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Bolthar, der Wikingerfürst Band 4: Fringas Schwert

2018 0 Seiten

Leseprobe

Bolthar, der Wikingerfürst Band 4: Fringas Schwert

Tomos Forrest

Published by BEKKERpublishing, 2018.

Bolthar, der Wikingerfürst Band 4: Fringas Schwert

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TOMOS FORREST

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IMPRESSUM

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© Roman by Author

© Cover: NejroN/123 RF, 2018

Created by Thomas Ostwald mit Jörg Martin Munsonius, 2018

Lektorat: Kerstin Peschel

© dieser Ausgabe 2018 by Alfred Bekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

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Klappentext:

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Die Stadt Brønderslev ist in Flammen aufgegangen und das von Garpur beschützte Kloster ebenfalls zerstört. Im letzten Moment gelingt Garpur, Fringa und Stjarni die Flucht. Doch die Häscher folgen ihnen auf dem Fuß. Niemand der drei kann auch nur im Ansatz erahnen, was auf sie zukommen und ihr Leben bedrohen wird, denn es sind nicht nur Bolthar und seine Männer, die sie jagen und töten wollen. Und welche Gefahr hier größer ist, wird sich zeigen müssen ...

***

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1.

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Sie geriet ins Straucheln, fing sich noch einmal ab, hastete ein paar Schritte weiter und stolperte über eine dicke Wurzel. Jetzt gab es kein Halten mehr. Die Hände zur Abwehr vorgestreckt, fiel sie in den schmalen, aber tiefen Wassergraben und spürte, wie ihre Hände in den dicken Schlamm eintauchten, gleich darauf der Schock, als sich ihr Hemd mit dem eiskalten Wasser vollsog. Den Kopf hatte sie hoch genug gehalten, um nicht auch noch mit dem Gesicht in der dunklen Flüssigkeit zu landen.

Das Herz hämmerte wild, trieb das Blut in ihre Schläfen und ließ es dort heftig klopfen. In ihren Ohren war ein feines Sirren, und über ihre spröden, aufgesprungenen Lippen kam ein schier endloser Fluch, der selbst in der rauen Männergesellschaft, in der sie sich die letzten Monate aufgehalten hatte, für Erstaunen gesorgt hätte.

Und seltsam: In diesem Fluch tauchten die alten Asen wieder auf, insbesondere war es Loki, den sie gleich mehrfach nannte. Im Zorn war wenig von den christlichen Lehren übrig geblieben, die ihr Garpur einst vermittelt hatte.

Noch lag sie halb in dem mit braunem, kaltem Wasser gefüllten Graben, als sie erneut die Laute vernahm, die aus dem Wald hinter ihr kamen. Ihr Gehör funktionierte ausgezeichnet, ihre Sinne waren nach der überstandenen Hetzjagd zum Zerreißen angespannt. Aber jetzt knackte ein Zweig und Fringa sprang auf, achtete nicht weiter auf Dreck, Wasser und Kälte, sondern floh erneut mit hastigen, weit ausgreifenden Schritten, um ihren Häschern zu entkommen.

Wieder einmal verfluchte sie ihr Schicksal, das sie nach ihrer gemeinsamen Flucht aus der Gefangenschaft ihres Vaters Bolthar von den Gefährten getrennt hatte. Sie waren ins Landesinnere gelaufen, so lange, bis ihre Lungen schmerzten und sie auf einer kleinen Lichtung ins Moos fielen, wo sie erschöpft einschliefen.

Die aufgehende Sonne weckte sie wieder und brachte neben dem ersten Gefühl, dem sicheren Tod entronnen zu sein, auch mit den erwachenden Lebensgeistern den Hunger zurück. Keiner von ihnen hatte in den letzten Stunden etwas zu Essen erhalten, und mit knurrendem Magen machten sie sich wieder auf den Weg, als sie ein paar armselige Hütten entdeckten. Doch die stellten sich beim Näherkommen als verlassen und verfallen heraus, in den Vorratskammern fand sich nicht einmal mehr etwas Korn. Auch der zweite Tag ihrer Flucht brachte ihnen nichts weiter als Nahrung als ein paar Brombeeren und etwas Wasser aus einem klaren Bach.

Dann die Hoffnung, als sie in das Dorf gelangten und hier tatsächlich etwas kaltes Fleisch, Brot und sogar ein Stück Käse erhielten. Zwar musterte die kräftige Frau, die eine robuste Tür geöffnet hatte, die drei Menschen mit wachsamen, kritischen Blicken, aber als sie erkannte, dass zwei Frauen einen Mann begleiteten, hatte sie Mitleid und gab ihnen etwas von ihren Vorräten.

Dadurch gestärkt, zogen sie noch in der gleichen Nacht weiter, um vielleicht in einem Fischerdorf ein Boot zu finden, das sie von Vendsyssel wegbringen konnte. Wohin sie sich eigentlich wenden wollten, war den drei Flüchtlingen nicht bewusst. In jedem Falle zunächst einmal aus der Nähe von Bolthar, der seine Viking-Züge an der gesamten Küste fortsetzen würde. Garpurs Stadt Brønderslev an der Küste war zerstört, und niemand würde sie in seinem Dorf aufnehmen wollen, wenn bekannt wurde, dass sie die Tochter Bolthars war.

In dieser Nacht schliefen die drei dicht nebeneinander in einer natürlichen Erdmulde, umgeben von großen Kiefern, die ihre Zweige über ihnen ausbreiteten. Gesättigt und zufrieden schliefen alle drei auf verhängnisvolle Weise sehr tief und fest, bis das Unglück über sie hereinbrach.

Plötzlich fühlte sich Fringa brutal an den Haaren hochgezerrt und erkannte dunkle Gestalten um sie herum, die eben Garpur und Stjarni überwältigten. Der Mann, der sie noch immer an den Haaren hielt, stank erbärmlich nach Schweiß und Urin und war offenbar betrunken, denn er sprach mit schwerer Zunge, als er versuchte, ihr die Hose herunterzureißen.

„Nun mach schon!“, schrie er sie an. „Die anderen wollen auch noch ihr Recht in Anspruch nehmen!“

Dabei hatte er schon die Hand in ihrem Schritt, und das brachte Fringa zur Besinnung und damit in die Lage, sich gegen ihn zu wehren. Mit einem raschen, heftigen Kopfstoß traf sie sein Gesicht, und während er aufschreiend nach seiner Nase griff, trat sie ihm mit aller Kraft zwischen die Beine. Sie wollte gerade einen Knüppel aufheben und damit auch die anderen angreifen, sie sie einen harten Schlag auf den Kopf erhielt, der ihr das Bewusstsein nahm.

Als sie erwachte, war längst alles vorüber.

Sie war allein und befand sich am Fuße eines Hanges, ohne sich erklären zu können, wie sie dorthin gelangt war. Rasch tastete sie ihre Kleidung ab, die zwar verdreckt, aber noch vollständig vorhanden war. Konnte es sein, dass sie in der Dunkelheit nach dem Schlag auf den Kopf hier hinunter gerollt war und dadurch allem anderen entkommen war?

Fringa erhob sich mühsam und verspürte sofort einen unangenehmen Schmerz, der von ihrem Hinterkopf ausstrahlte und gleich darauf alles um sie in Bewegung setzte. Rasch griff sie nach einem kleinen Baumstamm, bevor sie erneut zu Boden stürzen konnte, atmete tief durch und lauschte in die nächtliche Finsternis.

Kein Geräusch verriet ihr die Nähe menschlicher Wesen.

Doch bei ihrer weiteren Flucht hatten sie ihre Spur wiedergefunden und jetzt waren sie dicht hinter ihr, riefen sich Aufmunterungen zu und durchkämmten den gesamten Wald auf der Suche nach dem Wild, das sie jagten.

Fringa.

Das darf nicht das Ende sein!, schoss es der jungen Kriegerin durch den Kopf, als sie sich noch einmal zusammenriss und über ein brach liegendes Feld hetzte, während die schwere Erde an ihrem Schuhwerk klebte und ihre Schritte mühseliger werden ließen. Ich bin stark genug, um weiterzulaufen. Diese Bäume noch, dazwischen kann ich schon das Wasser sehen. Ob See oder Meer, ganz egal, nur weg von diesen Bestien, die ich noch immer hinter mir höre.

Aber alle Mühe schien vergeblich zu sein, denn plötzlich flog etwas dicht an ihr vorüber und blieb zitternd in der weichen Erde stecken. Fringa musste sich nicht umsehen, um zu wissen, dass einer der Verfolger mit seinem skotvápn, dem Wurfspeer, versucht hatte, sie im vollen Lauf zu treffen.

Jetzt flog sie förmlich über den unebenen Boden, aber trotzdem kamen zwei ihrer hartnäckigen Verfolger immer dichter. Schon glaubte sie, ihren keuchenden Atem zu hören, als sich plötzlich etwas direkt vor ihr zwischen den Bäumen bewegte. Instinktiv warf sie sich zur Seite, aber der Pfeil hatte nicht ihr gegolten, sondern traf einen der beiden Gegner. Mit einem gurgelnden Laut überschlug der sich förmlich und blieb anschließend still liegen, während Fringa jetzt direkt auf die Bäume zusprang und fünf dunkle Gestalten dort auftauchen sah, die alle ihre Bögen gespannt hatten. Noch zweimal ertönte sie das Sirren ihrer Sehnen, dann war sie schon vorüber und erblickte nach einer kurzen Strecke das Dorf an der Küste.

Sie konnte und wollte nicht anhalten, sondern lief noch immer in gleicher Geschwindigkeit, obwohl ihr Atem bereits rasselnd und stoßweise ging. Direkt vor dem ersten Holzhaus brach sie zusammen, stürzte in tiefe Schwärze und hörte nichts mehr von den aufgeregten Stimmen, die gleich nach ihrem Sturz rings um sie laut wurden. Besorgt kümmerten sich mehrere Frauen um die Fremde, die da so unvermutet vor ihrer Haustür zusammengebrochen war.

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2.

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Wie nennt man dich?“

Die Frage kam ganz unverfänglich, aber Fringa schaute ihre Gastgeberin trotzdem misstrauisch an, bevor sie antwortete:

„Idun.“

Sie hatte spontan den Namen der Göttin der Unsterblichkeit genannt, den sie sich selbst als Kriegerin gegeben hatte, wenn auch Garpur weiterhin bei dem Namen blieb, unter dem er sie einst in ihrem eigenen Dorf kennen gelernt hatte.

„So, Idun.“

Die Antwort kam scheinbar gleichgültig, aber Fringa entging nicht der Blick der kräftigen, untersetzten Frau, die jetzt die Hände in die Hüften stemmte und mit einem Blick auf die geleerte Schale anfügte: „Ich bin Urta. Noch etwas davon?“

Anstelle einer Entgegnung hielt ihr Fringa die Schale hin.

Sie war wohl ziemlich lange ohnmächtig gewesen, dann plötzlich erwacht und beim Versuch, vom Boden hochzuspringen, vom Schwindel überrascht worden. Die Stämmige hatte rasch zugegriffen und damit verhindert, dass sie mit dem Kopf gegen die Hauswand fiel.

Fringa konnte ihr Glück erst nach und nach begreifen.

Das Dorf, in das sie durch einen Zufall gelaufen war, befand sich direkt in einer kleinen Bucht. Auf dem Strand lagen drei Fischerboote, kleine, wendige Fahrzeuge, nicht unähnlich einer Knorr, den Handelsschiffen, und ebenso mit einem Mast ausgestattet, den man bei Bedarf setzen konnte.

Mit diesem Schiffstyp war Fringa vertraut. Sie untersuchte mit raschen Blicken die Seile, mit denen sie am Strand an dicken Felssteinen befestigt waren und kam zu der Überzeugung, dass sie in jedem Falle ein scharfes Messer benötigte.

Niemand kümmerte sich weiter um sie, nachdem sie ausgeschlafen und gegessen hatte. Die Leute im Dorf gingen ihrem Tagwerk nach und beachteten die Fremde nicht weiter, denn so ungewöhnlich auch ihr Eintreffen war, so konnte man keine Zeit für Geschwätz aufbringen, denn der Herbst nahte mit seinen Stürmen und kündete bereits in den Nächten die Kälte eines strengen Winters an. So gab es für die Menschen an der Küste noch genügend zu tun. Die Felder mussten für das Frühjahr vorbereitet werden, die Männer sorgten für ausreichende Mengen an Fisch, die geräuchert und getrocknet werden mussten, um für den Winter zur Verfügung zu stehen.

Fringa wunderte sich allerdings, dass es in diesem kleinen Dorf an der Küste nur eine Handvoll alter Männer gab, obwohl es nicht an jungen Frauen fehlte. Sie hatte bislang noch keine Fragen gestellt, weil ihr das unhöflich erschien. Doch schloss sie aus, dass dieses Dorf Krieger hatte, die auf Viking gezogen waren.

„Idun!“

Der Ruf unterbrach ihre Gedanken, und als sie die stämmige Urta auf sich zukommen sah, musste sie unwillkürlich lächeln. Das war für sie eine Frau wie aus den glücklichen Tagen ihrer Kindheit im Dorf Bolthars. Es war ein schönes Leben damals in Skagen im Norden von Jylland. Beschaulich und gleichförmig verlief das Leben um sie herum, bis zu jenen furchtbaren Ereignissen ...

„Idun, du kannst mir helfen, die Gänse zu schlachten! Oder wolltest du uns schon verlassen?“, erkundigte sich die Frau, die nun mit einem leicht geröteten Gesicht vor Fringa am Strand stehen geblieben war und ihre kleinen, runden Arme in die Hüfte stemmte. Die schon ergrauten Haare umflatterten den Kopf der stämmigen Frau im Meereswind und Fringa erschauerte dabei unwillkürlich, denn es war frisch an diesem Morgen.

Noch ein verwunderter Blick zu Urta und ganz kurz schoss Fringa der Gedanke durch den Kopf, ob diese Frau sie wohl durchschaut hatte. Aber dann lächelte sie und rief aus:

„Aber gern, Urta, wenn ich mich noch etwas in deinem Haus erholen darf? Vielleicht bis die Männer zurückkommen?“

Das war geschickt formuliert, und Urta zuckte dabei zusammen und zeigte ein verärgertes Gesicht.

„Dann müsstest du wohl bis zum Ragnarök warten.“

Unwirsch drehte sie sich auf der Stelle um und stapfte zurück zu den Häusern, und Fringa folgte ihr mit raschen Schritten, um wieder an ihre Seite zu gelangen. Urtas Reaktion auf die versteckte Frage nach den Männern war Herausforderung genug, und so fuhr sie gleich darauf fort, als sie die resolute Frau wieder eingeholt hatte.

„Habe ich etwas Falsches gesagt, Urta? Das täte mir leid, aber es gibt so viele junge Frauen im Dorf und nur alte Männer, so etwas kenne ich noch nicht einmal aus unserer großen Stadt, in der viele Menschen leben ... gelebt haben“, ergänzte sie gleich darauf.

„Stadt? Du hast außer deinem Namen noch nichts gesagt, Idun, und ich kenne weder dich noch die Bräuche deines Volkes. Es gibt keine weiteren Männer mehr bei uns.“

Ein rascher Seitenblick auf die große Rothaarige, die mit schnellen Schritten neben ihr ging, und Urta starrte mit versteinerter Miene wieder nach vorn zu ihrem Haus, dem sie sich jetzt näherten.

„Ich komme aus Brønderslev, aber diese Stadt wurde zerstört, dem Erdboden gleichgemacht, alle Männer getötet, Frauen und Kinder in Gefangenschaft geführt. Als ich mit meinen Gefährten auf der Flucht war, wurden auch wir überfallen und ich weiß nicht, was aus ihnen wurde.“

Jetzt blieb Urta stehen und musterte das Gesicht der fremden Frau genauer. Schließlich nickte sie ihr zu und antwortete:

„Dann hast du also ein ähnliches Schicksal wie wir, nur dass wir schon vor vielen Monden überfallen wurden und unsere Männer dabei umkamen. Wir besaßen ein altes Langboot, das wir einst von unserem Jarle Gýrðir erhalten hatten. Er ging nur sehr selten auf Viking, meistens, wenn eines seiner Dörfer überfallen und ausgelöscht wurde. Der Fürst war der Meinung, dass wir alle in Frieden besser miteinander leben würden.“

Urta gab einen tiefen Seufzer von sich und deutete auf die Tür eines einfachen Holzverschlages, aus dem gerade der Ruf einer Gans zu hören war.

Fringa ging ihrer Gastgeberin beherzt zur Hand, schlug den Gänsen mit einem einzigen, wuchtigen Axthieb die Köpfe ab und saß später neben der Frau, als sie die Vögel rupften und ausnahmen. Als Urta bemerkte, wie eifrig die Fremde bei ihrer Arbeit war, lächelte sie und sagte schließlich, als sie ihre Arbeit beendet und die letzte Gans auf dem einfachen Tisch lag:

„Das mit der Axt hast du nicht zum ersten Mal gemacht, denke ich. Auch wenn ich den Eindruck hatte, dass du so etwas wie das Ausnehmen und Rupfen der Gänse nicht besonders gut kannst, obwohl es den Anschein hatte, dass du wohl schon öfter ein Messer in der Hand gehabt hast, wenn auch nicht für diese Tätigkeit.“

Fringa musste unwillkürlich auflachen.

„Du bist eine gute Beobachterin, Urta! Aber wie kommst du darauf, dass ich öfter ein Messer in der Hand gehabt habe? Gänse und Hühner habe ich schon als Kind ausgenommen!“

Urta antwortete nicht, sondern griff die rechte Hand Fringas und deutete auf die vorhandenen Schwielen.

„So etwas habe ich schon einmal bei einer Frau gesehen, Idun. Das war eine Kriegerin, und sie führte eine Gruppe an, die in unser Dorf kamen, um zu plündern. Sie ähnelte dir, hatte auch deine Feuerhaare, aber die Männer an ihrer Seite waren alle víkingr.

Überrascht von diesen Enthüllungen zog Fringa ihre Hand unwillkürlich zurück.

„Du meinst – eine Frau hat eine Bande von Piraten angeführt?“

„Ja, es waren üble Burschen, die schlimmsten víkingr, die jemals an unsere Küste kamen. Sie stammten von Björkö, hoch oben im Norden, und hatten wohl schon überall gebrandschatzt und gemordet. Dann kamen diese Mörder in unser kleines Dorf, und von einem Tag auf den anderen war nichts mehr wie vorher.“

Fringa nickte mit kummervollem Gesicht.

Das war ihr alles selbst nur zu gut vertraut.

Obwohl sie ihren Vater nicht als víkingr bezeichnen würde, denn das waren wirklich die übelsten Piraten. Aber nachdem sie Garpur kennengelernt hatte, der in ihr Dorf gekommen war und allen, die ihm zuhörten, etwas über den neuen Gott, den er Jahwe nannte, erzählte, war ihr klar geworden, dass der Unterschied zwischen den Piraten und dem, was ihr Vater tat, nicht sehr groß war.

„Ich verstehe das sehr gut, Urta, denn ich habe so etwas auch erlebt. Aber was geschah damals, als diese Frau mit den Kriegern in euer Dorf kam? Haben sie alle Männer getötet?“

„Nein, das war noch lange davor“, sagte Urta nachdenklich und warf Fringa erneut einen Blick zu, als würde sie vielleicht doch mehr darüber wissen, als sie verraten wollte. „Ihr Gefährte war schwer verwundet, und es sah nicht gut für ihn aus. Die Wunde hatte sich entzündet, der Mann war nicht mehr bei Bewusstsein und stammelte unverständliche Worte. Aber wir haben ihn gerettet, unser Ältester kannte ein paar Heilmittel, die dafür sorgten, dass der Verletzte nach dem Säubern der Wunde und einem Heilverband aus Moos und Kräutern bald wieder zu Kräften kam. Aus Dankbarkeit wurde unser Dorf verschont und die Frau mit den Feuerhaaren sicherte uns ihren Schutz und ihre Freundschaft zu. Sie nannte sich übrigens wie du Idun, und als ich dich da am Ende deiner Kräfte vor unserem Haus liegen sah, nahm ich an, dass du eine Tochter dieser Idun sein müsstest.“

Fringa schüttelte heftig den Kopf.

„Nein, das bin ich ganz gewiss nicht, Urta. Ich lebe schon seit etlichen Monden in Brønderslev bei Garpur, der dort der Jarle war. Aber ich bin aus meinem Dorf fortgelaufen, und mein Vater hat mir das nicht verziehen. So bin ich der Grund, dass die Stadt, die meine neue Heimat wurde, niedergebrannt und zerstört wurde.“

Sie schwieg und starrte dabei finster in eine Hausecke, bis Urta ihr die Hand auf die Schulter legte.

„Wer ist dein Vater, Idun?“

Mit einem schweren Seufzer sah die junge Frau sie an.

„Ein mächtiger Jarle, Urta. Man nennt ihn Bolthar, den Wikingerfürsten. Ich wollte seinen Namen eigentlich nie wieder aussprechen.“

„Bolthar?“

„Du ... du kennst ihn?“

„Ein riesiger Kerl mit einem mächtigen Bart, der im Kampf eine gewaltige Axt, die Breiðöx, führt?“

„Das ist er gewiss, Urta. War er hier?“

Die stämmige Frau schwieg und starrte ihr Gegenüber nur an, als wollte sie ihr tiefstes Inneres ergründen. Dann ging sie mit raschen Schritten zu einer großen Truhe an der anderen Seite, öffnete sie und drehte sich zu Fringa um.

„Komm hier herüber, Idun, und nimm dir diese Waffe heraus. Ich bin sicher, dass sie bei dir besser aufgehoben ist als hier in dieser Truhe!“

Verwundert trat Fringa näher und sah den Griff eines Schwertes, das noch mit einem Tuch umwickelt war. Behutsam wickelte sie es aus und spürte, wie ein leiser Schauer über ihren Rücken rieselte.

„Das ... das ist ein ungeheuer wertvolles Schwert, Urta! So etwas kann ich nicht annehmen!“

Fringa hielt die Waffe ins Licht, das durch die offene Tür auf den Tisch mit den gerupften Gänsen fiel. Dabei drehte und wendete sie die Waffe, konnte keinen Moment die Augen davon abwenden und fand schließlich das Zeichen, das sie gesucht hatte.

Es bestand kein Zweifel mehr.

Sie hatte eines der Schwerter in den Händen, die aus dem legendären Ulfberht stammte, aus dem Frankenland. Gefertigt von einem Meister der Schmiedekunst, scharf geschliffen, ausgewogen in der Hand, und aus einem Material gefertigt, wie sie es noch nie zuvor gesehen hatte. Aber die Waffen der Franken waren legendär und wurden oft in den Mittelpunkt der Gespräche gestellt, wenn einer der Krieger eine solche Waffe gesehen oder sogar erbeutet hatte.

Wie magisch angezogen, strichen ihre Finger sanft über den Schriftzug  +VLFBERH+T, der sich auf der Klinge befand und jeden Zweifel an seinem Ursprung ausschloss.

„Ein fränkisches Schwert!“, flüsterte sie dabei, dann blickte sie erstaunt zu Urta, die ein paar Schritte von ihr zurückgewichen war. „Das ist ein zu kostbares Geschenk. Wie bist du daran gekommen, Urta?“

Die untersetzte Frau kreuzte die Arme vor der Brust und antwortete knapp:

„In meinem Haus wurde der Verwundete gepflegt. Das Schwert hat mir die Feuerhaarige geschenkt. Als ich sagte, dass ich damit nichts anfangen kann und ein Schwert nur Unglück brächte, lachte sie und meinte, es würde schon der Tag kommen, an dem ich froh wäre, es zu besitzen. Nun, ich hatte immer Angst vor dem Ding und wäre dir sehr dankbar, wenn du es an dich nehmen würdest!“

In einer spontanen Reaktion legte Fringa das Schwert neben die Gänse, eilte zu ihrer Gastgeberin und umarmte sie herzlich. Die Untersetzte ließ das nur kurz geschehen, dann wand sie sich aus ihrem Griff und trat an die Hauswand zurück, um etwas Abstand zwischen sich und die andere zu bringen.

Von der kräftigen Umarmung noch etwas außer Atem, sagte sie:

„Es ist gut, Idun. Ich habe erkannt, dass du die bist, auf die dieses Schwert gewartet hat. Verwende es niemals gegen Unschuldige und töte nur, wenn es sich nicht vermeiden lässt!“

„So soll es sein, Urta!“

Noch einmal warf die stämmige Frau einen langen Blick auf die gefährliche Waffe.

„Man sagt, dass Loki selbst dabei war, als dieses Schwert geschmiedet wurde. Seit es in der Truhe liegt, habe ich schlechte Träume, Idun. Und unser Dorf war wie in einem Nebel gefangen. Jeder, der uns besuchte, wirkte irgendwie – seltsam, bedrückt. Ich bin sicher, dass sich alles ändern wird, wenn dieses Schwert mit dir unser Dorf verlässt. Eine solche Waffe braucht einen starken Besitzer, und du, Idun, du bist stark, das habe ich vom ersten Moment an gewusst – auch wenn du da hilflos wie ein kleines Kind gewesen bist. Aber in dir steckt mehr, und ich danke den Göttern, wenn das Schwert unser Dorf verlässt!“

An diesem Abend kamen die anderen Frauen zu Urta und Fringa in das Haus, um gemeinsam mit ihnen zu essen und sich von Fringa zu verabschieden. Es hatte sich schnell herumgesprochen, dass nun die Frau mit dem feuerroten Haar die neue Besitzerin des Schwertes war und am nächsten Morgen weiterziehen würde.

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3.

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Als Urta der Kriegerin nachsah, wie sie an der Küste entlang zog und dabei schließlich hinter einer Wegbiegung verschwand, hatte sie ein seltsames Gefühl. Es war gut, dass das Schwert aus ihrem Haus war, aber sie befürchtete, dass es von der neuen Besitzerin gnadenlos verwendet und bald wieder Blut vergießen würde. Aber ihr war zumute, als hätte man eine felsenschwere Last von ihren Schultern genommen.

Die Frau mit den feuerroten Haaren hatte sich selbst den Namen einer Göttin gegeben und ihr den richtigen Namen verschwiegen, davon war Urta überzeugt. Aber sie hatte beim Abschied erwähnt, dass sie Christin sei, und das hatten sie schließlich gemeinsam, denn nach dem letzten Überfall auf ihr Dorf beschlossen die wenigen verbliebenen Männer, diesem barmherzigen Gott künftig zu folgen.

Urta wandte sich ab und ging in ihr Haus zurück.

Immerhin hatte sie die Fremde davon abgehalten, eines ihrer Fischerboote zu nehmen. Bei ihrer Begegnung am Strand war sie davon überzeugt, dass diese Idun sich gerade die Seile angesehen hatte, um festzustellen, welches der Boote sie am schnellsten ins Wasser schieben konnte.

Diese Gefahr konnte letztlich abgewendet werden, denn Urta hatte ihr gesagt, dass sie noch innerhalb des nächsten Tages in ein großes Dorf gelangen konnte, wo es genügend Krieger und Langboote gab. Und sie hatte noch einmal den Herkunftsort jener anderen Idun genannt, denn die Rothaarige wollte nun unbedingt mehr von diesen Piraten wissen, die in der Lage waren, solche Schwerter zu verschenken.

Es war die richtige Eingebung, ihr das Schwert zu schenken. Auf diese Weise habe ich mit Sicherheit unsere Boote vor ihr gerettet und sie auf den Weg gebracht. Mehr konnte man bei einer wilden Kriegerin wie dieser nicht erwarten.

Urta hatte ihre Blicke nicht vergessen, mit der sie das Schwert betrachtete. Und als sie jetzt weiterzog, bewiesen ihre kräftigen, elastischen Schritte, dass sie darauf brannte, ihre Kraft wieder in einem Kampf zu probieren.

Als Urta ihr Haus betrat, beschloss sie, nicht mehr an diese Kriegerin zu denken. Aber sie bekam ihren Kopf nicht frei von ihr und war davon überzeugt, dass sie eines Tages wieder vor ihrem Haus stehen würde.

Urta verfiel in ein Gebet, als sie sich vorstellte, dass sie von einer wilden Horde begleitet wurde. Dass auch diese Idun die Anführerin einer Gruppe von víkingr wurde. Einer Bande von Piraten, die selbst kleine Fischerboote überfielen, die Männer in die Sklaverei verschleppten und sich nicht zu schade dazu waren, die einfachen Fischerhütten auszurauben.

Fringa selbst verschwendete nicht allzu viele Gedanken an das gerade verlassene Dorf. Ursprünglich wollte sie die Umgebung nach ihren verschleppten Gefährten absuchen, aber Urta hatte ihr geraten, nach Løkken zu gehen. Dort gab es einen Sklavenmarkt, der Ort war höchstens zwei Tagesreisen von dem Überfall entfernt und die Wahrscheinlichkeit am größten, dort etwas über die Verschwundenen zu erfahren. Vater und Tochter würden nicht unbemerkt bleiben, wenn sie auf dem Markt angeboten wurden, was Fringa letztlich hoffte – denn sonst würde die Suche nach den beiden kaum einen Erfolg haben können.

Sie zog direkt an der Küste entlang und durchquerte dabei einen völlig unbesiedelten Teil des Landes. Hier gab es noch nicht einmal eine einzelne Hütte am Ufer, und wenn sie auf einer Anhöhe stand und über das Land schaute, sah sie nur unbebautes Land oder auch kleinere Wälder. Kein Bauer bestellte hier seinen Acker, kein Fischer warf in Küstennähe seine Netze aus.

Die Viking-Züge der vergangenen Jahre hatten offenbar die Menschen vorsichtiger gemacht und sie weiter in das Landesinnere getrieben. Nun, wenn sie erst wieder mit Garpur vereinigt wäre, würden sie auch ihre Stadt wieder aufbauen. Diesmal vielleicht an einem gut passierbaren Fluss, um den Handel zu pflegen, aber sicher genug im Landesinneren, um keine Begehrlichkeiten bei vorüberziehenden Langbooten zu erwecken.

Erst am Abend legte sie eine Rast ein und verzehrte mit großem Heißhunger etwas von dem Proviant Utars, den die ihr in einem kleinen Bündel mitgegeben hatte. Fringa hatte es an einem einfachen Lederriemen quer über dem Rücken getragen, sodass es sie nicht behinderte. Während der gesamten Zeit hielt sie das kostbare Schwert in der Hand, weil sie weder Gurt noch Scheide dafür besaß.

Mehr als ihre Kleidung trug sie nicht am Körper, rollte sich bei Einbruch der Dunkelheit in einer natürlichen Erdmulde zusammen, das Schwert dabei griffbereit in der Hand. Es wurde empfindlich kühl, aber Fringa schlief trotzdem tief und fest und war mit dem ersten grauen Schimmer des heraufdämmernden Tages wieder auf den Beinen.

Sie aß etwas von dem harten Käse und löschte ihren Durst am nächsten Bach, den sie mit einem Sprung überqueren konnte. Fast belustigt dachte sie daran, wie sie noch vor Kurzem in einen wassergefüllten Graben gefallen war. Dabei schlossen sich ihre Finger fester um das fränkische Schwert.

Wer sich mit ihr anlegen wollte, sollte nur kommen! Fringa hatte eine Waffe in der Hand, die sie stark und überlegen machte. Ohnehin konnten Gegner ihr keinen Schrecken einjagen, selbst dann nicht, wenn sie körperlich weit überlegen schienen. Seit frühester Zeit in allen Kampfarten trainiert und zur Freude ihres Vaters allen gleichaltrigen Männern überlegen, hatte sie an der Seite des Jarle von Brønderslev zu einer Perfektion gefunden, die den Gegnern schon nach wenigen ausgetauschten Schlägen Respekt einflößte.

Die Götter haben mich gehört!, schoss es Fringa durch den Kopf, als sie gegen Mittag drei Bewaffnete auf ihrem Küstenweg entdeckte. Die Männer hatten offenbar etwas auf dem Meer beobachtet, wurden aber jetzt auf sie aufmerksam, lachten laut und stießen sich gegenseitig an.

Vermutlich erschien ihnen eine einzelne Frau ein willkommenes Opfer gegen ihre Langeweile zu sein, auch wenn diese Frau unverkennbar ein Schwert in der Hand trug.

Jedenfalls stellten sich die drei breitbeinig in den Weg, das Gesicht zu einem unverschämten Lachen verzogen, bereit, sich auf Fringa zu stürzen, sobald sie nah genug war.

Doch die Kriegerin hatte ihre eigene Vorstellung von diesem Kampf.

Zur Verblüffung der drei lief sie die letzten Schritte rasch auf die Männer zu und schlug dem ersten das Schwert auf den Nasalhelm, sodass der Mann stöhnend zusammenbrach. Noch bevor die beiden anderen ihren Sax gezogen hatten und sich wehren konnten, hatte Fringa dem vorderen die Schwertspitze an den Hals gehalten und einen Warnruf ausgestoßen. Doch die beiden dachten nicht daran, so einfach aufzugeben. Während der vordere Krieger so tat, als würde er sich ergeben, versuchte der zweite in Fringas Rücken zu gelangen.

Sie reagierte blitzschnell, hieb auch dem Zweiten das Schwert heftig auf den Helm, wirbelte auf den Absätzen herum und parierte mit einem mächtigen Hieb den Schwertangriff des Dritten.

Der schaute ungläubig auf sein Sax, das von dem ersten Hieb durchgeschlagen wurde und nur einen kurzen Rest in seiner Faust zurückließ. Mit einem Wutschrei stürzte sich der Krieger auf Fringa, die ihn jedoch rasch abwehrte, indem sie einen Ausfallschritt machte und damit seinen Angriff ins Leere verlaufen ließ. Als er sich dicht neben ihr befand, wurde auch er mit einem Schlag der flachen Klinge unschädlich gemacht. Die Kriegerin schlug ihm das Frankenschwert so kräftig gegen die Wange, dass der Mann beim Erwachen zwei lose Zähne ausspucken sollte. Doch zu diesem Zeitpunkt war sie nicht mehr in deren unmittelbarer Nähe, sondern hatte bereits den Ort betreten, zu dem die drei Männer offenbar gehörten. Es gab einen Hafen, in dem neben einigen Langbooten vor allen Dingen zahlreiche Knorr lagen, die breiten Handelsschiffe, mit denen die Nordmänner bis nach England fuhren und überall Handel betrieben. Der Ort schien sich zu einem wichtigen Umschlagplatz für Güter aus aller Welt zu entwickeln, und Fringa staunte über die Waren, die am Ufer ausgeladen wurden.

„Hey, kannst du mir sagen, ob in den vergangenen Tagen ein Sklavenmarkt stattgefunden hat?“, erkundigte sie sich bei einem jungen Mädchen, das gerade zwei schwere, hölzerne Wassereimer schleppte und sie abgestellt hatte, um sich etwas auszuruhen.

„Ein Sklavenmarkt?“, erkundigte sich die Wasserträgerin und musterte mit raschem Blick die Gestalt der Rothaarigen. Offenbar beeindruckt von dem, was sie sah, beeilte sie sich mit der Antwort. „Der größte Sklavenmarkt ist in Løkken. Wir haben auch einen Sklavenmarkt, aber nicht so groß wie in Løkken. Bei uns fand vor zwei Tagen der letzte statt, weil die Männer von Björkör aufbrechen wollten.“

„Wer waren diese Männer?“

Die junge Frau sah die Kriegerin überrascht an, denn jeder wusste hier, dass es ein kriegerisches Volk dort oben im Norden war, das auf der Insel Björkör lebte und immer an Sklaven interessiert war.

„Nun, Krieger eben. Sie kauften alle Sklaven zu einem guten Preis und Løkken hat davon profitiert – wie immer, wenn diese Männer zu uns kommen!“

„Hast du sehen können, ob ein großer, kräftiger, blonder Mann darunter war und eine junge, blonde Frau in seiner Begleitung?“

„Ein großer, kräftiger Mann und eine junge, blonde Frau? Davon gab es bestimmt ein gutes Dutzend unter den Sklaven!“

Mit einem hellen Auflachen ergriff sie die beiden Holzeimer wieder und schleppte sie ein Stück weiter. Fringa bemerkte an dem Brunnen, von dem sie das Wasser geholt hatte, mehrere andere Frauen und ging zu ihnen hinüber.

Doch so sehr sie sich auch bemühte, niemand konnte ihr eine weitere Auskunft erteilen. Der Sklavenmarkt war einfach zu alltäglich, um irgendjemand von den Einheimischen besonders zu interessieren.

Details

Seiten
0
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783738923520
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v446838
Schlagworte
bolthar wikingerfürst band fringas schwert

Autor

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Titel: Bolthar, der Wikingerfürst Band 4: Fringas Schwert