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Panik in der Cosa Nostra - Ein Roberto Tardelli Thriller #48

©2018 120 Seiten

Zusammenfassung

Der Mafiosi Keenan Janssen ist dem Don ein Dorn im Auge, weil dieser sich an seine Tochter herangemacht hat. Um ihn kaltzustellen, will man ihm einen Mord anhängen – und Roberto Tardelli soll ihn auf frischer Tat ertappen. Der Mafiajäger, der für COUNTER CRIME, eine geheime US-Regierungsorganisation, arbeitet, ist schon lange hinter dem skrupellosen Killer der Ehrenwerten Gesellschaft her. Als er Janssen bei der Leiche eines Dealers antrifft, kann Tardelli ihn überwältigen, doch später gelingt Janssen die Flucht. Nun ist er auf einem Rachefeldzug gegen diejenigen der Cosa Nostra, die ihm die Falle gestellt haben. Dabei gerät Roberto Tardelli zwischen die Fronten ...

Leseprobe

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Panik in der Cosa Nostra

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Ein Roberto Tardelli Thriller #48

von A. F. Morland

Der Umfang dieses Buchs entspricht 95 Taschenbuchseiten.

Der Mafiosi Keenan Janssen ist dem Don ein Dorn im Auge, weil dieser sich an seine Tochter herangemacht hat. Um ihn kaltzustellen, will man ihm einen Mord anhängen – und Roberto Tardelli soll ihn auf frischer Tat ertappen. Der Mafiajäger, der für COUNTER CRIME, eine geheime US-Regierungsorganisation, arbeitet, ist schon lange hinter dem skrupellosen Killer der Ehrenwerten Gesellschaft her. Als er Janssen bei der Leiche eines Dealers antrifft, kann Tardelli ihn überwältigen, doch später gelingt Janssen die Flucht. Nun ist er auf einem Rachefeldzug gegen diejenigen der Cosa Nostra, die ihm die Falle gestellt haben. Dabei gerät Roberto Tardelli zwischen die Fronten ...

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Copyright

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Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author

© dieser Ausgabe 2018 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

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Die Hauptpersonen des Romans:

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Keenan Janssen — Als er sich mit der Tochter des Don anfreundet, soll ihn ein untergeschobener Mord hinter Gitter bringen.

William Tully, Tom Shallert — Sie fädeln die Sache ein und bringen Roberto Tardelli ins Spiel, erweisen der Mafia aber damit keinen Gefallen.

Lee Pickup — Er hasst Janssen aus privaten Gründen, will ihm eins auswischen, bezahlt dabei aber mit seinem Leben.

Lieutenant Mark Mottand — Mit Robertos Hilfe erreicht er mehr, als er sich hätte träumen lassen.

Roberto Tardelli — Er will einen Killer hinter Gitter bringen und setzt damit eine unaufhaltsame Lawine in Bewegung

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Das Motel-Apartment war nicht gerade allererste Klasse, aber man konnte sich darin wohlfühlen, und darauf kam es Roberto Tardelli an.

Seit vier Tagen wohnte er nun schon hier, im Norden von Chicago, weil er sich einen Mann Namens Keenan Janssen schnappen wollte. Doch bisher hatte er mit allen seinen Bemühungen keinen Erfolg gehabt. Manchmal war das wie verhext.

Das Telefon schlug an.

Roberto griff nach dem Hörer. Er hatte vielen Leuten gesagt, dass er es sich einiges kosten lassen würde, wenn für ihn ein wertvoller Tipp heraussprang.

„Hallo“, meldete er sich.

„Mister Tardelli?“

„Am Apparat.“

„Sind Sie noch scharf auf Keenan Janssen?“

Roberto horchte auf. „Na klar. Haben Sie etwas für mich? Dann heraus damit.“

Der Anrufer lachte. „Nicht so schnell mit den wilden Pferden, Mann.“

„Für Geduldspiele eigne ich mich nicht.“

„Ein bisschen werden Sie sich noch in Geduld fassen müssen.“

„Und weshalb das?“

„Weil die Sache noch nicht arrangiert ist. Im Augenblick ist wichtig, dass Sie sich bereithalten, kapiert? Wenn das Signal ertönt, flitzen Sie aus den Startlöchern und zeigen, was Sie auf dem Kasten haben.“

„Hören Sie, das gefällt mir nicht“, sagte Roberto verdrossen.

„Ich melde mich wieder“, sagte der Anrufer. „Bleiben Sie in der Nähe des Telefons.“

Das war alles. Die Leitung war tot.

Roberto legte den Hörer in die Gabel.

Was für ein Spiel wurde da inszeniert? Und welche Rolle war ihm zugedacht worden?

Er setzte sich nachdenklich hin und war neugierig, wie die Sache weitergehen würde.

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William Tully legte den Hörer auf und grinste. „Die Zündschnur brennt“, sagte er.

„Nun müssen wir aufpassen, dass alles in der richtigen Reihenfolge abläuft. Wenn der Zeitplan durcheinanderkommt, können wir uns beim Sargtischler um einen passenden Holzpyjama Umsehen. Unterste Preisklasse, versteht sich.“

„Wir werden das Kind schon schaukeln“, sagte Tom Shallert. Man sah ihm genauso wenig wie Tully an, dass er für die Mafia arbeitete.

Beide Männer waren elegant gekleidet. Tully verwendete gern teure Herrenparfüms, und Shallert glich mit seiner Hornbrille eher einem College-Professor als einem Verbrecher.

Tully zündete sich eine Zigarette an und ging im Zimmer auf und ab.

„Irgendwann hatte es ja dazu kommen müssen“, sagte er.

„Ich habe schon lange erwartet, dass es zum Bruch zwischen Keenan Janssen und dem Mob kommt“, sagte Shallert. „Er hat sich in letzter Zeit einfach zu viel herausgenommen. Dachte wohl, er wäre der Größte, oder so was.“

Tully nickte. „Er war aufsässig, setzte die Bosse unter Druck, verlangte zu viel Geld für die Erledigung mancher Jobs.“

„Aber das alles hat das Fass nicht zum Überlaufen gebracht“, meinte Shallert.

William Tully nickte. „Nein. Das passierte erst, als Keenan Janssen mit der Tochter des Don etwas anfing. Der Idiot. Immer war er hinter Weiberröcken her.“

Tom Shallert schmunzelte. „Nichts gegen Weiberröcke.“

„Natürlich nicht. Aber es müssen die richtigen sein. Was Janssen getan hat, das musste ihm einfach das Genick brechen.“ Tully nahm einen tiefen Zug von seiner Zigarette. Dann grinste er. „Fällt dir eigentlich auf, dass wir von ihm die ganze Zeit in der Vergangenheit reden? Als würde es ihn schon nicht mehr geben?“

„Er wird auch bald weg vom Fenster sein.“

„Ich weine ihm keine Träne nach.“

„Ich auch nicht“, sagte Tom Shallert. „Weißt du, was ich nicht verstehe?“

„Was?“

„Warum wir nicht den Auftrag erhalten haben, ihn einfach umzulegen. Das wäre doch die unkomplizierteste Lösung dieses Problems gewesen.“

„Eben nicht“, sagte William Tully. „Und wieso nicht?“

„Weil Keenan Janssen der Tochter des Don den Kopf verdreht hat. Die Kleine ist verrückt nach ihm. Er muss das gewisse Etwas haben, verstehst du? Wenn wir Janssen killen würden, könnte sich das Mädchen gegen seinen Vater stellen. Wer weiß, was sie in ihrem heiligen Zorn alles unternehmen würde, um den Tod ihres Geliebten zu rächen.“

Tom Shallert nickte. „Jetzt blicke ich durch. Wenn Janssen lebenslänglich ins Zuchthaus geht, kann das Mädchen keine Wut auf ihren Daddy haben.“

„Leuchtet doch ein, oder?“

Shallert schnalzte mit der Zunge. „Clever eingefädelt. Von wem stammt denn diese geniale Idee?“

„Von Nicolo Francese, dem Consigliere des Don.“

Shallert lächelte. „Fast hätte ich es mir denken können.“

„Und damit wir gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, werden wir Keenan Janssen den Mord an Akim Naish in die Schuhe schieben.“

„Akim Naish? Der lebt doch noch.“

„Ja“, dehnte William Tully. „Aber bestimmt nicht mehr lange.“

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Akim Naish lungerte in seinem Stamm-Billardclub herum. Er hatte selbst schon einige Spiele hinter sich, hatte auch schon einiges Geld verloren, und schaute nun den andern zu, wie sie ihre Pool-Billard-Partie spielten.

Naish war ein graugesichtiger Kerl mit unzähligen Pickeln. Seine chronisch entzündete Nase sah wie eine rote Ampel aus, und das kam nicht einmal vom Trinken, denn Naish schluckte kaum mal einen über den Durst.

Zurzeit hatte er Kummer.

Er kam mit den Leuten vom Mob nicht mehr klar. Er hatte das Gefühl, sie wollten ihn loswerden und warteten nur noch auf eine günstige Gelegenheit, sich seiner zu entledigen.

Dabei hatte er sich nichts zuschulden kommen lassen. Er war einer von diesen vielen Befehlsempfängern, die alles taten, was ihnen gesagt wurde, ohne lange darüber nachzudenken.

Vielleicht war er bei der Cosa Nostra in Ungnade gefallen, weil die Bullen dreimal hintereinander seine Wohnung auf den Kopf gestellt hatten. Das war nicht gut für einen Dealer.

Dreimal hatte die Polizei zwar nichts bei ihm gefunden, aber das war reines Glück gewesen, weil er dreimal hintereinander seine Briefchen innerhalb weniger Stunden an die Kundschaft verkauft hatte.

Mochte der Teufel wissen, wieso die Bullen ausgerechnet ihn auf dem Kieker hatten.

Ein ausgemergelter Bursche schlich an Naish heran. Er schnüffelte und wischte sich immer wieder nervös über die Nase.

„He, Akim.“

„Hm?“

„Darf man mal kurz stören?“

Naish wandte sich um. „Was gibt’s?“

„Hast du was für mich? Ich hätte mal wieder dringend was nötig.“

„Das sehe ich dir an. Komm mit.“

Sie zogen sich in den Waschraum zurück. Naish stellte sich vor den Spiegel und schlichtete mit einem schwarzen Kamm seine öligen Locken.

„Hast du Geld?“, fragte er den Junkie, „Das ist bei diesem Geschäft immer das Wichtigste. Ich kann es mir nicht leisten, den Wohltäter zu spielen.“

Der Süchtige ließ ein paar Scheine sehen. Er bewegte die Finger, damit das Papier knisterte.

Akim Naish grinste. „Gut. Bin schon zufrieden.“ Er bückte sich und schob das linke Hosenbein hoch. Unter dem Sockenhalter fischte er ein weißes Heroinbriefchen hervor. „Das ist mein letztes“, sagte er. „Mehr habe ich nicht.“

„Das reicht.“

„Ist verdammt gut das Zeug, nicht wahr?“

„Es ist irre.“

Naish lachte. „Bald kannst du ’nen Superstoff bei mir kaufen. Wird demnächst eintrudeln.“

„Wow“, ließ der Junkie begeistert verlauten. Er zahlte und schnappte sich gierig das Briefchen. Er zog sich damit in eine der Toiletten zurück.

„Wünsche einen guten Trip“, sagte Naish grinsend und verließ den Waschraum.

Er blieb noch zehn Minuten im Billardsalon, dann ging er nach Hause. Vor dem Haus, in dem er wohnte, stand ein europäischer Kleinwagen. Ein Liebespaar saß darin. Eng umschlungen.

Akim Naish grinste. „Gott, muss Liebe schön sein“, murmelte er.

Wenig später schloss er seine Wohnungstür auf. Er schüttete sich einen Drink ein, und ging zum Farbfernseher, um ihn einzuschalten. Er war noch nicht beim Gerät angelangt, als es klopfte.

Naish zog die Brauen zusammen. „Nanu“, brummte er.

Er erwartete niemand, und seine Geschäfte wickelte er niemals zu Hause ab, das wussten alle.

Vielleicht die Bullen? Schon wieder? Ärgerlich ging er an die Tür und öffnete. Zwei elegante Männer standen draußen. Keine Bullen. Das war sicher. Sie waren Mitglieder des Mobs.

Naish kannte ihre Namen: William Tully und Tom Shallert.

Seine finsteren Züge hellten sich auf. „Ah, ihr seid es ...“

„Hallo, Akim.“

„Ich dachte schon, die Bullen hätten wieder mal Langeweile, denn dann kommen sie immer zu mir und gucken sich an, wie meine Möbel von innen aussehen. Kommt doch rein.“

Er gab die Tür frei.

Tully und Shallert traten freundlich lächelnd ein.

„Wie geht’s immer?“, erkundigte sich Tully.

Naish hob die Schultern. „Sagen wir, es geht. Nicht besonders gut, nicht besonders schlecht. Man könnte es als mittelprächtig bezeichnen. Darf ich euch etwas anbieten?“

„Danke, nein“, sagte Shallert.

„Was führt euch zu mir?“

Tully blickte Shallert an, „Willst du es ihm sagen, Tom?“

Akim Naish blickte neugierig von einem zum andern. „Ihr macht es ja ganz schön spannend, Leute.“

Tom Shallert trug schwarze Zwirnhandschuhe, das fiel Naish erst jetzt auf. Ob das einen besonderen Grund hatte?

Shallert hob bedauernd die Schultern. „Tut mir leid, Akim. Ich muss dir eine unangenehme Mitteilung machen.“

Naish blickte ihn erschrocken an. „Ist man mit mir nicht zufrieden?“ Er legte die Hände auf die Brust. „Ich schwöre euch, ich gebe mir die größte Mühe so zu arbeiten, wie es die Cosa Nostra von mir erwartet.“

„Tja“, sagte Shallert ungerührt. „Was soll man machen, Akim? Du wirst nicht mehr gebraucht.“

Bei diesen Worten war Tom Shallerts Hand ins Jackett geglitten. Sie kam mit einer Pistole zum Vorschein, deren Lauf kein Ende nehmen wollte. Ein klobiger Schalldämpfer war auf die Waffe geschraubt.

Als Naish die Kanone sah, riss er verstört die Augen auf. „Jungs!“, keuchte er bestürzt. „Jungs, das könnt ihr doch nicht machen.“

„Und ob wir können“, sagte Tully ernst.

Er nickte.

Und Shallert schoss.

Der Schalldämpfer schluckte fast den gesamten Knall. Was übrig blieb, war in den Nachbarwohnungen bestimmt nicht zu hören.

Akim Naish spürte einen harten Schlag. Sein Gesicht verzerrte sich. Er griff sich an die Brust torkelte zwei Schritte zurück, als wäre er schwer betrunken, kippte dann nach hinten weg und fiel lang hin.

Eine zweite Kugel war nicht nötig.

Shallert steckte die Waffe nicht ein, sondern legte sie gut sichtbar neben die Leiche.

William Tully grinste zufrieden. „Klappt wie am Schnürchen, was?“

„Abwarten. Noch ist nicht der ganze Film gelaufen“, erwiderte Tom Shallert.

„Es geht schon weiter“, sagte Tully. Er begab sich ins Wohnzimmer. Nun zog auch er Handschuhe an, damit später die Männer von der Mordkommission nicht seine Fingerabdrücke in dieser Wohnung fanden. Sonst hätte er ihnen erklären müssen, wie sie da hingekommen waren, und er konnte aus verständlichen Gründen Bullen nicht ausstehen.

Rasch griff er sich den Telefonhörer.

Die Nummer fiel ihm nicht gleich ein. Er dachte kurz nach. Dann nickte er und wählte. Nach dem dritten Läuten meldete sich eine sonore Männerstimme.

„Hallo.“

„Keenan?“, fragte Tully.

„Ja“, kam es knapp zurück.

„Hier spricht William Tully. Hör zu, wir haben da ein Problem, das du uns so schnell wie möglich vom Hals schaffen musst.“

„Worum handelt es sich?“

„Um einen Dealer namens Akim Naish. Der Knabe wurde für uns zum Risikofaktor, deshalb sollst du ihn ... Du weißt schon.“ Tully gab die Adresse des Dealers bekannt.

„Ich werde mich darum kümmern“, versprach Keenan Janssen. „Zu den üblichen Bedingungen.“

„Das Geld befindet sich schon so gut wie auf deinem Konto“, versicherte Tully. „Können wir uns darauf verlassen, dass du die Sache gleich in Angriff nimmst? Naish plant irgendetwas. Es wäre wichtig, ihn zu erwischen, bevor er eine Dummheit begehen kann. In den nächsten dreißig Minuten triffst du ihn zu Hause an. Wäre gut, wenn du ihn in dieser Zeit..

„Okay“, sagte Janssen. „Das geht in Ordnung.“

„Na wunderbar. Dann haben wir eine Sorge weniger“, sagte William Tully und legte auf. Grinsend rieb er sich die Hände.

Er stellte fest, dass die Leiche besser im Wohnzimmer liegen sollte und forderte Shallert auf, ihm zu helfen, sie von der Diele hereinzutragen. Neben dem Tisch legten sie den Toten ab. Shallert holte die Schalldämpferpistole und platzierte sie wieder neben Naish.

„Jetzt nur noch ein Anruf, dann läuft die Sache von ganz allein“, sagte Tully und griff erneut zu dem Hörer.

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Es klingelte, und Roberto Tardelli hob ab.

„Ich bin es wieder“, sagte der Anrufer. Roberto erkannte die Stimme sofort wieder.

„Alles arrangiert?“, erkundigte sich Roberto.

Der andere lachte. „Ja. Bestens. Sie können in Aktion treten.“

„Wer Sagt mir, dass Sie mich in keine Falle locken wollen?“

„Sie müssen mir vertrauen.“

„Ich vertraue nicht einmal mir.“

„Ehrlich gesagt, Ihnen würde ich auch nicht über den Weg trauen“, sagte der Anrufer lachend. „Passen Sie auf. Sie sind scharf auf Keenan Janssen. Wir wollen ihn nicht mehr haben. Deshalb machen wir ihn Ihnen zum Geschenk. Sie sollten vor Freude darüber an die Decke springen.“

„Ich bin schon oben.“

„Fein. Sie wissen, dass es verdammt schwierig ist, Janssen etwas anzuhängen. Er weiß seine Spuren immer gut zu verwischen. Wenn Sie sich diesmal aber sputen, können Sie ihn in flagranti erwischen.“

„Wann?“, fragte Roberto wie aus der Pistole geschossen.

„Sie sollten schon unterwegs sein.“

„Zu wem?“

„Der Mann heißt Akim Naish.“

Roberto bekam die Anschrift. Er hörte sich nicht mehr an, was der Anrufer sonst noch zu sagen hatte. Jede Sekunde war kostbar. Keenan Janssen hatte einen neuen Mordauftrag übernommen. Er war vermutlich bereits auf dem Weg zu Akim Naish. Roberto wollte versuchen, den Mord zu verhindern. Aber dazu war es nötig, zumindest ebenso schnell bei Naish zu sein wie Janssen.

Traf er auch nur eine Minute später ein, konnte er bestimmt nichts mehr für Akim Naish tun.

Er verließ in großer Eile sein Motel-Apartment, setzte sich in seinen rauchgrauen Pontiac und rauschte ab.

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Janssen sah aus wie ein netter Junge. Er hatte große Augen, ein hübsches Gesicht und blondes Haar, das im Moment zerzaust war.

Auf der breiten französischen Liege räkelten sich zwei Girls. Die eine war brünett, die andere rothaarig. Janssen hatte sich gut mit ihnen amüsiert. Nun bekam von ihm jede einen Klaps auf die nackte Kehrseite. Dann glitt er von der Liege und zog sich an.

„Musst du wirklich schon gehen?“, fragte die Rothaarige.

Er schlüpfte in sein weißes Hemd. „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Ich muss mal wieder ein bisschen Geld verdienen, Baby.“ Er warf ein paar Scheine auf die Liege. „Hier. Teilt schwesterlich.“

„Wir wollten doch noch eine Flasche Sekt zusammen leeren“, sagte die Brünette.

„Das holen wir ein andermal nach, okay?“ Janssen schlüpfte in seine schwarzen Slipper, kämmte vor dem Wandspiegel sein Haar, betrachtete die beiden Mädchen wohlgefällig und sagte: „Ihr wart super.“

„Empfiehlst du uns weiter?“, fragte die Rothaarige.

„Ganz bestimmt, denn ihr seid euer Geld wert.“ Janssen drehte sich in der Tür noch einmal um, winkte und verließ das Apartment. Was er für die Erledigung seines Auftrages brauchte, befand sich in seinem Wagen.

Als William Tully ihn bei den Mädchen angerufen hatte, war er mit dem Apparat ins Nebenzimmer gegangen. Sie wussten nicht, was er vorhatte. Je weniger davon Kenntnis hatten, desto lieber war es ihm.

Er stieg in seinen feuerroten Mustang und fuhr los.

Nur zehn Minuten brauchte er.

Bevor er ausstieg, öffnete er das Handschuhfach. Er entnahm diesem ein Springmesser und eine Pistole. Die Kanone schob er in seinen Hosenbund. Das Messer steckte er in die Tasche.

Ein rascher prüfender Blick, dann verließ er den Wagen. Er überquerte die Straße und verschwand gleich darauf in dem Haus, in dem sein Opfer wohnte. Akim Naish hieß der Knabe.

Janssen erinnerte sich dunkel daran, schon mal mit Naish zu tun gehabt zu haben. Es war ihm völlig egal, wie der Mann hieß. Was ist schon ein Name? Naish war für Janssen nichts weiter als eine Nummer.

Er stieg die Stufen hinauf.

Niemand begegnete ihm.

Als er wenig später vor Naishs Tür stand, lauschte er kurz. Drinnen war alles ruhig. Kein Radio spielte. Kein Fernsehapparat war an. Keenan Janssen rümpfte die Nase. War Naish etwa früher weggegangen? Tully hatte gesagt, während der nächsten dreißig Minuten würde Akim Naish noch zu Hause anzutreffen sein.

Der Killer sah sich das Türschloss an.

Dann stocherte er mit einem Drahtbürstenschlüssel so lange darin herum, bis es leise aufschnappte. Er drückte die Tür auf. Hinter sich klappte er sie zu. Aber nicht ganz.

Er durchschlich die Diele und hoffte, dass Akim Naish die Wohnung nur für kurze Zeit verlassen hatte.

Die Tür zum Livingroom stand halb offen.

Keenan Janssen näherte sich ihr mit einem unguten Gefühl. Er hatte für unangenehme Situationen einen sechsten Sinn.

Als er das Wohnzimmer betrat, blieb er abrupt stehen. Vor ihm lag ein Toter: Akim Naish. Der Mann war bereits abserviert worden! Keenan Janssen atmete tief ein. Zorn funkelte in seinen Augen.

Er konnte sich vorstellen, was das zu bedeuten hatte. Tully hatte ihn hereingelegt, dies war eine hundsgemeine Falle, in die er tappen, und die sofort zuschnappen sollte.

Janssen wollte die Wohnung des Toten augenblicklich verlassen. Da vernahm er ein Geräusch hinter sich.

„Hände hoch!“, rief eine harte Stimme.

Janssen wurde von einer Zornwelle überflutet. Noch nie hatte er sich in einer solchen Klemme befunden. Er reagierte beinahe kopflos. Sein Selbsterhaltungstrieb zwang ihn, blind zu handeln.

Vor ihm lag die Pistole, mit der Naish erschossen worden war. Es passierte fast von selbst: Blitzschnell hob Janssen die Waffe auf. Ohne zu denken, was für Folgen das für ihn haben würde.

Er drehte sich um.

In der Diele stand ein Mann, den Janssen kannte. Roberto Tardelli war sein Name. Er arbeitete für die Regierung. Gegen die Mafia. Janssen hatte gehört, dass dieser Tardelli es sich zur Aufgabe gemacht hatte, ihn zu stellen, und er hatte gehofft, dass Tardelli ihm nie über den Weg laufen würde.

Aber nun war dieser Tardelli da.

Und Keenan Janssen sah sich gezwungen, ihn zu erschießen.

Der Lauf der Schalldämpferpistole richtete sich auf Roberto.

Doch der Agent von COUNTER CRIME war schneller.

Seine Luger krachte ohrenbetäubend laut. Keenan Janssen stieß einen heiseren Schrei aus, als ihm Roberto Tardellis Kugel die Waffe aus der Hand prellte. Das Gesicht des Killers verzerrte sich vor Schmerz, Hass und Wut. Roberto ließ ihm keine Chance. Er griff an.

Janssen versuchte an seine eigene Waffe zu kommen, doch Roberto verhinderte das mit einem harten Schlag.

Der Killer war einen Moment benommen, und als er sich einigermaßen erholt hatte, hörte er schon das klick der Handschellen.

„Gratuliere!“, knirschte Keenan Janssen.

„Danke. Ich wollte, ich hätte verhindern können, dass Sie Akim Naish umlegen.“

„Würden Sie mir glauben, wenn ich sagte, dass ich diesen Mord nicht begangen habe?“

„Nein.“

„Wieso nicht?“

„Weil ich weiß, wen ich vor mir habe.“

„Man hat mich reingelegt.“

„Ich habe Sie in dieser Wohnung angetroffen, zusammen mit einem Toten. Und Sie wollten mit der Kanone, aus der der tödliche Schuss auf diesen Mann abgefeuert worden war, auch mich erschießen. Ich bin überzeugt, dass sich auf der Mordwaffe außer Ihren keine anderen Fingerabdrücke befinden. Das reicht für einen lebenslänglichen Aufenthalt im Zuchthaus.“

„Genau das wollte man erreichen.“

„Wer - man?“, fragte Roberto.

Keenan Janssen seufzte. „Ach, was soll’s. Man hatte die Absicht, mich auf die elegante Weise auf Eis zu legen, und es hat hundertprozentig hingehauen.“

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Roberto Tardelli lieferte den Killer bei der City Police ab. Er gab zu Protokoll, was sich ereignet hatte, verließ das Police Headquarters anschließend und dachte, nun könne er Keenan Janssen vergessen.

Doch weit gefehlt.

Janssen sollte ihm schon bald mehr Kopfzerbrechen machen als alles andere.

Der COUNTER-CRIME-Agent hatte die Absicht, noch zwei Tage in Chicago zu bleiben. Das Herbstwetter war verlockend. Der Himmel über der Metropole am Lake Michigan war strahlend blau. Zwei Tage ausspannen würde Roberto nicht schaden. Er freute sich auf einen Einkaufsbummel, auf eine ausgedehnte Segelbootsfahrt, auf gutes Essen in erstklassigen Restaurants ...

Aber es sollte nichts daraus werden.

Es passierte schon am nächsten Tag. Colonel Myer rief aus Washington an. Die Stimme des Chef von COUNTER CRIME machte auf Roberto keinen besonders glücklichen Eindruck.

„Ist Ihnen eine Laus über die Leber gelaufen, Sir?“, erkundigte sich Myers bester Mann.

„Das kann man wohl sagen“, beklagte sich der Colonel. „Wissen Sie, was passiert ist?“

„Ich habe nicht die leiseste Ahnung, aber ich fürchte, Sie werden es mir gleich sagen.“

„Warum soll nur ich Kummer haben?“

„Sie sind der Boss. Alle Bosse haben Sorgen.“

„Dann will ich jetzt dafür sorgen, dass Sie auch welche haben“, sagte der Colonel. „Keenan Janssen ist wieder frei.“

Roberto wäre beinahe der Hörer aus der Hand gerutscht. „Verdammt!“, entfuhr es ihm. „Wie ist denn so etwas möglich? Es war schwierig genug, ihn zu erwischen. Wurde er gegen Kaution freigelassen?“

„Sie wissen, bei Mord ist das nicht möglich.“

„Eben“, sagte Roberto. „Hätte mich auch sehr gewundert ...“

„Man wollte ihn ins Untersuchungsgefängnis überstellen. Er hat gewinselt und geflennt. Niemand wäre auf die Idee gekommen, dass er sich mit Fluchtgedanken trug.“

„Er hat seine Bewacher getäuscht?“

„Sie dachten, er würde keine Schwierigkeiten machen, waren nicht besonders vorsichtig. Janssens Angriff erfolgte völlig überraschend für sie. Er schlug sie beide nieder, obwohl er gefesselt war, und suchte das Weite.“

Roberto holte tief Luft. „Nun geht das Ganze wieder von vorn los. Wie oft muss man Janssen eigentlich schnappen, bis er endgültig festklebt?“

„Zweimal“, sagte der Colonel. „Sie können sicher sein, dass Janssen mit der gleichen Show nicht noch einmal Erfolg haben würde.“

„Na schön, dann werde ich versuchen, den Burschen noch einmal einzufangen.“

„Diesmal wird es schwieriger sein als beim ersten Mal.“

„Dessen bin ich mir bewusst“, sagte Roberto. „Aber ich werde es irgendwie schaffen.“

„Davon bin ich überzeugt“, sagte Myer.

Damit war das Gespräch beendet.

Roberto setzte sich sofort mit den Polizeibehörden in Verbindung. Als COUNTER-CRIME-Agent durfte er von dieser Seite jede Unterstützung erwarten.

Das war nicht immer so gewesen. Es hatte eine Zeit gegeben, da hatte die Polizei verbissen Jagd auf ihn gemacht. Diese Missverständnisse waren inzwischen längst ausgeräumt, und Roberto arbeitete hin und wieder eng mit City Police, FBI und CIA zusammen.

Er erreichte die Zusage, dass man ihn über alles informieren würde, was auch nur im Entferntesten mit Keenan Janssen in Verbindung gebracht wurde.

Natürlich lief eine Großfahndung. Aber man erwartete sich nicht allzu viel davon. Es gab zu viele Schlupfwinkel in der Stadt, und Keenan Janssen kannte die meisten davon.

Roberto hatte ein flaues Gefühl in der Magengegend.

Er erinnerte sich an Janssens Worte.

Ausgerechnet den Mord an Akim Naish wollte er nicht begangen haben.

War ihm die Tat wirklich untergeschoben worden? Je länger Roberto darüber nachdachte, desto mehr glaubte er es jetzt. Er hatte bei Janssen eine zweite Pistole gefunden. Sie hatte im Hosenbund des Killers gesteckt.

Zwei Kanonen. Eine mit Schalldämpfer. Eine ohne. Die Morde, die man in der Vergangenheit Janssen zurechnete, waren nicht mit der Schalldämpferpistole verübt worden, sondern mit der anderen Waffe, das hatten die Experten der ballistischen Abteilung einwandfrei festgestellt.

Ausgerechnet den Mord an Akim Naish sollte Janssen mit der anderen Waffe verübt haben?

Janssen hatte gesagt, man hätte ihn hereingelegt.

Roberto fiel der Anruf ein, der ihn im Motel-Apartment erreicht hatte. Der Anrufer hatte gesagt, es müsse erst alles arrangiert werden, ehe Roberto eingreifen könne.

Keenan Janssen war von irgendjemand angeschmiert worden.

Roberto war sicher, dass der Killer dies nicht einfach vergessen würde. Janssen würde sich dafür revanchieren, und es wäre nun verdammt wichtig gewesen zu wissen, wer der Mann gewesen war, der Roberto angerufen hatte, denn bei ihm würde wohl bald Keenan Janssen auf kreuzen.

Roberto wusste nicht, warum die Cosa Nostra versucht hatte, den Killer auf diese Weise abzuschieben.

Er wusste nur, dass diejenigen, die dafür verantwortlich waren, keine ruhige Minute mehr haben würden.

Es würde zur Panik kommen.

Zur Panik in der Cosa Nostra - wenn Janssen damit anfing, seinen Rachedurst zu stillen.

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Der Film im Autokino lief seit einer halben Stunde. Ein Streifen mit bekannten Schauspielern, die den Zuschauern zeigten, wie es im alten Rom zugegangen war. Schlachten, Orgien, Ausschweifungen und Grausamkeiten. Es gab eine Menge Fleisch zu sehen, doch Tom Shallert guckte nicht hin. Er hatte etwas Besseres zu tun.

Den Kinoton hatte er fast ganz zurückgedreht. Was sich auf der Riesenleinwand abspielte, diente lediglich als Lautuntermalung für Shallerts eigene Action. Er hatte die Hornbrille abgenommen und sie auf das Armaturenbrett gelegt.

Das Mädchen, mit dem er beschäftigt war, kannte er erst seit zwei Stunden, aber sie hatte nichts dagegen, dass er sie so genau wie möglich kennenlernte.

Während einer kurzen Atempause flüsterte sie: „Spendierst du mir ein Vanilleeis?“

„Kannst du haben. Später. Soviel du willst.“

„Der Eisverkäufer wäre jetzt gerade in der Nähe.“

Shallert grinste. „Hör mal, bei der Hitze, die wir beide entwickeln, brauchst du zu deinem Eis einen Trinkhalm.“

„Kriege ich ein Eis?“

„Also gut. Wenn du ohne nicht leben kannst.“

Der Eismann kam näher.

Shallert kurbelte das Fenster nach unten und streckte den Arm hinaus, um sich bemerkbar zu machen. Der Eismann reagierte sofort auf dieses Zeichen. Er eilte herbei.

„Sir?“

„Eine Portion Vanilleeis“, sagte Shallert.

„Eine große Portion“, verlangte das Mädchen.

„Eine große“, echote Shallert grinsend.

„Können Sie haben“, sagte der Eismann.

Tom Shallert stutzte. Diese Stimme kam ihm bekannt vor. Er wusste aber im Moment nicht, wo er sie hin tun sollte. Aber dann fiel es ihm plötzlich wie Schuppen von den Augen.

Es war die Stimme von Keenan Janssen!

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Roberto Tardelli tigerte durch Chicago. Er erhöhte seine Angebote für einen brauchbaren Tipp, und er erweiterte seine Wunschliste. Nun war er nicht mehr ausschließlich an Keenan Janssen interessiert. Er hätte auch gern den Mann kennengelernt, der ihm gesagt hatte, wo er den Killer „in flagranti“ erwischen können, denn seiner Ansicht nach war das der wirkliche Mörder von Akim Naish.

In einem Nightclub, in dem sich Janssen hin und wieder blicken ließ, bestellte Roberto am Tresen Bourbon.

Ein magerer Typ saß auf dem Nachbarhocker. Er drehte den Kopf, hatte ein leeres Glas vor sich stehen, und Roberto hatte sich nicht zufällig neben ihn gesetzt.

„Sie schon wieder?“, fragte der Magere. Lee Pickup war sein Name. Roberto hatte erst vor zwei Tagen ein ausführliches Gespräch mit ihm gehabt.

Pickup hatte sehr viel gegen Janssen. Es gab nichts, was er dem Killer nicht an den Hals gewünscht hätte, einschließlich der Pest. Janssen hatte ihm die Frau weggenommen, hatte eine Weile mit ihr gespielt und ihr dann einen Tritt gegeben.

Roberto wies auf das leere Glas. „Möchten Sie eine Füllung?“

„Nichts dagegen einzuwenden. Aber wer bezahlt? Ich bin zurzeit etwas knapp bei Kasse.“

„Ich übernehme das.“

Lee Pickup grinste sofort. Er schnippte mit dem Finger und rief: „He, du lahmarschiger Barkeeper. Hast du nicht mitgekriegt, dass ich soeben eingeladen wurde?“

Der schwere Barkeeper kam mit finsterer Miene heran. „Was möchtest du haben?“

„Ich trinke alles. Außer Milch, Wasser und Petroleum.“

„Was hattest du vorhin?“

„Whisky. Und ich nehme wieder einen. Aber einen dreistöckigen.“

Der Barkeeper holte mit den Augen Roberto Tardellis Einverständnis ein. Als dieser nickte, erhielt Pickup das Gewünschte.

„Ich habe gehört, Sie haben Janssen erwischt“, sagte Lee Pickup. „Es kam im Radio. Ich trinke auf Ihren Erfolg, Mister Tardelli, und auf das Pech von Keenan Janssen. Möge er im Zuchthaus verrotten.“

„Ich fürchte, damit wird vorläufig nichts werden“, sagte Roberto.

Pickup blickte ihn erstaunt an. „Nicht? Wieso nicht?“

„Die Nachricht, die Sie gehört haben, ist bereits überholt, Pickup.“

„Klar. Es passiert ja laufend was Neues.“

„Janssen gelang die Flucht“, sagte Roberto.

Lee Pickup verschüttete ein paar Tropfen vom Whisky. Er riss die Augen auf. „Meine Güte, das darf doch nicht wahr sein. Sie wollen mich verkohlen, Mister Tardelli, stimmt’s?“

„Leider nein.“

Pickup hatte vorgehabt, sich den Drink einzuteilen, um länger etwas davon zu haben. Doch nun sah er sich genötigt, das Glas auf einmal zu leeren.

„Das halte ich im Kopf nicht aus!“, sagte er ärgerlich. „Einmal hat ein armes Schwein wie ich Gelegenheit, sich richtig zu freuen, da wird’s ihm auch schon wieder von Janssen verdorben.“

„Ich bin hier, weil ich insgeheim hoffe, dass Sie mir neulich noch nicht alles über Janssen erzählt haben, Pickup.“

„Doch, das habe ich.“

„Sie könnten etwas vergessen haben, was Ihnen erst später einfiel.“

„Ich habe Ihnen alles erzählt, was ich über diesen verfluchten Bastard weiß, Mister Tardelli. Glauben Sie mir, ich würde ihn Ihnen ans Messer liefern, wenn ich wüsste, wo er steckt.“ Lee Pickups Brauen zogen sich zusammen. „Der Mord an Akim Naish wird nun nicht sein letzter gewesen sein.“

„Janssen hat Naish nicht umgebracht.“

Pickup blickte Roberto groß an. „Aber der Nachrichtensprecher sagte doch ...“

„Der Mord an Naish wurde Janssen untergeschoben“, sagte Roberto. „Wer könnte das Ihrer Meinung nach inszeniert haben?“

„Keinen blassen Schimmer.“

„Zweihundert Dollar, wenn Sie’s für mich herausfinden.“

„Ich kann ja mal versuchen, mir das Geld zu verdienen. Aber versprechen kann ich nichts.“

Details

Seiten
120
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783738920482
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2018 (Juni)
Schlagworte
panik cosa nostra roberto tardelli thriller

Autor

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Titel: Panik in der Cosa Nostra - Ein Roberto Tardelli Thriller #48