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Schwert und Schild – Sir Morgan, der Löwenritter Band 27: Das Schwert des Löwenritters

2018 120 Seiten

Leseprobe

Schwert und Schild – Sir Morgan, der Löwenritter  Band 27: Das Schwert des Löwenritters

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TOMOS FORREST

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ZYKLUS: DIE REBELLEN von Cornwall, Band 14

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IMPRESSUM

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© Roman by Author

© Titelbild: Nach einem Motiv von N.C. Wyeth mit Steve Mayer, 2018

Lektorat: Kerstin Peschel

Ceated by Thomas Ostwald, Alfred Bekker und Jörg Martin Munsonius

© dieser Ausgabe 2018 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

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Klappentext:

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Meraud, Kriegerin und weise Frau, hat eine seltsame Ahnung. Eine uralte und sehr mächtige Kraft wendet sich gegen Morgan. In einem Traum erscheint ihr das Gesicht des Magiers Myrddin, der eigentlich am Hofe von Sir Arwin of Spreyton lebt. Ist er der Zauberer Merlin, von dem die Chronik des Mönches Geoffrey von Monmouth berichtete? Der Knappe Boyd trifft in einer Herberge auf Soldaten des Sheriffs, die um die Ehre würfeln, das Schwert des Löwenitters zu erbeuten. Sir Morgan of Launceston ist darüber nicht sonderlich beunruhigt, aber er gestattet Meraud und Anwen, das Schwert in einer besonderen Zeremonie zu schützen. Niemand ahnt, dass dadurch die Katastrophe erst heraufbeschworen wird ...

***

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1.

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Boyd war sehr zufrieden. Er hatte buchstäblich im letzten Moment die kleine Schänke an der Straßenkreuzung erreicht. Hier zweigte die Handelsstraße nach Plymouth ab, in die andere Richtung ging es nach Launceston, dem alten Herrensitz des Löwenritters, dem er nun schon eine ganze Weile diente.

Damals war es ihm fast wie ein Wunder erschienen, dass Sir Morgan of Launceston ausgerechnet ihn, den Sohn eines Schmiedes, als Knappen angenommen hatte. Und Boyd war sich dieser Bevorzugung vor möglichen anderen Aspiranten, die zudem eine adlige Herkunft nachweisen konnten, stets bewusst.

Für seinen Herrn hätte er alles getan, selbst sein Leben geopfert, wenn es denn erforderlich gewesen wäre, um ihn zu retten. Deshalb hatte er auch nicht einen Moment gezögert, als sein Herr ihm diesen Auftrag gab.

Sicher, es war mit gewissen Gefahren verbunden, durch Cornwall zu reiten und dabei ein Schwert um die Hüften gegürtet zu haben. In diesen Zeiten war ein jeder Bewaffneter bei einer Begegnung mit den Schergen des Sheriffs gefährdet. Lebensgefährlich wurde es, wenn man sich nicht seiner Haut wehren konnte.

Doch Sir Morgan hatte große Pläne, und jeder in der Runde der Rebellen, die sein Herr und der Rote Jäger um sich versammelt hatten, wäre mit Freuden auf diesen Ritt gegangen. Eine neue Tafelrunde entstand in Britannien, nach dem großen Vorbild des legendären König Artus, von dem der Mönch Nennius einst im 9. Jahrhundert in seiner Historia Brittonum berichtete, und dann natürlich die Überlieferungen eines anderen Mönches, die alle gebildeten Ritter gelesen hatten – und die der Knappe Boyd von seinem Herrn erzählt bekam.

Mönch Geoffrey von Monmouth hatte erst vor wenigen Jahren die Historia Regum Britanniae in Oxford verfasst. Diese Historia enthielt bedeutende Aussagen zur Artussage, die sich der Löwenritter zu Eigen gemacht hatte. Schon als Kind von seinem Vater, Ronan of Launceston, der ein glühender Verehrer des legendären Königs war, in alle Einzelheiten der Sage eingeführt, war Morgan of Launceston während der vergangenen Monate zu der Überzeugung gelangt, dass eine neue Tafelrunde die Ritter einen würde, die sich bislang noch nicht offen zum Kampf gegen Prinz John bekannten.

Die ersten Ritter wurden bereits berufen, sich zur Gründung der Tafelrunde einzufinden. Aber das war ein schwieriges Unterfangen, denn viele hatten sich und ihre Familien nur vor den Verfolgungen des Prinzen und seines Sheriffs schützen können, indem sie sich neutral verhielten oder aber offen zu den Zielen des neuen Königs bekannten, der seinen eigenen Bruder hinterging. König Richard Löwenherz war auf dem Rückweg vom Kreuzzug in die Gefangenschaft des Kaisers Heinrich VI. geraten. Zunächst war es Leopold V., Herzog von Österreich, der Richard gefangen nehmen ließ und dann dem Kaiser übergab. Heinrich VI. forderte die unglaubliche Summe von 100.000 Mark in Silber, eine Menge, die etwa dreiundzwanzig Tonnen entsprach. Niemand konnte sich vorstellen, dass eine solche Menge Silber als Lösegeld aufzubringen wäre, aber inzwischen hatten sich zahlreiche Adlige dazu gefunden und ihren Teil beigesteuert. Aber niemand in Britannien wusste, ob die Menge inzwischen ausreichend war, ob König Richard bereits auf dem Heimweg war oder noch immer in der Burg Trifels ein eher trauriges Dasein in einem Kerker führte.

Boyd erhielt von seinem Ritter den Auftrag, zwei fern gelegene Burgen aufzusuchen, nur den Herren dort selbst eine Botschaft auszurichten und dann wieder nach Dartmoor zurückzukehren. Hier hatten die Rebellen inzwischen wieder ihren Zufluchtsort auf der Insel bezogen, die von den umliegenden Moorflächen gut geschützt war. Den Weg durch das Moor zur Insel kannten nur die Eingeweihten. Je mehr sich von der Bevölkerung Cornwalls den Rebellen anschlossen, umso größer wurde auch die Gefahr eines Verrates. Aber Sir Baldwin, der Rote Jäger, hatte genügend Maßnahmen ergriffen, um den Zufluchtsort zusätzlich abzusichern. Schon mancher Feind hatte das auf bittere Weise erfahren müssen. Bislang war noch nicht ein einziger Soldat des Sheriffs zurückgekehrt, der es gewagt hatte, den Sumpf des Roten Jägers zu betreten.

Als der Knappe Boyd seinen Auftrag erfüllt hatte und sich auf dem Rückweg in das Quartier der Rebellen befand, brauten sich am Horizont schwarze Wolken zusammen. Diese Frühjahrsunwetter über Cornwall waren gefürchtet. Vor allem die Bauern sahen mit großer Sorge den Gewittern entgegen, die oftmals durch ihre Wassermassen oder sogar noch durch einen Temperatursturz und den dann niedergehenden Hagel ihre Saat gefährdet sahen. Daran dachte Boyd jedoch nicht, ihn plagten ganz andere Sorgen. Schuld daran war sein Aufenthalt auf Burg Cotehele, nördlich von Plymouth gelegen. Eigentlich nur ein unbedeutender Herrensitz, war Sir Peter of Cotehele aber ein mächtiger und reicher Ritter, der sich vom Hof des Prinzen fernhielt. Zwar bemühte sich Prinz Johann, der sich inzwischen als König Johann bezeichnen ließ, sehr um den noch jungen Ritter, aber Sir Peter zeigte keinerlei Neigungen, dem Ruf an den Hof des Prinzen zu folgen. Nicht seine gute finanzielle Situation war der Grund für den Besuch Boyds. Vielmehr kannte Sir Morgan den etwa gleichaltrigen Mann von zahlreichen Turnieren, wusste, wie er kämpfte und welche Ritter er um sich sammelte, kannte seine Art und Weise, mit den Leibeigenen umzugehen und hatte vermutet, dass Sir Peter ihrer Sache sehr aufgeschlossen gegenüberstand.

Tatsächlich wurde Boyd überaus freundlich aufgenommen. Nach Verkündung seiner Botschaft wandelte sich diese Freundlichkeit in ausgesprochene Herzlichkeit. Boyd wurde gut untergebracht und durfte sich in der Burg frei bewegen, während Sir Peter seine Gefährten zusammenrufen ließ, damit Boyd ihnen selbst das Wort des Löwenritters überbringen konnte.

In den Tagen vor der Zusammenkunft machte der Knappe die Bekanntschaft einer Küchenmagd. Magrit war ein Jahr jünger als er, hatte langes, braunes Haar, dazu grünlich schimmernde Augen, eine schneeweiße Haut und einen kirschroten Mund. Seit ihrer ersten Begegnung konnte Boyd an nichts anderes mehr denken als an diesen Mund, und er verzehrte sich in dem Gedanken daran, einmal seine Lippen auf diesen Mund zu pressen. Nein – das war der falsche Ausdruck.

Margrit war ein kräftiges, gesund wirkendes Weib, das in der Küche des großen Hauses auf Cotehele wirbelte und wuselte, dass es eine Freude war und er sich gar nicht sattsehen konnte, wie diese junge Frau die Kessel scheuerte, schwere Wassereimer herbeischleppte, den großen Kessel mit Suppe rührte oder ein Huhn zubereitete. Kurz: Boyd war bis über beide Ohren verliebt und schwebte auf Wolken, als Margrit seine Gefühle erwiderte.

Zum Abschied, der sich nach drei Tagen nicht mehr hinausschieben ließ, war es dann tatsächlich geschehen. Er hatte verlegen vor der Küchenmagd gestanden und ihr erklärt, dass er nun weiterreiten müsste. Da griff sie kurz entschlossen seine Hand, zog ihn etwas zu sich herunter und drückte ihre Lippen ganz weich und zart auf seine.

Boyd erlebte einen Gefühlsausbruch, den er sich so nie zuvor vorstellen konnte. Seine Knie wurden weich, kochend heiß durchfuhr es ihn im Augenblick der zarten Berührung, und in diesem Augenblick schwor er der jungen Frau, so rasch wie möglich zurückzukehren und um sie zu freien.

„Du bist ein Träumer, Boyd!“, hatte ihm Magrit geantwortet, aber dabei gelächelt. Boyd fühlte sich ermutigt und war sich jetzt ganz sicher.

„Ich werde mit meinem Herrn sprechen, Margrit. Und wenn Sir Peter mit meinem Herrn einig wird, dann werde ich Sir Morgan um die Erlaubnis bitten, dich zu freien.“

Margrit hatte seine Hand nicht losgelassen, aber sie setzte eine ernste Miene auf.

„Das wäre wundervoll, Boyd. Ich bete zur Heiligen Jungfrau, dass sie unseren Wunsch erhört und uns auf den richtigen Weg führt. Dann wird alles gut werden!“

Boyd zuckte zusammen, als seine Stute wieherte.

Dann schien er aus seinen Träumen zu erwachen, nahm die Umgebung wahr, erkannte erneut die unangenehmen, schwarzen Wolken, die jetzt schon unmittelbar über ihm heraufzogen, und hielt sein Pferd vor der Schenke an. Jetzt fielen die ersten Tropfen, dick und schwer trafen sie auf seine Bundhaube, schlugen ihm ins Gesicht und liefen gleich darauf in dicken Bahnen an ihm herunter.

Offenbar waren hier bereits Soldaten des Sheriffs abgestiegen. Er hörte lautes Lachen aus der Schenke, aber das störte ihn nicht. Das Schwert an der Seite gab ihm Sicherheit, und dass er sich hier nicht in einen Zwist verwickeln lassen würde, da war er sich schon sicher. Doch alles gefallen lassen musste er sich auch nicht, und der Griff an das Schwert gab ihm erneut ein gutes Gefühl. Die innere Stimme, die ihm riet, das Schwert doch in seinen Umhang zu wickeln und im Stall zu lassen, ignorierte er, schalt sich selbst einen Narren, solche Gedanken überhaupt zu haben, und schritt auf den Stall zu.

Rasch hatte er seine Stute in den Stall neben der Schenke geführt und sie angebunden. Kein Stallbursche wartete hier auf die Gäste, also griff Boyd selbst zum Hafer in einer offenen Kiste, streute seinem Tier davon etwas in eine Krippe und nahm ihm den Sattel ab. Freundlich klopfte er den Hals der Stute die sofort den Hafer annahm. Dann ging er zur Schenke hinüber. Davor waren fünf Pferde angebunden, und ein Blick auf die Sättel genügte, um seine Befürchtungen zu bestätigen. Das waren zweifellos Soldaten des Sheriffs, die Lanzen steckten noch in den Halterungen, Schwerter und möglicherweise auch Bögen hatten sie mit hineingenommen.

Boyd trat ein und musste sich zunächst an das Dämmerlicht in dem Raum gewöhnen. Zahlreiche Tische standen in dem großen Raum, an dessen Ende ein paar Bretter so etwas wie einen Schanktisch bildeten, denn dort standen Krüge aus Ton und Becher zusammen, in der Mitte jedoch ein großes Fass, aus dem der Wirt gerade neue Becher mit Bier füllte. Der Geruch von abgestandenen Bierkrügen, kaltem Essen und den Körperausdünstungen der Menschen ließ Boyd für einen Moment zaudern. Noch einmal vernahm er seine innere Stimme, die ihm eine Rast im Stroh des Pferdestalles so angenehm wie möglich ausmalte, aber erneut verdrängte Boyd diesen Gedanken.

Schon beim Eintreten hatte Boyd die Soldaten bemerkt, die gleich neben dem Eingang saßen und würfelten. Dabei lachten, fluchten und schrien sie laut durcheinander, als wären sie die einzigen Gäste in diesem Raum. Ein paar Kaufleute, die auf der anderen Seite Platz genommen hatten, warfen gelegentlich missmutige Blicke hinüber, wagten aber nicht, das Wort an die Soldaten zu richten. Boyd hatte sie sogleich aufgrund ihrer Kleidung als Kaufleute eingeschätzt, und die drei älteren, würdig aussehenden Männer schienen Fernhandelskaufleute zu sein, die hier eine Rast eingelegt hatten. Allerdings vermisste Boyd ihre Reittiere, denn zu Fuß konnten diese Männer unmöglich unterwegs sein.

Ihre Kleidung war zwar vom Staub der Straße bedeckt, ihre halbhohen Stiefel unter der Cotte sichtbar vom Dreck und Schlamm der Straße bespritzt, aber doch nur so, wie es beim Gehen von einem Fuhrwerk zu einem Haus geschah. Boyd hatte es sich angewöhnt, seine Mitmenschen rasch zu taxieren und dann seine Folgerungen zu ziehen, ohne dass seine Beobachtungen auffallen konnten. So war es für ihn klar, dass diese Kaufleute unbewaffnet waren und vermutlich auf eine neue Eskorte warteten, die sie und ihre Waren sicher durch das Land geleiten würden.

Der Knappe suchte sich einen Platz in der Nähe des Ausschanks und setzte sich mit dem Rücken zur Wand. Von hier aus hatte er nicht nur die Soldaten im Blick, sondern vor allen Dingen den Eingang. Noch wichtiger war es für ihn und seine Mission, dass er sich im ungünstigsten Falle rasch zurückziehen konnte. Auch das war bei der Platzwahl für Boyd entscheidend, denn an dieser Wand befand sich das einzige Fenster des Raumes.

Es war wohl an diesem Frühlingsmorgen geöffnet worden, um den Geruch in der Schenke ein wenig zu vertreiben, allerdings kam kaum mal ein Lufthauch herein. Das änderte sich erst mit dem plötzlichen Gewitterschauer, der von einem kräftigen Wind begleitet wurde. Der Fensterladen schlug laut gegen die Wand, und der Wirt gab einem seiner Knechte ein Zeichen.

Der mürrische Bursche stand in einer Ecke, lehnte sich auf einen Besenstiel und machte den Eindruck, als wäre er gerade beim Kehren eingeschlafen. Aber das Zeichen seines Herrn hatte er wohl bemerkt, schlurfte langsam durch den Gastraum, als Boyd sich erhob und den Laden heranzog.

Dass seine Ärmel dabei richtig nass wurden, störte ihn nicht weiter. Er hatte bei dieser Gelegenheit den Riegel probiert, mit dem der Laden verschlossen wurde. Leicht ließ er sich öffnen und im Notfall auch rasch aufstoßen.

Der Knecht stand blöde grinsend vor ihm, dann drehte er sich wieder um, den Besen noch immer in der Hand. Gleich darauf hatte er seinen Platz wieder eingenommen, führte den Reisigbesen behutsam an einen kleinen, bereits zusammengefegten Haufen heran und verharrte erneut in seiner gewählten Ruheposition.

Boyd hatte das alles registriert und in seinem Gedächtnis gespeichert. Sollte es für ihn erforderlich werden, so konnte er mit einem Satz durch den Fensterladen hinausspringen und war gleich darauf am Stall. Noch bevor einer der anderen aus dem Schankraum ihm nachgeeilt wäre, säße er auf dem Rücken seiner Stute. Allerdings hätte er dann auch auf seinen Sattel verzichten müssen.

Der Wirt war ein aufgedunsener, unangenehmer, alter Mann, kahlköpfig und nur mit einem schmutzigen Hemd und einer nicht minder dreckigen Bruche bekleidet. Seine Beinlinge waren nachlässig befestigt und rutschten bei jedem Schritt, den er auf eine seltsam schleppende Weise durch seinen Schankraum zurücklegte, wenn er an einen der Tische frisch gefüllte Krüge schleppte.

Boyd gab ihm ein Zeichen, der Wirt kam herübergeschlurft, ging aber an seinem Tisch vorbei und beugte seinen ohnehin schon krummen Rücken auf untertänige Weise am Tisch der Kaufleute.

„Darf ich den Herren noch meinen köstlichen Wildschweinbraten anempfehlen?“, säuselte er, kaum, dass er den Tisch der Kaufleute erreicht hatte. „Er ist auf ganz wunderbare Weise von meiner Tochter zubereitet worden, die ihn zunächst in Rotwein eingelegt und dann gar köstlich mit einer Kruste gebraten hat, die allein schon dazu dient, Euren Gaumen zu schmeicheln!“

„Gut, dann bringe uns mal ein ordentliches Stück davon, Wirt. Und gibt es auch ein wenig Kraut vom weißen Kohl dazu?“, erkundigte sich einer der Grauhaarigen am Tisch.

Der Wirt machte nochmals eine tiefe Verbeugung und antwortete:

„Es ist mir ein besonderes Vergnügen, edler Herr, Euch mit dem Weißkohl zu versorgen. Auch er wird von meiner Tochter geschnitten und gesäuert, damit er bekömmlich ist und auch in den Wintermonaten köstlich schmeckt!“

„Hey, Wirt!“, dröhnte eine Stimme vom Tisch der Soldaten in diesem Moment durch die Schenke. „Wenn du so begeistert von deiner Tochter bist, warum versteckst du sie vor uns? Bring sie einmal her, und ich will sehen, was das für ein Braten ist! Oder guckt sie scheel und hat einen Buckel?“

Die Männer lachten laut und dröhnend, einer von ihnen schlug seinen Krug auf den Tisch und brüllte dazu: „Und schaff mehr Bier heran, du Hundsfott – wir verdursten hier schon!“

Der Wirt war doch ein wenig erschrocken, dass man nach seiner Tochter rief, und beeilte sich, geflissentlich zu den Männern des Sheriffs hinüberzurufen:

„Nur Geduld, Ihr Herren! Es wird Euch schon Bier herbeigeschafft, aber meine Tochter ist nur gut in der Küche. Leider hat sie der liebe Herrgott mit einem fürchterlichen Gesicht versehen, eine Strafe für mich. Aber kochen kann sie wie ein Engel!“

Damit eilte er nach hinten, um die Bierkrüge wieder zu füllen, während einer der Soldaten ihm nachrief.

„Es ist eigentlich egal, wie sie aussieht! Wenn dieser Engel auf meinem Schwengel so gut blasen kann, wie zum jüngsten Tag, dann schick sie nur heraus zu mir!“

Erneut erfolgte brüllendes Gelächter, und der Wirt beeilte sich jetzt, die Bierkrüge bei den Soldaten abzustellen, damit sie etwas abgelenkt waren.

Dann endlich wurde auch Boyd mit einem Krug Bier versorgt. Ein Blick auf den Becher genügte, um sich zu schütteln.

„Heda Wirt, ich wollte nicht deinen Becher benutzen! Da klebt noch dein Haferbrei von heute Morgen am Rand. Wenn du keinen sauberen Becher hast, gib mir die Kanne mit dem Bier herüber, damit ich daraus trinken kann!“

Der Wirt kam mit einem säuerlichen Gesicht herübergeschlurft, griff ohne ein weiteres Wort den Becher und kehrte zum Ausschank zurück. Diese Szene hatte aber die Aufmerksamkeit der Soldaten erregt, und einer von ihnen grölte laut durch den Raum:

„Nun sehe sich einer diesen Grünschnabel an! Kaum trocken hinter den Ohren, und schon auftreten wie ein feiner Herr! Becher nicht sauber! Das hat man gern!“

Die anderen lachten laut heraus, einer von ihnen schüttelte den Becher und warf die Würfel knallend auf den Tisch. Hastig beugten sich alle darüber, zählten die Augen und brachen erneut in ein großes Gelächter aus, als der Verlierer ein Holzstückchen zu den anderen in die Tischmitte warf.

„Nur weiter so, dann bist du für die nächsten Jahre deinen Sold los, mein Freund!“

„Abwarten, das Glück ist ein launisches Weib! Noch kann ich alles für mich zurückgewinnen!“

Dann stand der Mann auf und hatte dabei schon erkennbar Probleme, über die Bank zu steigen. Mit leicht schwankendem Gang ging er hinüber zu dem Tisch der Kaufleute, die bei seiner Annäherung verstummten.

„Ihr edlen Herren, wie wäre es denn mit einem Spiel? Ihr seht so aus, als hättet Ihr genügend Geld, um einem Würfelspiel nicht abgeneigt zu sein! Der Preis ist lohnend, denn er verspricht neben Ruhm und Ehre auch eine große Menge Silberlinge!“

Dabei schüttelte er die Würfel in dem Becher, den er mitgebracht hatte. Die Kaufleute versuchten, seinen Blick zu ignorieren, doch der Soldat ließ sich nicht so leicht abschütteln.

Jetzt knallte er den umgedrehten Becher auf den Tisch, hob ihn ab und deutete mit schwankendem Oberkörper auf die Würfel, die vom häufigen Gebrauch schon gelb und schwarz waren. Nur mit Mühe konnte man auf den ersten Blick die in das Knochenmaterial eingeschnittenen Augen erkennen.

„Na bitte – das sieht doch schon sehr gut aus, was? Nun ziert Euch nicht so, Ihr könnt einen tapferen Soldaten des Sheriffs in seiner Aufgabe unterstützen!“

„Nein danke, wir spielen nicht!“, sagte einer der älteren Männer freundlich, aber mit Nachdruck. „Wir haben auch nicht so viel Geld, wie ihr denken mögt – in der heutigen Zeit ist es gefährlich, mit Silber in den Taschen auf Fernreise zu gehen!“

Der Soldat hielt sich jetzt an der Tischplatte fest, starrte einem nach dem anderen ins Gesicht und lachte dann laut heraus.

„Nun höre sich das einer an – dabei könnt Ihr nur gewinnen! Wir würfeln nämlich um das Schwert des Löwenritters! Versteht Ihr? Um sein Schwert!“

Die Kaufleute starrten den Soldaten an. Offenbar hatte niemand eine Ahnung, um was es ging, und der Soldat hatte schon Schwierigkeiten mit der Zunge bei den Wörtern Schwert und Ritter.

„Wir setzten unseren Sold auf denjenigen, der dem Sheriff das Schwert des Löwenritters bringt. Versteht Ihr? Eine Kleinigkeit? Der Geächtete treibt sich in Cornwall herum, aber bald haben wir ihn gefasst. Ein Pfeil aus dem Hinterhalt, und der Löwenritter ist nicht mehr, verstanden? Und dann wird das Schwert abgeliefert und die Belohnung verdient – die Belohnung!“ Der Soldat stieß erneut sein lautes Lachen aus, dann griff er nach dem Becher, strich die Würfel ein und schwankte wieder zu den bereits mehrfach laut nach ihm rufenden Kameraden zurück.

Dabei kam er auch am Tisch von Boyd vorüber, der das ganze Gespräch beobachtet hatte, ohne allzu auffällig hinüberzusehen. Kurz schien der Betrunkene zu überlegen, ob er auch den jungen Mann zum Spiel auffordern wollte, aber dann kam wieder ein Ruf der Kameraden, und er ließ sich schwer auf seinen Platz auf der einfachen Holzbank fallen, sodass die Bank in ihren Fugen krachte.

Gleich darauf machte der Becher erneut die Runde.

Das Spiel nahm offenbar einen Verlauf, der die Aufmerksamkeit der Spieler beanspruchte, sodass sie sich nicht weiter um Boyd kümmerten. Der hatte inzwischen einen neuen Becher erhalten, an dem es nichts auszusetzen gab. Doch das Bier schmeckte ihm nicht sonderlich, es hatte bereits einen schalen Geschmack und erweckte nicht gerade den Wunsch nach einem zweiten Becher.

Der Wirt kam inzwischen mit einem Brett in beiden Händen erneut von seinem Ausschank herüber und balancierte darauf frisch gefüllte Becher für die Würfelspieler. Auf dem Rückweg stellte er einen weiteren Becher vor Boyd ab, der den Wirt erstaunt musterte. Als der Alte wortlos weiterschlurfen wollte, hielt ihn der Knappe am Arm fest und erkundigte sich mit scharfem Tonfall:

„Ich habe kein weiteres Bier bestellt – was soll das?“

Der Wirt nickte mit dem Kopf zum Tisch der Spieler und brummte dazu: „Von denen!“ Dann befreite er sich mit einem Ruck aus dem Griff des jungen Mannes und kehrte an sein Bierfass zurück. Boyd hatte ein ungutes Gefühl, warf einen Blick hinüber zu den Soldaten und starrte in das finstere Gesicht des Mannes, der ihm am nächsten saß.

„Auf König Johann!“, rief ihm der Mann zu und erhob den Becher.

Boyd blieb nichts anderes übrig, als ebenfalls den Becher zu heben. Gerade wollte er ihn an die Lippen heben, als der Soldat laut schrie: „Wo bleibt dein Trinkspruch, Bursche? Trinkst du nicht auf unseren König?“

„Auf das Wohl unseres Königs!“, rief Boyd laut aus und dachte dabei an Richard Löwenherz, aber der Soldat schien damit zufrieden zu sein. Jedenfalls nickte er nur kurz und wurde gleich darauf erneut von dem Spiel in Anspruch genommen. Boyd nutzte die Gelegenheit, stand auf und ging zum Wirt hinüber, um zu bezahlen.

Umständlich suchte der dicke Mann hinter seinem Schanktisch nach dem Wechselgeld und Boyd hatte den Eindruck, dass er absichtlich so tat, als könne er die Münze nicht wechseln. Endlich erhielt der Knappe die kleinen Kupfermünzen, steckte sie in seinen Geldbeutel am Gürtel und schob ihn wieder unter die Cotte. Dann ging er mit ruhigem Schritt zur Tür, aber damit waren offenbar die Soldaten nicht einverstanden. Der mit dem finsteren Blick stand als erster von der Bank auf und machte einen großen Schritt auf Boyd zu.

„Wohin so eilig, mein Bursche?“

„Weiter, wenn es erlaubt ist. Mein Herr wartet auf mich!“, antwortete Boyd gelassen, denn er ahnte, dass die angetrunkenen Soldaten nur nach einem Vorwand suchten, um sich mit ihm zu messen.

„Hast ja ein prächtiges Schwert an der Seite. Bist du denn ein Ritter, dass du dich gewappnet zeigen darfst? Ich sehe kein Zeichen an deiner Cotte, erkläre dich, Mann!“

Boyd richtete sich hoch auf und legte mit einer demonstrativen Geste die linke Hand auf den Knauf des Schwertes. Es war jedermann klar, dass er es so nicht ziehen konnte, aber die Bewegung selbst hatte schon etwas Selbstbewusstes an sich. Der Soldat trat ihm nun direkt in den Weg und funkelte ihn mit wütendem Blick an.

„Nun? Ich warte! Oder hat dir die Angst den Mund verschlossen?“

„Ich bin als Knappe meines Herrn durchaus in der Lage, mich zu verteidigen und darf das Schwert tragen. Nun gib den Weg frei, ich bin nicht auf Streit aus!“

Der Soldat drehte sich lachend zu den am Tisch sitzenden Kameraden um und lachte laut heraus.

„Habt ihr das gehört, Freunde? Der Bursche wird frech! Ich bin als Knappe meines Herrn in der Lage ...“, äffte er dann Boyds Tonfall nach, aber der musterte sein Gegenüber nur mit vollkommen gleichgültiger Miene.

„Woher kommst du überhaupt, ich habe dich noch nie hier gesehen!“, stichelte der Mann weiter, und Boyd zuckte die Schultern.

„Von Cotehele Castle. Und nun gib den Weg frei!“

„Von Cotehele Castle!“ Der Soldat ahmte erneut den Ton des Knappen nach, aber Boyd wollte ihn einfach beiseiteschieben, als er aus dem Augenwinkel eine Bewegung hinter sich erkannte.

Wer greift mich da an?, zuckte es ihm durch den Kopf, als er blitzschnell reagierte. Er hatte keine Ahnung, wer da plötzlich hinter ihm aufgetaucht war, denn die Soldaten befanden sich alle vor ihm. Aber instinktiv hatte er zugegriffen, so, wie er es schon unzählige Male geübt hat, in den Gefechten mit Sir Morgan oder einem der Waffenmeister, die keinem der Männer etwas schenkten, wenn es um die Ausbildung ging. Das zahlte sich jetzt für Boyd wieder einmal aus, denn er hatte den Soldaten vor sich ergriffen und in einer einzigen, raschen Bewegung sich mit ihm halb herumgedreht. So traf der wohl gemeinte Hieb nicht ihn, sondern die Schulter des Soldaten, der schreiend zu Boden fiel.

Im nächsten Augenblick hatte Boyd sein Schwert herausgezogen, wich dem Schlagarm des wenig gewandten Angreifers mühelos aus und rammte ihm das Schwert durch den dicken Wanst. Röchelnd brach der Wirt über dem Soldaten zusammen, und nun sprangen die anderen auf, griffen zu ihren Schwertern und drangen auf Boyd ein.

Für ihn war es ein Glück, dass die Burschen dem Bier schon reichlich zugesprochen hatten, denn die vier Männer des Sheriffs waren üble Schläger, die ihre Schwerter mit einer Wucht auf ihn droschen, dass er zurückweichen musste. Zwar kam keiner der Angreifer in die Lage, dem Knappen eine Verwundung zuzufügen, aber selbst vier angetrunkene Männer mit einem Schwert in der Hand konnten einem einzelnen Kämpfer schon zu schaffen machen.

Boyd sah sich rasch im Gastraum um. Der Weg zum Fenster war ihm zwar verbaut, weil zwei der Angreifer von dieser Seite auf ihn einschlugen, die beiden anderen versuchten, ihn an diese Stelle zu binden und dabei um ihn herum zu gelangen. Boyd erkannte ihre Absicht sofort, führte einen starken Oberhau aus und durchschlug dem Mann neben ihm fast vollständig den Schwertarm. Durch das herausspritzende Blut traf er seinen Nachbarn, zu dem er sich halb herumgedreht hatte und ihm dann vor die Füße fiel.

Das verschaffte Boyd etwas Luft, gleich darauf hatte er einen weiteren Angreifer kampfunfähig geschlagen und erreichte damit die Tür. Bevor er jedoch diesen Fluchtweg wählte, griff er die nächste Bank und schleuderte sie den beiden noch stehenden Soldaten entgegen. Damit hatten sie nicht gerechnet, konnten nicht mehr rechtzeitig ausweichen und stürzten samt Bank krachend zu Boden.

Boyd war sofort aus der Tür, lief hinüber in den Stall, riss den Sattel vom Boden, löste den Strick der Stute und schwang sich auf ihren Rücken, mit der linken Hand die Zügel greifend, in der rechten den Sattel festhaltend. Bei den draußen angebundenen Pferden der Soldaten verhielt er kurz, legte den Sattel vor sich auf den Nacken des Pferdes, hieb mit dem Schwert die Haltestricke durch und presste seine Schenkel in die Seite der Stute.

Dann war er auf der Straße vor der Schenke und galoppierte sie hinunter, ohne Rücksicht auf sein Pferd zu nehmen oder sich auch nur einmal umzudrehen. Das Geräusch der Hufe auf der hart getretenen Straße hinter ihm sorgte für ein Lächeln im Gesicht des Knappen. Er wusste, dass die Pferde dem davonrasenden Tier eine Weile folgen würden, und das genügte, um die Soldaten weiter an einer Verfolgung zu hindern.

Aufatmend erreichte er schließlich nach einer halben Stunde scharfen Rittes ein Wäldchen, wo er unter den ersten Bäumen verharrte, um die Straße zu überblicken.

Niemand war ihm gefolgt.

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2.

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Die Angst war dem Mann ins Gesicht geschrieben, als er über die kleine Lichtung auf die Hütte zutaumelte. Am Türrahmen hielt er sich für einen kurzen Moment schwer atmend fest, dann klopfte er energisch gegen die einfache Holztür.

„Komm herein, es ist nicht abgeschlossen!“, kam eine freundliche Frauenstimme sofort als Antwort, aber jetzt hatte den Mann sein Mut verlassen. Zaghaft öffnete er die Tür und zögerte, seinen Fuß über die Schwelle zu setzen. Zu seltsam war der Geruch, der ihm hier entgegenwehte, zu merkwürdig die Einrichtung der kleinen Waldhütte.

Überall standen kleine und große Gefäße herum, gab es Tonkrüge und Holzbehälter, in denen sich sonst was befinden mochte – der Mann fuhr zusammen, als sein Blick über die Regale und den Tisch huschte und dann auf dem freundlich lächelnden Gesicht der Frau haften blieb.

„Anwen ...“, begann der Mann stockend, dann sah er sich erneut hilfesuchend um und wusste nicht mehr weiter.

„Du bist doch Jowan aus meinem alten Dorf, nicht wahr?“, kam die aufmunternde Anrede der vollkommen schwarz gewandeten Frau, die auf einem einfachen Schemel an ihrem Tisch saß und eine Reihe getrockneter Kräuter vor sich ausgebreitet hatte. „Kommt deine Steren mit dem Kind jetzt nieder?“

Sie hatte sich jetzt erhoben und begann, ein paar Dinge in ein Leinentuch zu legen, das sie gleich darauf zusammenknotete und dann vor dem stummen Jowan stehen blieb.

„Was ist, Jowan? Es ist doch nicht euer erstes Kind, die beiden anderen sind auch gut und gesund auf die Welt gekommen, da wird es auch beim dritten schon werden!“

„Ach Anwen ...“, begann der Mann mit verzweifelter Stimme erneut, brach aber wieder ab und starrte die junge Frau mit tränengefüllten Augen an.

„Komm, Jowan, dann ist es wohl wirklich Zeit für mich. Lass uns sofort aufbrechen, und unterwegs berichtest du mir, weshalb Steren nach mir rufen ließ. Ist die alte Weißfrau aus eurem Nachbardorf inzwischen verstorben? Sie hat schon so viele Jahre auf ihrem Buckel, dass es mich nicht wundern würde, wenn sie zu unserem Herrgott gegangen ist, dem sie so viele Jahre treu gedient hat!“

Anwen eilte mit weit ausholenden Schritten durch das Waldstück auf die kleine Straße, sodass der noch immer um Worte kämpfende Jowan ihr kaum folgen konnte. Dann hatte er sie eingeholt und stieß die Worte heraus:

„Sie hat mir ... aufgetragen ... nur dich zu holen. Das Kind ... liegt verkehrt ... Steren schreit seit Stunden vor Schmerz ... und ich habe Angst, beide zu ... verlieren.“

„Das allein liegt in Gottes Hand!“, antwortete ihm Anwen. „Aber bevor ich sie nicht gesehen und untersucht habe, kann ich dazu wenig sagen. Es sollte mich wundern, wenn es beim dritten Kind solche Komplikationen gäbe, aber möglich ist heute alles. Hat sie wieder die ganze Zeit auf dem Feld mit dir gearbeitet?“

Jowan schlug die Hände zusammen und rief klagend aus:

Details

Seiten
120
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783738919769
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2018 (Mai)
Schlagworte
schwert schild morgan löwenritter band löwenritters

Autor

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Titel: Schwert und Schild – Sir Morgan, der Löwenritter Band 27: Das Schwert des Löwenritters