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Der Herr des Feuers Tony Ballard Nr. 170

2019 120 Seiten

Leseprobe

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Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author /COVER MICHAEL SAGENHORN


© dieser Ausgabe 2019 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

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Der Herr des Feuers Tony Ballard Nr. 170 Teil 1/2

von A.F.Morland




Es gibt auch friedliche Gebiete in der Hölle, Orte, an denen es so still ist wie auf einem Friedhof, Täler, die aus unbekannten Gründen kein Leben beherbergen, Wälder, die man gefahrlos durchstreifen kann, Lichtungen, die zum Verweilen und Ausruhen einladen.

Auf einer solchen Lichtung hatte sich Vali, ein aufständischer Teufel, mit seinen Gefährten niedergelassen. Er war sicher, Loxagon, den Teufelssohn, und seine Krieger abgehängt zu haben, doch er irrte.

Loxagons Fährtensucher hatten die Rebellen auf der Lichtung entdeckt, und nun war der Herrscher der Hölle erschienen, um sie zu vernichten.

Milchiger Nebel schwebte über dem Boden. Loxagon saß auf einem geschuppten Reittier. Er hielt die Zügel fest in der sehnigen Hand. Ein kriegerischer, grausamer, gnadenloser Teufel, ruhmsüchtig und sieggewohnt.

Einmal hatte er sich gegen Asmodis, seinen Vater, gestellt, aber das war ihm nicht bekommen. Lange Zeit war er danach für tot gehalten worden.

Nach seiner Rückkehr hatte er sich mit Asmodis arrangiert, und seither kamen sie einigermaßen gut miteinander aus. Solange ihre Interessen nicht kollidierten, hatte Loxagon freie Hand, und er schuf mit beispielloser Grausamkeit Ordnung im Reich des Bösen.

Männer wie Vali hatten hier keine Existenzberechtigung, und jene, die ihn unterstützten, auch nicht.

Loxagon trug ein langhaariges Fell auf der bronzefarbenen Haut, die glänzte, als wäre sie mit Fett eingerieben. Er hielt eine schwere Streitaxt in der Rechten und schaute mit seinen dunklen, stechenden Augen zum Lager der Rebellen hinüber.

Ein kalter Ausdruck kerbte sich um seine Lippen. »Sie schlafen, diese Narren«, knurrte er verächtlich. Daß seine Mutter eine Schakalin gewesen war, konnte er nicht verleugnen. Es war ihm anzusehen. »Fühlen sich so sicher, daß sie sogar auf Wachen verzichten.«

Er richtete sich im Sattel auf und vergewisserte sich, daß seine Krieger bereit waren. Die Kette war lang und bestand aus vielen wüsten Gesellen, die nur von Loxagon Befehle entgegennahmen jeden anderen hätten sie getötet, wenn er gewagt hätte, ihnen etwas aufzutragen.

Sie beugten sich nur vor Loxagons unerbittlicher Härte, nur vor ihm hatten sie Angst.

Neben dem Teufelssohn ritt Morron Kull, ein junger Dämon, der es noch weit bringen wollte. Er hatte sich Loxagon angeschlossen, um das Kriegshandwerk, wie es in der Hölle ausgeübt wurde, zu lernen, aber er wollte nicht für immer bei dieser wilden Horde bleiben.

Er hatte hochfliegende Pläne; darin ähnelte er seinem Vater Professor Mortimer Kull ebenso wie im Aussehen. Groß, schlank und männlich wirkte er. Seine Augen waren klar und hell wie Gebirgsseen. Frauen zu verführen bereitete ihm keine Schwierigkeiten.

Obwohl er sich Mühe gab, Loxagons Anerkennung zu gewinnen, war der Teufelssohn mit ihm nie ganz zufrieden. Immer wußte er etwas zu kritisieren, was den ehrgeizigen Morron Kull natürlich maßlos ärgerte.

Aber er schluckte jede Maßregelung schweigend hinunter und nahm sich vor, es beim nächstenmal besser zu machen. Er war nicht Loxagons Freund.

Freundschaft wird in der Hölle überhaupt sehr klein geschrieben, und Morron Kull verband mit dem Teufelssohn nichts, das man auch nur annähernd als Freundschaft hätte bezeichnen können.

Immerhin hatte Loxagon Morron Kulls Vater ermordet. Nicht, daß der junge Dämon seinen Vater geliebt hatte - es hatte zwischen ihnen sogar einen Kampf auf Leben und Tod gegeben - aber Mortimer Kull war eben doch sein Vater gewesen, und Loxagon hatte ihn mit dem Speer des Hasses getötet.

Das würde Morron Kull wohl nie vergessen. Vielleicht sann er nach Vergeltung; deshalb war ihm Loxagon auch mit einer beträchtlichen Portion Mißtrauen begegnet, als er bat, sich ihm anschließen zu dürfen.

Loxagon hatte nach kurzem Überlegen eingewilligt, aber es war noch nie vorgekommen, daß er dem jungen Dämon den ungeschützten Rücken zugewandt hätte.

Morron Kulls Reittier wurde unruhig, scharrte mit den Krallen den weichen Boden auf. Loxagon musterte den Dämon an seiner Seite.

»Bist du bereit?«

»Schon lange«, antwortete Morron Kull.

»Ich möchte, daß du dich heute auszeichnest.«

»Ich werde wilder kämpfen als je zuvor«, behauptete der Dämon und zog sein Schwert, dessen Spitze er magisch vergiftet hatte, wodurch die kleinste Wunde zur tödlichen Verletzung wurde.

Loxagon hob die Streitaxt und gab das Zeichen zum Angriff.

***

Das Haus mit der Anschrift Trevor Place 24 hatte es mir angetan.

Ich hatte mich in das Gebäude regelrecht verliebt. Bis vor kurzem hatte es dem Makler Michael Averback gehört, einem Mann, der der Diener eines gefährlichen Vampirs namens Stacc LeVar gewesen war. [1] Averback hatte dem Blutsauger sein Haus zur Verfügung gestellt. Nun lebten sie beide nicht mehr, und das Haus, das mir so gut gefiel, stand leer.

Ich hatte mit meiner Freundin Vicky Bonney sowie mit Mr. Silver und dessen Freundin Roxane gesprochen, und sie hatten sich mit einer Übersiedlung einverstanden erklärt.

Knightsbridge war einfach die bessere Wohngegend; außerdem lag Trevor Place zentraler als die Chichester Road in Paddington. Boram, den Nessel-Vampir, brauchte ich nicht zu fragen, wie er über einen Umzug dachte.

Die Dampfgestalt war stets mit allem, was ich tat, einverstanden. Boram betrachtete sich als mein Diener, obwohl ich das nicht wollte.

Nie hätte er sich irgendeine Kritik angemaßt. Wie auch immer sein Herr entschied, war es richtig.

Ich begab mich zu Tucker Peckinpah, erreichte sein Anwesen an einem nebligen Freitagnachmittag. Das Laub der großen, alten Bäume hatte sich verfärbt und begann allmählich abzufallen.

Die Natur starb wieder einmal, um im nächsten Jahr zu neuem Leben zu erwachen. Bald würden die kalten Herbststürme einsetzen und die Bäume restlos abräumen.

Kahl würden dann die dunklen Äste dem Himmel entgegenragen und Eis und Schnee über sich ergehen lassen. Doch noch war es relativ mild.

Cruv, der häßliche Gnom, öffnete mir die Tür und ließ mich ein. Wie immer freute er sich, mich zu sehen. Er war ein ungemein sympathischer Bursche mit dem Herz eines Löwen.

Ich erkundigte mich nach Peckinpahs Befinden.

»Er hat sich hervorragend erholt«, gab Cruv Auskunft.

Tucker Peckinpah hatte einen Herzinfarkt hinter sich. Das Gift einer Gorgone hatte ihn umgeworfen, aber der reiche Industrielle hatte bewiesen, daß er aus einem besonderen Holz geschnitzt war. Er kam erstaunlich schnell wieder auf die Beine.

Er befand sich im großen Living-room und begrüßte mich mit Handschlag. Den Pernod, den er mir anbot, lehnte ich nicht ab. Wir setzten uns, und Cruv brachte mir meinen Drink.

Früher hatte man Tucker Peckinpah so gut wie nie ohne Zigarre gesehen. Seit seinem Infarkt hatte sich das geändert.

Vor einigen Monaten hatten böse Zungen noch behauptet, Peckinpah wäre schon mit einer brennenden Zigarre im Mund geboren worden, und er würde selbst im Schlaf rauchen.

Inzwischen waren sie verstummt. Der Industrielle hatte seinen Nikotinkonsum auf ein vertretbares Maß reduziert, und es schien ihm nicht einmal schwerzufallen, das durchzuhalten, was bewies, daß er ein ungemein willensstarker Mensch war. Er wirkte nicht im mindesten nervös.

Ich sagte ihm, daß er beruhigend gut aussah, und es war kein bloßes Kompliment. Er wußte das und lächelte.

»Ich fühle mich einfach noch nicht alt genug, um aufzugeben.«

»So wird es bestimmt auch noch lange bleiben«, gab ich zurück.

Dann erwähnte ich das Haus am Trevor Place. Ich hatte mit Tucker Peckinpah schon einmal darüber gesprochen, daß ich mich in Paddington nicht mehr wohl fühlte, und er hatte mir spontan eines seiner Häuser angeboten, an denen ich jedoch nicht interessiert war.

Wenn möglich, wollte ich in Trevor Place 24 einziehen.

»Ich denke, es wird möglich sein«, sagte der Industrielle, als wäre er zuversichtlich, mir das Haus verschaffen zu können.

»Es müßten zunächst die Besitzverhältnisse geklärt werden«, meinte ich. »Wem gehört das Haus nach Michael Averbacks Tod?«

»Das finde ich heraus«, versprach Tucker Peckinpah, »und dann reden wir beide mit dem oder den Besitzern. Ich denke, ich werde ihnen ein Angebot machen, das sie nicht ablehnen können.«

***

Sie trieben ihre Reittiere an und fielen brüllend über die Rebellen her. Vali und seine Männer schreckten aus tiefem Schlaf hoch. Einige von ihnen starben, ehe sie begriffen, was passierte.

Die stille Lichtung war erfüllt vom Angriffsgeheul der Horde und von den Todesschreien der getroffenen Rebellen.

Morron Kull setzte nicht nur sein Schwert, sondern auch schwarze Magie ein, dennoch konnte er nicht verhindern, daß ihn einer der Rebellen, ein koloßhafter Bursche, vom Reittier herunterriß und unter sich begrub.

Sein Dolch sollte Kulls Herz treffen. Der junge Dämon hatte beim Sturz sein Schwert verloren und wehrte sich nun mit magischen Abwehrkräften.

Er schuf einen unsichtbaren Schutzpanzer, den die Dolchspitze nicht zu durchdringen vermochte, schaffte es aber nicht, den schweren Mann abzuwerfen.

Loxagon griff ein. Der Teufelssohn beugte sich tief von seinem Reittier herunter und schwang die Streitaxt mit ungeheurer Kraft. Als sie den Rebellen traf, brüllte dieser auf, riß die Arme hoch und fiel zur Seite.

Morron Kull sprang auf und holte sich sein Schwert wieder, um den Kampf fortzusetzen. Bisher hatte er die Erwartungen, die Loxagon in ihn gesetzt hatte, noch nicht erfüllt.

Sein Reittier war geflohen, er mußte die Aufständischen zu Fuß angreifen. Er wußte, daß Loxagon selbst im wildesten Kampfgetümmel ein Auge auf ihn hatte, und wollte bestehen.

Doch der Kampf ging irgendwie an ihm vorbei. Er fand kaum noch einen Gegner, mit dem er sich schlagen konnte, denn die Rebellen wurden von den Reitern zurückgedrängt, schneller, als ihnen Morron Kull folgen konnte.

Ein Rebell nach dem anderen verlor sein Leben, ohne daß Morron Kull etwas dazu beitrug. Das Schicksal wollte es, daß am Schluß nur Vali übrigblieb. Zwei kräftige Teufel hielten ihn fest. Das lange Haar hing ihm wirr ins Gesicht, die schwarzen Augen sprühten vor Haß.

Er knirschte mit den Zähnen und schrie: »Tötet mich! Na los! Worauf wartet ihr?«

Doch so eilig hatte es Loxagon nicht damit. Er wollte seinen Triumph auskosten, deshalb sprang er von seinem Reittier und trat vor den Anführer der Rebellen.

»Du winselst um den Tod, weil du Angst hast!« sagte der Teufelssohn verächtlich.

»Ich habe mich noch nie gefürchtet!« knirschte Vali.

Dann kniff er die Augen zusammen. »Laß es uns austragen, Loxagon, nur uns beide. Ich schwöre dir, ich werde dich töten!«

»Du bist mir zu minder. Ich kämpfe nicht mit jedem dahergelaufenen Strolch. Siehst du ein, daß es ein Fehler war, sich gegen Asmodis und mich zu stellen?«

Vali schüttelte trotzig den Kopf. »Ich bleibe dabei: Ihr gehört vernichtet, denn ihr seid zu schwach, die Hölle zu regieren.«

»Ich habe dich mühelos bezwungen. Nennst du das Schwäche? Es gibt keinen Aufstand, den ich bisher nicht niedergeschlagen hätte. Ich habe die Hölle unter Kontrolle.«

»Das glaubst du, weil du die Zeichen nicht siehst. Dein Größenwahn und deine Überheblichkeit machen dich blind. Ich weiß, du wirst mich töten, aber das macht mir nichts aus, denn ich sterbe mit der Gewißheit, daß es noch andere Rebellen gibt, und einem von ihnen wird es gelingen, dich und deinen Vater zu stürzen. Ich wünsche mir nur, daß der Tag eurer Niederlage nicht mehr allzu fern ist.«

Loxagon trat zurück. »Gebt ihm ein Schwert.«

Es hatte den Anschein, als hätte er sich entschlossen, nun doch mit Vali zu kämpfen, aber dann wandte er sich an Morron Kull und hielt ihm die schwere Streitaxt entgegen.

»Du wirst mich vertreten!« sagte der Teufelssohn.

Kull hob sein Schwert. »Ich brauche deine Axt nicht.«

Loxagon nickte. »Du hast einiges gutzumachen, bist heute wieder vieles schuldig geblieben. Beweise endlich, daß du würdig bist, meiner Horde anzugehören. Wenn du es wieder nicht schaffst, ist es besser, wenn wir uns trennen.«

Allein diese Worte waren für Morron Kull schon ungemein schmachvoll. Er schaute sich um und sah einige Männer hämisch grinsen. Eigentlich hatte er sich die ganze Zeit als Fremdkörper in diesem wilden Haufen gefühlt.

Man wollte ihn nicht akzeptieren. Er wußte nicht, woran das lag. Vermutlich an ihm, weil er im Grunde genommen nie so sein wollte wie diese dreckigen Krieger.

Vali bekam ein Schwert, und in seinen Augen glitzerte der kalte Wunsch, an Loxagons Stellvertreter Hache für seine tote Horde zu nehmen. Loxagons Männer bildeten einen großen Kreis.

Vali ging mit gesenktem Schwert auf Morron Kull zu. Seine Haltung drückte Aggressivität und Siegeswillen aus. Er zögerte auch nicht, sondern griff Kull sofort an.

Dumpf surrte das Schwert durch die Luft. Kull parierte den Schlag und stieß den Feind zurück. Er kämpfte mit Verstand und Vernunft, teilte sich seine Kräfte ein, während Vali immer wieder ungestüm auf ihn eindrang.

Der Rebell kämpfte unorthodox, Kull wurde mehr und mehr in die Defensive gedrängt. Er versuchte den Gegner mit magischen Attacken zu irritieren und zu Fall zu bringen. Vali verfing sich in einer schwarzmagischen Schlinge und stürzte zu Boden.

Morron Kull dachte, den Mann besiegt zu haben, doch als er ihm die Schwertspitze in die Brust stoßen wollte, schlug Vali mit dem Schwert nach seinen Beinen, und wenn er nicht augenblicklich zurückgesprungen wäre, hätte die scharfe Klinge ihn gefällt.

Vali schüttelte den magischen Fallstrick ab und sprang auf. Kull griff ihn an, der Rebell drehte sich, ließ den Dämon ins Leere laufen, stellte ihm ein Bein und schmetterte ihm die Breitseite seines Schwertes an den Hinterkopf.

Morron Kull brach wie vom Blitz getroffen zusammen. Während des Fallens drehte er sich und landete auf dem Rücken. Ein zweitesmal verlor er sein Schwert, und sofort stand Vali über ihm, böse und unbarmherzig lachend.

Der Rebell richtete die Schwertspitze gegen Morron Kulls Brust und knurrte: »Jetzt bist du fällig!«

***

Zwei Tage vergingen, dann rief Tucker Peckinpah mich an und erzählte mir von einem Mann namens Stephen Averback, der Michael Averbacks Neffe war und alles geerbt hatte, was dem Makler gehörte, denn er war der einzige Verwandte.

»Wenn Sie möchten, arrangiere ich ein Treffen mit Averback«, sagte der Industrielle.

»Einverstanden«, gab ich zurück.

Eine Stunde später meldete sich Peckinpah wieder und sagte mir, wohin ich kommen sollte.

Wir aßen dann mit Stephen Averback in einem vornehmen Lokal in Mayfair. Ähnlich war Stephen Averback seinem Onkel weder im Aussehen noch im Charakter.

Er war mittelgroß, blond, leicht übergewichtig, etwa 35 Jahre alt, und er schien nicht fassen zu können, daß er plötzlich reich war.

Mit seinem Onkel hatte er so gut wie keinen Kontakt gehabt, erzählte er uns. »Wir waren zu verschieden. Onkel Mike hatte so merkwürdige Ansichten. Er verachtete Gott und die Kirche und war der Meinung, daß es sich mehr lohnte, das Böse zu verherrlichen. Manchmal schauderte mich vor diesem Mann. Ich hielt ihn für verrückt und wollte nichts mit ihm zu tun haben. Es ist deshalb eigentlich nicht richtig, daß sein gesamter Besitz auf mich überging, aber das Gesetz will es so…«

»Und Sie wären dumm, dieses Geschenk nicht anzunehmen«, sagte ich lächelnd. »Sehen Sie es so, Mr. Averback: Ihr Onkel hat zum erstenmal ein gutes Werk getan.«

Averback schob sich ein Stück getrüffelter Gänseleber in den Mund. Unser Tisch stand in einer Nische, in der wir ungestört reden konnten.

»Sie möchten also das Haus am Trevor Place haben«, meinte Averback.

»Nicht mieten«, warf Tucker Peckinpah mit erhobenem Finger ein. »Wir möchten kaufen.«

Averback lehnte sich zurück, betupfte sich die Lippen mit der Stoffserviette und seufzte. Unschlüssig musterte er Tucker Peckinpah und mich.

»Ich weiß noch nicht, ob ich das Haus behalten oder verkaufen will«, sagte er. »Ich möchte fürs erste den Besitz einmal Zusammenhalten und mir einen Überblick verschaffen. Sehen Sie, ich weiß noch nicht einmal, was das Haus am Trevor Place wert ist.«

»Als Geschäftsmann weiß ich, daß man so etwas nicht sagen darf, ich tu’s aber trotzdem: Wir akzeptieren jeden Preis, Mr. Averback«, erklärte mein Partner. »Wir werden nicht feilschen. Was Sie für das Haus haben wollen, bekommen Sie.«

Averback grinste. »Sie sind sehr unvorsichtig, Mr. Peckinpah.«

»Ich weiß, daß Sie nicht unverschämt sein werden.«

»Wieso?«

»Ich kann mich auf meine Menschenkenntnis verlassen«, behauptete der Industrielle. »Ihrem Onkel durfte man nicht über den Weg trauen. Sie hingegen sind einen Vertrauensvorschuß wert.«

Averback lachte. »Hey, ist das Ihre Taktik, sich jemanden zu verpflichten?«

Tucker Peckinpah lächelte hintergründig. »Kann schon sein.«

»Ich melde mich, sobald ich mich entschieden habe«, versprach Stephen Averback.

»Lassen Sie uns nicht zu lange warten«, bat Tucker Peckinpah.

»Ich rufe Sie beide morgen an«, versprach Averback.

»Das ist ein Wort«, sagte Peckinpah zufrieden und griff nach seinem Glas, in dem goldener Wein funkelte. »Möge der Entschluß, den Sie fassen, weise sein… und unseren Vorstellungen entsprechen.«

Darauf stießen wir an.

***

Morron Kull haßte sich selbst. Er verdiente es nicht besser, als von Valis Schwert durchbohrt zu werden. Mit straff gespannten Muskeln lag er auf dem Boden und erwartete den Todesstoß, den Loxagon jedoch nicht zuließ.

Der Teufelssohn handelte blitzschnell. Er schwang die Axt hoch und tötete den letzten Rebellen.

Unzufriedenheit lag in seinem Blick, als er Morron Kull betrachtete. Er schüttelte den Kopf, während sich Kull erhob. »Du paßt nicht zu uns. Ich gab dir viele Chancen, doch du wußtest sie nicht zu nutzen. Ein Mann wie du ist zu keiner großen Tat fähig. Du wirst es nie so weit bringen wie dein Vater, kannst ihm nicht das Wasser reichen.«

»Ich hätte Mortimer Kull im Zweikampf beinahe getötet«, verteidigte sich Morron mit unterdrücktem Zorn.

»Beinahe. Nur die Fakten zählen. Hast du es geschafft? Nein? Und du hast auch heute kläglich versagt. Wenn ich dir nicht das Leben gerettet hätte, wärst du jetzt tot.«

Morron Kull konnte sich kaum beherrschen. Er empfand nicht Dankbarkeit, sondern Wut darüber, daß ihn Loxagon so von oben herab behandelte wie den größten Versager.

Am liebsten hätte er allen, die so hämisch grinsten, bewiesen, daß er sogar Loxagon töten konnte, wenn er wollte. Grimmig ballte er die Hände zu Fäusten und preßte die Kiefer zusammen. Er würde beweisen, daß sich Loxagon gewaltig in ihm irrte.

Er mußte sein beschmutztes Image aufpolieren, durfte nicht auf sich sitzenlassen, was Loxagon gesagt hatte. Vielleicht war er nicht so gut mit dem Schwert wie andere, aber man konnte auch unbewaffnet große Taten setzen.

Wenn er richtig handelte, würde sein Name bald in aller Munde sein. Er wußte auch schon, womit er alle in neidisches Erstaunen versetzen konnte.

Wenn er etwas schaffte, woran viele vor ihm gescheitert waren, würde sein Name wie eine Flammenschrift am Höllenhimmel brennen, und er würde dorthin aufrücken, wohin er gehörte.

»Ich werde meinen eigenen Weg gehen«, sagte Morron Kull trotzig, »und ich verspreche dir, daß du bald wieder von mir hören wirst. Ich werde beweisen, daß ich besser bin als mein Vater, besser als deine ganze Horde, besser vielleicht sogar als du!«

Schlagartig wurde es still ringsherum. Gespannt warteten die Krieger. Wie würde Loxagon diese Worte aufnehmen? So manch einer hatte es nicht überlebt, wenn er Loxagon gegenüber einen solchen Ton anschlug, doch der Sieg über Vali und seine Hebellen schien den Teufelssohn milde zu stimmen.

Er streckte nur die Hand aus und sagte: »Geh, und denke daran, daß es nun niemanden mehr gibt, der dir das Leben rettet. Du bist von nun an auf dich allein gestellt.«

»Ich komme schon zurecht«, versicherte Morron Kull dem Teufelssohn und hob sein Schwert auf.

Er sah den Zweifel in den Augen der wilden Männer ringsherum und hätte am liebsten jedem einzelnen seine Faust ins Gesicht geschlagen.

Als er sich in Bewegung setzte, öffnete sich der Kreis, so daß er ihn verlassen konnte. Er schaute niemanden mehr an, weil er sich nicht mehr ärgern wollte.

Kurz darauf schwang er sich auf sein Reittier und trieb es wütend an. Jetzt lachten sie bestimmt hinter ihm, aber er würde dafür sorgen, daß sie ihm bald Achtung und Respekt entgegenbringen mußten.

***

Stephen Averback meldete sich wie versprochen. Er hatte sich entschieden, und zwar in meinem Sinn. Ich jubelte innerlich. Über den Preis hatte er sich bereits mit Tucker Peckinpah geeinigt.

Er hatte nichts dagegen, daß ich mir die Schlüssel holte, um meiner Freundin das Haus zeigen zu können.

Als Vicky dann vor den weißen Säulen stand, die den Balkon stützten, hob sie die Schultern, als würde sie frösteln. Ich musterte sie lächelnd.

»Was hast du? Ist irgend etwas nicht in Ordnung?«

Sie kannte die Geschichte, die mit diesem Haus verknüpft war. »Wenn ich daran denke, daß bis vor kurzem ein Vampir hier gewohnt hat, beschleicht mich ein ganz eigenartiges Gefühl.«

»Er ist tot, vernichtet. Er verbrannte und zerfiel zu Asche.«

»Ich glaube auch nicht, daß er wiederkommen könnte… Es ist nur… Ach, ich weiß nicht, wie ich es ausdrücken soll… Vampire gehen mir immer besonders unter die Haut. Ich kann nicht sagen, woran das liegt.« Ich schloß die Tür auf. Stephen Averback hatte jemanden geschickt, der im ganzen Haus saubermachte. Es roch nach Putzmitteln, und der Boden glänzte wie ein Spiegel.

Ich konnte Vicky herumführen, ohne daß sie einen Schock bekam. Das viele Blut in dem Raum neben dem Salon war entfernt worden, und Stephen Averback wollte in den nächsten Tagen die Möbel abholen lassen.

Ich hätte sie auch haben können, doch ich wollte mich lieber neu einrichten, nach meinem Geschmack, und vor allem nach dem meiner Freundin.

Das Haus besaß einen ersten und einen zweiten Stock, und das Dachgeschoß war ausgebaut.

»Hier könntest du dein Büro einrichten«, schlug ich vor. »Roxane und Mr. Silver bekommen die Räume im zweiten Stock, wir nehmen die im ersten Stock.«

Vicky öffnete ihre dicke Stoffjacke und atmete tief. »Ich glaube, wir werden uns bald sehr wohl in diesem Haus fühlen. Es hat irgend etwas Besonderes, eine angenehme Atmosphäre. Ich werde für uns daraus ein Schmuckkästchen machen.« Sie wandte sich mir zu und schlang die Arme um meinen Nacken. »Soll ich dir ein Geheimnis verraten, Tony Ballard?«

»Ich höre.«

»Ich liebe dich.«

Grinsend erwiderte ich: »Das ist kein Geheinmnis, das weiß doch jeder.«

***

Das geschuppte Reittier bockte, als Morron Kull es auf die Feuerwüste zulenkte, aber der Dämon zwang es mit magischer Kraft, weiterzulaufen.

Vor ihnen lag ein roter, wabernder Teppich, riesig und tückisch, denn das niedrig züngelnde Feuer bedeckte den Boden. Die Gefahr ging jedoch nicht allein vom Feuer auß, sondern mehr noch von dem, was darunter war: Flugsand an vielen Stellen, nicht erkennbar.

Wer da hineingeriet, war verloren. Kulls Ziel war ein Ort jenseits der Feuerwüste, die er auch hätte umgehen können, aber das hätte zuviel Zeit in Anspruch genommen.

Es machte ihm nichts aus, hier Kopf und Kragen zu riskieren. Auch das gehörte bereits dazu, zu beweisen, daß er besser war als sein derzeitiger Ruf.

Er hätte es nicht ertragen, als Feigling zu gelten. Wer die Feuerwüste durchquerte, spielte mit seinem Leben, mußte mutig sein. Viele, die sich auf diesen brennenden Teppich gewagt hatten, waren für immer verschwunden, doch das vermochte Morron Xull nicht abzuschrecken.

Er hatte keine Angst vor dem Tod. Es sollte nur ein Ende sein, das seiner würdig war.

Auf der anderen Seite der Wüste lebte die Höllenamazone Tervi, deren Hilfe Morron Kull in Anspruch nehmen wollte. Tervi lebte allein.

Niemand kam mit ihr aus. Sie war eigensinnig und aggressiv. Man durfte sich von ihrer Schönheit nicht blenden lassen. Viele, die ihren prachtvollen Körper begehrten, hatten das nicht überlebt. Noch nie hatte Tervi einem Mann gehört; sie brauchte überhaupt niemanden, genoß das freie Leben allein und konnte sehr unangenehm werden, wenn jemand ihre Kreise störte.

Dennoch hatte Morron das vor, denn Tervi verfügte über ein Wissen, das sich Morron Kull zunutze machen wollte.

Die Feuerwüste begann. Das geschuppte Reittier schnaubte nervös und setzte die Krallenfüße in den wabernden Flammenteppich. Die Hitze des Feuers vermochte ihm nichts anzuhaben.

Sie kroch an der dicken Hornhaut hoch, ohne sie zu verletzen. Das Feuer war ständig in Bewegung, schaukelte hin und her wie brennendes Öl.

Morron Kull trieb das Tier an. Er zwang den Vierbeiner, weit auszugreifen. Kraftvoll stieß sich das geschuppte Tier ab, es flog förmlich über den brennenden Boden.

Lange Zeit ging es gut. Morron Kull schrie und schlug mit dem Schwert auf das Tier ein, damit es nicht langsamer wurde. Der sandige Boden unter dem Feuer trug das schwere Reittier, doch wenn die Krallenfüße aufsetzten, war es immer wieder ein Glücksspiel.

Plötzlich sackte der Vierbeiner ab, riß den Schädel hoch und brüllte markerschütternd. Morron Kull verlagerte hastig das Gewicht nach vorn.

Das Tier stolperte, und Kull hatte Mühe, nicht in hohem Bogen davonzufliegen. Rasch umklammerte er den harten Hals des Reittiers und trieb es mit energischen Zurufen an.

Er durfte nicht ins Feuer fallen, sonst war er erledigt. Dem Tier vermochten die Flammen nichts anzuhaben, ihn jedoch hätten sie unweigerlich verschlungen.

Er rutschte seitlich am Hals ab, während sich das Tier verzweifelt bemühte, festeren Boden unter die Füße zu bekommen. Es kratzte und scharrte mit den Vorderbeinen, während die Hinterbeine in den weichen, ständig nachgebenden Flugsand einsanken.

Es schien sich um kein großes Loch zu handeln, oder aber war Kull mit dem Reittier nur an den Rand geraten. Das Tier schaffte es. Es heulte, jaulte, schnaubte und fauchte. Dicke Schwefelwolken schossen aus seinen Nüstern, während es sich mit den Vorderbeinen aus dem Gefahrenbereich zog.

Sobald die Hinterbeine wieder festeren Boden unter sich hatten, lief das Tier weiter, gehetzt, panisch, nur von einem Wunsch beseelt: Die Feuerwüste so rasch wie möglich hinter sich zu bringen.

Und das gelang schließlich auch.

***

Natürlich muß eine Übersiedlung genau geplant werden, wenn sie in kein Chaos münden soll. Ich hatte es nicht so eilig, das Haus in der Chichester Road zu verlassen. Mir genügte es vorläufig, zu wissen, daß mir das Haus am Trevor Place zur Verfügung stand.

In letzter Zeit war unser Freund und Nachbar Lance Selby, ein bekannter Parapsychologe, viel auf Reisen gewesen. Als ich ihn nach Hause kommen sah, griff ich zum Telefon und rief ihn an.

Er sagte, er wolle nur schnell auspacken, und dann würde er herüberkommen. 20 Minuten später war er da, braungebrannt von Australiens Sonne.

Er hatte in Darwin Vorlesungen gehalten und sich anschließend das große weite Land angesehen. Damit er in kurzer Zeit soviel wie möglich davon mitbekam und die uninteressanten Gegenden rascher überbrücken konnte, hatte er einen Hubschrauber samt Pilot gechartert.

Er erzählte von Krokodilfarmen, von den Aboriginees, die ihn mit naiver Herzlichkeit aufgenommen hatten, vom Ayers Rock, dem größten Monolithen der Welt…

Unvergeßliche Tage lagen hinter ihm, und er hoffte, uns demnächst die vielen Bilder zeigen zu können, die er geknipst hatte.

Dann war ich an der Reihe, und ich erzählte von Stacc Le Var und von dem Haus, in dem der Blutsauger gewohnt und das es mir angetan hatte.

Als Lance hörte, daß Tucker Peckinpah das Haus für mich gekauft hatte, schaute er mich verblüfft an. »Das ist nicht dein Ernst, Tony.«

»Doch.«

»Du willst weg von hier? Warum?«

Ich hob die Schultern. »So genau kann ich es nicht sagen. Vielleicht deshalb, weil ich schon zu lange in diesem Haus wohne.«

»Vielleicht sagt dir auch der Nachbar nicht mehr zu.«

»Blödsinn, das hat mit dir überhaupt nichts zu tun«, entgegnete ich. »Es ist nur so, daß mir das andere Haus besser gefällt. Es ist etwas größer, hat einen ansprechenderen Baustil…«

»Liegt in einer vornehmeren Wohngegend. Harrods ist in der Nähe, und dort kauft die Queen ein. Ich wußte nicht, daß du ein Snob bist.«

»Bin ich nicht, werde ich nie sein, das weißt du«, erwiderte ich. Lance Selby nickte. »War nur ein Scherz.« Der Parapsychologe war wohl einer der außergewöhnlichsten Menschen, die es gab: Er war schon mal gestorben, nachdem ihn Professor Mortimer Kull mit synthetischem Blut zum gefährlichen Killer gemacht hatte. [2] Roxane konnte Lance zwar ›kaltstellen‹, war jedoch nicht imstande, zu verhindern, daß er zusehends älter wurde und schließlich starb. Rückblickend war es ein Glück, daß zur gleichen Zeit Mago, der Jäger der abtrünnigen Hexen, die weiße Hexe Oda tötete. [3]

Ihr Geist ergriff von Lances Körper Besitz, erweckte ihn zu neuem Leben und machte den Alterungsprozeß rückgängig. Der Geist der Hexe befand sich nach wie vor in ihm. Ohne ihn hätte Lance Selby nicht existieren können.

»Ich werde euch vermissen«, sagte Lance.

Ich bohrte ihm grinsend den Zeigefinger in die Brust. »Laß doch den Quatsch. In letzter Zeit hast du dich ohnedies ziemlich rar gemacht.«

»Ich habe schließlich einen Beruf.«

»Dagegen ist nichts zu sagen. Ich meine ja nur, daß dein Haus oft mehrere Wochen lang leerstand, und du hast uns nicht vermißt. Außerdem ist Knightsbridge nicht auf einem anderen Kontinent, sondern ebenfalls in London. Du kannst kommen, wann immer du möchtest, wirst uns immer willkommen sein.«

»Nach den erholsamen Tagen in Australien kribbelt es mich ziemlich heftig in den Fingern«, sagte Lance. »Solltest du mal wieder auf große Jagd gehen, laß es mich wissen. Ich würde dich gern begleiten.«

»Ich werde an dich denken«, versprach ich meinem Freund und servierte ihm einen doppelten Scotch.

***

Die Feuerwüste lag hinter Morron Kull, eine Weile war der Boden noch steinig, trocken und sandig, aber bald kam fruchtbare Erde. Die ersten Büsche ragten auf, der Boden war jetzt grasbedeckt, Bäume standen wie immergrüne Schirme da, wurden dichter, bildeten einen Wald.

Morron Kull zügelte das Reittier und sprang ab. Graue, unwirkliche Schatten lagen zwischen den Bäumen. Kull schickte magische Impulse aus.

Manchmal gelang es ihm, auf diese Weise einen Feind rechtzeitig wahrzunehmen, doch diesmal funktionierte es nicht. Er ließ das geschuppte Tier stehen und ging zu Fuß weiter.

Tervi wohnte in einer Höhle, die er finden mußte. Morron Kull würde die Höllenamazone erst zähmen müssen, damit sie ihm half, und sie war ein verdammt wildes Mädchen.

Er entdeckte einen schmalen Pfad, und wenig später stand er vor einem Felsenbuckel, unter dem sich eine Mauer aus schwefelgelbem Gestein befand.

Tervis Behausung! Er hatte sie gefunden. Sollte er einfach eintreten? Tervi hätte ihm das bestimmt übelgenommen. Es war besser, sie zunächst einmal herauszurufen.

Vielleicht hatte er Glück, und sie ließ vernünftig mit sich reden. Er begehrte sie nicht, war nicht hier, weil er sie unbedingt besitzen wollte, sondern weil er ihre Unterstützung brauchte.

Dagegen konnte sie doch nichts haben. Es hätte ihr eigentlich schmeicheln müssen, wenn jemand durch die Feuerwüste ritt, um ihre Hilfe zu erbitten.

Morron Kull stieß die magisch vergiftete Schwertspitze in den Boden und rief mit lauter Stimme den Namen der Amazone. Nichts geschah.

Tervi schien nicht da zu sein. Damit hatte Morron Kull nicht gerechnet. Er überlegte, ob er während Tervis Abwesenheit ihre Behausung betreten sollte.

Bestimmt hätte sie das nicht gern gesehen, und er wollte sie nicht verärgern, deshalb zögerte er. Plötzlich drang ein Geräusch an sein Ohr: das leise Schleifen von Blättern, und als er sich - mit dem Schwert - umdrehte, erblickte er die Höllenamazone.

Sie war viel schöner, als er gedacht hatte, hatte dichtes, langes, dunkles Haar, das in weichen Wellen über ihre Schultern floß. Bis auf ein winziges Höschen war sie nackt.

Details

Seiten
120
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783738927429
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2019 (April)
Schlagworte
herr feuers tony ballard

Autor

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Titel: Der Herr des Feuers  Tony Ballard Nr. 170