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Neal Chadwick Western - Ein Strick für Lee Callahan

2018 160 Seiten

Zusammenfassung

Lee Callahan fühlte den harten Faustschlag an seinem Kinn.
Er flog in den Staub und als er dann den Kopf hob, sah er in grimmige, entschlossene Gesichter, sowie eine Revolvermündung.
"Lee!"
Das war Madeleine.
Sie wollte zu ihm eilen, aber zwei kräftige, hart zupackende Männerhände hielten sie unerbittlich an den Handgelenken.
"Sie lassen in Zukunft die Finger von meiner Tochter, Callahan!" zischte der alte McGregor. Das Haar an seinen Schläfen war schon lange ergraut, aber in der Mitte seines braungebrannten Gesichts befanden sich zwei zornig blitzende blaue Augen. Er war ein Rancher. Rechts und links von ihm standen einige der Cowboys, die er in Lohn und Brot stehen hatte.
"Dad, er hat mir doch nichts getan!"
Verzweifelung stand in Madeleins feingeschnittenem Gesicht.Ein paar Tränen waren ihr bereits über die Wangen gerollt.
"Ha!" machte McGregor. "Das wäre ja auch noch schöner!"
"Wir haben uns nur...unterhalten!"
"Schlimm genug! Ich will, daß das aufhört! Ein für allemal!"
Lee lag noch immer im Staub.
So, wie die Situation war, konnte er nichts machen. Der Revolver des Ranchers war nach wie vor auf ihn gerichtet und die Zornesröte, die in McGregors Gesicht gestiegen war, sprach für sich.

Ein Roman, der die ganze Härte der amerikanischen Pionierzeit darstellt

Leseprobe

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Ein Strick für Lee Callahan

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WESTERN VON ALFRED Bekker

Der Umfang dieses Buchs entspricht 107 Taschenbuchseiten.

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Copyright

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EIN CASSIOPEIAPRESS Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author

© dieser Ausgabe 2015 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

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1

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LEE CALLAHAN FÜHLTE den harten Faustschlag an seinem Kinn.

Er flog in den Staub und als er dann den Kopf hob, sah er in grimmige, entschlossene Gesichter, sowie eine Revolvermündung.

"Lee!"

Das war Madeleine.

Sie wollte zu ihm eilen, aber zwei kräftige, hart zupackende Männerhände hielten sie unerbittlich an den Handgelenken.

"Sie lassen in Zukunft die Finger von meiner Tochter, Callahan!", zischte der alte McGregor. Das Haar an seinen Schläfen war schon lange ergraut, aber in der Mitte seines braungebrannten Gesichts befanden sich zwei zornig blitzende blaue Augen. Er war ein Rancher. Rechts und links von ihm standen einige der Cowboys, die er in Lohn und Brot stehen hatte.

"Dad, er hat mir doch nichts getan!"

Verzweiflung stand in Madeleines feingeschnittenem Gesicht. Ein paar Tränen waren ihr bereits über die Wangen gerollt.

"Ha!", machte McGregor. "Das wäre ja auch noch schöner!"

"Wir haben uns nur...unterhalten!"

"Schlimm genug! Ich will, dass das aufhört! Ein für allemal!"

Lee lag noch immer im Staub.

So, wie die Situation war, konnte er nichts machen. Der Revolver des Ranchers war nach wie vor auf ihn gerichtet und die Zornesröte, die in McGregors Gesicht gestiegen war, sprach für sich.

Wäre McGregor nicht der Vater jener Frau gewesen, die er liebte, so hätte er unter Umständen versucht, selbst zum Colt zu greifen.

Aber so, wie die Dinge nun einmal lagen, widerstrebte es ihm, auf Madeleines Vater zu schießen. Und wenn es sich irgendwie vermeiden ließ, würde er es auch nicht tun.

Lee wischte sich das Blut von der Lippe. Die paar Schläge, die die Kerle ihm verabreicht hatten, konnte er leicht wegstecken.

Und er würde nicht so leicht aufgeben.

"Vielleicht stecken Sie erst einmal das verdammte Eisen weg, Mr. McGregor!", schlug Lee so ruhig wie möglich vor. "Dann können wir uns besser unterhalten..."

Der Rancher machte die Augen schmal.

"Es gibt nichts mehr zwischen uns zu sagen!", fauchte er. "Wenn Sie sich noch einmal mit Madeleine treffen, dann kann ich für nichts mehr garantieren! Ich werde nicht zulassen, dass meine Tochter an einen Bastard, ein Halbblut gerät!"

Ein Zucken ging durch Lees ganzen Körper. Jetzt war es also endlich heraus. Lee hatte es die ganze Zeit über erwartet. Er hatte gewusst, dass eine solche Bemerkung kommen würde.

Aber als sie dann kam, tat es trotz alledem weh.

Seine Züge verfinsterten sich.

Einige Sekunden lang trafen sich seine Blicke mit denen McGregors.

Dann durchbrach plötzlich eine autoritätsgewohnte Stimme das Schweigen.

"Irgendwelche Probleme?"

Es war Morris, der Sheriff von Bellfort, und Lee war froh, dass er endlich auftauchte.

McGregor musste seinen Grimm sichtlich zügeln und mit einiger Mühe gelang ihm das auch. Er schluckte und steckte dann die Waffe zurück ins Holster.

Lee erhob sich.

"Was ist los?", erkundigte sich Sheriff Morris. Und dabei glitt sein Blick prüfend an den Männern entlang. Madeleine konnte sich in diesem Moment losreißen und lief zu Lee. Ihre schlanken Arme schlangen sich um seinen Hals.

"Ist dir was passiert, Lee?"

"Nein, nichts Ernstes."

"Ich will nicht, dass meine Tochter sich mit diesem... diesem Hundesohn von einem Halbblut trifft!", schimpfte McGregor und spuckte zu Boden. "Das ist doch wohl kein übertriebener Wunsch, oder Sheriff?"

Morris zuckte mit den Schultern.

McGregors Mund verzog sich grimmig. "Im Übrigen ist das hier eine reine Familienangelegenheit! Und die geht Sie nichts an, Sheriff!"

"Wenn es sich wirklich nur um eine Familienangelegenheit handeln würde, dann ginge mich das tatsächlich nichts an. Aber wenn hier Schießeisen gezogen werden, dann wird daraus etwas anderes - und dann ist das meine Angelegenheit!"

"Er hat meine Tochter belästigt, Morris!", zischte der Rancher wutentbrannt.

"Nein, Dad! Das ist nicht wahr!"

Morris schob sich den Hut in den Nacken.

"Nehmen Sie Ihre Tochter und reiten Sie mit Ihren Leuten nach Hause!", meinte er. "Ich schätze, dass ist erst einmal das Beste!"

Einen Augenblick lang herrschte gespanntes Schweigen. Dann brummte McGregor: "Komm, Madeleine!"

Sie sah zu Lee auf.

"Ich gehe jetzt wohl besser mit ihm."

Lee nickte und um seinen Mund spielte ein leises Lächeln.

"Ja."

Sie strich ihm noch einmal mit der Hand durch die wirren Haare. Dann ging sie zu ihrem Vater, der sie ärgerlich anfunkelte und am Handgelenk packte.

Als McGregor mit seiner Meute davonzog, wandte Madeleine sich noch einmal kurz um.

Lee sah ihr nach.

"Die kleine McGregor ist nichts für Sie, Callahan!", meinte Morris. "Wenn ich Ihnen einen guten Rat geben darf: Lassen Sie die Finger von ihr! McGregor versteht in diesen Dingen keinen Spaß und wenn Sie nicht lockerlassen und sich anderswo, als ausgerechnet auf seiner Ranch nach einer Frau umsehen, dann..."

Morris zögerte.

"Was dann?"

"Dann wird es unweigerlich Ärger geben."

Lee hob seinen Hut vom Boden auf.

"Er denkt, dass jemand wie ich weniger wert ist, als jemand wie er, nur weil meine Haut ein bisschen dunkler ist! Ist das richtig so?"

"Es ist mir gleichgültig, weshalb McGregor Sie als Mann seiner Tochter unpassend findet. Und wenn es nur deshalb wäre, weil Ihr Hut ein paar Flecken hat... Ich hoffe, ich habe mich klar ausgedrückt. Ich will keinen Ärger in Bellfort. Alles andere ist mir gleich!"

Aber Lee winkte ab.

"Ich kann Ihnen nichts versprechen, Morris!"

Dann ging er an dem Sheriff vorbei, ohne noch einmal zurückzublicken.

"Callahan!", rief Morris ihm nach.

Lee blieb kurz stehen.

"Was ist noch, Sheriff?"

"Ich habe nichts gegen Sie, Callahan, aber ich kann Ihnen ebenfalls nichts versprechen! Wenn Sie Dummheiten machen und keine Vernunft annehmen wollen, dann kann ich Ihnen zum Beispiel nicht versprechen, rechtzeitig zur Stelle zu sein, um Sie vor McGregors Jähzorn zu schützen!"

Lee zuckte gleichgültig mit den Schultern.

"Ich kann auf mich selbst aufpassen!"

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LEE CALLAHAN HATTE darauf verzichtet, noch auf einen Drink in den Saloon zu gehen. Vielleicht waren noch einige von McGregors Leuten dort und denen wollte er besser aus dem Weg gehen.

Nicht, dass er sich vor ihnen fürchtete, aber er wollte den Ärger auch nicht mutwillig heraufbeschwören. Außerdem hatte es davon heute schon mehr als genug gegeben.

Und so hatte er sich auf seinen Gaul gesetzt und war aus der Stadt geritten.

Vor ihm lagen sanfte Grashügel, in der Ferne lagen bewaldete Berghänge.

Es war gutes Land, hier rund um die Stadt Bellfort herum.

Land, um Rinder oder Schafe zu züchten oder Korn anzubauen.

Nach einer Weile sah Lee hinter einer Hügelkette eine kleine Ranch auftauchen.

Sie gehörte Luke und Mildred O'Kensey.

Vor vielen Jahren waren die beiden mit einem Planwagen und einem kleinen Baby hier aufgetaucht, hatten sich Land gekauft und dort mit ihrer Hände Arbeit aus dem Nichts etwas geschaffen.

Aus dem Baby war ein Mann geworden, Joel hatte er geheißen.

Bei einer Schießerei hatte ihn eine verirrte Kugel niedergestreckt und getötet.

Joel O'Kensey hatte mit der Sache, um die es ging, überhaupt nichts zu tun gehabt. Er hatte einfach zur falschen Zeit am falschen Tisch im Saloon gesessen.

Ein Zufall, aber für Joel schicksalhaft.

Die O'Kenseys hatten den Tod ihres einzigen Sohnes nur schwer verwinden können.

Und dann war eines Tages ein halbwüchsiger Junge in Bellfort aufgetaucht.

Ein Halbblut, zur einen Hälfte Cheyenne, zur anderen Weißer, das sich mit Diebstählen durchzuschlagen versuchte.

Der Name des Kleinen war Lee gewesen. Lee Callahan.

Die O'Kenseys hatten ihn bei sich aufgenommen und wie einen Sohn großgezogen. Er war ihnen sehr dankbar dafür. Jetzt arbeitete er auf ihrer Ranch.

Und wenn die O'Kenseys starben, so hatten sie es bestimmt, würde er die Ranch erben.

Sie waren dafür eigens zu einem Notar gegangen, um das schriftlich festhalten zu lassen.

"Leider haben Mildred und ich keine weiteren Kinder", hatte Luke O'Kensey damals zu Lee gesagt. "Aber du bist uns in all den Jahren wie ein Sohn gewesen und deshalb finden wir es richtig, wenn du alles erbst! Weiß Gott, wer sich dieses schöne Stückchen Land vielleicht sonst unter den Nagel reißen würde! Möglicherweise dieser gierige, unersättliche McGregor!"

Die Small-Ranch der O'Kenseys erlaubte ihren Bewohnern kein Leben in Luxus, aber sie ernährte sie.

Sie waren bereit, hart zu arbeiten, was ihnen damit vergolten wurde, dass sie immer ihre eigenen Herren geblieben waren.

Als Lee die Ranch-Gebäude erreichte, sah er Mildred O'Kensey vor dem Wohnhaus. Als sie hochblickte und ihn sah, lächelte sie.

Lee kam heran, stoppte dann sein Pferd und ließ sich aus dem Sattel gleiten. Das Tier machte er dann am Gatter des Corrals fest.

"Lee! Schön, dass du wieder da bist!"

"Ja..."

Sie sah die Schrammen, die ihm McGregors Leute zugefügt hatten. Ihr Gesicht wurde ernster.

"Hast du Ärger in der Stadt gehabt?"

Er nickte.

"Ja."

"McGregor?"

"Ja."

"Man darf nie aufgeben, Lee!", meinte sie dann. "Eines Tages wirst du Madeleine über die Schwelle tragen!"

"Leider mag McGregor mich nicht besonders." Dann lächelte er. "Aber so leicht bin ich nicht von dem abzubringen, was ich mir vorgenommen habe!"

"Das ist gut so, Junge." In ihren Augen begann es plötzlich zu funkeln. "Übrigens... Mein Dad hat damals auch nicht viel für Luke übrig gehabt. Er hielt ihn für einen ausgemachten Taugenichts..." Sie zuckte mit den Schultern. "Aber er hat Unrecht gehabt."

Sie fasste ihn flüchtig bei der Schulter. Sie wusste, dass er es nie einfach gehabt hatte.

Von Anfang an nicht.

Immer waren da Leute gewesen, die ihn einfach schon deswegen nicht mochten, weil eine Hälfte von ihm ein Indianer war. Und obgleich der letzte Krieg mit den Cheyennes schon ein paar Jahre zurück lag, hatte man sie doch noch immer in überaus unangenehmer Erinnerung.

Kaum jemand hatte Lee zum Freund haben wollen, und daran hatte sich bis heute nicht viel geändert.

So hatte er gelernt, auf sich allein gestellt zurecht zu kommen.

Diejenigen, denen er vertrauen konnte, ließen sich leicht an den Fingern einer einzelnen Hand abzählen.

Es war für Lee Callahan nicht einfach, aber es war ihm klar, dass es wenig Sinn machte, einfach davonzulaufen und wegzuziehen, um sich anderswo eine neue Existenz aufzubauen.

Es würde überall gleich sein.

Ein Halbblut war nirgends beliebt.

"Willst du etwas essen, Junge?"

"Ja, gerne."

"Ich habe etwas Stew auf dem Herd stehen! Luke ist draußen beim Zäune reparieren. Er bittet dich, dort auch hinzukommen, um ihm zur Hand zu gehen."

Er nickte.

"Gut."

"Er sagte, du wüsstest, wo die Stelle ist..."

"Ja, das stimmt. Ich weiß Bescheid."

Aus der halboffenen Tür des Wohnhauses kam ein angenehmer, würziger Geruch. Erst jetzt wurde Lee wirklich bewusst, wie sehr ihm der Magen schon knurrte.

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ALS LEE AUFGEGESSEN hatte, ritt er hinaus zu Luke O'Kensey.

O'Kensey, der gerade eine Rolle mit Stacheldraht von dem groben Kastenwagen nahm, sah ihn schon weitem kommen.

Er mochte Lee.

Ein wirklich feiner Kerl war er geworden, dachte O'Kensey.

Als Lee herangekommen war, sprachen sie kurz über den Ärger, den er in der Stadt mit McGregor und seinen Leuten gehabt hatte.

O'Kensey konnte da nur mit den Schultern zucken. Er klopfe Lee auf die Schulter, als dieser aus dem Sattel gesprungen und zum Wagen gekommen war.

"Dieser McGregor glaubt, etwas Besseres zu sein!", meinte der Kleinrancher. "Er hat das meiste Land, die meisten Rinder und die meisten Cowboys in der Gegend. Das war schon so, als Mildred und ich damals hier angefangen haben..."

O'Kensey war stolz auf Lee.

Als stehlendes, schmuddeliges Etwas war er gekommen, verschlagen, misstrauisch und kaum zugänglich. Es hatte damals lange gedauert, bis er überhaupt einem Menschen zu trauen bereit gewesen war.

Gut, dass wir damals nicht aufgegeben haben!, überlegte Luke O'Kensey, während sie sich jetzt beide an dem Stacheldraht zu schaffen machten.

Und was war jetzt für ein Kerl aus ihm geworden!

O'Kensey war sich sicher, dass Lee seinen Weg machen würde.

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EINIGE TAGE GINGEN ins Land, ohne, dass etwas Besonderes geschah. Lee sah und hörte nichts von Madeleine und im Grunde hatte er auch kaum etwas anderes erwartet.

Er ritt zwar mehrmals zu dem Treffpunkt, unten am Fluss, an dem sie sich oft gesehen hatten, aber sie war nie dort.

Kein Wunder.

Fürs Erste würde der alte McGregor gut auf seine Tochter aufpassen und sie kaum aus den Augen lassen.

Lee war ungeduldig, aber er wusste, dass er abwarten musste.

Der alte Rancher hatte zwar ein cholerisches Temperament, aber irgendwann würde er sich wieder beruhigen. Was das anging, war Lee zuversichtlich.

Während dieser Tage war auch einmal mit Luke O'Kensey in der Stadt. Sie hatten den Kastenwagen genommen, um Werkzeug und Baumaterial laden zu können, dass sie für ein neues Gatter einkaufen wollten.

Als sie beladen aus dem Drugstore traten, kam ein Trupp von Reitern die Main Street entlanggeritten.

Es waren sieben, acht Mann, schwer bewaffnet und mit staubigen Kleidern. Sie schienen einen langen Ritt hinter sich zu haben.

Sie waren nicht aus der Gegend, sonst hätte Lee sie gekannt. Hier kannte jeder jeden. Bellfort war keine Großstadt.

Aber einer der Kerle fiel ihm auf.

Er ritt an der Spitze des Trupps, trug einen schwarzen Vollbart und hatte eine hässliche, rote Narbe quer über der Stirn. Sie sah aus, als hätte ihn jemand mit einem Säbel getroffen.

Vielleicht hatte er im Bürgerkrieg gekämpft. Der Mann mit der Narbe blickte sich immer wieder um und taxierte die Menschen, die zu beiden Seiten der Main Street auf den Sidewalks dahergingen.

In Richtung von Lee und O'Kensey blickte er nicht, aber als der Kleinrancher den Mann sah, schien er förmlich zu erstarren.

Sein Gesicht wurde farblos.

Lee hatte ihn noch nie zuvor so gesehen. O'Kensey war kein Mann, der sich leicht Angst einjagen ließ. Er starrte zu dem Kerl mit der Narbe hin, wie ein Kaninchen zur Schlange. Als die Straße entlang bis zum Saloon geritten waren und sich nicht mehr umwandten, atmete er etwas auf.

Dort machte der Trupp halt.

Die Männer ließen sich aus den Sätteln gleiten und machten ihre Pferde fest. Keine Frage, sie wollte auf einen Drink in den Saloon.

"Was ist?", fragte Lee.

O'Kensey schluckte. Dann packte er wortlos die Sachen aus dem Drugstore auf den Kastenwagen und Lee folgte seinem Beispiel.

"Kennst du diese Männer?", bohrte Lee nach, aber er bekam keine Antwort.

Stattdessen meinte O'Kensey leise und mit kraftlos klingender Stimme: "Lass uns aus der Stadt fahren, Junge!"

Lee akzeptierte das zunächst.

Sie schwangen sich beide vorne auf den Bock und dann ging es los. O'Kensey schien es ziemlich eilig zu haben, aus der Stadt zu kommen.

Lee sah das nachdenkliche, in sich gekehrte Gesicht des anderen und wusste, dass etwas nicht in Ordnung war.

Erst als die Häuser von Bellfort bereits in ihrem Rücken hinter ein paar Hügeln verschwunden waren, kam er damit heraus.

"Ich muss etwas mit dir besprechen, Junge", sagte er und Lee wusste am Tonfall, dass es sich um etwas sehr Ernstes handeln musste. "Aber sag Mildred nichts davon. Sie wird sich nur aufregen. Und vielleicht geschieht ja auch nichts..."

Lee nickte.

"In Ordnung", sagte er.

"Es ist eine lange Geschichte, Lee..."

"Hat sie mit diesem Kerl zu tun, den wir in der Stadt gesehen haben? Ich meine den, mit dieser hässlichen Säbelnarbe über der Stirn..."

O'Kensey nickte.

"Der Mann heißt Liam Shorter und ist sehr gefährlich... Nimm dich vor ihm in Acht, solltest du ihm begegnen, hörst du?"

"Na, klar."

"Es ist schon viele Jahre her... Es war noch bevor ich meine Frau kennenlernte. Da traf ich auf ein paar Typen, üble Kerle, aber ich war jung und unerfahren. So merkte ich das nicht gleich. Liam Shorter war auch darunter und noch ein paar andere von denen, die du gerade über die Main Street hast reiten sehen. Die Kerle hatten ein krummes Ding ausgeheckt. Einen Postkutschenüberfall. Mir war von Anfang an nicht wohl bei der Sache und dann bin ich im letzten Moment abgesprungen..."

"Das wusste ich nicht", stieß Lee erstaunt hervor.

O'Kensey lächelte schwach.

"Das weiß nicht einmal meine Frau. Ich habe es niemandem erzählt. Wozu auch? Ich dachte die alten Geschichten wären aus und vorbei. Ein für allemal vergessen." Er seufzte. "Aber ein Mann wie Liam Shorter kann nicht vergessen. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass er meinetwegen hier ist..."

Lee zuckte mit den Schultern.

"Das verstehe ich nicht. Was hat er gegen dich?"

"Das wirst du gleich begreifen! Ich bin also im letzten Moment aus der Sache ausgestiegen. Die Kerle haben zwar gemurrt, es aber geschluckt. Abblasen wollten sie das Ding auch nicht, sie hielten es für eine einmalige Gelegenheit. Es war mein Glück, dass ich ausgestiegen bin, sonst hätte ich einen Großteil meines Lebens im Gefängnis verbracht... Shorter und die anderen zogen die Sache durch, der Kutscher wurde dabei sehr schwer verletzt und Phil Shorter, Liams Bruder, der auch bei der Sache dabei war, bekam eine Kugel in den Kopf. Die Beute war mäßig. Ein Aufgebot wurde schnell zusammengestellt und man hat sie alle gekriegt. Einige sind bei der Verfolgung erschossen worden. Der Rest wanderte für viele Jahre ins Loch. Shorter auch. Er hat den anderen weisgemacht, dass ich die Sache verraten hätte. Zumindest müsste ich die Namen der Beteiligten dem Sheriff gesagt haben, sonst hätte man sie nicht so schnell kriegen können... Schließlich waren sie maskiert!"

"Und?", fragte Lee. "Hast du sie ans Messer geliefert?"

"Nein, habe ich nicht." Er zuckte mit den Schultern. "Aber Liam Shorter wollte einfach nicht wahrhaben, dass er selbst vielleicht daran Schuld gewesen sein könnte, dass die Sache schiefging. Es ist eben einfacher, wenn man einen Sündenbock hat, auf dem man alles abschieben kann."

"Du weißt, dass ich ganz ordentlich mit dem Schießeisen umgehen kann!", meinte Lee. "Wenn diese Kerle auftauchen sollten, stehe ich an deiner Seite..."

"Das ist gut zu wissen. Obwohl ich eigentlich lieber niemanden mit hineinziehen möchte." Und dann, mehr zu sich selbst, als zu Lee: "Aber es lässt sich jetzt wohl kaum noch vermeiden. Zum Davonlaufen ist es zu spät."

"Du bist dir sicher, dass Shorter deinetwegen in Bellfort aufgetaucht ist?"

"Weswegen sonst?", fauchte O'Kensey etwas unwirsch und viel heftiger, als er es eigentlich geplant hatte. "Ich bin als Zuschauer bei der Gerichtsverhandlung gegen ihn gewesen. Als Liam mich unter den Leuten gesehen hat, ist er aufgesprungen und hat zu mir herübergebrüllt, dass er mich kaltmachen würde, wenn er wieder draußen wäre! Für mich hätte er immer eine Kugel übrig... Er hat damals zwanzig Jahre gekriegt, die sind eigentlich noch nicht ganz vorbei. Aber bei guter Führung... Vielleicht hat man ihn früher gehen lassen."

"Oder er ist ausgebrochen...", vermutete Lee.

O'Kensey zuckte mit den Schultern.

"Kann mir gleich sein. Jetzt sind sie im Saloon und werden Slimmy, den Barkeeper ausquetschen. Und der wird ihnen arglos, wie er ist - alles sagen, was sie wissen wollen... Vielleicht sind sie schon auf dem Weg zur Ranch!"

Dieser Gedanke schien ihm schier den Verstand zu rauben.

Lee sah die Veränderung in O'Kenseys Gesicht.

O'Kensey trieb die Pferde voran. Der Wagen ächzte und rumpelte halsbrecherisch über den unebenen Boden.

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ALS DER WAGEN DIE RANCH erreichte, schien dort noch alles in Ordnung.

Mildred kam gerade von den Hühnern.

Sie lächelte freundlich, als sie die Männer kommen sah, aber ihr Mann lächelte nicht zurück.

Sein Gesicht war sehr ernst.

Er sprang vom Bock herunter und nahm sie in den Arm. Dann meinte er: "Geh ins Haus, Mildred!"

"Aber, Luke!"

Natürlich verstand sie nichts. Sie konnte gar nichts begreifen. Ihr Gesicht drückte Verwirrung aus, während sie sich ein paar Haarsträhnen zurückstrich.

"Frag jetzt nicht, tu was ich dir sage!"

"Luke, was ist los!"

"Ich erkläre es dir gleich. Jetzt muss ich mich erst um die Pferde kümmern..."

"Aber..."

"Nun mach schon! Geh zum Gewehrschrank. Du kannst schonmal die Winchesters laden."

Sie sagte nichts mehr, sondern tat, was ihr Mann ihr gesagt hatte.

Es würde irgendwelchen Ärger geben.

Sie wusste nicht, worum es ging, aber es musste ernst sein.

So hatte sie Luke O'Kensey noch nicht erlebt... Sie hoffte nur, dass sie die Gewehre nicht brauchen würden!

Lee nahm unterdessen seinen Revolver aus dem Holster und überprüfte die Ladung.

Alles in Ordnung.

Dann blickte er hinaus über die sanften Grashügel.

Er sah in jene Richtung, in der Bellfort lag und aus der die Kerle kommen mussten, wenn sie wirklich aufgetaucht waren, um Luke O'Kensey aufzuspüren und zur Strecke zu bringen.

Es war noch nichts zu sehen.

Lee rollte die Revolvertrommel herum und steckte die Waffe dann wieder ein.

Die O'Kenseys hatten viel für ihn getan.

Alles, was er war, verdankte er im Grunde ihnen und das wusste er auch. Er fühlte die Verpflichtung, ihnen in dieser Stunde beizustehen.

Und das würde er auch tun, das war für ihn keine Frage.

Sollten sie nur kommen, diese Hunde! Sollten sie sich blutige Nasen holen!

Lee folgte Mildred O'Kensey ins Wohnhaus.

Sie hatte einige Winchester-Gewehre auf den Tisch gelegt und war jetzt dabei, eine der Waffen mit Patronen vollzustopfen.

"Weißt du, worum es geht?", fragte sie.

Erst zögerte er.

Sie blickte zu ihm auf. Ihr Blick war voller Angst und Verwirrung. Sie spürte, dass irgendetwas Schreckliches unmittelbar bevorstand, aber das war nicht mehr, als eine unbestimmte Ahnung.

Lee fand eigentlich, dass es die Aufgabe ihres Mannes war, ihr diese Sache zu erzählen.

Luke O'Kensey hatte es bisher nicht getan und dafür sicher auch einleuchtende Gründe gehabt.

Aber jetzt blieb vielleicht nicht mehr allzu viel Zeit, um irgendetwas zu erklären.

So machte Lee dann doch den Mund auf. In knappen Worten berichtete er ihr, was los war.

"Und ihr meint, dass diese Männer auf dem Weg hier her sind?", fragte sie, als er geendet hatte.

Lee nickte.

"Ja."

Dann nahm er sich ebenfalls eine der Gewehre und lud es mit einer energischen Bewegung durch.

Sie waren zu dritt.

Mildred konnte fast ebenso gut mit einer Waffe umgehen, wie die Männer. Luke O'Kensey hatte es ihr beigebracht, denn hier draußen musste auch eine Frau wissen, wie man sich gegen Gesindel zur Wehr setzen konnte.

Drei gegen wie viele?

Lee hatte nicht genau gezählt.

Gleich, ob es nun sieben oder acht Mann waren, ihre Chancen waren nicht besonders gut.

Aber sie würden sich so teuer wie möglich verkaufen.

Eine andere Wahl blieb ihnen auch gar nicht.

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LUKE O'KENSEY HATTE die Pferde vom Wagen abgespannt und aus ihren Geschirren entlassen.

Als er dann in Richtung des Wohnhauses ging, sah er sie hinter den Hügeln auftauchen.

Acht Reiter waren es.

Einige von ihnen hatten die Gewehre aus den Sattelholstern gezogen. Es lag auf der Hand, dass sie üble Absichten hatten.

O'Kensey erstarrte einen kurzen Augenblick lang und blickte zu ihnen hinüber.

Sie kamen schnell heran.

Es gefiel ihm nicht, dass Lee und Mildred nun in die Sache hineingezogen wurden. Aber was hätte er dagegen tun können?

So wie die Dinge standen, rein gar nichts.

Sicher, er hätte seinen Gaul besteigen und davonreiten können, in der Hoffnung, möglichst schnell ein paar Meilen zwischen sich und die Wölfe zu legen.

Aber er kannte Liam Shorter nur zu gut. Er war eine Bestie und ein Menschenschinder, der seinen Ärger auch an Mildred, seiner Frau, oder an Lee auslassen würde, wenn er den, nach dem er eigentlich suchte, nicht vorfand...

In der Stadt hatte Shorter irgendwie erfahren, dass diese Ranch Luke O'Kensey gehörte. Und jeder, der sich jetzt dort aufhielt, war nun ein mögliches Ziel von Shorters Rachsucht.

Er würde Mildred ohne mit der Wimper zu zucken etwas antun, nur um ihren Mann damit zu treffen...

Unter diesen Umständen war es besser, dass O'Kensey hier war, um die Seinen zu beschützen.

Der Kleinrancher lief jetzt zum Haus und stürzte durch die Tür. Er nahm sich eines der Gewehre auf dem Tisch und lud es durch. Dann stellte er sich an die halboffene Tür.

Seine Augen waren zu schmalen Schlitzen geworden.

Noch war alles ruhig. Es war die berüchtigte Ruhe vor dem Sturm.

"Sie sind im Anmarsch!", zischte er. "Es wird gleich losgehen!" Dann wandte er sich an seine Frau. "Mildred, ich müsste dir vielleicht erklären, worum es hier eigentlich geht..."

"Lee hat es mir bereits gesagt."

Er wechselte mit Lee einen kurzen Blick.

Dann nickte er.

"Es ist gut", sagte er. "Es sind acht Mann. Sie müssen jeden Moment auftauchen!"

Lee stellte sich mit dem Gewehr im Anschlag an Fenster. Er schob die Scheiben hoch und steckte den Lauf ein Stück hinaus.

O'Kensey selbst stand noch immer an der halb geöffneten Tür und wartete ungeduldig.

Er biss sich kurz auf die Unterlippe.

Dann hörten sie alle das Geräusch galoppierender Pferde, das schnell anschwoll. Die Reiter waren heran, allen voran Liam Shorter mit der Narbe auf der Stirn.

Er gebot seinen Männern mit einer Handbewegung zu halten und sie taten es.

"Kennst du noch weitere von den Kerlen?", erkundigte sich Lee, ohne dabei zu O'Kensey hinüberzublicken und die Männer aus den Augen zu lassen.

O'Kensey nickte.

"Ja, der mit der braunen Jacke. Der war damals auch dabei. Sein Name ist Matt Grant. Und dann ist da dieser Kerl ganz in Schwarz."

"Der mit dem Doppelholster?"

"Ja, genau der. Das ist Roy Mulligan. War damals ein ganz junger Kerl, genau wie ich."

"Kann er wirklich mit beiden Händen schießen?"

"Ich weiß nicht, Lee. Damals konnte er es nicht. Aber vielleicht hat er dazugelernt."

"Was ist mit dem Rest der Halunken?"

"Kenne ich nicht, Lee. Vermutlich hat Shorter 'ne neue Bande aufgemacht und den Kerlen weismachen können, dass es auf dieser Ranch irgendetwas zu holen gibt..."

Sie sahen angestrengt hinaus und warteten ab, was geschehen würde. In den Augen dieser Männer blitzte es, besonders bei Shorter und Mulligan.

Mordlust stand in diesen Gesichtern.

Dennoch meinte O'Kensey: "Lee, wir schießen erst, wenn es keinen anderen Weg mehr gibt!"

"Aber es liegt doch klar auf der Hand, was die vorhaben!", protestierte Lee energisch. "Was glaubst du denn, wozu die ihre Gewehre aus den Sätteln gezogen haben?"

"Keine Widerrede! Wenn wir die Sache anders regeln können, ist das besser für uns!"

Unterdessen schob sich Shorter den Hut in den Nacken.

"Luke!", rief er. "Luke O'Kensey oder wie immer du verdammter Hund dich jetzt auch nennen magst! Bist du hier?"

Shorters Stimme war voll von abgrundtiefem Hass.

"Ich bin hier!", rief O'Kensey zurück.

"Das hättest du nicht gedacht, dass du mich noch einmal wiedersiehst, nicht war? Mich und den guten Roy und Matt! Du erinnerst dich doch, oder? Du verdammter Verräter!"

"Ich habe eich damals nicht verraten, Leute!", rief O'Kensey, obwohl ihm klar war, dass das wenig nützen würde.

Shorter lachte rau.

"Das würde ich an deiner Stelle auch behaupten, Luke!"

"Es ist die Wahrheit! Ihr wart stümperhafte Anfänger, jawohl! Die Tour habt ihr euch durch eure Ungeschicklichkeit selbst vermasselt, aber das willst du einfach nicht in deinen ramponierten Schädel reinlassen, Liam Shorter!"

Shorter verzog den Mund und bleckte dabei die Zähne wie ein Raubtier.

Lee bemerkte, wie Shorters Nasenflügel bebten.

"Genug geredet, Luke. Kommst du freiwillig raus, oder müssen wir dich holen?"

O'Kensey brauchte einen Moment um zu überlegen.

Er war durchaus bereit, in den sicheren Tod zu gehen, wenn sie Lee und Mildred dafür verschonten.

Aber er kannte seine Gegenüber und wusste, dass ihnen nicht über den Weg zu trauen war. Sie waren so falsch wie die Schlangen und Luke O'Kensey musste sich sehr wohl überlegen, ob er den einzigen Trumpf, den er besaß, so frühzeitig ausspielen sollte: sein Leben.

Das war es zweifellos, was diese Geier wollten. Die Frage war nur, ob sie sich damit auch zufrieden gaben!

"Ganz gleich, was sie sagen: Geh nicht darauf ein!", warf Mildred ein.

Sie hatte ihr Winchester-Gewehr fest mit beiden Händen gepackt und sich neben Lee an die andere Seite des Fensters gestellt.

O'Kensey atmete tief durch.

Dann rief er hinaus: "Hier drinnen befinden sich meine Frau und mein Sohn!"

Shorter grinste hässlich, wobei er zwei Reihen gelber Zähne entblößte.

"Na, und?"

"Wenn ich rauskomme, dann möchte ich euer Wort, dass ihr ihnen nichts tut!"

"Ha!" Shorter schlug sich auf die Knie. "Familiensinn hat er gekriegt! Was sagt ihr dazu, Leute?"

Die Männer quittierten das mit einem unbestimmten Raunen.

"Dad!", rief Lee verzweifelt. "Du darfst diesen Männern nicht trauen!"

"Sei still, Junge!"

"Du darfst nicht zu ihnen hinausgehen! Wenn sie es so haben wollen, dann werden wir kämpfen!"

"Und sterben, Lee. Und sterben!"

Lee schluckte.

"Vielleicht auch das, Dad!"

"Aber das will ich nicht, Junge! Ihr beide bedeutet mir alles, du und Mildred!"

Die beiden Männer wechselten einen kurzen Blick miteinander und in seinem Innersten ahnte Lee, dass die Würfel gefallen waren.

Shorter wandte sich wieder an O'Kensey.

"Wenn du ein ganzer Kerl bist, dann komm raus, Luke! Oder bist du immer noch so eine feige Memme wie damals?"

"Nicht, Luke!"

Das war Mildred, die angstvoll zu ihrem Mann hinüberblickte. Sie wollte nicht, dass er sich für sie und Lee opferte. Eher wollte sie an seiner Seite gegen diese Schakale kämpfen und zu Grunde gehen!

"Ich komme nur, wenn ihr mir euer Wort gebt!"

Shorter lächelte dünn.

Dann nickte er.

"Okay...", brummte er.

"Kann ich mich darauf verlassen?"

"Wir konnten uns damals auf dein Wort nicht verlassen, Luke... Es ist deine Sache, ob du in diesem Fall von dir auf andere schließen willst..."

"Das ist nicht wahr!", sagte O'Kensey, obwohl er insgeheim wusste, dass es keinen Sinn machte.

"Die werden dich einfach über den Haufen schießen!", meinte Lee. "Hör nicht auf sie!"

"Ihr habt mit dieser Sache nichts zu tun. Und es ist nur fair, wenn ich euch da heraushalte. Jeden holt eines Tages die Vergangenheit ein. Und heute ist das bei mir der Fall, Junge!"

"Das kannst du nicht machen Luke!", rief Mildred, aber es war bereits zu spät.

Sie wollte sich ihrem Mann in den Weg werfen, aber der war schon hinausgetreten, den Wölfen entgegen, die bereits blutgierig die Zähne fletschten.

Luke O'Kensey hatte einen Revolver an der Seite und in den Händen seine Winchester, die er halb gesenkt im Anschlag hielt.

Der Kleinrancher sah in kalte, mitleidslose Augen, die ihn zynisch abtaxierten. Vor ihm standen Männer, denen ein Menschenleben nichts bedeutete...

Zwei, drei Schritte trat er aus der Tür heraus.

Lee hielt im selben Moment den Atem an. Der Puls schlug ihm bis zum Hals, aber im Moment konnte er nichts tun.

Im gleichen Augenblick schienen sich die Waffenarme der Reiter deutlich anzuspannen. Zeigefinger legten sich fast unmerklich um die Abzüge von Winchester-Gewehren, Hände berührten die Griffe von Revolvern...

"Hier bin ich, Liam Shorter!"

In O'Kenseys Stimme lag nicht ein Gran Furcht. Sie klang fest und bestimmt, so als wüsste er genau, was er tat.

Er wechselte einige Sekunden lang mit Shorter einen schwer zu deutenden Blick. Und während dieser Zeit geschah überhaupt nichts.

Niemand rührte sich, kein Blei flog durch die Luft.

"Auf diesen Tag habe ich lange warten müssen!", zischte Shorter kaum hörbar. Seine Stimme klang gefährlich und hatte etwas Schlangenhaftes an sich.

Lee beobachtete aufmerksam, was vor sich ging. Er versuchte abzuschätzen, wer von den Kerlen als Erster zur Waffe greifen und feuern würde...

Schwer zu beurteilen. Aber lange konnte es nicht mehr dauern.

In Shorters Gesicht zuckte es.

Dann ging es los.

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7

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ALS DAS BLEIGEWITTER losbrach, kam es keineswegs aus heiterem Himmel.

Alle Beteiligten hatten es lange erwartet.

Und mit einem fairen Duell oder etwas Ähnlichem hatte das ganze nicht im Entferntesten etwas gemein.

Es war, wie Mildred O'Kensey prophezeit hatte: Sie wollten ihn einfach über den Haufen schießen.

Dem ersten, der sein Gewehr hob, jagte Lee vom Fenster aus eine Kugel in den Arm, so dass er laut aufschrie. Der Schuss, der sich aus der Waffe des Kerls löste, ging nun ins Leere und schlug irgendwo in ein Scheunentor ein.

Dann prasselte ein wahrer Hagel von Bleigeschossen in die Richtung des Ranchhauses.

Lee musste sich gezwungenermaßen in seine Deckung zurückziehen. Das Feuer der Banditen war zu mächtig. Doch immer wieder tauchte er hervor, um Schuss um Schuss zurückzugeben.

Er wusste, dass O'Kensey sich noch immer da draußen befand, schutzlos dem Bleihagel ausgeliefert, und er hoffte, ihm damit etwas helfen zu können.

Es war eine verzweifelte Hoffnung und sie war trügerisch.

Luke O'Kensey gab ebenfalls ein paar Schüsse zurück in Richtung von Shorter und seinen Leuten ab, aber gleichzeitig taumelte er rückwärts zur halb geöffneten Tür des Ranchhauses.

Da konnte es kaum einen Zweifel geben: Es hatte ihn schlimm erwischt.

Er feuerte noch einige mehr oder weniger schlecht gezielte Schüsse aus der Hüfte, aber was war seine Winchester gegen dieses geballte Sperrfeuer aus mehr als einem halben Dutzend Rohren?

Als er durch die Tür ins Innere stürzte, blutete er aus mindestens drei Wunden, die über seinen Oberkörper verteilt waren.

Und das linke Hosenbein war rot verfärbt.

"Oh, Luke!", rief Mildred bestürzt.

Lee feuerte unterdessen unverdrossen weiter in Richtung der Angreifer. Einem holte er das Pferd unter dem Gesäß weg, so dass er ziemlich unsanft zu Boden kam.

Aber alles in allem war das Feuer der Banditen so stark, dass er es kaum wagen konnte, sich auch nur für Sekundenbruchteile aus der Deckung zu bewegen.

Die Kugeln schlugen wütend das Holz, rissen kleine Löcher hinein und gingen weiter in die Möbel. Das Geschirr in den Regalen schepperte, manches Teil wurde zertrümmert und landete in tausend Scherben zersplittert auf dem Bretterboden.

Die Lage war verzweifelt.

Und die vier Kugeln, die Luke O'Kensey von ihnen abbekommen hatte, schien Shorter und seinen Komplizen keineswegs zu genügen!

Sie waren von ihren Gäulen gesprungen, hatten sich bei der Scheune und hinter den Pferdetränken Deckung gesucht und ballerten unverdrossen drauf los.

Luke O'Kensey lag stöhnend am Boden.

Er hielt die Winchester fest umklammert, als hinge an dieser Waffe sein Leben. Aber es war nicht mehr viel Kraft in ihm, das war für jeden offensichtlich.

Mildred legte das Gewehr zur Seite und beugte sich über ihren Mann.

"Oh, Luke... Diese Hundesöhne..."

Sie nahm ihn in ihre Arme und achtete nicht auf die Kugeln, die durch die halboffene Tür hereinkamen. Einige von ihnen schlugen gegen den gusseisernen Herd, was ein seltsames, gespenstisches Geräusch verursachte.

"Mildred...", hauchte O'Kensey sehr schwach. Es war bei dem Geballer der Revolver und Gewehre kaum zu hören. "Mildred, du warst du Frau meines Lebens. Ich möchte, dass du das weißt..."

Es war das Letzte, was er herausbringen konnte.

Dann kam das Ende.

Er drehte den Kopf zur Seite und seine Augen erstarrten.

Mildred fuhr mit der Hand über sein Gesicht und schloss sie ihm behutsam. Tränen rannen über ihr Gesicht, Tränen unsagbaren Schmerzes.

Dann wurde auch sie von zwei Kugeln erfasst. Sie kam nicht einmal dazu, einen Schrei auszustoßen, so schnell ging es.

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LEE CALLAHAN SCHNÜRTE es schier die Kehle zu, als er Mildred O'Kenseys Körper über dem ihres Mannes zusammensinken sah.

Grimm erfasste ihn, und eine Art von Wut und Verzweiflung, die er bisher nicht gekannt hatte. Er feuerte Schuss um Schuss hinaus, aber er hatte nicht viel Erfolg dabei.

Dann sah er Rauch von den Stallungen der Pferde auftauchen.

Die Tiere wieherten verzweifelt, durchbrachen dann das Gatter und galoppierten davon.

Es schien tatsächlich Shorters Absicht zu sein, hier keinen Stein auf dem anderen zu lassen und alles mehr oder weniger dem Erdboden gleich zu machen Die Scheune stand unterdessen auch schon in hellen Flammen.

Dann hörte Lee Schritte in der Nähe des Wohnhauses. Jemand strich um die Holzwände herum.

Auf der Hinterseite war irgendwas los.

Scheiben klirrten.

Vermutlich war einer von diesen Hunde durch das Schlafzimmerfenster ins Haus gekommen. Da war auch schon der Erste von ihnen durch die Tür zur Wohnstube geschnellt.

Aber er zog sich sofort wieder zurück, denn Lee wirbelte augenblicklich herum und verpasste ihm eine Kugel. Der Schuss riss ihn zurück, tötete ihn aber nicht.

Lee hörte, wie der Mann auf der anderen Seite der Tür zu Boden kam, schwer auf die Fußbretter fiel und sich dann wieder hochzurappeln versuchte.

Dann wurde es schwarz vor den Augen des Halbbluts. Er spürte gerade noch den Schlag, der auf seinem Hinterkopf landete.

Es war Matt Grant, der sich von der Seite ans Fenster herangeschlichen hatte. Der Kolben seiner Winchester schickte Lee ins Land der Träume - oder vielleicht auch noch weiter.

Es war ein sehr harter Schlag gewesen. Lee sackte in sich zusammen und sackte dumpf und ohne noch einen Laut von sich zu geben, nieder.

"Alles klar!", rief Matt Grant und wischte sich mit dem Ärmel seiner braunen Jacke über die schweißtriefende Stirn.

"Kommt her, Jungs, es hat sie wohl alle erwischt!"

Der Kerl, der durch das Schlafzimmer gekommen war, wankte jetzt durch die Tür.

Er hielt sich die Seite.

Sein Hemd war blutverschmiert.

Unterdessen sprang Matt Grant mit einem Satz durch das Fenster.

"Wie geht's, Brownie?", erkundigte er sich.

"Dieser Hundesohn hat mir eins verpasst. Aber ich glaube, es ist halb so schlimm, Matt!"

"Kannst du reiten?"

"Ich denke schon." Brownie kam näher heran und drehte Lees reglosen Körper mit dem Fuß herum. "Hast du ihm den Rest gegeben?"

Grant zuckte mit den Schultern, während Shorter, Mulligan und die anderen hereinkamen hereinkamen.

"Ich weiß nicht..."

Roy Mulligan drehte angeberisch seine beiden Revolver um die Zeigefinger und ließ sie dann in den Holstern verschwinden.

Als er Luke O'Kenseys Leiche sah, spuckte er aus.

"Jetzt hat es ihn endlich erwischt, diesen verdammten Verräter!"

"Ja, wegen ihm haben wir Steine klopfen müssen und die besten Jahre unseres Lebens verloren!", brummte Shorter hasserfüllt.

Brownie zog indessen den Colt aus dem Holster und richtete ihn auf den Kopf des wehrlosen Lee Callahan. Bewusstlos und mit geschlossenen Augen lag er auf den Fußbodenbrettern der Wohnstube. Nicht ein Muskel bewegte sich an ihm.

Brownie spannte den Hahn.

"Lass das!", meinte Shorter barsch und Brownie sah ärgerlich von seinem Opfer auf.

"Was soll das? Tut dir dieser rotgesichtige Bastard etwa leid?" Er spuckte aus und in seinen Augen blitzte es kalt.

"Er hat mir eine Ladung Blei verpasst und die tut verdammt weh!"

"Du kannst dir deine Kugel sparen!", meinte Shorter. Er nahm ein Streichholz hervor und riss es mit großer Geste an der Stiefelsohle an.

Dann hielt er es in die Höhe und grinste.

Brownie grinste auch.

"Na gut, eine Einäscherung ist ja auch was Feines!"

Er steckte seinen Revolver zurück in das Holster an seiner Seite und lachte grimmig.

"Hey, warte noch!", meldete sich Roy Mulligan zu Wort.

Shorter verzog den Mund.

"Was ist noch?"

"Bevor wir hier alles anzünden, sollten wir die Schränke durchwühlen. Vielleicht finden wir noch etwas, was sich lohnt mitzunehmen!"

Shorter schüttelte die Hand mit dem Streichholz, so dass es erlosch.

Dann fielen sie wie die Hyänen über die Schubladen der Schränke her, rissen sie heraus, wühlten alles durch und durchsuchten es nach Wertvollem. In einer Büchse fanden sie Mildreds Haushaltsgeld.

Auch die Leichen der O'Kenseys wurden nicht verschont. Sie wurden auseinandergerissen. Shorter sah die Kette einer Taschenuhr an der Weste des toten Kleinranchers. Er riss sie heraus.

Wahrscheinlich echt Gold.

Er ließ sie in seiner Westentasche verschwinden.

Als sie dann endlich fertig waren, zündeten sie alles an.

Dann schwangen sie sich auf die Rücken ihrer Pferde und preschten davon, ohne noch einmal einen Blick zurück zu werfen.

Hinter ihnen stieg eine Säule schwarzen Rauchs gen Himmel.

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ERST WAR DA NICHTS als Dunkelheit und abgrundtiefe Schwärze.

Dann spürte er den Schmerz. Sein Kopf war ein einziges dröhnendes, pulsierendes Etwas.

Er hustete

Rauch biss in seiner Lunge.

Er hörte es knistern und langsam kehrten die Erinnerungen zurück und die furchtbare Gewissheit, dass nichts davon Traum gewesen war.

Plötzlich fühlte, er wie der rechte Ärmel seines Hemdes Feuer gefangen hatte.

Es tat verdammt weh. Lee stieß einen kurzen, ärgerlichen Schrei aus, schlug mit dem Arm um sich und löschte die Flammen. Aber dieser Schmerz war es letztlich, der ihn wieder an die Oberfläche des Bewusstseins gezogen und ihm damit vielleicht das Leben gerettet hatte.

Er versuchte, sich zu bewegen, blickte auf und sah überall Flammen.

Das Wohnhaus würde nicht mehr zu retten sein. Man würde die Ranch ganz von vorn aufbauen müssen.

Er nahm die Winchester, die eine Handbreit von ihm entfernt lag und kroch etwas vorwärts. Ihm schwindelte und er fühlte sich alles andere als prächtig.

Er räusperte sich und hustete. Ein brennender Balken krachte mit einem fürchterlichen Geräusch hernieder und schlug dicht neben ihm auf. Ein weiterer kam herunter und und noch einer und noch einer.

Der gesamte Dachstuhl schien jetzt Balken für Balken auseinanderzugehen. Es war Lee klar, dass er nicht mehr viel Zeit hatte, seine Sinne zu ordnen und hier heraus zu kommen.

Sonst würde es um ihn geschehen sein.

Er kroch weiter.

Die Körper der O'Kenseys lagen noch immer in der Nähe der Tür, ihre Kleider hatten bereits Feuer gefangen.

Er konnte nichts mehr für sie tun.

Und doch wollte er sie nicht so den Flammen überlassen.

Sie sollten ein ordentliches Begräbnis haben.

Dafür wollte er sorgen.

Aber er würde auch alles in seiner Macht Stehende tun, um diejenigen zur Rechenschaft zu ziehen, die für diesen feigen Mord verantwortlich waren.

Lee biss die Zähne aufeinander und kroch Meter um Meter vorwärts. Er nahm den toten Körper Mildred O'Kenseys und zog ihn mit sich. Es war ihm so schwindelig, dass überhaupt nicht daran zu denken war, auf die Beine zu kommen. Er wäre sofort wieder der Länge nach hingeschlagen.

Stück für Stück brachte er hinter sich, aber dann wurde ihm klar, dass er die Toten nicht würde bergen können. Seine Kraft reichte einfach nicht.

Er hörte sein eigenes, erbärmliches Röcheln. Der Rauch war so dicht, dass man kaum Luft bekam. Und dann war er endlich im Freien.

Hinter sich hörte er das Knistern von brennendem Holz. Es ächzte laut, wenn Balken herniedersausten und andere mit sich rissen.

Nicht mehr lange und alles würde wie ein schlecht gebautes Kartenhaus in sich zusammenbrechen.

Lee robbte noch etwas vorwärts.

Er blickte sich kurz um.

Er konnte noch immer die Hitze spüren.

Die Kerle waren natürlich längst über alle Berge. Aber er kannte ihre Gesichter und wusste einige Namen. Das war immerhin ein Anfang, an dem man ansetzen konnte.

Lee atmete tief durch.

Er versuchte, trotz allem auf die Beine zu kommen. Seine Armmuskeln spannten sich. Er knickte aber gleich wieder ein.

Dann lag er reglos im Gras.

Alles drehte sich vor seinen Augen. Dunkelheit senkte sich über ihn; tiefe, bewusstlose Dunkelheit.

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DAS GETRAPPEL VON PFERDEHUFEN ließ Lee wieder zu sich kommen. Er rieb sich die Augen, kam unter großen Mühen schließlich auf die Beine und taumelte dann einige Meter vorwärts.

Beim Pferde-Corral blieb er stehen und stützte sich am Gatter.

Ein kurzer Blick zum Wohnhaus war deprimierend für ihn. Es brannte zwar kaum noch, aber es würde viel Arbeit erfordern, bis es wieder bewohnbar war.

Hier und dort waren noch kleinere Brandherde zu sehen und der schwarze Rauch stieg nach wie vor in die Wolken.

Er schien jetzt noch schwärzer zu sein als vorher.

Dann sah er die Reiter herankommen.

Lee blinzelte.

Einen der Männer glaubte er zu erkennen. Es war Morris, der Sheriff von Bellfort.

Als sie näher herangekommen waren, erkannte er auch andere Gesichter. Es waren alles Männer aus der Stadt. Er kannte jeden einzelnen von ihnen, wenn er auch nicht behaupten konnte, dass sie seine Freunde waren.

Aber wer mochte schon der Freund eines halben Cheyenne-Indianers sein?

Da gab es nicht allzu viele.

Der Trupp kam heran, die Männer sprangen aus den Sätteln.

Morris erreichte ihn als Erster.

"Hey, Callahan, was ist los? Den Rauch konnte man bis in die Stadt sehen! Ich dachte mir, es könnte nicht schaden, mit ein paar Leuten herbeizukommen, um beim Löschen zu helfen!"

Er blickte sich stirnrunzelnd um. Die Ranch bot ein Bild schlimmster Verwüstung.

Nein, es sah hier nicht wie nach einem Feuer aus, das versehentlich ausgebrochen war!

Schließlich fragte der Sheriff mit deutlichem Misstrauen in der Stimme: "Wo sind die O'Kenseys?"

Unterdessen waren einige der Leute zum ausgebrannten Wohnhaus gelangt. Sie fanden zwei halbverkohlte Leichen. Die Schusswunden waren aber noch erkennbar.

"Hey, Sheriff!"

"Ja, gleich."

"Sie sind tot", erklärte Lee schwach. "Diese Geier haben sie einfach erschossen..."

Morris ging zu den anderen. Als er zurückkam, war sein Gesicht sehr ernst.

"Wissen Sie, wie es da drinnen aussieht, Callahan?"

"Ja."

"Was haben Sie dazu zu sagen?"

Lee erzählte seine Geschichte. Die Männer umringten ihn jetzt. In ihren Gesichtern standen Zweifel und Unglauben, aber das sah Lee zunächst nicht. Er blickte zu Boden und sprach mit fast tonloser Stimme.

"Das ist doch alles gelogen!", meinte plötzlich Dickson, der lange schlaksige Mietstallbesitzer aus Bellfort. Er hatte Lee nie leiden können.

Ein Cheyenne, so hatte er immer behauptet, blieb immer ein Cheyenne, auch wenn nur eine Hälfte von ihm ein Indianer war. Und die Cheyennes kannte er aus den Kriegen, die die Weißen gegen sie geführt hatten. Für Robby Dickson waren sie hinterhältig und falsch. Und Lee Callahan machte da keine Ausnahme.

"Hat irgendjemand von euch diese Kerle gesehen, die hier angeblich einen Überfall verübt haben sollen?", höhnte Dickson. "Wahrscheinlich hat er sich die Sache nur ausgedacht!"

"Warum sollte er das tun?", fragte Lawton, einer der anderen Männer. "Die O'Kenseys haben Lee wie einen Sohn behandelt!"

"Ja!", meinte Dickson. "Und das war vermutlich auch ihr größter Fehler!" Er spuckte verächtlich aus. "Luke hast mir erzählt, dass sie eigens zu einem Notar gefahren sind, um Lee Callahan als Erben einzusetzen! Wisst ihr, was ich glaube, Männer?" Er deutete auf Lee. "Dieser Bastard hat die O'Kenseys umgebracht, weil er es nicht abwarten konnte, hier der Herr im Haus zu sein! Jawohl, so war es! Den Überfall hat er nur vorgetäuscht."

"Hier sind Hufspuren!" Das war der Sheriff. Er sah auf den Grasboden, beugte sich und da kurz nieder und untersuchte einige Stellen mit der Hand.

"Ha!", machte Dickson. "Was erwarten Sie - auf einer Ranch!"

"Das leuchtet ein!", nickte Lawton zustimmend.

Lee fühlte sich benommen. Der Kopf schmerzte noch immer höllisch, von dem Schlag, den er bekommen hatte. Aber er spürte nun, dass sich langsam eine Schlinge um seinen Hals zu legen begann.

Er versuchte den Nebel aus Schmerz und Benommenheit so gut es ging zu vergessen.

"Ich habe die O'Kenseys nicht umgebracht!", sagte er. "Einer der Kerle hatte eine Narbe quer über der Stirn! Es wird sich bestimmt jemand in Bellfort an ihn erinnern!"

"Ich habe einen mit so einer Narbe gesehen!", meldete sich einer der Männer.

"Das sagt gar nichts!", meinte Dickson. "Das dieser Mann existiert, heißt nicht, dass er die O'Kenseys erschossen hat. Vermutlich hat er sich den Kerl seiner auffälligen Narbe wegen ausgeguckt, um ihn später anschwärzen zu können! Jeder würde so jemanden wiedererkennen können, das liegt doch auf der Hand!"

"Und was ist mit dem Schlag auf meinen Schädel?"

"Den könnten Sie sich auch selbst zugefügt haben, Callahan. Oder etwa nicht?"

Die anderen Kerle nickten zustimmend.

"Die O'Kenseys waren nette Leute, die keiner Fliege etwas zu Leide getan haben!"

"So ein perfider Mord!"

"Vermutlich wollte Callahan, dass die Leichen verbrennen, bevor jemand eintrifft!", setzte Dickson hinzu. "Wir sind ihm dazwischen gekommen!"

"Moment!", rief Lee. "Hört mich an! In diesem Lande ist man so lange unschuldig, bis das Gegenteil bewiesen, ist, oder etwa nicht?"

"Sie müssen zugeben, dass einiges dafür spricht, dass es so gewesen ist, wie Mr. Dickson das gerade dargestellt hat", meinte Morris.

Er trat nahe an Lee heran und musterte ihn abschätzend.

Was geht hinter seiner Stirn vor?, fragte sich Lee.

Es war mehr als ein zynischer Witz, dass man ihn, Lee Callahan, jetzt für den Mörder der O'Kenseys hielt!

"Für Ihre Geschichte gibt es allerdings kaum Anhaltspunkte!", setzte der Sheriff schließlich hinzu. Das kam schon fast einer Art Urteilsverkündung gleich.

"Sie kennen mich, Morris. Seit vielen Jahren."

"Ja, das stimmt, Callahan!"

"Glauben Sie wirklich, dass ich dazu fähig wäre, die Menschen umzubringen, die Vater und Mutter für mich waren?"

Morris zuckte mit den Schultern.

Er blickte zur Seite.

"Ich weiß es nicht", murmelte er.

"Sie müssen ihn festnehmen!", meinte Dickson drängend. "Am besten gleich an den Galgen mit ihm!"

"Jawohl, baumeln soll der Bastard!"

"Hängt ihn!"

Einige der Männer waren ziemlich aufgebracht. Zwar hatten die meisten nicht verstehen können, weshalb die O'Kenseys den jungen Lee damals bei sich aufgenommen hatten, aber das hatte ihrem Ansehen unter den Leuten in der Gegend nie irgendwelchen Abbruch getan.

Sie waren in Bellfort gut geachtet und hatten viele Freunde dort.

Die Stimmung unter den Männern wurde bedrohlich.

Aber Morris gebot diesen aufgebrachten Stimmen mit einer energischen Handbewegung Einhalt.

"Nach dem Gesetz entscheidet ein Richter über solche Angelegenheiten!"

Darauf sagte niemand etwas.

Lee spürte die feindseligen Blicke der Leute fast körperlich. Für sie gab es keine Zweifel mehr.

Ein paar von den Männern grollten leise vor sich hin. Aber Morris war der Sheriff und er hatte es letztlich in diesen Dingen zu sagen. Und das wussten sie.

Morris wandte sich an Lee.

"Sie bekommen einen fairen Prozess, Callahan!"

Sie wechselten nachdenklichen Blick.

Lee ließ ein heiseres, freudloses Lachen hören.

"Pah!", machte er. "Für welches Halbblut hat es so etwas schon einmal gegeben?"

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EINEN KURZEN MOMENT lang überlegte Lee, ob er es wagen sollte, den Revolver zu ziehen. Diese Stadtleute waren weit weniger gefährlich, als die finsteren Schurken, die unter Liam Shorters Führung die Ranch in Schutt und Asche gelegt hatten.

Für gewöhnlich waren sie im Umgang mit Waffen nur mittelmäßig geübt. Der Sheriff war eine Ausnahme, aber auch mit dem traute er sich zu, im Notfall fertig zu werden.

Doch insgesamt waren es einfach zu viele. Nüchtern betrachtet hatte er keine Chance, auch wenn er ein besserer Schütze war, als die meisten von ihnen.

Lee brauchte nur in die Gesichter dieser Männer zu sehen, um zu wissen, dass einige von ihnen mit Freude und Genugtuung jede Gelegenheit wahrnehmen würden, um ihm ein paar Bleikugeln in den Körper zu jagen.

Und wenn das Gesetz sogar noch auf ihrer Seite war: um so besser!

Nach Selbstmord stand Lee nicht der Sinn, deshalb ließ er die Waffe stecken.

Aber selbst wenn er es geschafft hätte, sie alle zu überwinden... Was kam dann?

Eine heillose Flucht ins Nirgendwo?

Lee wurde klar, dass man ihm das als Eingeständnis seiner Schuld anrechnen würde. Nicht lange und sein Kopf würde sich auf Steckbriefen wiederfinden. Und dann würden die Leute noch weniger geneigt sein, ihm seine Geschichte abzukaufen.

Er dachte an Madeleine.

An ein Leben mit ihr war unter solchen Umständen nicht zu denken. Ohne sie, wäre die Entscheidung vielleicht anders ausgefallen, aber so, wie die Dinge lagen, musste er in den sauren Apfel beißen.

So ließ er sich ohne Widerstand von Morris abführen und in die einzige Zelle des Gefängnisses von Bellfort bringen.

Es konnte einige Zeit dauern, bis der Richter kam. Aber vielleicht würde der für ihn Gerechtigkeit bringen.

Vielleicht auch nicht.

Die Geschworenen würden jedenfalls aus Bellfort und Umgebung kommen.

Lee musste davon ausgehen, dass ganz gleich, wie Jury zusammengesetzt war - ihn die meisten nicht mögen würden.

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AM NÄCHSTEN TAG BEKAM er gegen Mittag Besuch.

Es war Madeleine.

Ihr Vater hatte ihr gestattet, zusammen mit ihrer Mutter in die Stadt zu fahren, um Besorgungen zu machen. Sie hatte sich kurz davonstehlen können.

"Oh, Lee!", rief sie aus. "Die ganze Stadt redet über dich!"

"Ich weiß, Madeleine!"

"Ich kann nicht glauben, was sie über dich sagen!" Sie schüttelte sehr energisch den Kopf und fasste durch die Gitterstäbe nach seiner Hand. "Ich glaube es einfach nicht!"

"Es ist auch nichts davon wahr!"

Lee erzählte ihr seine Version der Geschichte und sie nickte.

"Ich glaube dir", sagte sie, ohne einen Augenblick zu zögern. "Ich liebe dich und weiß, dass ich dir vertrauen kann."

Lee Callahan lächelte schwach.

"Es ist gut, das zu wissen. Leider werden die Geschworenen wohl nicht so leicht zu überzeugen sein wie du!"

"Kann ich irgendetwas für dich tun, Lee?"

Er zuckte mit den Schultern.

"Nein", sagte er dann. "Ich glaube nicht." Dann umklammerte er in ohnmächtiger Wut die Gitterstäbe. "Wenn ich nur nicht in diesem verdammten Käfig eingesperrt wäre!"

"Oh, Lee, wenn ich dir nur helfen könnte..."

"Das einzige, was mir helfen könnte, wäre, wenn die wahren Täter gefasst und überführt würden..."

Die Tür, die das Sheriff-Büro vom Zellentrakt trennte, öffnete sich in diesem Moment und Sheriff Morris trat ein.

"Ma'am..."

"Ist die Zeit um, Sheriff?"

"Ich fürchte ja. Ich muss rüber, zum Drugstore und ich möchte Sie ungern allein hier mit dem Gefangenen lassen..."

Sie nickte.

"Ja", sagte sie. "Das verstehe ich."

In Wahrheit verstand sie gar nichts.

Sie wusste nur eines: Lee Callahan war unschuldig. Das stand für sie so fest, wie das Amen in der Kirche.

"Ein Mann wie Lee ist nicht fähig dazu, seine Pflegeeltern zu ermorden - nur einer Erbschaft wegen!", stieß sie dann in Richtung von Morris aus.

Dieser zuckte mit den Schultern.

"Ich habe schon so viele Mörder gesehen, die den Eindruck machten, als wären sie lammfromm und könnten keiner Fliege was zu Leide tun... Urteilen Sie nicht nach dem äußeren Anschein!"

Sie hob stolz den Kopf.

"Sie auch nicht, Sheriff!", versetzte sie spitz. "Sie auch nicht!"

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ES WAR ABEND GEWORDEN. Die Cowboys kamen nach und nach von den umliegenden Ranches, um die paar Dollars in ihren Taschen zu vertrinken und so war es mittlerweile ziemlich voll im Saloon geworden.

Slimmy Harris, dem vierschrötigen Barkeeper mit der dem unbändigen roten Haarschopf, gefiel es so. Das Geschäft ging gut. Er kam mit dem Einschenken von Whisky und Bier kaum nach.

Es kam nicht oft vor, dass in einem kleinen Nest wie Bellfort etwas geschah, was es wert war, vermerkt zu werden.

Doch heute war etwas passiert, was die Gemüter am Schanktisch erhitzte.

"Hey, habt ihr schon von dieser Sache mit den O'Kenseys gehört?"

"Schreckliche Geschichte."

"Da haben die diesen Bastard nun jahrelang großgezogen und wie dankt er ihnen das? Indem er sie zur Hölle jagt!"

"Die Cheyenne-Seite war eben doch stärker in ihm."

"Verdammt, ich habe Luke damals gewarnt, als er den Bengel zu sich genommen hat! Ich habe ihn gewarnt! Callahan war schon als kleiner Knirps ein falscher Hund! Und er hat sich nie geändert! Nie!"

Jemand rülpste ungeniert.

"Ich mochte Callahan von Anfang an nicht!"

Die Männer standen der Theke beisammen und mit jedem Glas Whisky lockerten sich ihre Zungen um so mehr.

Robby Dickson saß etwas abseits an einem Tisch, vor sich ein halbleeres Whisky-Glas. Als er hörte, worüber die Männer an der Theke redeten, gesellte er sich zu ihnen.

"Wenn ihr mich fragt, dann haben die O'Kenseys damals einen schweren Fehler begangen, als sie den weiten Weg nach Green River City zu einem Notar machten!"

Ein bärtiger Mann mit langen, strähnigen Haaren nickte.

"Klar, wenn sie ihn nicht als Erben eingesetzt hätten, dann hätte es sich für Callahan auch nicht gelohnt, die O'Kenseys umzubringen!"

"Genau!"

"Ein verdammter Aasgeier, diese Rothaut!"

Dann durchdrang erneut Robby Dicksons sonore Stimme das allgemeine Gerede.

"Ich bin dafür, dass dieses Halbblut noch heute aufgehängt wird!", rief er und schlug mit der flachen Hand auf den Tisch. "Noch heute, verdammt noch mal!"

Die Männer blickten zu ihm herüber und hörten interessiert zu.

Aber schon nach wenigen Augenblicken meldeten sich die ersten, die lauthals zustimmten.

"Ein abscheuliches Verbrechen!", meinte einer von ihnen.

"Für so etwas gibt es nur eine Strafe: Den Galgen!"

"Hey, hey, das ist Sache eines Richters!", wandte der Barkeeper ein.

"Pah!", machte Dickson spöttisch. "Wie lange wird es dauern, bis der Bezirksrichter endlich einmal Zeit findet, hier vorbei zuschauen!" Er schlug nochmals mit der Hand auf den Schanktisch, diesmal so heftig, dass der Whisky aus den Gläsern spritzte. "Bis dieser Richter kommt, hat Lee Callahan einen langen, weißen Bart!"

Die Männer fielen brüllendes Gelächter.

In dieser Art ging es noch eine ganze Weile lang weiter.

Dann kam einer auf die glorreiche Idee, vor das Sheriff-Büro zu ziehen und zu verlangen, dass der Gefangene aufgeknüpft wurde.

"Wozu warten!", meinte einer. "Die Schuld dieses Cheyenne steht doch fest!"

"Jawohl! Zum Teufel mit diesen langwierigen Prozeduren!"

"Hat einer von euch einen Strick dabei, Männer?", fragte Dickson, dem die Entwicklung, die das Gespräch genommen hatte, nur recht war.

"An meinem Sattel ist ein Lasso!", meinte einer der Cowboys.

"Los! Zum Sheriff-Büro!"

"Jawohl! Gehen wir!"

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DRAUßEN WAR ES SCHON fast dunkel geworden.

Sheriff Morris saß in seinem Büro bei einer Tasse Kaffee und hörte es auf der Main Street rumoren.

Stimmen drangen von dort herein, wütende, aufgebrachte Männerstimmen. Morris ahnte, dass das nichts Gutes bedeuten konnte.

Er nahm den Revolvergurt vom Haken und schnallte ihn sich um die Hüften. Er hoffte, dass alles friedlich abging, aber in solchen Situationen konnte man das nie vorhersehen.

Selbst dann nicht, wenn die Leute vor der Tür allesamt seine Freunde und Bekannten waren.

Morris ging zur Tür und öffnete sie.

Er blieb kurz im Rahmen stehen und trat dann zwei Schritte hinaus.

Dort waren sie alle: Dickson, Lawton, und all die anderen Männer, die er kannte und mit denen er befreundet war.

Morris hoffte, dass er nicht auf sie schießen musste.

Als die Männer ihn sahen, verstummten sie für kurze Zeit.

Der Sheriff hatte die Daumen hinter die Schnalle seines Revolvergurts geklemmt und stand breitbeinig da. Schon diese Haltung sollte ihnen deutlich machen, dass er nicht gewillt war, auch nur einen von ihnen durchzulassen.

"Was liegt an, Männer?", fragte Morris gelassen. Die Leute tauschten ein paar ratlose Blicke untereinander. Dann brach es aus ihnen heraus.

"Das Halbblut soll hängen!"

"Jawohl, Sheriff! Warum noch auf den Richter warten und ihn so lange auf Kosten der Stadt durchfüttern?"

"Verdammt, an den Galgen mit ihm!"

"So ein perfider Mord! Das darf nicht ungesühnt bleiben!"

Morris hob die Hand und gebot ihnen damit Einhalt.

Zufrieden stellte er fest, dass er noch einen Rest von Autorität bei ihnen zu genießen schien.

"Noch ist nicht erwiesen, ob Lee Callahan wirklich der Mörder der O'Kenseys ist", stellte Morris fest. "Er ist ein Verdächtiger und damit der sich nicht aus dem Staub macht, sitzt er hier bei mir im Loch! Aber aufgehängt wird er erst, wenn ein Richter und eine Geschworenen-Jury zu einem Urteil gekommen sind!"

"Lass uns vorbei, Morris!", rief Dickson. "Wir haben ein Strick und werden deinen Schützling jetzt am nächsten Baum aufknüpfen, ob dir das nun passt oder nicht!"

"Jawohl!"

"Das Urteil steht sowieso fest!"

"Vorwärts, Männer!"

"Halt!"

Morris hatte blitzschnell zum Revolver gegriffen, die Waffe aus dem Holster gerissen und abgefeuert.

Dickson war als Erster herangestürmt. Die Kugel schlug dicht vor seinen Füßen in den Boden ein und wirbelte Staub zu einer kleinen Fontäne auf.

Der Mietstallbesitzer erstarrte augenblicklich und auch von den anderen Männern bewegte sich im Moment niemand.

"Jeder, der versucht, hier herein zu kommen, bekommt von mir eine Kugel!"

Dickson schluckte. Er hatte offensichtlich nicht damit gerechnet, dass Morris es dermaßen ernst meinte.

"Wie können Sie sich vor einen Mörder stellen!", schimpfte er und spuckte verächtlich vor ihm aus. Morris nahm das gelassen hin. Dickson war ein Hitzkopf, der würde sich auch wieder beruhigen, so glaubte er.

"Gegen uns alle kommen Sie nie an, Morris!", rief jemand anderes. "Sie haben keine Chance! Also machen Sie den Weg frei!"

Das war nichts anderes, als eine ungeschminkte, nackte Drohung und der Sheriff begann zu ahnen, dass jetzt eine kritische Phase eintrat.

"Freunde...", sagte Morris fast verzweifelt. "Wir haben uns immer gut verstanden. Ich möchte nicht, dass es dazu kommt, aber wenn doch, dann werden einige von euch ins Gras beißen müssen..."

Details

Seiten
160
Jahr
2018
ISBN (ePUB)
9783738919455
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2019 (Juni)
Schlagworte
neal chadwick western strick callahan

Autor

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Titel: Neal Chadwick Western - Ein Strick für Lee Callahan