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Das Böse wohnt in Harkerville Tony Ballard #143

2018 120 Seiten

Leseprobe

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Das Böse wohnt in Harkerville

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Das Tier tappte durch die Dunkelheit, blieb stehen, hob den Kopf und spitzte die Ohren. Ein gedämpftes Knurren entrang sich seiner Kehle.

Soeben war es Mitternacht geworden, und in der großen Tennishalle herrschte Ruhe. Die letzten Spieler waren nach Hause gefahren. Das Flutlicht war gelöscht.

Leer und verwaist lag die langgestreckte Halle da.

Das Tier lief weiter. Es erreichte eine Glastür. Sie war abgeschlossen. Das Tier starrte das Schloß an, und einen Augenblick später war ein klackendes Geräusch zu hören. Schwarze Magie irrlichterte über den Türgriff.

Die Tür öffnete sich - und der Schakal verschwand in der Tennishalle...

Cab Calloway war gewissermaßen Mädchen für alles. Er bespannte Tennisrackets, verkaufte in der kleinen Boutique Sportartikel, gab Tennisunterricht, war Hausmeister, Heizmeister, Platzwart...

Sein Herz gehörte dem weißen Sport. In jungen Jahren hatte er an zahlreichen Turnieren teilgenommen - und nicht nur teilgenommen, sondern auch recht gut abgeschnitten.

Viele Pokale standen in seinem Wohnzimmer und zeugten von einer glanzvollen Zeit. Calloway war auf dem Weg zur britischen Tenniselite gewesen.

Da passierte ihm das Malheur: Achillessehnenriß. Nach einem Blitzstart hatte er plötzlich aufgeschrien und war mit schmerzverzerrtem Gesicht zusammengesackt.

Die Ärzte hatten die Sehne zwar wieder zusammengenäht, aber danach hatte Cab Calloway keine großen Leistungen mehr bringen können.

Ihm blieb nur noch die Erinnerung. Manchmal holte er seine Pressemappe aus dem Schrank und las die Artikel, die man über ihn geschrieben hatte.

Selbst von harten Kritikern war er gelobt worden. Alle hatten ihm eine große Zukunft vorausgesagt.

Nun, Ruhm und Reichtum waren ausgeblieben, aber er vermißte beides nicht. Er war trotzdem glücklich. Vielleicht sogar glücklicher, als wenn sein Traum in Erfüllung gegangen wäre. Nicht jeder verkraftet das.

Calloway war heute 49 und fühlte sich topfit. Seine Frau war ein Jahr jünger. Ihre Schönheit blätterte langsam ab, aber Calloway liebte sie nach wie vor.

Für ihn hatte sie sich in den 20 Jahren, die er mit ihr schon zusammen war, kaum verändert. Virginia war anständig und treu. Man konnte sagen, daß die Calloways eine vorbildliche Ehe führten.

Sie wohnten in einem Anbau, der zur Tennishalle gehörte. Cab Calloway saß in der geräumigen Wohnküche und war in den Sportteil der Zeitung vertieft.

Virginia hatte eine Bisquittorte gebacken. Sie quirlte den Schlagschaum mit dem Handmixer. Das Gerät war schon alt. Etliche Male hatte Calloway es schon repariert, doch nun würde es bald ausgedient haben.

Der Mixer klapperte, rasselte und summte so laut, daß sich Calloway beim Lesen gestört fühlte. Er hob den Kopf. »Hör mal, Schatz, bist du nicht bald fertig?«

»Gleich«, erwiderte Virginia.

»Wird Zeit, daß wir uns ein neues Gerät zulegen«, sagte Calloway.

Der Handmixer wurde lauter, lief schneller. Irgend etwas schien damit nicht zu stimmen. Die beiden rotierenden Quirler hüpften und tanzten. Der Schlagschaum spritzte durch die Gegend.

»Mist!« keuchte die Frau. »Das Ding ist plötzlich übergeschnappt.«

Immer schneller drehten sich die Quirler. Der weiße Schaum klatschte gegen die Wand und gegen Virginias Schürze.

Virginia wurde vom Handmixer geschüttelt. Sie trug mit dem Gerät einen regelrechten Kampf aus. Der Mixer geriet völlig außer Kontrolle, spielte verrückt.

Virginia schimpfte krächzend. »Cab!« rief sie. »Hilf mir!«

»Stell das verdammte Ding doch einfach ab!«

»Das geht nicht!« ächzte die Frau. Jetzt klebte der Schlagschaum auch schon in ihrem Gesicht.

Sie bewegte den Dreistufenschalter mit dem Daumen hin und her. Es passierte nichts. Der Mixer lief weiter.

»Cab!« schrie Virginia, nun schon verzweifelt. »So hilf mir doch!«

Calloway sprang auf. Er schob den Küchentisch einen halben Meter von sich und eilte zu seiner Frau. Auch er blieb vom Schlagschaum nicht verschont, und da auch schon dicke weiße Batzen den Boden bedeckten, wäre er beinahe ausgerutscht und gestürzt.

»Daß ihr Frauen so furchtbar unpraktisch seid!« sagte er. »Kaum läuft mal was schief, schon wißt ihr euch nicht mehr zu helfen.«

»Du siehst doch, daß sich das verflixte Ding nicht abstellen läßt!« Virginia bewegte den Schalter wieder hin und her.

»Dann zieht man eben den Stecker raus«, sagte Cab Calloway. Er griff an seiner Frau vorbei nach dem Kabel und zog mit einem raschen Ruck daran.

Ohne Strom hätte der Mixer nicht weiterlaufen dürfen - er tat es aber, quirlte sogar noch wilder. Jetzt war Cab Calloway perplex. Das verstand er nicht.

Der Handmixer lief ohne Strom!

»Das Ding ist verhext!« schrie Virginia.

Der Kunststoffbehälter, in dem sich so gut wie kein Schlagschaum mehr befand, rutschte seitlich davon und landete auf dem Boden, Virginia hob den Handmixer und drehte ihn so, daß die blitzenden Quirler auf ihr Gesicht wiesen.

»Um Himmels willen, Virginia!« schrie Cab Calloway. »Was machst du?« »Ich nichts...!« stöhnte die Frau. Entsetzt starrte sie das rotierende Metall an, das ihrem Gesicht immer näher kam. »Cab...! Der Mixer...! Er will mich...!«

»Laß ihn fallen!« schrie Calloway. »Das... das kann ich nicht. Er klebt an meiner Hand!«

Wenige Zentimeter waren die Quirler nur noch von Virginias Gesicht entfernt. Es sah so aus, als hätte sie die Absicht, sich mit dem Gerät zu verletzen.

In Wirklichkeit aber wehrte sie sich verzweifelt dagegen. »Cab!« schrie sie grell. »C-a-a-a-b...!«

Der Mann stürzte sich auf die Hand. Rasselnd und klirrend drehten sich die Quirler direkt vor Virginias schreckgeweiteten Augen. Calloway schaffte es fast nicht, seiner Frau das Gerät zu entreißen.

Virginia schien sich etwas antun zu wollen. Er drückte ihren Arm nach unten. »Laß los! Laß los!« schrie er. »Mach die Hand auf!«

Doch Virginias Finger blieben um den Griff gekrampft. Nach minutenlangem Ringen setzte sich Cab Calloway endlich durch. Der Handmixer landete auf dem Küchenboden.

Daraufhin schnellten die Metallquirler wie Harpunenpfeile aus dem Gerät und schossen gefährlich durch die Küche. Einer streifte Calloways Schläfe und durchschlug das Drahtglas des Hängeschranks. Der andere blieb in der Tür des Kühlschranks stecken.

Flammen schlugen aus dem Gerät. Es stank nach verschmorter Isolierung. Calloway riß ein Geschirrtuch vom Haken und erstickte die Flammen. Als er sich aufrichtete, sank seine Frau zitternd gegen ihn.

»Cab!« schluchzte sie. »Cab, was war das?«

»Ich weiß es nicht, Virginia. Ich habe so etwas noch nie erlebt.«

»Es ging nicht mit rechten Dingen zu.«

»Könnte man meinen.«

»Ich habe Angst, Cab.«

»Es ist vorbei«, sagte Calloway.

Aber etwas in ihm sagte ihm, daß er nicht recht hatte.

***

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SOBALD SICH VIRGINIA einigermaßen erholt hatte, machte sie die Küche sauber. Ihr Mann half ihr. Er zog den Quirler aus der Kühlschranktür.

»Schöner Schaden«, brummte er mißmutig. »Mit was für einer Wucht die Quirler einschlugen... unvorstellbar.« Wieder behauptete Virginia, der Handmixer müsse verhext gewesen sein, aber das wollte Cab Calloway nicht gelten lassen. »Unsinn, Virginia«, sagte er. »So etwas gibt es nicht.«

»Hast du denn eine vernünftige Erklärung für das, was passiert ist?«

»Im Moment nicht. Ich werde mir morgen diese Höllenmaschine ansehen. Ich werde das Gerät komplett zerlegen...«

»Wenn du vorhast, es noch einmal zu reparieren, sage ich dir gleich, daß du dir die Arbeit sparen kannst, denn ich werde es nie mehr verwenden.«

»Ist das nicht verrückt? Eine Küchenmaschine macht plötzlich Terror. Wenn du das jemandem erzählst, sorgt er dafür, daß man dich in eine Zwangsjacke steckt.« Er legte den Handmixer auf den Küchentisch und warf einen Blick auf die Wanduhr. »Halb eins vorbei. Wird Zeit, daß wir ins Bett kommen.«

»Ich kann bestimmt nicht schlafen. Ich bin viel zu aufgeregt«, sagte Virginia.

»Du kriegst einen Kognak - zur Beruhigung«, sagte Cab Calloway und holte zwei Gläser und die Flasche.

Virginia, die selten Alkohol trank, schüttelte sich nach dem ersten Schluck.

»Daß es Leute gibt, denen so etwas schmeckt.«

Calloway lächelte. »Du hast so jemanden vor dir.« Er leerte sein Glas auf einmal.

»Du kannst meinen Kognak auch haben«, sagte Virginia.

»Diesmal muß ich darauf bestehen, daß du ihn selbst trinkst, denn diesmal ist er eine Medizin. Er wird deine Nerven stärken und dir deine innere Ruhe wiedergeben. Trink aus. Und dann... Schluß für heute.«

Viermal nippte Virginia an ihrem Glas, bis es leer war.

Plötzlich vernahmen sie ein schauriges Geheul.

Virginias Augen weiteten sich vor Entsetzen. Die Angst war sofort wieder da. Sie starrte ihren Mann nervös an. »Cab, was war das?«

»Hörte sich an, als hätte sich ein Wolf in die Tennishalle verirrt«, sagte Calloway. »Da Wölfe in London aber fast so selten Vorkommen wie Pinguine am Äquator, kann es sich nur um einen Hund handeln. Er muß durch irgendein Fenster in die Halle gelangt sein und findet nun nicht mehr raus.«

Das Geheul wiederholte sich. Unheimlich schwang es durch die große Halle. Virginia rieselte es eiskalt über den Rücken.

»Das hört sich schrecklich an. Ich habe eine Gänsehaut.«

»Mal sehen, was ich für unseren vierbeinigen Freund tun kann«, sagte Calloway.

Er hatte für Tiere sehr viel übrig. In manchen Fällen waren sie ihm sogar lieber als Menschen. Er war gegen Tierversuche und hätte seiner Frau niemals einen echten Pelzmantel geschenkt. Wenn der Tierschutzverein um eine Spende bei ihm anklopfte, geschah dies nie vergeblich.

Virginia grub die Schneidezähne in ihre Unterlippe. »Bleib hier«, flehten ihre Augen. »Ich fürchte mich allein.« Aber sie sagte es nicht.

»Bin gleich wieder bei dir«, versprach Calloway und verließ die Dienstwohnung.

Als er die Tennishalle betrat, empfing ihn ein langgezogenes Geheul, und dann geschah etwas Merkwürdiges: die gesamte Flutlichtanlage schaltete sich ein.

Ein Leuchtkasten nach dem anderen. Taghell wurde es in der großen, leeren Halle.

Der Hund kann das nicht gewesen sein! dachte Cab Calloway. Außer dem Tier muß auch ein Mensch hier sein. Um diese Zeit! Das riecht nach Einbruch!

»Hallo!« rief Calloway mit fester, energischer Stimme. Der andere sollte nicht glauben, daß er sich fürchtete. »Hallo, wer ist da?«

Hallend verebbte sein Ruf, auf den niemand reagierte. Er blickte sich mißtrauisch um, fühlte sich beobachtet, aber er konnte niemanden sehen.

Vor ihm lagen zehn Tennisplätze. An diese schloß sich eine Trainingsbox. Dort wurden den Spielern von einem Automaten die Bälle so zugespielt, wie man es haben wollte. Man konnte seinen Bewegungsablauf mit einer Videokamera aufzeichnen und ihn sich anschließend auf dem Monitor ansehen. So lernte man aus seinen Fehlern.

Hinter der Trainingsbox befand sich das Clubbüffet, und in diese war die kleine Sportartikelboutique integriert, die Calloway auch gleichzeitig als Werkstatt diente.

Dort bespannte oder reparierte er die Tennisschläger, und dort befand sich auch eine kleine Registrierkasse, die über Nacht selbstverständlich leer war, aber das schien der Einbrecher nicht zu wissen.

Verrückt, den Hund mitzunehmen, dachte Cab Calloway. Nun hat ihn das Heulen des Tiers verraten.

Er schritt die Front der Tennisplätze ab, wandte sich immer wieder um. »Na warte, du Mistkerl!« brummte er. »Wenn ich dich erwische, prügle ich dich windelweich.«

Es gab Leute, die machten aus ihren Hunden gefährliche Waffen. Stolz nahmen sie ihre auf den Mann dressierten Killerhunde überallhin mit.

Befand sich so ein Tier irgendwo in der Halle? Calloway schluckte trocken. In seinen Augen war es ein Verbrechen gewissenloser Menschen an der unschuldigen Kreatur.

Die Hunde konnten nichts für ihre Gefährlichkeit. Man hatte sie so lange gedrillt und gequält, bis sie zu Killern wurden. Umdrehen konnte sie niemand mehr. Man konnte sie nur noch töten.

Calloway begab sich in die Boutique. Er bewaffnete sich mit einem alten Tennisschläger und setzte seinen Rundgang fort.

Das Summen eines. Elektromotors drang an sein Ohr. Das Geräusch kam aus der Trainingsbox. Mit Hilfe des Motors konnte man das Netz vor- und zurückfahren.

Calloway betrat die Box. Ein hohes Gitter schirmte es ab, damit schlecht getroffene Bälle drinnen blieben. Cab Calloway sah weder den Hund noch dessen Besitzer.

Er stand in der Mitte der Box und drehte sich langsam um die eigene Achse.

Und plötzlich ging der Teufelszauber los...

***

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VIRGINIA CALLOWAY WARTETE ungeduldig auf die Rückkehr ihres Mannes. Ihr war in der Küche nicht mehr geheuer, deshalb ging sie ins Wohnzimmer.

Dieses unheimliche Heulen ging ihr nicht aus dem Kopf. Sie brauchte nur daran zu denken, und schon überlief es sie eiskalt. Fröstelnd rieb sie sich die Arme.

Wieso war es denn so kalt? Sie begab sich zum Zimmerthermometer. Es zeigte 21 Grad Celsius, Es war nicht kalt. Aber Virginia empfand so, Was hatte das alles zu bedeuten? Zuerst spielte der Handmixer verrückt, dann heulte in der Halle ein Wolf oder ein Hund - und nun diese unnatürliche Kälte.

Irgend etwas war hier im Gange. Etwas, das Virginia nicht begreifen konnte und das ihr deshalb Angst machte. Wieso blieb Cab so lange fort? Er wollte doch gleich wiederkommen.

War ihm irgend etwas zugestoßen? Virginias Kehle wurde eng, und als das Telefon plötzlich anschlug, fuhr sie mit einem heiseren Schrei herum und starrte den Apparat nervös an.

Wer rief zu so später Stunde noch an? Er mußte doch damit rechnen, daß sich die Calloways schon schlafen gelegt hatten. Quälend laut schrillte der Apparat.

Lauter als sonst! Jedenfalls kam es Virginia so vor. Zuerst wollte sie nicht abheben, aber dann ging ihr das Läuten so sehr auf die Nerven, daß sie den Hörer abnehmen mußte.

Sie meldete sich, aber am anderen Ende sagte niemand etwas. Die Leitung war jedoch nicht tot.

»Hallo!« rief die Frau ärgerlich in die Sprechrillen. »Warum sagen Sie nichts? Warum melden Sie sich nicht?«

»Hallo, Virginia«, sagte ein Mann.

Kannte sie die Stimme? Erlaubte sich einer der Tennisspieler einen Scherz? Sie ging die Reihe derer, denen sie so etwas zutraute, durch. Die Stimme paßte zu keinem dieser Leute.

»Du hast Angst, nicht wahr?« sagte der Mann höhnisch.

»Wer sind Sie?« fragte Virginia mit belegter Stimme. »Wieso duzen Sie mich?«

»Vielleicht bist du es nicht wert, dir mehr Respekt zu zollen.«

»Was erlauben Sie sich?« brauste die Frau auf. Sie wollte wütend auflegen, doch sie hatte das Gefühl, daß das der Anrufer nicht zuließ. War er tatsächlich imstande, sie zu zwingen, ihm zuzuhören?

»Du fürchtest dich mit Recht«, behauptete der Mann. »Mich muß man fürchten.« Das klang weder verrückt noch überheblich. Es schien die Feststellung einer unbestreitbaren Tatsache zu sein.

Der Anrufer wurde Virginia unheimlich.

»Wer sind Sie?« wollte sie abermals wissen. Diesmal kam die Frage zaghaft über ihre Lippen.

»Ich hätte dich und deinen Mann vorhin mit dem Küchengerät töten können!«

»Sie steckten dahinter? Wie haben Sie das gemacht?«

Der Anrufer lachte rauh. »Du bist sehr neugierig, Virginia. Ich habe Pläne mit euch.«

»Was für Pläne?« fragte Virginia.

Der Mann blieb ihr die Antwort schuldig.

»Ich... ich rufe die Polizei an!« drohte Virginia. »Man wird Sie festnehmen und einsperren.«

»Das kann niemand.«

»Die Gefängnisse sind voll mit Leuten, die so dachten wie Sie.«

»Wir werden ein Stück Weges zusammen gehen, Virginia. Bereite dich seelisch darauf vor«, sagte der Anrufer. Dann klickte es, und die Leitung war tot.

Wie hatte der Mann das gemeint? Virginia ließ den Hörer langsam sinken. Sie legte ihn in die Gabel, und plötzlich ging ein geheimnisvolles Knistern durch den Kaum.

Verdutzt drehte sich die Frau um. Das Fernsehgerät hatte sich eingeschaltet. Auf welche Weise inszeniert dieser verflixte Kerl den Spuk? fragte sich Virginia, völlig durcheinander.

Auf dem Bildschirm erschien ein junger, kräftiger, gutaussehender Mann. Aber das war keine SendungÎ Auf keinem anderen Bildschirm war dieser Mann zu sehen.

Er war nur Virginia erschienen. Sein Lächeln hatte die gleiche Kälte, die Virginia im Wohnzimmer festgestellt hatte, und in seinem Blick erkannte die Frau abgrundtiefe Bosheit.

»Nun kannst du mich nicht nur hören, sondern auch sehen«, sagte er.

Virginia gab sich einen Ruck. Obwohl sie sich vor dem Mann fürchtete, stürzte sie zum TV-Gerät und wollte es abschalten, aber das war nicht möglich.

Der Mann lachte. Ihre Panik, ihre Verstörtheit amüsierten ihn.

»Du bist schwer von Begriff, Virginia«, sagte er.

Weiße Geisterschlangen zuckten zwischen den Knöpfen hervor. Virginia hörte ihr aggressives Zischen und riß die Hand entsetzt zurück.

Die Schlangen waren gleich wieder weg, hatten sich aufgelöst. Virginia taumelte mehrere Schritte zurück. Sie stieß mit den Waden gegen einen Sessel und plumpste hinein.

Ungläubig starrte sie den Mann an. Ein drittesmal fragte sie ihn, wer er sei, und diesmal ließ er sich herab, es ihr zu verraten. »Ich bin Loxagon, der Teufelssohn«, sagte er.

Dann verschwand er vom Bildschirm, und Virginia Calloway zweifelte an ihrem Verstand.

***

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DER AUTOMAT »SPUCKTE« den ersten Tennisball aus. Flugrichtung und Ballgeschwindigkeit konnte man vorher festlegen. Man konnte den Automaten so einstellen, daß die Bälle überraschend kamen - einmal hierhin, einmal dorthin -, damit man sich nicht darauf vorbereiten konnte. Das Gerät war aber auch so einzustellen, daß die Bälle stets auf denselben Punkt hinflogen. So konnte man einen Schlag so lange üben, bis man ihn perfekt beherrschte.

Diesmal sauste der Tennisball haargenau auf Cab Calloway zu, und das mit einer Wucht, die sich außerhalb des Einstellbereichs befand.

Der Ball kam mit dem Tempo einer Kanonenkugel. Calloway duckte sich blitzschnell. Wenn der Ball ihn getroffen hätte, hätte er ihn niedergestreckt.

»Verdammt!« keuchte Calloway.

Schon kam der nächste Ball. Cab Calloway begriff: Der Automat schoß auf ihn! Calloway sprang hin und her. Die Tennisbälle sausten wie ein schwerer Hagelschlag auf ihn zu.

Er wehrte einige mit dem Schläger ab. Die Aufprallwucht war so groß, daß sie ihm das Racket aus der Hand zu reißen drohte. Als ein Ball Calloways Körper traf, flammte ein heißer Schmerz auf.

Der Kehle des Mannes entrang sich ein heiserer Schrei. Er war unkonzentriert, und sofort trafen ihn weitere Bälle. Hammerschlägen gleich trommelten sie gegen ihn.

Er schrie und stöhnte, krümmte sich unter Schmerzen. Je öfter er getroffen wurde, desto langsamer reagierte er. Die Ballwurfmaschine schien ihn töten zu wollen.

Ich muß raus! schrie es in ihm, Haus aus der Trainingsbox, aber schnell, sonst bin ich verloren!

Er drehte sich um, krümmte den Rücken, duckte sich ganz tief. Ein Ball traf seine Kniekehle. Das brannte wie Feuer. Der Automat schoß auf die andere Kniekehle, und Cab Calloway brach zusammen. Im Fallen traf ein Tennisball noch seinen Hinterkopf, und ihm wurde schwarz vor den Augen.

Als er zu sich kam, war sein ganzer Körper ein einziger Quell des Schmerzes. Er lag in der Trainingsbox. Die Ballwurfmaschine hatte aufgehört zu schießen.

Calloway blickte sich um. Er hätte von Tennisbällen umgeben sein müssen, doch sie waren verschwunden. War es möglich, daß er sich diesen unbegreiflichen Spuk eingebildet hatte?

Und die Schmerzen? Die konnte er sich nicht einbilden, die waren echt. Teufel, was ging hier vor? Was würde geschehen, wenn er aufstand?

Würde die Ballwurfmaschine wieder wie eine feindliche Kanone auf ihn schießen? Ächzend drückte sich Cab Calloway mit beiden Armen hoch.

Plötzlich vernahm er das aggressive Knurren eines Hundes. Er wandte entsetzt den Kopf und blickte zum Ausgang. Ein großer, kräftiger Schakal stand dort mit gesträubtem Nackenfell und gefletschten Zähnen.

Calloway wurde angst und bange.

***

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HASTIG GRIFF CAB CALLOWAY nach dem alten Racket, das er wie eine Keule verwenden würde, falls das Tier ihn angriff. Calloway rechnete damit.

Er holte mit beiden Händen aus, stand mit gegrätschten Beinen da und wartete. Zu wem gehörte der Schakal?

Schweiß glänzte auf Calloways Stirn. Im Moment schien die Situation eingefroren zu sein. Weder der Mann noch das Tier rührten sich von der Stelle.

Calloway sagte sich wieder, daß er raus müsse. In der Trainingsbox hatte ihn der Schakal unter Kontrolle. Draußen gab es mehr Fluchtmöglichkeiten.

Würde ihn der Schakal aber hinaus lassen? Ich muß es versuchen, überlegte Calloway. Wenn ich keine Furcht zeige, kann ich das Tier unter Umständen einschüchtern. Ich muß so tun, als wäre ich davon überzeugt, daß ich dem Tier überlegen bin.

Er setzte sich langsam in Bewegung. Sein Körper mußte mit Blutergüssen übersät sein. Jeder Schritt schmerzte ihn, aber er biß die Zähne zusammen und blickte dem Tier fest in die Augen.

Der Schakal zog die Lefzen noch höher und verstärkte sein feindseliges Knurren. Es war vermutlich eine Warnung für Cab Calloway, nicht näherzukommen, aber der Mann ging trotzdem weiter.

Er erreichte das Tier. Wenn er beißt, schlage ich zu! dachte Calloway aufgeregt. Oder sollte er nicht erst darauf warten, sondern als erster angreifen?

Seine Nerven waren bis zum Zerreißen gespannt. Der Schakal wich zur Seite, als hätte er Angst vor dem Racket. Calloway ging an dem Tier vorbei.

Sein Herz schlug bis zum Hals hinauf. Du schaffst es, sagte er sich. Du hast das Tier beeindruckt. Es fürchtet sich, deshalb greift es dich nicht an.

Er ging weiter, verließ die Trainingsbox. Aber er wagte sich noch nicht zu freuen. Er hatte das unbestimmte Gefühl, daß immer noch etwas schiefgehen konnte.

Jetzt forcierte er seine Schritte. Da peitschte plötzlich eine Stimme gegen seinen Rücken - hart und gebieterisch. »Halt! Bleib stehen!«

Calloway wollte nicht gehorchen, aber er mußte. Die Stimme hatte ihn förmlich festgenagelt.

»Umdrehen!« lautete der nächste Befehl. Wieder mußte Cab Calloway gehorchen.

Er wandte sich um und erblickte einen kriegerisch aussehenden Mann. Der Schakal war verschwunden.

»Wer sind Sie? Was haben Sie hier zu suchen?« fragte Calloway bissig. »Wo ist der Schakal?«

»Ich bin der Schakal«, erwiderte der Mann.

»Sie sind verrückt. Ich werde...«

»Nichts wirst du!« knurrte der Fremde. »Gar nichts. Nur noch gehorchen.«

»Wie heißt die Irrenanstalt, aus der Sie kommen?«

»Nimm den Mund nicht so voll, sonst schalte ich die Ballwurfmaschine noch einmal ein!« warnte der Unbekannte.

»Was tun Sie mitten in der Nacht mit Ihrem Schakal hier? Wieso halten Sie sich nicht, wie andere Leute, einen Hund? Sie sind wohl ein ganz besonders verschrobener Exzentriker.«

Der Fremde kam einige Schritte näher. Ein eisiges Lächeln, das nicht seine Augen erreichte, umspielte seine Lippen. »Wärst du auch gern ein Schakal?«

Calloway schluckte aufgeregt. »Was... was soll diese idiotische Frage?«

»Ich könnte es dir ermöglichen.«

»Hören Sie«, kreischte Calloway. »Ich finde, Sie gehen mit diesem verrückten Spiel entschieden zu weit.«

»Du wirst mir gehorchen, wirst mir dienen - auch dann, wenn ich nicht in der Nähe bin.«

Calloway kam immer mehr zu der Überzeugung, daß er es mit einem Geisteskranken zu tun hatte. Der Fremde bestärkte ihn in dieser Annahme auch noch, als er sich plötzlich vor Calloway, hinkniete und sich mit den Armen abstützte.

Was soll das denn werden? dachte Calloway nervös. Die Antwort bekam er umgehend, und sie war so verblüffend und schockierend, daß Cab Calloway seinen Augen nicht traute.

Der Unbekannte hatte die Wahrheit gesagt.

Er war der Schakal!

Die Verwandlung ging sehr schnell vor sich. Der Körper des Fremden wurde schmal und streckte sich, sein Kopf wurde länglich, der Mund wurde zur Schnauze, und gleichzeitig wuchs dem Mann ein dichtes Fell.

Wieder knurrte das Tier, doch diesmal blieb es nicht bei der Drohgebärde. Der Schakal griff an! Calloway schwang das Racket weit nach hinten.

Der Schakal stieß sich ab, sprang -und Cab Calloway schlug mit der ganzen Kraft, die er aufzubieten hatte, zu. Das Racket traf den Tierleib und brach.

Es war so, als hätte Calloway mit dem Schläger einen Granitblock getroffen. Einen Sekundenbruchteil später prallte der Schakalkörper mit ungeheurer Wucht gegen Calloway und stieß ihn um.

Jetzt hatte Calloway die Bestie über sich. Er tat das einzige, was er noch konnte: Er brüllte seine Todesangst laut heraus.

***

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VIRGINIA HÖRTE DEN Schrei ihres Mannes und zuckte wie unter einem Stromstoß zusammen. »Cab...!« hauchte sie schreckensbleich.

Sie biß sich in die Faust, zitterte, wußte nicht, was sie tun sollte. Hilfe, dachte sie. Wir brauchen Hilfe. Dort draußen ist etwas Schreckliches geschehen. Die Polizei muß her.

Sie hatte nicht den Mut, sich in die Halle zu begeben. Sie konnte nichts für Cab tun - außer die Polizei anrufen. Blitzschnell griff sie zum Hörer.

Mit zitterndem Finger wählte sie den Polizeinotruf, und sobald sich am anderen Ende eine Stimme meldete, platzte es aus ihr heraus: »Sie müssen sofort kommen... Mein Mann... Ich weiß nicht, was ihm zugestoßen ist... Er hat so schrecklich geschrien... Er ist draußen in der Tennishalle... Ich heiße Virginia Calloway... Mein Mann und ich, wir arbeiten im ABC Tennis Center... Bitte schicken Sie sofort einen Wagen...«

Der Mann am anderen Ende lachte.

Ein Polizist, der Virginia in dieser Situation auslachte?

Das war kein Polizist! Das war Loxagon!

Er hatte sich eingeschaltet, ließ das Gespräch nicht hinaus. Die Frau ließ den Hörer fallen, als wäre er glühendheiß geworden.

Sie wich einen Schritt zurück und legte die Hände auf die fahlen Wangen. Verstört schaute sie auf den hin und her pendelnden Hörer, aus dem Loxagons hohntriefende Stimme kam.

»Virginia, was hast du denn? Warum sprichst du nicht mit mir?«

Sie raufte sich die Haare. »Hör auf!« schluchzte sie. »Ich verliere sonst den Verstand... Oder... habe ich ihn bereits... verloren?«

Sie bückte sich, griff nach dem Hörer und legte ihn in die Gabel. Aber Loxagon sprach weiter zu ihr. Seine Stimme schien überall im Raum zu sein.

»Hast du Angst vor mir, Virginia?«

»Ja«, stöhnte die Frau.

»Solange du mir gehorchst, hast du nichts zu befürchten.«

Virginia schloß die Augen und hielt sich die Ohren zu. Sie taumelte aus dem Wohnzimmer, als wäre sie betrunken. Wie stellte man diesen unheimlichen Spuk ab?

Nach wie vor wußte Virginia nicht, wie es um ihren Mann stand, ob er überhaupt noch lebte. Er hatte so entsetzlich geschrien, daß das Schlimmste zu befürchten war.

Schritte näherten sich der Wohnungstür. Virginia hörte sie, sobald sie die Hände von den Ohren nahm. Mit furchtgeweiteten Augen starrte sie die Tür an.

Gleich würde sie sich öffnen. Wen würde Virginia dann sehen? Ihren Mann oder... Loxagon? Die Klinke bewegte sich, und im nächsten Augenblick schwang die Tür zur Seite.

Virginia stockte der Atem. Alles in ihr verkrampfte sich. Die Spannung war schier unerträglich. Umso größer war die Erleichterung, als Virginia ihren Mann erblickte.

»Cab!« Sie eilte auf ihn zu. »Cab, ich... ich glaube, ich habe den Verstand verloren!«

Er trat ein, schloß die Tür.

»Was war dort draußen los?« wollte Virginia wissen. Ihr Blick wieselte an ihm auf und ab. »Du... du hast so fürchterlich geschrien. Oder... warst du das nicht?«

Virginia entdeckte keine Verletzung an ihrem Mann. Sie war froh, daß er unversehrt war. Zitternd sank sie gegen ihn. Er schlang seine Arme um sie, so fest, als würde er sie gefangennehmen. »Was ist in der Halle passiert, Cab?«

»Was ist hier geschehen« fragte er zurück.

»Ich kann dir nur erzählen, was ich glaubte zu erleben«, antwortete Virginia, und dann berichtete sie von dem Spuk, der nicht wahr sein konnte. »Meine Sinne müssen mir einen Streich gespielt haben«, sagte die Frau.

Zu ihrer großen Überraschung schüttelte Cab aber den Kopf. »Nein, Virginia. Das waren keine Trugbilder, keine Sinnestäuschungen. Du hattest tatsächlich mit Loxagon zu tun.«

Sie sah ihm entgeistert in die Augen. »Er... er nannte sich ›der Teufelssohn‹, Cab.«

Calloway nickte. »Das ist er.«

»Aber...«

»Ich bin ihm ebenfalls begegnet«, sagte Cab Calloway. »Er kann unvorstellbare Dinge tun, ist stark und mächtig. Wir müssen ihm dienen. Er will, daß wir ihm helfen.«

»Wobei?«

Calloway bleckte die Zähne. Sein Gebiß kam Virginia plötzlich so anders vor. Sein Mund veränderte sich, die Form des Kopfes ebenfalls.

»Cab, was ist los mit dir?«

»Ich bin nicht nur Cab. Ich bin auch Loxagon«, knurrte Calloway. »Sein Vater ist Asmodis, der Höllenfürst. Seine Mutter war eine Schakalin.«

Virginia wollte sich von ihrem Mann trennen. Sie glaubte zu träumen. Hatte Cab plötzlich einen... Schakalschädel?

Sie schrie und bettelte, er solle sie loslassen. Sie schlug mit den Fäusten gegen seine Brust.

»Bitte, Cab! Ich habe entsetzliche Angst!« schluchzte sie, doch er nahm darauf keine Rücksicht Seine Arme preßten sie so fest gegen seinen Körper, als wollte er ihr das Kreuz brechen. Als die kalte Schnauze sie berührte, schrie sie wie von Sinnen.

Etwas kam aus Cab heraus und ging auf sie über. Sie stemmte sich mit ganzer Kraft gegen ihn, und als er sie jäh losließ, wankte sie drei Schritte zurück.

Fassungslos sah sie ihn an. Cab sah aus wie immer. Wieso hatte sie sich vorhin eingebildet, er hätte einen Schakalkopf? Konnte sie sich auf ihre Augen nicht mehr verlassen?

Das, was aus seinem Mund gekommen war, zerfaserte in ihr, füllte sie von Kopf bis Fuß aus und ließ sie ruhig werden. Ihr Herzschlag normalisierte sich.

Sie regte sich nicht mehr auf, hatte keine Angst mehr. Sie spürte eine undefinierbare Veränderung in sich, doch sie machte sich deswegen keine Sorgen.

Es war alles in Ordnung...

***

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ES WAR EIN TAG, DEN man vergessen konnte. Grau und neblig war er, unansehnlich, kühl und feucht. Dieses Wetter zog nicht nur in die Glieder, sondern auch ins Gemüt.

Ich wandte den Blick vom Fenster, war zu Besuch bei Freunden. Mir gegenüber saß Mr. Silver, unser derzeitiges Sorgen kind. Der Zwei-Meter-Hüne hatte Probleme, seit ihm Yora, die Totenpriesterin, ihren Seelendolch in den Rücken gestoßen hatte.[1]

Vieles war mit dem Ex-Dämon Mr. Silver seither geschehen - wenig Erfreuliches. Wir mußten froh sein, daß er noch lebte. Schleppend erholte er sich, Als wir ihn aus der Vergangenheit zurückbrachten, war er völlig apathisch gewesen. Inzwischen nahm er am Leben, das sich um ihn herum abspielte, wieder Anteil.

Wenn man ihn so ansah, hätte man meinen können, er wäre wieder der alte, doch der Schein trog. Er konnte sich seiner übernatürlichen Kräfte nicht mehr bedienen.

Was seine Freundin Roxane und sein Sohn Metal auch versucht hatten, es hatte keinen Erfolg gebracht. Uns allen blieb nur die Hoffnung auf den einzigen zündenden Funken.

Für jedes Problem gibt es eine Lösung, diese Erfahrung hatte ich gemacht. Mit Hartnäckigkeit und Ausdauer würden wir sie eines Tages finden, davon war ich überzeugt. Aber wir waren leider noch nicht soweit.

Ich zerbiß den Rest meines Lakritzenbonbons und erzählte, welchen bösen Streich mir der dämonische Wissenschaftler Professor Mortimer Kull gespielt hatte.[2]

»Daß man dem nicht Herr werden kann«, sagte Mr. Silver und schüttelte verständnislos den Kopf.

»Zur Zeit ist er um einiges besser als du«, sagte ich. »Hinzu kommt seine Organisation des Schreckens, auf die er sich stützen und hinter der er sich verstecken kann, und in letzter Zeit hat er seine Gefährlichkeit noch verstärkt, indem er den Super-Cyborg Droosa schuf.« [3]

Mr. Silver blies seinen breiten Brustkorb auf. »Es geht mit mir aufwärts, Tony, das spüre ich. Sobald ich meine gewohnten Kräfte wiederhabe, nehmen wir uns Kull vor, einverstanden?«

»Ich wüßte nicht, was ich lieber täte«, brummte ich, denn Mortimer Kull lag mir wie ein Stein im Magen - unverdaulich.

»Wir kümmern uns um nichts anderes«, sagte Mr. Silver leidenschaftlich. »Wir lassen uns nicht ablenken. Unbeirrbar gehen wir auf unser Ziel los -und dieses Ziel heißt: die totale Vernichtung von Kull.«

»Du sprichst wie in alten Zeiten«, sagte ich. »Leider wird es noch eine Weile dauern, bis du wiederhergestellt bist.«

»Wenn bloß einer von uns eine Idee hätte, wie man deine Genesung beschleunigen könnte«, sagte Metal.

Vor nicht allzu langer Zeit war er noch ein Höllenstreiter gewesen. Dann hatte er sich entschlossen, sich neutral zu verhalten, und inzwischen hatte er die Seiten gewechselt und gehörte zu uns.

Er war sehr wertvoll für uns, konnte vor allem jederzeit für seinen Vater einspringen.

Ich schaute auf meine Armbanduhr. »Tja, dann will ich mal«, sagte ich und erhob mich.

Roxane schüttelte ihr langes schwarzes Haar in den Nacken und sah mich mit ihren grünen Augen dankbar an. »War nett, daß du uns besucht hast, Tony«, sagte sie.

»Ich komme gern, wenn ich Zeit habe«, antwortete ich.

Zusammenfassung

Das Böse wohnt in Harkerville

Tony Ballard Nr. 143

von A.F.Morland

Tony Ballard ist der Dämonenhasser. Er kämpft gegen die Mächte der Finsternis und begegnet dem Unfassbaren. Vampire, Dämonen, Werwölfe und andere Kreaturen der Schattenwelt sind seine unbarmherzigen Gegner. Erfolgsautor A. F. Morland schuf diese einzigartige Horror-Serie, die jetzt endlich auch im E-Book vorliegt.

Details

Seiten
120
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783738922660
ISBN (Buch)
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2018 (September)
Schlagworte
böse harkerville tony ballard

Autor

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Titel: Das Böse wohnt in Harkerville Tony Ballard #143