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Der Henker des Satans

2018 120 Seiten

Leseprobe

Der Henker des Satans

Cedric Balmore

Published by BEKKERpublishing, 2018.

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Der Henker des Satans

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Unheimlicher Roman

von Cedric Balmore

Der Umfang dieses Buchs entspricht 107 Taschenbuchseiten.

Als Laureen Brexton ihre Haustür öffnet, steht ihr ein unheimlicher Mann gegenüber, der sich ihr als Professor Hailcorn vorstellt. Er hat ein merkwürdiges Anliegen an die junge Reporterin, denn sie recherchiert im Fall Matkinson – ein alter, zurückgezogen lebender Mann, der aus seinem Haus auf mysteriöse Weise verschwunden ist. Hailcorn offenbart Laureen, dass er sich dazu berufen fühlt, aus dem Jenseits kommende Racheforderungen zu erfüllen. So soll nun auch der Mörder von Matkinson von ihm und seinen Anhängern gerichtet werden.

Mit seinem Erscheinen wird die junge Frau in grauenvolle Ereignisse verstrickt, die für sie zu einer tödlichen Bedrohung werden.

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Copyright

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Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author /COVER TONY MASERO

© dieser Ausgabe 2018 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

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Die Hauptpersonen des Romans:

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Professor Hailcorn — Er fühlt sich dazu berufen, aus dem Jenseits kommende Racheforderungen zu erfüllen.

Laureen Brexton — Als Reporterin wird sie in grauenvolle Ereignisse verstrickt, die als tödliche Bedrohung enden.

Dave Knight — Er hat seine Vorstellungen vom Leben und scheitert bei dem Versuch, sie zu verwirklichen.

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Er war unheimlich.

Laureen Brexton fiel kein anderes Wort für den Mann ein. Er hatte an ihrer Haustür geklingelt und musterte Laureen aus nahezu schwarz wirkenden Augen. Laureen hatte Mühe, keine Angst zu zeigen.

„Sie wünschen?“

Sie schätzte den Fremden auf fünfzig Jahre und meinte zu erkennen, dass seine rechte Gesichtshälfte einer plastischen Operation unterzogen worden war, aber schon im nächsten Moment stellte Laureen sich die Frage, ob nicht die linke Gesichtshälfte aus weichem Kunststoff gefertigt war.

War der Mann wirklich fünfzig? Er konnte ebensogut um zehn Jahre jünger oder älter sein. Es spielte keine Rolle. Was zählte, war seine Hässlichkeit. Sie war umso verwirrender, als die Gesichtszüge nichts Unregelmäßiges hatten und von normalen Proportionen waren. Irritierend war vor allem diese merkwürdige Hautbeschaffenheit, sie war ohne Wärme und Geschmeidigkeit, sie strahlte kein Leben aus.

Leben war nur in den Augen des Mannes, zumindest Bewegung, aber bei genauem Hinsehen zeigte auch das unstete Flackern in den dunklen Schächten eine unnatürliche Kälte.

Wie eisgekühlte Lava, schoss es Laureen durch den Kopf.

So etwas gab es nicht, aber Laureen, die als Reporterin für den „Messenger“ arbeitete, der einzigen Tageszeitung der 15 000-Seelengemeinde Bend in Oregon, hatte eine Schwäche für abstrakte Wortbildungen. Sie liebte es, einprägsame Vergleiche zu konstruieren und musste sich häufig von dem alten Higgins, der Zeitungsbesitzer und Chefredakteur in einer Person war, belehren lassen, dass sein Blatt kein literarisches Sprachrohr war.

„Ich bin Professor Hailcorn“, stellte der Besucher sich vor. Er war unaufdringlich gekleidet. Grauer Straßenanzug, Oberhemd mit gepunkteter Krawatte, weicher Filzhut. Laureen Brexton war nicht überrascht, dass auch seine Stimme von scheinbar synthetischer Qualität wär. Sie quäkte wie der Billiglautsprecher eines japanischen Transistorradios.

„Ich interessiere mich für den Fall Matkinson.“

„Oh“, sagte Laureen erleichtert. „Darüber weiß ich Bescheid. Schließlich war ich damit beauftragt, für meine Zeitung die Recherchen durchzuführen. Treten Sie ein und entschuldigen Sie bitte die Unordnung im Wohnzimmer. Ich bin Hobby-Malerin und habe ein Bild auf der Staffelei stehen.“

Laureen Brexton war 26 Jahre. Sie hatte das Haus am westlichen Ortsrand von ihren Eltern geerbt. Beide waren auf der ersten großen Urlaubsreise, die sie sich nach einem arbeitsreichen Leben geleistet hatten, Opfer eines Wirbelsturms geworden.

Laureens Haus hätte irgendwo in Cornwall, England, stehen können; es war mit Reet gedeckt und besaß kleine Fenster mit Butzenscheiben. Die Holzrahmen waren grün lackiert und kontrastierten mit dem Weiß der Backsteine. Das Haus lag im Zentrum eines mittelgroßen, ziemlich verwilderten Gartens. Laureen hasste Parkatmosphäre, sie erschien ihr wie vergewaltigte Natur. Außerdem verspürte das Mädchen keine Lust, ständig mit Spaten, Harken und Rasenmäher zu hantieren.

Der Besucher musste sich bücken, um das Wohnzimmer betreten zu können. Türrahmen und Zimmerdecke waren niedrig gehalten. Es war ein sonniger Junitag, aber wenn man durch die kleinen Fenster schaute, waren noch die schneebedeckten Gipfel der Mount Bachelor Bergkette zu sehen. Bend war ein bekannter Wintersportort und profitierte von der ständig wachsenden Gemeinde der Skifans.

„Sehr hübsch“, murmelte der Besucher. Seine Lippen bewegten sich kaum beim Sprechen. Er trat an die Staffelei heran und zuckte zusammen.

„Was ist denn das?“, fragte er. Sein Blick klebte förmlich an der Leinwand.

„Ich hoffe, die Fratze erschreckt Sie nicht“, sagte Laureen.

„Was soll das sein?“, erkundigte sich Hailcorn. „Ein Gespenst? Eine Figur aus einem Horrorroman?“

„Nein. Ich habe das Gesicht gesehen - in Matkinsons Haus“, erklärte Laureen. „Wollen Sie nicht Platz nehmen?“

Der Professor ignorierte die Aufforderung. Er starrte unentwegt und offenkundig fasziniert auf das von Laureen gemalte Bild. Es war in Öl gemalt und von zwingender Ausdruckskraft.

„Es war ein schreckliches Erlebnis“, sagte Laureen und setzte sich.

Hailcorn löste seinen Blick von dem Bild, wenn auch nur mit Mühe.

„Sehr realistisch, geradezu beängstigend in der Wirkung“, murmelte er und wandte sich dem Mädchen zu. „Ich bin erstaunt, dass Sie die Kraft haben, so etwas zu malen.“

„Ich habe keine Wahl“, erklärte Laureen. „Ich träume zuweilen von diesem Erlebnis. Ich habe nur dann eine Chance, davon loszukommen, wenn es mir gelingt, das Ganze rational zu verarbeiten und gewissermaßen zu katalogisieren. Ich zwinge mich dazu, mit der Fratze zu leben. Sollte sie ein zweites Mal auftauchen, wird sie mich nicht schockieren können, dann werde ich die Kraft haben, mich mit ihr auseinanderzusetzen.“

„Diese Kraft hatten Sie bei der ersten Begegnung nicht?“, fragte Hailcorn.

„Ich bin schreiend davongelaufen“, gab Laureen zu.

„Ich verstehe“, sagte er, sah aber nicht so aus, als träfe das zu. Seine schwarzen Augen gefielen Laureen ebensowenig wie das plastisch anmutende Gesicht. Sie bereute, den Professor ins Haus gelassen zu haben. Wenn es ihm einfallen sollte, sich ihr unsittlich zu nähern, war niemand in der Nähe, der ihre Schreie hören und ihr zur Hilfe eilen konnte.

Hailcorn setzte sich. Laureen fand, dass seine Bewegungen etwas Mechanisches und Marionettenhaftes hatten. Immerhin passten sie zu seinem Äußeren.

„Ich leite in San Antonio, Texas, einen spiritistischen Zirkel“, erklärte der Besucher. „Er interessiert sich für alles, was eine Kommunikation mit dem Jenseits ermöglicht.“ Er räusperte sich und schloss: „Der Fall Matkinson, von dem wir in den Zeitungen lasen, ist für uns von besonderer Bedeutung. Eines unserer Medien trägt den gleichen Namen und möchte mehr über den Fall wissen. Es möchte mit dem Toten Verbindung aufnehmen.“

Laureen hörte mit einer Mischung von Amüsement und Verwirrung zu. Wenn Hailcorn wirklich ein Akademiker war, ein echter Professor, stellte sich die Frage, was ihn dazu bewegte, an diesen Hokuspokus zu glauben. Noch ehe Laureen Zeit fand, ihr Gegenüber daraufhin anzusprechen, geschah etwas ebenso Merkwürdiges wie zutiefst Erschreckendes.

Laureen hörte Schritte. Sie kamen die Treppe herab. Im Dachgeschoss befanden sich die Schlafräume. Dort hatten ihre Eltern auch ein zweites Bad einbauen lassen.

Laureen kannte die Schritte. Sie hatte sie Tausende von Malen gehört. Es waren die Schritte ihres Vaters.

Die Schritte eines Toten.

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Hailcorn redete weiter. Laureen verstand nicht, was er sagte. Sie glaubte zu träumen. Der Professor schien endlich zu merken, dass eine Veränderung mit ihr vorgegangen 'war.

„Sie sehen blass aus“, sagte er. „Fühlen Sie sich nicht wohl?“

„Hören Sie nicht die Schritte?“, flüsterte Laureen. Sie erhob sich wie unter Zwang, war aber unfähig, auch nur einen Meter vorwärts zu gehen.

Die Schritte stoppten genau vor der Wohnzimmertür.

Laureens Herz hämmerte. Sie blickte auf den Messinggriff. Er bewegte sich. Er wurde langsam herabgedrückt. Laureen öffnete den Mund, sie hätte am liebsten geschrien, aber sie brachte keinen Laut über die Lippen. Sie schloss die Augen.

Litt sie unter Halluzinationen? Als sie die Lider hob, fiel ihr Blick auf die Staffelei und das fast schon vollendete Bild.

Ihr Werk. Aber war es das wirklich? Es schien, als würde das Ölbild zu leben beginnen. In den rötlich schimmernden Augen des fratzenhaften Gesichtes war plötzlich ein Ausdruck, den Laureen vorher niemals darin bemerkt und den sie auch nicht hinein gemalt hatte. Es war nackter, brutaler Hohn.

Die Tür öffnete sich. Laureens Kopf flog herum. Was sie sah, ließ sie fast ohnmächtig werden.

Ihr Vater, Oliver Brexton, schob sich über die Schwelle. Er trug seine Anglerkleidung; die kniehohen Gummistiefel und die Angelrute hatte er sich über die Schulter gelegt. An seinem karierten Hütchen steckte eine gelbe Feder.

„Sag Mutter Bescheid, dass ich später komme“, bat er, winkte Laureen zu, machte kehrt, verließ das Zimmer und schloss die Tür hinter sich.

Laureen stand wie erstarrt.

Ihr Vater hatte zu ihr gesprochen. Sie hatte ihn gesehen und gehört.

Aber das konnte, das durfte nicht sein. Er war tot, genau wie ihre Mutter. Beide waren als Opfer des Wirbelsturms eindeutig identifiziert und auf dem Friedhof am nördlichen Ortsrand begraben worden. Es war eine ergreifende Trauerfeier gewesen. Die halbe Gemeinde hatte daran teilgenommen. Laureens Vater, ein Mitglied des Kirchenrates, hatte allseits große Sympathien genossen und war wegen der Verdienste, die er sich um die Entwicklung des Fremdenverkehrs erworben hatte, wiederholt öffentlich geehrt worden. Von Beruf war er Lehrer gewesen.

Laureen schaffte es, ihren entsetzten Blick von der Tür zu lösen und den Besucher anzusehen.

„Haben - haben Sie das mitgekriegt?“, stammelte sie.

„Mitgekriegt?“, echote Hailcorn. „Ich weiß nicht, wovon Sie reden. Warum diese plötzliche Aufregung?“

„Sie haben nichts gesehen, nichts gehört?“, fragte Laureen fassungslos. Sie musste sich setzen. Ihre Knie bebten, sie fühlte sich so schwach und miserabel, dass sie nicht wusste, ob sie ohnmächtig werden oder sich übergeben sollte. Sie tat schließlich weder das eine noch das andere.

Es gab keine Gespenster! Das hatte sie selbst gesagt, und daran glaubte sie  trotz jener unheimlichen und kaum erklärlichen Begegnung in Matkinsons Haus, die sie dazu gebracht hatte, die Fratze des Unbekannten im Bild festzuhalten.

Laureen glaubte, dass sich hinter der monsterhaften Erscheinung ein Mensch verborgen hatte und dass es dem Unbekannten nur darum gegangen war, sie zu erschrecken. Seine Maske hatte vermutlich dem Zweck gedient, sie von weiteren Recherchen im Fall Matkinson abzuhalten. Das war jedenfalls der Schluss, zu dem Laureen nach intensiven Überlegungen gekommen war.

Aber plötzlich war alles wieder in Fluss, auf einmal schien es so, als hätte sich alles gegen sie verschworen und als legte es eine unbekannte, sinistre Macht darauf an, ihr den Verstand zu verwirren.

Laureen gab sich einen Ruck. Sie eilte in den Flur, hastete zur Haustür und riss sie auf.

Ihr Vater war weit und breit nicht zu sehen. Laureen machte kehrt und stürmte die Treppe zum Dachgeschoss hinauf. Sie betrat das Schlafzimmer der Eltern und überzeugte sich davon, dass sich in dem Raum nichts verändert hatte. Die Daunendecken waren eingemottet worden; das Messingbettgestell mit den von Plastikfolie abgedeckten Matratzen stand an seinem Platz. Nichts deutete darauf hin, dass Bett oder Zimmer in letzter Zeit benutzt worden war.

Laureen blickte noch ins Bad und in die anderen Räume, dann kehrte sie zurück ins Wohnzimmer. Sie war keineswegs beruhigt. Im Gegenteil. Das Erlebnis, das schockierende Zusammentreffen mit ihrem toten Vater, wirkte in ihr nach. Es hatte ihre Hände schweißfeucht werden lassen.

Hing es mit dem Besuch des unheimlichen Professors zusammen? Besaß dieser Mann, der von sich behauptete, einem spiritistischen Zirkel anzugehören, übernatürliche Kräfte? Konnte er einen Gesprächspartner hypnotisieren und ihm Dinge vorgaukeln, die in Wahrheit nicht existierten? Wenn dies zutraf, stellte sich die Frage, was Hailcorn damit bezweckte.

Ach ja, er war wegen Matkinson gekommen. '

Der Fall Matkinson!

Er hatte Bend in beträchtliche Aufregung versetzt und war noch immer nicht abgeschlossen.

Matkinson war verschwunden. Niemand wusste, wohin, aber viele waren davon überzeugt, dass er das Opfer eines Verbrechens geworden war und dass der Mörder die Leiche irgendwo verscharrt oder vergraben hatte.

Larry Matkinson hatte in der Nähe von Laureens Haus gewohnt, in einem villenähnlichen Holzgebäude mit Türmchen, Erkern und Stepwalk. Er war in Bend großgeworden. Seine Eltern hatten eine Eisenwarenhandlung besessen, die einzige am Ort. Als sie sich trennten, wurde das Geschäft verkauft. Die Eltern zogen weg, aber Larry Matkinson blieb in dem alten, bizarren Haus.

Er war ein Eigenbrötler. Er arbeitete nicht, aber das wunderte zunächst niemanden. Man vermutete, dass seine Eltern ihm genügend Geld zurückgelassen hatten. Er war jedenfalls stets gut bei Kasse und machte keine Schulden. Mindestens zweimal in der Woche lieferte der Postbote Nachnahmesendungen bei ihm ab - größtenteils Bücher. Die Lebensmittel orderte er telefonisch. Sie wurden ihm von einem Boten ins Haus gebracht - bis an die Tür, um genau zu sein, denn ins Haus selbst kam niemand. Matkinson pflegte selbst zu kochen. Besucher und Neugierige, die ihn zu sprechen wünschten, wies er ab.

Es war nicht ausgeblieben, dass die Leute von Bend angefangen hatten, sich über Matkinson zu wundern. Als er sechzig wurde, waren seit dem Fortzug seiner Eltern fast zwanzig Jahre vergangen. Matkinson arbeitete nicht, aber er hatte immer noch Geld. Viel Geld, wie es den Anschein hatte.

Da hatte es also einen alten Mann mit viel Geld gegeben, der in einem einsam gelegenen Haus wohnte. Einen Einsiedler. Hatte diese Erkenntnis möglicherweise die Fantasie krimineller Elemente angeheizt? War daraus eine verbrecherische Aktion entstanden?

Ein Mord?

Fest stand, dass es eines Tages hieß, Larry Matkinson sei tot und in dem Haus habe sich sein Mörder eingenistet. Das Gerücht stammte von dem Lebensmittelhändler, dem auffiel, dass die aus Matkinsons Haus weiterhin eingehenden Lebensmittelbestellungen von einem Mann durchgegeben wurden, dessen Stimme mit der, an die der Händler gewöhnt war, keine Ähnlichkeit hatte.

Die Polizei griff ein.

Als auf ihr Klingeln niemand öffnete, wurde Matkinsons Haustür aufgebrochen. Im Inneren des alten Gebäudes bot sich den Beamten ein Bild der Verwüstung. Niemand vermochte zu sagen, ob es durch Matkinsons Mangel an Ordnungsliebe oder durch ein Verbrechen zustande gekommen war.

Matkinson war jedenfalls nicht im Haus gewesen. Aber man hatte auch nicht den Mann entdeckt, der die Lebensmittelbestellungen aufgegeben hatte und dem es offenkundig darum gegangen war, die Leute von Bend glauben zu lassen, dass Matkinson noch in seinem Haus lebte. Das Haus wurde schließlich versiegelt, die Polizei erstattete Vermisstenanzeige.

Möglicherweise war Larry Matkinson es müde geworden, wie ein Einsiedler zu leben. Vielleicht hatte er sein Bündel geschnürt und Bend bei Nacht und Nebel verlassen. Aber warum hatte ein anderer dann die gewohnten Lebensmittelbestellungen aufgegeben? Sie waren sogar beglichen worden. Durch die Bank, wie üblich.

Diese Bank war es auch, die behauptete, dass Larry Matkinson noch am Leben sei. Sie verkehrte schriftlich mit ihm und zeigte sich nicht bereit, Auskunft über seinen Kontostand zu erteilen.

Es war klar, dass Laureen, einzige Lokalreporterin des Blattes, alle Phasen der Ermittlungen miterlebt und sich ein paar Dutzend plausibler, aber auch abenteuerlicher Deutungen angehört hatte.

Als es Laureen nicht gelungen war, den Fall zu klären, hatte sie sich wiederholt nach Einbruch der Dunkelheit in das versiegelte Haus eingeschlichen und in Büchern und Papieren gestöbert - beflügelt von der Hoffnung, in irgendeiner Aufzeichnung die Erklärung für Matkinsons Verschwinden zu entdecken.

Statt dieser Erklärung war ihr der Mann mit der Fratze begegnet, ein Monster, das plötzlich aus dem Dunkel von Matkinsons Wohnzimmer aufgetaucht war und Laureen an den Rand des Wahnsinns getrieben hatte. Sie war schreiend aus dem Haus geflohen. Der Anblick des Unbekannten hatte sie noch wochenlang bis in ihre Träume hinein verfolgt. Seitdem war Laureen kein weiteres Mal in dem immer noch versiegelten Haus gewesen.

„Geht es Ihnen besser?“, schreckte Laureen die Stimme des Unheimlichen aus ihren Gedanken.

Laureen blickte ihm in die schwarzen Augen. Irgendwo in diesen schwarzen Schächten, davon war sie überzeugt, musste ein Schlüssel für das Geschehen verborgen sein. Für Laureen jedenfalls gab es kaum einen Zweifel, dass die Halluzinationen, deren Opfer sie vor wenigen Minuten geworden war, mit dem Besuch des Professors zusammenhingen.

„Wie kommt es, dass Sie sich für den Fall Matkinson interessieren?“, wollte sie wissen.

„Weil darüber so viel geschrieben wurde. Und, ich sagte es bereits, weil eines unserer Medien den gleichen Namen trägt“, erwiderte der Professor.

„Ist das Medium mit unserem Matkinson verwandt?“, fragte Laureen interessiert.

„Das ist nicht auszuschließen. Ich habe mir vorgenommen, diesen Punkt zu durchleuchten. Das Medium, von dem ich spreche, ist ungemein sensibel und begabt. Ein Mädchen, etwa so alt wie Sie. Ein sehr schönes Mädchen“, fügte er hinzu und produzierte eine Grimasse, die vermutlich ein Lächeln sein sollte. „Genau wie Sie.“

„Danke. Wenn ich Sie recht verstehe, haben Sie den Wunsch, unseren Larry Matkinson im Jenseits zu kontaktieren. Setzen wir einmal den Fall, er wäre wirklich tot, und nehmen wir an, Sie besäßen die Fähigkeit, mit Verstorbenen zu sprechen. Was erwarten Sie von einem solchen Kontakt?“

„Matkinson könnte uns den Namen seines Mörders nennen und uns in die Lage versetzen, den Täter zu bestrafen“, erwiderte Hailcorn mit sanfter Stimme.

Die plötzliche Veränderung seiner Stimmlage irritierte das Mädchen. Was eben noch wie ein blecherner Lautsprecher geklungen hatte, präsentierte sich plötzlich dunkel und modulationsfähig.

„Wenn ich Sie richtig verstehe, geht es Ihnen darum, den Behörden nach einer erfolgreich verlaufenen Séance wertvolle Tipps zu geben. Oder irre ich mich?“

„Ja, Sie irren sich“, sagte der Besucher. Sein Lächeln, das nur eine Grimasse war, vertiefte sich und ließ die plastikähnlichen  Gesichtszüge buchstäblich entgleisen. „Die Polizei hält nicht viel von uns Spiritisten. In den Augen der Behörde sind wir nur dumme Scharlatane, die versuchen, auf jede Weise und mit allen Mitteln Publizität zu erhaschen. O nein. Wir arbeiten nicht mit der Polizei zusammen. Wir ziehen es vor, die Justiz in unsere Hände zu nehmen. Es ist, wie Sie mir glauben dürfen, eine ebenso effiziente wie kostensparende Methode.“

„Selbstjustiz ist Lynchjustiz!“, hörte Laureen sich empört ausrufen.

„Was, meine Liebe, würden Sie denn wohl lieber sehen? Einen gelynchten Mörder oder einen, der munter fortfährt, unschuldige Menschen zu töten?“

„Das ist keine Alternative“, stellte Laureen ärgerlich klar.

„Für uns schon“, sagte Hailcorn. „Wir haben mit unserem System bereits vier gefährliche Mörder der verdienten Strafe zugeführt. Es kann uns auch gelingen, Larry Matkinsons Tod zu rächen - vorausgesetzt, dass Sie uns helfen, dieses Ziel zu erreichen.“

„Moment mal“, murmelte Laureen. „Darf ich erfahren, wer in diesem ungewöhnlichen Verfahren den Richterspruch fällt?“

„Das“, erwiderte Hailcorn und hob das Kinn, „erledige ich.“

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Laureen legte eine Hand über ihre Augen. Es schien, als fühlte sie sich geblendet. Laureen fragte sich, ob sie krank war. Hailcorns Besuch, seine Behauptungen, diese unerklärlichen Halluzinationen. Das alles war zu viel für sie. Laureen ließ die Hand fallen.

„Das müssen wir klarstellen“, murmelte sie und versuchte den Blick von Hailcorns schwarzen Augen festzuhalten. „Wollen Sie behaupten, dass es Ihnen mit spiritistischen Kunstgriffen gelungen ist, vier angebliche Mörder zu entlarven, abzuurteilen und ...“ Sie unterbrach sich, ihr fehlten plötzlich die passenden Worte für das, was sie zu sagen wünschte. Hailcorn kam ihr entgegen.

„... hinzurichten“, ergänzte er kopfnickend. „So ist es, meine Liebe.“

„Ich glaube Ihnen kein Wort.“

„Kommen Sie mit mir nach San Antonio, begleiten Sie mich!“, sagte der Professor. „Heute Abend erwartet Sie ein Erlebnis besonderer Art. Es wird Ihnen die Augen öffnen. Es wird Ihnen zeigen, wie gut, wertvoll und überaus wichtig meine Arbeit ist.“

„Wir sind in Bend, Oregon“, erklärte Laureen. „Es ist elf Uhr vormittags. Wollen Sie mir bitte verraten, wie Sie in den wenigen uns noch verbleibenden Stunden eine Entfernung von rund zwölfhundert Meilen zurückzulegen beabsichtigen?“

„Ich bin mit meinem kleinen Privatjet gekommen“, sagte Hailcorn gelassen. „Ich bin damit auf dem hiesigen Sportflugplatz gelandet. Ich bin ein sicherer Pilot. Sie können sich mir bedenkenlos anvertrauen.“

„Ich kann doch nicht so einfach von hier weg“, murmelte Laureen, begriff aber im nächsten Moment, dass sie Unsinn schwatzte. Sie war Reporterin. Es war ihre Pflicht, diese verrückte Einladung anzunehmen. Sie musste herausfinden, was es mit Hailcorns Behauptungen für eine Bewandtnis hatte.

„Wie komme ich nach Bend zurück?“, fragte sie.

„Ich übernehme das, ich bringe Sie selbstverständlich wieder nach Hause“, erklärte Hailcorn. „Ich fliege gern, wissen Sie.“

„Aber das muss ein Vermögen kosten!“, rief Laureen aus. „Von der Zeit ganz zu schweigen.“

„Zeit habe ich, und Geld spielt keine Rolle“, sagte der Professor. „Machen Sie sich darüber keine Gedanken. Sie sind nach meinem Dafürhalten wie kein zweiter mit dem Fall Matkinson vertraut. Sie haben sich mit der Vergangenheit des Verschwundenen beschäftigt, mit den Motiven des potentiellen Täters - und Sie haben, wie ich sehe, sogar ein Porträt des Mannes angefertigt. Ich möchte Sie bitten, das Bild mitzunehmen. Es kann und wird für unser Medium von besonderem Interesse sein.“

Laureen telefonierte mit Higgins, ihrem Chef.

„Ich muss verreisen“, sagte sie. „Kommen Sie einen Tag ohne mich aus?“

„Was ist mit dem Artikel über den Schülerball?“

„Er ist fertig. Er liegt in der oberen Schublade meines Schreibtisches.“

Eine halbe Stunde später war Laureen Brexton mit Hailcorn in einem Taxi unterwegs zum Flugplatz. Sie hatte ihre Reisetasche dabei. Sie enthielt das Notwendigste für ein oder zwei Übernachtungen. Unterwegs musterte Laureen den Professor wiederholt von der Seite. Sein Profil hatte nichts Beruhigendes, es war von wächserner Blässe, gleichzeitig wirkte es düster und entschlossen.

Laureen fragte sich, warum sie Higgins nicht mitgeteilt hatte, mit wem sie zu verreisen gedachte und welches Ziel sie hatte. Noch war keineswegs auszuschließen, dass ihr von dem Professor Gefahren drohten. Wenn sie nicht von ihrer Reise zurückkehren sollte, würde es keinen Menschen geben, der wusste, mit wem sie sie angetreten hatte. Zum Glück war es noch nicht zu spät, daran etwas zu ändern.

Sie erreichten den Flugplatz.

„Ich muss telefonieren“, sagte Laureen und eilte in die Baracke neben dem Tower, einem sehr provisorisch anmutenden Holzturm. Die Nummer von Higgins war besetzt. Laureen legte resignierend auf und begab sich mit Hailcorn zu der weißen, blau abgesetzten Maschine, einer zweistrahligen Beechcraft, die am Ende der Rollbahn stand.

Hailcorn half Laureen in die achtsitzige Kabine, kümmerte sich um die Startvorbereitungen, und erhielt nur zehn Minuten darauf die Starterlaubnis. Als die Maschine sich problemlos vom Boden gelöst hatte, entspannte sich das Mädchen. Laureen spürte, dass der Professor die Routine eines erfahrenen Piloten besaß.

Vier Stunden später landeten sie in San Antonio, Texas, und eine weitere Stunde darauf stoppte Hailcorn seinen Daimler, der sie vom Flugplatz in einen an der Westseite der Stadt gelegenen Villenvorort gebracht hatte, vor einem imposanten Haus, einer schlossartigen, im Tudorstil gehaltenen Villa.

Es gab keinen Zweifel, dass der Mann, dem dieses Haus gehörte und der sich einen zweistrahligen Jet leisten konnte, sehr reich sein musste. Irgendeine Scheu hielt Laureen jedoch davon ab, den Professor nach seinen Einkommensquellen zu fragen. Sie hatte mit ihm unterwegs kaum gesprochen, weil sie das Gefühl gehabt hatte, dass er in Ruhe gelassen werden wollte.

Er brachte sie ins Haus. Die hohe, kühle Halle mit den dunklen Gemälden und den nicht minder dunklen Korridorzugängen hatte etwas Unheimliches und schien dem Kulissenpark entnommen worden zu sein, den Hollywood für seine Gruselfilme unterhielt.

„Ich zeige Ihnen Ihr Zimmer“, sagte Hailcorn und führte Laureen in das obere Stockwerk. Laureen wunderte sich, dass keine Dienstboten zu sehen waren. Das riesige Haus hatte mindestens zwanzig Räume und war nicht ohne die Hilfe von Domestiken in Ordnung zu halten.

Der Raum, in den Hailcorn seinen Gast führte, war licht und freundlich; helle moderne Möbel sorgten dafür, dass Laureen sich entspannte und das ängstliche Frösteln ablegte, das sie beim Betreten des Hauses überfallen hatte.

„Wir essen in einer halben Stunde“, sagte der Professor. „Sie haben also mehr als genug Zeit, um sich ein wenig frisch zu machen.“ Mit diesen Worten verließ er das Zimmer.

Laureen stellte ihre Reisetasche in das kleine, angrenzende Badezimmer und überzeugte sich davon, dass die Zufuhr von kaltem und warmem Wasser funktionierte.

Prüfend musterte sie sich im Spiegel.

Hatte sie Angst?

Ja, die hatte sie. Obwohl sie sich für ein überdurchschnittlich mutiges Mädchen hielt und in ihrem Beruf wiederholt bewiesen hatte, dass sie so leicht vor keiner Aufgabe zurückschreckte, war ihr bewusst, auf welches Risiko sie sich eingelassen hatte. Die Erlebnisse, die sich mit Hailcorns Auftauchen in ihrem Haus verbunden hatten, waren nicht dazu angetan, sie zu besänftigen.

Laureen hatte ein frisches, faltenloses Gesicht. Es wurde von den großen, violett getönten Augen beherrscht. Sie lagen im Schatten ungewöhnlich dichter, langer und sehr seidig wirkender Wimpern. Laureen war dunkelblond; sie trug ihr Haar im Pagenschnitt der zwanziger Jahre. Da sie ein geradezu klassisch geformtes Gesichtsoval mit hoch angesetzten Wangenknochen besaß, konnte sie sich diese Frisur leisten. Sie war ein Typ, nach dem die Männer sich umzudrehen pflegten, aber nach zwei geplatzten Verlobungen war sie vorsichtig geworden und hatte eine Phase erreicht, in der sie den Komplimenten und Anträgen ihrer Verehrer mit zunehmendem Misstrauen begegnete.

Laureen machte kehrt. Sie trat ans Fenster des Gästezimmers und blickte in den großen, parkähnlichen Garten. Sie sah keine Menschenseele. Als sie das Fenster zu öffnen versuchte, um frische Luft hereinzulassen, stellte sie fest, dass das Fenster sich nicht öffnen ließ. Sie rüttelte daran, aber das half ihr nicht weiter.

Nachdem sie sich frisch gemacht hatte, verließ sie das Zimmer und begab sich ins Erdgeschoss. Im Haus war es totenstill. Nicht einmal das Ticken einer Uhr war zu hören. Laureen blieb unschlüssig in der Halle stehen. Dann bewegte sie sich auf eine hohe Doppelflügeltür zu und klopfte zaghaft mit dem Knöchel gegen das Holz.

Niemand antwortete.

Laureen blickte auf ihre Armbanduhr. Offenbar war sie zu früh heruntergekommen. Die von Professor Hailcorn genannte halbe Stunde war noch nicht verstrichen. Laureen griff nach der Türklinke.

In diesem Moment ertönte ein Schrei.

Er war nicht sehr laut und trotzdem so deutlich, dass Laureen erschreckt zusammenzuckte. Sie ließ die Hand fallen und lauschte. Ihr Mund hatte sich geöffnet, ihr Herz hämmerte schmerzhaft.

Der Schrei war von besonderem Charakter gewesen. Er hatte sich angehört, als sei er aus Urtiefen aufgestiegen. Er war wie ein elementarer Ausbruch von Wut, Angst und Verzweiflung.

Der Schrei wiederholte sich.

Die Wiederholung erleichterte es Laureen, den Schrei zu lokalisieren. Er kam fraglos aus einem Gewölbe tief unterhalb der Halle, also aus dem Keller. Es gab keinen Zweifel, dass der Ruf von einem Menschen in höchster Not oder Verzweiflung ausgestoßen wurde.

Schritte ertönten.

Aus dem Dunkel eines Korridors tauchte die Gestalt des Hausherrn auf. Der Professor hatte sich umgezogen und den schlichten Straßenanzug mit einem weißen Dinnerjacket, dazu passender Schleife und schwarzer, scharf gebügelter Hose vertauscht. Die Aufmachung war leider außerstande, seinen Anblick erträglicher zu gestalten.

Das starre Gesicht mit den schwarzen Augen verlor nichts von seiner unheimlichen Ausstrahlung. Angesichts der beiden Schreie, die in Laureen nachwirkten, wurde der bedrohliche Charakter des Gesichtes sogar noch vertieft.

„Was war das?“, stieß Laureen hervor. .

„Was war was?“, erkundigte sich Hailcorn.

„Die Schreie! Jemand hat geschrien!“

Hailcorn war herangekommen.

„Oh“, sagte er und zeigte sein grimassenhaftes Lächeln. „Das hat seinen Grund. In einer Stunde werden Sie mehr darüber wissen.“

Er führte Laureen in einen saalartigen Raum, in dessen Mitte ein langer Tisch stand. Er war gedeckt. An den Schmalseiten standen hochlehnige Stühle.

Laureen schaute sich um. Sie hatte das Gefühl, in einen alten Rittersaal geraten zu sein. Die alten Waffen und Rüstungen, die die Wände zierten, vertieften diesen Eindruck.

„Das Haus hat einem der reichsten Verleger dieses Landes gehört“, erklärte Hailcorn und rückte Laureen den Stuhl zurecht. „Er war ein Sonderling. Die Einrichtung zeigt, welchen Spleens er frönte. Viele Leute mögen das Haus nicht. Es erscheint ihnen wie ein Alpdruck, aber ich liebe es. In einer Zeit, deren Architektur von kalter Sterilität geformt wird, ist es wohltuend, sich in einer von Originalität geprägten Umgebung aufhalten zu dürfen.“ Er strebte auf seinen Platz zu und setzte sich.

Laureen, die bereits Platz genommen hatte, musterte das vor ihr liegende Geschirr. Sie hob eine Gabel auf und legte sie wieder beiseite. Massives Silber.

„Es muss Sie ein Vermögen kosten, dieses Haus zu unterhalten", stellte sie fest und beobachtete, wie Hailcorn eine weiße Damastserviette entfaltete. Hailcorn zuckte mit den Schultern und wandte den Kopf. Eine Tür öffnete sich. Eine Farbige betrat den Raum. Sie trug eine Suppenterrine vor sich her. Laureen war irgendwie erleichtert, dass es wider Erwarten doch noch andere Menschen in dem Haus gab. Sie beobachtete, wie ihr Teller gefüllt wurde, bedankte sich und fand Gelegenheit zu der Feststellung, dass die Farbige ungewöhnlich schön war und kaum älter als 20 Jahre sein konnte.

Details

Seiten
120
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783738922639
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v439588
Schlagworte
henker satans

Autor

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Titel: Der Henker des Satans