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San Angelo Country #65: Die Jagd auf Sean Tetley

2019 120 Seiten

Leseprobe

Table of Contents

Title Page

Die Jagd auf Sean Tetley

Klappentext:

Roman:

San Angelo Country

 

Band 65

 

Die Jagd auf Sean Tetley

 

Ein Western von Heinz Squarra

 

 

 

 

IMPRESSUM

 

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© Roman by Author / Cover 2019: Edward Martin

Redaktion und Korrektorat: Alfred Wallon

© dieser Ausgabe 2019 by Alfred Bekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

 

 

Klappentext:

Jay Durango ist auf der Suche nach den Männern, die Rancho Bravo überfallen haben. Einige der Cowboys wurden bei diesem Angriff verletzt. Durango hat sich geschworen, die Banditen zu finden und sie ihrer gerechten Strafe zuzuführen. Einer dieser Männer ist Sean Tetley, der Sohn des mächtigen Ranchers Tobe Tetley. Er hat diesen Überfall geplant und rücksichtslos umgesetzt. Auch wenn Tobe Tetley weiß, dass sein Sohn nichts taugt, so versucht er dennoch, ihn zu schützen. Aber selbst das hindert Durango nicht daran, für Gerechtigkeit zu sorgen. Denn wer Rancho Bravo angreift, der muss dafür zahlen – selbst wenn Jay Durango selbst sein eigenes Leben riskiert!

 

 

 

 

 

Roman:

Gedeckt von Mesquite und Scrubbüschen hielt Jay Durango sein Pferd an und blickte in das fruchtbare Tal hinunter, in dem die Ranch lag.

Die grellen Sonnenstrahlen spiegelten sich in den Fenstern des Haupt- und des Bunkhauses. Im Hof waren ein paar Cowboys damit beschäftigt, ihre Pferde zu satteln. Es waren drei Männer - drei von vierzehn Reitern, die Tobe Tetley noch zur Verfügung standen.

Jay Durango hatte keine Ahnung, wie viele Männer noch da unten auf der Ranch waren. Aber selbst wenn Tobe Tetley mit seinem Sohn allein sein würde, konnte nur der Tod auf ihn warten, wenn er jetzt ins Tal ritt.

Die drei Reiter saßen auf und kamen auf ihn zu. Jay Durango saß rasch ab und drängte sein Pferd rückwärts, um es tiefer in den Büschen zu verbergen. Er schlang ihm den Arm um den Kopf, als er den Hufschlag hören konnte.

Nach ein paar Minuten kamen die drei Reiter den Hügel herauf. Das scharfe Knacken trockener Äste übertönte hin und wieder den Hufschlag. Dann sagte eine Stimme:„Vielleicht weiß der Teufel, was in den Boss gefahren ist. Ich jedenfalls weiß es nicht, und du, Al?“

„Keine Ahnung“, ließ sich ein anderer der Cowboys vernehmen. „Es hängt aber mit Sean und den anderen zusammen. Sie müssen etwas verbockt haben, als sie die Pferde nach San Angelo brachten. Ich müsste verrückt sein, wollte ich in Erfahrung bringen, was es ist. Lass dir einen Rat geben: Stelle keine Fragen und zeige keine neugierigen Blicke.“

Jay Durango sah die Hutkronen der Reiter auftauchen und duckte sich. Sie ritten vorbei, ohne ihn zu bemerken. Seine linke Hand, die auf dem Knauf des Messers gelegen hatte, rutschte an seiner Seite hinab. Die Hutkronen der Reiter verschwanden. Ganz langsam wurde der Hufschlag ihrer Pferde leiser.

Er ließ ein paar Minuten verstreichen. Dann lockerte er den Griff um den Kopf des Pferdes und zog es mit sich aus dem dichten Buschwerk heraus. Als er wieder im Sattel saß und durch das Gestrüpp die Ranch im Tal sehen konnte, war der Hof verlassen, als würde es da unten kein Leben mehr geben. Er blickte noch eine Weile hinunter. Dann lenkte er das Pferd herum und folgte den Spuren der Reiter, die im unübersichtlichen Land am Rande der Wüste verschwunden waren.

Eine Meile vom Hügel entfernt lenkte Jay Durango sein Pferd nach Westen. Er würde jetzt nach Duncan reiten. Vielleicht erwartete ihn dort eine Enttäuschung, denn Tobe Tetley wusste nun lange genug, dass dort im Jail ein wichtiger Mann saß: Jared Zattig, der Cowboy, der seinen Mordkumpan Connor aus Versehen erschossen hatte. Vielleicht hatten sie die Zeit genutzt und Zattig verschwinden lassen.

 

*

 

Er hielt das Pferd auf der Bodenwelle an und blickte in die Stadt hinunter. Die Sonne wanderte bereits nach Westen. Jay Durango wusste, dass er von der Stadt aus gesehen werden konnte. Wenn Tetleys Reiter dort waren, würden sie kommen, und er war gegen sie machtlos, weil er außer dem Messer keine Waffe hatte. Aber er musste dieses Spiel wagen, wenn sein Wille, die Männer der Gerechtigkeit auszuliefern, zum Sieg kommen sollte.

Minuten rannen dahin. Jay Durango spürte immer stärker den Schweiß, der ihm aus allen Poren brach. Er hatte Angst, weil er wusste, dass sie ihn töten würden, konnten sie seiner habhaft werden. Aber die Stadt spie keine Reiter aus.

Dann sah er ein paar Männer auf der Straße, die sich durch den Ort zog, auftauchen. Sie standen mitten auf der Straße, wurden mehr und mehr und rührten sich nicht.

Tetleys Reiter waren nicht hier.

Da sprengte ein Reiter durch die Front Street, aus der Stadt hinaus und kam auf Jay zu. Er griff nach dem Messer, während ihm der Schweiß von der Stirn in die Brauen rann. Doch als er das Messer ziehen wollte, erkannte er den jungen, drahtigen Reiter, der vor einer Staubwolke auf ihn zukam.

„Dave“, sagte er überrascht, als der Mann vor ihm sein Pferd zügelte. „Wie kommst du hierher?“

Dave Harmon lächelte, zog den Hut vom Kopf und schlug ihn über das Knie. Staub wirbelte auf.

„Der Boss hat mich geschickt“, erwiderte er. „Wir konnten die Rinder nicht so schnell sammeln, wie wir gedacht hatten. Die Revolverschüsse der Banditen hatten sie meilenweit auseinandergetrieben. Dann kam ein Sandsturm ...“

„Ja, ich weiß.“

„Am fünften Tag ritten wir in Gruppen zu zwei Mann und hatten keine Ahnung, wo die anderen waren. Chris und ich hatten dreißig Tiere gesammelt und trieben sie zurück. Auf der Ranch traf ich den Boss. Er war in Sorge, weil du immer noch nicht zurückgekommen warst. Er sagte, ich sollte dich suchen. So kam ich gestern hierher. Ich habe im Office des Sheriffs auf dich gewartet und ließ mir von Barbier die Geschichte erzählen. Dann bekam ich Besuch. Jemand wollte Zattig befreien oder umbringen, ich weiß es nicht. Er konnte mir leider entkommen.“

„Ein einzelner Mann?“

„Ja.“

„Das muss Clint Rule gewesen sein, den Tobe Tetley vergeblich suchte.“ Jay Durango trieb sein Pferd an. Dave drehte sein Tier und ritt neben ihm her auf die Stadt zu. Sie sahen, wie sich die Männer zurückzogen.

„Erzähle“, sagte Dave gespannt. „Du bist bei Tobe Tetley gewesen?“

Jay nickte.

„Er wollte seinen Sohn freikaufen. Als ich darauf nicht einging, übergab er mich gefesselt zwei Männern. Sie sollten mich in die Wüste bringen und dort ohne Pferd zurücklassen. Aber das gefiel ihnen nicht. Sie nahmen mir mein Geld ab und verschwanden. Ich verdanke es ihnen, noch am Leben zu sein.“

Dave fluchte leise.

„Ich werde dir alles erzählen, wenn meine Kehle nicht mehr so trocken ist“, fuhr Jay Durango San. „Solange hat es doch noch Zeit?“

Dave gab keine Antwort. Sie lenkten die Pferde in die Straße hinein. Die letzten Männer zogen sich vor ihhen unter die vorspringenden Hausdächer zurück und starrten sie an. Jay Durango zügelte sein Pferd vor dem Store und saß ab.

„Warte hier“, sagte er. „Und halte die Augen offen. Tetley muss inzwischen gemerkt haben, dass seine Reiter nicht mitgespielt haben. Sie wären sonst zu ihm zurückgekehrt, um sich die Prämie abzuholen.“

„In Ordnung.“ Daves linke Hand legte sich auf den Colt, während er sich im Sattel drehte, um die ganze Straße überblicken zu können.

 

*

 

Jay stieg die Stufen zum Gehsteig hinauf. Er sah die Postkutsche vor der Butterfield Overland Mail Station, vor die noch keine Pferde gespannt waren. Sicher sollte sie heute noch die Stadt verlassen. Dann hatte er die Tür erreicht und stieß sie mit dem Stiefel auf.

Der kleine, weißhaarige Mann hinter der Theke sah bleich aus und bewegte unruhig die Hände.

Jay Durango blieb ihm gegenüber am Ladentisch stehen und warf Geld auf die Platte.

„Einen Revolver, ein Gewehr und Munition“, sagte er.

„Ich weiß nicht, ob Mr. Tetley etwas dagegen hat“, gab der Mann gepresst zurück.

Jay Durango legte den Stern, den ihm Marshal Clayburn gegeben hatte, neben das Geld.

„Einen Revolver, ein Gewehr und Munition“, wiederholte er. „Oder ich reite zur Territoriumsregierung und zeige Sie an.“

Der Krämer kniff die Augen zusammen. Seine Stirn hatte sich in Falten gelegt.

„Sie wollen mich anzeigen?“, fragte er. „Weswegen denn, Mr. Durango?“

„Wenn Sie mir nicht verkaufen, was ich brauche, um meine Pflicht erfüllen zu können, leisten Sie einem Banditen Vorschub - einem Mörder! Deswegen würde ich Sie anzeigen. Der Richter in Austin wird Sie dafür verurteilen, und Sie verschwinden in den Steinbrüchen von San Angelo.“ Jay Durango schob das Geld weiter über die Theke. „Überlegen Sie schnell“, fuhr er San. „Bis jetzt wissen Sie doch weiter nichts, als dass Sean Tetley ein gemeiner Mörder ist. Alles andere, was seinen Vater betrifft. sind reine Vermutungen von Ihnen.“

Der Mann wandte sich um zog eine Winchester 66 aus einem Regal.

„Sie sind mit Ihren Waffen zu Tetley geritten und kommen ohne sie zurück, Mr. Durango“,. sagte er ächzend. „Vielleicht sind Tobe Tetleys Männer schon hinter Ihnen her.“

„Vielleicht“, entgegnete Jay und streckte die Hand aus, um dem Mann das Gewehr mit einer jähen Bewegung aus der Hand zu reißen. „Das werden Sie ja sehen. Jetzt einen Colt und Munition. Vielleicht geht es etwas schneller!“

„Sie bringen mich in Teufels Küche. Ich kenne Tetley genau. Er wird zuerst mich fragen, woher Sie wieder Waffen haben.“

Jay Durango steckte den Stern in die Tasche.

„Sagen Sie ruhig, ich hätte Sie gezwungen, mir Waffen zu verkaufen. Ich habe nichts dagegen. Los, beeilen Sie sich!“

 

*

 

Als sie an der Poststation vorbeiritten, schirrte der Stationsmeister die ersten zwei Pferde vor die Kutsche.

Jay Durango warf einen Blick auf den Saloon. Hinter einem Fenster im Obergeschoss bewegte sich eine Gardine, aber Jay konnte kein Gesicht sehen. Er wusste noch, dass Mandy Bacon, das Barmädchen, da oben wohnte. Wahrscheinlich beobachtete sie ihn jetzt und vermutete ganz richtig, was alle anderen auch vermuteten, und was die Wahrheit war.

Vor dem Office des Sheriffs hielten sie an. Dave stieg ab und schlang die Zügel um die Holmstange. Jay Durango blickte dem Barbier entgegen, der mit bleichem Gesicht und blutleeren Lippen die Straße heruntergerannt kam.

„Mr. Durango!“, rief der Mann atemlos. „Es ist gut, dass Sie kommen! Silas Pate ... Er stirbt!“

Jay sprang aus dem Sattel, blickte Dave kurz an und folgte dann dem Mann, der sich bereits .abgewandt hatte. Staubfontänen wirbelten hinter seinen Stiefeln in die Höhe. Er sprang mit einem Satz zur Veranda vor dem Haus des Barbiers hinauf, stieß den Mann, der ihm im Weg stand, zur Seite und trat in das Zimmer, in dem der alte Sheriff lag.

Silas Pate blickte ihn an, als Jay sich über ihn beugte. Er versuchte zu lächeln, aber sein schmerzverzerrtes Gesicht legte sich nur in Falten. Zitternd streckte sich seine knochige Hand aus, um nach Jays Arm zu fassen.

„Mein Junge“, hörte Jay Durango ihn schwach sagen. „Es ist gut, dass ich Sie noch einmal sehe. Gehen Sie San. Reiten Sie mit Ihrem Cowboy nach Hause. Schenken Sie sich und der Stadt das Leben!“

Jay Durango riss den Blick vom Gesicht des Sterbenden los und schaute höher. Aber auch der Blick des Barbiers, dem er begegnete, war eine einzige Aufforderung.

„Er stirbt“, sagte der Mann mit einer Stimme, die hart und kalt klang.

Jay schaute den Sheriff wieder an.

Silas Pate schien immer noch auf seine Antwort zu warten.

„Man lässt einen Sterbenden nicht vergeblich bitten“, knurrte der Barbier dunkel.

„Tobe Tetley wollte mich von seinen Reitern in der Wüste aussetzen lassen“, erklärte Jay dem Sheriff. „Er will Sean Tetley dem Gericht nicht übergeben.“

„Ich weiß“, murmelte der Sheriff gepresst. Ein Hustenanfall schüttelte seinen Körper, und aus seinem Mundwinkel rann ein dünner Blutfaden.

Der Barbier hatte sich über den Mann gebeugt und wollte ihn stützen, aber Silas Pate wischte seine Hand weg.

„Es geht schon wieder“, sagte er heiser. „Jay, Sie haben keine Chance. Ich … bitte Sie ...“ Sein Kopf rollte auf einmal zur Seite.

Jay konnte sein Gesicht immer noch sehen. Die Nase schien noch weißer zu werden.

„Silas!“, rief der Barbier, griff nach dem Kopf Pates und drehte ihn zurück.

Tot und leer starrten die gebrochenen Augen zur Decke. Der Barbier begann zu zittern und ließ den Kopf los.

„Er ist tot“, sagte Jay Durango. Er blickte auf und abermals den Barbier an.

„Sie haben es ihm nicht versprochen!“, keuchte der Mann. „Sie haben einen Mann sterben lassen und ihm das Bewusstsein mitgegeben, seinen letzten Wunsch nicht zu erfüllen.“

„Ja. Und ich glaube, er wird mich verstanden haben. Es muss Sean Tetley gewesen sein, der ihm in den Rücken schoss. Es kann nicht sein Wunsch sein, dass sein eigener Mörder nicht zur Strecke gebracht wird.“

„Sie haben sich versündigt, Mr. Durango.“ Der Barbier bekreuzigte sich. „Möge Gott Ihnen verzeihen.“

Jay Durango wandte sich ab und ging hinaus. Neben der Tür lehnte er sich an die Hauswand, um sich den Schweiß von der Stirn zu wischen. Er konnte Dave nicht mehr sehen. Die beiden Pferde standen noch gesattelt vor dem Office. Nun hatte Duncan keinen Sheriff mehr. Silas Pate hatte ihn zu seinem Vertreter ernannt. Es war noch keine vierundzwanzig Stunden her. Aber das würde nun niemand mehr anerkennen. Vielleicht würden sie eines Tages einen neuen Sheriff wählen, aber vielleicht überließen sie diese Entscheidung auch Tobe Tetley.

 

*

 

Jay sah den Kutscher auf den Bock klettern. Der Postmeister war vor der Station aufgetaucht.

„Beeile dich, dann wirst du die Station vor Einbruch der Dunkelheit erreichen!“, rief er dem Fahrer zu.

Der Mann zog die Peitsche aus dem Futteral am Bock und ließ sie knallend durch die Luft streichen. Die Pferde zogen die schwere Concord-Kutsche mit einem Ruck vorwärts.

Jay Durango war mit seinen Gedanken immer noch bei dem Toten, der hinter ihm im Haus lag. Er sah die Kutsche an sich vorbeirollen, ohne sie zu beachten.

Doch plötzlich stand er gerade. Für einen Moment hatte er durch das Fensterrechteck das helle Gesicht unter dem roten Haar genauer gesehen und erkannt.

„Mandy!“, rief er.

Niemand beachtete ihn.

„Halt!“, schrie er da der Kutsche nach, riss den Revolver aus der Halfter und wischte mit der linken Hand über den Hammer.

Dröhnend löste sich der Schuss. Die Kugel ging über den Fahrer und das nächste Haus hinweg. Grollend kam das Echo über die Straße zurück.

Der Kutscher hatte die Pferde gezügelt, wandte sich um und griff nach dem Gewehr.

Jay Durango senkte den Colt und trat aus dem Schatten des Vordaches. Das Echo des Schusses verklang. Plötzlich war es so still, dass Jays knirschende Schritte zu hören waren.

Der Kutscher schien noch nicht zu wissen, ob er das Gewehr auf Jay Durango anschlagen sollte oder nicht. Überall tauchten Männer und Frauen auf, blieben aber auf den Gehwegen und in den Haustüren stehen.

Jay Durango riss den Schlag der Concord-Kutsche auf. Im Wagen saß nur ein Passagier: Mandy Bacon, das Barmädchen. Bleich, Schweißperlen auf der weißen Stirn, blickte sie ihn mit großen, ängstlich fragenden Augen an, die von dunklen Rändern umgeben waren.

„Wohin geht die Reise?“, fragte er scharf.

„Geht Sie das etwas an? Ich bin ein freier Mensch und kann gehen, wohin ich will!“

„Meinen Sie?“

„Verdammt, was soll das?“, schrie der Kutscher.

„Mark, halte dich aus der Sache heraus!“, rief der Postmeister. „Silas Pate hat ihn zu seinem Vertreter ernannt, und solange Duncan keinen neuen Sheriff hat, ist er das Gesetz in dieser Stadt. Ob uns das passt oder nicht.“

Brummend ließ der Fahrer die schwere Drillingsbüchse wieder sinken.

„Steigen Sie aus, Mandy“, sagte Jay Durango noch einmal. „Unser Spiel um Leben und Tod geht weiter. Niemand wird ausgelassen. Vor allem die nicht, die die Knoten geflochten haben.“

„Lassen Sie mich in Ruhe. Ich gehe, wohin ich will. Ich bin eine Frau!“

„Steigen Sie aus!“ Jays Schrei schien durch die ganze Stadt zu schallen.

„Nein!“

Er packte ihren Arm und riss sie mit einem einzigen Ruck aus der Kutsche, um sie hinter sich loszulassen. Sie taumelte noch ein paar Schritte, trat in eine Fahrrinne und fiel. Ihr Schrei prallte von den Häusern ab.

Jay warf den Schlag der Concord-Kutsche mit einem Knall zu und rief: „Jetzt können Sie fahren. Diese Frau bleibt hier. Sie ist in eine Reihe brutaler Überfälle verstrickt.“

„Er lügt!“, schrie das Barmädchen.

Jay Durango schob den Revolver in die Halfter. Hilflos blickte der Kutscher den Stationsmeister an. Der Mann winkte mit der Hand, er sollte fahren. Da legte der Kutscher das Gewehr aus den Händen, nahm die Peitsche und trieb die Pferde an. In einer Staubwand verschwand die Kutsche.

Jay drehte sich ganz um. Mandy Bacon saß immer noch auf der Straße im schuhtiefen Staub.

„Stehen Sie auf!“, herrschte er sie an. „Aus unserem Spiel können Sie nicht mehr aussteigen, Mandy. Die Schuldigen werden nach San Angelo gebracht. Eine dritte Wahl hat keiner von euch.“

„Ich habe damit nichts zu tun!“, schrie sie ihn an. Tränen rannen über ihre Wangen.

„Warum wollten Sie dann verschwinden, Mandy? Sie hatten mich kommen sehen. Sie haben geahnt, was geschehen ist, wie es alle anderen geahnt haben. Da stand Ihr Entschluss fest, denn Sie konnten gleichzeitig sehen, wie der Stationer die Pferde vor die Kutsche schirrte.“

Das Blut schoss ihr in den Kopf.

„Stehen Sie auf!“, schrie Jay Durango sie an. „Sie sind verhaftet, Mandy. Ich sperre Sie in die Zelle neben Zattig. Sie können sich inzwischen an das gewöhnen, was Sie erwartet.“

Das Mädchen kam auf die Knie. Die Tränen tropften von ihren Wangen und färbten das hellrote Kleid, das sie trug, dunkel. Abwehrend streckten sich ihre Hände aus, denen die Reisetasche entfallen war.

„Nein!“, schrie sie schrill und wild und schüttelte den Kopf, dass das Haar ihren Kopf wie eine Mähne umflog.

„Nein, Sie dürfen mich nicht einsperren! Dazu haben Sie kein Recht! Ich habe nichts getan!“

Jay Durango sah einen Schatten, der sich näherte und dann verharrte. Er blickte auf und erkannte den herkulischen Schmied der Stadt, der die Fäuste um seinen schwarzen Gürtel ge krampft hatte.

„Das dürfen Sie nicht tun, Mr. Durango“, knurrte der Mann. „Sie ist eine Frau. Bei uns kommen zwanzig Männer auf eine Frau. Sie wissen, wie wir darüber denken.“

„Gehen Sie zurück.“

„Und wenn ich es nicht tue?“

„Dann sperre ich auch Sie ein. Ich sperre jeden ein, der sich zwischen mich und die Banditen und ihre Helfershelfer stellen will. Jeden!“

Der Mann prallte zurück.

„Helfen Sie mir doch!“, wimmerte das Mädchen verzweifelt und streckte die gefalteten Hände vor. „Helfen Sie! Ich bin unschuldig! Sie müssen mir helfen!“

„Stehen Sie auf, Mandy“, sagte Jay Durango. „Sie können dem Richter erzählen, dass Sie unschuldig sind. Gegen Ihr Wort wird dann das Ihrer Komplizen stehen, und wir werden sehen, was der Richter damit anfängt.“

Das Mädchen ließ die Hände sinken, als sich Dave Harmon näherte und der Schmied sich weiter zurückzog. Jay Durango ging auf das Mädchen zu und riss es am Arm in die Höhe.

„Hilfe!“, schrie Mandy gellend in die Stadt hinein.

Aber die Menschen unter den Vordächern schwiegen.

Dave ging vor Jay und dem Mädchen her, sprang zum Gehsteig hinauf und schob die Tür des Offices auf. Jay stieß das Mädchen in den halbdunklen Raum hinein, dass es gegen den Schreibtisch prallte.

Dave schloss die Tür. Mandy ging um den Schreibtisch herum und weiter rückwärts, als wollte sie immer noch versuchen zu fliehen und der Verantwortung zu entkommen. Dann aber prallte ihr Rücken gegen die Wand neben der Tür des Jails. Weiter konnte sie nicht mehr. Sie war gefangen, und das Gefühl, schuldig zu sein, stand deutlich und klar in ihren Augen, auch wenn ihr Mund immer wieder etwas anderes sagen würde.

„Was haben Sie mit mir vor?“, fragte sie gepresst.

„Tobe Tetley wollte mich töten lassen. Ich konnte entkommen; wie, ist unwichtig. Wahrscheinlich wäre es Selbstmord, noch einmal zu ihm zu reiten. Es würde nichts an seinen Absichten ändern. Deshalb machen wir es anders.“

„Anders? Was heißt das? Sie haben doch einen Mann nach San Angelo geschickt.“

„Eben. Wir warten hier auf die Deputy Marshals des Richters. Ich glaube, wir können dieses Haus ganz gut verteidigen.“ Er griff nach dem Jailschlüssel und sperrte die schwere Bohlentür auf. „Vorwärts!“

Sie ging vor ihm in den Gang und blieb dort stehen, wo Zattig hinter dem Eisengitter stand, die Hände um die Stäbe gekrampft.

„Ihr Idioten“, sagte sie bebend. „Ihr habt Menschen überfallen und mich mit in den Sumpf gezogen. Er weiß alles - jede Kleinigkeit.“

„Ich hatte das Geld nicht verspielt“, erwiderte Zattig. „Ich habe es auch nicht getan. Jetzt haben sie dafür versucht, mich umzubringen. Mr. Durango, wollen Sie mein Geständnis hören?“

„Du kannst es dem Richter erzählen“, erwiderte Jay Durango und stieß das Mädchen zwei Zellen weiter.

Als er Mandy Bacon in die Zelle gebracht hatte, schmetterte er die Tür zu, drehte den Schlüssel um und zog ihn ab. Gelblich leuchtete ihm ihr hübsches, ovales Gesicht entgegen. Der Schweiß, der die Schminke verwischte, und die Falten ließen sie langsam hässlich werden.

Jay Durango wandte sich ab und verließ das Jail. Er warf den Schlüssel auf den Schreibtisch und stieß die schwere Tür mit dem Stiefelabsatz zu.

Dave stand am Fenster.

„Vielleicht rotten sie sich bald gegen uns zusammen“, sagte er, ohne sich umzuwenden.

„Vielleicht. Siehst du schon etwas?“

„Bis jetzt verteilt der Stationer nur die Post, die vor einer Stunde mit der Kutsche gekommen ist.“

„Das bringt sie vielleicht für eine Weile auf andere Gedanken“, entgegnete Jay Durango und trat hinter den Rancho Bravo-Cowboy. Er sah den Wagen des Coroners, der vor dem Haus des Barbiers stand. Auf ihn wurde eben eine lange Holzkiste geladen.

„Sie hatten schon bei ihm Maß genommen“, murmelte Dave gegen die Scheibe. „Sie haben es eilig, ihn unter die Erde zu bringen. Es muss ihr schlechtes Gewissen sein.“

Jay wandte sich ab und ging hinter den Schreibtisch, um sich zu setzen.

„Vielleicht“, gab er zu. „Er war alt und grau, aber er war ein Mann. Ich bin schrecklich müde.“

„Der Barbier hat auch einen Brief“, sagte Dave. „Sieht ziemlich aufgeregt aus. Jetzt kommt er über die Straße. Du, er scheint hierherzukommen.“

Jay Durango wischte sich über das Gesicht.

„Tatsächlich“, sagte Dave und wandte sich der Tür zu, die in diesem Moment aufflog.

Der Barbier blieb hinter der Schwelle stehen. Dave stieß die Tür zu. Der Mann zuckte heftig zusammen. Der Brief, den er offen in der Hand hielt, knisterte leise.

„Was ist?“, fragte Jay Durango.

„Ein Brief an Silas Pate.“

„Und?“

„Von Sam Beaver.“

Jay Durango stand mit einem so wilden Ruck auf, dass sein Stuhl umkippte.

„Von Beaver?“, fragte er.

„Sie versündigen sich“, sagte der Barbier. „Ich habe es doch gewusst. Aber jetzt sitzen Sie sogar in der Falle, Mr. Durango. Sam Beaver ist nicht nach San Angelo geritten, um den Richter zu verständigen. Er ist ausgestiegen, hat Silas Pate einen Brief geschrieben und dürfte schon verschwunden sein.“

„Das kann doch nicht wahr sein“, sagte Jay Durango heiser.

Der Barbier kam an den Schreibtisch und ließ den Brief darauf fallen.

„Warum nicht?“, erkundigte er sich. „Weil Beaver in dieser Stadt ein kleines Haus und ein leidlich gehendes Sattlergeschäft hat? Deswegen nicht, Mr. Durango?“ Der Barbier beugte sich vor. „Was ist das gegen das Leben? Er will leben, verstehen Sie! Aber jeder von uns kann nicht so denken wie er. Mancher ist zu alt, um noch einmal neu anfangen zu können. Keiner weiß, wie er es anderswo antrifft. Manche haben Frauen und Kinder, Mr. Durango.“

Jay Durango blickte auf den Brief, sah die steilen Buchstaben und wischte das Schreiben dann mit einer ruckartigen Handbewegung vom Tisch. Sam Beaver hatte gekniffen, obwohl die Stadt schon weit hinter ihm gelegen hatte. Er hatte sich vor der Rache gefürchtet, die Tobe Tetley an ihm nehmen würde, wenn es ihm in den Sinn kam. Irgendwie konnte er ihn verstehen.

Der Barbier hatte sich gebückt und den Brief aufgehoben. Jay ging um den Schreibtisch herum.

„Er wollte mich in der Wüste aussetzen lassen, damit sein Sohn nicht für den Mord dorthin gebracht wird, wohin er gehört!“, schrie er. „Begreift ihr denn nicht?“

Der Barbier ging rückwärts.

„Wir begreifen schon, Mr. Durango“, erwiderte er spröde. „Jeder von uns versteht Sie und fühlt mit Ihnen.“

„Ihr Lügner!“

„Wir müssen aber auch an uns denken, Mr. Durango. Jeder lebt nur einmal, und Tobe Tetley kann dieser Stadt das Leben zur Hölle machen.“

Jay Durango ging hinter den Schreibtisch zurück, hob den Stuhl auf und setzte sich.

„Gehen Sie“, sagte Dave und öffnete die Tür. „Erzählen Sie den Leuten von der Neuigkeit, die Silas Pate nicht mehr erreicht hat.“

Der Mann ging rückwärts hinaus. Dave Harmon schloss die Tür und lehnte sich mit verschränkten Armen dagegen.

„Noch ein paar Minuten, dann sind sie alle gegen uns“, erklärte er. „Was soll nun werden?“

„Ich weiß es nicht.“

„Tetley wird kommen, Jay. Wahrscheinlich mit seiner ganzen Mannschaft. Vielleicht haben wir wirklich kein Recht dazu, die Stadt in eine Sache zu verwickeln, die sie nichts angeht.“

„Wen geht ein Mord nichts an, Dave?“

„Ich nahm an, wir wären uns darüber einig, dass es unsere Sache ist.“

Jay Durango stand wieder auf und ging zum Fenster zurück. Er sah den Barbier, der vor dem Saloon mit fünf anderen Männern sprach und dabei immer wieder auf den Brief deutete, den er in der rechten Hand hielt.

Die Männer nickten, während der Barbier sprach. Dann redete ein anderer, aber auch ihn konnte Jay nicht verstehen. Er wandte sich ab und ging im Office hin und her.

„Es werden immer mehr“, sagte Dave. „Vielleicht jagen sie uns aus der Stadt.“

„Dazu fehlt ihnen genauso der Mut, wie uns eventuell gegen Tetley zu helfen.“

„Meinst du? Ohne Tetleys Ranch dürfte diese Stadt zum Tode verurteilt sein. Hier am Rand der Wüste gibt es keine anderen Einkünfte für die Leute.“

„Wollen wir uns danach richten? Darf es wahr sein, dass aus diesem Grund ein Verbrecher frei herumlaufen kann?“

„Nein, Jay. Ich will nur, dass du die Männer begreifst. Sie können nicht anders denken. Sie sind keine Kämpfer. Sie sind seit langer Zeit hier und können es sich nicht vorstellen, noch einmal mit einem Treck durch das feindliche Land zu ziehen, ohne zu wissen, wo sie ankommen werden.“

Jay Durango ging wieder im Office auf und ab. Als er abermals am Fenster stehenblieb, standen vor dem Saloon mindestens zwanzig Männer.

Zwei Minuten später liefen die Leute auseinander und verschwanden in den Häusern.

Jay Durangos harte Schritte hallten durch den Raum. Er dachte an die beiden Gefangenen in den Zellen. Vielleicht war es überhaupt unklug, noch länger in der Stadt zu bleiben. Wenn Tetley mit seiner Mannschaft kam, konnte er nichts gewinnen.

„Jetzt kommen sie mit Gewehren“, sagte Dave heiser. „Sie kommen hierher!“

 

*

 

Sie standen einer neben dem anderen, die Gewehre an den Hüften angeschlagen und feste Entschlossenheit in den Gesichtern, die bleich, zornrot oder unruhig waren.

„Was wollt ihr?“, fragte Jay Durango, der vor die Tür getreten war und die Hand auf den Kolben des 45er Colts stützte. „Zu was habt ihr die Gewehre mitgebracht?“

„Hören Sie mir gut zu, Durango“, knurrte der Barbier. „Nach allem, was wir nun wissen, wird Tetley kommen. Wir kennen ihn und wissen, wie er reagiert. Diese Stadt gehört uns. Wir haben sie gebaut. Es ist unser Schicksal, dass der Rancher, von dessen Aufträgen wir leben, Tetley heißt. Aber wir können es nicht ändern.“

„Eines Tages wird euer Rancher Sean Tetley heißen“, sagte Jay Durango spöttisch und doch ernst, als der Barbier einen Moment schwieg. „Dann arbeitet ihr für einen Verbrecher und dürft nicht einmal darüber reden.“

„Wir können nicht aus unserer Haut heraus. Sie dürfen nicht denken, wir würden Sie nicht verstehen. Aber wir spielen nicht mit. Wir geben Ihnen und Ihrem Freund fünfzehn Minuten Zeit, die Stadt zu verlassen.“

„Und wenn wir dann noch da sind?“ Der Barbier packte sein Gewehr fester und blickte die anderen an.

Der Schmied nickte ihm aufmunternd zu.

„Dann jagen wir euch zum Teufel!“, knirschte der Barbier. „Dafür gebe ich Ihnen mein Wort. Also, in fünfzehn Minuten.“

Der Barbier wandte sich ab und ging zu seinem Haus.

Die anderen Männer verstreuten sich und standen wenig später überall an den Hauswänden, die Gewehre neben sich.

„Sie meinen, was sie sagen“, murmelte Dave. „Was soll nun werden?“

„Wir verlassen die Stadt und bringen die Gefangenen nach San Angelo.“

Dave blickte seinen Vormann forschend an.

„Gibst du Tetley wirklich auf?“

„Nein. Tetley hat hier eine große Ranch, Dave. Er fühlt sich als der Herr in diesem Land und gibt die Ranch nicht auf. Er ist für den Richter jederzeit erreichbar.“

„Und Sean?“

„Tetley wird auf seinen Sohn aufpassen, weil er nicht will, dass noch mehr Staub aufgewirbelt wird. Ich besorge Pferde für unsere Gefangenen. Sie werden in San Angelo schon auspacken. Dann kann der Richter seine Marshals zugreifen lassen.“

Dave nickte.

 

*

 

Jay stieg zur Fahrbahn hinunter und ging dem Mietstall entgegen.

Der Stallmann lehnte hinter dem Hofzaun. Er hatte eine Maiskolbenpfeife zwischen den Zähnen.

„Ich will zwei Pferde und Sättel kaufen“, sagte Jay. „Kommen Sie mir nicht mit irgendwelchen Ausreden.“ Er ging bis zur Tür weiter und betrat den Hof.

Der Stallmann rührte sich nicht.

„Wozu brauchen Sie Pferde?“, fragte er. „Sie und Ihr Freund haben doch welche. Ich könnte sie umtauschen, wenn Sie wollen.“

„Ich brauche noch zwei Pferde. Sie wissen, wozu.“

Der Mann nahm die Pfeife aus dem Mund.

„Eben, ich weiß es, Mr. Durango. Und deshalb bekommen Sie von mir keine Pferde.“

Jay ging zu dem Mann, packte ihn am Arm und schleppte ihn zum Stall, in den er ihn stieß.

„Hören Sie“, sagte er gepresst, „ich kam hierher, weil Sean und seine Komplizen in der Gegend von San Angelo einige Verbrechen begangen haben. Euere Angst ändert nichts an meiner Absicht. Ich werde die beiden Gefangenen mitnehmen, wenn ich die Stadt verlasse. Und ich nehme jeden anderen mit, der sich mir in den Weg stellt und Tetley Vorschub leistet!“

„Vorschub? Sind Sie verrückt?“

„Sie wollen Tobe Tetley helfen. Sie wollen, dass die Komplizen seines Sohnes keine Gelegenheit bekommen, vor einem Gericht auszusagen. Wollen Sie das?“

„Ich - ich weiß nicht, was Sie meinen, Mr. Durango.“

„Dann satteln Sie zwei ausdauernde Pferde. Ich werde sie bezahlen.“

„Wenn Tetley kommt ...“

„Wenn Tetley kommt und Fragen an Sie stellt, können Sie sagen, ich hätte Sie gezwungen. Der Storekeeper wird etwas ganz ähnliches sagen. Sie sind nicht allein. Muss ich noch lange warten?“

Der Stallmann ging rückwärts zu einer Box, in der ein Pinto stand, dessen Fesseln Jay Durango sehr schmal erschienen.

„Das Pferd nicht“, sagte er scharf. „Den Fuchs daneben. Und den Cayusen links hinten! Bewegen Sie sich, verdammt!“

Fünf Minuten später kam Jay Durango mit den beiden Pferden auf die Straße.

Die Männer waren immer noch da. Verwirrt und ängstlich starrten sie ihn an. Offenbar hatte keiner damit gerechnet, dass er Pferde bekommen würde.

Vor dem Office blieb er stehen und winkte Dave zu, die Pferde zu halten. Dann stieg er die Treppe hinauf, betrat das Office, griff nach dem Schlüssel und ging ins Jail.

Mandy Bacon ging in ihrer Zelle rückwärts, als sie Jay Durango durch den Gang kommen sah.

Er blieb vor der Zelle stehen und schob den Schlüssel ins Schloss. Aus den Augenwinkeln sah er, dass Zattig ihn genau wie das Barmädchen anstarrte.

„Wir reiten nach San Angelo“, erklärte er. „Die Pferde stehen schon draußen. Sam Beaver hat gekniffen und ist geflohen, damit ihr alles wisst.“

Zattig lachte. Es klang hohl und heiser und viel zu schrill.

„Du bringst uns niemals nach San Angelo!“, schrie er hämisch, dass es von den kahlen Wänden dröhnte.

„Wenn Tetley uns einholt, kommst du vom Regen in die Traufe, Zattig. Ich glaube nicht, dass das so lustig wird, wie du jetzt noch denkst.“

Der Bandit wurde grün im Gesicht.

Jay Durango schloss die Zelle auf und holte das starr stehende Mädchen heraus, um es ins Office zu führen.

„Zattig werde ich binden“, sagte er. „Bei Ihnen will ich davon absehen. Versuchen Sie nicht, mir zu entkommen. Sie sind für mich nicht besser als die anderen, und wenn Sie zu fliehen versuchen, werde ich an nichts anderes denken. Haben wir uns verstanden?“

„Sie haben sehr deutlich gesprochen“, gab sie zurück. „Aber ich habe damit nichts zu tun. Ich wollte Sean heiraten. Aus keinem anderen Grund kam ich nach Duncan zurück.“

„Wir wollen uns nicht gegenseitig mit Lügen und Vorhaltungen langweilen“, erwiderte Jay Durango und schob das Mädchen hinaus.

Fünf Minuten später saß auch Zattig auf seinem Pferd. Seine Hände waren an das Sattelhorn gebunden.

Unbeweglich standen die Männer an den Hauswänden. Der Barbier kam schließlich auf die Straße und stellte sich vor die Pferde, als Jay als letzter aufsaß.

„Was gibt es noch?“, fragte Jay Durango scharf. „Haben Sie neue Forderungen?“

„Sie wissen genau, was wir wollen, Durango: Frieden für diese Stadt. Lassen Sie die beiden hier.“

„Geben Sie den Weg frei!“

Der Barbier rührte sich nicht.

Da sprang Dave mit einem wilden Satz aus dem Sattel und ging mit geballten Händen auf den Mann zu.

Der Barbier wich zurück.

„Dort hinüber!“, schrie Dave zornig. „Damit die Feiglinge alle beisammen sind!“

„Lasst sie hier“, bat der Barbier.

Dave folgte ihm weiter und stieß ihn dann zur Seite. Jay Durango trieb sein Pferd an und zog das Zattigs mit sich.

„Dafür wird Tetley euch das Fell über die Ohren ziehen!“, rief das Mädchen.

Da war Dave wieder im Sattel und folgte seinem Bruder, das Pferd des Mädchens am Zügel mitführend.

Jay Durango spürte den Schweiß auf seinem Rücken, als die Männer der Stadt alle hinter ihnen waren. Er wusste, dass sie sehr feige waren. Aber gerade diese Feigheit konnte sie zu etwas bringen, was sie erst zu spät überlegen würden.

Der Sand knirschte unter den Hufen der Pferde, und das Echo des Hufschlages prallte von den schweigenden Häusern ab und wehte zu den Reitern zurück.

Das Mädchen riss den Mund auf, und Dave sagte schnell: „Sparen Sie sich die Mühe, Mandy.“

Ihr Mund klappte wieder zu.

Die Stadt blieb hinter ihnen zurück. Langsam hob sich die Piste zur Bodenwelle an. Dann hatten sie auch den Pfahl mit dem daran genagelten Brett, auf dem Duncan stand, hinter sich.

„Schneller!“, rief Jay Durango und trieb sein Pferd zu einem flotten Trab an, den die Tiere lange durchhalten konnten.

 

*

 

Sie standen noch genauso vor den Häusern, als der mächtige Tobe Tetley mit seiner Mannschaft kam. Es waren acht Männer, die ihn begleiteten. Sie hatten die Gewehre in den Händen und ritten in breiter Kette auf das Office des toten Sheriffs zu. Dann hielten sie an.

Knarrend rollte der zweirädrige Wagen des Coroners um eine Ecke und über die Front Street.

Tobe Tetley, der große, breitschultrige Mann, blickte verkniffen auf den Wagen, den ein alter Maulesel zog. Der Wagen verschwand zwischen zwei Häusern auf der anderen Straßenseite.

Ruhe herrschte in der Stadt, über die sich die Dämmerung zu senken begann.

„Durango!“, schrie der Rancher. „Komm heraus! Wir wissen, dass du da bist!“

Der Ruf wehte von irgendwo zurück und an dem Rancher vorbei, um zu verklingen.

„Durango!“

Die Reiter repetierten die Gewehre.

Da kam der Barbier auf die Straße, zog seinen Hut und verbeugte sich.

„Was willst du?“, herrschte ihn der Rancher an.

„Sie sind nicht mehr da, Mr. Tetley.“

„Sie?“

„Ein Mann kam gestern während der Nacht hier an. Dave Harmon, Mr. Tetley.“

„Einer von den Rancho Bravo-Leuten?“

„Ja. Sie haben Zattig und Mandy Bacon mitgenommen.“

Tetley beugte sich im Sattel so weit vor, dass sein Kinn den Hals des Pferdes berührte.

„Wohin?“

„Sicher nach San Angelo. Wir haben ihnen gesagt, dass die Stadt damit nichts zu tun haben will.“

Tetleys Blick wurde noch schärfer, und der Barbier schien jäh zu erstarren.

„Womit?“, schrie der Rancher.

„Mit - mit dem, was Durango und Harmon Ihrem Sohn vorwerfen, Mr. Tetley.“

Der Rancher setzte sich gerade.

„Sie werfen ihm vor, ein Verbrecher zu sein, aber es ist alles gelogen! Jedes Wort!“

Der Barbier blickte zu Boden.

„Glaubst du das nicht?“, schrie der Rancher.

Der Barbier blickte immer noch zu Boden. Tetley trieb sein Pferd vorwärts und hielt es neben dem Mann wieder an.

„Glaubst du nicht, was ich sage?“, schrie er wieder.

Der Barbier blickte nicht auf. Da schlug ihm Tetley den Hut vom Kopf.

„Antworte!“, bellte er.

„Die Stadt wird schweigen und nichts wissen, Mr. Tetley“, würgte der Barbier hervor.

Tetley sprang aus dem Sattel und riss den Kopf des Barbiers an den Haaren in die Höhe.

„Antworte!“

„Silas Pate ist nun auch tot“, murmelte der Barbier. „Aber wir werden schweigen.“

Eine Welt der Ablehnung sprach aus den Augen des Mannes und traf Tobe Tetley wie ein Hammerschlag. Er hatte keine Macht mehr über seine Gefühle, als er die geballte Hand hob und ins Gesicht des Barbiers schmetterte, dass der von den Füßen gerissen wurde.

Der Mann schlug in den Staub und rollte schreiend zweimal um seine eigene Achse. Dann lag er still. Der aufgewirbelte Staub senkte sich auf ihn.

Tobe Tetley ließ die Hand sinken. Seine Finger entspannten sich. Langsam wandte er sich um. Sein Gesicht war grau, als er in den Sattel stieg.

„Wohin sind sie geritten?“, wandte er sich an einen Mann, der am Rand des Gehweges stand.

Der Mann zeigte mit seinem Gewehr nach links.

„Sie wollen nach San Angelo, Mr. Tetley.“

„Nat, die Lampe!“, rief der Rancher. „Ist genug Petroleum darin?“

„Ja, Boss.“

„Dann vorwärts!“

Die Kavalkade sprengte aus der Stadt hinaus.

 

*

 

Nat Brock beugte sich aus dem Sattel und hielt die Sturmlaterne dicht über den Boden, um die Spur der Reiter sehen zu können. Sie kamen nicht sehr schnell voran.

Plötzlich parierte der Cowboy sein Pferd.

„Ein Feuer“, flüsterte er. „Das müssen sie sein.“

Tetley drängte sein Pferd durch die Reihe seiner Leute und hielt neben Nat an.

„Die Lampe aus!“, zischte er.

Nat Brock löschte die Lampe. Tiefe Dunkelheit umgab die Männer. Aus der Ferne trug der laue Wind das Heulen eines Wolfes an ihre Ohren. Tetley glitt aus dem Sattel und zog das Gewehr aus dem Scabbard.

Die Cowboys folgten seinem Beispiel. Alle starrten auf den schwachen Widerschein des Feuers, den sie durch die Büsche sehen konnten.

„Sollen sie uns wirklich noch nicht bemerkt haben?“, fragte Nat flüsternd.

„Vielleicht sind sie sehr müde“, knurrte der Rancher. „Also, denkt daran: jeden von euch erwartet der doppelte Lohn!“

Er blickte in die ihm zugewandten Gesichter und wusste, dass sie tun würden, was er von ihnen verlangte, solange er in ihrer Nähe war. Dann wandte er sich ab und ging vorwärts, den Kolbenhals des Gewehres fest mit der schweißnassen Hand umspannt.

Vor den Büschen blieb er sekundenlang stehen, bis alle bei ihm waren. Dann winkte er ihnen, sich auseinanderzuziehen.

Die Cowboys folgten seinem Wink lautlos.

Tetley wartete. Nur Nat Brock war noch neben ihm. Nach zwei Minuten sagte der Cowboy: „Jetzt dürfte das Lager umstellt sein, Boss.“

Tetley schob sich in die Büsche hinein. Der Feuerschein wurde heller. Äste, die auf dem Boden lagen, zersprangen mit hellen Geräuschen unter Tetleys Stiefeln. Dann war er durch den letzten Busch, sah das zuckende Feuer, das abgesattelte Pferd und den Mann, der hinter dem Feuer lag und schlief.

„Clint Rule“, sagte Nat an seiner Seite enttäuscht. „Aber den hast du auch gesucht, nicht wahr?“

„Und ob ich ihn gesucht habe. Er muss viele Nächte nicht mehr geschlafen haben.“ Tetley ging weiter, drehte das Gewehr in der Hand und schlug dem Schläfer den Kolben gegen die Schulter, als er neben ihm war.

Der Mann bewegte sich und öffnete die Augen.

„Clint, steh auf!“, herrschte ihn Tobe Tetley an.

Aus den Büschen kamen die anderen Cowboys.

Der Mann am Boden zuckte in die Höhe und starrte sie an. Dann fiel sein Blick auf den Rancher, der wie ein Riese über ihm stand. Er wurde bleich bis zu den Haarwurzeln, und das Feuer schleuderte schwarze Schatten in sein Gesicht.

„Steh auf!“, schrie der Rancher, ließ dann das Gewehr fallen, bückte sich, packte den Mann am Hemd und riss ihn wild auf die Beine.

„Nein“, sagte Clint Rule. „Ich habe nicht geschossen. Ich war es nicht, Boss. Sean und die anderen haben es getan. Ich war nur dabei und konnte nichts dagegen tun.“

„Du hast versucht, Zattig im Jail zu töten, nicht wahr?“, fragte Tetley.

„Ich habe es für Sean tun wollen. Nur für deinen Sohn, Boss!“ Clint Rule brach der Angstschweiß aus allen Poren. „Er hat geschossen!“

Tetley öffnete die linke Hand, mit der er Rule gepackt hielt. Gleichzeitig schmetterte er ihm die rechte mit solcher Wucht ins Gesicht, dass dem Banditen auf der Stelle der Boden unter den Füßen entrissen wurde.

Rule schlug auf den Rücken. Sein keuchender Atem übertönte alle anderen Geräusche. Blut rann aus seinem Mundwinkel. Er stemmte sich auf die Ellenbogen und blickte von einem der Männer zum anderen. Schließlich schaute er den wutschäumenden Rancher wieder an.

„Ich habe es für Sean getan“, sagte er noch einmal. Aber jetzt klang seine Stimme fester. „Ja, ich weiß, was du willst, Boss. Deshalb kam ich auch nicht zur Ranch zurück. Ich kenne dich. Wir wussten alle, was uns erwartet. Wir wussten es in dem Moment, in dem Sean das Geld an Crossing verspielt hatte. Nur deswegen haben wir mitgemacht.“

„Schweig!“, schrie Tobe Tetley. „Ihr habt euch tausend Dollar geteilt.“

„Wir haben uns für die Drecksarbeit ein klein wenig belohnt. Aber wir haben es für Sean getan.“

Ein Fußtritt traf den Mann und warf ihn auf die Seite. Aber er drehte sich wieder zurück.

„Sie sollen es wohl nicht wissen, was?“, schrie Clint Rule. „Sie sehen ganz so aus, als verstünden Sie noch nicht einmal die Hälfte der Geschichte. Soll ich Ihnen sagen, was wirklich geschehen ist?“

Tetley blickte sich im Kreis um. Er konnte die fragenden Blicke seiner Reiter nicht mehr übersehen. Vielleicht ahnten sie längst alle, was die Wahrheit war. Aber noch schwiegen sie. Aber irgendwann würden sie fragen, und dann würde er antworten müssen. Dann konnte es ihm nichts mehr nützen, wenn er jetzt einen Mann mundtot machte.

„Ihr seid Banditen, einer wie der andere“, erklärte er. „Sean macht keine Ausnahme. Von mir aus, erzähle es den Leuten. Sie wissen dann genau, warum sie noch mit mir reiten.“

Clint Rule setzte sich.

„Dann hört zu“, sagte er dunkel „Sean hat die zweitausend Dollar für die Pferde in San Angelo verspielt. Mandy Bacon sagte ihm, auf der Rancho Bravo-Weide wären nur ein paar Wächter. Auf der Ranch wäre Geld. Jeder andere von euch hätte auch mitgemacht. Wir konnten ohne Geld nicht mehr hierher zurückkommen. Aber verspielt hat es Sean - wir hatten ihn gewarnt!"

„Erzähle weiter, aber beeile dich“, knurrte der Rancher mühsam beherrscht.

Clint Rule leckte sich über die Lippen.

„Wir kamen zur Ranch, aber die Mannschaft war wieder von der Weide zurückgekehrt. Auf einer Weide trafen wir Cowboys. Wir täuschten sie und trieben die Rinder weg. Zwei wurden angeschossen. Der dritte entkam und holte Verstärkung von der Ranch. Da ließen wir von der Herde ab und kehrten zu der Ranch zurück. Wir erbeuteten dreitausend Dollar. Das ist alles.“

Tetley ging ums Feuer herum und wandte sich um. Jetzt konnte er seine Mannschaft besser überblicken.

„Nun wisst ihr, warum wir hier sind“, sagte er. „Jay Durango will meinen Sohn zu Richter Douglas nach San Angelo bringen. Was ihn dort erwartet, könnt ihr euch vielleicht denken. Sean hat den Tod verdient. Er ist ein hundsgemeiner, verworfener Kerl, der auf der Erde nur die Luft verpestet. Aber er ist mein Sohn. Schmach und Schande würden auch mich treffen. Ich kann nicht zulassen, dass mein eigenes Blut unter einem Galgen endet. Versteht ihr das?“

Die Männer blickten betreten zu Boden.

„Wer mich nicht verstehen kann, soll jetzt auf sein Pferd steigen und davonreiten“, sagte Tobe Tetley gepresst. „Ich hindere ihn nicht daran.“

Die Reiter blickten sich verstohlen an. Dann sagte Nat Brock: „Doch, Boss, wir verstehen dich schon. Kein Vater würde anders darüber denken. Schon gar nicht ein Vater, der eine große Ranch besitzt und sein halbes Leben für den Sohn geschuftet hat. Aber wenn wir Durango einholen, was wird dann geschehen?“

„Wenn sie auf uns schießen, schießen wir zurück. Wenn sie sich ergeben, nehmen wir sie mit.“

„Und weiter?“

„Auf der Ranch stellen wir sie vor die Wahl. Sie können die Sache aufgeben. Dafür werde ich sie belohnen. Oder sie können schmoren, bis sie anderen Sinnes werden. Aber der, der zu entkommen versucht, wird erschossen. Wer will, kann jetzt immer noch fortreiten. Aber denkt an eines: Einen Job findet ihr im Umkreis von dreihundert Meilen vor dem Frühjahr nicht mehr.“

„Das wissen wir selbst“, knurrte einer der Cowboys.

„Die Verantwortung für alles, was geschieht, trage ich“, sagte der Rancher. „Genügt euch das?“

„Das genügt“, erwiderte Nat Brock. Er bückte sich, zog ein Stück brennendes Holz aus dem Feuer und zündete den Docht der Sturmlaterne wieder an. Dann ging er durch die Büsche, nahm sein Pferd am Zügel und lief zu der Stelle zurück, an der sie von der Spur abgebogen waren.

 

*

 

Es dauerte eine Weile, bis sich die anderen um ihn versammelt hatten. Clint Rule kam als letzter.

„Hier kamen vier Reiter vorbei“, sagte Brock und blickte Rule an. „Jay Durango und Dave Harmon, die Zattig und Mandy Bacon nach San Angelo bringen wollen.“

Clint Rule wurde wieder bleich.

„Hast du davon nichts bemerkt?“, fragte Nat Brock.

„Ich habe nicht lange gelauert. Vielleicht ritten sie hier vorbei, als ich noch nicht da war.“

„Vielleicht.“

Der Rancher drängte sein Pferd durch den Pulk der Reiter. Vor Clint Rule hielt er an.

„Noch etwas“, verkündete er. „Auch wenn wir verhindern wollen, dass sie San Angelo erreichen, mit Banditen machen wir keine gemeinsame Sache.“ Clint Rule schien sich zu ducken.

„Bindet ihn!“, kommandierte der Rancher. „Ihr bekommt alle eure Strafe, und vielleicht werdet ihr euch wünschen, lieber tot zu sein!“

„Nein!“, schrie Clint Rule, als die Cowboys absaßen. Er drängte sein Pferd rückwärts und warf es herum.

Aber da hatte einer der Männer sein Bein gepackt und aus dem Steigbügel gezogen. Ein jäher Ruck - Clint Rule rutschte schreiend über die Hinterhand des Pferdes hinweg, flog einen Sekundenbruchteil durch die Luft und schrammte auf den Rücken. Noch ehe er eine Bewegung der Gegenwehr machen konnte, waren vier Mann über ihm und knieten sich auf seine Arme und Beine.

Details

Seiten
120
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783738926767
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v461491
Schlagworte
angelo country jagd sean tetley

Autor

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Titel: San Angelo Country #65: Die Jagd auf Sean Tetley