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Space Agent #2: Clayborn und die Zauberwelt

2018 120 Seiten

Leseprobe

Table of Contents

Clayborn und die Zauberwelt

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Clayborn und die Zauberwelt

Space Agent 2

SF-Roman von Harvey Patton

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 136 Taschenbuchseiten.

 

Der Abend brachte erfrischende Kühle. Das kupferfarbene Licht des Mondes und der bleiche Schein des Großen Silberflecks wetteiferten darin, die Oberfläche von Cornveld zu erhellen. Die kleinen fliegenden Drachen hatten sich längst in ihre Nester zurückgezogen. Die Menschen, von der Hitze des Tages ermattet, hielten sich zumeist im Freien auf. Sie saßen herum, entspannten sich, tranken und plauderten. Zuweilen stahl sich auch ein junges Paar fort an einen dunklen Platz, und die Älteren sahen ihm schmunzelnd oder neidvoll nach.

Nach Mitternacht aber, als längst alle schliefen, änderte sich die Szene. Dichter Nebel kroch vom Heiligen Berg herab und breitete sich weit über die Umgebung aus. Niemand sah das Raumschiff, das sich heimlich und geräuschlos vom Himmel herabsenkte. In dem Berg tat sich eine große Öffnung auf, es verschwand darin, und hinter ihm schloss sich die Felswand wieder. Als der Morgen kam, ahnte niemand, dass der heimliche Griff fremder Hände nach dem Planeten wieder ein wenig fester geworden war ...

 

Sprachgebrauch und Wertvorstellungen entsprechen der Entstehungszeit der Romane und unterlagen seitdem einem steten Wandel. Der vorliegende Roman enthält unter anderem stereotype Begriffe und Vorstellungen, die aber zur Entstehungszeit des Romans in den 1950er Jahren gängige Sprachpraxis waren und nicht als diskriminierend empfunden wurden.

Da Romane nur vor dem Hintergrund ihrer Zeit in sich stimmig sind, wurde auf eine sprachliche Glättung ebenso verzichtet wie auf eine Anpassung heute nicht mehr zeitgemäßer Wertvorstellungen oder inzwischen widerlegter wissenschaftlicher Ansichten.

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author

© dieser Ausgabe 2018 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

 

 

1

„Ihr wolltet eine Stunde nach Sonnenaufgang geweckt werden, Herr“, klang eine devote Stimme aus dem Nichts.

Barlog erwachte bei ihrem Klang, streckte sich ausgiebig und setzte sich dann in seinem Bett auf. Er gähnte, rieb sich den Schlaf aus den Augen und nickte dann dem wartenden Leibdiener gnädig zu. Der machte eine tiefe Verbeugung und verließ erleichtert den Schlafraum seines Herrn.

Nicht immer ging es so gut ab, wenn man den Burgherrn weckte. Wenn er eine schlechte Nacht gehabt hatte, pflegte er mit dem erstbesten Gegenstand nach dem Diener zu werfen, der ihm eben in die Hände kam. Und Barlog hatte viele schlechte Nächte, seit es den Ärger wegen seiner beiden Frauen gab. Das hatte sein früherer Leibdiener einen Mond zuvor erfahren müssen. Auf eine sehr drastische Weise, denn damals hatte das Schwert seines Herrn neben dem Bett gelehnt ...

Barlog gähnte noch einige Male, dann stieg er langsam aus den Kissen. Er tat das ausgesprochen unlustig, denn vermutlich würde ihm der neue Tag doch nur wieder Ärger bringen. Dann warf er einen Blick aus dem Fenster, dessen Vorhänge der Leibdiener zuvor aufgezogen hatte. Er schauerte unwillkürlich zusammen, als er den dichten Nebel sah, der sich in zähen Schwaden um den Burgberg wälzte.

„Das hat mir gerade noch gefehlt!“, murmelte er verdrossen vor sich hin, während er hinüber in das Badezimmer stapfte.

Barlog war ein großer, massiger Mann mit einem groben, sommersprossigen Gesicht, kurz geschorenem, rötlichem Haar und einem Stiernacken. Als er das Nachtgewand abwarf, kamen dicke Muskelpakete zum Vorschein, aber kein Gramm überflüssiges Fett. Der Burgherr gehörte nicht zu jenen Adligen von Cornveld, die durch die neuen Unsitten verweichlicht und zu halben Weibern geworden waren, und darauf war er stolz.

Bei seinen Untergebenen sah er auf strenge Zucht, ohne aber ungerecht zu sein. Nur wenn er sich ärgerte, ging sein Temperament mit ihm durch und verleitete ihn zu unbesonnenen Handlungen. Außerdem nahm er jede Gelegenheit, sich im Gebrauch seines Schwertes zu üben, eifrig wahr.

Zu eifrig, das meinten nicht nur seine Gegner, sondern auch die meisten seiner Gefolgsleute. Doch diese Methode brachte ihm den Respekt beider ein, und so hielt er sie nach wie vor für angebracht.

Mit wohligem Prusten drehte er sich dann unter dem warmen Strahl der Dusche. Er schnaufte nur unterdrückt, als er sie dann umgestellt hatte und sich eine kalte Flut über ihn ergoss. Auch das gehörte zu den Methoden, mit denen er sich in Form zu hallen pflegte, es vertrieb den Rest von Müdigkeit aus seinen Gliedern.

Er hinterließ eine breite, nasse Spur, als er anschließend ins Schlafzimmer zurückkehrte. Dort wartete der Leibdiener bereits, um ihn trocken zu reiben, bis sein Körper knallrot war. Dann Schlüpfte Barlog in die bereitgelegten Kleider, wobei er lebhaft bedauerte, dass ihm für diese Dienste nun keine Magd mehr zu Verfügung stand. Das hatte wenigstens noch Spaß gegeben ...

Als er sich schließlich in dem großen Wandspiegel betrachtete, war er mit seiner Erscheinung durchaus zufrieden. Er trug weiche, schwarze Schaftstiefel, eine grüne Lederhose aus Saurierhaut und eine ärmellose rote Weste mit goldfarbigen Knöpfen. Dazu ein weißes, mit zahlreichen Rüschen verziertes Hemd. Auf seinem Kopf prangte ein Barett von dunkelblauer Farbe, das reich mit bunten Federn geschmückt war.

„Die Sonne dürfte bald hervorkommen, Herr“, plauderte der Diener beflissen. „Die Nebel beginnen sich schon zu lichten, in spätestens einer Stunde könnt Ihr ausreiten.“

Barlog boxte ihn leutselig in die Rippen. „Ist das Frühstück bereit?“, erkundigte er sich dröhnend, während er das Barett noch einmal zurechtrückte.

„Ja...jawohl, Herr“, keuchte der Diener mühsam. Der Schlag hatte ihm die Luft geraubt, obwohl er durchaus nicht böse gemeint gewesen war. Der Burgherr lachte schallend auf und marschierte mit knallenden Schritten aus dem Raum, über die Treppe hinunter in den Speisesaal.

Eine halbe Stunde später wischte er sich die Krümel der reichhaltigen Morgenmahlzeit aus dem Schnauzbart. Eben fielen die ersten Strahlen der Morgensonne in den Raum, und er nickte zufrieden. Der Tag schien also doch besser zu werden, als er anfangs angenommen hatte. Jetzt fehlte ihm nur noch ein würdiger Gegner, an dem er sein Schwert wieder einmal erproben konnte, wie es einem rechten Burgherrn zustand.

Auf den Gegner, den ihm dieser Morgen bringen sollte, war er in keiner Weise vorbereitet …

 

 

2

Sobald Barlog im Freien erschien, flogen alle Drachen kreischend davon. Sie waren stets neugierig und steckten ihre plumpen Köpfe überall dazwischen, zweifellos ein Anzeichen für die Intelligenz ihrer Nachkommen in ferner Zukunft. Sobald sie aber den Burgherrn kommen sahen, entfernten sie sich eiligst, denn selbst ihre zähe Haut konnte der Schärfe seines Schwertes nicht widerstehen. Mangels anderer Objekte pflegte er es gern an ihnen zu erproben, das wussten sie längst.

Diesmal schenkte er ihnen jedoch keinen Blick.

Voll Besitzerstolz betrachtete er das Pferd, das der Stallknecht soeben auf den Burghof führte. Dieser Hengst war sein Lieblingspferd, ein Reittier so recht nach seinem Herzen. Wild und ungebärdig wie sein Herr, dabei aber ungewöhnlich ausdauernd. Barlog besaß ihn erst seit zwei Monden, als er ihn bei einem Duell erworben hatte. Sein voriger Besitzer hatte sich nur ungern von ihm getrennt, aber ihm war keine andere Wahl geblieben.

Pferd oder Leben! hatte es damals geheißen. Verständlich, dass der Hengst den Kürzeren gezogen hatte ...

Presto tänzelte herum und schnaubte, beruhigte sich jedoch schnell, als Barlog ihm zuredete und seinen Hals tätschelte. Anfangs hatte es so ausgesehen, als würden sich beide nie verstehen. Doch der Burgherr war ein meisterlicher Reiter, und das hatte der Hengst schließlich anerkannt. Irgendwie ähnelten sich beide in ihrem Wesen, und das hatte sich ausgewirkt.

Besorgt, sah der Knecht zu, wie Barlog den Sitz von Sattel und Zaumzeug prüfte. Als ihm der Herr dann gnädig zunickte, atmete er erleichtert auf. Nur ein Riemen, der nicht richtig saß, und er hätte den Tag im Burgverlies verbringen müssen, so streng waren hier die Bräuche.

Barlog machte gerade Anstalten, sich in den Sattel zu schwingen, als ihn ein lauter Ruf innehalten ließ. Der Wächter auf der Plattform des Eckturmes neben der Zugbrücke hatte ihn ausgestoßen.

„Herr — ein Besucher kommt den Berg herauf! Ich glaube, es ist einer der Zauberer vom Heiligen Berg.“

Die Sonne strahlte jetzt hell vom Himmel, keine Wolke war weit und breit zu sehen. Trotzdem war es dem Burgherrn, als wäre plötzlich ein großer, dunkler Schatten über seinen Besitz gefallen. Langsam nahm er die Hände von der Kruppe des Hengstes und löste den Fuß wieder aus dem Steigbügel. Mit allen Anzeichen des Widerwillens setzte er ihn auf den Boden zurück.

„Irrst du dich auch nicht?“, fragte er heiser, doch der Wächter schüttelte den Kopf.

„Nein, Herr, ich kann ihn jetzt ganz deutlich sehen. Es ist ein Zauberer.“

„Die Dämonen von Tagai mögen ihn strafen!“, murmelte Barlog vor sich hin. „Der hat mir gerade noch gefehlt ...“

„Was habt Ihr gesagt, Herr?“, fragte der Stallknecht verwirrt. Barlog warf ihm einen ärgerlichen Blick zu und drückte ihm die Zügel wieder in die Hand.

„Führe Presto herum, bis ich zurückkomme“, befahl er kurz. Dann stapfte er über den Hof und erklomm die Treppe zum Wachtturm, um sich selbst von den Angaben des Postens zu überzeugen. Im Stillen hoffte er noch immer, dass sich der Mann getäuscht haben möge. Doch diese Hoffnung erfüllte sich nicht.

Der Besucher kam zu Fuß den steilen Berg zur Burg herauf, aber er schritt so zügig aus, als befände er sich auf ebenem Boden. Sein roter, weiter Umhang leuchtete weithin, und er trug den eigentümlichen spitzen Hut. Das beseitigte alle Zweifel. Diese Kleidung war das unverwechselbare Standeszeichen der Zauberer von Cornveld.

Der Burgherr fluchte noch einmal, diesmal wesentlich lauter. Der Wächter war versucht zu grinsen, aber er unterdrückte dieses Verlangen rasch wieder. Wenn sich sein Herr in einer derartigen Stimmung befand, war er alles andere als duldsam, das wusste Tippo aus langer Erfahrung.

„Ob ich nicht vortäuschen soll, nicht mehr im Haus zu sein?“, murmelte Barlog überlegend. „Aber nein, das würde ja wohl doch nichts nützen. Diese Burschen kennen Mittel und Wege, einen zu finden, und wenn man sich im tiefsten Keller versteckt ...“

„Lass die Zugbrücke herunter, Tippo“, ordnete er schließlich an und polterte wieder die Treppe hinunter. Das Ächzen der Rollen und das Klirren der Ketten klang hinter ihm auf, und er winkte dem Stallknecht.

„Bringe Presto in den Stall zurück und schirre ihn wieder ab. Halte dich aber bereit, ich reite wahrscheinlich später noch aus.“

Er sprach ohne rechte Überzeugung, denn er ahnte bereits, dass es kaum noch dazu kommen würde. Die Zauberer vom Heiligen Berg besaßen viele unangenehme und unheimliche Eigenschaften. Vor allem aber die, besonders hartnäckig zu sein, wenn sie ein bestimmtes Ziel verfolgten, und das war eigentlich immer der Fall. Welches Ziel dieser Mann verfolgte, daran konnte es für Barlog kaum einen Zweifel geben.

Er wäre dem ungebetenen Gast am liebsten mit dem Schwert in der Hand entgegengetreten, um ihm den Zugang zur Burg zu verwehren. Doch das hatte er nur ganz im Anfang einmal versucht, und daran dachte er auch jetzt noch äußerst ungern zurück. Nein, es war wirklich sinnlos, sich offen gegen einen dieser Zauberer zu stellen! Er konnte einem das Schwert aus der Hand zaubern, ohne dass man wusste, wie einem geschah ...

Barlog beschloss, wenigstens das Gesicht zu wahren.

Ihm blieben noch einige Minuten, die er dazu nutzte, sich auf die Begegnung vorzubereiten. Es gelang ihm, seine Züge wieder in die Gewalt zu bekommen, und er setzte eine betont gleichgültige Miene auf. Er lehnte sich in lässiger Pose an das Treppengeländer des Wachtturms und wartete. Als dann der Zauberer die Zugbrücke überschritten hatte und den Innenhof betrat, konnte er sogar lächeln.

„Sei gegrüßt, Mann vom Heiligen Berg“, sagte er und lüftete andeutungsweise sein Barett. „Du hast Glück, mich noch hier anzutreffen. Wäre nicht der Nebel gewesen, wäre ich schon längst ausgeritten.“

Der Besucher hob mit einer nachlässigen Gebärde die rechte Hand zum Gruß.

„Gut, dass du das noch nicht getan hast. Du hättest viel versäumt, glaube mir. Mein Name ist Herb Froman, und der Große Meister schickt mich, um wichtige Dinge mit dir zu bereden.“

Barlog schluckte und das Lächeln verschwand von seinem Gesicht; er musste sich sehr beherrschen, um nicht heftig aufzubrausen. Dieser junge Fant hatte es doch wirklich gewagt, ihn mit „Du“ anzureden, als ob er ein Gleichgestellter wäre! Das war sonst das alleinige Vorrecht anderer Adliger, niemand außer ihnen durfte es ungestraft wagen. Diesen Zauberern war Zucht und Sitte scheinbar völlig bedeutungslos.

Herb Froman war noch jung, sein Gesicht trug noch nicht einmal den Anflug eines Bartes. Doch das war auch bei allen anderen so, Barlog hatte noch nie einen Zauberer mit Bart gesehen. Keine Zucht, keine Sitte, kein Mannesstolz! Und außerdem setzten sie auch noch ihre Zaubertricks ein, um die guten alten Bräuche immer mehr zum Verfall zu bringen.

Nichts steckt so rasch und so nachhaltig an als schlechtes Beispiel, und so ging es in Barlogs Augen immer weiter bergab mit der Welt.

Dabei waren erst zwei Jahre vergangen, seit die Zauberer erstmals aufgetaucht waren. Sie waren plötzlich auf der Bildfläche erschienen, ohne dass jemand wusste, woher sie eigentlich kamen. Seitdem wohnten sie oben auf dem Heiligen Berg und trieben ihr Unwesen überall im Lande.

Man war ihnen allgemein voll Misstrauen begegnet, aber sie hatten alle Widerstände schnell überwunden. Zum Teil mit glattzüngigen Reden, aber auch mit vielen nützlichen Dingen, die sie den Menschen scheinbar selbstlos überließen. Wenn das nicht zog, nahmen sie List und Tücke und ihre vielfältigen Zaubergaben zu Hilfe. Wer nicht auf sie hören wollte, dem passierten die unmöglichsten Missgeschicke, die ihn über kurz oder lang zum Einlenken zwangen.

So wuchs ihr Einfluss ständig, und in gleichem Ausmaß auch die Besitztümer, die sie erwarben. Nur wenige hatten ihnen standhaft Widerstand geleistet, so wie Barlog bisher.

Der Burgherr verzichtete auf eine Antwort, die doch nur grob und unfreundlich ausgefallen wäre. Er machte lediglich eine Handbewegung, die den Zauberer zum Betreten der Burg einlud. Herb Froman nickte gleichmütig und sah sich aufmerksam um. Seinen flinken Augen in dem schmalen Gesicht schien nicht die geringste Kleinigkeit zu entgehen. Sie zeigten jedoch nicht den kleinsten Ausdruck von Respekt gegenüber der alten Burg, die schon viele Generationen von Adligen beherbergt hatte.

Dafür begann er spöttisch zu lächeln, als sie am Standbild des Hauptgottes Zorga vorbeikamen, das im Mittelpunkt des Burghofes stand. Der Zauberer dachte auch nicht entfernt daran, sich vor diesem zu verneigen, wie es sonst jeder Bewohner von Cornveld tat.

Der Gott soll dich strafen, Ungläubiger!, dachte Barlog inbrünstig und voller Zorn im Herzen.

Herb Froman wandte sich genau in diesem Augenblick zu ihm um und warf ihm einen bösen Blick zu. Augenblicklich schienen sich Barlogs Beine selbständig zu machen — er stolperte, fiel lang hin und schrammte sich beim Sturz beide Hände auf! Sein schönes, neues Barett dagegen segelte in hohem Bogen davon, bis es auf dem Kopf der Götterfigur hängen blieb.

Welche Schande für einen ehrlichen Mann.

Barlog fluchte lautlos, rappelte sich wieder auf und rieb seine Hände mit einem großen, bunten Taschentuch ab. „Da muss einer der Pflastersteine locker sein“, behauptete er, obwohl er vom Gegenteil überzeugt war. Der Zauberer nickte, und wieder erschien das spöttische Lächeln auf seinen Zügen.

„Aber gewiss doch, Barlog“, sagte er sanft, und allein dafür hätte ihn der Burgherr in Stücke reißen mögen. Doch er biss die Zähne zusammen und ging weiter, ein beschämendes Gefühl der Ohnmacht im Herzen. Schon diese kleine Kostprobe der Macht des Mannes vom Heiligen Berg hatte ihm allen Mut geraubt.

Sie kamen in die Eingangshalle, und Barlog klatschte laut in die Hände. „Bringe Wein und Gebäck für meinen Gast und mich“, befahl er der herbeieilenden Magd.

 

 

3

„Du hast dich gut erholt, wie ich sehe, Barry“, meinte Elias Weyburn und wies auf den Sessel vor seinem Schreibtisch. Groß und massig hockte er dahinter, und die Tränensäcke unter den melancholischen Augen schienen erneut gewachsen zu sein. Die Adlernase dagegen sprang wie eh und je scharf hervor.

Schon sein Tonfall allein machte Commander Barry Clayborn misstrauisch. Wenn der Direktor von Terra Control ihn zu sich rief und dann mit solchen Gemeinplätzen aufwartete, kam das dicke Ende unweigerlich bald nach. Irgendwo musste wieder ein nettes, kleines Feuerchen brennen — und darin schmorten dann die nötigen Kastanien, die es herauszuholen galt. Das bedeutete nicht nur Arbeit für den Agenten und seine Crew, sondern meist auch verbrannte Finger und noch einiges mehr!

„Ist das alles, was du mir zu sagen hast, Direktor?“, erkundigte er sich sarkastisch, während er sich in den Sessel fallen ließ. Weyburn hob langsam die Schultern.

„Was weißt du über Pyranit-Kristalle, Barry?“, fragte er unbewegt. Clayborn stieß einen leisen Pfiff aus.

„Nicht gerade viel, aber es reicht. Sie werden als Schwingkristalle zur Erzeugung fünfdimensionaler Felder in Überlichtantrieben gebraucht, sind ziemlich selten zu finden und entsprechend sündhaft teuer. Aus diesem Grunde unterstehen sämtliche Fundorte einer scharfen Überwachung. Terra Control hat praktisch das Monopol dafür. Das gilt natürlich nicht für die Fundorte außerhalb der terranischen Sphäre, aber bei den anderen Rassen wird es genauso streng gehandhabt.“

„Stimmt.“ Elias Weyburn nickte beiläufig. „Man findet sie bei uns nur auf drei Planeten, bei den Chamboden sollen es zwei sein. Einen weiteren gibt es im Bereich der sogenannten Künstler von Laran, einen siebenten auf der anderen Seite der Galaxis bei den Roganiern. Natürlich ist es so, dass jede Rasse die Pyranit-Kristalle ausschließlich für sich selbst verwendet. Sie reichen trotzdem bei Weitem nicht aus, die Nachfrage ist erheblich größer als das Angebot. Viele Konstrukteure müssen sich mit anderem, erheblich schlechterem Ersatz behelfen.“

Barry Clayborn beugte sich vor.

„Lass mich einmal raten, Elias: Es gibt also zu wenig Kristalle, und wer sie hat, hält sie eisern fest. So war es wenigstens bis jetzt — nun sind aber plötzlich doch welche in den Handel gekommen. Natürlich illegal, durch dunkle Kanäle auf den Schwarzen Markt, und entsprechend dürften auch die Preise dafür sein. Habe ich recht?“

„Du hast es erfasst, Barry“, gab der Direktor zu. „Im Grund wäre das nicht weiter schlimm, in der Galaxis geschehen noch ganz andere Dinge. Leider ist es aber so, dass nach unseren Informationen der Großteil der Kristalle von Elementen angekauft wird, die bisher aus gutem Grund von Terra keine bekommen haben. Auch Yarling von Marbuk ist darunter, und was das bedeutet, kannst du dir an drei Fingern abzählen.“

Der Commander verzog das Gesicht, als hätte er Zahnweh.

„Und ob ich das kann. Yarling bemüht sich seit Jahren darum, eine schlagkräftige Flotte aufzubauen, mit deren Hilfe er die schwachen Nachbarsysteme unter seine Kontrolle bringen will. Natürlich unter dem Deckmantel, ihnen Schutz gewähren zu wollen, wie das ja bei Diktatoren so üblich ist.“

„Du sagst es“, seufzte Weyburn. „Bisher hatte er praktisch keine Chance, weil seine Schiffe zu langsam waren. Mit den schwarz gekauften Kristallen werden sie schneller und ihr Aktionsradius größer. Es lässt sich also der Zeitpunkt absehen, zu dem er aktiv werden dürfte.“

„Sollen wir ihm auf die dicken Finger klopfen, Elias?“, erkundigte sich Barry Clayborn. „Ich wüsste nichts, was ich lieber täte.“

„Das glaube ich dir unbesehen, doch daraus wird nichts. Wir haben MALACA 2 bereits in Marsch gesetzt, und auf Marbuk hält sich das Team von Gard Murner auf. Nein, mit dir und der Mordain habe ich etwas anderes vor: Ihr sollt herausfinden, woher die 'schwarzen' Pyranit-Kristalle kommen. Es hat wenig Zweck, nur die Symptome zu bekämpfen, das Übel muss an der Wurzel gepackt werden.“

Der Agent begann zu grinsen.

„Mit anderen Worten: Terra Control will sich den Fundplaneten unter den Nagel reißen! Liegt er überhaupt in unserem Einflussbereich?“

Elias Weyburn hob die Schultern, auf denen die ganze Last der Verantwortung lag. „Das steht nicht hundertprozentig fest, ist aber stark anzunehmen. Die Kristalle sind bisher immer nur in einem bestimmten Sektor unter die Leute gebracht worden, in dessen ungefährem Mittelpunkt das Lermo-System liegt. Du kennst es, nehme ich an.“ Barry Clayborn kniff die Brauen zusammen.

„Besser, als mir lieb ist, Elias! Auf Lermo gibt sich so ungefähr alles ein Stelldichein, was sich durch dunkle Machenschaften eine goldene Nase verschaffen will. Warum habt ihr diese sogenannte Freihandelswelt nicht längst aufgeräumt?“

„Weil wir auch unseren Nutzen daraus ziehen, Barry“, sagte der Direktor geduldig. „Dort werden nicht nur schwarze Waren, sondern auch Informationen gehandelt, die wir anderswo kaum bekommen könnten. Nur deshalb wird Lermo toleriert.“

„Ein Glück, dass ich kaum etwas mit Politik zu tun habe“, meinte der Commander abfällig. „Wir sollen also auf dieser Welt ansetzen, wenn ich dich richtig interpretiere. Hast du irgendwelche Anhaltspunkte für mich?“

Weyburn nickte. „Unser Hauptinformant sitzt in Lermonia, seit Jahren schon. Fliegt dorthin, eine Lektion über richtiges Benehmen brauche ich euch wohl nicht zu geben. Sobald es passt, suchst du dann den Vergnügungspalast DEEP HELL auf und fragst dich zu Myrn Losker durch. Dort wirst du alles Nötige erfahren, euer weiteres Vorgehen kannst du selbst bestimmen. Viel Glück also.“

 

 

4

An Bord der Mordain hob Professor Jarl Luden indigniert die Brauen. „Ausgerechnet jetzt ein neuer Einsatz“, murrte er. „Da hatte ich gehofft, dem Rätsel der Zheltyana endlich mal ein Stück näherzukommen, und schon werde ich wieder gestört. Wie soll ich es dann jemals schaffen?“

Barry Clayborn gab auf diese rein rhetorische Frage keine Antwort. „Wo steckt Penza?“, erkundigte er sich stattdessen.

Luden schaltete den Bildprojektor ab und deutete mit dem Daumen in Richtung Maschinenraum. „Wo kann er schon stecken, unser technisches Genie? Wenn er es nicht vorzieht, sich mit Veem zu streiten, wirst du ihn immer an derselben Stelle finden ...“

Clayborn nickte kurz, setzte sich in Bewegung und stieß plötzlich auf ein bis dahin unsichtbares Hindernis. Ein Wehlaut klang auf, und dann wurde die Gestalt von Veem Chemile sichtbar, der sich wieder einmal so vollkommen seiner Umwelt angepasst hatte, dass er restlos mit dem Hintergrund verschmolzen war. Barry klopfte ihm sanft auf die Schulter.

„Mach dich fertig, es riecht nach Einsatz, Freund. Wenn es nach Elias ginge, müssten wir schon gestern gestartet sein.“

„Wie sieht es aus, Penza?“, erkundigte er sich wenig später im Maschinenraum. Saratows Kugelkopf tauchte aus dem Innern eines Aggregats auf, seine Stirn lag in dicken Falten.

„Diese irdischen Techniker sind die letzten Stümper!“, beklagte er sich finster. „Übergeben mir das Schiff, behaupten steif und fest, es sei alles in Ordnung — dass ich nicht lache ... Seit Stunden bin ich jetzt schon an der Arbeit, und noch immer geben. die Maschinen nicht mehr als 98 Prozent her.“

Barry Clayborn machte es kurz, denn er kannte seinen Mann. „Spiel dich nicht so auf, Dicker, ich weiß Bescheid. Wenn du 98 Prozent sagst, meinst du in Wirklichkeit 127, denn du rechnest die 30 Prozent Überlastungsspielraum gar nicht mit. Die Mordain ist also topfit — in einer Stunde starten wir.“

 

 

5

Auf den Ortungsschirmen begannen die Sterne zu wirbeln, als Veem Chemile schaltete und das Schiff aus dem Überlichtflug kam. Sekunden später hatte sich das Bild wieder stabilisiert, und das Lermo-System lag unterhalb der Mordain. Jarl Luden verzog das schmale Gesicht.

„Da hätten wir also das moderne Babel vor uns. Tu mir den Gefallen, Barry, lass mich hier an Bord bleiben. Für die Strapazen dieser Stadt sind mir meine Nerven zu schade.“

Barry Clayborn nickte gleichmütig. „Geht in Ordnung, Jarl, auch Veem werde ich vorerst nicht brauchen. Nur auf Penza kann ich nicht verzichten — seine Fäuste sind im Notfall schlagkräftiger als das beste Argument!“

Chemile schniefte missbilligend auf. Seine Perlaugen glitzerten und schienen noch kleiner geworden zu sein.

„Rohe Gewalt ist auch das Einzige, was er zu bieten hat. So ein großer Kopf, und so wenig darin — typisch Troglodyt.“

Der Riese grinste amüsiert.

„Aus dir spricht ja doch nur der Neid, du dürre Bohnenstange. Komm, Barry, machen wir uns auf den Weg. Anderenfalls gerate ich noch in Versuchung, einen Knoten in seinen Hals zu machen, damit er endlich den Mund hält.“

Eine Viertelstunde später verließen sie das Schiff.

Penza Saratow trug, wie bei solchen Gelegenheiten üblich, lose fallende, weit geschnittene Kleidung. Dieser schreiend bunte Anzug tarnte nicht nur seine Muskeln und gab ihm das Aussehen eines verfetteten Genießers. In seinen großen Taschen ließen sich auch allerhand nützliche Dinge unterbringen, die nicht jeder zu sehen brauchte.

Barry Clayborn dagegen trug seine Waffen offen.

Er hatte sich wieder einmal für Schwarz entschieden, sodass er neben Penza düster und asketisch wirkte. Nur der breite, goldfarbene Gürtel stach auffallend davon ab. An ihm hing rechts eine Dione, die wie eine Spielzeugpistole wirkte, aber ein Hochleistungsmagazin enthielt, das dutzendfachen Tod in sich barg. An der linken Seite baumelte ein krummer Dolch, dessen Griff und Scheide reiche Ziselierungen aufwiesen. Er stammte vom Planeten Drogomir, war das Geschenk eines Stammeshäuptlings und vermochte Stahlblech zu durchschneiden, als ob es Butter wäre.

Wer die beiden sah, mochte an einen reichen Emporkömmling und seinen Leibwächter denken, und genau diesen Eindruck wollten sie erwecken. Clayborn ging stets einen Schritt hinter Penza, seine wachen Augen suchten ständig die Umgebung ab. Das war auf Lermo auch durchaus angebracht, vor allem zu dieser Stunde.

Sie waren am späten Abend gelandet, hatten sich am Hafen einen Mietwagen genommen und nach Lermonia bringen lassen. Nun schritten sie durch die engen Straßen des Vergnügungsviertels, in denen das Laster in vielfältiger Form zu vollem Leben erwacht war.

Auf dieser Freihandelswelt wurden oft riesige Geschäfte getätigt, und irgendwie wollte jeder Bewohner der Stadt am Umsatz teilhaben. Alle Läden waren Tag und Nacht geöffnet, und das Feilschen der Händler mit ihren Kunden war weithin zu hören. Schreiend bunte, flackernde Lichtreklamen lockten und versprachen alle Arten von Zerstreuung und Seligkeit. Bars, Spielhöllen und Lasterhöhlen priesen ihre Genüsse an, unverhüllt und hemmungslos. Auf Lermo gab es praktisch nichts, das verboten war.

Natürlich war alles nur eine Frage des Geldbeutels. War er prall gefüllt, fielen die gebotenen Seligkeiten entsprechend luxuriös aus. War er schlaff, musste man sich mit den weniger gehobenen Vergnügungen abfinden. In beiden Fällen war es aber immer geraten, ihn gut festzuhalten und dunkle Ecken zu meiden. Im hellen Licht arbeiteten die geschickten Finger der Taschendiebe, im Finstern die Muskelpakete weniger zartfühlender Räuber.

Irgendein Opfer fanden sie immer, denn Lermos Ruf lockte Gäste von allen Planeten an. Die meisten waren Menschen, aber man sah auch zahlreiche Angehörige fremder Rassen. Sie waren oft genug arglos und so eine leichte Beute für die Aasgeier aller Kategorien.

Barry Clayborn und Penza Saratow erweckten diesen Eindruck nicht. Zielstrebig bewegten sie sich durch die Gassen, und wer sie kommen sah, machte ihnen freiwillig Platz. Obwohl sich die Menschen stießen und drängten, bildete sich für sie stets eine Gasse. Kein Nepper und Schlepper wagte sich an sie heran. Nur ein Blick aus Barrys harten Augen, und schon zogen sie es vor, ihre Überredungskünste an anderen zu versuchen.

Auch die leichten Mädchen, die ihre Reize freizügig zur Schau stellten, schienen bei seinem Anblick plötzlich ungewohnte Hemmungen zu empfinden. Penza Saratow sah es mit einem lachenden und einem weinenden Auge, denn er war durchaus kein Kostverächter. Doch Freie Terranische Agenten mussten im Einsatz nicht nur gegen andere, sondern auch gegen sich selbst hart sein ...

Unbehelligt schritten sie weiter und ließen endlich die Enge der Gassen hinter sich. Sie befanden sich noch immer im Vergnügungsviertel, nun aber in seinem anspruchsvolleren Teil. Die diversen Etablissements waren größer und prunkvoller, die Menschen weniger zahlreich, die Besucher erheblich besser gekleidet, vor den Türen der Lokale standen betresste Portiers. Selbst die Freudenmädchen wirkten hier, als wären sie alle verkappte Prinzessinnen, die nur darauf warteten, von einem Märchenprinzen entführt zu werden.

„Ist es noch weit?“, fragte Penza über die Schulter zurück, der sich in dieser Gegend nicht auskannte.

Barry Clayborn schüttelte den Kopf.

„Bis zur nächsten Ecke, dann rechts ab und noch etwa hundert Meter weiter. Seit ich zuletzt hier war, hat sich nicht viel geändert. Du wirst das DEEP HELL schon von Weitem sehen, tue aber so, als wolltest du gar nicht hineingehen. Man wird dich jedoch mit Sicherheit ansprechen, und dann musst du dich eben 'überreden' lassen.“

 

 

6

Kaskaden funkelnder Lichter fielen von der Fassade des Vergnügungspalastes auf die beiden Männer herab. Sie erweckten tatsächlich den Eindruck eines flackernden Höllenfeuers, das seinem Namen entsprach. Vor den Eingängen standen aber durchaus irdisch anmutende Portiers, die nur dezent angedeutete Teufelshörner und spitze Bärte zur Schau trugen. Saratow blieb stehen und sah sich wie ratsuchend zu dem Commander um.

„Was halten Sie davon, Clayborn?“, fragte er scheinbar unentschlossen. „Ob dieses Etablissement wohl halten mag, was sein höllischer Name verspricht?“

Barry Clayborn verzog keine Miene, wie es einem guten Leibwächter angemessen war.

„Ich habe noch nichts Nachteiliges darüber gehört, Sir“, meinte er mit unbewegter Stimme. „Es käme auf einen Versuch an, meine ich. Falls es Ihren Anforderungen nicht entspricht, können wir immer noch weitergehen.“

Sie hatten laut gesprochen, und sofort eilte der am nächsten stehende Teufel vom Dienst herbei. Er verneigte sich tief und ließ dezent eine Wolke von schwefligem Rauch aus dem Behälter in seinem Anzug entweichen.

„Tun Sie uns den Gefallen, Sir!“, bat er devot. „Sie werden keinesfalls enttäuscht sein, dessen kann ich Sie versichern. Das DEEP HELL bietet Ihnen Freuden, die sie niemals vergessen werden.“

„Wenn ich gut zahle, versteht sich“, grinste Penza leicht einfältig. „Gut, lassen wir es auf einen Versuch ankommen. Ob ich meine Tausender hier oder anderswo loswerde, ist im Grunde ja egal.“

Er trug mit Absicht ausgesprochen dick auf, aber das passte zu dem Typ, den er jetzt verkörperte. Der Portier lächelte erfreut und riss diensteifrig die Tür vor ihm auf.

Das Innere des Vergnügungspalastes unterschied sich im Grunde nicht sonderlich von dem anderer gleichgearteter Lokalitäten. Es gab die üblichen Abteilungen für Tanz, Spiel, Liebe, für mechanisch erzeugte Träume und solche, die durch Drogen aller Art hervorgerufen wurden. Lediglich die Aufmachung war anders, alles war irgendwie auf den Begriff 'diabolisch' zugeschnitten. Statt der sonst vorhandenen Logen und Nischen hatte man große Kübel aufgebaut, in denen die Besucher ihre Plätze hatten, von — allerdings kaltem — Feuer umzüngelt.

Saratow sah sich scheinbar staunend um. „Alles nur Humbug“, flüsterte er Barry Clayborn zu, ohne die Lippen zu bewegen. „Die wirklich interessanten Dinge dürften sich irgendwo hinter verschlossenen Türen befinden, die sich erst dann öffnen, wenn man auf Herz und Nieren geprüft worden ist.“

Man war auf sie aufmerksam geworden.

Eine gutgewachsene, spärlich bekleidete Teufelin glitt auf sie zu, den buschigen Schwanz kokett über den Arm gelegt. „Haben die Herrschaften besondere Wünsche?“, säuselte sie vertraulich. „Ich bin gern bereit, Sie zu betreuen.“

Penza schien unschlüssig. „Noch nicht“, entschied er dann. „Ich will mich erst einmal überall umsehen, ehe ich mich für etwas Bestimmtes entscheide.“

Sie durchstreiften das unterste Stockwerk, in dem es ausgesprochen harmlos zuging, wenn man die üblichen Maßstäbe von Lermonia anlegte. Penza schüttelte den Kopf, und sie fuhren mit dem Lift eine Etage höher. Dort kamen sie in einen riesigen Spielsaal. Würfel rollten, Karten wurden hin und hergeschoben, mechanische Glücksspielgeräte drehten sich surrend. Hunderte von Menschen und Angehörigen anderer Rassen belagerten die Tische, große Beträge wechselten innerhalb von Sekunden den Besitzer.

In der Mitte des Saales thronte der 'Höllenfürst' als Bankhalter, und Saratow nickte.

„Hier bleibe ich für eine Weile. Ich bin zwar davon überzeugt, dass hier kräftig betrogen wird, aber bei dieser Art von Teufelei kann ich jederzeit mithalten. Geh du inzwischen los und sieh dich nach Myrn Losker um.“

Barry Clayborn schob sich durch die Umstehenden und begab sich zu einer der zahlreichen Barnischen. In dieser Umgebung, in der es von exotischen Gestalten nur so wimmelte, erregte er kaum noch besondere Aufmerksamkeit. Der 'Luziferdrink' erwies sich als absolut harmlos, Barry nippte daran und beugte sich dann zu der Bedienung vor.

„Eine Frage, schöne Teufelin“, sagte er leise und schenkte ihr einen seiner bewährten strahlenden Blicke, während er ihr gleichzeitig unauffällig einen Geldschein zuschob. „Ich muss mit Myrn Losker reden, ich habe eine wichtige Nachricht zu überbringen. Wo kann ich diesen Satansbraten finden?“

Sie kicherte, denn dieser Vergleich schien sie zu amüsieren. „Um diese Zeit hält sich Madame meist schon in ihrer privaten Hölle auf, Freund. Sie müssen ganz nach unten fahren, bis in den Keller, und dort nochmals fragen. Sehe ich Sie später noch?“, setzte sie gurrend hinzu. „Ab Mitternacht habe ich frei.“

„Vielleicht“, murmelte der Commander und setzte sich nachdenklich in Bewegung.

Myrn Losker war also eine Frau! Davon hatte Elias Weyburn nichts gesagt, aber das war bei ihm nicht weiter verwunderlich. Er gab seinen Leuten immer nur die nötigsten Informationen, und das aus gutem Grund. Was ein Agent nicht wusste, konnte auch niemand aus ihm herausholen, wenn es wirklich hart auf hart ging.

Vielleicht war sie auch nicht selbst der Agent auf Lermo, sondern nur ein Verbindungsglied zu diesem. Nun, er würde es ja bald herausfinden.

Er sah sich noch einmal nach Penza Saratow um, aber dieser saß längst am Tisch und hielt die Karten, in der Hand. Barry fuhr nach unten, und als er dort den Lift verließ, stellte sich ihm ein Mann entgegen, der absolut nicht in das Schema dieses Hauses passte. Er war ähnlich gekleidet wie Clayborn selbst, und seine Hand ruhte auf dem Griff einer Neuropeitsche.

Sein kalter, abschätzender Blick musterte den Ankömmling. „Das hier sind Privatgemächer, Fremder! Wenn Sie hier nichts zu suchen haben, dann verschwinden Sie recht schnell, sonst muss ich ungemütlich werden.“

Barry Clayborn schüttelte den Kopf.

„Immer mit der Ruhe, Freund, ich bin bestimmt nicht auf Ärger aus. Ich bin heute erst hier angekommen und soll deiner Herrin eine persönliche Botschaft überbringen. Wenn du willst, kannst du mich begleiten und aufpassen, dass ich ihr nichts antue.“

Der Wächter wehrte nachdrücklich ab.

„Ich darf meinen Posten hier nicht verlassen, daraus kann also nichts werden. Sie werden wohl oder übel gehen müssen, es sei denn, Sie nennen mir ein bestimmtes Wort.“

Barry hatte es von Weyburn erfahren und nannte es nun. Sofort entspannte sich das Gesicht des anderen.

„In Ordnung, Sie können passieren. Sie finden Myrn Losker im Seitengang, hinter der dritten Tür. Ich hoffe in Ihrem Interesse, dass Sie echt sind — anderenfalls werden Sie diese Räume nicht wieder lebend verlassen!“

Der Commander glaubte ihm das unbesehen. Dieser Wächter war absolut loyal und unbestechlich, vermutlich durch Hypnose eigens für sein Amt präpariert. Er würde sich für seine Herrin in Stücke reißen lassen, wenn es darauf ankam. In Lermonia, der Stadt der tausend Laster, waren solche Männer für Leute von Bedeutung von unschätzbarem Wert.

Barry fand die Tür und drückte auf den Summer. Sein geübtes Auge suchte und fand den Fernsehspion mühelos, durch den er von innen beobachtet werden konnte. Fiel diese Musterung nicht zur Zufriedenheit von Myrn Losker aus, dann würde diese Tür für ihn verschlossen bleiben, dessen war er sicher.

Doch es vergingen nur Sekunden, dann glitt die Tür vor ihm mit leisem Summen auf.

Clayborn kam in einen geschmackvoll eingerichteten, dezent beleuchteten Vorraum. Statuen von fremden Welten standen auf kleinen Podesten, die allein schon unschätzbare Werte repräsentierten. Die Herrin dieses höllischen Etablissements schien demnach eine sehr vermögende Frau zu sein.

Sekunden später erschien sie selbst. Eine hochgewachsene, gut gebaute Gestalt in einem schillernden Umhang, der ihre Formen nur notdürftig verbarg, das rötliche Haar zu einem gewagten Turmbau hochgesteckt. Der Commander erstarrte bei ihrem Anblick, und seine Kinnlade fiel herunter.

„Du bist Myrn Losker ...?“, flüsterte er überwältigt.

 

 

7

„Dein Wein ist gut, Barlog“, lobte der Zauberer, erhob sein Glas und trank dem Burgherrn zu.

„Das will ich meinen“, brüstete sich dieser, tat es seinem Gegenüber nach und stürzte den Inhalt seines Glases in einem Zug hinunter. „Er stammt von meinen eigenen Weinbergen, einen besseren wirst du weit und breit nicht finden.“

Sein breites Gesicht war gerötet, seine Stimme klang schon merklich unsicher. Barlog war ein geübter Zecher und nahm es jederzeit mit jedem Adligen von Cornveld auf. Das hatte er schon unzählige Male bewiesen. Bei vielen Gelagen war er der Sieger geblieben, wenn der Wein in Strömen floss. Er hatte stets alle anderen unter den Tisch getrunken, während er selbst immer noch auf seinen eigenen Beinen in sein Schlafgemach gelangt war.

Doch diese Gelage hatten frühestens am Mittag begonnen, und jetzt war erst der halbe Vormittag vorbei eine Zeit also, die eigentlich nicht zum Trinken gedacht war. Daran mochte es vielleicht liegen, dass der Burgherr anfälliger für die kleinen Teufel war, die in dem süßen Trunk ihren Wohnsitz hatten.

War das wirklich der einzige Grund ...?

Ein unbefangener Beobachter hätte ohne viel Mühe bemerkt, dass es nicht allein daran liegen konnte.

Barlog hatte eben den vierten Pokal geleert, und bei diesem Quantum bekam er sonst erst immer den richtigen Durst!

Er hätte jeden lauthals ausgelacht, der kühn genug gewesen wäre zu behaupten, diese lächerliche Menge könnte ihm auch nur das Geringste anhaben. Trotzdem war es eine unübersehbare Tatsache, dass er jetzt bereits stark angetrunken war. Sein Besucher dagegen zeigte nicht die geringste Wirkung, obwohl er bei jedem Glas mitgehalten hatte.

Barlog selbst war sich seines Zustandes gar nicht bewusst. Er fühlte sich vollkommen Herr seiner Sinne.

Wohlgefällig tätschelte er der nachschenkenden Magd das pralle Hinterteil und war in bester Laune. Nichts erinnerte ihn mehr daran, dass er seinen ungebetenen Gast nur mit Widerwillen empfangen hatte und sogar noch von ihm tief gedemütigt worden war. Es war, als habe etwas diese unliebsamen Vorgänge einfach aus seinem Gedächtnis gestrichen, so, als wären sie nie gewesen ...

Der Burgherr lachte und scherzte. Er erzählte mit seiner dröhnenden Stimme Begebenheiten aus seinem Leben und flocht dabei zuweilen Dinge ein, die die junge Magd zum Erröten brachten. Es fiel ihm überhaupt nicht auf, dass er allein die gesamte Unterhaltung bestritt. Der Mann vom Heiligen Berg dagegen hörte nur zu, lächelte still vor sich hin und trank mit, wenn Barlog seinen Pokal hob.

Der weite, rote Mantel lag nach wie vor um seine Schultern, obwohl es inzwischen warm geworden war; er hatte lediglich seinen spitzen Hut, der mit allegorischen Zeichen bedeckt war, abgenommen. Sein Haar war braun, lang und lockig — genau wie das jenes Pagen, der bis vor drei Monaten in Barlogs Dienst gestanden hatte, um dann spurlos zu verschwinden.

Und noch jemand war zugleich verschwunden: Barlogs junge, liebreizende Nebenfrau! Der Burgherr hatte sie zu sich genommen, nachdem ihr junger Ehemann bei einem Zweikampf mit ihm zu Tode gekommen war. Bei einem Kampf, bei dem er von vornherein keine Chance gehabt hatte und der von dem Burgherrn nur provoziert worden war, um in den Besitz der schönen Grisa zu gelangen, die ihm so gut gefiel.

Er hatte sie bekommen, aber damit hatte zugleich auch das Unheil begonnen, das ihn nun Tag und Nacht begleitete.

Barlog hatte sich vollkommen im Recht gefühlt, als er dieses junge Weib als Beute nahm, wie es von alters her Sitte war. Dass viele andere Adligen diesen Schritt missbilligten, hatte ihn nicht gestört. Das waren ja doch nur jene Weichlinge, die mit den Zauberern paktierten, die ihm so sehr zuwider waren.

Jeder Mann sollte nur eine Frau haben? Wie lächerlich!

Zugegeben, es gab auf Cornveld zu wenige Frauen — aber was konnte das einen Mann wie Barlog stören? Einen Burgherrn vom besten Adel, der über rund tausend Menschen gebot, die seine ausgedehnten Felder und Weinberge bestellten und alles zu tun hatten, was er ihnen befahl.

Seine besten Freunde waren gekommen und hatten ihm Vorhaltungen gemacht. Er hatte sie abgewiesen, denn er argwöhnte, dass auch hier wieder die Zauberer dahintersteckten, die ihn seit Langem bedrängten. Doch seine erste Frau Ova hatte auf sie gehört, ihr war die Anwesenheit dieser Nebenbuhlerin naturgemäß ein Dorn im Auge.

Sie war aufsässig geworden und nach alter Sitte von Barlog verprügelt worden. Nun schien alles wieder in Ordnung zu sein — doch dann war sie am selben Tage aus der Burg verschwunden wie Grisa mit dem Pagen ...

Hier war eindeutig ein Komplott gegen ihn geschmiedet worden, das war dem Burgherrn klar. Doch es lag nicht in seiner Macht, die beiden Weiber zurückzuholen. Grisa war scheinbar spurlos verschwunden, und Ova befand sich wieder in der Burg ihres Vaters, sechs Tagereisen entfernt.

Barlog hatte Boten mit Drohungen dorthin geschickt, aber das hatte nichts gefruchtet. Seine Männer waren mit höhnischen Entgegnungen zurückgeschickt worden, die eigentlich Grund genug für einen Kriegszug gewesen wären. Doch ein solcher überstieg seine Kräfte, und auf seine alten Freunde konnte er nun nicht mehr rechnen. Der alte Garbo dagegen besaß viele Kumpane und war obendrein ein Freund der Zauberer, und gegen diese Konstellation kam Barlog allein nicht an.

Er hatte sich zähneknirschend in sein Schicksal ergeben und alle Welt verflucht, aber das hatte wenig genützt. Im Gegenteil, alles war noch schlimmer geworden. Bald schon waren alle ledigen Mägde aus der Burg verschwunden, denen er nun nachzustellen begonnen hatte! Zurückgeblieben waren nur die Verheirateten, und die waren tabu für ihn, von einem gelegentlichen Klaps auf das Gesäß abgesehen.

Doch wie konnte ein Mann in den besten Jahren auf die Dauer damit zufrieden sein? Barlog war es nicht, und so wurden die einsamen Nächte allmählich zur Qual für ihn. Schließlich wäre es an der Zeit gewesen, einen Erben und zukünftigen Burgherrn zu zeugen.

Er schlief immer schlechter und wurde immer unleidlicher gegen seine Untergebenen. Seinen besonderen Zorn erregten die Zauberer, auf deren Erscheinen alles zurückzuführen war, doch das kümmerte sie wenig. Nun hatten sie schon wieder jemand geschickt, der ihn überreden sollte — wozu eigentlich?

Er konnte sich anstrengen, so viel er wollte, es fiel ihm einfach nicht mehr ein.

„Nachschenken!“, befahl er und hielt der Magd seinen Pokal entgegen. Die junge Frau beeilte sich, seinem Befehl nachzukommen. Doch Barlogs Hände zitterten bereits, und so lief etwas Wein daneben und ergoss sich über seine neue Hose.

„Elendes Weib!“, knirschte der Burgherr. Er erhob sich halb und wollte nach ihr greifen, um sie für den vermeintlichen Fehler zu züchtigen. Dabei achtete er nicht auf den Zauberer, der mit der Rechten unter seinen Umhang griff. Das schien vollkommen absichtslos zu geschehen, aber die Folgen bekam Barlog sogleich zu spüren.

Plötzlich war ihm, als hätte ihn die Faust eines Riesen erfasst, die ihn unerbittlich niederdrückte! Mit einem jähen Ruck fiel er in den Stuhl zurück, der Ärger in seinen Zügen wurde von Verblüffung abgelöst. Er wollte sich erneut erheben, doch es ging einfach nicht. Eine Tonnenlast schien auf einmal auf seinen Schultern zu liegen, die ihm nicht erlaubte, auch nur die kleinste Bewegung zu machen ...

„Nur nicht unnütz aufregen, Barlog!“, sagte Herb Froman sanft und sah ihm fest in die Augen. „Was sind schon ein paar lächerliche Flecken für einen Mann wie dich? Trink lieber weiter und vergiss diesen unbedeutenden Vorfall.“

Der Burgherr wollte unwillkürlich aufbegehren. Doch fast sofort glätteten sich seine Züge wieder, ein breites Lächeln flog über sein Gesicht! „Ja, wir wollen trinken“, sagte er und hob das Glas zum Mund. Er wunderte sich nicht einmal darüber, dass er sich nun wieder mühelos bewegen konnte. Von einem Augenblick zum anderen hatte er tatsächlich vergessen, was ihn eben noch erregt hatte.

Er trank wie ein Verdurstender. Der Zauberer dagegen nippte nur an seinem Glas und beobachtete ihn verstohlen. Weder die Magd noch Barlog hatten seine blitzschnelle Bewegung gesehen. Mit ihr hatte er eine kleine, farblose Kapsel in den Pokal praktiziert, als sie abgelenkt waren.

Was er sah, schien ihn zu befriedigen. Er gab der Magd einen Wink, und sie verließ aufatmend den Raum. Der Burgherr schien auch das nicht zu bemerken, aber plötzlich ging mit ihm eine merkwürdige Veränderung vor sich. Das Lachen verschwand von seinen Zügen und wurde von. einem Zucken abgelöst. Und dann begann der große, starke Mann zu schluchzen wie ein krankes Kind.

„Ich halte das nicht mehr aus!“, stöhnte er und wischte sich mit dem Ärmel über die Augen. „Dieses Hundeleben ertrage ich nicht mehr länger. Hilf mir doch, Mann vom Heiligen Berg.“

Herb Froman nickte ihm wohlwollend zu, doch in seinen Augen stand ein Ausdruck des Triumphs.

„Natürlich werde ich dir helfen, Barlog“, versprach er, und seine Stimme strotzte vor gespieltem Mitgefühl. „Ich weiß sehr wohl, was dich bedrückt. Wir Zauberer werden dafür sorgen, dass deine Frau sehr bald wieder zu dir zurückkehrt. Allerdings musst du geloben, sie das Fortgehen nicht büßen zu lassen. Willst du das?“

„Ich verspreche es!“, nickte Barlog und hob die Schwurhand. Seine Tränen versiegten, und der Zauberer nickte zufrieden.

„Gut, ich verlasse mich auf dein Wort. Allerdings müssen wir als kleine Gegenleistung für unsere Hilfe auch eine Bedingung stellen: Überschreibe uns das Land, das wir seit Langem beanspruchen, für alle Zeiten und als unantastbares Eigentum.“

Gerade dagegen hatte sich Barlog immer gesträubt, aber nun schien er auch das vergessen zu haben. Herb Froman holte unter seinem Umhang Schreibzeug hervor, dazu ein Blatt mit einem bereits vorbereiteten Text. „Setze deinen Namenszug hierher, und alles ist erledigt. Dann wirst du deine Frau schon morgen wieder hier begrüßen können.“

Der Burgherr lächelte strahlend und unterschrieb ohne Zögern. Herb Froman ließ das Blatt verschwinden und legte ihm dann leicht die Hand auf den Kopf. Sekunden später schlossen sich Barlogs Augen, sein Kopf sank auf die Tischplatte. Er begann bereits zu schnarchen, als der Zauberer die Burg verließ.

„Wieder ein Dummkopf übertölpelt!“, murmelte er vor sich hin, als er die Zugbrücke hinter sich gelassen hatte. „Ein Schwerkraftregulator, eine Droge und etwas Hypnose — es war geradezu lächerlich einfach. Vielleicht wird es ihm morgen wieder leidtun, aber ich habe seine Unterschrift und sein Gelöbnis. Die Kristalle auf seinem Grund gehören jetzt uns ...!“

 

 

8

Die Frau lachte perlend auf und schloss die Tür.

„Ja, ich bin es, Barry. Warum verblüfft dich das so?“

Der Commander holte tief Luft. „Es verblüfft mich wirklich“, gestand er. „Myrn ist ein neutraler Name, der gut auch einem Mann gehören könnte. Wie konnte ich ahnen, dass sich hinter Myrn Losker die Agentin Miriam Lasalle verbirgt?“

Details

Seiten
120
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783738922219
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v437704
Schlagworte
space agent clayborn zauberwelt

Autor

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Titel: Space Agent  #2: Clayborn und die Zauberwelt