie ein Traum, wie ein süßer Traum!

Die große Kutsche fuhr vor, man nahm Platz. Die Röcke der Damen nahmen recht viel Platz ein, so dass sich die drei Herren recht beengt vorkamen.

Es war eine laue Frühlingsnacht, und man fuhr durch die stillen Straßen zum Schloss. Die Fenster waren hell erleuchtet; Sabina sah es, als sie über die Brücke fuhren. Und schon hielt Wagen auf Wagen vor dem kaiserlichen Portal. Zum ersten Male würde sie die Kaiserfamilie persönlich kennenlernen.

Lakaien stürzten herbei und halfen der fürstlichen Familie. Man stieg die Marmorstufen zum Schlosse hinauf, vorbei an vielen Dienern in goldbetressten Uniformen. Ein Summen lag in der Luft. Viele der hohen Gäste mussten sich schon im Schlosse befinden. Sabina war wie berauscht von der Herrlichkeit der vielen Räume, die sie durchschritten.

Voraus gingen der Fürst und die Fürstin, und sie schritt zwischen Alex und Julian hintendrein. Nur kurz hob sie mit einer Hand die Röcke und lief mit kleinen Schritten dahin. Nun betraten sie den kostbaren Sternensaal, und Sabina glaubte, nie etwas Schöneres gesehen zu haben. An wertvollen Marmorbüsten und riesigen Gemälden vorbei führte ihr Weg. Sicher, auch im Schlosse ihres Vaters waren kostbare Gegenstände, aber diese unendliche Größe und Weite der Räume des Kaiserpalastes war ihr doch ein wenig fremd.

Immer wieder blieb der Fürst stehen, wurde vorgestellt oder stellte seine Familie anderen Fürstlichkeiten vor. Sabina summte der Kopf von den vielen fremden Namen.

Würde sie je unter diesen vielen fremden Menschen Nikolaus von Wetterstein finden? Der Bruder schien ihre Sorgen erraten zu haben. Leicht beugte er sich vor und lächelte ihr vertraulich zu. Er und Julian sahen in der Hofkleidung ganz seltsam aus. So fremd und doch so schön, fand Sabina.

Endlich hatte man den Thronsaal erreicht. Hier waren schon viele Gäste versammelt, und es kamen immer noch mehr. Sabina stand neben der Mutter.

Plötzlich war Stille eingetreten, eine Tür wurde aufgerissen, und die kaiserliche Familie erschien. Atemlos sah Sabina zu ihnen hin und versank dann mit ihrer Mutter in einen tiefen Hofknicks.

Mit leuchtenden Augen sah Sabina allem zu. Welch eine Herrlichkeit, dies alles erleben zu dürfen.

Bald mischte sich die kaiserliche Familie unter die Gäste, und man konnte sich wieder zwanglos bewegen. Lakaien wanderten mit Tabletts umher und reichten Champagner und andere Getränke. Eine riesige Tafel lud zum Essen.

Julian wich nicht von Sabinas Seite.

Diese sah immer wieder nach allen Richtungen, und dann auf einmal ging ein Leuchten über ihr Gesicht.

Ein großer, schlanker Mann kam auf sie zu, verbeugte sich artig und küsste ihre Hand. Als er wieder aufsah, blitzte es in seinen Augen. Und Sabina war sanft errötet.

„Sie sind also doch gekommen, Nikolaus?“

„Wie sollte ich dem Fest fernbleiben, da ich wusste, Sie würden kommen?“

„Fürst, darf ich Sie mit meinem Vetter Herzog von Steinhagen bekannt machen?“

Die beiden Männer sahen sich für einen Augenblick an. Und Nik erkannte in den Augen Julians das heiße Feuer der Liebe zu seiner Begleiterin. Als er Sabina wieder ansah, wusste er auch, dass diese nichts ahnte. Ein Lächeln stieg in ihm auf.

 

 

5

Man spielte zum Tanz auf. In einem der vielen Säle musste sich die Hofkapelle befinden. Sabina hatte sie noch nicht entdeckt. Aber jetzt spielten himmlische Geigen einen Walzer.

„Darf ich um den ersten Tanz bitten, Sabina?“

Selig legte sie den Arm in den von Nik. Sie hatte keinen Blick mehr für Julian. Dieser blieb allein zurück und sah ihnen mit brennenden Augen nach. Bald waren sie in dem weiten Tanzsaal verschwunden. Sanft zog der junge Fürst das schlanke Mädchen in seinen Arm. Sie tanzte leicht und gelöst, aber das wusste er ja. Sabina hatte die Augen geschlossen und gab sich ganz diesem Tanze hin. Seligkeit lag auf ihren Zügen. Der Geliebte war bei ihr, und sie spürte seine Nähe, seine liebkosenden Worte, die er in ihr Ohr flüsterte. Möge dieser Tag, diese Stunde nie ein Ende nehmen, dachte sie voller Inbrunst. Konnte man denn noch glücklicher sein?

Irgendwo waren die Eltern, der Vetter, der Kaiser. Doch sie hatte alles vergessen, alles! Tanz auf Tanz folgte, und sie wurde nicht müde.

Endlich führte Nik sie in eine Fensternische. Sie kramte ihr spitzenbesetztes Taschentüchlein hervor und betupfte sich damit die feuchte Stirn.

„Ist dir auch so heiß?“, fragte sie, zu ihm aufschauend.

„Oh, sehr“, gab er gutgelaunt zurück.

Sie sah in den überfüllten Saal. Lakaien bahnten sich ihren Weg. Nik hielt einen an und nahm von dessen Tablett zwei Sektschalen. Er reichte Sabina die eine und sah ihr dabei tief in die Augen.

„Das ist etwas zum Abkühlen!“

„Ich werde bestimmt einen Schwips davon bekommen. Schon jetzt fühle ich mich ganz schwindelig!“

Sie nahm einen kleinen Schluck. Ihr Herz zitterte, wenn sie ihn nur ansah. Ob er sie auch so sehr liebte? In diesen wenigen Tagen war sie eine voll erblühte Schönheit geworden. Die heimliche Liebe machte sie noch liebreizender.

Und auch Nik sah diesen Zauber und konnte ihm nicht widerstehen. musste es nicht wundervoll sein, mit diesem Mädchen durchs Leben zu gehen? Würde sie Schloss Wetterstein nicht zu neuem Leben erwecken? Es war mitunter so düster und kalt dort.

Fürst Wetterstein hatte schon viele Sommer auf Schloss Wolfbrunn verbracht und dabei die kleine Sabina kennengelernt. Aber wer hätte ihm gesagt, dass er hier auch sein Glück finden würde?

Sagte sein Herz nicht, dass sie die Richtige war? Zudem kannte er den Herzenswunsch seiner Eltern, die ihn aber nie laut ausgesprochen hatten.

„Sabina, du siehst bezaubernd aus, wie eine kleine Königin. Du bist die Schönste hier!“

Sie hatte so sehr gehofft, dass er es sagen würde, und nun hatte er es getan. Zwei kleine Grübchen zeigten sich in ihren Wangen. Er hätte sie in seine Arme schließen und dieses süße Gesicht mit vielen, vielen Küssen überschütten mögen.

Doch bestimmt würde er sie nur maßlos erschrecken. Und es war auch nicht der rechte Ort dazu. Lebte er doch in einer Zeit, wo es gerade in seinem Stande ungehörig war, wenn man zuerst das Mädchen fragte. musste er nicht erst ihren Vater fragen, ob er um sie bitten durfte? Aber das konnte geschehen, man war ja noch so lange hier. Er wusste, ohne ein Bräutchen würde er diesmal nicht heimkehren.

Plötzlich stand der Fürst vor ihnen.

„Ich habe dich gesucht, Sabina!“

„Ja, Vater?“

„Ich möchte dich dem Kaiser vorstellen. Komm, mein Kind, folge mir!“ Ein rascher Blick nach Nikolaus, doch dieser lächelte nur leicht und flüsterte: „Ich werde hier auf dich warten!“

Da ging sie, das Köpfchen hochaufgerichtet, durch die Menge. Man machte ihnen Platz und sah ihnen nach. Der Vater und sie waren schön von Gestalt. Und Sabina war noch nie bei Hofe gewesen, darum erweckte sie Interesse.

Hinter den vorgehaltenen Fächern tuschelte man und warf verstohlene Blicke auf das junge Mädchen.

Seine Majestät stand in einer Gruppe von Menschen, doch als er den Fürsten, einen seiner engsten Vertrauten, erblickte, löste er sich heraus und kam ihnen entgegen.

Der Fürst verneigte sich, und Sabina versank in einem tiefen Hofknicks.

„Majestät, darf ich Ihnen meine Tochter Sabina vorstellen? Es ist ihr erster Auftritt in der Öffentlichkeit.“

Der Kaiser nahm die kleine Hand Sabinas und zog sie zu sich empor. Er war ganz Freundlichkeit und lächelte. Sabina sah ihn aus ihren großen Augen stumm an. Sie wagte nicht zu sprechen. Musste sie nicht schweigen, bis der Kaiser das Wort an sie richtete?

Er trug eine schneeweiße Hose, einen blauen Rock mit der breiten, goldenen Schärpe und den vielen Abzeichen und Orden. An seiner linken Hand am kleinen Finger blitzte ein wundervoller Ring. Sonst war er sehr schlicht und väterlich.

„Sie sind also das Töchterchen meines lieben Freundes? Wissen Sie auch, dass Sie sehr schön sind? Sie werden der Männerwelt arg den Kopf verdrehen. Ja, ja, ich sehe es schon!“ Er lächelte.

Sabina war blutrot geworden. Sie hatte noch nicht gelernt, Komplimente gelassen entgegenzunehmen.

„Aber“, stammelte sie ein wenig hilflos. Ihre Augen glänzten, und sie wagte nicht mehr, den Kaiser anzusehen.

Dieser lächelte herzlich über das verwirrte und doch so natürliche Mädchen. Es gab gerade in dieser Zeit so viele blasierte junge Damen. Besonders bei Hofe gab man sich nie so, wie man wirklich war. Sabina wirkte daher so erfrischend wie eine Meeresbrise auf ihn.

Der Kaiser lächelte dem Fürsten freundlich zu. Dieser verneigte sich. Wieder erklangen die Geigen. Diesmal war es der Donauwalzer. Sabina fühlte sich befangen.

„Ich bin zwar schon sehr alt, meine Liebe, aber ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir diesen Tanz gewährten!“

„Aber, das meinen Sie doch nicht wirklich, Majestät“, stammelte sie. „Ich bin doch nur ein kleines Mädchen und Sie der Kaiser!“

„Weil Sie es sind, schönes Kind, so gar Ihr Vater gestattet es mir, darf ich?“

Verwirrt reichte sie ihm ihre Hand. Und dann geschah das Unglaubliche. Der Kaiser, sonst kein Freund des Tanzes, führte jetzt die junge und überaus schöne Fürstentochter. Sabina war erst schrecklich befangen, doch dann lachte sie schelmisch. Niemand wagte zu tanzen, sie und der Kaiser tanzten allein zu den wundervollen Klängen. Immer und immer wieder drehten sie sich. Sabina schloss die Augen.

„Schwindelig?“

„Ein wenig, aber Majestät tanzen wundervoll!“

„So!“, schmunzelte er heiter.

Anschließend durfte sie auch die Kaiserin begrüßen, und als sie endlich glaubte, wieder nach Nik laufen zu dürfen, hielt der Kaiser noch einen Augenblick ihre Hand. „Gott beschütze Sie, mein Kind.“ Und dann streifte er in einem Gefühl der Bewunderung an dem blühenden Leben den kleinen Ring ab und überreichte ihn ihr. „Für diese köstliche Stunde, die Sie mir bereitet haben!“

Mit strahlenden Augen kehrte Sabina zu ihren Eltern zurück. Vater und Mutter waren sehr gerührt. Alle sahen jetzt mit freundlichen Blicken nach dem Mädchen. Aber sie fühlte sich so ungeduldig. Sicher würde Nik schon lange auf sie warten.

Sie raffte ihre Röcke zusammen und eilte durch die turbulente Menge. Julian kreuzte ihren Weg. „Ah, meine Liebe, darf ich vielleicht um diesen Tanz bitten?“

Sie sah ihn flehend an. „Ich muss zu Nik, er wartet bestimmt schon lange auf mich. Du entschuldigst mich?“

„Darf ich dich wenigstens zu ihm geleiten?“

„Ach, ich möchte dich nicht stören, sicher wirst du eine andere Tänzerin finden. Es sind ja so viele hier!“

„Ja, aber keine ist mir so lieb wie du!“

Doch Sabina hörte es nicht mehr, sie war schon weitergehuscht.

 

 

6

Komtesse Constanze von Altkirch fühlte sich ohnmächtig vor Zorn. Am liebsten hätte sie mit dem Fuß auf den Boden gestampft und wäre davongelaufen. Doch dieses Schauspiel wollte sie nicht bieten. Lächeln, immer nur lächeln, auch wenn das Herz noch so weh tat.

Was war, das sie so ergrimmt hatte? Alle Hoffnungen, alle Freude hatte sie auf dieses Fest gesetzt, und nun mied man sie, als hätte sie die Pocken. Sie, die schöne Constanze. Sie sah die gereiften Damen die Nase rümpfen, die Herren sie unverhohlen betrachten. Doch keiner wagte sich zu ihr hervor. Und so stand sie zwischen diesen vielen, festlich gekleideten Menschen allein.

O ja, man kannte sehr wohl die Eskapaden der Komtesse von Altkirch und war höchst verwundert, sie am Hofe zu sehen. Doch der Kaiser musste ein Erbarmen mit ihrem Vater gehabt haben, denn dieser war allezeit tadellos gewesen und litt sehr unter dem Wesen seiner Frau und seiner einzigen Tochter.

Dieses goldene Kleid mit dem betörenden Ausschnitt, das freche, rote Haar, ja, sie war pikant, die Komtesse. Doch niemand kam zu ihr, dafür sorgten schon die Eltern, und wenn diese nicht, dann die Gattinnen. Constanze durchstreifte ruhelos die Räume. Die Musik spielte, und es prickelte ihr Blut. Sie hätte tanzen mögen, tanzen, aber niemand kam.

Der Vater hatte sich gleich zu Anfang verkrümelt und saß jetzt mit einigen alten Herren vor dem Kamin. Mochte die Tochter sehen, wie sie fertig wurde. In diesem Augenblick stand sie unter einem großen, herrlichen Kristalllüster. Das Licht funkelte und ließ sie überirdisch schön erscheinen.

Die grünen Katzenaugen hatte sie halb geschlossen. Ein Lakai kam vorbei, sie nahm sich ein langstieliges Glas und wanderte langsam weiter.

Nein, sie würde nicht aufgeben, bis zum letzten Augenblick wollte sie auf dem Fest bleiben. Alle sollten sich über sie ärgern. Sie war und blieb die Schönste. Pah, hochmütig warf sie den schönen, edlen Kopf in den Nacken.

Und dann gewahrte sie den jungen Mann, der zu ihr herüberstarrte. Sie sah ihn unverwandt an. Schön war er, groß und schlank! Wer war er?

Nikolaus von Wetterstein hatte bis jetzt in der Fensternische gestanden und auf Sabina gewartet. Sie kam und kam nicht. Doch er hatte ihr versprochen, zu warten, und so tat er es auch. Seine Augen schweiften durch den großen Saal. Und dann sah er das Mädchen. Nein, es war vielmehr eine Erscheinung. Er schloss für einen Augenblick geblendet die Augen, doch als er sie wieder öffnete, war sie immer noch da. Lächelte sie ihn nicht an?

Was für herrliche Frauen gab es auf diesem schönen Ball! Diese war die Krönung. Ein herrliches Weib. Und dann das Kleid, er hatte noch nie ein solches gesehen. dass es gewagt war, sah er auf den ersten Blick. Doch seltsam, ihm erschien das so natürlich. Eine Flamme stieg in ihm hoch und verschlang alles, was einmal vorhanden gewesen war. Sabina hatte er plötzlich vergessen. Er starrte nur auf dieses Mädchen.

Wären seine fürstlichen Eltern zugegen gewesen oder Fürst Wolfbrunn, so hätten sie ihn vor diesem Geschöpf gewarnt.

Constanze überlegte: Würde er zu ihr kommen? Oder war er auch so feige wie die anderen?

Sie wollte sich schon von ihm abwenden. Eine halbe Drehung hatte sie schon getan. Wie eine Schlangenhaut bewegte sich das Kleid auf ihrem Körper.

„Gnädigste, darf ich Sie um diesen Tanz bitten?“

Nikolaus atmete rasch und unstet. Ein perlendes Lachen löste sich von ihren schönen Lippen. Sie lehnte sich weit vor, und er konnte tief in ihren Ausschnitt blicken. Wie ein Schuljunge errötete er und sah hinweg.

„Gern, mein Herr“, sagte sie mit ihrer melodischen Stimme.

Sie schmiegte sich an ihn. Er spürte ihren leichten, weichen Körper und war wie berauscht. Ihre Blicke, diese grünen Augen! Er konnte sich nicht von ihnen lösen.

Constanze sah unter den Wimpern, wie man im Saal erstarrte. Ah, er musste eine Persönlichkeit sein. Na, sie würde ihn nicht so leicht von der Angel lassen. Außerdem gefiel er ihr.

„Sie sind ja sehr schweigsam, mein Herr!“

„Verzeihen Sie“, stammelte er. „Das ist natürlich sehr unartig von mir. Vergeben Sie mir!“

„Schon geschehen! Übrigens, mein Name ist Constanze von Altkirch.“

„Haben Sie ein Gestüt?"

„Ja, wieso?“

„So ist Ihr Herr Vater also Graf von Altkirch?“

„Ja“, sagte sie unwillig.

„Mein Vater hat schon sehr viele gute und ausgezeichnete Pferde von Ihrem Herrn Vater bekommen!“

„Deswegen weiß ich aber immer noch nicht, wer Sie sind, mein Vater hat viele Käufer, müssen Sie wissen!“

„Ich bin Nikolaus von Wetterstein.“ Ihr Herz begann zu tanzen. Also hatte sie doch einen Fürsten erwischt!

„Ich freue mich, Ihre Bekanntschaft gemacht zu haben, Fürst!“

Nik lächelte, und sie tanzten hingebungsvoll. Als der Tanz beendet war, reichte er ihr seinen Arm und geleitete sie aus dem Saal. Sie standen eine Weile auf der erleuchteten Terrasse, um Luft zu schöpfen. Constanze spielte mit ihrem Fächer.

„Sie amüsieren sich hier in der Stadt, Fürst?“

„Bis jetzt ist es ziemlich langweilig gewesen, aber ich glaube, das wird sich noch ändern!“ Was trieb ihn dazu, so zu ihr zu sprechen?

„Ah“, machte das Mädchen und lehnte sich über das Geländer. Das kupferrote Haar funkelte im Mondschein. Nikolaus war ihr ganz nahe und roch ihr herbes Parfüm, sah ihren schönen Mund, die kleinen Brüste. Diese Frau und keine andere wollte er besitzen, er musste sie erringen! Blitzartig schoss ihm dieser Gedanke durch den Kopf.

„Werde ich Sie wiedersehen?“, heiß und verlangend klangen seine Worte.

„Nun, ich bin nicht immer bei Hofe“, sagte sie monoton.

„Ich muss Sie wiedersehen, Komtesse, glauben Sie mir!“

„Aber Fürst, ich bin nur eine Grafentochter, ich weiß, dass es nicht gutgeht. Und Ihre Eltern, nein, ich kann es nicht zulassen, wirklich nicht!“

„Constanze“, er griff nach ihrer Hand und drückte sie, bevor er sie andächtig an die Lippen führte. „Ich bin mein eigener Herr und kann selbst über mich verfügen. Bitte, gewähren Sie meine Bitte; wann darf ich Sie wiedersehen? Ich weiß selbst nicht, was mit mir ist, aber ich glaube, Sie haben mich verzaubert, ganz und gar!“

„Nun, wenn Ihnen so viel daran liegt, so kommen Sie doch morgen zur Teestunde zu uns hinaus. Ich werde Ihnen das Gestüt zeigen!“

„Danke, meine Gnädigste!“

„Ich möchte wieder tanzen!“

„Kommen Sie, ich führe Sie!“

 

 

7

Vom raschen Lauf durch die weiten Säle waren ihre Wangen gerötet.

Endlich hatte sie die Nische erreicht, wo sie Nik verlassen hatte, doch der Fürst war nicht da. Sabina sah sich ein wenig ratlos um. Sicher war ihm das Warten zu lange geworden, und er würde gleich wiederkommen. Und da gewahrte sie ihn unter den Tanzenden. Er tanzte mit Constanze.

Sabina lächelte leicht und zärtlich. Er hatte eine wundervolle Figur, jetzt sah sie es, während er eine andere im Arme hielt. Gleich war der Tanz zu Ende, und dann würde er wieder zu ihr eilen. Ach, sie liebte ihn ja so sehr. Ihre Augen glänzten in Erwartung des kommenden Glücks.

Nach diesem Tanz folgte noch einer und noch einer, und er tanzte noch immer mit dem schönen Geschöpf. Ganz langsam schlich die Trauer in ihr Herz.

Aber er musste kommen, er hatte es ihr doch versprochen!

Sie sah sein Gesicht, seine glänzenden Augen, sie hörte sein Lachen und sie sah das Mädchen. Angst beschlich sie. Und dann auf einmal waren sie verschwunden. Sabina lehnte sich an die Wand, so weich waren auf einmal ihre Knie geworden. Beide waren lange Zeit auf der Terrasse gewesen, sie hatte es genau gesehen. Aber Nik musste doch kommen!

Er legte den Arm um das fremde Mädchen und tanzte mit ihr. Ganz nahe kam er an Sabina vorbei, doch er sah sie noch nicht einmal an. Er hatte alles um sich her vergessen. Nur die lockenden Augen Constanzes gab es für ihn.

Diese grünen Augen streiften einmal das Gesicht der kleinen Fürstentochter. Wie angstvoll hing ihr Blick an ihrem Begleiter! Sieh an, dachte sie, da ist also noch eine, die ihn begehrt, aber ich werde Siegerin sein, ich, ich, ich! Und geschickt lenkte sie den Fürsten so, dass er nicht mehr in die Nähe dieses jungen Geschöpfes kam.

Tränen kullerten aus Sabinas Augen. Der ganze Saal drehte sich. Ein unsagbar schmerzliches Gefühl war in ihr. Nein, dachte sie hilflos, nein, das darf doch nicht sein, er kann mich doch nicht einfach vergessen haben!

Julian stand an eine Säule gelehnt und hatte den ganzen Vorgang beobachtet. Wut stieg in ihm hoch. Am liebsten wäre er zu Sabina hingelaufen, hätte sie in seine Arme genommen und sie getröstet. Doch er wusste auch, dass man so schnell über einen Liebesschmerz nicht hinwegkam. Was sollte er machen? Sie war so bleich, würde sie aushalten?

Alexander kreuzte seinen Weg, und er hielt ihn am Rockärmel fest.

„He, was ist denn, zum Teufel, ich möchte mich amüsieren!“

„Wer ist das Mädchen, mit dem Nikolaus von Wetterstein tanzt?“

Details

Seiten
129
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783738928402
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v470081
Schlagworte
tanz

Autor

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Titel: Er bat sie um den ersten Tanz