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Dr. Laura Leitner #6 – Internistin aus Leidenschaft

2018 120 Seiten

Leseprobe

Copyright

Veronikas düsteres Geheimnis

Dr. LAURA LEITNER – Internistin aus Leidenschaft

Band 6

IMPRESSUM

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© Roman by Author/Titelbild: Alexandr Khakimullin/123RF, 2018

Korrektorat: Dr. Frank Roßnagel

© dieser Ausgabe 2018 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

Veronikas düsteres Geheimnis Dr. LAURA LEITNER – Internistin aus Leidenschaft Band 6

​G. S. FRIEBEL











Laura Leitner hatte eigentlich vorgehabt, eine entspannende neue Reise durchs Mittelmeer zu erleben. Doch es kommt ganz anders: Da ist zum einen der neue Schiffskoch Dieter Konrad, der vor einer enttäuschenden Beziehung flieht und sich Hals über Kopf unsterblich in Laura verliebt. Obendrein richtet er auch noch ein verheerendes Durcheinander auf der Stella Maris an. Zum anderen ist da die Familie de Winter, ein junges Ehepaar, das mit Veronika de Winters Stiefmutter unterwegs ist und dessen Benehmen Laura mehr als verdächtig vorkommt. Veronika ist schwanger und steht kurz vor der Entbindung. Laura kümmert sich um die in sich gekehrte Erbin eines großen Firmenimperiums. Und dann entdeckt sie die unfassbare Wahrheit hinter der mysteriösen Reise der Familie de Winter…


*






Seine braunen Augen sahen sie bekümmert an.

»Du kannst mich ruhig wie ein unterernährtes Hündchen anblicken, es ändert sich

doch nichts an der Tatsache, Dieter Konrad. Merk dir das endlich. Und jetzt hör mit dem

seelenvollen Augenaufschlag auf. Er macht mich müde.«

Dieter schluckte, schlug die Lider über die nussbraunen Augen und fühlte sich hundeelend. Er konnte und wollte es nicht glauben. Es durfte einfach nicht sein! Es war sicher nur ein böser Traum. Er hatte etwas Falsches gegessen, und jetzt quälten ihn diese schlimmen Träume.

»Komm schon, benimm dich wie ein Mann. Steh nicht so einfältig an der Tür herum. Du machst mich nervös.«

Es war doch kein Traum!

Astrid stand vor ihm, die Hände in die Seiten gestemmt und schaute ihn gar nicht lieb an. Ihr hübsches Puppengesicht zeigte böse Falten, und ihre Augen sprühten wildes Feuer.

»Was soll ich denn noch sagen? Noch tun? Kapier das doch endlich! Oder ist dein Gehirn so vernebelt, dass du nicht mehr klar denken kannst?«

»So etwas darf man nicht mal denken«, sagte er mit fast weinerlicher Stimme.

»Meine Güte, du kannst ja reden! Und ich dachte schon, du hättest die Sprache verloren.«

»Warum nicht, Astridchen?«

»Nenn mich nicht Astridchen, ich kann es nicht mehr hören! Darum nicht.«

»Das ist keine Antwort«, sagte der Unglücksrabe.

»Doch, für mich schon. Du meine Güte, man sollte wirklich aus der Haut fahren! Es war mir ein Vergnügen, es hat mir Spaß gemacht, fertig! Es war ein kleines Abenteuer, capito? Jetzt ist es aus, vorbei. Ich hab etwas anderes auf der Pfanne. Ich bin doch kein Trauerkloß, Dieter. Verstehst du das endlich? Hör auf, mich mit deinen Hundchenaugen zu durchbohren. Du kannst mich nicht weichmachen. Im Gegenteil, für Schlappschwänze habe ich noch nie viel übrig gehabt.«

Das war harter Tobak. Dieter schluckte und schluckte vor Aufregung.

»Für mich war es kein Abenteuer«, sagte er tonlos. »Astrid, du weißt nicht, was du mir antust. Ich liebe dich. Ich liebe dich so sehr, dass ich jetzt fühle, dass ich krank werde, wenn du mich verlässt. Ich liebe dich mehr als mein Leben. Ich möchte alles für dich tun. Habe ich nicht alles für dich getan? Dir jeden Wunsch von den Augen abgelesen? Du brauchst nur etwas zu sagen, ich tue es sofort.«

Das hübsche Mädchen fuhr sich mit allen zehn Fingern durch die wirren Locken. »Soll das etwa heißen, du willst mich heiraten?«

»Ja!«, rief er leidenschaftlich. »Ja, Astrid, ich möchte mich dir zu Füßen werfen, ich …«

»Das gibt es doch einfach nicht«, stöhnte sie wieder auf. »Leben wir denn im Mittelalter?«

»Astrid, wann heiraten wir?«

»Du bist wirklich verrückt, Dieter, total verkorkst und nicht mehr zu retten. Wir heiraten nicht, hörst du! Glaubst du, ich warte darauf, zum Altar geschleppt zu werden?« Grell lachte sie auf. »Also, bei meiner Mutter hättest du damit noch Erfolg gehabt – aber nicht bei mir. Ich will das Leben genießen, nur die Sonnenseite erleben. Und was noch viel wichtiger ist: Ich will unabhängig sein! Verstehst du! Ich will die ganze Welt kennenlernen! Ein Ehepaar – meine Güte, wie altmodisch. Nein, es ist aus, vorbei. Ich kann dich nicht mehr brauchen.«

Er lehnte sich erschöpft an die Wand. Doch das junge Mädchen erlaubte ihm nicht, sich hier von diesem Schock zu erholen. Es schob ihn kurzerhand vor sich her auf den Flur hinaus.

»Wein dich woanders aus. Aber nicht bei mir! Klar?« Damit schloss sie die Tür hinter ihm.


*


Die Wände wirkten trostlos und kalt. Er seufzte lautstark, so dass ein Zuhörer vor Mitleid hätte vergehen können.

Schließlich ging er in sein Zimmer zurück, warf sich auf das Bett und starrte zur Decke hinauf. Er verstand die Welt nicht mehr. Er war mit seinem Latein am Ende. Astrid war seine große Liebe. Sie war schön und anziehend, doch kapriziös. Alle begehrten dieses Mädchen. Meine Güte, wie stolz war er gewesen, als er geglaubt hatte, sie gehöre zu ihm. Und jetzt musste er erfahren, dass er nur eine Notlösung für sie gewesen war.

Wenn man da nicht toll vor Wut werden sollte!

Er überdachte seine Lage und kam letztendlich zu dem Schluss, dass sie so schlecht eigentlich nicht war. Er war ein angesehener Koch mit hervorragenden Papieren, hatte schon in bekannten Hotels gekocht und arbeitete jetzt hier in Hamburg im besten Hotel der Stadt. Man liebte ihn – in der Küche wohlverstanden!

Astrid arbeitete als Bedienung! Als sie hier anfing, hatte sein armes Herz gleich Feuer gefangen. Und sie hatte wohl geglaubt, durch ihn höher steigen zu können. Sie hatte ihn nur benutzt. Und jetzt wurde er fallengelassen.

Wie sollte er das überstehen?

Als es an der Tür klopfte, dachte Dieter sofort, dass Astrid kam, um ihm zu sagen, dass sie nur einen Spaß gemacht hatte. Sie würde wieder lieb und nett sein.

Mit einem Satz war er aufgesprungen und riss bereits freudestrahlend die Tür auf.

»Kuno …«

»Du meine Güte, deine Freude mich zu sehen, ist wirklich umwerfend«, rügte der erste Kellner den Koch. »Und dabei stehe ich mir schon seit einer Viertelstunde die Beine in den Bauch. Wir waren doch verabredet. Hast du das vielleicht vergessen?«

»Verabredet?«, echote Dieter verwirrt.

»Ich sehe schon, du hast mal wieder alles verpennt. Wir wollten doch einen Stadtbummel machen. Unser Dienst fängt doch erst um neun Uhr an. Man muss doch auch mal etwas anderes sehen, unter Leute kommen. Los, spring in deine Schuhe, und dann nichts wie ab.«

»Ich kann nicht«, klagte Dieter leise.

Kuno bückte ihn von der Seite an.

»Na, ich sehe schon, was die Stunde geschlagen hat.«

»Nein, das kannst du gar nicht wissen.«

»Liebeskummer, alter Junge. Komm, da ist es erst recht wichtig, wenn ich dich unter meine Fittiche nehme. Nachher wirst du ein ganz anderer Mensch sein. Verlass dich auf mich, Jungchen.«

»Ich möchte sterben.«

»Wegen Astrid?« Kuno lachte verächtlich auf. »Mein Freund, du bist wirklich verrückt.«

Dieter war nicht mehr sein eigener Herr. Obwohl er es eigentlich nicht wollte, zog er sich doch um. Und zehn Minuten später schlenderten sie schon durch die Straßen. Er schüttete dem Freund sein Herz aus. Seltsamerweise fühlte er sich danach viel besser. Darüber war er sehr verwundert.

Später gingen sie in ein Lokal und tranken erst einmal auf seinen Kummer. Dann legte Kuno los:

»Astrid ist doch ein kleines Flittchen. Das wissen wir alle, und deswegen machen wir uns auch einen Spaß aus ihr und necken sie, wo wir nur können. Und die dumme Gans, bildet sich ein, sie sei bei uns beliebt. Du bist viel zu schade für sie. Sei froh, Dieter, dass du sie so leicht losgeworden bist. Ehrlich. Etwas Besseres konnte dir gar nicht passieren. In dieser Stadt gibt es so viele hübsche Mädchen, auch im Hotel. Du wirst dich sehr schnell trösten, und dann wirst du nur noch darüber lachen.«

Aber Dieter ließ sich nicht so einfach trösten. Er hockte trübsinnig in seiner Ecke. Kuno ahnte ja nicht, dass er zu den schüchternen jungen Männern gehörte, dass es für ihn gar nicht so einfach war, Erfolg bei den Mädchen zu haben. Für ihn war das immer ein schweres Hindernis, wenn er jemanden kennenlernen wollte. Leichter ging es natürlich, wenn das Mädchen begann – so wie Astrid!

Vielleicht brachte er deswegen immer gleich sein Herz ein. Er war nun einmal ein ernsthafter Typ; er konnte sich nicht so einfach darüber hinwegsetzen. Und vor allen Dingen – Astrid blieb ja auch weiterhin im Hotel wohnen. Man würde sich ständig sehen. Das blieb einfach nicht aus. Die Wunde würde immer wieder schmerzen. Ja, man würde sich bald als Märtyrer sehen, und das verschlimmerte die Sache noch mehr.

Verlassene Männer waren in der Tat eine traurige Sache. Sie hielten sich selbst für Versager, und das hob sie ganz gewiss nicht im Ansehen.

»Was soll ich nur tun?«, fragte Dieter verzweifelt.

»Sie vergessen. Das predige ich dir doch die ganze Zeit.«

»Das geht nicht. Ich weiß schon jetzt: Wenn ich sie wiedersehe, beginnt die ganze Jammeritis von vorn. Ich kann das nicht verkraften, Kuno. Und was noch viel schlimmer sein wird, ich werde zu einem Hanswurst.«

»Warum?«

»Weil ich einfach nicht aufgeben kann. Ich werde Astrid anflehen, werde ihr nachlaufen, um sie trauern, ihr …«

Jetzt wurde der Freund ernstlich böse. »Dir ist ja wirklich nicht mehr zu helfen!«

»Nein, ich weiß. Deshalb möchte ich auch am liebsten sterben«, sagte er düster.

»Wie alt bist du?«

»Achtundzwanzig.«

»Du meine Güte, andere fangen in diesem Alter erst an, ihr Leben zu leben. Jungchen, was du brauchst, ist eine neue Umgebung. Du hast recht. Das habe ich nicht bedacht. Wenn ich eine Flamme zum Teufel gejagt habe, dann habe ich sie leicht vergessen können, weil ich sie nicht mehr sah. So musste ich auch nicht mehr an sie denken.«

»Du vergisst etwas.«

»Was?«

»Ich habe sie nicht fortgejagt, sie hat es getan.«

»Richtig. Also, wenn man die Sache so betrachtet, dann ist es wirklich nicht einfach für dich, zumal das gesamte Hotelpersonal davon weiß. Dafür wird schon das kleine Biest sorgen. Mit einem Wort, du brauchst Tapetenwechsel. Warst du schon in den Bergen?«, fragte er, um seiner Idee die nötige Ernsthaftigkeit zu geben.

»Ja, kenne ich.«

»Auf einer Insel?«

»Ja, auch«, antwortete Dieter niedergeschlagen.

»Hmhm, was würde dich denn reizen? «

»Gar nichts – außer Astrid.«

Wider Willen musste Kuno lächeln.

»Komm, wir bummeln weiter. Vielleicht fällt mir dabei etwas ein. Ich lass dich nicht fallen, Kumpel. Komm schon, ich bezahle die Rechnung.«

»Ich habe noch nicht mal Geld eingesteckt«, bemerkte Dieter traurig.

Und Kuno schüttelte den Kopf. »Dir muss wirklich geholfen werden.«


*


Sie wanderten durch die überfüllte City. Kuno erkannte allmählich, dass es wirklich nicht einfach war, den Freund aufzumuntern. Er kannte ihn – wenn er sich nicht bald wieder fing, dann würde sich das auch auf sein Kochen auswirken. Und dann würde er wenig Schmeichelhaftes zu hören bekommen. Wenn man einmal entlassen war, dann war es aus mit Stellen in den besten Häusern. Dann konnte man wieder zweitklassig anfangen. Und das durfte nicht passieren.

Und wenn man nun das kleine Flittchen dazu brachte, fortzugehen? Aber das würde nicht einfach sein. Astrid war gerissen. Und wenn sie sich in die Enge getrieben fühlte, dann würde sie den Spieß herumdrehen, und er müsste dann auch noch gehen. Das durfte er auf keinen Fall riskieren, wo er doch gerade ein schnuckeliges Verhältnis hier in Hamburg begonnen hatte.

»Ich mache das ganz anders, Dieter. Ich geh in keine Falle. Ich habe auch mein Vergnügen, und was noch viel wichtiger ist: Es kostet mich fast keinen Pfennig. Ich sage dir, so macht das ein Weltmann.«

»Wie bitte?«

»Zur Zeit habe ich ein schnuckeliges Verhältnis; Wuschelkopf, blaue Augen, richtig süß. Zum Anbeißen sage ich dir! Sie ist auf einem Büro. Aber das ist nicht so wichtig; allein wichtig an der Sache ist, dass sie verheiratet ist«, erzählte Kuno.

Dieter blieb abrupt mitten auf der Straße stehen.

»Was?«, fragte er völlig verwirrt.

»Ja«, lachte Kuno, »und hier in Hamburg, da hab ich wirklich Glück. Ihr Mann ist Matrose, auf diese Weise ist er nicht viel daheim. Also muss man doch sein Frauchen trösten, damit sie nicht auf dumme Gedanken kommt. Und für mich ist es gut, so geh ich nicht in die Ehefalle. Davor habe ich nämlich einen Horror, musst du wissen. Ich will mich nicht binden. Ich will die Leiter ja noch weiter hinauffallen. Und du weißt ja selbst, in unserem Beruf muss man öfters wechseln, um steigen zu können. Und in diesen unsicheren Zeiten geht doch die Ehe sehr schnell kaputt. Und dann hast du eine Scheidung am Hals, und mitunter kannst du auch noch ’ne Menge Geld blechen. Nee, ich hab mir das genau ausgerechnet. Ich mach das noch zehn Jahre, dann hab ich so viel auf die hohe Kante gelegt, dass ich mich selbständig machen kann, entweder eine kleine Pension oder ein kleines Lokal. Ich hab ja von der Pike auf gelernt. Ich weiß, wie man so einen Laden aufziehen muss. Dann hab ich nichts gegen eine Ehefrau, im Gegenteil, dann ist sie sogar sehr praktisch, denn sie arbeitet ja umsonst. Doch bis dahin denke ich nicht daran, das Leben eines Trauerkloßes zu führen. Ich finde überall eine süße kleine Dumme, die auch noch glücklich ist, wenn ich mich um sie kümmere.«

Dieter war geschockt. »Das ist gar nicht schön von dir.«

»Wieso? Ich mache ihr nichts vor. Sie weiß Bescheid. Sie hat ihr Vergnügen, ich habe meins, und nach einer gewissen Zeit, wenn wir unserer überdrüssig sind, gehen wir auseinander, und man sucht sich eine neue kleine Frau. Abwechslung ist gut, ich kann dir sagen, da lernt man eine Menge. Soll ich dir auch ein Mädchen besorgen? Mein Verhältnis hat eine Freundin. Sie hat schon mal durchblicken lassen, ob ich nicht noch jemanden kennen würde. Du, wir könnten sehr viel Spaß miteinander haben.«

Dieter errötete heftig. Allein der Gedanke daran machte ihn nervös. »Nein, nein«, antwortete er heftig.

»Warum nicht?«, fragte Kuno. Er verstand nicht.

»Ich bin nun mal nur für ernste Sachen. Tut mir leid. Ich kann nicht so leichtlebig sein.«

»Da sind wir also wieder beim alten Thema. Also bleibt dir nichts anderes übrig, als von uns fortzugehen. Schade, und ich habe gedacht, wir würden eine Weile beisammen bleiben. Ehrlich, ich mag dich. Vielleicht hätte man später gemeinsam etwas aufbauen können. Du als Koch und ich als Kellner – ich sage dir, wir wären ein gutes Team. Wir würden ein sehr gutes Lokal haben und viel Geld machen.«

»Die Sache wäre wirklich nicht zu verachten, Kuno. Ehrlich. Aber im Augenblick …«


*


Sie waren ausgerechnet vor dem Reisebüro des Passagierschiffes Stella Maris stehengeblieben und sprachen angeregt miteinander. War es Kuno oder war es Dieter, der dann zufällig das Schild las – plötzlich gingen beide ganz spontan zum Schaufenster und blickten sich dann verblüfft an.

»Die suchen auf der Stella Maris einen Koch! Dieter, wenn das kein Wink des Schicksals ist! Junge, Junge, das ist ja was!«

Dieter schluckte. »Du meinst …?«, stotterte er verwirrt und betupfte sich aufgeregt die Stirn mit dem Taschentuch.

»Wenn dich wirklich etwas auf andere Gedanken bringen kann, dann doch nur die Stille auf so einem Luxuspott! Man erzählt sich ja eine Menge Geschichten von diesen Schiffen. Und dort gibt es auch junge Mädchen. Wetten, dass du dann sehr schnell deine Astrid vergessen hast?«

Und was antwortete Dieter? »Vielleicht steige ich wieder in ihrem Ansehen, wenn ich davon erzähle?«

Kuno hätte fast aufgeschrien. Wie konnte Dieter daran auch nur denken!

»Dir ist ja nicht mehr zu helfen. Also, ich hab meine ganze freie Zeit vertan, und was tust du? Jetzt willst du ihr schon wieder zu Kreuze kriechen. Das wirst du bleiben lassen! Auf der Stelle gehst du jetzt in dieses Büro und fragst, was man alles abgeben muss, um sich um diese Stelle zu bewerben. Und wenn ich dich mit Gewalt hineinschieben muss!«

»Ja … aber … man muss … das doch noch ein wenig bedenken, Kuno.«

»Dann ist die Stelle fort«, sagte der Freund ohne Erbarmen.

Ehe sich der arme Dieter Konrad versah, stand er wirklich vor der jungen Frau im Büro und stammelte etwas vor sich hin. Da nahm Kuno die Sache in die Hand. Ihm antwortete die Dame überaus freundlich und zuvorkommend. Kein Wunder, dass Dieter es mit neidischen Augen verfolgte. Wie oft hatte er sich schon gefragt, woran es wohl lag, dass die Frauen einige Männer bevorzugten, und meistens waren das gerade diejenigen, die sie nur benutzten. War es vielleicht die Frechheit? Wollten sie so behandelt werden? Nach dem zu urteilen, was der Freund ihm heute alles erzählt hatte, sah er die Frauen doch wirklich nicht durch eine rosarote Brille. Und er selbst?

»Hörst du eigentlich zu?«, fragte Kuno in diesem Augenblick.

Er schrak aus seiner Gedankenwelt auf und entschuldigte sich vielmals. Auch das hätte er wohl nicht tun sollen. Sie hatte nur ein verächtliches Lächeln für ihn übrig.

»Wollen Sie sich nicht bewerben?«, wandte sich das Mädchen da an Kuno.

»Das geht leider nicht.«

»Aber es ist wirklich eine sehr schöne Stelle. Und sie wird auch gut bezahlt. Ich hoffe, dass ich demnächst auch auf dem Schiff arbeiten werde.«

Das war unmissverständlich ein Angebot.

Kuno grinste sie fröhlich an.

»Da gratuliere ich Ihnen von Herzen, meine Liebe. Vielleicht sind Sie dann so nett und kümmern sich ein wenig um meinen Freund? Im Augenblick ist er ein trauriger Geselle. Sie dürfen sich aber nicht daran stoßen. Sonst ist er die Betriebsnudel in Person.«

Aber das hatte die Kleine gar nicht hören wollen. Sie machte einen Schmollmund.

»Wollen Sie es sich nicht noch einmal überlegen? Sie könnten die ganze Welt kennenlernen.«

»Da gibt es nichts zu überlegen.«

»Ach so, ich verstehe schon«, gab sie spitz zur Antwort.

»Sie verstehen gar nichts. Ich bin nämlich kein Koch, so einfach ist das.«

»Oh, verzeihen Sie!«

Kuno raffte die Papiere zusammen und schob seinen Freund aus dem Büro. Auf der Straße rügte er ihn tüchtig. »So geht das nun wirklich nicht weiter! Du machst dich doch lächerlich.«

»Ich habe dir doch gesagt, ich bin eine trübe Tasse.«

»Hör zu, hier sind alle Informationen. Und jetzt gehen wir zurück. Du wirst sofort in dein Zimmer gehen und sie studieren. Gleich morgen bringst du deine Bewerbung fort.«

»So schnell?« Dieter erschrak.

»Sonst kannst du doch nicht mehr pünktlich kündigen, und du weißt, wie sich unser Boss anstellt.«

Sie betraten durch den Nebeneingang den Personaltrakt. Für Kuno wurde es jetzt höchste Zeit, sich umzuziehen. Dieter konnte damit noch ein wenig warten. Als er allein war, schlich er zu Astrids Zimmer. Sollte er klopfen? Vielleicht hatte sie es sich doch überlegt?

Aber traurig ging er wieder davon. Nicht einmal dazu reichte sein Mut!


*


Kuno hatte schon ganze Arbeit geleistet. Es gab keinen unter den Hotelangestellten, der nicht wusste, dass Dieter bald auf der Stella Maris seinen Dienst antreten würde. Selbst Astrid erfuhr davon. Sie war enttäuscht. Sieh mal an, dachte sie, und ich hab gedacht, er würde mir noch ein wenig nachtrauern. Schließlich wäre es gar nicht übel, wenn die anderen sähen, wie sehr er leidet.

So war sie ziemlich wütend, als sie Dieter begegnete. »Na, ich habe ja gleich gewusst, dass du ein falscher Kerl bist«, sagte sie in bissigem Ton. »Ich bin wirklich froh, dass ich dich durchschaut habe. Viel Vergnügen! Auf diesem Luxusschiff wird es ja genügend Mädchenherzen geben, die du brechen kannst.«

Der arme Dieter war völlig durcheinander, so dass in der Küche einiges schiefgegangen wäre, wenn seine Kollegen nicht ein wenig Nachsicht geübt und auf ihn aufgepasst hätten.

Am späten Morgen beklagte er sich bitter bei Kuno. Der Freund sei schuld, dass Astrid nun ernstlich böse auf ihn sei. Vorher sei eine Versöhnung noch durchaus möglich gewesen. Doch nun …

Kuno hörte gar nicht hin, nahm ihm die Bewerbung aus der Hand und brachte sie persönlich zur Post.

Dieter versuchte immer wieder neue Anläufe zu Gesprächen mit seiner Liebsten. Aber diese schmollte so gründlich, dass sie sich ihrerseits nun langsam lächerlich machte. Aber das erkannte der unerfahrene junge Mann nicht.

Vier Tage später erhielt er die Nachricht, dass seine Bewerbung als Schiffskoch angenommen war und dass er sich in vier Wochen in Genua einzuschiffen habe.

Man beglückwünschte ihn und wollte zu seinen Ehren ein Abschiedsfest geben. Er war überrascht; ihm war gar nicht bewusst, dass er bei seinen Kollegen so beliebt war.

Kuno bat den Freund: »Wenn eine Stelle als Kellner frei ist, dann schreibe mir sofort. Wahrscheinlich werde ich kommen. Du, dann machen wir eine große Sause! In jedem Hafen eine neue Liebe, das wäre eine großartige Sache«, begann er zu schwärmen.

Dieter seufzte insgeheim und sagte: »Ich werde daran denken.«

Zum Abschluss schaffte er es noch einmal, mit Astrid zusammenzusitzen. Sie spielte die Sitzengelassene und schmollte ein wenig. Sie hatte noch keinen neuen Freund. Diesmal hatte sie sich verrechnet, man wollte mit ihr nichts zu tun haben. Im Gegensatz zu Dieter hatten die anderen sie gleich durchschaut und eine kaltherzige, berechnende Frau lockte niemanden.

Im stillen schalt sie sich selbst, dass sie Dieter so schnell den Laufpass gegeben hatte.

»Wirst du mir schreiben?«, fragte sie.

»Ach, Astrid, ich möchte gar nicht fort. Ich liebe dich noch immer. Das weißt du doch. Du brauchst mir nur ein Wort zu sagen, und ich bleibe. Der Chef hat mir persönlich gesagt, ich könnte jederzeit zurückkommen.« Doch heiraten wollte Astrid nicht. Wenn sie ihn jetzt bat, zu bleiben, dann bedeutete das: ein Leben lang. Da war es doch besser, man hielt ihn sich auf Entfernung warm.

»Nein, nein, das kommt überhaupt nicht in Frage! Das würden sie alle mir nicht verzeihen. Diese Chance kann ich dir nicht nehmen. Kuno würde mein Todfeind werden. Er ist doch dein Freund?«

»Ja, das ist er.«

»Du musst diese Stelle auf dem Schiff annehmen, Dieter. Ehrlich. Wir können es uns ja überlegen. Sicher legt das Schiff auch in Hamburg an; es macht ja auch Nordlandreisen. Siehst du, dann können wir uns doch sehen.«

»Soll das heißen, dass du mir treu bleibst?«

Ihre Augen glitzerten. »Du bist ein lieber Junge, Dieter. Ich werde dir schreiben. Wirklich. Du kannst dich auf mich verlassen.«

Er umfing sie zärtlich. »Ich habe ja gewusst, dass du mich liebst. Du dummes Mädchen, warum bist du nur so schüchtern.«

Er sagte so unendlich viel, dass es Astrid schon wieder zu viel wurde. Sie war froh, als man sie holte. Das Fest sollte seinen Anfang nehmen. Morgen schon würde Dieter im Zug sitzen und nach Genua fahren.

Viele seiner Kollegen beneideten ihn, und so mancher trug ihm auf, sofort zu schreiben, wenn eine Stelle frei würde.

»Also, benimm dich ordentlich und mach keinen Ärger, sonst haben wir nie eine Chance.«

Emil, der kleine Casanova, seufzte: »Wenn ich daran denke, wie viele reiche süße Mädchen auf so einem Pott herumlaufen … Du hebe Güte, wenn ich die Stelle hätte, ich wäre in einem Jahr der Ehemann einer Millionärstochter. Darauf könntet ihr Wetten abschließen.«

Man lachte ihn aus.

»Hier laufen doch auch genug herum. Wir haben aber noch nie gesehen, dass sich eine von diesen sich für dich interessiert hätte, mein Lieber.«

»Ganz einfach, erstens sind in der Regel die Eltern in der Nähe, und zweitens halten sie sich nur kurze Zeit hier auf. Aber auf so einem Luxuspott ist man doch in der Regel vier Wochen unterwegs. Da kommt Langeweile auf, und man sehnt sich nach einem kleinen Abenteuerchen.«

Die anderen schauten ihn ein wenig nachdenklich an.

»Emil, du könntest tatsächlich recht haben. Also, Dieter, wenn du einen Goldfisch an Land gezogen hast, dann denk an uns.«

»Soll ich euch etwa alle in meine Dienste nehmen?«

»Warum nicht?«, grinsten sie.

Nach dieser Feier war Astrid besonders nett zu Dieter. Sie hoffte, bei den anderen wieder mehr Chancen zu haben, wenn die sahen, wie gut sie sich vertrugen.

Doch keiner achtete darauf; sie hatten alle ziemlich viel getrunken.

Nur der arme Dieter litt anschließend Höllenqualen.

In der letzten Nacht in Hamburg war Astrid zärtlich und süß, und es fiel ihm unsagbar schwer, sich früh am Morgen von ihr zu trennen. Doch er musste ja noch die Koffer packen, und Astrid hatte im Frühstückszimmer Dienst.

Kuno erbot sich, den Freund zum Bahnhof zu bringen.

Dieter war gedrückt und traurig, als man Abschied nahm. Sein niedergeschlagener Gesichtsausdruck veranlasste Kuno dazu, ihn zu trösten.

»Mensch, so toll ist Hamburg doch auch wieder nicht, Kleiner. Halt die Ohren steif.«

»Wirst du mir alles über Astrid schreiben?«, bat Dieter.

»Verflixt, wir schicken dich nicht in die Fremde, um von ihr zu träumen. Du sollst sie vergessen!«

»Ich kann nicht, und außerdem …« Doch er konnte den Satz nicht vollenden, der Zug brauste in die Halle, und der Lärm übertönte jedes Wort.

Noch ein fester Händedruck, dann musste er einsteigen.

Viele Stunden lang würde er unterwegs sein.


*


Man schrieb den Monat März; in Genua hatte die Sonne schon ziemlich viel Kraft. Es war schön, hier zu wandern und an nichts zu denken. Die Tage auf dem Schiff waren wieder ziemlich anstrengend gewesen.

Die Ärztin Dr. Laura Leitner stand am Hafenbecken und sah träumerisch auf das Meer hinaus. Manchmal konnte sie es noch immer nicht so recht glauben, dass ihr Leben sich grundlegend geändert hatte. Noch vor nicht allzu langer Zeit war sie Ärztin im Elbkrankenhaus in Hamburg gewesen, wo sie einen sehr guten Job gehabt hatte. Als als ihr Freund und Kollege Michael Krämer zum zweiten Mal für längere Zeit nach Äthiopien wollte, um dort in einem internationalen Ärzteteam zu arbeiten, hatte sie für sich entschieden, auch noch einmal etwas Anderes zu machen. Sie wollte nicht Monate auf ihn warten, sondern in der Zeit eine neue Herausforderung erleben.

Ein Schatten fiel auf sie, sie hob den Kopf und erkannte ihre Freundin, die Krankenschwester Gudrun.

»Na, da bist du ja. Ich habe dich schon gesucht. Wollten wir nicht gemeinsam einen Stadtbummel unternehmen?«

»Ach, das hatte ich völlig vergessen«, entschuldigte sich die Ärztin.

»Woran hast du denn gerade gedacht?«

»An Annagret!«

»Um die brauchen wir uns jetzt keine Sorgen mehr zu machen. Die ist doch endlich frei von ihrer Bürde und wird ihren Weg gehen.«

»Seltsam«, sagte Dr. Leitner, »manchmal habe ich das Gefühl, als seien sie mir ans Herz gewachsen. Es ist doch komisch, findest du nicht auch?«

»Ich kann dir im Augenblick nicht gut folgen. Was soll komisch sein?«, fragte Gudrun.

»Nun, man wird – eigentlich doch ungewollt – mit den Schicksalen einiger Passagiere konfrontiert. Eigentlich habe ich mir alles ganz anders vorgestellt. Und wenn eine Reise dann beendet ist, bin ich jedes Mal wieder traurig.«

»Warum?«

»Wenn man sich an sie gewöhnt hat, mit ihnen vertraut geworden ist, verlassen sie uns. Wir verlieren sie aus den Augen.«

»Aber dafür lernen wir immer wieder neue Menschen kennen. Ich finde das aufregend.«

»Komm, lass uns hier nicht träumen, gehen wir jetzt einkaufen. Ich brauche unbedingt ein paar neue Kleider. Man zieht sich ja auf dem Schiff ständig um.«

»Und was man auf dem Schiff kaufen kann, das ist ganz hübsch teuer«, vollendete Gudrun den Gedanken.

Bald waren sie in Genuas City untergetaucht und dachten nicht mehr an die Stella Maris und ihre Gäste. Sie waren mit dem Einkäufen so intensiv beschäftigt, dass sie darüber Zeit und Stunde vergaßen. Da in südlichen Ländern die Läden abends sehr lange geöffnet haben, war es schon fast dunkel, als sie endlich wieder auf dem Rückweg waren.

»Na, was macht denn dein Freund?«, fragte die Krankenschwester jetzt.

Laura blieb stehen. »Wer? Michael?«

»Nun, dein ganz spezieller Freund, meine Liebe. An Bord der Stella Maris

Die Ärztin grinste. »Du meinst doch nicht etwa unseren kostbaren Daniel Brecht?«

»Und ob ich ihn meine!«

»Oh, wir haben im Augenblick Waffenstillstand.«

»Tatsächlich?«

Die Krankenschwester lachte. Sie konnte sich diese Vertrautheit mit der Ärztin leisten, weil sie schon seit langer Zeit zusammenarbeiteten und Freundschaft geschlossen hatten. Auch wenn die Ärztin auf dem Offiziersdeck lebte, hörte sie nicht auf, Gudrun als ihre Freundin zu betrachten.

Laura Leitner war ein sensibles, stilles Geschöpf. Sie brauchte Menschen, auf die sie sich verlassen konnte. Doch sie besaß auch eine gesunde Portion Humor. Auf dem Schiff hatte sie gelernt, aus sich herauszugehen. Aber ihr Gerechtigkeitssinn war stark ausgeprägt, und so blieb es nicht aus, dass sie oft aneckte. Da der Kapitän auf ihrer Seite stand, genoss sie seine volle Unterstützung, wenn sie einmal etwas Außergewöhnliches durchsetzen wolle.

»Ich denke gerade daran, wie wir uns damals kennengelernt haben. Ich glaube, Brecht hat mir das bis heute noch nicht verziehen.«

»Seine eigene Schuld. Er braucht nicht gleich jeden anzuschnauzen. Und dass du auch noch die Ärztin warst, nun, das hat ihm den Rest gegeben.«

»Ich fürchte, er hält immer noch nicht sehr viel von mir«, sagte die Ärztin lachend.

»Der Erste Offizier soll sich vorsehen! Es könnte einmal der Augenblick kommen, wo er dich braucht, Laura. Weißt du was, dann werden wir uns rächen.«

»Aber Gudrun, wir doch nicht! Wir sind doch so edle, selbstlose Geschöpfe!«

Sie lachten schallend.

Inzwischen waren sie mit ihren vielen Paketen am Kai angekommen. Wie ein riesiger Wasservogel lag die schneeweiße Stella Maris im Hafenbecken. Man war noch dabei, sie zu beladen. Es war vorgesehen, morgen um achtzehn Uhr abzulegen. Bis dahin würden die neuen Gäste an Bord sein.

Die beiden Frauen wollten gerade das Schiff betreten, als sie von hinten angestoßen wurden. Sie konnten noch von Glück reden, dass ihre Pakete nicht ins Wasser gefallen waren. Sie lagen weit verstreut zu ihren Füßen; einige hatten sich in ihre einzelnen Bestandteile aufgelöst. Aber außer ihren Einkäufen lagen dort merkwürdigerweise noch

mehr Pakete und auch zwei Koffer. Und als sie jetzt die Bescherung empört betrachteten, entdeckten sie auch ein Paar in die Luft ragende Beine, die in braunen Schuhen steckten.

Gudrun bog sich vor Lachen.

Laura war gar nicht lustig zumute. Auch nicht, als sie entdeckte, wohin diese Beine führten. Der Rest des menschlichen Körpers befand sich unter einem unförmigen Koffer und stöhnte laut.

Laura vergaß ihre gute Erziehung und schimpfte: »Also, das ist doch wirklich die Höhe! Man sollte sich gründlich schämen, harmlose Frauen von hinten anzufallen! Ja, in drei Teufels Namen, was haben Sie sich nur dabei gedacht? Können Sie denn nicht aufpassen? Haben Sie keine Augen im Kopf? Also wirklich, ich könnte sehr, sehr zornig werden, wenn ich …«


*


In diesem Augenblick erschien ein Männerkopf zwischen den Koffern. Schallendes Gelächter ertönte vom Schiff her. Wütend schaute Laura nach oben, und erkannte über der weißen Reling das Gesicht des Ersten Offiziers.

»Hören Sie auf zu lachen!«, fuhr sie ihn wütend an.

»Aber, aber, Frau Doktor, ich habe gedacht, Sie benehmen sich immer gesittet und geraten nie in Wut.«

Schuldbewusst blieb ihr eine Erwiderung im Halse stecken.

Gudrun brauchte sie gar nicht mehr in die Seite zu stoßen. Sie wusste selbst, was dieser »Unmensch« damit sagen wollte. Oh, dass ihr das passieren musste! Auch noch vor den Augen des Ersten Offiziers! Verflixte Situation. Vielleicht wäre das alles nicht passiert, wenn sie sich nicht noch vor kurzem darüber lustig gemacht hätten.

Brecht stand schadenfroh an der Reling und wäre wohl noch sehr lange auf seinem Beobachtungsposten geblieben, wenn man ihn nicht gerufen hätte.

Dr. Leitner fühlte, wie ihre Wut verging. Aber damit war die Sache noch nicht abgetan. Schließlich lag der Unglücksmensch noch immer zwischen all den Sachen und konnte sich anscheinend nicht allein befreien.

Gudrun war schon dabei, all die Siebensachen zusammenzusuchen und aufeinander zu stapeln. So kam sie endlich an den Mann heran.

Mit hochrotem Kopf tauchte er unter seinem Koffer hervor.

Und sogleich stotterte er los: »Es tut mir ja so schrecklich leid … ich … also … ich dachte … ich …«

»Können Sie überhaupt einen klaren Satz über Ihre Lippen bringen?«, fragte Dr. Leitner ärgerlich.

Um den Unglücksraben – es handelte sich um keinen anderen als um den liebenswerten Dieter – war es nicht gut bestellt. Und dann dachte er auch noch: Diese dumme Pute soll sich bloß nichts einbilden. Sicher ist sie auch nur eine kleine Angestellte. Was hat Kuno mir eingetrichtert? Lass dich von keiner Frau einschüchtern. Im Grunde genommen wollen sie beherrscht werden. Merk dir das! Wenn du dich weich gibst, dann hast du gleich nichts zu lachen, und du bist in ihren Augen ein Hampelmann.

Leider begann Dieter gleich hier, Kunos Ratschläge zu befolgen.

»Stellen Sie sich bloß nicht so an! Das kann jedem passieren. Sie hätten ja auch aufpassen können.«

Laura und Gudrun schauten den Mann sprachlos an.

»Das ist ja wirklich die Höhe …«

»Sicher sind Sie hier auch eingestellt worden?«, tat er sich groß.

»Allerdings«, sagten sie mit spitzer Zunge. Auch jetzt merkte er nicht, wie tief er sich in der Sache verrannte …“

»Ich bin der neue Koch«, brüstete er sich.

Dieter kam sich zwar ein wenig dumm dabei vor, sich so ganz anders zu geben, als es seiner Natur entsprach. Es war gar nicht einfach. Aber Kuno hatte recht, er musste endlich aufhören, sich selbst zu bejammern. Er war jemand! Selbst Astrid hatte das eingesehen.

Leider zeigten sich die beiden Damen gar nicht beeindruckt, als er sich vorstellte. Sie sahen sich nur fröhlich an, ergriffen ihre Pakete und gingen davon.

Dieter lief ihnen hastig nach.

»Halt, das können Sie doch nicht machen. Sie können mich doch nicht einfach im Stich lassen. Sie müssen mir doch zumindest sagen, wo man sich auf diesem Riesenkasten zu melden hat.«

»Sollen wir?« Frau Dr. Leitner hatte ihren Humor wiedergefunden.

»Tun wir ihm den Gefallen«, lenkte Gudrun ein.

»Also?«, fragte Dieter ungeduldig.

»Melden Sie sich beim Zahlmeister. Dort waren wir auch schon. Und wenn Sie lesen können, dürfen Sie ihn nicht verfehlen. Der Weg zu seinem Büro ist ausgeschildert.«

»Danke«, sagte Dieter und entfernte sich von den vier spöttischen Augen. Den beiden habe ich es aber jetzt gegeben, dachte er. Kuno wäre direkt neidisch, wenn er mich in diesem Augenblick hätte sehen können.

Dr. Laura Leitner aber sagte lachend zu Gudrun: »Ich habe wirklich das Pech, immer als kleine Angestellte eingeschätzt zu werden. Selbst von einem Superkoch.«

»Wieso bist du der Ansicht, dass der ein Superkoch ist?«

»Nun, so wie er sich vorgestellt hat, ist er doch bestimmt ein Ersatz für Carlos!«

»Heißt so unser Chefkoch?«

»Ich glaube zumindest. Chefköche heißen immer Carlos«, meinte Laura.

»Na ja, ich finde, es wird eine heitere Sache werden. Ich kann mir denken, dass wir dem armen Unglückswurm noch des öfteren begegnen werden.«

»Wenn er die Absicht hat, mich jedes Mal umzurennen, dann verzichte ich darauf.«

»Wenn ich ihn nachher sehe, soll ich ihn darauf aufmerksam machen, wer du bist?«, fragte die Krankenschwester.

»Nicht nötig!«, rief die Ärztin lachend. »Lassen wir ihn in seinem Glauben, sonst bekommt der Arme noch Minderwertigkeitskomplexe und glaubt, er müsse sich noch bei mir entschuldigen. Darauf lege ich keinen Wert.«

»Aber er ist doch ein hübscher Junge«, gab Gudrun zu bedenken.

»Geschenkt! Du kannst ihn haben.«

Gudrun nahm lachend ihre Pakete auf.

»Bis morgen!«, rief sie ihrer Freundin zu.

»Ich habe jetzt genug damit zu tun, diesem Scheusal aus dem Weg zu gehen. Zumindest heute. Morgen ist ein neuer Tag; die neuen Passagiere kommen, und er wird den Vorfall vergessen haben.«

»Bist du dir da so sicher?«, zweifelte Gudrun.

»Leider nein.«

Lachend ging die Krankenschwester zum Fahrstuhl.


*


Seit Laura die Stelle als Schiffsärztin auf der Stella Maris angenommen hatte, stand sie mit dem Ersten Offizier auf Kriegsfuß.

Jetzt dachte sie, diesen Triumph werde ich ihm nicht geben. Er soll nicht denken, das Vorgefallene könnte er mir ankreiden.

Die junge Ärztin begab sich mit ihren Paketen in ihre Luxuskabine. Heute waren sie noch unter sich. Viele Angestellte hatten Landurlaub. Selbst der Kapitän war diese Nacht nicht an Bord. So wurde den Anwesenden kulinarisch nicht viel geboten, das hatte die Küche bereits angekündigt.

Die beiden Freundinnen hatten in Genua gespeist, so dass sie jetzt keinen großen Hunger mehr spürten. Um Dieter Konrad nicht in die Arme laufen zu müssen, beschloss sie, heute Abend Diät zu halten und nichts mehr zu essen.

Zwar wurde es ihr bald recht langweilig in der Kabine, doch sie erinnerte sich an ihre Bücher.

Sie war noch nicht bis zur fünften Seite gekommen, als es an ihre Kabinentür klopfte. Laura überlegte. Gudrun kam nie hier herauf. Sie konnten sich ja über Telefon verständigen. Da keine Passagiere an Bord waren, und auch der Kapitän nicht, mit dem sie sich gern unterhielt, konnte es nur einer sein: Brecht.

Sie machte sich nicht bemerkbar.

Und dann hörte sie auch schon seine Stimme: »Frau Doktor, darf ich Sie zum Dinner einladen? Anschließend könnten wir vielleicht noch einen kleinen Hafenbummel unternehmen. Morgen befinden wir uns ja wieder auf offenem Wasser, also sollten wir die Gelegenheit nutzen. Was halten Sie davon?«

Laura reagierte nicht.

Brecht klopfte noch einmal; dann entfernte er sich lachend.

Sie würde es ihm heimzahlen.


*


Inzwischen hatte sich der Koch bis zum Zahlmeister durchgefragt. Von diesem bekam er die Schlüssel für seine Kabine und die Anweisung, sich noch heute beim Chefkoch zu melden.

Also begann die Suche von neuem. Wie die meisten Passagiere war er von der Größe des Schiffes überrascht. Für ihn war das ein kleines selbständiges Imperium.

Schließlich fand er die Küche und die Bäckerei. Aber zuerst wollte er seine Kabine aufsuchen, um die Gepäckstücke loszuwerden. Auf dem A Deck befanden sich tief im Bauch des Schiffes die Kabinen der Angestellten. Nummer 526 sollte sein Domizil werden. Hoffentlich würde er nicht vergessen, wo es lag. Doch dann entdeckte er, dass sein Zimmer nicht weit vom Filmtheater entfernt war. Das müsste er sich doch merken können.

Die Kabine war hübsch und zweckmäßig eingerichtet. Schließlich mussten sich auch die Angestellten wohl fühlen, sonst würden zu viele kündigen und ständiger Personalwechsel war in keinem gut geführten Hause gern gesehen. Also genoss auch die Besatzung viele Annehmlichkeiten. Nur die Oberdecks, die ausschließlich den Passagieren der Luxusklasse vorbehalten waren, durfte sie nicht betreten. Es sei denn, sie hatten dienstlich dort oben zu tun. Aber das alles stand in den Anweisungen, die Dieter noch durchlesen musste. Er ahnte ja nicht, wie wichtig es war, sich als erstes damit vertraut zu machen. Doch Dieter Konrad drängte es, die Küche und seinen neuen Chef kennenzulernen.

Aber während er sein Gepäck auf dem Bett ablegte, geisterten ein Paar braune Augen vor seinem Gesicht. Er fühlte, wie sein Puls schneller ging. Zu seiner grenzenlosen Verwunderung merkte er, dass es nicht Astrids Augen waren, die er da sah. Nein, sie standen in einem zarten, schmalen Gesicht auch wenn sie im Augenblick ein wenig spöttisch dreinschauten. Er schluckte heftig, musste sich erst einmal auf den einzigen Stuhl in der Kabine setzen und kratzte sich nachdenklich am Kopf.

»Das darf doch nicht wahr sein«, murmelte er erschrocken. »Nein und nochmals nein, ich möchte das nicht!«

Doch der junge Koch kannte sich selbst gut genug, um zu wissen, was die Stunde geschlagen hatte.

»Ich will mich nicht wieder verlieben, nein. Außerdem, ich darf es gar nicht, Astrid liebt mich doch. Sie hat es mir gesagt. Ich liebe Astrid, Astrid, Astrid!«

Er konnte noch so oft ihren Namen aussprechen, er zeigte keine Reaktion. Vor wenigen Stunden wäre er noch heftig erregt gewesen und hätte sofort sein kummervolles Herz gespürt. Aber so?

Die braunen Augen hielten ihn gefangen!

»Nein!«

Er hatte sie unhöflich behandelt, hatte geglaubt, sich als Mann gezeigt zu haben. Kuno hat nicht recht, dachte er wütend. Aber wie konnte er auch ahnen, dass er sich in dieses Mädchen verlieben würde, gleich bei Antritt seiner neuen Arbeitsstelle. Das durfte nicht sein! Aber er würde nicht so schnell davon loskommen.

»O je!«, jammerte er vor sich hin.

Doch dann erinnerte er sich wieder daran, was der Zahlmeister ihm gesagt hatte. Also begab er sich wieder auf das Atlantikdeck. Hier befanden sich die Kabinen der Passagiere, die in der dritten Klasse reisten.

Als er die Küche betrat, staunte er über deren Größe. Sie machte jeder Hotelküche Konkurrenz, auch mit ihrer perfekten Einrichtung. Der einzige Unterschied war wohl, dass hier alle Tische und Flächen hochstehende Kanten hatten. Schließlich musste man ja auch in der Küche mit Sturm rechnen, und dann sollte nicht gleich alles durch die Luft wirbeln.

»Hast dich wohl verlaufen, Kumpel? Willst du nach unten in den Maschinenraum?«

Ein junger Mann sprach ihn an.

»Nein, ich bin der neue Koch. Ich soll mich hier melden.«

»Ach nee, das ist ja fein. Dann komm mal mit. Carlos wartet schon auf dich. Aber ich sage dir gleich, mit dem ist nicht grad gut Kirschen essen.«

»Warum nicht?«, fragte Dieter neugierig.

»Weil er der Boss, ist und auch noch heißblütiger Spanier.«

»Ach du lieber Gott«, stöhnte Dieter ahnungsvoll auf.

Carlos war eine wuchtige Persönlichkeit. Dass er überhaupt auf einem normalen Sessel Platz fand, war ein kleines Wunder.

Dieter stellte sich vor und wurde vom Chefkoch eingehend geprüft. Er musste sich umdrehen und seine Papiere zeigen. Carlos grunzte ein wenig, was wohl bedeutete, dass er zufrieden war.

»Sie werden zuerst für die Abteilung Kartoffeln eingesetzt, mein Lieber.«

»Aber ich …«

»Nichts da! Ich hoffe, Sie entsprechen den Anforderungen. Und glauben Sie nicht, wir wären langweilig! Wir verlangen von unseren Köchen Phantasie, mein Lieber. Aber Sie werden jemanden bekommen, der Sie drei Tage lang einweist, dann müssen Sie selbständig arbeiten.«

Die großen Hände flatterten durch die Luft. Das hieß, er war entlassen.

Günter, so hieß der Soßenkoch, lehnte in der Nähe an der Tür und blickte lachend in das verwirrte Gesicht des Neuen.

»Zu Anfang war ich ebenso blöd, ehrlich. Aber du wirst es schon merken. Du kannst hier ’ne Menge lernen. Und wenn du zwei Jahre durchhältst, dann reißen sich alle Häuser um dich. Also, denk immer daran, dass man dich schon angenommen hat. Das besagt, dass du schon ein ausgezeichneter Koch bist; sonst hättest du diese Stelle nicht bekommen. Schließlich zahlen sie ja auch ein sehr gutes Gehalt. Aber nach zwei Jahren bist du nicht nur ein guter Koch, sondern ein ganz exzellenter! Verstehst du?«

»Und wie lange bist du schon hier?«

»Drei Jahre!«

Dieter hob die Augenbrauen.

»Mir gefällt es hier. Ich spare, was ich kann, und in zwei Jahren werde ich ein eigenes Lokal eröffnen.«

»Davon träumt wohl jeder«, gab Dieter zu bedenken.

»Aber nicht alle schaffen es«, ergänzte Günter und fragte dann: »Soll ich dir das Schiff zeigen?«

»Das wäre nicht schlecht.«

Unterwegs versuchte Dieter herauszufinden, wer jene junge Dame war, mit der er zusammengestoßen war. Aber seine Beschreibung war nicht sonderlich genau, so dass ihm Günter auch nicht weiterhelfen konnte. Als man die Räume der Angestellten betrat, war »Sie« nicht dort. Doch halt – da entdeckte er die andere junge Dame. Sie saß mit anderen Schwestern an einem Tisch; sie unterhielten sich. Schwester Gudrun hatte ihn gar nicht bemerkt. Jetzt stand er an ihrem Tisch.

»Verzeihung«, sagte er leise.

Gudrun blickte auf.

»Ach, unser Koch! Jetzt brechen für uns goldene Zeiten an«, sagte sie lachend.

Er merkte, wie ein leichtes Rot aus seinem Kragen aufwärts kroch.

»Was wünschen Sie?«

»Können Sie mir sagen, wo ich Ihre Freundin finden kann?«

Das war direkt. Dieter staunte über seinen eigenen Mut. Aber hatte Kuno nicht gesagt: Du musst den Stier bei den Hörnern packen, dann wird er klein. So musst du die Frauen behandeln: direkt auf sie zugehen.

Vor zwei Stunden hatte Dieter sich geschworen: Hier auf dem Schiff will ich alles ganz anders machen. Hier kennt keiner den schüchternen Dieter. Hier werde ich ein Held sein! Was hat Günter eben gesagt: Ich bin schon jemand. Das soll ich mir immer selbst sagen.

Schwester Gudrun sah ihn überrascht an.

»Ach, ich verstehe. Sie möchten sich bei ihr entschuldigen, nicht wahr?«

Ein hochmütiger Blick traf die Schwester. »Ich wüsste nicht, warum ich mich entschuldigen sollte. Aber wenn sie darauf wartet, nun, ich bin nicht kleinlich. Aber das ist nicht der wirkliche Grund.«

»Nein?«

Gudrun bekämpfte tapfer das Lachen, das sich ihr aufdrängte.

»Bitte, sagen Sie mir jetzt, wo sich ihre Kabine befindet. Ich habe nicht viel Zeit, verstehen Sie.«

»Natürlich verstehe ich das, Sie sind ja unser Koch.«

Diese spitze Bemerkung überhörte er geflissentlich.

Gudrun ergötzte sich an Dieter Konrad, zeigte das aber natürlich nicht. Sie hatte schon begriffen. Oh, das konnte ja lustig werden.

»Tut mir leid, im Augenblick können Sie meine Freundin nicht besuchen.«

»Warum nicht?«

»Sie ist noch einmal an Land gegangen. Ich kann Ihnen wirklich nicht sagen, wohin. So intim sind wir nun auch wieder nicht, dass sie mir Rechenschaft ablegen muss . Aber wenn Sie möchten, werde ich ihr erzählen, dass Sie sie gesucht haben, Herr Koch.«

»Nein danke«, sagte er trocken.

Sein Herz bebte. Schlange, dachte er wütend, mit dir werde ich schon fertig. Er war selbst erstaunt über seinen Mut. Vielleicht machte das die Seeluft? Hatte Kuno ihm nicht prophezeit, auf dem Schiff würde alles anders sein? Alles! Du wirst sehen, du wirst ein ganz neuer Mensch werden, hatte Kuno gesagt.

Der Freund war wirklich ein kluger Mensch. Gleich morgen wollte er ihm schreiben, dass er bereits jetzt ganz anders geworden sei. Schade, dass Kuno nicht hier war. Er wollte doch bei Gelegenheit den Zahlmeister fragen, ob sich da nichts machen ließ.

Dieter ging davon.

Gudrun blieb noch eine Weile bei den Schwestern sitzen, doch dann erhob sie sich.

»Ich gehe jetzt schlafen«, sagte sie. »Bis morgen.«


*


Sie war tatsächlich eingedöst. Über dem Buch! Sie schrak auf, als das Telefon läutete. Laura sah auf die Uhr und stellte fest, dass gerade erst zweiundzwanzig Uhr war.

»Na, so was«, dachte sie, »werde ich schon alt? Sonst beginnt doch um diese Zeit erst das Bordleben, und ich bin voll dabei.

Das Telefon surrte unaufhörlich weiter.

Zuerst wollte sie es ignorieren, weil sie glaubte, der Erste Offizier wolle sie verspotten. Aber dann sagte sie sich: Diesen Triumph lässt er sich doch nicht nehmen, er wird sich erst großtun, wenn er mir gegenübersteht.

Also nahm sie den Hörer ab.

Details

Seiten
120
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783738924770
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v453224
Schlagworte
veronikas geheimnis laura leitner internistin leidenschaft band

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Titel: Dr. Laura Leitner #6 – Internistin aus Leidenschaft