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Schwert und Schild – Sir Morgan, der Löwenritter Band 34: Der Tag des zweiten Falken

2018 0 Seiten

Leseprobe

Schwert und Schild – Sir Morgan, der Löwenritter Band 34: Der Tag des zweiten Falken

Tomos Forrest

Published by Uksak Sonder-Edition, 2018.

Schwert und Schild – Sir Morgan, der Löwenritter # Band 34: Der Tag des zweiten Falken

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TOMOS FORREST

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ZYKLUS: DIE REBELLEN von Cornwall, Band 21

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IMPRESSUM

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© Roman by Author

© Titelbild: Nach einem Motiv von Carl Friedrich Lessing, 2018

Lektorat: Kerstin Peschel

Ceated by Thomas Ostwald, Alfred Bekker und Jörg Martin Munsonius

© dieser Ausgabe 2018 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

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Klappentext:

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Sir Morgan of Launceston, der Löwenritter mit dem roten, steigenden Löwen auf dem Wappenrock, ist in geheimer Mission in Cornwall unterwegs und auf dem Weg zu einem Treffpunkt mit seinen Gefährten, als ihm ein paar Burschen in einer Herberge auflauern. Sie können ihn nicht aufhalten, und auf seiner abenteuerlichen Wanderung, die viele Gefahren birgt, entdeckt Sir Morgan einen ungewöhnlich großen Falken, der ihn anzugreifen scheint. Doch schon bald muss er erkennen, dass es sich bei diesem Falken offenbar um das Gegenstück des Greifvogels handelt, der Meraud so treue Dienste leistete. Niemand hat ihn zuvor zu Gesicht bekommen. Gerüchten zufolge gehört er allerdings dem geheimnisumwehten Myrddin ...

***

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1.

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Morgans Stimmung hatte ihren absoluten Tiefpunkt erreicht. Der Dauerregen durchnässte ihn bis auf die Haut, der kalte Wind ließ ihn zusätzlich frösteln, und auf dem vollkommen aufgeweichten Weg sackte er bis über die Knöchel ein. Gerade hatte er seinen rechten Fuß wieder mit einem schmatzenden Geräusch aus den Schlammmassen befreit, als er feststellen musste, dass sein Schuh in dem zähen Schlamm stecken geblieben war. Er balancierte auf einem Bein, angelte den Schuh heraus und zog ihn sich erneut über den Fuß, um gleich darauf laut fluchend weiterzuhumpeln.

Der Schuh war nicht nur vom Schlamm verklebt und schwer geworden – Wasser war durch das Leder eingedrungen und hatte eine dünne, nasse Schicht hinterlassen. Außerdem störte ihn schon seit längerer Zeit das auf den Rücken geschnürte Bündel, das sich gelockert hatte und ihm auf den letzten Metern regelmäßig gegen die Kniekehlen geschlagen hatte.

Endlich fand er Halt an einem Baum, der seine Äste am Rande der alten Fernhandelsstraße schützend ausstreckte. Der Löwenritter suchte unter dem natürlichen Baldachin Schutz, lehnte sich erschöpft gegen den Stamm und verfluchte seine gesamte Umwelt. Nun hatte er das Bündel vom Rücken gelöst und warf es achtlos auf den nassen Boden, kontrollierte den Sitz seiner Schuhe und blickte irritiert zwischen die gut fünfzig Meter entfernten Bäume, bei denen sich ein kleines Licht abzeichnete.

Was mochte das sein? Ein Irrlicht, das über eine Moorfläche huschte und ihn in den tiefen Morast locken wollte? ‚Bei meinem Glück wird es ein Lager des Sheriffs von Cornwall sein‘, schoss es ihm durch den Kopf. ‚Aber das ist jetzt auch egal. Dort sind Menschen, es gibt ein Feuer, und wahrscheinlich auch etwas zu essen!‘

Mit diesem Gedanken bewegte sich Morgan zügig auf das Licht zu und erkannte nach wenigen Metern, dass es sich offenbar um ein Haus handelte, aus dem das warme Licht leuchtete. Dann sah er es deutlich vor sich, und wollte doch seinen Augen nicht trauen. Gab es hier wirklich eine Herberge? Spielte ihm das Schicksal einen Streich und lockte es ihn mit einem Trugbild in die Irre – oder hatte er wirklich in der Einsamkeit dieser Gegend die einzige Herberge im Umkreis von einhundert Meilen entdeckt?

Morgan war an einem Punkt, wo er selbst dann in das Haus eingetreten wäre, wenn er durch das kleine Fenster Sir Struan of Rosenannon erblickt hätte, zusammen mit den Häschern, die ihn nun schon zwei Tage lang verfolgt hatten.

Doch seine ausgestreckte Hand verharrte noch für einen Moment auf dem Türgriff, bevor er ihn entschlossen herunterdrückte und die Tür aufstieß. Ein warmer Dunst nach abgestandenem Bier, kaltem Fleisch und dazu die Ausdünstungen der Männer, die hier beisammensaßen, schlugen ihm entgegen. Rasch drückte er die Tür hinter sich wieder zu, denn mit ihm kam ein Wasserschwall in den Raum, der ihn noch einmal erschauern ließ.

Von den Anwesenden nahm kaum einer Notiz von ihm. Offenbar waren es alles Bauern aus der Umgebung, die von einem Markt in ihre Dörfer zurückkehrten und von dem Unwetter überrascht wurden. Ein runder, gemütlich aussehender Wirt hinter dem Schanktisch nickte ihm freundlich zu, und Morgan steuerte eine freie Bank im hinteren Bereich des Raumes an, um die Tür im Auge zu behalten. Erleichtert nahm er Platz und registrierte erfreut, dass der Wirt sofort ein angewärmtes Gewürzbier in einem prächtigen Humpen herbeibrachte und vor ihm abstellte.

„Das ist gut, Wirt, du erkennst mit einem Blick, was ein Gast bei diesem Wetter benötigt!“

Mit diesen Worten ergriff Morgan den Humpen, nickte dem Wirt zu und nahm einen kräftigen Schluck. Das warme Bier mit den starken Gewürzen erfüllte sofort seinen Zweck. Ein wohliger Schauer zog über seinen Rücken, kaum, dass er die Flüssigkeit probiert hatte. Noch ein weiterer Schluck, und ihm wurde angenehm warm in der Magengegend, als sich das Gewürzbier ausbreitete.

„Fleisch und Porridge kann ich bieten!“, sagte der Wirt mit halblauter Stimme so, als müsste Morgan nur mit den Fingern schnippen, um das Gewünschte zu erhalten. Es schien alles auf ihn zu warten.

„Nur Fleisch, ein dickes Stück!“, antwortete Morgan und lehnte sich zurück an die Lehmwand der Herberge. „Und möglichst schnell, Wirt, ehe ich vor Hunger sterbe!“

Der Mann nickte verständnisvoll und war hinter seinem Tisch verschwunden, um das Gewünschte herbeizuschaffen.

Morgans Augen wanderten von einem Gast zum anderen. Die Männer hatten längst das Interesse an ihm verloren, denn sein Äußeres bot wenig Bemerkenswertes. Seine einfache Kleidung war durchnässt, und die Spuren von verklebtem Harz, vermischt mit Tannennadeln und Blättern, machten jedem deutlich, dass er in den letzten Tagen im Freien übernachtet hatte. Er wirkte wie ein ärmlicher Herumtreiber, der auf den Burgen nicht gern gesehen war und bei den Bauern für einen Tag Arbeit höchstens eine warme Mahlzeit erhalten würde. Solche Menschen waren zu alltäglich, um noch Aufmerksamkeit zu erregen.

Als er seine Fleischportion vertilgt hatte und einen weiteren Humpen Bier bestellte, beugte sich die Schankmaid beim Servieren zu ihm herüber und bot ihm dabei einen Blick auf ihre üppige Oberweite, die von ihrem Mieder eher präsentiert als verhüllt wurde.

„Meine Kammer ist die letzte Tür auf der rechten Seite im oberen Geschoss“, raunte sie ihm zu, als sie den Bierkrug vor ihm abstellte. Ihre Stimme war zwar leise, aber dabei so vibrierend und auf eine ganz eigene Art stimulierend, dass Morgan verwundert aufsah.

Die Schankmaid war eine ausgesprochen angenehme Erscheinung, schlank mit einer großen Oberweite, die sie dem Ritter mit einer möglichst vorteilhaften Bewegung präsentierte. Er wollte etwas erwidern, aber die junge Frau deutete mit den Augen zum Wirt hinüber und machte eine verschwörerische Miene dazu. Morgan verstand, lächelte still vor sich hin und schüttelte sanft den Kopf. Die Frau zuckte die Schultern und ging zurück zum Schanktisch, dabei bewusst aufreizend mit den Hüften wackelnd.

Morgan war mit den Gedanken schon längst wieder bei den Ereignissen der letzten Tage, die ihn ausgelaugt hatten. Zunächst einmal hatte er einen langen Ritt zur Küste hinter sich gebracht, um vor allem die verschiedenen Verstecke zu inspizieren. Dabei wurde er von Meraud, dem Knappen Boyd, Shawn und dem Schotten Sir Ainsley Urquhart begleitet. Dann trennte er sich von den Gefährten, um allein weiterzureiten, bis er seinen treuen Rappen bei einem guten Freund unterstellen konnte und danach, gekleidet wie ein einfacher Bürger Cornwalls, zu Fuß seine Mission aufnahm.

Jemand war an seinen Tisch getreten und hatte sich in herausfordernder Weise aufgebaut. Morgan tauchte aus seinen Gedankengängen auf, als der Mann laut einen Bierkrug auf seinen Tisch stellte und ihn provozierend anstarrte.

„Was ist?“, erkundigte sich Morgan, nachdem er den jungen Burschen kalt von Kopf bis Fuß gemustert hatte. Irgendwo in seinem Hinterkopf ahnte der Löwenritter, was nun folgen würde. Solche Szenen hatte er in ähnlicher Weise schon oft erlebt. Da stand ein junger Hitzkopf, der sich durch irgendetwas im Verhalten Morgans herausgefordert fühlte und nun glaubte, mit einem raschen Handgemenge den rotblonden, breitschultrigen Mann besiegen zu können und seinen Freunden damit zu beweisen, dass ihm niemand gewachsen war.

„Keine Frau aus unserem Dorf wird dein Nachtlager teilen, Freund!“, sagte der junge Mann mit herausforderndem Tonfall. Morgan schätzte ihn auf vielleicht knapp achtzehn Jahre. Er war von kräftiger Statur, aber um einen guten Kopf kleiner als der Ritter, den er gerade versuchte, herauszufordern. Doch seine muskulösen Oberarme, die breite Brust und die kräftigen Hände, die er jetzt auf die Tischplatte stemmte und sich dabei zu Morgan vorbeugte, verrieten, dass er täglich schwere körperliche Arbeit verrichtete.

„Ich habe kein Interesse, mein Lager zu teilen – weder mit einer Frau noch mit Ungeziefer!“, antwortete Morgan. „Und jetzt, mein Guter, solltest du wieder hinüber zu deinen Freunden gehen und dein Bier genießen.“

„Du vergleichst unsere Frauen mit Ungeziefer!“, brüllte der andere jetzt so laut heraus, dass augenblicklich jegliches Gespräch in der Schenke verstummte.

„Wenn du Streit anfangen willst, soll es mir Recht sein. Aber sage hinterher nicht, dass ich dich nicht gewarnt habe, Junge!“, antwortete Morgan noch immer vollkommen ruhig.

„Junge? Ha, ich gebe dir gleich den Jungen!“, schrie der andere und langte mit seiner Hand über den Tisch, griff in Morgans Hemd und wollte ihn zu sich heranziehen. Aber da hatte er nicht mit der Reaktion eines geschulten Kriegers gerechnet. Morgan war mit einem Satz auf den Beinen und schlug dem jungen Mann mit der Faust so hart auf die Nase, dass ein knirschendes Geräusch vom Brechen des Nasenbeins kündete. Ein Blutstrom quoll hervor, der Jüngling taumelte zurück und hatte reflexartig die Hände an die Nase gepresst. Krachend fiel die Bank um, auf der seine Freunde das Geschehen beobachtet hatten. Gleichzeitig waren sie aufgesprungen, kamen zu dem Herausforderer, stützten ihn und brachten ihn zu ihrem Tisch, um mit einem Lappen die Blutung zu stillen. Drei seiner Gefährten stellten sich dicht an den Tisch, an dem Morgan längst wieder Platz genommen und eben den Rest des Bierkruges geleert hatte.

„Du hast unseren Freund geschlagen!“, sagte einer von ihnen in einem gefährlich klingenden Tonfall.

„Ja, das ist wahr!“, antwortete Morgan gelassen und schaute den Sprecher an.

„Steh auf und wehre dich, wenn du kannst!“, schrie der andere und drang zugleich auf den Ritter ein. Morgan duckte sich unter seinem Schlag weg und rammte dem Mann seinen Schädel in den Magen, sodass auch dieser Gegner nach hinten taumelte. Dann stand er vor den beiden anderen, die sofort damit begannen, ihre Fäuste auf Morgans Gesicht zu schlagen – doch rasch pendelte der Ritter einmal nach rechts, einmal nach links, wich so beiden Schlägen aus, hatte seine Arme dabei ausgebreitet und erwischte nun jeden der beiden Angreifer am Hinterkopf. Gleich darauf schlug er ihre Köpfe mit einem dumpfen Geräusch zusammen, sodass die beiden laut jammernd auf den Boden sanken.

Ein paar Schritte zum Wirt hinüber, der wie gebannt hinter dem Schanktisch stand, und Morgan ansah wie eine Erscheinung, die plötzlich mitten in seiner Schenke stand.

„Das Zimmer, das du mir angeboten ist, ist hoffentlich frei von Wanzen. Gute Nacht!“

Damit nahm er eine der kleinen Öllampen vom Schanktisch auf und stieg die steile Treppe nach oben in den ersten Stock hinauf.

Kein Laut war inzwischen im Schankraum gefallen, aber als Morgan den Raum verlassen hatte, wurde es laut. Die Gäste diskutierten das Erlebte, und so mancher der Anwesenden wettete darauf, dass der Mann, der so blitzartig zugeschlagen und seine Angreifer ausgeschaltet hatte, wohl ein Krieger sein musste, der das Kriegshandwerk gründlich erlernt hatte. Aber niemand hatte ihn jemals zuvor gesehen, und Befürchtungen wurden laut, dass der Sheriff von Cornwall einen neuen Kämpfer für sich gefunden hatte.

Morgan stellte das Licht neben das Bett auf den Boden, denn eine weitere Einrichtung gab es in seiner Gästekammer nicht. Rasch schlug er die Decke zurück und hielt das Licht hoch, um zu erkennen, was sich in seinem Bett tummelte, wenn plötzlich das Licht darauf fiel. Er brummte zufrieden, als er keine Läuse entdecken konnte. Dann ging er zu dem kleinen Fenster, öffnete es und spähte hinaus. Direkt an das Gasthaus grenzten ein Stall und ein weiterer Anbau, in dem er das geschlagene Holz für die Küche vermutete.

Morgan probierte bei dieser Gelegenheit aus, ob er sich durch das Fenster nach draußen, auf das niedrige Dach des Anbaues lassen konnte, kletterte dann rasch wieder zurück und löschte sein Öllämpchen. Gleich darauf stand er wieder an der Tür, öffnete sie einen Spalt und lauschte hinaus.

Die Gaststube schien sich zu leeren, nur noch ein schwaches Gemurmel drang zu ihm herauf, und der Ritter schloss die Tür wieder lautlos. Die nächste halbe Stunde verbrachte er angezogen auf seiner Bettstatt, bis er die Schritte seiner Wirtsleute auf der Treppe vernahm, die sich zur Ruhe begaben. Nebenan knarrte das Bett fürchterlich, als sich der Wirt hineinlegte, wenig später noch einmal etwas leiser, als seine Frau ihm nachfolgte.

Morgan wartete nicht ab, bis die Schnarchtöne zu ihm herüberdrangen, sondern öffnete sein Fenster, zwängte sich hindurch und blieb am Rahmen hängen, während seine Füße nach einem sicheren Halt suchten. Kaum hatte er beide Füße auf festem Untergrund, zog er das geöffnete Fenster wieder dicht heran und sprang gleich darauf vom Dach in den Hof hinunter.

Hier wählte er sich einen dicken Baumstamm, der dem Wirt als Hackklotz diente, denn die Axt steckte noch immer darin. Morgan zog sie heraus, prüfte ihre Schärfe, und behielt sie griffbereit an seiner Seite. Dann schob er den Hackklotz dicht an die Wand, lehnte sich mit dem Rücken dagegen und war nicht zuletzt aufgrund seines dunklen Umhanges vollkommen mit der Umgebung verschmolzen.

Es regnete noch immer sehr stark, doch das vorstehende Dach schützte Morgan ausreichend vor Nässe, und sein Umhang wärmte ihn zusätzlich, obwohl er die kurze Zeit in der Schankstube nicht vollständig durchgetrocknet war.

Der Löwenritter musste nicht sonderlich lange warten, bis er die drei Männer erkannte, die sich in den Hof der Herberge schlichen. Auch sie trugen alle dicke Wollumhänge mit Kapuzen, die sie sich über den Kopf gestülpt hatten. Schattengleich pressten sie sich an die Stallwand und für einen kurzen Moment kam es dem stillen Beobachter auf dem Hackklotz so vor, als würden sie direkt zu ihm herübersehen. Aber keiner von ihnen schien Verdacht zu schöpfen, und während sie sich noch immer nach allen Seiten umsahen, überquerten sie den freien Platz und machten sich an der Hoftür, die direkt in die Küche führte, zu schaffen.

Einmal blinkte im fahlen Mondlicht eine Messerklinge auf, als einer der Männer sie unter seinem Umhang hervorzog und dann in den Spalt zwischen Tür und Türrahmen führte. Gleich darauf vernahm Morgan ein leises Geräusch, als sie den von innen vorgelegten Holzriegel anhoben und die Tür nach innen aufschoben. Noch einmal zögerten sie kurz, dann verschwanden alle drei rasch in der Küche und waren auf der Holzstiege, als ihnen Morgan folgte, die Axt in der Hand.

Rasch war er durch den Küchenraum auf den Flur getreten und hörte, wie die drei gerade den oberen Flur erreichten. Im Nu war er ebenfalls auf der Holztreppe, als er einen unterdrückten Aufschrei vernahm.

„Na, meine Kleine, hast du den Fremden besucht? Oh, du bist ja ganz kalt, komm, ich wärme dich!“

Die halblaute Stimme wurde durch unterdrücktes Gelächter der anderen beantwortet, dann vernahm Morgan ein paar dumpfe Töne und einen weiteren, unterdrückten Ruf. Als er den Flur erreichte, bot sich ihm ein skurriler Anblick. Einer der Eindringlinge hatte wohl eine Öllampe aus der Küche mitgenommen, die er jetzt hoch über die Köpfe der anderen hielt. Ein anderer hatte die Schankmaid an die Wand gepresst und ihr das lange, einfache Hemd heruntergerissen, sodass ihre großen, schweren Brüste im Zwielicht der Lampe weiß schimmerten.

Was er gerade etwas tiefer versuchte, war so eindeutig, dass Morgan sofort handelte. Schweigend fuhr er zwischen die Männer, die offenbar alle mit dicken Knüppeln bewaffnet waren. Der Mann, der die Schankmaid angegriffen hatte, hatte beide Hände an der jungen Frau, und ihm galt der erste Angriff Morgans. Er hieb ihm mit dem Axtstiel kräftig über den Kopf, sodass der Mann augenblicklich stöhnend in die Knie brach, während die von ihm Befreite einen Schrei ausstieß.

Schon holte einer der Angreifer mit dem Knüppel aus, als Morgan herumwirbelte, ihm mit der Linken einen kräftigen Schlag in den Magen verpasste und dann mit der Rechten ebenfalls den Axtstiel auf den Schädel schlug. Aber der dritte Mann war gewitzter und hatte bereits sein Messer in der Hand, als der zweite zu Boden ging.

Der zweite hatte die Öllampe fallen gelassen, die aber auf dem Holzboden weiterbrannte und im nächsten Augenblick für eine Feuersbrunst sorgen konnte.

Als das Messer haarscharf an Morgans Brust vorbeizischte, griff er zu, packte den Messerarm und schlug ihn über seinen angewinkelten Oberschenkel. Mit einem hässlichen Knacken brach der Arm und aufschreiend ließ der Mann sein Messer los.

Ehe sich noch einer der drei Angreifer besinnen konnte und dem so unerwartet aufgetauchten Ritter Widerstand leistete, hatte die Schankmaid reagiert, die Lampe vom Boden aufgehoben und sich hinter Morgans Rücken geflüchtet. Offenbar wussten die drei Männer genau, was ihnen drohte, sollten sie sich nicht noch aus dieser Lage befreien können. Schon hatte sich der Erste von ihnen wieder erhoben und bewegte sich mit noch unsicheren Schritten auf ihn zu, als der harte Stiel ein weiteres Mal traf und nun den Angreifer endgültig in eine tiefe Ohnmacht versetzte. Auf dem Absatz wirbelte Morgan herum und schlug auch den anderen nieder, während der Messerheld noch immer wimmernd auf dem Boden kniete und seinen Arm hielt.

Das ganze Kampfgeschehen dauerte nur einen kurzen Moment, hatte aber dafür gesorgt, dass sämtliche Schläfer aufgeschreckt aus ihren Kammern traten, eine Kerze oder eine Öllampe in der Hand und verwundert zusahen, wie der große, breitschultrige Mann seine drei Gegner mit ein paar rasch von ihren Hemden abgerissenen Stoffstreifen fesselte.

„Es ist alles in Ordnung, ihr Leute, legt euch wieder schlafen. Es haben sich drei Gäste ein wenig vergnügen wollen, jetzt können sie in Ruhe ausschlafen.“

Damit zog er den ersten der Angreifer bereits über seine Schwelle und legte ihn in eine Ecke, griff die Schultern des zweiten und verfuhr schließlich auch mit dem dritten ebenso.

„Aber müssen wir nicht ...“, begann der Wirt stockend und starrte mit großen Augen in die Schlafkammer seines Gastes, in der nun die drei Gefesselten zusammen auf dem Fußboden lagen. Einer von ihnen hatte offenbar starke Schmerzen, denn er jammerte noch immer laut vor sich hin.

„Nein, müssen wir nicht, geht zu Bett und löscht das Licht aus. Ich habe morgen noch einen langen Weg vor mir und möchte noch etwas schlafen! Gute Nacht!“

Damit klopfte Morgan dem Wirt auf den Rücken und schob ihn sanft, aber nachdrücklich auf dessen Kammer zu. Auch zwei andere Gäste nickten ihm schließlich mit verschlafener Miene zu und verschwanden in ihrer Kammer, sodass nur noch die Schankmaid vor ihm stand, das zerrissene Hemd mit beiden Händen vor ihre Blöße haltend.

„Ihr habt mir das Leben gerettet, Herr, dafür würde ich mich gern erkenntlich zeigen!“, sagte sie mit leiser Stimme und zeigte dabei ein Lächeln, das wohl verführerisch sein sollte, wenn das Licht besser gewesen wäre.

Morgan hatte ihr inzwischen das Öllämpchen abgenommen und antwortete: „Das ist nicht erforderlich, aber sehr freundlich von dir. Nur musst du wissen, dass ich ein Keuschheitsgelübde abgelegt habe, das mich erst die fleischlichen Gelüste wieder genießen lässt, wenn ich mein Vorhaben erledigt habe. Verstehe mich bitte richtig!“, fügte er noch hinzu.

Die Schankmaid schaute ihm einigermaßen fassungslos nach, als er mit der Öllampe in der Hand seine Kammer betrat und gleich darauf die Tür hinter sich schloss. Die junge Frau stand im dunklen Flur, das Herz klopfte ihr noch immer bis zum Hals, dann gab sie sich einen Ruck, tappte in der Dunkelheit weiter über den vertrauten Flur und warf sich in ihrer Kammer schluchzend auf ihr Lager.

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2.

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Noch im Morgengrauen war Morgan aufgestanden, hatte sich am Brunnen auf dem Hof gewaschen und schließlich die letzte Müdigkeit mit einem Schwall Wasser aus dem Holzeimer vertrieben, den er sich über den Kopf kippte. Während das Wasser aus seinen fast schulterlangen rotblonden Haaren in Rinnsalen über den freien Oberkörper herablief, setzte er sich in Bewegung. Mit weit ausgreifenden Schritten lief er aus dem Hof der Herberge auf den nahen Wald zu, der ihn bald darauf mit seiner angenehmen Kühle empfing.

Morgan atmete gleichmäßig im Rhythmus seiner Schritte und fühlte sich frei. Hier, zwischen den dicht beieinanderstehenden Eichen und Buchen, im Dämmerlicht des heraufziehenden Tages, vertrieb er die dunklen Bilder der vergangenen Nacht. Es waren nicht die jungen Männer, die er besiegt hatte, sondern längst vergessene Bilder, die ihn immer wieder aus seinen Albträumen aufgeschreckt hatten. Der heutige Tag begann trocken und war schon jetzt erheblich wärmer als der Vortag, und das trug mit dazu bei, Morgans Laune deutlich zu steigern.

Als er den schrillen Jagdruf eines Falken hörte, versuchte er, den Kopf nach dem Tier zu drehen, konnte ihn aber zwischen den dicht zusammenstehenden Baumwipfeln nicht ausmachen. Es war für ihn ein vertrauter Ruf, denn oft hatte ihn Meraud mit ihrem Falken bei seinen Streifzügen durch Cornwall begleitet. Dieser Falke konnte nicht ihrer sein, denn er wusste die Kriegerin weit von hier entfernt auf dem Weg zur Küste, wo sie zusammentreffen wollten.

Gleich darauf verlangte der dichte Wildpfad, auf dem er lief, seine volle Aufmerksamkeit, wollte er nicht unliebsame Bekanntschaft mit den wuchernden Dornenbüschen machen. Morgan spürte, wie die aufsteigende Sonne sich einen Weg durch die Zweige und Blätter suchte und auf seinen freien Oberkörper traf. Auf einer Lichtung blieb er stehen, atmete tief und gleichmäßig durch und lauschte auf die Stimmen des Waldes.

Überall sangen die Vögel ihr Morgenlied, und Morgan wollte gerade den Rückweg antreten, als ihn ein Rascheln im nahen Unterholz innehalten ließ. Sofort spannten sich seine Muskeln, unwillkürlich nahm er eine leicht geduckte, kampfbereite Haltung ein.

Doch dann erkannte er das Rotwild, das eben aus dem Gebüsch ihm gegenüber auf die Lichtung trat, erschrocken innehielt, als es den Menschen erblickte, bereit, jederzeit zu fliehen. Morgan bewegte sich nicht, und langsam traten die Rehe heraus, windeten noch in seine Richtung und begannen dann mit ihrer Äsung.

Behutsam zog sich der Löwenritter rückwärtsgehend zurück, spürte einen Baumstamm hinter sich und lief gleich darauf leichtfüßig auf dem Pfad zurück zur Herberge, wo gerade die Schankmaid am Brunnen stand und ihn erstaunt ansah, als er so plötzlich um die kleine Mauer gelaufen kam und vor ihr stand.

„Myttin da!“, begrüßte Morgan die noch immer regungslos verharrende Frau in cornischer Sprache, und lächelte sie dazu freundlich an.

„Myttin da!“, antwortete sie schließlich verlegen und wandte ihren Blick gewaltsam von dem halbnackten Mann mit dem muskulösen Oberkörper und den kräftigen Armen ab, während Morgan lächelnd die Schankstube betrat, in seine Kammer eilte und sich vollständig ankleidete. Als er kurze Zeit darauf wieder in den Raum zurückkehrte, brachte ihm die Schankmaid unaufgefordert einen Krug mit Dünnbier und legte ein paar Stücke vom kalten Braten dazu.

„Möchtet ... Ihr ... Haferbrei dazu?“, erkundigte sie sich dabei und versuchte, seinem Blick auszuweichen. Offenbar war ihr die gestrige Szene noch immer in peinlicher Erinnerung, Morgan lächelte fröhlich und antwortete:

„Ist das Brot schon fertig? Dann hätte ich lieber ein Stück davon!“

„Sofort – es ist gleich ausgebacken.“

Damit eilte sie davon und kehrte wenig später mit einem knusprig braunen, wohl riechendem Brot zurück, von dem sich Morgan mit seinen Händen ein gutes Stück abbrach. Dabei musste er rasch und abwechselnd zugreifen, denn das Brot aus dunklem ausgemahlenem Mehl dampfte noch. Aber Morgan war von dem angenehmen Geschmack überrascht. Offenbar verwendete man hier zum Brotbacken die Hefe vom Bierbrauen, was dem Brot einen ganz eigenen Geschmack verlieh.

Versonnen starrte der Ritter in die frisch aufgeschürte Glut des Herdes, über der ein großer Kessel mit Wasser erhitzt wurde. Als weitere Gäste eintraten und einen Gruß zu ihm herüber murmelten, erwachte er aus seinem Nachdenken, erwiderte den Gruß und erhob sich, um seine Sachen zusammenzupacken und seine Rechnung zu begleichen.

„Ihr müsst auf der Hut sein, Herr!“, sagte die Schankmaid mit verlegenem Gesichtsausdruck, als er sich vom Wirt verabschiedet hatte. Sie stand neben dem rundlichen, kleinen Mann und schaute sofort wieder auf den Fußboden, als Morgan sie ansah. „Ihr habt mir gestern geholfen, aber das werden die Burschen nicht vergessen. Hütet Euch unterwegs!“

„Keine Sorge, ich kann schon auf mich aufpassen!“, antwortete Morgan lächelnd, grüßte in die Runde und verließ die inzwischen schon wieder gut gefüllte Gaststube.

Auf der Landstraße waren schon einige Fuhrwerke unterwegs und zogen entweder zu einem der Märkte in der Umgebung oder brachten Geräte und Arbeiter auf die Felder.

Der sandige Untergrund hatte den Regen des Vortages verschluckt, die Straße war wieder gut begehbar, und der Ritter schritt kräftig aus – ein einsamer Wanderer, für alle, die ihm begegneten, in landesüblicher, unauffälliger Kleidung.

Wer Morgan so betrachtete, mochte ihn für einen Handwerker, einen Schmied vielleicht, halten, und genau das beabsichtigte er auch. Sollte ihn eine der vom Sheriff ausgeschickten Streifen anhalten, so würde selbst sein Bündel einer näheren Untersuchung standhalten. Neben etwas Brot und kaltem Braten enthielt es nämlich einen Schmiedehammer, den er zudem in eine Lederschürze gewickelt hatte.

Lächelnd erinnerte sich Morgan an seinen Freund, den Schmied Myghal, und dessen Frau Eseld. Bei ihm hatte er nicht nur Unterschlupf gefunden, sondern auch einen zuverlässigen Mann, der die von den Soldaten des Sheriffs erbeuteten Waffen für die Rebellen überarbeitete und in geheimen Transporten in den Unterschlupf im Sumpf von Dartmoor schaffen ließ. Diese Tätigkeit hatte den Schmied mehr als einmal in Lebensgefahr gebracht, aber Myghal bot Sir Struan of Rosenannon, dem Sheriff von Cornwall und Vasallen Prinz Johns, die Stirn.

Die Landstraße wand sich einen kleinen, bewaldeten Hügel hinauf. Von hier oben hatte Morgan einen guten Überblick auf die Umgebung. In der nun langsam am Horizont heraufkletternden Sonne bot sich ihm ein friedliches Bild, das nichts von den Kämpfen der letzten Wochen ahnen ließ.

Doch gerade nach den Ereignissen um die gefährlichen Wurfmaschinen, die der pockennarbige Rygan, Burgvogt von Lanydrock Castle, bis auf Schussweite an den Sumpf gebracht hatte, war das Land nicht mehr zur Ruhe gekommen (vgl. Schwert und Schild – Sir Morgan, der Löwenritter # Band 33: Merlins Rückkehr). Offenbar unternahm Sir Struan alles, um die Rebellen zu fassen, und die berittenen Söldner aus Wales und Schottland durchzogen die Dörfer und Städte Cornwalls in großen Gruppen, um jeden Verdächtigen anzuhalten und zu überprüfen.

Viele Unschuldige wurden dabei verschleppt und auf die verschiedenen Burgen im Land gebracht. Aber diese Maßnahmen konnten nicht unbemerkt bleiben, und nach wenigen Tagen verschwanden die Menschen von ihren Feldern, sowie sich auch nur in der Ferne eine Staubwolke zeigte. Alles befand sich in Aufruhr, und Morgans Mission sollte helfen, die Aktionen der wenigen Bewaffneten zu sammeln und zu verstärken.

Der Gedanke an die zahlreichen jungen Männer, in den weit verstreuten Dörfern, die sich in den Abendstunden nach der Feldarbeit heimlich mit Holzknüppeln im Kampf übten, erfüllte den Löwenritter mit großer Sorge. Gegen die ausgebildeten Kämpfer des Sheriffs hatten diese Mutigen keine Chance – sie wären selbst einer kleinen Gruppe hoffnungslos unterlegen.

Ein scharfer Schmerz durchzuckte Morgan und ließ ihn einen Schritt nach vorn taumeln. Etwas hatte ihn hart am Hinterkopf getroffen, und als er sich nach dem ersten Schreck rasch wieder gefasst hatte und zu einem möglichen Gegner herumwirbelte, konnte er auf den ersten Blick nichts entdecken.

Unwillkürlich war seine Hand zum Hinterkopf gefahren, wo er das warme Blut spürte, das ihm aus der Wunde in den Nacken lief. Offenbar hatte ihn ein Stein aus einer Schleuder getroffen. Was seine Wut entfachte, war die Heimtücke dieses Angriffes, denn noch immer ließ sich niemand sehen. Morgan griff seinen Knüppel und zog sich langsam rückwärtsgehend an den Waldrand zurück.

Mehr instinktiv reagierte er jetzt auf eine Bewegung hinter ihm. Er wirbelte auf der Stelle herum und schwang dabei den Knüppel um sich wie sonst sein bewährtes Schwert. Doch auch der Angreifer war auf der Hut und war mit einem Satz aus seiner Reichweite.

Morgan ignorierte den pochenden Schmerz im Hinterkopf, konzentrierte sich auf seinen Gegner und war mit zwei kurzen, federnden Sprüngen bei dem gut einen Kopf kleineren Mann, der eben die Lederschlaufe seiner Steinschleuder hob, um einen weiteren Stein auf ihn zu schleudern. Der erste Schlag traf den Wurfarm und ließ den Mann laut aufschreien, dann schlug ihm Morgan den Knüppel so heftig über den Schädel, dass der Schrei abrupt abbrach und in ein dumpfes Röcheln überging.

Doch nun bot sich dem ersten Steinschleuderer eine Chance, und nur durch eine erneute Drehung entging Morgan diesem Stein, der knapp an seinem Kopf vorbeiflog und gegen einen Baumstamm schlug. Der Mann drehte sich zur Flucht, als er den großen Gegner auf sich zustürmen sah, aber vergeblich. Morgan schlug ihm den Knüppel zwischen die Schulterblätter, und der Steinwerfer stürzte mit ausgebreiteten Armen auf die Straße.

„Jetzt bist du fällig!“, schrie ein dritter Angreifer und schleuderte sein Messer dem Ritter entgegen. Doch Morgan hatte die rasche Bewegung sofort richtig gedeutet, machte eine halbe Drehung und wich so dem Messer aus, das gleich darauf dicht neben den eben Niedergeschlagenen auf die Straße fiel. Dann war er auch bei diesem Angreifer und setzte ihn mit zwei raschen, aber kräftigen Hieben außer Gefecht.

Als er in die Gesichter der drei schaute, war ihm klar, weshalb er hier überfallen wurde. Es handelte sich zweifelsfrei um die gleichen Burschen, die ihm schon in der Gaststube aufgefallen waren und später die Schankmaid vergewaltigen wollten. Sie hatten sich wohl noch einen Gefährten dazu geholt, um den mit dem gebrochenen Arm zu ersetzen.

Der Ritter beugte sich über den zweiten Mann, neben dem das Messer lag, griff es auf und steckte es in seinen Gürtel. Dann wandte er sich wortlos von dem Stöhnenden ab und setzte seinen Weg fort, als wäre nichts geschehen. Doch der pochende Schmerz am Hinterkopf und das nun schon angetrocknete Blut im Nacken machten ihm unterwegs immer wieder unmissverständlich klar, dass er ohne Kühlung der Wunde wohl bald heftige Kopfschmerzen bekommen würde. So war er sehr dankbar, als sich nach einiger Zeit neben der Straße ein kleiner Wasserlauf zeigte, dem er zwischen den Bäumen hindurch folgte und gleich darauf an einer kristallklaren Quelle stand.

Erleichtert nahm er sein Bündel vom Rücken, wickelte es auseinander, nahm einen Stoffstreifen heraus und tränkte ihn in dem klaren, kalten Wasser, um ihn anschließend auf die Verletzung zu pressen. Das Pochen ließ bald darauf nach, und Morgan beugte sich behutsam über den natürlichen kleinen Teich, um sich an dem Wasser zu erfrischen.

Erleichtert lehnte er sich an einen Baumstamm, von dem aus er den Weg gut beobachten konnte. Doch niemand schien ihm zu folgen, seine Angreifer waren offenbar froh, mit dem Leben davongekommen zu sein. So beschloss Morgan nach einer kleinen Weile, etwas von dem Fleisch zu essen und dazu das kalte Wasser zu genießen. Gesättigt und zufrieden lehnte er sich schließlich erneut an den Stamm und sah der sprudelnden Quelle zu, deren Wasser aus der Tiefe der Erde zwischen mehreren Felsstücken hervorkam, den kleinen Teich füllte und dann in einem schmalen Lauf, an der Straße entlang, den Hügel hinunter lief.

Morgan wurde schläfrig und wehrte sich nicht gegen die aufsteigende Müdigkeit, als er plötzlich eine starke Bewegung im Quellwasser erkannte. Erst kräuselte sich die Oberfläche leicht, als würde nur etwas Wind aufkommen und das Wasser aufrühren. Doch dann stieg ein richtiger Wirbel vom Grund auf, das bislang kristallklare Wasser verfärbte sich immer dunkler, und nun schlugen schon kleine Wellen an das Ufer und klatschten gegen die Felsen. Verwundert beobachtete Morgan die Quelle, zugleich fasziniert von dem Schauspiel, das sich ihm hier bot.

Mit dem immer kräftigeren Wirbel im Wasser veränderte es auch seine Farbe bis zu einem tiefen Schwarz. Schaum trat an die Oberfläche, und plötzlich erschien in dem Wasserstrudel schemenhaft der Umriss eines Menschen. Wie aus milchigem Rauch geformt zeichnete er sich im schwarzen Wasser ab. Morgan wollte aufspringen, konnte sich allerdings plötzlich nicht mehr bewegen. Langsam stieg das Wesen aus dem Wasser auf und nahm die Gestalt eines alten Mannes an, der in ein langes, dunkles Gewand gekleidet war. Zunächst konnte Morgan kaum Einzelheiten ausmachen, alles schien in Bewegung und immer wieder zu zerfließen, dann blickte er in das Gesicht der Erscheinung. Zwei wie glühende Kohlen aussehende Augen sahen ihn drohend an, und jetzt streckte das Wesen eine Hand mit langen, knochigen Fingern zu dem erstarrten Ritter am Ufer aus.

Morgan spürte, wie eine eisige Kälte nach ihm griff, ihn einhüllte und sein Herz zu packen schien und wie mit einer Eisschicht überzog. Was er auch unternehmen wollte, um sich dagegen zu wehren – kein Glied gehorchte ihm, er konnte noch nicht einmal die Augen schließen. In seinen Ohren schwoll ein seltsames Rauschen wie von einer fernen Brandung an, jäh vernahm er einen durchdringenden Laut, der gleich darauf wiederholt wurde.

Wie mit einem Zauberschlag war der Spuk vor seinen Augen verschwunden, Morgan konnte sich wieder bewegen. Als er sich über die Quelle beugte, deren Wasser wieder vollkommen klar und ruhig war, schien es ihm noch für einen kurzen Moment, als würde er auf dem Grund ein altes Gesicht erkennen, das sich aber gleich darauf auflöste. Erstaunt richtete er sich auf und vernahm zum dritten Mal den schrillen Jagdschrei des Greifvogels, der ihn von dem Zauber erlöst hatte. Direkt vor ihm schlug ein Falke heftig mit den Flügeln und landete auf einem Ast über der Quelle.

„Danke!“, sagte Morgan mit heiserer Stimme.

Dann hielt er Ausschau nach Meraud, denn er war sich vollkommen sicher, dass sie ihren Falken geschickt hatte. Aber er konnte keinen Menschen in seiner Umgebung erblicken. Schließlich klopfte er sich ein paar Blätter von den Schultern und verließ den unheimlichen Platz im Wald.

Auf der jetzt einsam vor ihm liegenden Landstraße wirbelten seine Gedanken durcheinander, er war jedoch noch zu sehr von der Erscheinung an der Quelle gefangen, um sich Rechenschaft darüber ablegen zu können. Hatte er sich das alles nur eingebildet? War er an der Quelle eingeschlafen und hatte alles geträumt? Doch der Schrei des Falken hatte ihn erlöst, da war er sich vollkommen sicher.

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3.

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Dann hatte er das schmale Tal erreicht, in dem sich die wenigen Häuser mit ihren Anbauten und Ställen aneinanderreihten, als würden sie gemeinsam einen Schutzring bilden wollen. Schon auf dem letzten Hügel konnte Morgan die Hammerschläge hören. Und mit fröhlichem Gesicht trat er in die Schmiede, wo Myghal, der Schmied, mit dem mächtigen Schmiedehammer gerade so heftig auf ein Eisenstück schlug, dass die Funken nach allen Seiten sprangen. Als er den schmucklosen, großen Mann erblickte, der eben an die Esse getreten war, ließ er den schon erhobenen Hammer sinken.

„Morgan! Und wie du aussiehst!“

Er trat von dem Blasebalg, ließ den Hammer auf dem Amboss liegen und eilte zu seinem Freund, um ihn in die Arme zu schließen.

„Myghal! Du jedenfalls siehst gut aus! Und wenn ich deine Schläge schon über dem Hügel höre, weiß ich, dass alles im Dorf in Ordnung ist!“

Der Schmied machte eine erklärende Handbewegung zu seinem Werkstück, stieg wieder auf den Tretbalg und nahm seine Arbeit erneut auf.

„Du musst schon entschuldigen, aber das Stück ist gleich fertig!“

Aufmerksam beobachtete Morgan die nächsten Schläge des Schmiedes, dann hob er das Metallstück auf und ließ es zischend in das Wasser neben dem Amboss gleiten.

Myghal griff ein Tuch, rieb sich den größten Schmutz von den Händen und deutete zum Haus, aus dem eben seine Frau trat.

„Ich hatte doch eine Stimme gehört!“, rief Eseld aus. „Herzlich willkommen, Morgan! Du wirst Hunger von deinem Weg haben und kommst gerade zur rechten Zeit! Tritt ein und sei unser Gast beim Abendessen!“

Mit weit ausgebreiteten Armen empfing sie den Löwenritter, drückte ihn herzlich an sich und löste sich nach einem kurzen Moment wieder lachend.

„Und wie ich merke, wirst du dich über einen frischen Wassereimer vor dem Essen freuen!“

Morgan nickte und stimmte in ihr Lachen ein. Er fühlte sich bei dem Paar, mit dem ihn in der Zwischenzeit einiges verband, wohl.

„Ich habe kürzlich Hirschleber eingelegt, Morgan, das wird dir munden!“, rief Eseld. „So, wie du sie vor einem Jahr zuletzt bei uns gegessen hast!“

Morgan hatte den Wassereimer in Empfang genommen und zu einem trogartigen Gebilde gebracht, das auch für die Pferde als Tränke verwendet wurde. Hier goss er das frische Wasser ein, zog sich das Hemd über den Kopf und säuberte sich gründlich vom Straßenstaub. Bei dem Gedanken an das bevorstehende Essen lief ihm buchstäblich das Wasser im Munde zusammen. Kaum eine Viertelstunde später stand er in der Tür des Hauses und sah Eseld bei den letzten Vorbereitungen zu.

„Ist denn heute ein besonderer Feiertag?“, erkundigte er sich schließlich, als die Frau des Schmiedes ein kleines Fass zum Herd trug und dort eine Scheibe nach der anderen herausnahm und auf den Feuerrost legte, um die bereits gebratenen und in Honig eingelegten Leberstücke noch einmal kurz zu erwärmen.

„Ja, natürlich!“, lachte Eseld. „Immer, wenn du am Tage zu uns kommst, feiern wir einen besonderen Tag!“

Morgan stimmte in das fröhliche Lachen ein und war nach dem Auftragen der Mahlzeit in schweigsames Genießen versunken. Geradezu andächtig zerschnitt er mit seinem Messer die Leberstücke, die neben dem Honig noch einige Gewürze zur Abrundung erhalten hatten. Als er schließlich mit einem leisen Seufzer das letzte Stück vertilgt hatte und sich aufrichtete, beobachtete Eseld seinen Gesichtsausdruck genau.

„Ja, du hast wieder einmal recht, Eseld!“, lachte er laut heraus. „Es war erneut viel zu viel, aber so köstlich, dass ich mich bremsen musste, wollte ich mich nicht so vollstopfen, dass mir das Laufen schwer wird. Hast du wieder von diesem Zaubermittel dazugetan?“

Eseld wechselte einen raschen Blick mit Myghal und errötete leicht, während der Schmied ein breites Lächeln zeigte.

„Zaubermittel, Morgan, wirst du in meiner Küche nicht finden. Aber das auf langen Wegen zu uns nach Cornwall gelangte Würzmittel, dass wir Galgant nennen, hat manchmal auf Männer eine ... besondere Wirkung, das stimmt schon.“

Der Schmied legte seine riesige Hand mit einer zärtlichen Geste auf die seiner Frau.

„Liebe geht nun einmal durch den Magen, das lässt sich nicht verleugnen – vor allem nicht bei einer so guten Köchin, wie du es bist, Eseld!“

Doch diese Gesprächsrichtung war der Frau des Hauses nicht lieb, sie stand auf und holte vom Schrank im Küchenbereich einen Tonkrug, den sie vor die beiden Männer auf den Tisch stellte.

„Myghal, du bist ein unaufmerksamer Gastgeber. Dein Freund hat schon lange nichts mehr zu trinken – und dieser Wein wurde doch extra für seinen nächsten Besuch aufgehoben, oder wolltest du ihn nun doch lieber allein trinken?“

Lachend hob ihr Mann den Krug auf und schenkte ihnen die Becher noch einmal voll.

Dann hob er seinen Becher auf und wollte gerade dazu einen Trinkspruch ausbringen, als ihn ein lauter, ängstlicher Schrei aus dem Dorf unterbrach.

„Was ist da los?“, rief Morgan aufspringend und war im nächsten Augenblick schon an der Haustür.

Sein Blick fiel auf zwei Menschen, die sich mitten auf der Straße wälzten. Noch einmal ein schriller Schrei, und Morgan war bei den Kämpfenden, um sie zu trennen.

Doch das war kein einfaches Unterfangen. Ein kräftiger, aber schon älterer Mann, jenseits des 4. Lebensjahrzehnts, hatte offenbar einen handgreiflichen Streit mit einer ebenfalls stämmigen Frau, und nun drehten sie sich im Dreck der Straße immer wieder umeinander, setzten Arme und Beine dabei kräftig ein, um den anderen festzuhalten und immer wieder mit den Beinen zu versuchen, ihn ebenfalls zu umfassen.

Die Situation wurde schließlich von Myghal gerettet, denn der Schmied hatte kurzerhand den Wassereimer aus der Schmiede geholt und den beiden verbittert Kämpfenden über den Kopf gegossen.

Schreiend und prustend fuhren sie auseinander, stützten sich mit den Händen auf dem Boden ab und warteten darauf, dass sie wieder etwas erkennen konnten. Jetzt bemerkte Morgan, dass die kräftige Frau ein zerrissenes Kleid hatte und offenbar von dem Mann überfallen wurde. Mit grobem Griff nahm er den Burschen am Oberarm und zerrte ihn auf die Füße, während Myghal der Frau half. Kaum stand die aber auf den Beinen, schlug sie mit einer Hand dem Schmied vor die Brust und schrie ihn dabei an: „Lass mich gefälligst los, du Dreckskerl!“

„Oho, ist das die Dankbarkeit, dass wir dich vor dem Burschen gerettet haben?“, antwortete Myghal mit dröhnender Stimme.

„Gerettet? Dass ich nicht laut lache!“, antwortete die resolute Frau, kümmerte sich dabei jedoch nicht um das eingerissene Gewand, das mehr von ihrer Blöße enthüllte als verdeckte. Morgan starrte unwillkürlich auf zwei große, schneeweiß schimmernde Brüste, die jetzt, nach einer heftigen Bewegung der Frau, als sie sich vom Schmied losriss, zu sehen waren. Lächelnd deutete er auf die Blöße und sagte nur: „Du solltest dein Gewand ein wenig verschließen, gute Frau!“

„Noch so ein Wichtigtuer!“, keifte diese allerdings und dachte gar nicht daran, ihre Reize zu verbergen. „War’s das jetzt? Dann komm endlich, Jowan, oder willst du in diesem verlausten Dorf bleiben?“

Der Mann hatte sich bislang überhaupt nicht geäußert, schaute nur ein wenig verlegen von einem zum anderen, und nickte schließlich Morgan zu.

„Wenn Ihr mich jetzt bitte gehen lassen wollt, Herr?“, sagte er dabei mit unterwürfigem Tonfall.

„Ja, aber was soll das Ganze überhaupt? Ihr prügelt euch auf der Dorfstraße wie die Kinder, und nun wollt ihr gemeinsam euren Weg fortsetzen?“

Die Frau warf Morgan einen vernichtenden Blick zu.

„Allerdings, komm jetzt her, Jowan, es reicht mir für heute mit dir! Oder bleib von mir aus hier, du scheinst prächtig in das Dorf zu passen. Mich siehst du dann aber nicht mehr wieder!“

Sprach es aus, drehte sich abrupt um und stapfte auf der Straße weiter.

„Entschuldigt, Ihr Herren, aber meine Frau ist manchmal etwas ... leidenschaftlich!“, sagte der Mann verlegen und eilte ihr rasch hinterher.

„Das ist deine Frau? Und ... leidenschaftlich?“, antwortete Morgan verblüfft. Als sie die beiden seltsamen Menschen jedoch gleich darauf traut vereint aus dem Dorf gehen sahen, platzten beide laut lachend heraus.

„Köstlich, so ein Paar – da sieht man doch, dass die Liebe seltsame Blüten treibt, Myghal! Sei froh, dass deine Elsed nicht so einen harten Schlag am Leibe hat!“

„Oho, das habe ich gehört, Morgan!“, rief eine fröhliche Stimme von der Schmiede her. „Wollt ihr noch ein wenig weiter draußen spielen oder kommt ihr vor Einbruch der Dämmerung herein?“

Noch immer lachend kehrten die beiden Freunde zurück, während das ungleiche Paar inzwischen schon den nächsten Hügel nach dem Dorf erreichte und dort anhielt.

„Er ist es wirklich, Jowan, du hast recht behalten!“, sagte die Frau gerade und stieß einen Seufzer aus. „Wer hätte denn auch annehmen können, dass dieser Ritter sich wie einer von uns kleidet?“

„Du bist ganz sicher, ihn erkannt zu haben?“, erkundigte sich der Mann. „Du weißt, dass Sir Rygan keinen Spaß versteht, wenn man ihm ein falsches Zeugnis gibt!“

„Rede keinen Unsinn, ich weiß, dass es Morgan ist, der da beim Schmied hockt. Ich habe ihn schließlich schon einmal von ganz Nahem gesehen, ohne dass er mich bemerkt hat. Ja, natürlich ist es der Rebell, den man in Cornwall den Löwenritter nennt! Er hat den roten, steigenden Löwen auf der Brust, den Richard während des Kreuzzuges als Wappen führte.“

Die beiden nahmen erneut ihren Weg auf, und als sie den nächsten Hügel überquert hatten, schwebte hoch über ihnen ein Falke. Die Frau sah einmal ärgerlich zu dem Vogel hinauf, als er seinen Jagdruf ausstieß. Doch der Greif flog hoch über ihnen seine Kreise, bevor er plötzlich in einiger Entfernung von ihnen wie ein Stein herabstieß und sein Beutetier ergriff.

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4.

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Die Nacht war dunkel und wolkenverhangen. Am Abend waren erneut schwere Regenwolken aufgezogen und ließen nun ihre Last auf das Land herunter wie ein kaum mehr enden wollender Wasserfall. Morgan hörte, wie der Regen auf das Dach fiel und von dort im rauschenden Schwall herunterlief. Die Dorfstraße hatte sich bereits in eine Schlammlandschaft verwandelt. Ein schmutzig-brauner Bach war dort entstanden, und hatte die Menschen in ihre Häuser verbannt. Eine Weile lag Morgan sinnend auf seinem Lager, und die monotonen Regengeräusche versetzten ihn bald in einen Tiefschlaf.

Das Wetter war ideal für ihr Vorhaben, noch nicht einmal einer der Dorfhunde würde die heranschleichenden Soldaten vorzeitig mit seinem aufgeregten Kläffen ankündigen. Die Männer trugen über ihren Kettenhemden schwarze Umhänge, die bereits vor Nässe trieften und schwer an ihnen herunterhingen. Kaum ein Geräusch wurde laut, als sie sich um das Haus des Schmiedes verteilten und auf das Zeichen warteten, die nichtsahnenden Schläfer zu überrumpeln.

In diesem Augenblick stolperte einer der Männer im Dunkeln über einen Eimer, der direkt gegen die Haustür rollte.

„Idiot!“, zischte eine wütende Stimme. „Willst du alles verderben?“

Die Männer hatten ihre Schwerter in den Händen, als sie versuchten, trotz des heftig prasselnden Regens einen Laut aus dem Haus zu vernehmen. Doch offenbar war das Geräusch nicht gehört worden, und der Sprecher machte eine ungeduldige Handbewegung zu seinem Nebenmann. Sofort setzte sich die Reihe der finster in die Dunkelheit starrenden Soldaten wieder in Bewegung. Der Erste stand vor der massiven Holztür, legte zunächst sein Ohr an das Holz und versuchte dann, die Tür aufzudrücken.

„Verflucht, sie ist verriegelt!“, raunte die Stimme erneut. Der Mann versuchte jetzt, die Schwertklinge zwischen den Türrahmen und einen innen vorgelegten Querbalken zu schieben und ihn damit hoch zu hebeln. Doch nach einer Weile mühsamen Arbeitens stieß er erneut einen Fluch aus und drehte sich zu einem der kleinen Fenster, um hier sein Glück zu versuchen.

„Herr!“, flüsterte jemand auf der anderen Seite.

„Was willst du?!

„Auf der Rückseite gibt es eine Tür, die nicht so massiv aussieht wie diese hier. Vielleicht können wir dort ...?“

„Auf was wartest du noch?“

Details

Seiten
0
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783738919684
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v424727
Schlagworte
schwert schild morgan löwenritter band falken

Autor

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Titel: Schwert und Schild – Sir Morgan, der Löwenritter Band 34: Der Tag des zweiten Falken