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Dr. Staffner packt aus: Ich lasse mir mein Schweigen mit Sex bezahlen #1

2018 120 Seiten

Leseprobe

Table of Contents

Title Page

ICH LASSE MIR MEIN SCHWEIGEN MIT SEX BEZAHLEN

Klappentext:

Ich lasse mir mein Schweigen mit Sex bezahlen

Mein eigener Sohn fordert von mir Geld für sein Schweigen

Ich wollte eine schwere Schuld mit Geld begleichen

Wissentlich benannte ich den falschen Kindsvater

Als Alfred mich streichelte, fühlte ich mich wieder als Frau

Ich konnte für mein Kind keine Liebe empfinden

Mit 15 war mein Leben schon vorbei

Niemand ahnt, dass ich meinen Bruder liebte

Wenn Mutter unbedingt Geld verdienen muss…

Mein Mann findet, dass Arbeit noch keinem geschadet hat

Warum habe ich meiner Tochter nur nicht geglaubt

Ich glaube nicht, dass mein Junge ein Verbrecher ist

Meine Mutter wollte mein Glück erzwingen

Mit ihrer Pfuscherei hat unsere Bekannte Schlimmes angerichtet

Ich glaubte, nie mehr glücklich zu sein

In der Hochzeitsnacht kam ich in das falsche Zimmer

Meine Gefühle waren stärker als meine Vernunft

Bei meinem Arzt suchte ich nicht nur Heilung

Mutters Geliebter war mir ein Dorn im Auge

Mein Schüler machte mich lächerlich

Dr. Staffner packt aus

 

ICH LASSE MIR MEIN SCHWEIGEN MIT SEX BEZAHLEN

 

Der Psychotherapeut und 20 wahre Fallakten

 

 

 

IMPRESSUM

 

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© Roman by Author/ Titelbild: Nach Motiven von Pixabay, 2018

© dieser Ausgabe 2018 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

 

Klappentext:

Während meiner langjährigen Tätigkeit als Psychotherapeut kamen viele Menschen zu mir, die ein Ereignis oder ihr eigenes Verhalten aus dem seelischen Gleichgewicht geworfen hatte. Indem ich versuchte, ihnen zu helfen, erfuhr ich zum Teil erschütternde Lebensbeichten. Die Namen wurden selbstverständlich von mir geändert.

20 wahre Fallakten!

 

 

 

 

 

 

Ich lasse mir mein Schweigen mit Sex bezahlen

 

Als ich mich um den Job eines Warenhausdetektivs bewarb, tat ich dies nicht nur des Geldes wegen, sondern aus Überzeugung. Meine Mutter führte früher ein Lebensmittelgeschäft. Ich entsinne mich noch sehr gut, welche Verluste sie durch ständige Diebstähle erlitt. Nun wollte ich dazu beitragen, diesen Langfingern das Handwerk zu legen.

Bereits am ersten Tag meiner Tätigkeit wartete ich mit zwei Erfolgen auf. Ich erwischte einen Mann, der eine Flasche Rasierwasser in seiner Manteltasche verschwinden ließ, und eine beleibte Kundin, die drei Kleider übereinander trug. Das brachte mir ein dickes Lob des Chefs ein.

Es verging kaum ein Tag, an dem ich nicht tätig werden musste. Das Kaufhaus 'Römer' mit seinem breit gefächerten Angebot bot ein weites Wirkungsfeld für Leute, die ihre Einkäufe nicht bezahlen wollten.

Ich schlenderte von Abteilung zu Abteilung, mimte einen unauffälligen Kunden, der sich für Sonderangebote interessierte, in Wahrheit aber hielt ich meine Augen wie ein Luchs offen.

So ging mir eines Tages eine Frau ins Netz, die das Gedränge an einem Wühltisch für Unterwäsche zu nutzen hoffte. Einige Slips und ein BH verschwanden unter ihrer Jacke.

Als sie sich entfernen wollte, tauchte ich neben ihr auf und stellte sie zur Rede. Nach anfänglichem entrüstetem Widerspruch sah sie schon bald die Nutzlosigkeit ein. Nun verlegte sie sich aufs Bitten. Ich solle sie laufen lassen. Sie habe so etwas noch nie gemacht. Sie wisse selbst nicht, was über sie gekommen sei.

Diese Sprüche kannte ich zwar zur Genüge, aber seltsamerweise glaubte ich sie diesmal. Die Frau, ich schätzte sie auf höchstens 25, machte nicht den Eindruck einer durchtriebenen Diebin auf mich.

Ich sah sie durchdringend an und stellte fest, dass sie sehr hübsch war. Ihre Angst vor der Anzeige gab ihr etwas Erregendes, das mich nervös machte. Ich stellte mir plötzlich vor, wie sie wohl in der gestohlenen Wäsche aussehen würde. Dieser Gedanke ließ mich nicht mehr los, während die Ertappte mich beschwor, ihr eine Chance zu geben.

Nach kurzem Zögern forderte ich sie mit ernstem Gesicht auf, mir zu folgen. Ich brachte sie in einen Raum, in dem Kartons mit Waren gestapelt waren. Er ließ sich von innen zusperren. Hier setzte ich der Verängstigten auseinander, in welchen Gewissenskonflikt sie mich brächte, sollte ich ausgerechnet bei ihr eine Ausnahme machen. Dabei malte ich die von ihr zu erwartenden Konsequenzen in den düstersten Farben: Hausverbot, Strafanzeige, Schimpf und Schande.

Dann deutete ich eine Möglichkeit zur Rettung aus dieser Zwickmühle an. Wenn sie ein wenig nett zu mir wäre, würde ich ein Auge zudrücken. Etwas guten Willen könne ich wohl erwarten.

Die Frau, ich habe nie ihren Namen erfahren, lief blutrot an, aber bevor sie sich empört weigern konnte, ließ ich den gestohlenen BH vor ihren Augen pendeln. Dabei berührte ich mit der Hand ihre Brust und raunte: "Der ist dir doch bestimmt viel zu groß. Willst du, dass das von der Direktion geprüft wird?"

Als ich sie gegen einen der Kartonstapel drängte, wehrte sie sich nur schwach. Mein Versprechen, über ihre Tat Stillschweigen zu bewahren und dabei ihr zuliebe selbst ein erhebliches Risiko auf mich zu nehmen, gab sie in meine Hand.

Während der folgenden halben Stunde bereute ich meinen Entschluss nicht. Auf den Kartons war es zwar nicht sonderlich bequem, doch das Bewusstsein eines erschlichenen Liebeserlebnisses erregte mich.

Ich kann nicht behaupten, dass meine unfreiwillige Partnerin das Abenteuer in gleicher Weise genoss wie ich. Sie ließ es geschehen, und das genügte mir.

Danach sah ich sie im Kaufhaus nie wieder, was ich einerseits bedauerte, andererseits aber durchaus begrüßte, zumal ich bereits drei Tage später eine erst 18-Jährige auf frischer Tat ertappte.

Als ich mich ihr näherte, wusste ich bereits, dass ich sie haben musste. Nur mit Mühe spulte ich den üblichen Text ab, um sie gehörig einzuschüchtern. Sie weinte sogar und ergriff dankbar den Rettungsanker, den ich ihr in Aussicht stellte.

Diesmal hatte ich Vorsorge getroffen. Zwei dicke Decken lagen neben den Kartons bereit, und mit einer kleinen Flasche Mandellikör brach ich den letzten Widerstand. Es schien der Kleinen schließlich sogar zu gefallen. Sie wollte sich auch außerhalb des Kaufhauses mit mir treffen. Allerdings kam sie dann doch nicht zu dem vereinbarten Treffpunkt.

Egal! Mir war längst klar, dass sie nicht die Letzte bleiben würde. Ich war auf den Geschmack gekommen, zumal auch mein drittes Jagdopfer, eine bildhübsche Mutter zweier Kinder, sich mein Schweigen erzwungenermaßen erkaufte.

Von nun an übte ich meine Tätigkeit mit noch größerem Einsatz aus. Im Kaufhaus merkte niemand etwas. Ich ging sehr geschickt vor. Diebinnen, die mir zu unansehnlich oder zu alt waren, meldete ich erbarmungslos der Direktion. Bei Männern kannte ich ebenfalls keine Nachsicht. In solchen Fällen nützte alles Bitten und Schluchzen nichts. Die Täter mussten die Verantwortung für ihre Vergehen übernehmen. Ich bewahrte das Unternehmen vor beträchtlichem Schaden, was immer wieder Anerkennung fand.

Da man sich auf meinen Eifer verlassen konnte, erhielt ich freie Hand. Niemand kontrollierte mich, niemand begegnete mir mit Misstrauen

Das nützte ich weidlich aus, denn die Jagd auf Diebe wurde schon bald zur lästigen Pflicht, während mein Hauptaugenmerk jenen Täterinnen galt, die jung, hübsch und verlockend waren.

Es gab schlechte Wochen, in denen in erotischer Hinsicht nichts lief. Meinen Ärger darüber bekamen dann die Erwischten zu spüren, die mir nicht gefielen.

Aber dann zappelte doch wieder ein knuspriger Fisch im Netz. Den Lagerraum benutzte ich nur in der ersten Zeit. Schon bald verlangte ich von den Frauen Name und Anschrift und bestellte sie in ein Hotel. Dort war der Genuss ungleich größer.

Nur gelegentlich kehrte ich zu den Kartons zurück, denn die Möglichkeit, entdeckt zu werden, verursachte ein zusätzliches Prickeln.

Es gab auch Einzelfälle, in denen ich mein Ziel nicht erreichte. Wenn die Frauen standhaft blieben und lieber eine Anzeige in Kauf nahmen, als mit mir ins Bett zu gehen, ließ ich sie schweren Herzens laufen. Zum Glück passierte das nur selten. Meistens bekam ich, was ich wollte: Sex für mein Schweigen.

Das atemberaubendste Erlebnis hatte ich mit Lilli. Ich heftete meinen Blick auf ihren Pulli, unter dem sich drei Wölbungen abzeichneten. Die beiden äußeren gefielen mir ausnehmend gut, wenn ich auch die dritte benutzte, um meinen Angriff zu starten.

Lilli leugnete hartnäckig, doch im Lagerraum zog ich eine zusammengeknüllte Bluse unter dem Pulli hervor und stellte dabei fest, wie knackig ihre Brüste waren.

Ihre Kaltschnäuzigkeit verflog. Sie behauptete, erst 15 zu sein, doch das nahm ich ihr nicht ab. Sie hoffte wohl wegen ihrer angeblichen Jugend auf Milde. Ohne Zweifel war sie bereits volljährig.

Mein Vorschlag erschreckte sie, doch vor dem Gefängnis, das ich ihr androhte, fürchtete sie sich noch mehr.

Ich nahm sie ohne weitere Umschweife. Himmel, war das Mädchen süß! Ihr Sträuben und Zieren half ihr nichts. Es reizte mich nur noch mehr. Ihr Wehlaut ließ mich plötzlich begreifen, dass Lilli mit ihrer Altersangabe wohl doch nicht gelogen hatte. Ich war der erste Mann, der sie besaß.

Als ich nach unvergleichlich aufregenden Minuten von ihr abließ, schärfte ich ihr ein, über das Erlebnis den Mund zu halten, falls sie nicht ins Erziehungsheim wolle. Danach hoffte ich, dass ich schon möglichst bald wieder einen so taufrischen Käfer schnappen würde.

Das Glück war mir hold. Wenige Tage darauf wurde ich auf ein Mädchen aufmerksam, das sich beim Entwenden einer CD gar zu ungeschickt anstellte.

Was folgte, war bereits Routine. Sie hieß Marion und flehte mich an, nichts ihren Eltern zu erzählen. Ich erklärte mich einverstanden und nannte meinen Preis.

Sie nickte mit zusammengepressten Lippen, wollte es aber nicht auf den Kartons tun, sondern schlug eine alte Bauhütte vor.

Ich akzeptierte frohlockend und meldete mich zur Mittagspause ab. Wir gingen gemeinsam zur Hütte, wobei ich mir ausmalte, wie es mit der Kleinen sein würde.

Es kam anders. Kaum fasste ich das Mädchen an, drangen Polizisten in die Hütte ein und nahmen mich fest.

Anfangs konnte ich es gar nicht begreifen, doch inzwischen weiß ich, dass die süße Lilli nicht den Mund gehalten hat. Sie vertraute sich ihren Eltern an, die sofort die Polizei verständigten.

Um mich auf frischer Tat zu ertappen, schickte man mir einen Köder, 16 Jahre jung und ein wahrer Leckerbissen. Leider nicht für mich. Das kleine Biest liegt mir schwer im Magen.

Meine Stelle bin ich natürlich los. Demnächst erwarte ich meinen Prozess. Trotzdem erinnere ich mich mit wohligen Schauern der erschlichenen Liebesstunden mit den Frauen, die sich mit Sex freikauften. Ich glaube, ich würde es wieder tun.

 

 

Mein eigener Sohn fordert von mir Geld für sein Schweigen

 

Ich glaube, alles wäre nicht passiert, wenn es mir nicht seit Jahren so gut gegangen wäre. Als ich Robert heiratete, war ich 19 und von dem erfolgreichen Gschäftsmann, der mich vergötterte, fasziniert.

Bereits im ersten Ehejahr kam Manuel auf die Welt. Wir fühlten uns beide sehr glücklich. Robert beteuerte, dass ich ihm das kostbarste Geschenk gemacht habe, und revanchierte sich mit Schmuck, Pelzen und teuren Reisen, die ich allerdings immer häufiger allein antreten musste, weil er in der Firma unabkömmlich war.

Überhaupt musste ich in steigendem Maße auf seine Gesellschaft verzichten, doch das ertrug ich, weil ja Manuel heranwuchs und zu einem aufgeweckten Jungen gedieh.

In der Schule zeigte er nur durchschnittliche Leistungen. Dabei waren seine Lehrer der übereinstimmenden Überzeugung, dass viel mehr in ihm stecke. Ihm wurden Faulheit und mangelnde Konzentration bescheinigt.

Kein Wunder, interessierte er sich doch für alle möglichen Dinge viel stärker als für Mathematik oder fremde sprachen. Bereits mit 13 fuhr er heimlich das Motorrad eines älteren Freundes, er stieg ein Jahr später den Mädchen nach, spielte den großzügigen Kavalier und geriet in schlechte Gesellschaft, die ihn zu allerlei Torheiten anstiftete.

Meine Vorhaltungen fruchteten nichts. Wenn ich ihm drohte, mit seinem Vater zu sprechen, gelobte er jedoch Besserung. Diese Vorsätze hielten aber stets nur wenige Tage.

Robert kümmerte sich nur wenig um die Erziehung unseres Sohnes. Seine geschäftlichen Erfolge nahmen ihn voll in Anspruch.

Ich selbst fühlte mich schon bald überfordert. Zwar liebte ich Manuel über alles, doch er bereitete mir mehr und mehr Kummer.

Eines Tages stand sogar die Polizei vor der Tür. Er war zusammen mit seiner Clique bei dem Versuch erwischt worden, ein Auto aufzubrechen.

Irgendwie brachte Robert es fertig, dass die Sache totgeschwiegen wurde. Es kam zu keiner Verhandlung. Ich weiß noch heute nicht, wieviel ihn das gekostet hat.

Danach redete er zwar mit Manuel ein ernstes Wort, doch mir machte er die heftigsten Vorwürfe, weil ich mich nicht genügend um den Jungen gekümmert hätte. Es fielen harte, ungerechte Worte, die mich tief im Innern trafen. Dies war der Moment, in dem ich zum ersten Mal bei meinem Mann etwas Negatives entdeckte.

Ich kam einfach nicht darüber hinweg. Außerdem vermisste ich immer mehr seine frühere Zärtlichkeit. Ich war doch noch jung. Sollte das schon alles gewesen sein?

In einer depressiven Phase - ich war gerade dahintergekommen, dass Manuel mir einen ansehnlichen Geldbetrag gestohlen hatte - lernte ich Arne kennen. Arne war das ganze Gegenteil meines Mannes. Er lebte in den Tag hinein, hasste feste Jobs und jegliche Zwänge, strahlte aber eine Zufriedenheit aus, wie ich sie schon längst nicht mehr kannte.

Er betrachtete mich nur kurz, bevor er mir mein Problem auf den Kopf zu sagte: "Sie fühlen sich überflüssig."

Das war es. Ich besaß zwar einen Schrank voller Kleider und Mäntel, kannte die halbe Welt und keine finanziellen Sorgen, doch in unserem großen Haus fühlte ich mich eher wie eine Verwalterin. Dabei wäre ich darin so gerne mit meiner Familie glücklich gewesen.

Es bereitete Arne keine große Mühe, mich zu verführen. Ich sehnte mich ja so sehr nach Zuneigung, nach einem verständnisvollen Wort, ja, nur nach einem geduldigen Zuhörer für meine Problemchen. Das alles fand ich in diesem Mann, der zweifellos mein fester Liebhaber geworden wäre, wenn es am nächsten Tag kein böses Erwachen gegeben hätte.

Beim Frühstück - Robert befand sich wieder einmal auf einer längeren Geschäftsreise - blickte mich Manuel verschlagen an. Er hat schon wieder etwas ausgefressen, sagte ich mir bestürzt und stellte ihn zur Rede.

Er lachte auf und riet mir, doch einmal selbst über die vergangenen Stunden nachzudenken.

Ich erfuhr, dass er während einer Motorradtour quer durch die Stadt mein Auto vor einem fremden Bungalow entdeckt habe. Er sei neugierig geworden, und an einem Fenster, dessen Vorhänge nicht völlig geschlossen waren, habe er interessante Dinge gesehen.

Nach dem ersten Schreck versuchte ich, die Angelegenheit zu verharmlosen. Manuel nickte beipflichtend und versicherte, es sei ja alles menschlich und er würde Vater gegenüber selbstverständlich seinen Mund halten. Im gleichen Atemzug verlangte er von mir fünfhundert Euro, die ich ihm bereitwillig gab.

Ich ahnte nicht, dass dies erst der Anfang war. Wenige Tage darauf gestand er mir, in Schwierigkeiten zu sein. Er hatte gespielt und verloren. Der Schuldschein lautete auf zweitausend Euro. Fordernd hielt er die Hand auf.

Manuel war inzwischen 17 Jahre alt und genoss das Leben. Hatte ich es früher nicht geschafft, ihn in gemäßigte Bahnen zu lenken, so ließ er sich jetzt überhaupt nichts mehr von mir sagen. Selbst die Drohungen, mit seinem Vater zu sprechen, fruchteten nichts mehr. Auch er könne ihm Einiges erzählen, hielt mir der Junge jedesmal hämisch dagegen.

Robert ahnte nichts vom Lebenswandel seines Sohnes. Selbst als dieser ohne Führerschein einen Autounfall verschuldete und die Geschädigten mit einer Anzeige drohten, genügte ein Blick von Manuel, um mich an meine Situation zu erinnern. Ich zahlte den Leuten das geforderte Schmerzensgeld und bat sie dringend, meinem Mann gegenüber zu schweigen.

Ich hütete mich, Arne erneut zu treffen. Ich wollte meine Ehe nicht aufs Spiel setzen. Nicht, weil ich Angst hatte, auf irgendwelche Annehmlichkeiten verzichten zu müssen. Ich fürchtete mich vor dem Alleinsein, vor allem aber vor dem Gerede meiner zahlreichen Bekannten.

Arne hätte mich niemals geheiratet. Von einem Mann, der die Freiheit so liebte wie er, durfte ich das nicht erwarten. Also konnte ich nur hoffen, dass Robert von meinem Seitensprung nie etwas erfuhr.

Dies war gewährleistet, solange ich Manuels Forderungen erfüllte. Sein Bedarf an Geld überstieg allerdings allmählich meine Möglichkeiten. Ich besaß keinen unbegrenzten Zugriff auf die Konten.

Mehrfach bemühte ich mich um ein Gespräch mit Manuel. Er war doch mein eigen Fleisch und Blut. Irgendwann musste er ja wieder vernünftig werden.

Eigentlich hätte Robert von unserer gespannten Atmosphäre etwas merken müssen. Doch seine ganze Kraft galt dem Vergrößern des Betriebes. Immer wieder betonte er, dies alles nur für mich und unseren Sohn zu tun, die einzigen Menschen, die ihm etwas bedeuteten.

Manuel ließ mit seiner nächsten Geldforderung an mich nicht lange auf sich warten. Ich besaß gerade noch siebzig Euro, und die Banken hatten schon geschlossen.

Wütend fauchte der Junge, dass das nicht reiche. Wofür er die verlangten dreihundert Euro brauchte, verriet er mir nicht.

Nun, er musste sich damit zufriedengeben, dass er diesmal nicht mehr bekommen konnte. Ärgerlich verließ er das Haus. Ich vermutete, dass er die siebzig Euro in eine Kneipe tragen würde.

Nach einer Stunde kam er zurück. In seiner Begleitung befand sich ein Bursche, den ich nicht kannte und den Manuel als ‚einen Freund' vorstellte.

Er nahm mich beiseite und verlangte etwas Ungeheuerliches von mir. Wenn ich momentan nicht flüssig sei, könne ich mir ja auf die Schnelle einen Hunderter verdienen. Sein Freund sei auch nicht hässlicher als mein Liebhaber.

Vor Scham wäre ich am liebsten im Boden versunken. Ich war nahe dran, dem Lümmel ein paar Ohrfeigen zu verabreichen, doch er wurde auf einmal ganz sanft. Ich solle es für ihn tun. Ich sei die Einzige, auf die er sich immer verlassen hätte. Außerdem brauchte doch auch ich wieder einmal etwas fürs Herz. Damit spielte er eiskalt auf die mangelnde Zeit seines Vaters an. Er wusste genau, wie selten wir miteinander schliefen.

Ich weigerte mich beharrlich. Manuel entkorkte eine Flasche und setzte sie mir an die Lippen. Während ich trank, näherte sich mir der Andere und schob mir einen Geldschein in den Ausschnitt meines Kleides.

Manuel zog sich zurück. Ich leerte die halbe Flasche, während es geschah. Hinterher übergab ich mich und wollte am liebsten sterben.

Manuel holte den Hunderter ab und erinnerte mich, dass ich ihm noch mehr schulde. Um Kundschaft brauche ich mich nicht zu kümmern, dafür würde er schon sorgen.

Zum Glück kehrte Robert von seiner Reise vorzeitig zurück und blieb mehrere Wochen bei uns. Er fand, dass ich blass aussähe, und empfahl mir einen Aufenthalt an der See.

Ich lehnte ab. Ich wollte nur bei ihm sein, wollte, dass er mich in den Arm nahm und mich vor meinem eigenen Sohn schützte.

Manuel saß daneben und machte ein harmloses Gesicht, doch ich weiß genau: ich bleibe ihm ausgeliefert, bis eines Tages irgend etwas Entsetzliches geschieht.

 

 

 

Ich wollte eine schwere Schuld mit Geld begleichen

 

Soweit ich zurückdenken kann, habe ich mich immer nach etwas Zärtlichkeit gesehnt. Als Kind suchte ich sie bei meinen Großeltern, denn meine Eltern verstarben sehr früh. Doch die alten Leute wurden mit der Verantwortung, die sie für mich übernommen hatten, nur schwer fertig. Sie sahen vor allem die Verpflichtung, mich zu einem anständigen Menschen zu erziehen, der einmal mit den Füßen fest auf der Erde stand und sich auch in Krisenzeiten bewährte.

Die Beiden hatten noch den unseligen Weltkrieg und die anschließende Zeit voller Hunger und Entbehrungen erlebt. Für sie war das Wichtigste, dass ich einen ordentlichen Beruf erlernte, der mich eines Tages ernährte. Vom Streicheln und Märchenerzählen hielten sie nicht viel.

Ich absolvierte die Realschule, belegte neben einer Bürolehre verschiedene Sprachkurse und bestand schließlich meine Sekretärinnenprüfung. Großvater empfahl mich einem ehemaligen Geschäftsfreund, der von meinen Zeugnissen beeindruckt war und mich sofort einstellte.

Alles lief also prächtig an. Zumindest in beruflicher Hinsicht.

Im privaten Bereich war ich weniger erfolgreich. Ich hatte nicht gelernt, sexy zu sein und den Männern den Kopf zu verdrehen. Was meine Kolleginnen mühelos schafften, war mir versagt. Ich blieb ledig.

Freilich gab es auch bei mir einige Männerbekanntschaften. Einmal glaubte ich sogar, der großen Liebe begegnet zu sein.

Er hieß Mario und arbeitete in der gleichen Firma. Wenn wir uns in der Kantine trafen, nannte er mich die aufregendste Büromaus, die er bisher kennengelernt hätte.

Als er mich zum Essen einlud, fühlte ich mich zum ersten Mal seit langer Zeit wirklich glücklich. Ich machte ihm die Eroberung leicht, hoffte doch auch ich nichts sehnlicher, als endlich in seinen Armen zu liegen.

Wir liebten uns stürmisch, und Mario versicherte, dass ich wunderbar sei. Er bedauerte die vielen verlorenen Jahre ohne mich.

Ich war entschlossen, alles nachzuholen. In wenigen Wochen würde ich meinen 32. Geburtstag feiern. Es war noch längst nicht zu spät, die Weichen neu zu stellen. Fortan sollte der Beruf nicht mehr an oberster Stelle stehen.

Zuvor wurde das alljährliche Betriebsvergnügen gefeiert. Dabei ging es meistens hoch her, und regelmäßig wurde die eine oder andere Verlobung verkündet. Ich war sicher, dass diesmal Mario den Kollegen seine Braut vorstellen würde.

Doch nach unserem ersten Tanz erregte plötzlich eine Neue seine Aufmerksamkeit, die erst seit kurzem in der Registratur arbeitete. Er forderte mich kein einziges Mal mehr auf und widmete sich für den Rest der Feier ausschließlich der Dunkelhaarigen mit dem koketten Blick.

Mir brauchte keiner zu sagen, was die Glocke geschlagen hatte. Es würde keine Verlobung geben. Jedenfalls nicht zwischen Mario und mir. Ich war bei ihm abgehakt.

So schnell konnte ich allerdings nicht vergessen. Nur gut, dass es reichlich zu trinken gab. Ich sprach dem Alkohol zu und fand tatsächlich, dass Mario gar nicht ein so toller Bursche war.

Ob ich am folgenden Tag noch genauso darüber denken würde, erschien mir allerdings zweifelhaft.

Ich tanzte noch ein paarmal mit anderen Kollegen, schlug ein Angebot, mich nach Hause zu bringen, aber entschieden ab. Der Typ hatte bestimmt noch Appetit auf einen Kaffee - und auf ein bisschen mehr.

Auf dem Parkplatz stand mein eigener Wagen. Ich klemmte mich hinters Lenkrad und fuhr los. Ich bewohnte inzwischen eine nette Wohnung am Stadtrand. Finanziell ging es mir ausgezeichnet.

Es begann zu regnen. Das monotone Geräusch der Scheibenwischer machte mich schläfrig. Zum Glück war ich bald zu Hause.

Ich hatte noch drei Kreuzungen hinter mich zu bringen, als unerwartet etwas Dunkles vor den Kühler meines Autos sprang. In nüchternem Zustand hätte ich zweifellos sofort reagiert. Diesmal aber überlegte ich erst, wo der Hund so plötzlich hergekommen sein mochte, bevor ich bremste.

Ich spürte einen Schlag, sah aber, dass das Tier weiterlief. Sollte ich anhalten? Das gab bei meiner Verfassung nur Ärger. Also beschleunigte ich, bog um die Ecke und fuhr stadtauswärts. Niemand befand sich auf der Straße. Das war mein Glück.

In einem Dorf besah ich mir den Schaden. Ein Scheinwerferglas war gesprungen, eine leichte Beule am Kotflügel, nichts Schlimmes.

Die Reparatur wurde am nächsten Morgen in einer Werkstatt ausgeführt. Ich blieb über Nacht in einem Gasthof und verlebte auch das Wochenende in dem Dorf.

Am Sonntag fuhr ich spätabends endlich nach Hause. Ich fühlte mich schon wieder viel besser, auch wenn ich noch immer an Mario dachte. Dieser Schuft!

Frau Probst, meine Nachbarin, schien aber weitaus größeren Kummer zu haben. Ich wunderte mich, dass sie in schwarz ging, was mir am Freitag noch nicht aufgefallen war.

Unter Tränen erzählte sie mir vom überraschenden Tod ihres einzigen Kindes. Der 9-jährige Jörg hatte am Abend noch seinen Hund spazierengeführt. Plötzlich war ein Auto dahergerast gekommen und hatte den Jungen erfasst. Jörg war auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben.

Sie beschrieb verzweifelt den Unglücksort und hatte für den Todesfahrer, der einfach Fahrerflucht begangen hatte, nur Hass.

Ich stand wie vom Donner gerührt. Es gab keinen Zweifel, dass ich selbst den Tod des Kindes verschuldet hatte. Dass ich kaum eine Entdeckung zu befürchten hatte, weil es keine Zeugen gab, konnte mich nicht trösten.

Ich sprach Luisa Probst mein Beileid aus. Daheim brauchte ich erst einmal einen Schnaps.

Im Büro riss ich mich gewaltig zusammen. Die ganze Nacht hatte ich darüber gegrübelt, wie ich mich verhalten sollte. Was half es, wenn ich die Wahrheit bekannte? Wurde Jörg dadurch wieder lebendig? Zerstörte ich nicht auch noch mein Leben? Wem nützte das?

Ich sprach mich nicht von der Schuld frei, doch musste es einen sinnvolleren Weg der Sühne geben als Geldstrafe oder Gefängnis.

Die ahnungslose, leidgeprüfte Mutter zeigte mir schon bald einen gangbaren Weg. Eines Tages läutete sie an meiner Tür und fragte mich verlegen, ob ich ihr mit 20 Euro aushelfen könne. Sie würde mir den Betrag morgen zurückgeben.

Ich merkte, dass sie getrunken hatte. War das ein Wunder? Irgendwie musste sie ihren Schmerz betäuben.

Luisa Probst vergaß, mir das Geld zurückzugeben, und ich mahnte sie nicht. Ich bot ihr sogar meine Hilfe an, falls sie irgendetwas benötige.

Davon machte sie in der Folgezeit regen Gebrauch. Früher hätte sie nie versäumt, ein geliehenes Ei zurückzugeben. Jetzt entfernte sie sich immer mehr von der Wirklichkeit.

Im Alkohol fand sie entsprechende Unterstützung. Dass sie ihren Mann nicht um das dafür benötigte Geld bitten wollte, sah ich ein. Es beruhigte mein Gewissen beträchtlich, dass ich ihr aus der Klemme helfen konnte.

Alfred Probst beobachtete die Entwicklung seiner Frau mit wachsender Sorge. Während eines Gespräches erfuhr ich, dass sie nicht nur immer größere Mengen trank, sondern auch ihren Haushalt vernachlässigte. Sie selbst, noch vor wenigen Monaten eine attraktive Frau, ließ sich gehen.

Der Mann tat mir leid. Ich zermarterte mir das Gehirn, wie ich ihm helfen könnte. Durch meine Schuld hatte er nicht nur seinen geliebten Sohn verloren, sondern stand nun auch im Begriff, seine Frau einzubüßen. Liebe, so gestand er bekümmert, gab sie ihm schon seit Wochen nicht mehr.

Das war es. Mit Geld war Alfred Probst nicht gedient. Doch wenn ich ihm das Gefühl vermittelte, nicht völlig allein zu sein, würde er sein schweres Schicksal vielleicht besser ertragen.

Ich kann nicht mehr sagen, wer von uns Beiden die Initiative ergriff. Es ergab sich von selbst, wie es zwangsläufig kommen muss, wenn ein verzweifelt Suchender und eine aus Gewissensqualen zum Geben Bereite zusammentreffen. Er sagte mir ein paar nette Worte, ich seufzte, dass ich leider so allein sei, und kurze Zeit später bekam Alfred Probst, wonach er verlangte: Liebe.

Nach dem ersten Mal stellte ich mir ernüchtert die Frage, ob ich nun auch noch eine Ehebrecherin sei. Doch war diese Verbindung nicht längst zerrüttet? Ich half doch nur, Schmerzen zu lindern.

Anfangs erhoffte ich auch für mich selbst ein wenig Zärtlichkeit, doch Alfred erwies sich als egoistischer Liebhaber, der mich wie eine Hure benutzte, ohne zu bezahlen. Aber seinen Einsatz hatte ich ja längst kassiert. Damals an der Kreuzung.

Luisa ahnte nicht, dass sich ihr Mann bei mir holte, was sie ihm verweigerte. Nur gelegentlich, wenn sie wieder einmal knapp bei Kasse war, fing ich einen beinahe fordernden Blick von ihr auf, in dem ich die Mahnung las: Ich weiß alles. Du bist mir diese paar Euro schuldig.

Ich führte über ihre Schulden nicht Buch, aber nach und nach summierten sie sich ohne Frage auf ein paar tausend Euro, über die nie wieder gesprochen wurde, und von denen auch Alfred nichts wusste.

Hatte ich gehofft, dass die Zeit die Wunden der Probsts heilen würde, so merkte ich allmählich, dass der von mir verschuldete Tod des Kindes zwei Menschen endgültig verändert hatte.

Luisa überließ sich ihrer Trauer und ihrer Sucht, die immer beängstigendere Ausmaße annahm. Alfred suchte Vergessen in meinen Armen.

Wie lange sollte das so weitergehen? Hätte ich mich doch nach der Enttäuschung durch Mario lieber von meinem Kollegen nach Hause bringen lassen, anstatt mich in seelisch angeschlagenem und nicht ganz nüchternem Zustand selbst hinters Steuer zu setzen!

Oft litt ich unter Depressionen und glaubte, diese verfahrene Situation nicht länger ertragen zu können. Ich flüchtete dann in die Arbeit und schuftete wie eine Wilde. Das betäubte vorübergehend.

Meine Vorgesetzten sahen meinen Arbeitseifer mit Wohlwollen, doch es gab einen Mann in der Firma, der sich Sorgen um mich machte. Er hieß Stefan Sommer, und als er mich ansprach und mir vorhielt, meine Gesundheit zu ruinieren, war ich im ersten Moment unfähig, etwas zu erwidern. Ich spürte das Besondere in ihm, die menschliche Wärme, die Ehrlichkeit, die Bereitschaft, nicht immer nur zu fordern.

Ich wusste sofort, dass im Vergleich zu diesem Gefühl meine angebliche Liebe zu Mario nur eine flüchtige Schwärmerei gewesen war. Ich verliebte mich hoffnungslos in Stefan, und er gestand mir, dass es ihm ähnlich gegangen war, als er mich zum ersten Mal gesehen hatte.

Er gab mir, wonach ich mich seit meiner Kindheit so sehr gesehnt hatte: Zärtlichkeit. Mir war klar, dass es für mich nie wieder einen anderen Mann geben konnte.

Wegen Alfred machte ich mir nur geringe Sorgen. Ich bedeutete ihm nicht wirklich etwas. Er brauchte nur irgendeine Frau. Zur Not würde ich ihm dieses Bedürfnis finanzieren. Jedenfalls war meine Tür in Zukunft für ihn verschlossen.

Als ich ihm das schonend beibrachte, sagte er zunächst gar nichts. Dann schlug er mich und nahm mich mit Gewalt. Er warf mir allen Ernstes vor, mich in seine Ehe gedrängt zu haben. Ich dürfe ihn jetzt nicht wegen einer Laune im Stich lassen. Wenn ich aber bei meiner Absicht bliebe, würde er mit diesem Herrn, den ich anscheinend als Nächstes unglücklich machen wolle, ein paar offene Worte über mich reden müssen.

Was sollte ich erwidern? Sah es nicht wirklich so aus, als hätte ich mich ihm aus rein sexuellen Motiven an den Hals geworfen?

Entsetzt sah ich ein, dass es für mich kein Zurück gab. Ich musste den einmal eingeschlagenen Weg beibehalten, auch wenn er mich immer weiter vom eigenen Glück entfernte. Auf Glück hatte ich jedes Recht verwirkt.

Von nun an ging ich Stefan aus dem Weg, und da sich dies in der gleichen Firma nicht konsequent verwirklichen ließ, kündigte ich meine hochdotierte Stelle und bewarb mich in anderen Betrieben.

Während dieser Wochen ernährte ich mich fast ausschließlich von Tabletten. Selbst Alfred warf mir bei einem seiner regelmäßigen Besuche vor, früher ansehnlicher geformt gewesen zu sein. Das hielt ihn aber nicht davon ab, Sex von mir zu fordern.

Zum Glück stand mir noch der ganze Jahresurlaub zu. Dadurch vermied ich die qualvollen Begegnungen mit Stefan.

Umso erschrockener war ich, als er eines Tages vor meiner Tür stand und um ein Gespräch bat. Ich hatte eigentlich Alfred erwartet.

Stefan redete auf mich ein, bat um eine Erklärung für mein Verhalten, suchte die Schuld bei sich und drängte mich, ihm noch eine Chance zu geben. Er könne sich nicht mit dem Gedanken abfinden, von mir nicht mehr geliebt zu werden.

Warum ließ er mich nicht in Ruhe? Warum wühlte er in meinem blutenden Herzen, dass ich hätte schreien können?

Ja, ich schrie tatsächlich. In meiner Verzweiflung schrie ich ihm die volle Wahrheit ins Gesicht, war ich doch sicher, dass er sich nun voller Abscheu von mir abwenden würde. Wer konnte einer feigen Kindesmörderin noch Zuneigung entgegenbringen?

Stefan schwieg lange Zeit betroffen, aber er griff nach meiner Hand und hielt sie fest. So saßen wir nebeneinander und suchten nach dem ersten Wort.

Er fand es endlich, und es hieß: "Was musst du gelitten haben!"

Details

Seiten
120
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783738920659
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2018 (Juni)
Schlagworte
staffner schweigen

Autor

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Titel: Dr. Staffner packt aus:  Ich lasse mir mein Schweigen mit Sex bezahlen #1