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320 PS – JIM #4: Rivalen auf der Todespiste

2019 114 Seiten

Zusammenfassung


Die beiden Trucker Jim Stonewall und Chris Morris sollen für Mable & Son Corporation mit ihrem M.A.N.-Truck RED BARON ein Camp, das mitten in der Wildnis liegt und zu dem keine Straßen führen, mit Lebensmitteln, Werkzeugen und Baumaterial beliefern. Ein heikler Auftrag, doch die beiden Trucker nehmen die Herausforderung an. Allerdings bekommen sie es mit zwei finsteren Gesellen zu tun, die ebenfalls den Auftrag für den Transport erhalten haben. Und den Mack-Truckern ist jedes Mittel recht, um ihre Kontrahenten auszuschalten – auch wenn sie das Leben von einer Menge ahnungsloser Männer riskierten ...

Leseprobe

Table of Contents

Rivalen auf der Todespiste

Copyright

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Rivalen auf der Todespiste

320 PS – JIM

Band 4

von Wolf G. Rahn

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 114 Taschenbuchseiten.

 

Die beiden Trucker Jim Stonewall und Chris Morris sollen für Mable & Son Corporation mit ihrem M.A.N.-Truck RED BARON ein Camp, das mitten in der Wildnis liegt und zu dem keine Straßen führen, mit Lebensmitteln, Werkzeugen und Baumaterial beliefern. Ein heikler Auftrag, doch die beiden Trucker nehmen die Herausforderung an. Allerdings bekommen sie es mit zwei finsteren Gesellen zu tun, die ebenfalls den Auftrag für den Transport erhalten haben. Und den Mack-Truckern ist jedes Mittel recht, um ihre Kontrahenten auszuschalten – auch wenn sie das Leben von einer Menge ahnungsloser Männer riskierten ...

 

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author

© dieser Ausgabe 2019 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

 

 

 

1

„Zum Teufel mit Ihnen!“, kreischte eine sehr hohe Männerstimme. „Darauf lasse ich mich nicht ein. Ich muss sicher sein, dass alles klappt. Die Männer müssen pünktlich mit allem Notwendigen versorgt werden. Wenn Sie mir das nicht garantieren können, scheren Sie sich gefälligst hinaus!“

„Garantieren kann Ihnen das keiner, Mr. Sullivan“, nörgelte ein anderer mit mühsam unterdrückter Wut. „Da müssen Sie sich schon einen Superkerl suchen.“

„Das werde ich auch, Mann“, entgegnete der erste. „Sie sind das jedenfalls nicht. Hauen Sie bloß ab, bevor ich meine gute Erziehung vergesse.“

„Die haben Sie doch erst noch vor sich. Sie haben doch keine Ahnung, was Sie verlangen.“

„Hinaus!“

„Sie können mich mal!“

Jim Stonewall und Chris Morris, die im Vorhof der Mable & Son Corporation Zeugen dieses Streits wurden, grinsten sich vielsagend an.

„Es geht doch nichts über ein sachliches Gespräch“, meinte Jim, der Ältere.

Hinter der schäbigen Holzfassade wurde es nun noch lauter. Offenbar flogen ein paar Stühle um, eine Tür krachte ins Schloss, Sullivans Stimme schnappte fast über und war kaum noch zu verstehen, und Sekunden später stürzte ein hagerer Mensch aus der Baracke, dessen puterrotes Gesicht zu Besorgnis für den Kreislauf des Besitzers Anlass gab.

Hinter ihm wurde ein Fenster aufgerissen. Ein breitflächiges Gesicht schoss darin hervor. Der darin angeordnete Mund verzog sich nach allen Seiten, und wenn die Stimmbänder nicht den Dienst versagt hätten, wäre bestimmt eine fürchterliche Schimpfkanonade dem Hageren gefolgt.

Stattdessen warf der Breitflächige eine dünne Aktentasche aus dem Fenster, und da sie nicht verschlossen war, rutschte der ganze Inhalt in den Dreck. Es handelte sich um Papiere, unter denen Chris Morris auch eine Straßenkarte erkannte.

„Nehmen Sie gefälligst Ihren Dreck mit!“, schnaufte der Mann im Fenster. „Oder soll ich Ihnen den Mist hinterhertragen? Eine Straße bauen! Total übergeschnappt! Menschenskind, satteln Sie lieber um auf Auto-Scooter! Da finden Sie immer ideale Verhältnisse vor.“

Der Wütende schlug das Fenster krachend zu, und das Klirren der Scheibe kam einem Bersten gleich, doch das gute Stück hielt. Vermutlich hatte es sich im Laufe der Zeit an eine derartige Behandlung gewöhnt.

„Armleuchter!“, zischte der Hagere und bückte sich nach seinen Papieren, die er zurück in die Tasche stopfte und unter den Arm klemmte.

Erst jetzt bemerkte er die Freunde, die ihn grinsend beobachteten.

Er nahm zu einem Wutausbruch Anlauf, da er seinen Ärger loswerden wollte, doch Jim Stonewall winkte ab.

„Lass gut sein, Kumpel! Wir brauchen unsere Energien für Mr. Sullivan. Wenn du hinterher noch Lust hast, können wir gern miteinander streiten.“

Der andere starrte ihn und Chris Morris verblüfft an. „Wollt ihr etwa da hinein?“, fragte er mit einem Ton, als ginge es darum, auf den Gannett Peak zu joggen.

Chris lächelte. „Du warst doch auch drin, oder?“

Der Hagere nickte heftig. „Genau drei Minuten. Der Kerl ist ja irre. Ich will euch mal was sagen. Ich habe den besten Truck von ganz Wyoming. Wenn ihr meinen GMC seht, gehen euch die Augen über, falls ihr überhaupt ’ne Ahnung davon habt. Ich bin mit dem Schlitten schon kreuz und quer durch die Staaten gegondelt, und das war nicht immer ein Ahornsirupschlecken. Ich war auch schon in Kanada und Mexiko, und letztes Jahr wollte ich hinunter nach Brasilien. Hat aber nicht geklappt. Was ich damit sagen will, Bill Hosper macht so ziemlich jeden Blödsinn mit. Aber eben nur so ziemlich jeden. Für diese Tortur ist mir mein Truck zu schade. Und wenn ich euch einen guten Rat geben darf, Jungs ...“

„Das darfst du natürlich, Bill“, fiel ihm Jim Stonewall ins Wort, „aber wie ich uns kenne, möchten wir uns gern selbst die Signalhörner abstoßen.“

Bill Hosper holte tief Luft. Er klemmte seine Aktentasche unter den Arm und brummte: „Ihr seid ein paar ganz sture Schädel, stimmt’s?“

„Stimmt!“

„Na, dann viel Spaß! Aber das eine sage ich euch im Voraus: Bei Sullivan rennt ihr euch eure sturen Schädel ein. Der schnippt mit den Fingern, und schon seid ihr wieder draußen.“

„Wir hatten auch nicht vor, uns lange aufzuhalten“, meinte Chris Morris gemütlich. „Wir wollen nur den Auftrag, dann gehen wir wieder.“

Bill Hosper schüttelte ungläubig den Kopf. „Ihr werdet schon sehen, dass er auf keine eurer Bedingungen eingeht.“

„Unsere einzige, Bedingung ist, dass wir pünktlich bezahlt werden.“

Jetzt grinste der Hagere. „Aha! Ihr seid neu im Geschäft.“

„Wie man’s nimmt.“

„Schade!“

„Was heißt das?“

„Ich hatte gehofft, ihr würdet wissen, wo es langgeht, und diesem Fettsack für seine Unverschämtheit ein paar auf die Nuss geben. Verdient hätte er es.“

„Ich habe grundsätzlich nichts gegen Nüsse“, gab Chris Morris zu. „Aber da muss es schon ganz dick kommen.“

„Es kommt dick, verlasst euch drauf!“ Bill Hosper sah nun direkt vergnügt aus. Er freute sich schon auf die langen Gesichter der beiden, wenn sie die ganze Wahrheit erfuhren.

 

 

2

Mr. Sullivan musterte die beiden Freunde. Er war noch immer aufgebracht und hatte nichts dagegen, seine Wut an ihnen auszulassen.

„Verlangen Sie etwa auch eine Straße?“, bellte er zur Begrüßung.

„Bis zum Camp?“, fragte Jim zurück. „Was denn sonst?“

„Die wird unseres Wissens sowieso gebaut, Mr. Sullivan.“

Der Dicke stützte sich mit beiden Armen auf seinen Schreibtisch, und der ächzte unter dem Gewicht. „Ganz richtig. Aber bis dahin ist Ihr Auftrag längst erledigt. Erst das Camp, dann die Sprengungen und Untersuchungen des Gesteins, und wenn sich die Berechnungen als richtig erweisen und tatsächlich Bauxit in größeren Mengen gefunden wird, wird es irgendwann auch mal eine Straße geben, aber das braucht Sie nicht mehr zu interessieren.“

„Also keine Straße?“

„Rundherum gibt es Prachtavenues genug“, erklärte Sullivan süffisant.“ Nur auf den letzten Meilen wird es vielleicht ein wenig rumpeln. Dieser Hosper, den ich gerade hinausgeworfen habe, verlangte, dass die Straße zum Camp vorher gebaut wird, damit er sich nur keinen blauen Fleck am Hintern holt.“

„Wir schwärmen für blaue Flecken am Hintern“, versicherte Chris Morris. „Vielleicht schauen wir uns die genaue Lage noch mal auf der Karte an, damit es keine Missverständnisse gibt.“

„Sie machen also keinen Rückzieher?“

Jim Stonewall wuchs um zwei Zoll, als er erklärte: „Unser RED BARON verfügt zwar über zwei Rückwärtsgänge, aber normalerweise fahren wir vorwärts.“

Er trat an die große Karte, die fast eine ganze Wand des Büros bedeckte, und Chris Morris folgte ihm unverzüglich.

Zum ersten Mal zeigte Sullivan ein Grinsen, was bei ihm allerdings eher wie eine Grimasse aussah. „Und Ihr Tempo scheint beachtlich zu sein“, sagte er anerkennend. „Das gefällt mir. Burschen, die vor lauter Wenn und Aber nicht zur Sache kommen, kann ich nicht gebrauchen.“

„Wir sprechen die gleiche Sprache, Mr. Sullivan“, stellte Chris Morris fest. Er zeigte auf eine Stelle auf der Karte, die ziemlich genau in der Mitte des Trapezes lag, das durch die Orte Casper, Buffalo, Worland und Shoshoni gebildet wurde. „Ist es hier?“

Der Dicke quälte sich hinter seinem Schreibtisch vor und setzte eine Brille auf, über dessen Ränder er allerdings hinwegblickte. Er kam zu den Freunden herüber und studierte angelegentlich Chris’ Fingerspitze.

„Genau!“, bestätigte er. „Ich habe da ein Kreuz eingezeichnet. Was sagen Sie dazu?“

„Die Stonewall & Morris Trucking Company ist Ihr Partner, Mr. Sullivan“, antwortete Jim Stonewall schlicht. „Ich habe zwar schon glänzendere Verhältnisse vorgefunden, aber Ihre Leute müssen schließlich auch auf irgendeine Weise dorthin gelangen.“

Sullivan schmunzelte. „Sie sind sogar schon dort“, verriet er. „Jedenfalls der erste Trupp. Sie hausen noch in Zelten. Aber das ist natürlich nur ein kurzzeitiges Provisorium. Deshalb müssen Sie neben Lebensmitteln und Werkzeugen vor allem zunächst Baumaterial hinschaffen, damit die Jungs sich anständige Unterkünfte bauen können.“

„Verstehe!“

„Gar nichts verstehen Sie!“, fauchte der Dicke überheblich. „Hinter dem Auftrag rennen nämlich auch schon andere hinterher. Nicht nur solche lahmen Tüten wie dieser Hosper. Wer sein Geschäft versteht, kann dabei ganz schön absahnen.“

„Genau das haben wir vor“, erklärte Chris Morris. „Absahnen ist jedenfalls unsere Lieblingsbeschäftigung.“

Sullivan meckerte wie ein Ziegenbock. „Das kann ich mir vorstellen. Aber bloß mit einer forschen Klappe können Sie bei uns keinen Blumentopf gewinnen. Da muss schon was geleistet werden. Zeit ist Geld. Auch bei der Mable & Son Corporation.“

„Und was heißt das im Klartext?“

„Probewoche!“

Die beiden Trucker sahen sich verstehend an. Schließlich zwinkerten sie sich zu.

„Akzeptiert!“, sagte Jim.

Sullivan sperrte Mund und Nase. auf. „Akzeptiert? Sie sind wohl größenwahnsinnig? Natürlich muss das akzeptiert werden. Schließlich kann ich mich nicht vorher von Ihren Fähigkeiten überzeugen. Die müssen Sie schon beweisen. Dafür haben Sie genau sieben Tage Zeit. Wenn Mr. Quarrier nicht zufrieden ist, ist Feierabend für die Stonewall & Morris Trucking Company.“

„Wer ist Mr. Quarrier?“, wollte Chris wissen.

„Der Campführer. Er ist für den reibungslosen Ablauf und die termingerechte Durchführung aller Arbeiten verantwortlich. Von ihm erfahren Sie auch jeweils, welche Ladung er als Nächstes benötigt.“

„Das hört sich gut an. Ich habe es gern, wenn ich mich an einen Verantwortlichen wenden kann.“

„Jubeln Sie nicht zu früh. Mr. Quarrier stellt hohe Ansprüche.“

„Wir auch“, gab Jim stolz zurück. „An uns und den RED BARON.“

Sullivan sah die Trucker an. „Dann wäre ja alles klar“, fand er. „Die erste Ladung können Sie sofort übernehmen. Ich schreibe Ihnen die Adresse der Lieferfirma auf. Sie befindet sich hier in Cheyenne.“

Die Freunde freuten sich. „Wir haben also den Auftrag?“

Sullivan sah sie abweisend an. „Sie haben die Probewoche. Ich dachte, ich hätte mich klar ausgedrückt. Es warten schon mindestens zwanzig andere Trucker darauf, dass Sie versagen.“

„Da können sie lange warten“, murmelte Chris, und Jim nickte beifällig.

Das war wieder mal ein Job so richtig nach ihrem Geschmack.

 

 

3

Ihre Aufgabe war klar umrissen. Sie mussten gut sein. Diesmal ging es nicht darum, einen Auflieger möglichst schnell über das Netz der Highways zu schleppen. Sie sollten sich durch ein Gelände wühlen, dessen Beschaffenheit sie sich aufgrund der Karte nur ungefähr vorstellen konnten.

„Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird“, fand Chris Morris und zündete sich eine seiner unvermeidlichen Zigaretten an. „Dieser Sullivan scheint mir der Typ eines Schreckgespenstes zu sein.“

„Damit hat er bei uns aber kein Glück“, sagte Jim Stonewall. „Da sind wir schon mit ganz anderen Dingern fertiggeworden. Der kann seinen anderen Bewerbern getrost absagen.“

Sie waren sich einig. Wie meistens. Es steckte keine Spur von Überheblichkeit in ihnen, nur eine gesunde Portion Selbstvertrauen. Sie wussten genau, was sie sich und ihrem M.A.N. zutrauen durften. Ihnen stand genau das Gelände bevor, auf dem ihr deutscher Truck seine Vorteile ausspielen konnte.

Allerdings sollte das Unternehmen doch nicht ganz so problemlos ablaufen, wie sie angenommen hatten. Das merkten sie bereits, als sie bei der Carlson Association eintrafen, um den Auflieger mit dem Baumaterial zu übernehmen.

„Sie kommen zu spät“, flötete eine Blondine süß und ließ sich beim Lackieren ihrer Fingernägel nicht wesentlich stören.

„Soll das ein Witz sein?“, sagte Jim hölzern und starrte das Vorzimmermädchen finster an.

Chris starrte ebenfalls, aber keinesfalls finster. Er hatte nur am Rande gehört, was die Schöne behauptet hatte. Hauptsächlich ließ er sich von ihrem Anblick einfangen, und der hatte immerhin einiges zu bieten.

Außer blond war das Mädchen auch noch atemberaubend gerundet. Da es anscheinend um diese Zeit mit keinem Besucher gerechnet hatte, lümmelte es so aufreizend auf seinem Stuhl, dass Chris ganz heiß wurde. Junge, Junge! Das wäre etwas für seines Vaters Sohn.

Er fing Jims missbilligenden Blick auf, ließ sich dadurch aber nicht stören, die Kleine unverschämt zu mustern.

Sie hatte offenbar nichts dagegen, denn sie dachte nicht daran, ihren hochgerutschten Rock in Ordnung zu bringen. Sie öffnete im Gegenteil ihren kirschroten Mund ein wenig und ließ ihre Zungenspitze sehen. Dabei erwiderte sie Chris’ Blick in einer Manier, die wohl ausdrücken sollte, dass es manchmal auch ein Glück sein konnte, wenn man zu spät eintraf.

Jim drängte Chris zurück und wollte die Sache in die Hand nehmen. Hier konnte es sich nur um ein Missverständnis handeln.

Doch Chris ließ sich nicht in den Hintergrund drücken. Nicht bei einer solchen Superfrau. Das war schon fast eine persönliche Beleidigung.

Es schien das Schicksal von Chris Morris zu sein, immer ausgerechnet an Superfrauen zu geraten, auf die er augenblicklich abfuhr. Jim konnte nicht umhin, dieses Talent zu bewundern, zumal er den Jüngeren trotz aller Freundschaft nicht gerade als eine Schönheit bezeichnet hätte. Aber offenbar zog gerade das bei den Frauen.

„Lass mich mal!“, sagte Chris und ließ keinen Blick von der Blondine.

Er ging auf sie zu, lächelte sie auf seine unwiderstehliche Art an und behauptete: „Weißt du, dass wir wahnsinnig gut zueinander passen, Mary?“

Ihre blauen Augen wurden eine Schattierung dunkler. „Tatsächlich?“, gurrte sie. „Übrigens heiße ich tatsächlich Mary.“

Chris verdrehte die Augen. „Ein Mädchen wie du muss einfach Mary heißen“, versicherte er. Dabei verschwieg er zwei Dinge. Erstens hatte er schon etliche Marys kennengelernt, die alles andere als die Merkmale einer Miss Wyoming aufwiesen. Zweitens hatte er seine Weisheit von dem kleinen Namensschild, das auf dem Schreibtisch stand, auf den er sich nun stützte und dadurch einen kehlkopfzuschnürenden Blick auf ihr Dekolleté hatte. „Ich heiße Chris“, verriet er, „und das ist mein Kumpel Jim, aber den Namen brauchst du dir nicht unbedingt zu merken.“ Mary lachte. Es hörte sich durchaus sympathisch an. Nicht so schrill wie bei den meisten Blondinen, die sich ihrer Schönheit bewusst waren.

„Warum passen wir gut zusammen, Chris?“, erkundigte sie sich lauernd.

Er kroch noch etwas dichter heran und atmete ihr Parfüm ein. Sie wich keinen Millimeter zurück, und Jim sah sich bemüßigt, sich zu räuspern. Chris vergaß wieder mal, weshalb sie hier waren.

Der knapp Dreißigjährige lachte dunkel. Er zeigte auf das kleine Fläschchen und erklärte: „Dein Nagellack besitzt genau den gleichen Farbton wie unser RED BARON.“

Die Blondine zog eine enttäuschte Schnute. „Na höre mal! Was hast du denn für Vergleiche? Ist das etwa ein Indianer?“

„Der RED BARON ist unser Truck, und der wartet ungeduldig auf seine Ladung.“

Mary hob ihre schmalen Schultern, und mit den Schultern hob sich noch verschiedenes anderes, was den Vergleich mit dem Truck Lügen strafte, denn der hatte einen platten Kühler.

„Ich sagte doch schon, ihr seid zu spät dran. Der Auflieger wurde bereits geholt.“

Nun schob sich Jim doch heran. „Von wem?“, fragte er knapp.

„Es waren zwei schwarzhaarige Riesen. Hopeman und Miller hießen sie.“

„Und die haben einfach unseren Auflieger geschnappt?“

„Es hatte alles seine Richtigkeit, Mr. Jim.“ Die Blondine sah ihn treuherzig an. Der Blick, den sie anschließend Chris schenkte, war von viel heißerer Natur. „Sie legten eine Bestätigung von Mr. Quarrier vor.“

„Von Quarrier?“, fauchte Jim. „Vergibt er den Auftrag?“

„Eigentlich ist dafür Mr. Sullivan zuständig“, räumte das Mädchen ein. „Aber wie soll ich wissen, wie sich die Kompetenzen bei der Mable & Son Corporation verschieben?“ Sie zog einen beleidigten Flunsch und wandte sich wieder ihrem Nagellack zu.

Chris Morris schwankte einen Moment, auf wessen Lippe er beißen sollte. Dann entschied er sich angesichts des Ernstes der Lage für seine eigene.

„Ruf mal bei Sullivan an!“, forderte er die Blonde auf.

Sie seufzte, widersprach jedoch nicht. Insgeheim wusste sie, dass sie das schon viel früher hätte machen müssen.

Als sie die Verbindung hergestellt hatte, nahm Chris ihr den Hörer aus der Hand und stellte fest, dass sie eine sehr weiche Haut besaß.

Überhaupt nicht weich klang die Stimme, die gleich darauf in sein Ohr dröhnte: „Wer ist denn da? Soll ich vielleicht mit mir selbst reden?“

„Stonewall & Morris Trucking Company!“, meldete sich Chris. Anschließend schilderte er den Vorfall und gab seiner Verwunderung Ausdruck.

Einige Sekunden blieb es in der Muschel still. Dann zerfetzte ihm donnerndes Gelächter um ein Haar das Trommelfell.

„Das fängt ja gut an mit Ihnen!“, stellte Sullivan fest. „Wer sich die Ladung klauen lässt, scheint nicht gerade der Fixeste zu sein.“

„Hören Sie mal zu, Mr. Sullivan“, fauchte Chris wütend. „Sie kapieren anscheinend nicht, dass dieser Quarrier sich Rechte anmaßt, die nur Ihnen zustehen. Wenn wir Sie richtig verstanden haben, bleibt uns exakt eine Woche Zeit, um uns zu bewähren. Wir erwarten, dass vorher kein fremder Truck Kurs auf das Camp nimmt. Pfeifen Sie gefälligst die Halunken zurück!“

„Wie stellen Sie sich das vor, Mr. Morris? Soll ich vielleicht Spürhunde hinter ihnen herhetzen? Da ist nun mal nichts mehr zu machen. Die sind weg, und das Schlimmste, was passiert, ist, dass die Jungs in den Bergen zwei Ladungen auf einmal zu verbauen haben.“

„Zwei Ladungen?“

„Klar! Die Carlson Association soll Ihnen die nächste Fuhre geben.“

„Die ist noch nicht verladen.“

„Mist!“

„Sie nehmen mir das Wort aus dem Gesicht. Haben Sie einen anderen klugen Einfall?“

„Ich habe nur kluge Einfälle. Sie kommen zu mir zurück, und ich gebe Ihnen eine neue Order. Sie holen aus Laramie den Verpflegungsschub. Das wäre sowieso die nächste Fuhre gewesen. Das Zeug ist fast noch wichtiger als die Bretter und Bolzen.“

„An unserer Vereinbarung hat sich also nichts geändert?“, vergewisserte sich der Trucker.

„Über Veränderungen sprechen wir erst in einer Woche“, erklärte Sullivan stolz. „Quatschen Sie nicht solange am Telefon! Kommen Sie lieber her, damit ich Ihnen die Papiere aushändigen kann!“

„Sie scheinen nicht sicher zu sein, ob nicht ein dritter Auftraggeber seine Finger in Laramie hat, wie?“, entgegnete Jim böse. Der Dicke tat ja gerade so, als wäre alles ihre Schuld. Der sollte den Saustall gefälligst bei sich selbst suchen. „Einen Wunsch haben wir noch“, sagte er.

„Was denn noch?“

„Schreiben Sie einen kurzen Brief an Mr. Quarrier. Wir wollen nicht, dass es seinetwegen ein Gedränge auf den prächtigen Straßen zum Camp gibt.“

„Den müssen Sie aber selbst überbringen. Die Post dorthin wird wohl frühestens in zwei Jahren funktionieren.“

„Nichts, was wir lieber täten.“

Er legte auf, fasste Mary unters Kinn und flüsterte: „Vielleicht hast du das Wesentliche mitgekriegt. An den Kompetenzen hat sich nichts geändert. Für die Mable & Son Corporation fährt nur ein Truck, und das ist unserer. Wenn du willst, dass unsere Liebe nicht abkühlt, solltest du dich wenigstens eine Woche lang daran erinnern.“

Marys Blick verschleierte sich. „Das vergesse ich nicht so schnell, Chris“, beteuerte sie. „Wir sehen uns also wieder?“

Er nickte vielsagend. „Wäre vielleicht gar nicht verkehrt, wenn du einen Kalender zur Hand nähmst, um ein paar unwichtige Termine daraus zu streichen.“

Er zwinkerte Jim Stonewall zu, der es nicht für nötig hielt, noch etwas zu sagen. Er war mit den Gedanken längst in Laramie.

 

 

4

Es hatte also doch noch geklappt. Sie waren nach Laramie gefahren und hatten dort aufgesattelt, und nun lag eine Strecke von ungefähr dreihundert Meilen vor ihnen.

Sie hatten sie in ihrer sogenannten Probewoche nur dreimal zu fahren. Dreimal in beiden Richtungen. Mehr wurde von ihnen nicht erwartet. Eigentlich lächerlich einfach. So einfach, dass Jim und Chris sehr gut verstanden, warum auch andere hinter dem Auftrag her waren.

Das Problem mit den miesen Straßen durfte natürlich nicht unterschätzt werden, aber schließlich hatten sie bisher schon in so mancher Wiese ihre Spuren hinterlassen. Der M.A.N. besaß Allradantrieb. Der würde sich schon durchbeißen.

Vorläufig aber hatte er das noch nicht nötig. Sie hatten sich für den ersten Teilabschnitt für die Interstate 80 entschieden. Diese wollten sie in Rawlins verlassen und auf der 287 bis Jeffrey City fahren. Von dort sollte es dann ziemlich genau in nördlicher Richtung über Moneta weitergehen, bis sie östlich vom Klondike Peak das Camp erreichen würden.

Ab Jeffrey City handelte es sich zwar nur noch um eine Landstraße, und zum Schluss mussten sie sogar darauf verzichten, aber dafür durften sie sich auch fast allein dort austoben. Das hatte auch einen Vorteil.

Chris Morris pfiff gut gelaunt vor sich hin, während sein Partner hinter dem Lenkrad saß und einen Blick zum Himmel warf.

„Prächtiges Wetter!“, freute sich der Ältere. „Das können wir auch gebrauchen.“

Chris grinste. „Ist nicht so wichtig. Wenn ich an die blonde Mary denke, scheint sowieso die Sonne.“

„Die schlag dir aus dem Kopf. Jetzt wird gearbeitet.“

„Zu Befehl!“ Der Jüngere umhüllte sich mit einer undurchdringlichen Rauchwolke, und die Klimaanlage hatte zu tun, die Luft wieder zu läutern.

„Weißt du, was ich möchte?“, fragte Jim nach einer Weile.

„Ist es was Unanständiges?“

„Nein! Es fällt aber trotzdem in dein Fach.“

„Dann kann ich es mir schon denken. Du hast Lust, die beiden schwarzhaarigen Riesen, die uns unsere Ladung geklaut haben, auseinanderzunehmen.“

„Genau. Das war doch eine Frechheit, wie man sie nicht oft erlebt.“

Chris Morris schüttelte den Kopf.

„Die beiden können nichts dafür. Dieser Quarrier ist der Schuldige. Der scheint im Camp zu wenig Arbeit zu haben, dass er sich noch um Eier kümmert, die andere zu legen haben.“

Jim Stonewall antwortete nicht. Er wurde gerade von einer Polizeistreife überholt, und prompt bekam er ein schlechtes Gewissen, weil das den Smokeys gegenüber eigentlich nie besonders gut war.

Diesmal wollten sie aber nichts von ihm, und sein Gesicht entspannte sich.

Nach ungefähr zwei Stunden erreichten sie Rawlins und verließen nun die Interstate.

Das Land war flach und wenig abwechslungsreich. Allerdings würde es bald, je mehr sie sich den Green Mountains näherten, stärker ansteigen.

„Wir müssen vor den anderen im Camp sein“, erklärte Jim. Er bediente sich aus der Pinup-Puppe, die auf dem Armaturenbrett befestigt war, mit einer Zigarette und machte ein paar tiefe Züge.

„Weshalb?“, wollte Chris wissen.

„Kannst du dir das nicht denken? Bevor Quarrier Sullivans Brief hat, schickt er die beiden mit einer neuen Order los, und schließlich wird es ein Wettbewerb, bei dem die Halunken immer ihre Nase vorn haben. Wenn dann die Woche vorbei ist, wird man feststellen, dass zu ihrem größten Bedauern und so weiter, blablabla.“

„Mary wird sich hüten, denen noch eine Fracht zu übergeben“, sagte Chris mit dem Brustton der Überzeugung.

Jim winkte verächtlich ab. „Deine Mary mag ja ihre Qualitäten vorzuweisen haben, aber mit zwei schwarzen Riesen legt sie sich bestimmt nicht an. Besonders dann nicht, wenn einer von ihnen noch verträumtere Ochsenaugen hat als du. Außerdem ist die Carlson Association nicht die einzige Lieferfirma.“

Da musste ihm Chris Morris recht geben. Trotzdem nahm er es nicht so schwer. Vertrag war schließlich Vertrag. Das galt sogar dort, wo die Straßen aufhörten.

Wider Erwarten hielt sich das sonnige Wetter nicht lange. Der Wind hatte sich gedreht, und noch bevor sie Jeffrey City erreichten, war der Himmel voller pechschwarzer Wolken und machte einen wenig verheißungsvollen Eindruck.

„Junge, Junge!“, sagte Jim mürrisch. „Womit haben wir verdient, dass es uns so gut geht?“

„Hast du Angst vor dem Nasswerden?“

„Blödsinn! Ich überlege nur, ob es nicht vernünftiger ist, auf der 287 zu bleiben und ...“

„... und einen Riesenumweg zu fahren“, fiel ihm Chris ins Wort. „Ich dachte, du hast es so mächtig eilig. Oder arbeitest du etwa mit der Konkurrenz zusammen?“

„Armleuchter! Natürlich habe ich’s eilig, aber manchmal ist nicht der gerade Weg auch der schnellste.“

„Du fürchtest, dass die Straßen aufweichen?“

„Das ist es. Und wenn wir steckenbleiben, sind wir im Eimer.“

Chris Morris war zuversichtlich. Er schielte zum Himmel und meinte: „Das kann noch Stunden dauern, bis es losgeht. Vielleicht zieht auch alles wieder weg. So schnell, wie es gekommen ist. Auf jeden Fall wird nicht gleich die Sintflut hereinbrechen, die alles fortschwemmt.“

„Dein Wort in Gottes Gehörgang.“

„Ruf doch einfach mal Petrus an?“, schlug Chris vor.

Jim ging auf den Scherz ein. „Wenn ich seine Frequenz wüsste, würde ich das glatt machen. Aber ich fürchte, der alte Knabe hat nichts für Kommunikation übrig.“

„Die schwarzen Riesen sind uns jedenfalls schon ein paar Yards voraus“, stichelte Chris, „und wenn du noch länger zögerst, behältst du mit deinen Unkenrufen womöglich noch recht.“

Das zog. Jim Stonewall zwang den M.A.N.-Truck in einer kraftvollen Schleife von der 287 herunter, und von diesem Augenblick an begann das Abenteuer.

Es kündigte sich mit einem fahlgelben Blitz an, worauf bühnenreif der Himmel seine Schleusen öffnete und alles herunterschüttete, was er offenbar seit Wochen gesammelt hatte.

Die Scheibenwischer bekamen Arbeit. Trotzdem merkte man kaum etwas von ihrer Wirkung. Der glitschige Schleier auf der großformatigen Windschutzscheibe blieb nahezu undurchdringlich.

Selbstverständlich schaltete Jim die Halogen-Scheinwerfer ein. Von einer Minute zur anderen war es buchstäblich Nacht geworden. Die Plötzlichkeit des Unwetters ließ Schlimmes ahnen.

Jim schob seinen Unterkiefer vor. Er sah jetzt wie ein entschlossener Kämpfer aus. Er dachte nicht daran, seinem Partner Vorwürfe zu machen, dass er ihn zu der direkten Strecke überredet hatte. Er hätte sich nicht überreden lassen, wenn nicht auch er eine Möglichkeit gesehen hätte, auf der kürzeren Verbindung das Ziel rascher zu erreichen.

Noch sprach auch nichts dagegen. Der Wolkenbruch wütete auf allen Straßen im Umkreis mit gleicher Heftigkeit. Auf den vielbefahrenen Strecken war die Gefahr eines Auffahrunfalls eher größer als auf dieser Nebenstrecke.

Jim Stonewall schaltete das CB-Gerät auf Senden und meldete sich. Es war gut zu wissen, ob sich ein Kollege in der näheren Umgebung aufhielt.

Nach dem dritten Versuch gab er es auf. „Wir sind mutterseelenallein“, klagte er mit verdrehten Augen.

„Nicht mal Mary ist bei mir“, jammerte Chris.

Diese Bemerkung brachte Jim auf Touren. „Wenn das blöde Luder nicht unseren Auflieger verhökert hätte, wären wir jetzt schon bald im Camp und könnten in aller Ruhe das Donnerwetter abwarten.“

„Wie kann man einem armen, unschuldigen Mädchen gegenüber nur so hart sein?“, tadelte Chris.

Jim schaute ihn von der Seite an und verschluckte sich fast. „Sagtest du unschuldig? Die hat dich doch anständig eingewickelt. Ich glaube ...“

Chris Morris erfuhr vorläufig nicht, was sein Freund glaubte. Ein ohrenbetäubender Krach übertönte alles. Eine grellweiße Wand stand plötzlich vor dem Truck wie ein feuriger Vorhang. Gegen ihn wirkten die Lichtfinger der Scheinwerfer wie düstere Streifen.

Jim trat instinktiv auf die Bremse. Er wurde geblendet und glaubte im ersten Augenblick, dass es sich um ein entgegenkommendes Fahrzeug handelte.

Die Reifen besaßen ein fast neues Profil und griffen auf dem rauen Belag der holprigen Straße trotz des Wasserfilms ausgezeichnet. Der RED BARON verlangsamte sein ohnehin nicht sehr hohes Tempo und kam nach einer kurzen Strecke völlig zum Stehen.

Die Feuerwand war verschwunden, das Krachen blieb, wenn es nun auch längst nicht mehr so gewaltig war. Es war genau über der Fahrerkabine und näherte sich bedrohlich.

Chris blickte aus dem Fenster, und obwohl er nur einen undeutlichen Schatten wahrnehmen konnte, schrie er: „Zurück! Schnell! Er erwischt uns sonst.“

Jim Stonewall reagierte automatisch. Er konnte hinterher immer noch fragen, wovon Chris redete. In dieser Situation musste er sich blind auf seinen Shotgun verlassen.

Er haute gedankenschnell den ersten Rückwärtsgang ins Getriebe, riss den linken Stiefel vom Kupplungspedal und gab so ungestüm Gas, dass gerade die Reifen nicht durchdrehten.

Er hielt den Truck bedingungslos in der Spur, während er ihn zwanzig Yards zurücksetzen wollte.

Acht schaffte er nur. Dann war das Bersten und Krachen direkt vor ihrem Kühler.

Jim und Chris zuckten unwillkürlich zusammen. Es sah aus, als würde der riesige Baum, den der Blitzschlag gefällt hatte, durch die Windschutzscheibe rasen und sie mit seinen stärksten Ästen aufspießen.

Zum Glück blieb die Scheibe heil. Lediglich ein hässliches Geräusch, das typisch war für den innigen, reibenden Kontakt zwischen Holz und Blech, deutete an, dass die makellose Front des RED BARON bei nächster Gelegenheit eine neue Lackierung benötigte.

„Uff!“, stieß Chris hervor. „Das war verdammt knapp.“ Er sah blass aus, und seine Hände suchten eine Zigarette, obwohl noch eine zwischen seinen Lippen klebte.

Jim kaute auf seinen Lippen herum. Er riss die Tür auf seiner Seite auf, nachdem er die Blinkanlage eingeschaltet hatte, und sprang auf die Straße.

Im Nu war er völlig durchnässt, was er aber nicht beachtete.

Auf der anderen Seite turnte Chris aus der Kabine.

Gemeinsam besahen sie den Schaden, der sich als minimal herausstellte, wenn er sie auch trotzdem ärgerte. Was ein echter Trucker war, wollte seinen Liebling immer tipptopp haben. Kratzer, Beulen und Dreck waren ihm ein Gräuel.

Immerhin dachten sie daran, dass es wesentlich schlimmer hätte ausgehen können, was sie einigermaßen mit ihrem Schicksal versöhnte.

Doch da war etwas anderes, was ihnen erhebliches Kopfzerbrechen bereitete. Der Baum, der ein Opfer des Gewitters geworden war, hatte eine Höhe von ungefähr achtzig Fuß und war etwa zehn Fuß oberhalb des Bodens abgeknickt.

Er lag in seiner restlichen Länge quer über der Straße und versperrte sie in ihrer vollen Breite. Wollten sie ihren Weg fortsetzen, mussten sie das Hindernis zunächst beiseiteschaffen.

Details

Seiten
114
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783738926507
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2019 (Februar)
Schlagworte
rivalen todespiste

Autor

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Titel: 320 PS – JIM #4: Rivalen auf der Todespiste