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Chaco 53: Das Geheimnis des Don

2018 120 Seiten

Leseprobe

Das Geheimnis des Don

Western von Carson Thau


Der Umfang dieses Buchs entspricht 103 Taschenbuchseiten.


Als das Halbblut Chaco im „Haus der Geister“, einem heiligen Bezirk der Indianer, unterwegs ist, wird er von Apachen überfallen und verwundet. Einem alten Stammesaberglauben zufolge darf sich in diesem Gebiet kein Lebewesen aufhalten, wer dagegen verstößt, wird in der „Nacht des weißen Mondes“ getötet. Der bewusstlose Chaco wird von Don Juan und dessen Tochter Conchita gefunden und zu ihrer Mine gebracht. Der alte Mexikaner will dort angeblich Gold gefunden haben, das er von Hopi-Indianern, die er wie Sklaven hält, abbauen lässt. Da sich diese Mine auch in dem heiligen Gebiet befindet, sind sie bald von Apachen umzingelt ...


Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author

© Cover by Edward Martin, 2018

© dieser Ausgabe 2018 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

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postmaster@alfredbekker.de



Die Hauptpersonen des Romans:

Don Juan — Die Suche nach Gold hat ihm die Sinne getrübt.

Conchita — Die Tochter des Don Juan erkennt die Gefahr, in der ihr Vater schwebt — doch der schlägt ihre Warnungen in den Wind.

Brandiger Bauch — Der Medizinmann der Hopis ist bereit, seinen ganzen Stamm für ein paar Flaschen Whisky zu verkaufen.

Chaco — Man hindert ihn daran, sein Leben und das anderer aus einer tödlichen Situation zu retten.



1

Der Laden roch nach Kaffee, Lederfett und Tabak. Nur spärliches Licht sickerte durch die dreckverklebten Jutevorhänge in den staubdurchwirbelten Verkaufsraum. Chuckhue Forley, der Besitzer, kletterte gerade auf einen wackeligen Hocker, um mehrere Dosen rote Bohnen aus dem obersten Wandregal zu holen. Er warf einen kurzen Blick über die Schulter den dritten schon, seit er sich aufgemacht hatte, den Hocker zu holen und fasste seinen Kunden in die Augen, zwei, höchstens drei Sekunden länger hätte er sich nicht getraut. Der Mann war ihm unheimlich. Chuckhue fragte sich die ganze Zeit, ob es ein „wirklicher“ Indianer war, denn vor „wirklichen“ Indianern war man in Gila Bend immer auf der Hut und vor allem in der letzten Zeit.

„Mach schon“, sagte der Kunde. „Und verdreh dir meinetwegen nicht den Hals. Leuten wie dir hab ich noch nie was getan solange sie mich in Ruhe ließen.“

„Ganz recht, Sir“, sagte Chuckhue und wäre dabei fast vom Hocker gefallen. „Nur noch schnell Ihre Bohnen.“

Der Mann brummte etwas Unverständliches. Außer ihm und Forley befand sich niemand im General Store von Gila Bend. Es war Mittag, und die Leute hatten sich vor der brennenden Hitze in ihre dickwandigen Adobe-Lehmhäuser zurückgezogen.

Forley reckte sich auf die Zehenspitzen und hantierte aufgeregt zwischen den Dosen. Sein Kunde beobachtete ihn ohne besonderes Interesse. Er war ein sechs Fuß großer Mann, kräftig gewachsen mit breiten, sehnigen Schultern und muskulösem Oberkörper. Das schwarzblaue Haar trug er schulterlang unter einem hohen Calispelhut. Sein Gesicht wies mongolische Züge auf, genug, um Leute wie Chuckhue Forley zu ängstigen doch für die Indianer war er ein „Mann ohne Farbe“. Weiße, die stolz auf ihre Hautfarbe waren, für die sie nichts konnten, nannten ihn manchmal „Bastard“. Das Schimpfwort regte ihn nicht mehr besonders auf sowenig wie das Kläffen eines Straßenköters. Trotz dem fand sich niemand, der es ihm gegenüber zweimal gebraucht hätte. Sein Name war Chaco, und er hielt sich nur für kurze Zeit in Gila Bend auf, um sich für die Weiterreise einzudecken.

„So“, sagte Forley, nachdem er von seinem Hocker heruntergeklettert war und drei Dosen Bohnen auf dem Ladentisch abgestellt hatte, „jetzt hätten wir alles.“ Er kramte einen Kreidestummel aus seiner Hosentasche und zählte auf dem Ladentisch zusammen. „Ein Pfund Zucker, ein halbes Pfund Salz, drei Pfund Dörrfleisch, fünf Pfund Brot, drei Dosen Bohnen, ein Beutel Tabak macht fünf Dollar sechzig.“ Zufrieden blickte er von seinem Gekritzel auf. „Halt fünf Dollar dreiundsechzig. Drei Cents für die Papierchen.“

Chaco zögerte mit dem Bezahlen.

„Ist was?“, fragte Forley misstrauisch. „Haben Sie vielleicht kein Geld?“ Dann räusperte er sich und versuchte, unerbittlich auszusehen. „Kredit gibt’s bei mir nicht.“

Chaco achtete nicht weiter auf die Worte des Ladenbesitzers. Vermutlich hatte er sein ganzes Geschäft auf Pump zusammengekauft.

Forleys Augen jagten nervös hin und her. Er sah sich bereits als Opfer eines Raubüberfalls. Ganz wie Matthew Crook in Kissimee fünfzig Meilen weiter nördlich. Erst heute Morgen hatte er davon im „Pirna County Bügle“ gelesen. Der Reporter hatte gemeint, es wären zweifelsohne Indianer gewesen. Der Sheriff war noch damit beschäftigt, die „nötigen Beweise zusammenzutragen“.

Erleichtert sah Forley einen Schatten im Eingang auftauchen. „Hank! Komm doch rein! Womit kann ich dienen!?“

Ein gutmütiger Riese kam mit ein gezogenem Kopf durch die Tür. Sein Gesicht war voller Rasierschaum und er druckste verlegen vor dem Ladentisch herum.

„Wie siehst du denn aus?“, sagte Forley und näherte sich ihm vorsichtig, ohne Chaco aus den Augen zu lassen.

„Ach, weißt du“, sagte der Mann verlegen, „heute kommen doch Schauspieler hierher. Und da hat Laurie gemeint, es wär ’ne ganz gute Idee, wenn wir’s uns anguckten. Wann kriegt man denn so was mal zu sehen? Ich soll mich aber rasieren, hat Laurie gemeint. Und da hab ich das Messer beim Aufklappen abgebrochen. Kannst du mir schnell ein neues geben?“

„Hm.“ Forley holte ein Rasiermesser aus dem mittleren Wandregal und reichte es Hank. „Ein Dollar fünfzehn.“

Der Riese griff schnell nach dem Messer und steckte es ein. „Hör mal, Chuckhue“, sagte er dann im gleichen kläglichen Tonfall, „Laurie kommt am Monatsanfang und bezahlt. Schreib’s doch bitte zu den anderen Sachen.“

Forleys Augen zuckten nervös zu Chaco, dann wieder zu Hank. Sie maßen seine ganze, kräftige Erscheinung. „Gut“, sagte er dann schnell. „Hank, könntest du vielleicht noch einen kurzen Moment hierbleiben. Ich ...“

„Vielen Dank“, sagte der Riese hastig und lächelte, dass sich der Rasierschaum um seine Mundwinkel kräuselte. „Sei mir nicht böse, Chuckhue, aber ich muss schnell wieder zurück. Laurie wartet.“ Die letzten Worte waren schon im Freien gesprochen.

„Hank!“, rief Forley ihm lahm nach. „Man will mich ...“ Seine Stimme versagte.

Zitternd wandte er sich zurück an Chaco. „Wo ...wollen Sie vielleicht auch Kredit haben, Sir?“

„Ich dachte, den gibt’s hier nicht“, sagte Chaco.

„Ei...eigentlich ja auch nicht. Nur manchmal, in ganz bestimmten Fällen ...“

„Quatsch nicht, gib mir lieber eine von den Wasserflaschen, die da hinten am Pfosten hängen. Ich werde dich schon bezahlen.“

Forley holte eine der Flaschen. „Vier Dollar.“

„Vier Dollar?“

„Ja. Die Flaschen es ist eine besondere Idee von mir sie sind alle mit Whisky gefüllt ei...ein Sonderangebot und eine nette Geschenkidee.“ Forley verlieh dem Wort Whisky eine besondere Färbung, als ob er damit jeden „Indianer“ auf seine Seite ziehen könnte.

„Marke Eigenbau, dein Whisky was?“

„Ja. Das Beste vom Besten.“

„Spiritus, Kautabak, Melasse und das unvergleichliche Wasser aus der Kloake von Gila Bend. Hör zu, Freundchen, ich zahle dir einen Dollar für die Flasche obwohl die Verarbeitung mies ist.“

„In Ordnung“, presste Forley hervor. Er schien einem Herzanfall nahe. Doch plötzlich hellte sich sein Gesicht auf. Wieder hatte jemand den Laden betreten. „Ramon!“, rief er flehend. „Schnell! Helfen Sie mir! Der Indianer hier will mich ausrauben! Er ist wahrscheinlich der gleiche wie der in Kissimee!“

Der junge Mexikaner, der eingetreten war, wirkte eher besonnen. Chaco glaubte nicht, dass er sich von der Panik Forleys anstecken lassen würde. Zufrieden schmauchte er eine Pfeife und beobachtete das Halbblut aufmerksam.

„Ramon! Tu doch was! Er will mich töten!“ Forley geriet völlig außer sich.

„Hier!“, sagte Chaco schließlich laut. „Kannst du darauf rausgeben?“ Er hielt dem angstvoll zurückzuckenden Forley einen kleinen Goldbarren entgegen.

„Ah wie viel ist das wert?“

„Zwanzig Dollar.“

Der Ladenbesitzer blickte den jungen Mexikaner fragend an. Dieser nickte.

Schnell griff Forley nach dem Barren. Dann hielt er plötzlich schweißüberströmt inne. „So viel hab ich nicht in der Kasse.“

„Dann gib wieder her“, sagte Chaco.

„N...nein, ich werde schnell zur Bank rüberrennen und wechseln.“

„Die Bank hat zu“, sagte der Mexikaner, der Ramon hieß.

„Man könnte dann ja vielleicht ... ich meine ...“ Forley dachte angestrengt nach. Es schien ihm körperliche Schmerzen zu bereiten, sich wieder von dem Gold trennen zu müssen.

„Ich werde es für dich wechseln“, sagte Ramon schließlich und zog eine pralle Geldbörse hervor. „... fünfzehn, sechzehn, siebzehn ...“ Er zählte Forley Ein-Dollar-Noten auf den Ladentisch.

Zögernd rückte Forley den Barren heraus. Ramon drehte ihn mit Interesse vor seinen Augen. Dann warf er einen undeutbaren Blick auf Chaco. „Darf ich Sie zu einem Whisky einladen, Señor?“

Chaco schwieg.

Ramon wandte sich an Forley. „Gib mir für fünfzig Cent Pfeifentabak. Und nicht deinen eigenen. Ich will eine unangebrochene Packung.“

„Sofort.“ Forley raffte hastig die Banknoten vor sich zusammen. Dann brachte er den Tabak. „Darf es sonst noch etwas sein, Ramon?“

Der Mexikaner schüttelte den Kopf und strich wortlos das Wechselgeld ein. Dann wandte er sich zum Gehen. In der Tür drehte er sich noch einmal um. Der gleiche undeutbare Blick traf Chaco.

„Sie finden mich im Riverside Saloon gleich gegenüber. Hasta la vista!“



2

Der Riverside Saloon war nichts besonderes ein Bierausschank mit angebautem Plumpsklo. Harris G. Harris, der Barkeeper, dem noch niemand den Namen des Besitzers hatte entlocken können, trug seinen kahlen Kopf wie einen roten Luftballon hinter dem Ausschank auf und ab. Obwohl kaum Gäste anwesend waren, verstand er es, den Eindruck zu erwecken, überbeschäftigt zu sein.

„Was darf’s sein?“, fragte er Chaco barsch. „Bier oder Whisky? Zack, zack ich hab keine Zeit.“

„Bier“, sagte Chaco. „Aber schnell.“ Harris G. Harris blickte ihn verdutzt an.

„Was haben Sie gesagt?“

„Beeilen Sie sich, Mann“, sagte Chaco. „Zeit ist Geld.“

„Hören Sie mal, das ist hier mein Saloon. Zumindest bin ich der Barkeeper. Keiner schreibt mir vor, wie schnell ich zu arbeiten habe.“

„Und das hier ist mein Geld“, sagte Chaco und legte eine Dollarnote auf den Tresen. „Ich bezahle für mein Bier, und keiner schreibt mir vor, wie schnell ich es trinke oder bestelle, klar?“

Nicht weit entfernt von Chaco lachte ein Mexikaner auf. Er saß am gleichen Tisch mit Ramon. „Leg dich besser nicht mit Harris an, Amigo“, rief er lachend. „Er sitzt am längeren Hebel am Zapfhahn.“

Die paar Männer, die verstreut an einzelnen Tischen saßen, stimmten in das Lachen ein.

Ramon hatte sich inzwischen erhoben und Chaco höflich an den Tisch gebeten. Sobald das Halbblut sich gesetzt hatte, brach das Lachen des Mexikaners schlagartig ab. Er blickte Chaco aus dumpfen Augen an, die wie verloschene Kohlen wirkten. Dann reichte er ihm auf einmal die Hand. „Ich heiße Escondido.“

„Chaco.“

„Mhm. Ich bin ein Freund von Ramon der Ihnen einen Goldbarren in bares Geld gewechselt hat. Ramon und ich, wir unterhalten uns öfter über dieses und jenes. Eben erst redeten wir über den Goldbarren, den Sie ihm gaben. Ich fragte ihn, ob er wüsste, woher Sie den Goldbarren hätten. Er sagte nein, er wüsste es nicht. Aber jetzt kann ich ja Sie fragen, Mister Chaco.“

Chaco zog eine Zuckerstange hervor, die er von Forley als Dreingabe zu seinen Einkäufen bekommen hatte, brach sie in der Mitte entzwei und reichte dem Mexikaner die eine Hälfte. „Kosten Sie erst mal von meinem Pelon, Señor. Sassafras schmeckt ausgezeichnet und hilft gegen Gallensteine. Außerdem beruhigt es.“

Escondido blickte die Zuckerstange an, als ob es ein gezogener Colt wäre. „Sie wollen sich über mich lustig machen, Señor? Ich kann nicht darüber lachen.“

„Schade. Ich hatte mir schon gedacht, dass Ihr Sinn für Humor nicht besonders weit reicht. Bereits eine halbe Zuckerstange bringt Sie aus der Fassung. Was wollen Sie jetzt machen. Mich totschießen?“

Mit einer unwirschen Bewegung entriss ihm die Mexikaner die Zuckerstange. Er schob sie in den Mund und zerbiß sie knackend. Dann schluckte er und verzog das Gesicht. „Hat ganz scheußlich geschmeckt. Doch jetzt zum Geschäft: Der Barren, den Sie Ramon verkauft haben, war nur fünfzehn Dollar wert. Sie schulden uns fünf Dollar.“

Chaco hob die Schultern und leckte an seiner Zuckerstange. Harris brachte das Bier, und Chaco trank einen Schluck.

„Was ist?“, fragte Escondido gereizt. „Wollen Sie zahlen oder nicht?“

„Geben Sie mir den Goldbarren zurück“, sagte Chaco, „und ich zahle Ihnen zwanzig Dollar.“

Escondido schwieg. In seinem Gesicht arbeitete es. Schließlich beugte er sich vor. „Wo hast du das Gold her, Indianer?“

Mit einer unbestimmten Geste wischte Chaco über den Tisch. Dabei stieß er sein Bierglas um, und der Inhalt ergoss sich über Escondidos Schoß.

Der Mexikaner zuckte wütend zurück.

„Tut mir leid“, sagte Chaco. „Ein Versehen.“

Escondidos Unterlippe flatterte. Seine Rechte zuckte zur Hüfte. Doch er erstarrte mitten in der Bewegung. Wortlos blickte er in den Lauf von Chacos Army Colt.

„Bringen Sie mich nicht in die Verlegenheit, abdrücken zu müssen, Señor“ sagte das Halbblut. „Nicht wegen eines umgestoßenen Bierglases.“

„In Gila Bend haben Leute schon wegen weniger ihr Leben lassen müssen“, sagte Ramon, der sich bis jetzt ruhig verhalten hatte. „Du hast übers Ziel hinausgeschossen, Escondido. Gib nach, ehe es zu spät ist.“ Escondido staunte seinen Freund aus großen Augen an. „Du ... du anstatt mir zu helfen ...“

„Ich helfe dir gerade, Escondido.“ Er zog den Barren aus seiner Hosentasche und zeigte auf die Unterseite, wo ein winziger Stempel eingedrückt war. „Aus Armeebeständen. Die Sache kann uns völlig kalt lassen.“

In diesem Moment betrat ein kleiner Mexikanerjunge den Saloon. Er war vielleicht zehn Jahre alt. Er blieb kurz stehen, um sich zu orientieren, und ging dann unerschrocken auf Chaco und die zwei Männer zu. Er nahm seinen Strohhut ab und blieb vor Ramon stehen.

„Buenas tardes, Señor. Sie sollen kommen zurück in Haus vor die Stadt. Sie werden erwartet von Señor ...“ Der Junge brach mitten in der Rede ab und legte seine glatte Stirn in kleine Falten. „Señor ... äh ich hab den Namen vergessen.“ Ramon drückte dem Kleinen ein Geldstück in die Hand. „Schon gut, Manuel. Sag dem Señor, dass wir gleich kommen.“

„Danke, Señor.“ Blitzschnell schloss sich die Hand des Jungen über dem Geldstück. Im nächsten Moment war er durch die Saloontür verschwunden.

Ramon blickte seinen Freund vorwurfsvoll an. „Was ist jetzt, Escondido? Gehen wir?“

Escondido starrte Chaco an wie ein hypnotisiertes Kaninchen. „Er lässt mich ja nicht“, sagte er verzerrt.

Ramon warf Chaco einen kurzen Blick zu, und das Halbblut bedeutete mit der Spitze seines Colts, dass Escondido ungehindert gehen konnte.

„Worauf wartest du?“, fragte Ramon seinen Freund.

Escondido tat zögernd einige Schritte nach hinten, und als er bemerkte, dass Chaco ihn nicht daran hinderte, eilte er überstürzt aus dem Saloon.

Ramon folgte ihm kopfschüttelnd. Kurz vorm Hinausgehen drehte er sich noch einmal kurz um. „Schade um das schöne Bier“, sagte er zu Chaco. Dann war er verschwunden. Nur der süßliche Pfeifentabakgeruch, der noch in der Luft hing, erinnerte an seine Anwesenheit.

Chaco hatte den Goldbarren als Entlohnung für seine Scout-Dienste in Fort Piont Blank erhalten. Die Bargeldreserven von Major Schroeder hatten nicht ausgereicht, und so war Chaco der Rest in Gold vergütet worden. Er fragte sich, was den Verdacht der beiden Mexikaner erregt hatte. Der Barren, zweifelsohne. Und der Armeestempel hatte ihn wieder zerstreut ...

Es blieb Chaco keine Zeit, weiter darüber nachzudenken, denn die Überlandkutsche traf in Gila Bend ein und mit ihr ein Haufen aufregender Neuigkeiten. Sam Barlow, der dickbäuchige, unrasierte Fahrer stürmte als Erster in den Saloon.

„Wir sind ihnen um Haaresbreite entkommen“, keuchte er. „Wilde mein Gott, beinahe hätten sie uns erwischt. Harris, ein Bier!“ Er schnappte nach Luft.

Sly Edkins, der Beifahrer, folgte ihm auf dem Fuß. Er schwenkte zwei abgebrochene Pfeile in der Rechten. „Die haben hinten in der Kutsche gesteckt! Geht raus! Überzeugt euch selber, falls ihr mir nicht glaubt!“

Die Männer an den Tischen sprangen auf und stießen in der Tür mit einem mittelgroßen, älteren Herrn zusammen, der einen karierten Anzug trug und dazu einen völlig unpassenden speckglänzenden Zylinder. Als der Ansturm vorüber war, rückte er seinen Hut zurecht, räusperte sich würdevoll und schritt zögernd auf die Theke zu. Dabei hielt er den Kopf die ganze Zeit schnuppernd vorgestreckt. Am Tresen angelangt, winkte er Harris mit einer vornehmen Geste zu sich und bestellte für alle, die noch da waren, laut und vernehmlich ein Bier. Dann wandte er sich an Barlow, den Fahrer.

„Haben Sie mich den Herrschaften schon vorgestellt?“

Der Postkutschenfahrer rülpste nur, denn er hatte gerade einen halben Liter Bier in einem Zug hinuntergestürzt.

„Nun, dann werde ich es eben selbst tun müssen. Sie!“ Er wies auf Harris. „Ist Ihnen der Name Sir Oliver Earl of Redcliff ein Begriff?“

Der Barkeeper schaute ihn gelangweilt an. „Nö.“

„Ja, gehen Sie denn niemals ins Theater, mein Sohn? Wie sieht’s denn mit der Kultur aus, hier in Gila Bend?“

Harris schwenkte seinen Putzlumpen. „Och wissen Sie, Sir, is’ nicht viel los hier. Früher hat Tom mal die Fiedel gespielt, und wir haben ein bisschen dazu getanzt. Aber letztes Jahr hat den Alten ’ne Klapperschlange gebissen. Er hätt’ es auch so nicht mehr lange gemacht. Seitdem läuft hier nichts mehr.“

„Dacht ich mir’s doch“, sagte der Mann im Zylinder und leckte zufrieden die Schaumkrone von seinem Bier. „Finsterste Provinz. Aber das wird sich jetzt ändern, ihr Tölpel. Vor euch steht Sir Oliver Earl of Redcliff, Direktor des weltberühmten Semper-Item-Theaters.“

„Ach so“, sagte Harris erleichtert. „Ihr seid die Gaukler aus Redville. Sheriff Lester hat uns erst gestern telegraphiert, dass wir uns vor eurem Wundermedizintrick in Acht nehmen sollen. Also: Keine krummen Touren in Gila Bend!“

„Du redest, wie du es verstehst, Mann“, sagte Redcliff, rülpste und schob das leere Glas von sich. „Noch ein Bier.“

Im Eingang erschien eine resolute, vollbusige Blondine in tief ausgeschnittenem Kleid, gefolgt von einem hageren kleinen Mann, dem der Indianerüberfall offensichtlich noch in den Knochen steckte.

„Hab ich mir’s doch gedacht!“, rief sie. „Wir sind gerade noch einmal mit dem Leben davongekommen, und du versäufst bereits wieder unsere kümmerlichen Einnahmen!“

Redcliff fummelte seine Fliege zurecht und setzte ein charmantes Lächeln auf. „Du siehst bezaubernd aus, mein Engel, wenn du wütend bist. Nur hab ich dir schon tausendmal gesagt, dass du nicht so übertreiben sollst. Du weißt dein Publikum auch so zu überzeugen.“

„Pah!“ Die Blondine raffte wütend ihr ausladendes Kleid und stürmte so damenhaft wie möglich auf die Bar zu. Der hagere Mann folgte ihr wie ein Schatten.

„Sir Oliver Earl of Redcliff“, platzte sie heraus, als sie dem „Theaterdirektor“ gegenüberstand. „Wir sind so gut wie bankrott. In Redville hat man uns davongejagt, weil deine Zaubermedizin nicht wirkte. Durch Indianergebiet mussten wir fliehen. Jenkins hat sich noch nicht einmal mitgetraut.“

„Jenkins ist eben ein elender Hasenfuß.“

„Das ist er nicht. Immerhin ist er unser Agent. Er ist klug genug, um das sinkende Schiff zu verlassen.“

„Er wird kommen, mein Engel. Früher, als es dir lieb ist. Du vergisst, dass wir ihm Geld schulden.“

„Geld! Weiß Gott! Und kannst du mir verraten, wie wir an welches kommen in der Zwischenzeit?!“

„Wir werden spielen. 'Das schreckliche Verbrechen an der Jungfrau Miriam'. Genau das richtige Stück für diese Gegend hier.“

Die Blondine winkte seufzend ab. „Ein Bier!“, schrie sie Harris an.

„Ich auch“, sagte der hagere Mann schüchtern.

„Ich hoffe, wir kriegen die Bude hier heute Abend voll“, sagte die Blondine und rückte ihr Dekolleté zurecht.

„Es wird schon werden“, sagte der Hagere und klopfte ihr zögernd auf die entblößte Schulter.

„Wer wird denn die Jungfrau Miriam spielen?“, fragte Harris, als er die zwei Bier hinschob.

„Ich natürlich“, sagte die Blondine und drückte ihm eine busenwarme Dollarnote in die Hand, die sie umständlich aus ihrem Ausschnitt gezogen hatte.

Der Hagere griff nach seinem Bier.

„Und der hier“, sagte sie und schlug ihm dabei auf die Schultern, dass er den Schaum verspritzte, „ist mein Verführer. Prost!“



3

Chaco hatte seine Vorräte verstaut und saß auf dem Morgan-Hengst, als sich ihm ein gedrungener Mann mit glatt gezogenem Gesicht in den Weg stellte. Er trug einen Stern.

„Was gibt’s, Sheriff?“, fragte Chaco von oben. „Wollen Sie mich verhaften?“

Der Mann scharrte mit der Stiefelspitze im Staub. „Es ist meine Pflicht“, sagte er nach einer Weile, „Sie als Sheriff von Meddos County darauf hinzuweisen, dass Sie Ihr Leben riskieren, wenn Sie unsere Stadt verlassen. Zurückhalten kann ich Sie natürlich nicht ...“

„Ich weiß Ihre Fürsorge zu schätzen, Sheriff, aber ich werde weiterreiten.“

„Sie trauen sich wohl mächtig viel zu, was? Mit den Chiricahuas ist nicht zu spaßen!“

„Ich bin bei Apachen aufgewachsen, Sheriff.“

„Na und? Old Hack Crow treibt Handel mit ihnen. Er spricht ihre Sprache und kennt sich im Grenzland aus wie kein zweiter. Trotzdem vermissen wir ihn seit drei Tagen. Irgendetwas ist im Busch. So aufgeregt wie in der letzten Zeit sind die Brüder schon lange nicht mehr gewesen. Aber Sie werden wissen, was Sie tun.“

„Allerdings“, erwiderte Chaco und ritt los.

Der Sheriff trat zur Seite. „Ich habe Sie gewarnt!“, rief er ihm nach. Die Worte erreichten Chaco nur noch aus der Ferne.

Bald hatte er die Häuser von Gila Bend hinter sich gelassen. Er blickte sich noch einmal um. Die „Stadt“ war wirklich winzig. Es war fraglich, ob das Semper-Item-Theater hier genug einspielen würde, um seine Schulden zu bezahlen.

Er lenkte den Hengst nach Süden und passierte einen gut instand gehaltenen Staketenzaun, hinter dem sich ein gepflegtes Anwesen erstreckte. Das zweistöckige Holzhaus, das sich inmitten eines künstlich bewässerten Rasens erhob, war mit Marmorgiebeln verziert. An einem efeuumrankten Holm waren zwei Pferde festgemacht. Eine ältere Frau, die in einem makellos sauberen Baumwollkleid Rosen schnitt, blickte Chaco misstrauisch nach, als er langsam vorbeiritt.



4

Die purpurrote Scheibe der Sonne schwebte über dem westlichen Horizont und ließ die Wüste in feurigen Farben aufglühen. Die unerträgliche Hitze des Tages war gewichen. Angenehm warm wehte der Zephyr aus Mexiko hinüber.

In einer Bodensenke stieg Chaco ab und band das Pferd an einer Yuccastaude fest. In der Ferne heulten Kojoten. Er nahm dem Tier Sattel und Decke vom Rücken und band ihm einen Nasensack mit Hafer um. Dann begann er, sich für die Nacht einzurichten. Er hatte gerade seine Schlafstelle gerichtet, als ein Gewehrschloss in seinem Rücken klickte.

„Keine Bewegung!“, rasselte eine schwache, ältliche Stimme, und sie wiederholte das Kommando in der Sprache der Mescaleros.

Chaco blieb starr vor seinem Schlaflager stehen.

„Umdrehen!“, befahl die Stimme.

Chaco kam der Aufforderung zögernd nach und hob vorsichtshalber die Hände hoch.

Die letzten, langen Strahlen der Abendsonne fielen auf einen zerlumpten kleinen Mann, der ihn mit einem uralten Harpers-Ferry-Vorderlader in Schach hielt. Er wirkte hager und grau wie ein Wolf, der sein Winterkleid anlegt.

„Nimm deinen Hut ab“, schnarrte er. „Ich muss dein Gesicht sehen.“

Chaco griff mit der Linken nach seinem Calispel Hut.

„He! Du bist ja gar kein Indianer! ’n Weißer bist du auch nicht. Weißt du, was das heutzutage heißt, junger Freund? Dass man dir vertrauen kann. Ich kenn die Menschen.“ Er ließ seinen Vorderlader sinken.

„Old Hack Crow, wenn ich nicht irre“, sagte Chaco und nahm die Hände wieder runter.

„Du kennst mich?“ Das sonnenverbrannte Gesicht des Alten strahlte.

„Wo ist dein Pferd?“, fragte Chaco.

„Apachen Chiricahuas.“ Der Alte spuckte aus und stieg zu Chaco hinunter. „Ich weiß nicht, was in die Brüder gefahren ist. So hab ich sie noch nie gesehen. Und ich kenn sie besser als die meisten.“ Kichernd fuhr er sich mit der Rechten über den skalpierten Schädel.

„Du hast welche getroffen?“, fragte Chaco.

„Was glaubst du, wer mein Pferd gefressen hat? Aber entschuldige, Sohn“, der Alte wischte sich über den Mund, „hast du vielleicht was zu trinken bei dir? Du musst verstehen: Ich bin seit drei Tagen unterwegs. Zu Fuß. Es kann auch etwas Alkoholisches sein.“

Chaco reichte ihm seine Wasserflasche. Crow schnupperte missmutig daran.

„Hast du wirklich nichts Alkoholisches bei dir. Denk einmal scharf nach, mein Jüngelchen.“

Da fiel Chaco Forleys „Sonderangebot“ ein, und er zog die neu erworbene Canteen aus seinem Gepäck. Er reichte sie Crow.

„Mir war so, als ob ich es gerochen hätte“, sagte der Alte und setzte zufrieden an. Schon nach dem ersten Schluck verzog sich sein Gesicht. „Schmeckt ganz wie Forleys Schlangengift. Aber was soll’s: In der Not frisst der Teufel auch Fliegen.“

„Du bist also auf Chiricahuas gestoßen?“, fragte Chaco den Alten, nachdem er genug getrunken hatte.

„Ja.“ Crow rülpste. „Die Burschen waren ganz aus dem Häuschen. Es gelang mir nicht, viel aus ihnen herauszubekommen. Die Verhältnisse haben sich geändert. Viele meiner alten Freunde haben ihre Macht verloren. Junge, hitzige Krieger haben sie aus ihren Stellungen vertrieben, unterstützt von den Medizinmännern. Es hat irgendetwas mit dem 'Haus der Geister' zu tun.“

„'Haus der Geister'?“

„Es ist ihr geheiligter Bezirk. Liegt weiter südlich. Ab und zu vertreten die Medizinmänner die Ansicht, dass in diesem Bezirk kein Lebewesen existieren darf, sonst steht es schlimm um die Zukunft des Stamms. Anscheinend haben sich die Medizinmänner, die diese Richtung vertreten, zurzeit durchgesetzt. Ich bin mir aber nicht sicher. Ich weiß auch nicht, was die Hopis damit zu tun haben.“

„Hast du Hopis hier unten gesehen? Ihr Stammgebiet liegt tausend Meilen weiter nördlich.“

„Gesehen hab ich keine. Unter den Apachen munkelt man, dass sich einige im 'Haus der Geister' aufhalten.“

„Genaues weißt du nicht?“

„Hör zu, Junge ich bin froh, dass ich mit dem Leben davongekommen bin. Was ich dir erzählt habe, ist alles, was dir nützen kann. Natürlich könnte ich dir noch schildern, wie sie meine lahme Stute gefressen haben und wie sie mir meine Waren gestohlen haben, aber das dürfte dich kaum interessieren.“ Der Alte setzte die Flasche wieder an.

„Darf man fragen, wo du hinwillst, Söhnchen?“, fragte er, nachdem er getrunken hatte.

„Nach Süden“, sagte Chaco.

Crow wurde auf einmal ernst. „Ich kenne dieses Land wie meine durchlöcherte Hosentasche, mein Junge, und rate dir ganz ehrlich: reite nicht weiter. Ich weiß nicht, was los ist mit den Indianern, aber so wild wie im Moment waren sie noch nie. Es war schon immer nicht leicht, mit ihnen auszukommen, doch jetzt ist es gefährlich geworden auch für Leute wie dich und mich ,wie heißt du eigentlich?“

„Chaco.“

„Also Chaco, wenn du einen guten Rat nicht ausschlagen willst: kehre um.“

„Deine Worte machen mich neugierig, Alter.“

„Das war nicht meine Absicht.“

„Ist aber schon passiert.“

„Stoß dir doch deine Hörner ah, wenn du’s nicht lassen kannst, du Dummkopf.“

„Ich weiß, was ich tu.“

„Das hab ich in deinem Alter auch geglaubt, und jetzt ...“ Er zeigte auf seine durchlöcherten Mokassins.

„Reg dich nicht weiter auf, Alter. Nicht über mich.“

„Darauf kannst du Gift nehmen.“

„Forleys Whisky reicht vielleicht.“ Chaco griff nach der Flasche und nahm einen kräftigen Schluck. Danach zog er die Luft durch die aufeinandergepressten Zähne ein. „Das Zeug hat’s in sich.“

„Immer noch besser als nichts.“ Der Alte nahm ihm die Flasche wieder weg.

Je mehr Old Hack Crow trank, desto redseliger wurde er. Es sprudelte nur so heraus. Ein wildbewegtes Leben lag hinter ihm. Früher war er Büffeljäger gewesen, und von seiner siebenschüssigen Spencer hatte er sich nicht einmal im Bett getrennt. Er erzählte von den tausend Listen, die er gegenüber den Prärieindianern angewendet hatte, um seinen Skalp zu retten bis ihn dann die Apachen erwischt hatten. Als er genug getrunken hatte, fing er an, in den mondbeschienenen Saguaros der Wüste eine angriffslustige Horde von Arapahoes zu sehen und wollte mit seinem einschüssigen Vorderlader auf sie los. Chaco konnte ihn nur mit Mühe zurückhalten und beruhigen. Er beklagte sich, dass die Leute ihn für verrückt hielten, obwohl er doch immer noch der Alte wäre. Dann schlief er ein.

Am nächsten Morgen verabschiedete er sich von Chaco und wünschte ihm „alles Gute für die Weiterreise“. Chaco spürte, dass Crow am liebsten mitgekommen wäre, im tiefsten Innersten aber wusste, dass er zu alt dafür war. Vielleicht hatte diese beschämende Erkenntnis ihn auch dazu veranlasst, zu versuchen, es Chaco auszureden damit er selber nicht so unfähig dastand. Chaco konnte es nicht mit Bestimmtheit sagen.

Er blickte dem Alten nach, als er in seinem schlurfenden Indianergang in Richtung Gila Bend verschwand wie ein wandernder Schatten.



5

Der Tag verlief ereignislos. Dann und wann bekam er Indianer zu Gesicht. Aber nur aus größter Entfernung. Sie zogen über die Bergrücken.

Das Land wurde schroffer und felsiger. Zerklüftete Berge warfen ihre zackigen Schatten auf Alkaliflats und Asbestwüsten. Canyons jeder Größe zerfurchten die Hochebene. Apacheria. Das Land lag hoch. Es ging einem leicht die Luft aus in diesen Lagen wenn man nicht Apache und mit großen Lungen zur Welt gekommen war.

Im Schatten einer Felswand, die wie ein gezückter Dolch in den Himmel ragte, sprang Chaco ab. Mit seinem Bowiemesser wühlte er den Boden an der Westkante auf und stieß bald auf leicht morastigen Untergrund. Er ließ das Wasser sich in der Mulde sammeln und schöpfte es später mit einem Blechbehälter ab. Für einen Abendkaffee hatte er bald genug gesammelt. Er machte sich eine Dose Bohnen warm und aß sie zusammen mit einem Streifen Beef Jerkey. Danach trank er den Kaffee.

Nachdem er gegessen und getrunken hatte, setzte er sich auf seine Decke und schüttete den Rücken gegen die Felswand gelehnt etwas Tabak auf ein Papierchen. Der Wechsel von Tag auf Nacht erfolgte binnen Minuten, und bald glimmte die Spitze seiner Zigarette in der alles umhüllenden Finsternis. Später ging die Sichel des Mondes auf, des zunehmenden Mondes. Chaco erinnerte sich an die „Nacht des weißen Mondes“ und was sie im Zusammenhang mit dem „Haus der Geister“ zu bedeuten hatte. Die Worte Old Hack Crows hatten ihn wieder in sein Gedächtnis zurückgerufen den alten Stammesaberglauben der Apachen.

Zusammenfassung

Western von Carson Thau

Der Umfang dieses Buchs entspricht 103 Taschenbuchseiten.

Als das Halbblut Chaco im „Haus der Geister“, einem heiligen Bezirk der Indianer, unterwegs ist, wird er von Apachen überfallen und verwundet. Einem alten Stammesaberglauben zufolge darf sich in diesem Gebiet kein Lebewesen aufhalten, wer dagegen verstößt, wird in der „Nacht des weißen Mondes“ getötet. Der bewusstlose Chaco wird von Don Juan und dessen Tochter Conchita gefunden und zu ihrer Mine gebracht. Der alte Mexikaner will dort angeblich Gold gefunden haben, das er von Hopi-Indianern, die er wie Sklaven hält, abbauen lässt. Da sich diese Mine auch in dem heiligen Gebiet befindet, sind sie bald von Apachen umzingelt ...

Details

Seiten
120
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783738924183
ISBN (Buch)
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2018 (Dezember)
Schlagworte
chaco geheimnis

Autor

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Titel: Chaco 53: Das Geheimnis des Don