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Mit verordneter Zärtlichkeit

2019 120 Seiten

Leseprobe

Table of Contents

Mit verordneter Zärtlichkeit

Klappentext:

Roman:

Mit verordneter Zärtlichkeit

 

 

Heimatroman von G.S. Friebel

 

 

IMPRESSUM

 

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© Roman by Author

© Cover: Pexels mit Kathrin Peschel, 2019

Früherer Titel: Drei Weiberleut und kein Mann in Sicht

© dieser Ausgabe 2019 by Alfred Bekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

 

 

 

Klappentext:

 

Der Förster Sepp möchte eigentlich nur seine Ruhe haben, nach dem Feierabend gemütlich die Beine hochlegen und ein Pfeifchen schmökern. Doch seine drei erwachsenen Töchter, die in seiner Wirtschaft wohnen, sehen das anders und so kommt es Tag ein, Tag aus zu Zänkereien. Eines Tages wird es dem Förster zu viel und gemeinsam mit seiner Freundin Brunhilde, die als Kräuterhexe verschrien, einsam im Wald lebt, schmiedet er einen Plan. Er wird den Töchtern Ehemänner suchen! Dann kommen sie nicht umhin, den Hof zu verlassen und Sepp endlich wieder seine Ruhe zu geben. Er schaltet eine Anzeige in der lokalen Presse und hat auch schon in der Woche drauf drei Bewerber vor der Tür zu stehen. Denen geht es jedoch nicht um die Liebe, sondern vor allem um die nicht gerade kleine Mitgift. Förster Sepp wendet einen Trick an, um die sechs miteinander bekannt zu machen, aber am Ende kommt es ganz anders als erwartet …

 

 

Roman:

 

Es war recht verwunderlich, als zu dieser frühen Morgenstunde beim Förster Sepp Schöberl die Tür aufgestoßen wurde. Dann flog etwas Braunes über die ausgetretenen Stufen, kullerte im feuchten Gras weiter, blieb aber dann liegen und rührte sich erst nach einer vollen Minute. Jetzt sah man, dass es sich um einen Dackel handelte. Ein schönes Tier mit rotbraunem Fell und blanken Augen. Wütend blaffte er zum Haus zurück. Und wie auf Kommando wurde wieder die Tür geöffnet und jemand etwas unsanft aus dem Haus geschoben. Dieser Jemand war Sepp Schöberl höchstpersönlich. Er und sein Dackel blickten sich an.

„Ja“, sagte Sepp Schöberl und strich sich über den Vollbart, „wie es mir scheint, Julius, haben wir es mal wieder geschafft.“

Der Dackel kam näher. Er kletterte an Sepps Hosenbeinen hoch und blickte ihn an.

„Brauchst gar nit so böse schauen, du hast es einfacher. Wenn du mich auch für einen Feigling hältst, mir macht das gar nix, ehrlich nit, Julius. Ich geh in die Räuberhöhle nit mehr zurück. Das heißt, vorläufig nit.“

Das kleine Küchenfenster wurde aufgestoßen, und ein junger Mädchenschopf schaute heraus.

„Mit wem sprichst du, Vater?“

Sepp zeigte mit den Händen nach hinten und machte dann, dass er in den Hochwald kam. Nicht weit unter den hohen Tannen hatte er sich vor Jahren eine Bank gezimmert. Hier saß er recht oft. Das hieß, wenn seine drei Töchter ihn mal wieder hinausgeworfen hatten.

Julius kletterte neben ihn auf die Bank, legte seine Schnauze in die Hände von Sepp und brummte zufrieden, als dieser ihn zu kraulen anfing.

„Sie sagen, ich verpeste die Luft“, stieß Sepp hervor. „Ich frage mich, wieso lass ich mir das eigentlich gefallen. Ein Kreuz sind sie, jawohl. Eine Strafe Gottes, und ich lass mir das in der Tat gefallen.“ Heftig zog er an dem krummen Pfeifchen.

Julius war es gewohnt, dass sein Herrchen mit sich selbst sprach. Wenn man Förster ist, verbringt man seine Tage in der Einsamkeit zwischen Tannen und Fichten in der Gesellschaft eines krummbeinigen Dackels.

„Ich kenne ja mein Sündenregister“, sagte Sepp und blickte seinen Hund an. „Aber was hast du denn wieder ausgefressen?“

Julius wusste sehr wohl, wovon die Rede war und zog seinen Schwanz ein. Dabei dachte er an Elfi. Ausgerechnet da musste sie ins Zimmer kommen, als er in der Stubenecke sein Geschäftchen erledigt hatte. Draußen war es ihm zu nass gewesen. Und außerdem war er ein sehr fauler Hund.

„Wenn du doch reden könntest, Julius, dann wären wir wirklich ein feines Gespann.“

Sepp klopfte seine ausgebrannte, Pfeife gegen die Bank und blickte dabei ins Tal. Sein Häuschen klebte mit dem Rücken zur Bettelwurfspitze. Vor ihnen lag der Gnadenwald. Zwischen den hohen Baumstämmen sah man in das kleine verschlafene Dorf Vomp.

„Und da hat sich Gott gedacht, ich tu dem Sepp Schöbler einen Gefallen, wenn ich ihn nach hier versetzen lass“, brummte er mehr zu sich als zu dem Hund. „Ausgerechnet Vomp. Ich hab ja gegen das Dorf nix. Ehrlich nicht, ist ein feines Dörfchen, und die Schenke ist auch fein, das Bier kühl und die Bedienung fesch. Aber …“

Herrje, jedes Mal wenn Sepp so weit dachte, dann sträubten sich ihm die Haare. „Warum hat uns denn das Herrgöttle nit nach Schwaz gesendet? Du meine Güte, dann hätt ich jetzt bestimmt keine drei unverheirateten Töchter auf dem Hals.“

Schwaz lag an der Hauptstraße nach Innsbruck. Im Mittelalter hatte man dort Silber und Kupfer abgebaut. Reich wurde das Städtchen.

Und jetzt, wo es kein Silber und Kupfer mehr gab, da lebten sie recht gut von den Fremden. Da sollte man nit neidisch werden.

„Nun gut“, meinte er, „ich will ja nit so anspruchsvoll sein. Ich wäre ja schon zufrieden gewesen, wenn man mich nach Fiecht versetzt hätte. Dort gibt es auch Fremde. Aber die Obrigkeit denkt nit daran, wie schwer es ein Vater hat, wenn er drei Töchter besitzt.

Da hockt man nun in einem Seitental, angekettet an der Bettelwurfspitze, zwanzig Minuten vom Dörfchen Vomp entfernt und bekommt graue Haare. Das hätt sich die Franzi, was mein seliges Weib ist, nit im Traum ausgemalt. Alle drei Töchter daheim. Du liebe Güte, einen strammen Bub hab ich haben wollen, und was hab ich bekommen? Drei Mädels, und sie können doch wirklich froh sein, dass ich sie lieb hab. Das ist nun der Dank dafür. Da hocken sie bei mir im Haus, gewiss, sie führen mir die Wirtschaft tadellos, und auch das Vieh versorgen sie gut. Ich brauch wirklich keinen Handschlag zu tun, wenn ich heimkomme. Sie stricken mir sogar die Strümpfe, wie die Franzi es seinerzeit für mich getan hat.

Aber beim Teifi, mir sträuben sich die Haare, wenn ich daran denke, dass sie vielleicht ihr Leben bei mir verbringen wollen. Alle drei! Da verschwind ich lieber freiwillig in die Hölle, Julius. Hast es ja heut Morgen wieder gesehen. Wir haben nix zu sagen. Du nit und ich erst recht nit.

Siehste, die Sache ist so, Julius. Die drei bilden sich doch tatsächlich ein, die heiratsfähigen Männer kommen von ganz allein auf den Berg gepilgert. Sie hätten es nit nötig, sich nach einem Mannsbild umzuschauen. Aber hast du schon mal einen kommen sehen? Ich noch nit. Oder vielleicht muss ich mir mal eine Brille zulegen, dann tu ich sie besser sehen, die Burschen.“

Julius blaffte einmal kurz auf.

„Ich bin ganz deiner Meinung. Alle drei sind schon recht gestandene Weibsleut. Ich glaub, die kriegen gar keinen Mann mehr mit. Rechnen wir doch mal nach, wie alt sie nun wirklich sind, ja? Ich vergess das so schnell. Also, da ist meine Älteste, die Hilde, sie wird heuer fünfundzwanzig. Herrje, das ist fatal mit ihr. Und grad sie möcht ich schnell unter die Haube bringen. Der macht man ja nix mehr recht. Und dann kommt die Elfi, sie wird nun auch schon dreiundzwanzig und das Nesthäkchen, die Eva, zwanzig. Nun, sie mag noch ein paar Jährchen bleiben. Schließlich brauch ich jemand, der mir die Hemden wäscht und für mich kocht. Aber drei auf einen Schlag? Das hält der stärkste Mann nit aus.“

Soweit war er in seinen lauten Betrachtungen gekommen, als sich hinter ihm etwas tat. Sepp drehte sich herum und gewahrte einen dunklen Rock. Dann folgte ein etwas zerknittertes Gesicht.

„Brunhilde, bist auch schon auf den Beinen? Wieso schon so früh, dich treibt doch niemand?“

Das Weiblein kicherte, kam an gehumpelt, und setzte sich neben den Förster. Julius wackelte mit dem Schwanz. Die Kräuter-Brunhilde war für ihn keine Fremde. Auch jetzt kraulte sie ihm das Fell, und genau da, wo er es so gerne hatte.

„Bist mit deinem Monolog fertig?“, fragte sie und blinzelte Sepp lustig an.

„Hast mich also belauscht?“

„Nix da. Hältst deine Reden als wärst ganz allein auf der Welt. Wer ist es denn jetzt wieder?“

„Alle drei“, sagte er trübsinnig.

„Oje“, machte sie nur.

„Brunhilde, ich halt es bald nit mehr aus. Sie verleiden mir das Heimkommen.“

„Die lieben Kinderchen“, kicherte die Alte.

„Das sind keine lieben Kinderchen mehr, und wenn sie so weitermachen, dann sind sie bald ein paar alte Wald-und-Wiesenschachteln über die man lacht.“

„Da müssen sie dich ja heute wieder ganz toll geärgert haben“, lachte das Weiblein.

„Julius kann dir auch ein Lied davon singen. Und jetzt, wo ich grad nachgerechnet hab und weiß, dass meine Älteste schon fünfundzwanzig wird, da krieg ich wirklich einen Schreck, Brunhilde.“

Brunhilde saß neben ihm und wackelte mit dem Kopf hin und her. Dann hob sie den kleinen Spankorb hoch und sichtete die Kräuter, die sie heute schon gesammelt hatte. Sie war etwas verwachsen, und in Vomp wusste eigentlich keiner, woher sie kam und wer sie war. Sie hieß bei allen die Kräuter-Brunhilde und lebte im Hochwald in einer verlassenen Schutzhütte. Die hatte sie sich recht nett eingerichtet. Im Sommer suchte sie Kräuter, Beeren und Pilze und verkaufte sie in Vomp. Obwohl sie zu allen freundlich und hilfsbereit war, so hatte man doch ein wenig Angst vor der komischen Alten. Eigentlich sprach sie nur selten. Ihr einziger Freund war der Förster Sepp. Sie trafen sich recht oft im Wald, und oft kam Sepp zu ihr und klagte ihr sein Leid. Sie kannte seine drei Töchter und hielt sie für eingebildet und hochfahrend. Bloß weil der Vater Staatsbeamter war, wollten sie keine Anstellung in Schwaz oder Innsbruck annehmen. Viele junge Mädchen aus den kleinen Dörfern zogen fort und verdienten nicht nur Geld in der Fremde, sie fanden dort auch ihren zukünftigen Ehemann.

Sepp sah ihr zu, während sie die Kräuter sortierte. Er hatte überhaupt keine Ahnung davon. Aber plötzlich kam ihm ein Gedanke.

„Hör mal, Brunhilde, kannst nit einen Liebestrank brauen? Den trichtere ich dann meinen Töchtern ein und ich bin sie los. Hei, das gäbe einen Spaß. Und ich würd es mich auch was kosten lassen, ehrlich.“

Brunhilde kicherte. „Ich bin keine Waldhexe, und mit dem Teufel bin ich auch noch keinen Bund eingegangen. Es tut mir in der Seele leid, Sepp. Aber damit kann ich dir leider nit dienen.“

„Aber früher, da haben sie es gekonnt“, sagte er hartnäckig.

„Ach was, das ist alles dummer Aberglaube. Man muss nur fest glauben, dann hilft alles. Brauchst gar keine Kräuter dazu.“

„Wie? Gibt es in der Tat einen anderen Liebeszauber?“

Die Alte kicherte.

„Hör zu, Brunhilde, hast mir schon so manchen Tip gegeben, von wegen Wilderer und so. Und auch einen Rat, wenn ich ihn gebraucht habe. Kannst mir jetzt nit vielleicht auch helfen?“

„Wer weiß, wer weiß?“, sagte sie lachend.

Sepp setzte sich kerzengerade auf die Bank. Julius fiel herunter und blaffte einmal kurz auf.

Das Kräuterweib erhob sich und meinte: „Wenn du mir die Sachen raufträgst, verrat ich dir ein Geheimnis.“

Sepp blickte das Körbchen an und meinte fröhlich: „Nun, das ist wirklich Schwerstarbeit.“

„Das Körbchen trag ich selbst. Hinter dem Strauchwerk stehen die Pilze“, sagte die Alte und humpelte voraus.

Und die hatten wirklich ihr Gewicht.

„Brunhilde, du bist ein hinterlistiges Geschöpf“, schimpfte der Förster hinter ihr her.

Diese kicherte. „Komm nur, kriegst deinen Lohn in meiner Hütte, schöner Jüngling.“

Oft machte sie sich einen Spaß daraus, wie eine Märchenhexe zu reden.

Sepp keuchte bald. Zum Hochwald ging es ziemlich steil hinauf. Nur Julius rannte fröhlich hin und her. Für ihn war das alles nur Spielerei.

 

*

 

Dass die Schöberl-Töchter gar so hochmütig waren und die Nase ziemlich hoch in den Himmel steckten, das hatten sie zum Teil der Mutter zu verdanken. Sie sahen nicht unübel aus, und so manch ein Bauernbursch hätte sie gern gefreit, denn sie verstanden es zuzupacken, und Geld hatten sie ja auch auf der Bank. Es stammte von der Mutter selig.

Den Sepp hatte Franzi nie wissen lassen, dass sie eigentlich unter ihrem Stand geheiratet hatte, obwohl das Forsthaus und die Wirtschaft sein eigen waren.

Franzi kam aus einer Kaufmannsfamilie aus Innsbruck. Sie hatten früher viel Geld besessen. Aber dann war da der liederliche Bruder gewesen, und sie hatten seine Schulden begleichen müssen. Aus Gram hatten die Eltern dann keine Lust mehr am Leben gehabt. Und so waren sie bald gestorben. Franzi hatte noch ihre Erbschaft bekommen. Sie war dann zu Verwandten nach Schwaz gezogen und hatte dort im Haushalt geholfen. Man ließ es sie aber immer spüren, dass sie nur wegen der Verwandtschaft geduldet sei. Damals vor dreißig Jahren, da hatten die jungen Mädchen daheim warten müssen, bis einer kam und sie in den Ehestand erhob. Erst dann waren sie frei. Franzi war nicht schön und auch nicht lustig gewesen. Sie war schon dreißig Jahre, als sie Sepp Schöberl kennenlernte. Er war an die fünf Jahre jünger, aber weil er sie als Frau haben wollte, war sie ihm dankbar gewesen und auch mit nach Vomp ins Forsthaus gezogen. Sie hatten eigentlich auch ein ganz glückliches Leben geführt. Denn jetzt war sie ihre eigene Herrin und wurde nicht hin und her gejagt.

Dann waren die Töchter gekommen. Und sie sahen entschieden hübscher aus als die Mutter. So hatte sie Hoffnung, dass durch die Töchter wieder Glanz auf ihren Namen fiel. Sie predigte ihnen immer, ja nicht den ersten besten Burschen zu nehmen. Sie rümpfte die Nase über die tölpelhaften Bauernburschen. Als dann die Zeit kam, wo immer mehr Gäste in die Sommerfrische nach Österreich fuhren und ringsherum die jungen Mädchen als Stubenmädchen oder Bedienung ihr eigenes Geld verdienten, da hatte sie ihren Töchtern immer gesagt: „Das habt ihr nit nötig. Ihr habt Geld für eine gute Aussteuer. Bleibt brav zu Hause, es wird sich auszahlen. Wer will denn schon ein Stubenmädchen zur Frau, wenn er ein wenig auf sich hält?“

Eva, Elfi und Hilde taten alles, wie die Mutter es wollte und fanden es ganz gut. Daheim war man nicht in der Fremde. Aber mit der Zeit wurden sie zanksüchtig, besonders, als die Mutter ganz plötzlich starb. Jeder wollte kommandieren. Hilde glaubte, die jüngeren Schwestern herumkommandieren zu können. Aber die ließen sich nichts gefallen. Es sprach sich schnell herum, wie zanksüchtig sie waren und so kam kein Bursch mehr in ihre Nähe.

Alles konzentrierte sich jetzt auf den Vater. Aber Sepp wollte sich von seinen drei Töchtern nicht unterjochen lassen, und so hatte er wirklich kein leichtes Leben. Dazu kam noch, dass sie ziemlich abgelegen wohnten. Abwechslung gab es also nicht viel.

Umso erstaunter waren alle drei, als gegen Mittag der Vater nach Hause kam und ein verschmitztes Lächeln in den Mundwinkeln stecken hatte. Selbst Julius sah fröhlich aus, er schnüffelte nicht mal an der Küchentür herum.

Und dann sagte Sepp noch: „Legt mir morgen früh meinen Sonntagsrock heraus!“ Da schauten sie ihn an.

„Aber Vater, mitten in der Woche? Das geht nit.“

„Und warum nit?“

„In der Woche gutes Zeug anziehen, nein, das wird geschont. Für den Hochwald ist die alte Jacke gut genug.“

„Ich fahr morgen nach Schwaz. Wenn ihr mir ihn nit rauslegt, hol ich ihn mir selbst.“

So sehr sie auch in ihn drangen, er verriet nicht, was er in Schwaz wollte. Als sie allein waren, setzten sie sich an den großen Küchentisch und blickten sich an.

„Er wird wunderlich“, meinte Hilde wegwerfend.

„Geh“, sagte Eva, die ein wenig sein Liebling war, „er darf doch noch tun, was ihm Spaß macht.“

„Darin seh ich keinen Spaß“, sagte nun Elfi. „Und das viele Geld, das er dabei ausgibt.“

„Dir wäre es wohl lieber, er spart sich krumm und schenkt dir dann einen Batzen Geld?“, sagte Hilde giftig zu Elfi.

Schon war der Streit mitten im Gang. Aber eigentlich hatten sie alle drei ein wenig Angst vor der Zukunft. Eva nicht so sehr, denn sie war erst zwanzig. Aber Hilde glaubte nicht mehr daran, dass ein Mann sie haben wollte. Sie war jetzt in einem Alter, wo sie jeden genommen hätte. Aber es kam eben keiner mehr den Berg herauf. Und sie wurde mit der Zeit verbittert. Eva wollte schon mal ausbrechen.

Vor gar nicht langer Zeit hatte sie mal davon gesprochen, dass sie nach Schwaz in Stellung gehen wollte. Aber Elfi wie Hilde hatten pausenlos auf sie eingeredet, dass sie ganz verwirrt worden war, und so war sie dann geblieben.

Am nächsten Morgen aber lag der gute Anzug und was dazu gehörte, bereit. Sepp schmunzelte. Er machte sich fein, nahm seinen Knotenstock und pilgerte nach Vomp. Von dort nahm er den Postbus nach Schwaz.

Zuerst einmal genoss er es in vollen Zügen, den einsamen Bergen entronnen zu sein. Obwohl er sie heiß und innig liebte, und nie woanders leben möchte, so packte ihn doch hin und wieder die Sehnsucht nach Trubel und Geschäftigkeit der Stadt.

Für Brunhilde kaufte er zum Dank zehn schwarze Zigarren. Als der Ladeninhaber ihm freundlicherweise eine anbrennen wollte, schüttelte er sich heimlich und sagte schnell: „Das hat noch Zeit. Ich muss erst aufs Amt, wissen Sie. Und da ist so ein Glimmstängel oft im Weg.“

Ja, und dann war er ein paarmal die Hauptstraße rauf und runter gepilgert. Die Zeit verstrich, und er musste jetzt in das Zeitungsbüro, oder es würde heute nicht mehr klappen. Klopfenden Herzens betrat er den großen Glaskasten. Ein nettes Fräulein saß hinter einem Schreibtisch. Diesem reichte er den Zettel, den er und Brunhilde aufgesetzt hatten.

„Ach, Sie wollen eine Anzeige aufgeben?“

„Ja, wenn Sie so nett sein wollen“, sagte er eifrig.

Das Fräulein schmunzelte ein wenig. Dann begann es zu rechnen. Sie sagte: „Das kostet zwanzig Mark.“

Sepp trennte sich nur schwer von dem Geld und überlegte, wieviel Bierchen man dafür hätte bekommen können. Aber dann sagte er sich, wenn ich damit auch nur eine von meinen Töchtern los bin, ist das Geld gut angelegt.

In der Anzeige stand somit zu lesen: „Drei junge, hübsche Mädchen mit guter Mitgift suchen Lebensgefährten.“ Sepp hatte auch die genaue Adresse angegeben.

„Und wann wird das nun gedruckt?“

„Am Samstag wird es in der Zeitung stehen“, erklärte das nette Fräulein.

Sepp nahm Hut und Knotenstock und wünschte einen guten Tag. Draußen auf der Straße spürte er, dass ihm ein Stein vom Herzen gefallen war. Aber dann konnte er sich nicht lange aufhalten. Der Bus würde nicht warten. Gegen Abend war er dann wieder in Vomp. Er saß noch ein wenig im Krug und dann ging er heim.

Zu seiner Überraschung waren seine drei Töchter die Liebenswürdigkeit selbst, und er hätte sich daraufhin schon bald verraten. Doch dann besann er sich darauf, dass Brunhilde ihm eingeschärft hatte, den dreien nix von der Anzeige zu erzählen. Sonst würden sie womöglich noch ausreißen.

Bei sich dachte er, wenn sie doch nur so nett blieben, dann krieg ich sie schnell unter die Haube. Aber wenn sie wieder so zanken wie neulich, dann verschwinden die Freier gleich.

Voller Ungeduld wartete er den Samstag ab. Als der Postbote am Morgen die Zeitung brachte, entriss er ihm diese und verschwand damit in der guten Stube. Das war noch nie geschehen, und die drei Töchter sahen sich verblüfft an.

„Warum legt der Vater nur so ein närrisches Wesen an den Tag?“, fragte Elfi. „Ich versteh das nit. Kriegt doch jeden Morgen zuerst die Zeitung.“

Hilde schnaufte. „Ich hab’s. Jetzt sitzt er da drinnen, mit der Pfeife im Mund und macht uns die Gardinen gelb. Das ist es. Er will sich rächen von neulich, als wir ihn vor die Tür gesetzt haben.“

Eva lachte hell auf „ und warum tust du es jetzt nicht?“

„Und ob ich das tu“, schnaufte Hilde. „Ein wenig Rücksicht kann er schon nehmen.“

Eilig lief sie zur Tür, aber dann besann sie sich doch, bückte sich und schaute durch das Schlüsselloch. Dabei sah sie den Vater, wie er auf die Zeitung starrte.

„Er raucht gar nit“, keuchte sie atemlos.

„Ja, was macht er dann?“

„Er starrt nur die Zeitung an.“

Das verstanden sie überhaupt nicht. „Vielleicht ist etwas Interessantes drin?“

Sepp fühlte das Lachen in sich hochsteigen. Die Anzeige machte sich gut. Da mussten die Freier Schlange stehen. Dann holte er eine Schere und schnitt sie aus.

Als er die Stube verlassen wollte, liefen seine Töchter auseinander und flüchteten in die Küche. Sepp kam herein, setzte sich an den Tisch und aß mit verächtlicher Miene sein Müsli. Die Mädchen staunten immer mehr. Als er dann fortging, meinte Eva flüsternd: „Vielleicht ist er krank?“

„Geh, dann würd er doch nit in den Hochwald steigen.“

Jetzt hielten die drei es nicht mehr aus. Sie mussten unbedingt herausbekommen, was der Vater an der Zeitung so interessant gefunden hatte. Hilde wühlte das Blatt durch, fand aber zuerst gar nichts. Schon wollte sie enttäuscht das Blatt zur Seite legen, als sie das Loch in der Zeitung sah. Verblüfft hielt sie diese hoch und starrte darauf.

„Habt ihr das gesehen?“

„Klar, wir sind doch nit blind“, ereiferte sich Elfi.

„Das ist stark. Jetzt wissen wir nit mal, was ihn so interessiert hat.“

„Kannst ihn ja fragen, wenn er heimkommt“, meinte Eva fröhlich.

Hilde machte giftige Augen.

„Es muss eine Anzeige gewesen sein“, rief Elfie dazwischen.

Wieder beugten sich die drei Köpfe über die Zeitung. Eva sah etwas weiter. Dort stand in dicken Balken: „Bekanntschaften —Heiratsanzeigen.“

Sie schlug sich auf den Mund und war wirklich sehr erschrocken. „Der Vater will heiraten.“

„Bist narrisch“, sagte Elfi.

„Seht doch! Hier hat er das Loch

geschnitten. Es muss sich um eine Heiratsanzeige gehandelt haben.“

Das fuhr den dreien in die Beine. Eine neue Mutter? In ihrem Alter!

„Das geht nit. Das darf nit sein. Das kann er doch nit tun“, keuchte Hilde.

„Da können wir nix tun, Vater ist schließlich volljährig“, meinte Elfi.

„Eine neue Frau im Haus, ja zum Teufel, weißt denn nit, was das zu bedeuten hat? Die macht uns das Leben furchtbar sauer. Kommandieren wird sie uns, und wir müssen nur arbeiten und dürfen nit aufmucken.“

„Ich geh dann fort nach Innsbruck“, sagte Eva.

Neidisch blickten die beiden Schwestern sie an. Sie war mit Abstand die hübschere von ihnen, und dann war sie ja auch knapp zwanzig Jahre alt. Sie würde man immer nehmen.

Hilde reckte sich. „Pah, soweit kommt das noch. Uns unser Elternhaus zu vergraulen. Wir haben die meisten Rechte hier. So einfach nehmen ich das nit hin.“

Hilde gab den beiden Geschwistern wieder Mut.

„Wir müssen nur Zusammenhalten, dann schaffen wir es schon, verlasst euch darauf.“

Während sie so Pläne schmiedeten und sich ihre Köpfe zerbrachen, saß Sepp bei Brunhilde, ließ sich das gute Frühstück munden und überreichte ihr die Zigarren. Sie lachten herzlich über die Anzeige.

„Jessas, das wird ein Spaß sein.“

Doch nach einer Weile meinte Sepp: „Wie mach ich es denn? Ich mein, wenn sie aufkreuzen, dann werden sie doch nit sofort eine nehmen, und wieder gehen. Sie müssen sich doch erst mal kennenlernen.“

„Hast doch Stuben genug leer stehen, Sepp. Neulich hast du doch gesagt, dir wäre es ganz lieb, wenn du ein Mannsbild für die Wirtschaft hättest. Und wenn du sie im Anfang als solche ausgibst? Was meinst du?“

„Brunhilde, du bist mit Gold nit zu bezahlen. Wo nimmst du nur immer die Einfälle her?“

Sie kicherte. „Schad, ich wär gern dabei. Das muss eine Gaudi sein. Und die drei wissen nix davon.“

Sepp lachte. So an die zwei Stunden blieb er bei der Kräuter-Brunhilde. Dann machte er sich auf den Weg. Er stieg noch ein wenig höher, überquerte eine Lichtung und hatte bald die Grenze seines Reviers erreicht. Plötzlich hörte er hinter sich ein seltsames Geräusch.

Blitzschnell hatte er sein Gewehr im Anschlag. Aber dann sah er, wer dort aus dem Busch gekrochen kam. Es war Konrad, der Dorftrottel von Vomp.

„Ja, Konrad, was machst du denn hier oben?“

Er stand mit hängenden Armen vor ihm und zitterte vor Angst.

„Nix tun, nit arme Konrad totschießen“, stotterte er.

Sepp merkte jetzt erst, dass er noch immer sein Gewehr im Anschlag hielt. Er schulterte es und trat näher.

„Was ist denn los, Konrad?“

Er sah ziemlich verwahrlost aus, und der Hunger stand ihm in den Augen geschrieben. Konrad hatte keine Eltern mehr. War sozusagen ein lediges Kind, für das die Gemeinde Vomp aufkommen musste. Er war wirklich harmlos, nur ein wenig dumm im Kopf. Ja, und eine Schule hatte er auch nie besuchen können. Aber er arbeitete bei den Großbauern, und diese nutzten ihn weidlich aus. Aber das wusste er nicht.

Stotternd erzählte er nun, dass man ihn fortgejagt hatte. Er sollte mehrere Hühner beim Seebacher gestohlen haben.

„Und hast du sie gestohlen, Konrad?“

Er schüttelte den Kopf.

„Komm mit“, sagte Schöberl.

„Nit zum Gendarm“, keuchte Konrad. „Der wirft mich ins schwarze Loch, so haben sie gesagt.“

„Konrad“, sagte Sepp, „mir kannst vertrauen. Komm mit, kriegst auch was zu essen.“

Da leuchteten die Augen des Jungen auf. „Essen“, flüsterte er. „Hab schon lang nix mehr essen können. Bloß Beeren, Förster.“

Sepp ballte die Hände, diese verfluchten Dörfler, dachte er grimmig. Gar nit lange überlegen, einfach sagen, Konrad war es. Wo er doch immer so fleißig war und keiner Fliege etwas zuleide tat. Und grad er sollte ein paar Hühnern den Hals umdrehen?

Sie stiegen den Hochwald hinunter. Dabei bemerkte der Förster ein paar fachgerecht angelegte Schlingen im Dickicht. Konrad stand neben ihm und sah ihn an.

„Schau“, sagte Sepp grimmig und hob die Drahtschlinge hoch. „Wer so was tut, der ist bös, hörst, Konrad, der ist ein Saukerl. Wenn ich den erwisch, dann kriegt er eine gehörige Abreibung.“

Konrad blickte jetzt aufmerksamer.

„Böser Mann?“

„Ja, sehr böse. Und ich werd ihn suchen, wirst sehen, der wird ins schwarze Loch geworfen, der Wilderer ist bös, aber nit du!“

Konrad warf ihm ein dankbares Lächeln zu.

„Komm, wir müssen weiter.“

Gegen Mittag kamen sie bei Brunhilde an. Diese kannte Konrad noch nicht. Hatte auch noch nie etwas von ihm gehört. Sie kam ja so selten ins Dorf, und wenn, dann hielt sie sich nur kurz auf. Sepp erzählte ihr von Konrad, dem armen Dorftrottel, und auch davon, wie man ihn grundlos fortgejagt hatte. Brunhilde hatte sofort Mitleid mit ihm. Schon schlurfte sie ins Haus und holte einen großen Teller voller Pellkartoffeln mit Pilzen.

„Und was willst jetzt tun, Sepp?“

„Zuerst einmal werd ich dem Seebacher seine Meinung sagen. Natürlich werd ich nit rasten und ruhen, bis ich den wirklichen Täter gefunden hab.“

Die Kräuter-Brunhilde blickte ihn aufmerksam an. „Bist ein prima Mensch, Sepp. Aber was ist dann weiter?“

Er seufzte. „Die da unten werden nie Vernunft annehmen, wenn einer aus der Reih tanzt, der wird ausgestoßen.“

„Kannst ihn vorläufig bei mir lassen, Sepp. Er kann im Heu schlafen. Und zu essen hab ich wohl für ihn.“

„Hast aber selber nit viel“, sagte Schöberl. „Grad du, Brunhilde, musst jeden Groschen dreimal umdrehen.“

„Er wird mir helfen, Sepp. Lass man, wo einer satt wird, da werden auch wohl zwei satt.“

„Brauchst keine Angst zu haben, er ist wirklich harmlos.“

„Ich weiß, sonst hättest ihn mir nit gebracht“, gab sie ruhig zur Antwort.

Sepp ging erleichtert fort. Aber vorher sprach er noch mit Konrad und sagte ihm, er solle alles tun, was Brunhilde ihm auftrage. Dieser nickte eifrig und dankbar.

 

*

 

„Da kommt er“, sagte Eva und drehte sich um. Hinter ihr in der Stube standen die anderen beiden.

Als Sepp die Haustür öffnete, kamen ihm ein paar lammfromme Töchter entgegen. Die eine hielt

seine Pantoffeln in der Hand und die andere meinte gütig: „Wenn du dein Pfeifchen in der Stube rauchen möchtest, Vater, so kannst du es ruhig tun. Dann wasch ich die Gardinen häufiger.“

Und die dritte tischte ihm sein Lieblingsgericht auf.

Sepp kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. „Sagt mal, hat euch was gestochen?“

Doch sie lächelten ihn nur süß an und meinten: „Wir wollen doch nur, dass es dir gutgeht. Dass du es gemütlich hast, Vater.“ Und die drei hielten sich wirklich für sehr schlau. Den ganzen halben Tag hatten sie sinniert, wie sie den Vater davon abbringen konnten, sich wieder zu verheiraten. Eva war dann auf die Idee gekommen.

„Wenn wir ihm alles durchgehen lassen. Ich mein, uns nach seiner Nas richten, dann hat er doch gar kein Verlangen mehr nach einer neuen Frau.“

Hilde ging das natürlich gegen den Strich. Sie spielte nun mal gern die Herrin. Aber dann hatte sie süßsäuerlich erklärt: „Nun, wir können es ja so lange machen, bis die Gefahr vorüber ist.“

„Wenn er wieder nach Vomp reisen will, muss sich eine von uns ihm anschließen“, sagte Elfi. „Wir dürfen ihn jetzt nit mehr allein lassen.“

„Nur in den Wald darf er mit Julius gehen“, lachte Eva. „Dort lauern keine herrschsüchtigen Weiber auf ihn.“

Sepp wollte seine Töchter auf die Probe stellen. Er verlangte herrisch die Zeitung, dann den Ascher, und dann wollte er noch ein Kissen für seinen Rücken. Ja, als sie ihm sogar sofort den verlangten Enzian brachten, da wurde es ihm ganz mulmig ums Herz. Natürlich konnte er nicht ahnen, dass sie in eine ganz andere Richtung dachten.

Brunhilde hatte ihm gesagt: „In der Woche oder zum nächsten Wochenende werden sich die Freier wohl zeigen. Zuerst einmal müssen sie ja alle die Anzeige lesen und sich freinehmen, um hier heraufzukommen.“

Sepp verbrachte einen seligen Sonntag, und auch die nächsten Tage waren für ihn nur eitler Sonnenschein. Und er sagte sich schon, meine Töchter sind die besten Kinder von der ganzen Welt. Jetzt reut es mich schon, dass ich die Anzeige hab drucken lassen. Sie hängen mit zärtlicher Liebe an mir, und ich Rabenvater will sie in die Welt schicken.

Tag um Tag umlauerten die drei den Vater. Jeden Abend glaubten sie, jetzt ist es soweit. Jetzt wird er sagen: Morgen will ich meinen guten Anzug haben. Aber er tat es nicht. Er machte sich breit, und sie mussten ihn bedienen wie noch nie. dass sie bald recht sauer waren, war wirklich kein Wunder.

Sepps schönes Leben dauerte nur bis Donnerstag. Als er am Morgen wie üblich auf seine Pirsch ging, setzten die drei sich in die Küche zu einer neuaufgebrühten Tasse Kaffee und hielten Kriegsrat.

„Wenn es ihm wirklich ernst damit ist, dann hätte er sich doch schon längst auf die Strümpfe gemacht“, sagte Hilde.

„Vielleicht hat er ihr einen Brief geschrieben und wartet jetzt auf Antwort“, meinte Elfi.

„Habt ihr ihn schreiben sehen? Ich nit“, sagte Eva.

„Also das war nur eine Marotte von ihm. Er will sich gar keine neue Frau zulegen.“

Sechs Augen blickten sich an. Eben noch sanft im Gemüt, wurden sie jetzt wieder stählern.

„Und ich hab ihn die guten Gardinen vollqualmen lassen“, stöhnte Hilde.

„Ich hab mich wundgekocht.“

Details

Seiten
120
Jahr
2019
ISBN (eBook)
9783738925906
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v456838
Schlagworte
zärtlichkeit

Autor

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Titel: Mit verordneter Zärtlichkeit