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Weidekrieg am Brazos River

2018 120 Seiten

Zusammenfassung

Vor vier Jahren hat Jeff Cassidy seine alte Heimat am Brazos River verlassen, um auf der Seite der Union im Sezessionskrieg zu kämpfen. Viele seiner texanischen Landsleute halten ihn deshalb für einen Verräter – und das bekommt Jeff Cassidy sehr deutlich zu spüren, als er nach Ende des Krieges wieder zurückkehrt. Viel ist seitdem geschehen. Der gewissenlose Geschäftsmann Don Derring treibt die Rancher in die Enge, und es hat schon den ersten Toten gegeben. Als Jeff Cassidy den Ranchern beistehen will, misstraut man ihm zunächst – aber dann erkennen die Männer, dass Cassidy es ehrlich meint und wirklich mit ihnen Seite an Seite gegen Derrings Revolvermänner kämpfen will. Aber auf seine Weise und möglichst ohne großes Blutvergießen. Wird ihm dieses riskante Spiel gelingen, und wird er es schaffen, einen grausamen Weidekrieg zu verhindern?

Leseprobe

Vor vier Jahren hat Jeff Cassidy seine alte Heimat am Brazos River verlassen, um auf der Seite der Union im Sezessionskrieg zu kämpfen. Viele seiner texanischen Landsleute halten ihn deshalb für einen Verräter – und das bekommt Jeff Cassidy sehr deutlich zu spüren, als er nach Ende des Krieges wieder zurückkehrt. Viel ist seitdem geschehen. Der gewissenlose Geschäftsmann Don Derring treibt die Rancher in die Enge, und es hat schon den ersten Toten gegeben. Als Jeff Cassidy den Ranchern beistehen will, misstraut man ihm zunächst – aber dann erkennen die Männer, dass Cassidy es ehrlich meint und wirklich mit ihnen Seite an Seite gegen Derrings Revolvermänner kämpfen will. Aber auf seine Weise und möglichst ohne großes Blutvergießen. Wird ihm dieses riskante Spiel gelingen, und wird er es schaffen, einen grausamen Weidekrieg zu verhindern?

Irgend etwas an diesem Morgen sagt Jeff Cassidy, dass dieser Tag anders verlaufen wird als er es ursprünglich geplant hat. Es hat schon damit begonnen, dass er in der vergangenen Nacht sehr schlecht geschlafen und sich unruhig von einer Seite auf die andere gewälzt hat. Und als er endlich kurz nach Sonnenaufgang erwacht, da weiß er, dass es aus und vorbei ist mit der Ruhe der letzten Tage.

Er geht hinaus ins Freie und wäscht sich am nahen Brunnen, versucht die letzten Reste von Müdigkeit zu vertreiben, die er noch verspürt. Das frische klare Wasser lässt ihn schließlich wach werden.

Er trocknet sich mit einem Tuch ab, streift sein Baumwollhemd wieder über und will zurück in die Hütte gehen, als er doch wieder innehält. Das eigenartige Gefühl, das schon seit dem Erwachen von ihm Besitz ergriffen hat, ist jetzt noch stärker geworden. Und deshalb schaut er hinaus in die Ebene, wo die Sonne vor kurzem aufgegangen ist.

Jeff Cassidy legt die Hand über die Augen und blickt angestrengt nach Osten. Über den sanften Hügeln steht eine Staubfahne in der Luft, deren Spitze sich schnell bewegt und immer näher kommt.

Eine halbe Meile davor sieht er noch eine andere Staubfahne. Sie ist jedoch viel kleiner. Aber auch sie kommt schnell näher.

Das kann nur ein einzelner Reiter sein, der von einem Aufgebot oder von einer großen Gruppe Reiter verfolgt wird.

Jeff Cassidy steht vor der offenen Tür seiner Blockhütte und beobachtet fast fünf Minuten lang die beiden Staubfahnen, bis er sicher ist, dass die vorderste genau auf seine Hütte zuhält.

Danach geht er hinein, nimmt den Revolvergurt vom Tisch und wirft ihn sich mit tausendfach geübtem Schwung um die Hüften. Er zieht die Schnalle sorgfältig fest, geht zum Wandhaken, langt sich seinen Hut herunter, setzt ihn auf und geht wieder zur Tür.

Hin und wieder schweift sein Blick für einen kurzen Augenblick ab, fällt auf den halb verfallenen Stall, dann auf den Schuppen, der kein Dach mehr hat, und endlich auf die zerbrochenen Stangen des Hauskorrals.

Es ist kein erfreulicher Anblick für einen Mann, der nach sieben Jahren in die Heimat zurückgekehrt ist.

So steht er reglos da, fast zehn Minuten lang, bis der erste Reiter soweit heran ist, dass er ihn erkennen kann.

Es ist eine Frau.

Ihr brauner Wallach zeigt bereits dunkle Flecken am Halsfell. Sie pariert ihn vor der Tür und ist schon aus dem Sattel, bevor der Braune richtig zum Stehen kommt. Mit einem Griff zieht sie die Spencer aus dem Scabbard, dreht sich herum und hetzt zur Tür hinein.

Jeff Cassidy ist in den Schutz der Wand zurückgetreten.

Nach drei Schritten wirbelt sie herum, hebt das Gewehr - und nun sieht sie ihn.

Der Schock ist so groß, dass sie erstarrt und sich nicht rühren kann.

„Wenn ich mich nicht sehr irre“, beginnt er sanft zu sprechen, „bist du Ann Moore, wie? Als ich vor sieben Jahren wegritt, gingst du noch zur Schule und warst längst nicht so hübsch wie jetzt!“

Sie starrt ihn immer noch wortlos aus erschreckten Augen an, bis der Schreck daraus verschwindet und dem Erkennen weicht. Und nun wird ihr Blick kalt und abweisend — sogar Verachtung ist in ihren Augen zu lesen.

„Du bist also tatsächlich zurückgekommen, Jeff Cassidy!" Sie sagt es kalt, mit tiefer Verachtung in der Stimme. „Der Verräter ist wieder da — du hättest dort bleiben sollen, wo du sieben Jahre lang warst!"

Aus seinem Gesicht verschwindet, während sie spricht, alle Freude über das unverhoffte Wiedersehen. Es wird starr und kalt, und die hellgrauen Augen funkeln vor unterdrücktem Zorn.

„Ich danke dir für den herzlichen Empfang!“, sagt er mit bitterem Spott. „Aber dies hier ist meine Heimat, und ich habe ein Recht, hier zu leben wie jeder andere. Jeder Mensch kehrt immer wieder dahin zurück, wo er hingehört!“

„Du gehörst hier nicht her — du hast dein Land verraten. Du hast als Texaner auf der Seite der Nordstaaten gekämpft!"

„Sicher habe ich das. Ich wusste, dass die Südstaaten niemals allein leben können. Ich habe für ein großes, einiges und freies Vaterland gekämpft. Ihr jedoch nur für Texas. Wir können uns noch länger darüber unterhalten, so lange, bis deine Verfolger hier sind. Wer sind sie?“

„Oh, zum Teufel!“, stößt sie erschrocken hervor. „Fast hätte ich sie vor Überraschung über deinen Anblick vergessen. Es ist ein Leutnant mit zehn Unionskavalleristen. Er wird von Sheriff Thomas Baker begleitet!"

„Und warum verfolgt dich die Armee?"

„Wegen des Zählgesetzes!“

Verblüfft sieht er sie an und hebt die Schultern.

„Das verstehe ich nicht. Was bedeutet das Zählgesetz?“

„Es bedeutet, dass jeder, der eine genügend große Mannschaft hat, auf jeder Weide jedes Rind fangen und wegtreiben kann!“

„Teufel — auch wenn es ein Brandzeichen hat?“

„Auch wenn es ein Brandzeichen hat!", wiederholt sie bitter. „Man kann es dir sogar vom Hof holen, wenn du nicht aufpasst. Und die Armee schützt diesen Diebstahl!"

„Das kann ich mir nicht vorstellen ...“

„Es ist aber so!“ Zornig stampft sie mit dem Fuß auf die Dielen. „Das einzige, was derjenige tun muss, ist, dass er die gestohlene Herde nach Crawford treibt. Dort wird sie unter der Aufsicht eines Regierungsinspektors gezählt. Er trägt jedes Rind mit dem Brandzeichen in sein Buch ein. Aber die Rinder brauchen erst bezahlt zu werden, wenn die Herde nach Norden getrieben und dort verkauft wird!“

„Aber dann ist doch alles in Ordnung, oder?“

„Nein, zum Teufel! Im Norden bekommt man für ein Rind jetzt zwanzig Dollar, hier aber nur zwei oder drei. Und die Rinder werden nach den hiesigen Preisen bezahlt. Ein feines Geschäft, wie? Es ist erlassen worden, um uns Texaner zu ruinieren!"

„Schön — aber warum wirst du verfolgt?“

„Wir haben uns alle zusammengetan und die gestohlene Herde zurückgeholt. Und nun hat Don Derring uns wegen Viehdiebstahls angezeigt. Stell dir vor — wir haben unser eigenes Vieh, das man uns gestohlen hat, zurückgestohlen. Und dafür gibt es Gefängnis. Und jetzt suchen die Yankees uns!“

„Und wo sind die anderen?“

„In den Badlands in einem Versteck. Alle Ranches sind verlassen. Ich habe mich verspätet, und so sahen sie mich!"

Er geht zur Tür und blickt hinaus.

„In drei Minuten sind sie hier!", sagt er, als er sich umdreht. „Pass auf, wie wir es machen. Kennt der Sheriff dich?"

„Nein ...“

„Dann los! Weg das Gewehr, mach Feuer im Herd. Ich gebe dich als meine Frau aus. Du bist völlig sicher!"

„Zum Teufel, deine Frau ..." Sie ist hochrot vor Zorn bei diesem Gedanken, die Frau eines Verräters spielen zu sollen.

„Gut, dann nicht! Lass dich verhaften und einsperren. Dadurch wirst du deinem Vater und deinen Brüdern bestimmt eine große Freude machen."

„Vater ist bei Gettysburg gefallen und Paul ebenfalls — nur Danny und ich leben noch!"

„Mach schnell, oder es ist zu spät ...“

Sie zögert, dann sieht sie jedoch den Reitertrupp durch die offene Tür. Sie stellt das Gewehr neben den Herd, legt Holz darauf und zündet es an.

*

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ALS DER REITERTRUPP vor der Tür hält, geht Jeff Cassidy hinaus und stellt sich vor die Tür.

Der Sheriff ist als erster aus dem Satel. Cassidy beobachtet ihn und den Leutnant, der gerade absteigt.

Sheriff Thomas Baker ist ein großer Mann, genauso groß wie Jeff Cassidy. Er ist sehr hager und hellblond. Die Haare, der Schnurrbart - sie sind wie weißgelber Sand. Die Augenbrauen sind kaum zu sehen - sogar die Augen sind blass und farblos.

Drei Schritte vor Cassidy bleibt er stehen und lässt die Hand auf den Kolben des Revolvers fallen!

„Wer sind Sie?“, herrscht er Cassidy an.

„Ich heiße Jeff Cassidy. Sind Sie der Sheriff von Crawford?“

„Der bin ich. Wo ist die Frau, die wir verfolgt haben?"

„Im Haus, Sheriff!“

„Machen Sie Platz, Cassidy! Ich werde diese Frau verhaften!"

„Das glaube ich nicht, Sheriff!"

Jeff Cassidy richtete sich aus der nachlässigen Haltung, in der er bisher gestanden hat, auf. Seine Augen blicken so kalt und hart, dass Baker blitzschnell den Colt zieht und ihn auf Cassidy anschlägt.

„Verdammt, wollen Sie etwa ...?“

„Ich will, Sheriff - ich will vor allen Dingen wissen, warum Sie meine Frau verhaften wollen!"

„Ihre - Ihre Frau?", fragt Baker verblüfft.

„Ich bin erst vor einer knappen Stunde hier angekommen, Sheriff. Wir kommen aus St. Louis. Vor einer Stunde haben wir uns getrennt. Meine Frau wollte nach Crawford, weil wir noch Geschirr und Decken brauchen. Und vor zehn Minuten kam sie angehetzt und sagte, sie würde von einer Horde Banditen in Uniform verfolgt!"

„Wie kommen Sie eigentlich hierher, und was wollen Sie hier?", fragt Baker scharf.

„Diese Ranch gehört mir, Sheriff. Ich war sieben Jahre weg. Ich habe den ganzen Krieg mitgemacht f"

„Also auch so ein verdammter texanischer Rebell! Und da soll ich ...“

Jeff Cassidy wendet sich an den Leutnant, der neben dem Sheriff steht und zuhört.

„Ist es hier so üblich, dass ehrliche und freie Bürger vom Sheriff beschimpft werden, Leutnant?“

„Es ist Sache des Sheriffs, Mister - die Texaner ..."

Cassidy greift in die Brusttasche und holt seinen Entlassungsschein hervor.

„Es ist besser, Sie sehen sich dieses Papier an, Leutnant. Ich werde zum Komandanten in Crawford reiten und mich über den Sheriff beschweren, das ist ein Versprechen!"

„Sie verdammter ..."

„Schluss jetzt, Sheriff!“, fährt ihn der Leutnant plötzlich an. „Mister Cassidy hat den ganzen Krieg in der Unionsarmee gedient. Er war zuletzt Captain und ist als Major entlassen worden. Er ist verwundet und hat zwei Tapferkeitsmedaillen. Stecken Sie endlich den verdammten Revolver weg. Wenn Sie den Krieg mitgemacht hätten, würden Sie mit dem Schießeisen nicht so leichtsinnig umgehen. Aber Sie waren unabkömmlich, wie ich gehört habe. Entschuldigen Sie, Major, Baker ist verdammt hitzig und kann keinen Texaner leiden!“

„Dann wird er hier nicht alt als Sheriff, Leutnant. Und besten Dank ..."

„Nichts zu danken, Major. Kommen Sie, Sheriff, oder wollen Sie hier Wurzeln schlagen?"

Baker flucht halblaut, macht kehrt, und gleich darauf reiten sie vom Hof...

Jeff Cassidy sieht ihnen nach, solange er sie sehen kann, dann macht er kehrt und geht ins Haus zurück.

*

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ANN MOORE STEHT MITTEN im Zimmer. Sie streicht die Haare aus der Stirn zurück, die ihr beim Hantieren am Herd ins Gesicht gefallen sind. Sie sind immer noch mahagonibraun wie früher, stellt er fest.

Yeah, und sie ist verdammt hübsch geworden. Sie ist groß und schlank, ihr Gesicht hat eine ovale Form. Am meisten fallen die hellbraunen Augen auf. Jede Regung und jedes Gefühl spiegelt sich darin wider.

Jetzt sind sie schon wieder kühl und voller Verachtung, als sie sagt:

„Und jetzt erwartest du, dass ich dir vor Dankbarkeit um den Hals falle, wie?“

Jeff Cassidy starrt sie im ersten Augenblick überrascht an. Er war mit seinen Gedanken noch beim Sheriff und diesem ungerechten Zählgesetz. Als er nicht gleich antwortet, steigt der Zorn in ihr hoch, und ihre Augen funkeln wie glühende Kohlen.

„Sag endlich was!“, faucht sie.

Und nun muss Cassidy lächeln, obwohl ihm gerade jetzt nicht danach zumute ist. Etwas verwundert schüttelt er den Kopf und sagt ruhig und überlegen:

„Schade, Ann - wie es scheint, hast du dich wirklich von Grund auf geändert. Als ich dich vorhin sah, dachte ich, du wärst eine Frau, aber du bist keine - du siehst nur so aus!“

„So - und was erwartest du von mir?"

„Nichts, Ann - ich habe nichts zu erwarten, und ich war mir darüber völlig klar, dass man mir keine Triumphbogen bauen würde, wenn ich zurückkomme. Ich kann es sogar verstehen - von allen Männern, Ann. Aber nicht von einer Frau, die ich von klein auf kenne. Dass du mich ablehnst, gut - auch das kann ich verstehen. Aber in deinen Augen steht der blanke Hass. und das kann ich nicht begreifen!"

„Mein Vater und mein Bruder ...“

„Sind bei Gettysburg gefallen, du hast es mir schon gesagt. Kann ich etwas dafür? Bin ich schuld am Krieg? Dein Vater und dein Bruder sind freiwillig Soldat geworden. Sie sind ihrem Gewissen gefolgt. Ich bin ebenfalls freiwillig gegangen und bin meinem Gewissen gefolgt. Das ist alles klar, und niemand sollte einem anderen einen Vorwurf machen, weil er so gehandelt hat, wie es ihm sein Gewissen vorschreibt. Aber jetzt ist der Krieg schon über zwei Jahre vorbei. Das Schicksal hat entschieden - das ist alles. Und nun reite, damit du mein Gesicht nicht mehr sehen musst. Ich mag Menschen nicht, die andere verurteilen, obwohl sie kein Recht dazu haben. Ich kann allein leben, trotzdem so ein Leben sehr schwer ist. Was stehst du noch hier herum? Reite, Ann Moore!"

Der Raum verdunkelt sich etwas, und sie fahren beide herum.

In der Tür steht Sheriff Thomas Baker, ein Yankee, der nur die Interessen der Nordamerikaner vertritt. Auch für Thomas Baker ist der Krieg noch nicht vorbei, aber er gehört zu den Siegern. Die Männer und auch große Teile der Armee fühlen sich als Sieger und als Besatzungstruppen in einem feindlichen Land, deren Aufgabe es ist, den besiegten Feind völlig zu vernichten.

Er grinst höhnisch - in der rechten Hand hält er den Colt.

„Ich habe alles gehört, Cassidy!“, sagt er kalt und kommt langsam näher. „Als ich wegritt, habe ich das Brandzeichen auf dem Braunen draußen gesehen. Es ist ein „M“. Und eben haben Sie laut und deutlich den Namen genannt. Es ist nicht Ihre Frau, sondern Ann Moore. Und sie gehört zu den verdammten Ranchern, die ich suche!"

„Suchen Sie sie, Sheriff!", sagt Cassidy kalt. „Was wollen Sie noch?“

„Diese Frau verhaften!"

„Und warum?“

„Weil sie dazu gehört, verdammt noch mal!“

„Ich habe Sie gefragt, warum Sie Ann Moore verhaften wollen. Dass sie zu den Moores gehört, weiß ich selbst. Also warum?“

„Zum Teufel, wenn Sie Schwierigkeiten machen. Cassidy ..."

„Ich frage noch einmal, warum? Man kann nur jemanden verhaften, wenn er ein Verbrechen begangen hat!"

„Sie hat aber ...“

„War sie dabei? Haben Sie sie gesehen, oder haben Sie einwandfreie Zeugen? Wer hat den Haftbefehl beschworen, Sheriff?"

„Zum Teufel, jetzt langt es mir! Wenn Sie etwas versuchen wollen. Cassidy, dann erwischen Sie eine Kugel dort, wo es weh tut.“

Mit einem langen Schritt steht Baker neben Ann, packt mit seiner linken Hand ihr rechtes Handgelenk und dreht ihr kurz und hart den Arm auf den Rücken.

Er macht es so brutal, dass Ann aufschreit.

Jeff hat blitzschnell reagiert, als der Sheriff zugepackt hat. Baker musste eine halbe Wendung machen, und sein Colt zeigt dabei nach unten. Und nun macht Jeff einen langen Schritt, dann saust seine Hand nach unten und trifft Bakers Handgelenk.

Der Schlag war hart und wurde mit der vollen Wucht eines großen, starken Mannes geführt. Der Colt poltert auf die Dielen. Cassidy gibt ihm mit dem Fuß einen Stoß, dass er bis zur Hüttenwand rutscht.

„Verdammt, das werden Sie bereuen, Cassidy ...“

„Tragen wir es gleich aus, Baker!" Er löst die Schnalle seines Gurtes und wirft ihn zu Ann, die ihn geschickt auffängt. „Los, hoch die Fäuste, Baker! Zeigen Sie, dass Sie ein Mann sind, der sich nicht an wehrlosen Frauen vergreift - los!"

Baker reibt sich das Handgelenk, kaut an seinem sandfarbenen Schnurrbart herum und stiert Jeff an.

Ganz plötzlich macht er aus dem Stand heraus einen mächtigen Satz, bückt sich und greift nach seinem Colt.

Jeff Cassidy hat mit einem Angriff gerechnet und ist daher nicht überrascht. Als Baker sich bückt, federt er ebenfalls aus dem Stand vorwärts und prallt mit der vollen Wucht des Sprunges gegen Bakers Hinterteil.

Die Hütte dröhnt, als Baker mit dem Kopf die Wand rammt. Er bricht in die Knie, fällt auf die Seite und bleibt mit geschlossenen Augen liegen.

„So ein verdammter Bastard!", knurrt Cassidy. „Will mit dem Colt auf einen unbewaffneten Mann losgehen. Ich werde es ihm abgewöhnen. Welche Interessen vertritt Baker, Ann?“

Während sie antwortet, hebt er den Colt auf und entlädt ihn. Die Patronen steckt er in die Tasche.

„Don Derring und John Hawkins sind zwei Yankees. Sie haben beide eine Viehhandelsfirma gegründet, und die beiden sind es, die unser Vieh stehlen!"

„Wenn das Gesetz wirklich so ist, kann man nichts dagegen unternehmen, Ann. Ich war jedoch in den letzten zwei Jahren in der Verwaltung der Armee in St. Louis tätig. Ich weiß, wie es zugeht, ich habe aber auch eine Menge Tricks gelernt, wie man solche Gesetze umgehen kann, ohne sich strafbar zu machen!"

„Das mag sein, aber auch du wirst es nicht ändern. Das Schlimme ist, dass John Hawkins den Regierungsinspektor bestochen hat. Der sieht gar nicht hin, wenn die Rinder durch das Zählgatter getrieben werden. Er starrt nur in sein Buch und trägt die Brandzeichen ein, die Hawkins ihm zuruft. Well, die beiden haben ein eigenes Brandzeichen eintragen lassen, und die meisten Rinder tragen bei der Zählung natürlich ihr Brandzeichen. Die Herde wird sofort abgetrieben, wenn die Zählung beendet ist!"

„Lind was geschieht mit dem Buch des Inspektors?“

„Das muss er in der Kommandantur abgeben. Dort werden die Brandzeichen in eine Liste eingetragen, und nach dieser Liste werden die Rancher bezahlt. Nach einem halben Jahr, wenn Hawkins vom Treiben zurückkommt. Lins haben sie über hundert Rinder weggenommen, aber in der Liste standen nur zehn!"

„So ist das also. Yeah, und da Baker auch ein Yankee ist und von der Armeeverwaltung eingestellt wurde, wird er wahrscheinlich ebenfalls von Hawkins bestochen sein!"

„Darauf kannst du wetten ..."

„Er kommt zu sich. Nimm den Colt und halte ihn auf die Dielen, bis ich wieder hereinkomme!"

Er geht hinaus und holt den Henrystutzen, den Baker am Sattel hat. Er entlädt ihn und trägt ihn wieder hinaus. Danach kontrolliert er die Satteltaschen nach Reservemunition. Er findet keine und geht wieder zurück.

Baker sitzt auf den Dielen und lehnt mit dem Rücken gegen die Wand. Ächzend reibt er sich die Stirn, auf der eine riesige Beule wächst.

„Ziehen Sie die Patronen aus den Schlaufen Ihres Gurts, Baker. Ich behalte sie hier!“

„Den Teufel werde ich ...“, zischt Baker.

„Gut, wie Sie wollen. ich zähle jetzt bis drei. Das ist eine Chance für Sie, Baker. Wenn Sie dann nicht anfangen, schnalle ich den Gurt ab und besorge es selbst. Und wenn Sie etwas dagegen haben, bekommen Sie so viel Prügel, dass John Hawkins Sie in den nächsten drei Tagen nicht erkennt - eins - zwei – drei ..."

Schon bei zwei hat Baker angefangen, die Schnalle zu lösen. Jeff Cassidy hat deutlich das kurze Erschrecken in den Augen Bakers gesehen, als er den Namen Hawkins nannte.

Jeff nimmt die Patronen und legt sie auf den Tisch.

„Ich bin morgen beim Kommandanten, Baker. ich kenne so ziemlich alle Tricks, die es bei der Armee gibt, und in St. Louis habe ich eine Menge Freunde. Ich werde morgen einen Brief dorthin schicken und mich nach Ihnen erkundigen. In einer Woche habe ich Antwort, und dann weiß ich, was Sie früher getan haben, Baker. Und der Teufel wird Sie holen, wenn die Auskunft nicht einwandfrei ist. Und nun stehen Sie auf und verschwinden Sie. Und wenn Sie mich wieder treffen, seien Sie so höflich zu mir, wie Sie es nur können, sonst wird der Stern Sie nicht davor schützen, dass ich Sie verprügele. Und denken Sie daran, Baker, dass ich nicht zu den besiegten Texanern gehöre, die ihr verdammten Raubyankees jetzt fertigmachen wollt. ich werde mich wehren, wenn auch nur eine Kuh mit meinem Brandzeichen verschwindet. Sagen Sie das Ihrem Boss Hawkins !“

„Sie werden nicht lange genug leben, um hier Kummer zu machen, Cassidy!", knurrt Baker.

„Das ist eine Morddrohung, und ich habe einen einwandfreien Zeugen. Sie sind ein Dummkopf, Baker. 'Raus jetzt, oder Sie fliegen!"

Bei der ganzen Unterhaltung hat er Ann den Rücken zugedreht, und so konnte er ihr Gesicht und ihre Augen nicht sehen.

Er hätte gestaunt.

Es ist eine ganz andere Ann als vorhin. Ihr Gesicht zeigt tiefe, warme Freude, und in ihren hübschen Augen steht die Bewunderung für den Mann Jeff Cassidy - der wirklich ein Mann ist.

Cassidy geht hinaus und wartet solange, bis Baker außer Sicht ist. Dann geht er langsam und nachdenklich wieder hinein.

Drinnen empfängt ihn wieder Ann. Widerborstig, hart und mit Verachtung.

„Du wirst tatsächlich nicht lange leben!“, sagt sie kühl. „Darin hat Baker recht!"

„Dann brauchst du dich nicht über mich zu ärgern!“, erwidert er kühl und gelassen. „Ich wundere mich, dass Baker es gewagt hat, in Gegenwart eines Mannes so mit einer Frau zu verfahren!"

„Weil wir keine richtigen Männer mehr haben, deshalb erlaubt er es sich!“, fährt sie wild auf.

„So - und warum habt ihr keine richtigen Männer mehr? Sind wirklich alle tot, die ich gekannt habe? Gibt es keine jungen Männer mehr?“

„Es gibt ein Dutzend!“, murmelt sie. „Aber sie haben keinen Mut mehr. Sie wurden von den Yankees wie räudige Hunde behandelt. Kein Texaner bekommt irgendwo Recht. Die Yankees machen in diesem Land, was sie wollen, und die Armee schützt sie. Auch du wirst die Folgen noch kennenlernen, dass du Baker verprügelt und ihn entwaffnet hast. Er wird es Derring und Hawkins melden, und die werden so lange Männer auf dich hetzen, bis du tot bist. Vor fünf Tagen wurde Sam Kinsal erschossen. Er bekam eine Kugel in den Rücken. Hawkins war dabei und sechs seiner Reiter. Mac Swanson, der so eine Art Vormann bei Derring und Hawkins ist, hat es getan!“

„Und habt ihr Anzeige erstattet?"

„Was dachtest du? Aber Sheriff Baker fragte nach Zeugen - und wir hatten keinen außer Danny, der es gesehen hat!“

„Und?“

„Vielleicht erinnerst du dich an Danny ...“

„Sicher, er hat genau solche Haare wie du und eine Menge Sommersprossen!"

„Ja - und er wird erst sechzehn Jahre alt. Baker hat ihn als Zeugen abgelehnt, weil er zu jung ist!“

„Gut, ich weiß jetzt so ziemlich alles, was ich wissen muss. Ich werde morgen zur Stadt reiten und einiges unternehmen. Du kannst jetzt reiten. Wenn du willst, werde ich dich begleiten!“

„Danke, nicht nötig!“, sagt sie kalt. „Ich habe ein Gewehr, und ein zweites Mal werde ich nicht ausrücken. Wenn Baker sich noch einmal sehen lässt, werde ich auf ihn schießen!“

Sie nimmt ihr Gewehr, nickt kurz und geht hochgereckt, mit in den Nacken geworfenem Kopf hinaus.

Jeff Cassidy bleibt in der Tür stehen, wartet, bis sie aufgestiegen ist und blickt ihr nach.

Er seufzt leise und schüttelt den Kopf. Dann geht er hinein, um sich endlich Kaffee zu kochen und eine einsame Mahlzeit zu essen.

*

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EIN MANN, DER LANGSAMEN Trab reitet, braucht vier Stunden bis nach Crawford. Jeff Cassidy kann sich noch gut an den Weg erinnern.

Das Land liegt westlich des Brazos, der genau von Norden kommt. Es liegt im Dreieck zwischen dem Brazos und dem Bosque River, der von Nordwesten kommend fünfzig Meilen weiter südlich in den Brazos mündet.

Es gibt viele schmale Bäche hier, von denen einige in den Brazos und andere in den Bosque River münden.

Die Ufer sind mit allen Cottonwoods und Weidenbüschen bestanden. Es ist ein weites und schönes Land, wie geschaffen zum Rinderzüchten.

Als er noch eine halbe Reitstunde von der Stadt entfernt ist, reitet er an einem Creek entlang. Vor ihm macht Cassidy einen Bogen, und als er heran ist, sieht er kaum hundert Schritte vor sich zwei reiterlose Sattelpferde unter einem Cottonwood stehen.

Jeff Cassidy hält sofort an und drängt den Wallach in den Schutz der Cotonwoods. Er ist viel zu misstrauisch, um weiter zu reiten, ohne zu wissen, wer sich dort unter den Bäumen aufhält.

Er huscht lautlos zwischen den dicken Stämmen hindurch. Ungesehen kommt er an den Baum heran. Es sind zwei Personen - ein Mann und eine Frau.

Cassidy kann sich nicht erinnern, je eine schönere Frau gesehen zu haben. Sie hat ein teures Reitkleid an und Lackstiefel an den Füßen. Sie hat das Gesicht eines Engels, umrahmt von pechschwarzem Haar.

Der Mann trägt verstaubte Cowboykleidung. Er ist nicht rasiert, seine Bartstoppeln sind mindestens zwei Tage alt.

Es ist ein großer, sehniger Mann mit kantigem Gesicht und kalten Augen.

Sie stehen sich beide wie Feinde gegenüber, stellt Cassidy fest.

Er steht hinter dem nächsten Stamm und ist durch einige Dörnenbüsche vollständig gedeckt.

„Zum Teufel, Madam!", sagt der Mann eben. „Ich wollte Don Derring oder Hawkins hier treffen und nicht Sie. Ich habe eine Menge mit den beiden zu besprechen!“

Sie hebt die Schultern und lächelt verächtlich.

„Ich kann nichts dafür, Mac, und Sie wissen es. Don wollte es so. Er hat heute viel zu tun. Gestern hat es Ärger gegeben. Hier ist ein Texaner aufgetaucht, der in der Unions-Armee gedient und es bis zum Major gebracht hat. Baker wollte eine der Rancherfrauen verhaften. Der Mann, Jeff Cassidy heißt er, hat Baker verprügelt, ihm die Munition weggenommen und ihn dann weggejagt!"

„Teufel, den Burschen möchte ich kennenlernen“, sagt Mac und grinst. „Ich gönne Baker die Prügel. Der kommt sich schon viel zu wichtig vor. Aber was hat das mit Don zu tun?“

„Dieser Cassidy hat gedroht, dass er sich beim Kommandanten beschweren will. Deshalb ist Don zur Kommandantur und will vorbeugen!"

„Schön, das sehe ich ein - sagen Sie Don, dass ich morgen hier an derselben Stelle warten werde!“

„Es hat keinen Zwedc, Mac. Ich kann Ihnen nur ausrichten, was Don mir gesagt hat. Sie sollen sofort nach Fort Worth reiten. Sie wissen schon, wo Sie sich dort aufhalten können. Und Sie sollen nicht eher zurückkommen, bis Sie eine Nachricht von Don bekommen!"

„Zum Teufel, und wovon soll ich leben?"

„Hiervon!" Sie hat den Lederbeutel schon bereit und wirft ihn Mac zu, der ihn auffängt. Und beim Auffangen klirrt es im Beutel!

„Wieviel?", fragt er mit schmalen Augen.

„Don sagt, es wären zweihundert Dollart"

„Oh, verdammt - das habe ich mir gedacht. Damit will er mich abspeisen. Ich werde nie eine Nachricht bekommen, das weiß ich jetzt schon. Das ist zu wenig!“

Sie hebt wieder die Schultern und sagt gleich gültig:

„Ich werde es Don ausrichten, weiter kann ich nichts tun, Mac!"

„Ja - sagen Sie ihm, dass ich nicht reite. Und wenn er etwa denkt, er kann mich wegen der Sache fertigmachen, dann irrt er sich. Wenn ich verschwinden soll, verlange ich tausend - und nicht einen Penny weniger!“

„Ich werde es ihm ausrichten, Mac. Von mir aus können Sie tun, was Sie wollen, aber ich denke. Sie kennen doch Don und auch Hawkins. Bisher hat noch kein Mann versucht, ihren Befehlen zuwiderzuhandeln. Sie haben Männer genug, die dafür sorgen. Es wäre besser, wenn Sie daran denken. Well, ich reite jetzt - so long, Mac!“

Sie nickt kurz, dreht sich um und geht zu der braunen Stute. Ohne Hilfe steigt sie auf und reitet im Herrensitz an. Cassidy entdeckt erst jetzt, .dass sie einen geteilten Reitrock trägt.

Er bewundert ihre Gestalt und die geschmeichgen Bewegungen, mit denen sie aufsteigt und die Stute antreibt.

Ohne sich einmal umzusehen, reitet sie davon.

Mac blickt ihr mit gerunzelter Stirn nach, wiegt den Lederbeutel mit den Goldstücken in der Hand, wirft ihn zweimal in die Luft und fängt ihn wieder auf..Dann geht er fluchend zu dem braunen Wallach, steigt auf und reitet ebenfalls davon.

Er reitet jedoch nach Westen, während die Frau nach Osten, in Richtung der Stadt, geritten ist.

Jeff Cassidy wartet eine halbe Stunde, bevor er sein Versteck verlässt und wieder zurückgeht. Etwas später findet er die Spur der Stute und folgt ihr.

Den ganzen Weg grübelt er darüber nach, wer die Frau wohl sein könne. Wahrscheinlich handelt es sich um die Freundin dieses Don Derringer. Also wird sie bestimmt Sängerin in einem Saloon sein.

Aber dann schüttelt er den Kopf. Nein, Crawford ist eine viel zu kleine und tote Stadt. Sie hat keinen Saloon, in der eine solche Frau auftreten und Geld verdienen könnte.

*

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ALS ER ENDLICH IN DIE Stadt einreitet, erkennt er sie fast nicht wieder.

Nie war früher so ein Leben und Treiben wie jetzt.

Wagen kommen und fahren weg, mindestens zweihundert Menschen sind auf der Straße, so viele, wie die Stadt früher Einwohner hatte. Die blauen Uniformen der Soldaten sind vorherrschend wie überall in diesem Land.

Das Camp der Armee ist auf der anderen Seite der Stadt. Es ist keine Zeltstadt, sondern die Unterkünfte sind massive Holzhäuser, als wolle die Armee sich hier auf die nächsten zehn Jahre einrichten.

Viele Häuser sind neu entstanden, und es gibt tatsächlich einen großen Saloon mit einer Tanzhalle, in der eine Frau wie die Schöne von unterwegs wohl auftreten könnte.

Es ist der „Union Saloon“, und er gehört Don Derring. So steht es auf dem großen Schild am Verandadach.

Er reitet noch an einem halben Dutzend Saloons und Bars vorbei und wundert sich, dass sie alle existieren können.

Das Camp ist von einem hohen Palisadenzaun eingeschlossen. Bevor er das Tor erreicht, kommt von rechts ein Reiter heran. Er bemerkt ihn erst, als er den Hufschlag hört.

Er ist überrascht - es ist die Schöne ...

Cassidy treibt den Schwarzen an. Er will zuerst am Tor sein, um von der Wache zu erfahren, wer diese Frau ist, die ebenfalls auf das Tor zuhält.

Ein Sergeant hält ihn an.

„Wohin, Sir?“

„Zum Kommandanten, Sergeant - hier, lesen Sie!"

Er gibt ihm den Entlassungsschein. Dieser Schein ist jetzt seine wichtigste Waffe, denn er verschafft ihm überall Zutritt. Bei der Armee und bei den Behörden.

„In Ordnung, Sir - oh, guten Tag, Madam!"

Der Sergeant nimmt Haltung an und grüßt die schöne Frau militärisch, als wäre sie der Kommandant selbst.

Sie nickt kurz und lächelt - Jeff Cassidy gibt sie nur einen kurzen Seitenblick, dann ist sie vorbei.

„Wer ist diese Lady?“, fragt Cassidy.

Über das braune Gesicht des Sergeanten huscht ein stolzes Lächeln. „Das ist Madam Besson, die Frau unseres Kommandanten, Major Besson!"

Jeff Cassidy gelingt es, seine Überraschung zu verbergen.

„Danke, Sergeant! Wo finde ich den Major?"

„Dort drüben in dem Haus, Sir - dort ist das Büro!“

„Danke!“

Cassidy legt die Hand an den Hut und grüßt wie in früheren Zeiten.

Schon von weitem sieht er die braune Stute von Madam Besson, die am Haltegeländer vor dem Büro steht.

Er bindet den Wallach daneben an und geht hinein.

Er kommt in eine Schreibstube, die mit einem halben Dutzend Soldaten besetzt ist.

Wieder fragt ein Sergeant nach seinen Wünschen, und wieder gibt Cassidy ihm das Papier.

„Zum Kommandanten, Sergeant!"

„Sofort, Sir - seine Frau ist gerade bei ihm. Ich werde Sie melden!“

Er verschwindet ins Nebenzimmer, und Cassidy überlegt, wie man ihn hier wohl empfangen hätte, wäre er als einfacher Texaner gekommen, der noch dazu gegen die Nordstaaten gekämpft hat.

Wahrscheinlich hätte man ihn gar nicht in das Camp hereingelasen.

„Bitte sehr, Sir!"

Der Sergeant hält die Tür auf, und Cassidy geht hinein.

Es ist ein großes Zimmer, einfach möbliert, wie es bei der Armee üblich ist. Ein großer Schreibtisch, ein paar Stühle und eine Sesselgruppe dienen der Bequemlichkeit. Ein Garderobenschrank ist noch vorhanden und drei Aktenregale.

Der Major sitzt hinter dem Schreibtisch. Er ist ein Mann von knapp fünfzig Jahren, stellt Cassidy fest. Seine Frau sitzt in einem bequemen Sessel vor dem Schreibtisch - yeah, und sie ist höchstens fünfundzwanzig.

Er ist doppelt so alt wie sie.

Und er ist kein Mann, den eine so schöne Frau aus irgendeinem besonderen Grund lieben könnte, trotz des Altersunterschiedes.

Er ist rundlich, mit einem frischen, rötlichen Gesicht. Unter der Nase hängt ein Schnurrbart. Die Augen sind blau, die Haare blond - ja, und sonst gibt es eigentlich nichts, was bemerkenswert an ihm wäre.

Aber nett ist er - wenigstens zu Cassidy.

Er steht auf, kommt um den Tisch herum und streckt ihm die Hand hin.

„Ich freue mich, einen ehemaligen Offizier kennenzulernen, Mister Cassidy. Darf ich Sie mit meiner Frau bekannt machen? Das hier ist Mister Jeff Cassidy, bis vor zwei Wochen noch Major bei der Armee!“

„Guten Tag, Mister Cassidy!“

Sie streckt ihm die Hand hin, und er nimmt sie mit einer Verbeugung, wie man sie von ihm verlangt.

Unter dem Cottonwood hat sie Mac von ihm als einem Feind gesprochen. Sie kannte seinen Namen vom Sheriff und Don Derring, und sie wusste, dass er heute kommen würde.

Und jetzt lächelt sie ihn freundlich an, gibt ihm die Hand und sagt:

„Ich freue mich, endlich einmal ein neues Gesicht in dieser langweiligen Stadt zu sehen, Mister Cassidy. Wie kommen Sie hierher?"

„Ich habe eine Ranch in der Nähe, Madam. Es ist meine Heimat!“

„Und trotzdem haben Sie in der Unions -Armee den Krieg mitgemacht? Das finde ich seltsam!"

„Ich nicht, Madam. ich wollte nicht für Texas kämpfen, sondern für ein großes, vereinigtes Amerika, das ist alles!“

„Teufel, dann haben Sie es hier schwer, wie?“, fragt Besson. „Man wird Sie als Verräter behandeln!"

„Ich weiß, Major, aber das macht mir nichts aus. Jeder muss so handeln, wie er es für richtig hält!"

„Richtig - und was kann ich für Sie tun?“

„Ich bin gestern erst angekommen, Major. Ich war kaum eine halbe Stunde in meinem Haus, da musste ich schon den Sheriff von Crawford, Thomas Baker, verprügeln!“

„Oha, verdammt - das ging aber schnell. Und warum?“

„Er wollte die Tochter meines Nachbarn verhaften, einfach weil sie die Tochter eines Ranchers ist. Ich war dagegen, da zog er den Colt und drehte dem Mädchen, sie ist zweiundzwanzig, mit Gewalt den Arm auf den Rücken, dass sie schrie und fast mit dem Gesicht auf die Dielen gefallen wäre!“

„Und dann haben Sie ihn verprügelt!“

„Sicher, Sir - sollte ich zusehen, wie ..."

„Sie haben richtig gehandelt, Cassidy. Ich hätte es auch getan. Dieser Baker nimmt sich Sachen heraus, die mir schon eine ganze Zeit nicht mehr gefallen. Wenn er so weiter macht, werde ich ihn einsperren!“

„Oh, er wird doch aber so gelobt?“, wirft Madam Besson mit unschuldigem Gesicht dazwischen.

„Sicher - und zwar von Don Derring und seinen Freunden. Alle anderen mögen ihn nicht ...“

„Ich werde jetzt gehen“, sagt sie und steht auf. „Wenn Sie mit meinem Mann alles besprochen haben, würde ich mich freuen, wenn Sie zu einem Whisky zu uns hinüber kämen, Mister Cassidy!“

„Dankend angenommen, Madam ..."

„Gehen Sie nur!“, sagt der Major. „Der Whisky ist gut - es ist echter Scotch!"

Sie rauscht hinaus. Cassidy geht hin und schließt die Tür.

„Ich bin froh, dass ich endlich einen Mann hier habe, der hierher gehört und doch unser Freund ist!", sagt der Major. „Ich habe es verdammt schwer mit diesen sturen Texanern, sage ich Ihnen!"

„Wegen des Zählgesetzes, wie?"

„Sie haben also schon davon gehört?"

„Meine Nachbarin, die ich beschützt habe - sie heißt Ann Moore - erzählte mir die Geschichte. Das war auch der Grund, warum Baker sie verhaften wollte. Sie ist allein mit ihrem sechzehnjährigen Bruder. Ihr Vater und ein anderer Bruder sind bei Gettysburg gefallen!“

„Ich war auch dabei!", nickt der Major. „Es war die blutigste Schlacht, die ich je mitgemacht habe. Es waren tapfere Männer - auf beiden Seiten!“

„Ja - und diese Männer auf beiden Seiten glaubten alle, sie seien im Recht!"

„Eben, das glauben alle Soldaten in der ganzen Welt!"

„Und wie ist es mit dem Zählgesetz, Major?"

„Setzen Sie sich. Cassidy!“ Er lässt sich selbst in seinen Sessel fallen, nimmt die Zigarrenkiste und bietet Cassidy eine an. Danach nimmt er selbst eine und spricht erst weiter, als die ersten zarten bläulichen Rauchwolken zur Holzdecke emporschweben. „Es ist so, Cassidy: Das Gesetz wurde kurz nach dem Krieg geschaffen. Es war eine Notwendigkeit und sollte die Versorgung der Armee und auch den Fleischbedarf der Nordstaaten sicherstellen. Während des Krieges haben die Rinder sich vermehrt wie die Kaninchen, und es war niemand da, der sie einfing und verkaufte. Um jeden Streit zu vermeiden, wurde das Gesetz geschaffen!"

„Aber jetzt ist es überholt und ungerecht!“

„Ich bin derselben Meinung, Cassidy - aber ich kann nichts dagegen tun, solange es besteht. Und ich sage Ihnen, dass genügend Kräfte am Werk sind, die das Gesetz solange bestehen lassen wollen, bis in ganz Texas kein Kuhschwanz mehr zu finden ist!“

„Sie sind ein vernünftiger Mann, Major, der die Sache so sieht, wie sie wirklich ist. Das Gesetz ist überholt.“

„Aber was soll ich tun, Cassidy?"

„Ich wollte Ihnen einen Vorschlag machen!"

„Schießen Sie los! Warten Sie, ich hole einen Whisky, denke, wir brauchen einen ..."

„Gut, geben Sie mir derweil das Gesetz, ich möchte es gern im Wortlaut lesen!“

„Natürlich - hier ist es. Ich kenne es schon auswendig, sage ich Ihnen."

Er geht zur Ecke des Zimmers und hebt eine Klappe in den Dielen hoch. An einem Bindfaden zieht er eine Flasche aus dem tiefen Kellerloch. Das ist Major Bessons Kühlschrank. Er wartet mit dem Einschenken, bis Cassidy mit dem Lesen fertig ist.

„Cheerio, Cassidy - auf gute Zusammenarbeit!"

„Cheerio - es wäre sehr schön!"

„Nun, haben Sie was gefunden, was Ihnen helfen kann?"

„Ja - in dem Gesetz steht, dass die Rinder, die anderen gehören, auf deren Verlangen zum vollen Marktpreis bezahlt werden müssen!“

„Weiß ich!“

„Es steht aber nichts davon drin, dass die Rinder erst nach Monaten, wenn sie nach Norden getrieben und dort verkauft worden sind, bezahlt werden müssen, und zwar zum hiesigen Marktpreis!“

„Zum Teufel, daran habe ich bisher nichts gefunden!"

„Glaube ich - aber Marktpreis ist Marktpreis. Und schon der Name besagt, dass es sich um einen Preis handelt, der auf dem Markt beim Verkauf erzielt worden ist. Die Rinder werden aber nicht gekauft, sondern einfach von der Weide geholt!“

„Teufel noch mal, wenn die Sache so gehandhabt wird, dann ist es kein Geschäft mehr - dann können Derring und Hawkins aufhören f"

„Eben, und das will ich erreichen, Major. Haben Sie etwas dagegen?"

„Ich ...“ Das Gesicht des Majors rötet sich vor Zorn. „Der Teufel soll die Burschen holen, und zwar schnell. Wenn ich sie auch nur bei einer einzigen krummen Sache erwische, sperre ich sie ein und stelle sie vor ein Armeegericht!"

„Aber ..."

„So ist es, es ist ein Aber dabei. Wenn ich die Sache jetzt so sehe, wie Sie es sagen, nachdem man es über zwei Jahre anders gehandhabt hat, ist der Teufel los. Derring hat eine Menge Beziehungen, sage ich Ihnen, und wenn er den richtigen Mann in der Regierung erwischt, kann es mich meinen Posten kosten - das verstehen Sie doch, oder?"

„Ich verstehe es, Major!“, sagt Cassidy und nickt dabei. „Sie sitzen in der Klemme - und ich will Sie daraus befreien!"

„Schießen Sie los!"

„Wir wollen ein Abkommen treffen. Sie stellen die Verfolgung der Rancher ein und sichern ihnen Straffreiheit zu. Dafür versprechen die Rancher, keine Herde mehr mit Gewalt wegzunehmen. Das ist doch ein faires Angebot, oder?"

„Das ist es, Cassidy - aber ..."

„Ich will Ihnen noch mehr helfen, Major. Die Rancher haben alle ihre Ranches verlassen und hausen in den Badlands. Es sind fast dreißig Männer, und sie werden es sich nicht lange gefallen lassen. Sie können ja nicht jahrelang mit Frau und Kindern in der Wildnis leben. Es wird sich also ein Führer finden, und dann gibt es Krieg. Es werden immer mehr werden, sie werden Städte überfallen, weil sie nichts zum Leben haben ..."

„Zum Teufel, wenn das ...“

„Und man wird Ihnen als Kommandanten dieses Bezirks die Schuld geben, Major. Sie wissen ja, wie es bei der Armee ist. Dort wird man nicht fragen, warum dieser Krieg ausgebrochen ist, sondern Ihnen die Schuld geben und sagen, Sie hätten versagt!"

„Oh, verdammt - genauso wird es kommen!“ Dann werden seine Augen schmal, und er sieht Cassidy sdiarf an. „Und dieser Führer werden Sie sein, wie?"

„Das könnte leicht möglich sein, Major - und ich verstehe eine Menge davon.“

„Ich dachte es mir. Schließlich könnte ich es Ihnen nicht einmal verdenken. Auch Ihre Kühe werden gestohlen. Also gut, ich bin damit einverstanden und werde sofort befehlen, dass alle Verfolgung eingestellt wird!"

„Ich danke Ihnen, Major. Sie tun nicht nur sich selbst einen großen Gefallen damit, sondern auch dem Staat. Denn schließlich müssen wir in Zukunft alle friedlich miteinander leben!"

„Ja, das hoffe ich!"

„Yeah - und wer hat Thomas Baker als Sheriff eingestellt, Major?"

„Zum Teufel, ich war es!"

„Und wer hat ihn empfohlen?"

„Sie werden sich wundern, er war ein Jugendfreund meiner Frau. Sie stammen beide aus Chicago!"

„So ist das - und Derring?"

„Sie kennt ihn von New York her."

„Und Sie mögen die beiden nicht, wie?"

„Wir kennen uns zwar kaum eine Stunde, Cassidy, aber ich habe Vertrauen zu Ihnen. Dieser Derring kümmert sich viel zuviel um meine Frau!"

„Ich verstehe, Major. Ich glaube, ich kann Ihnen versprechen, dass er höchstens noch vier Wochen hier sein wird!“

„Oh, verdammt, wenn Sie das schaffen, Cassidy ...“

„... dann müssen Sie in Zukunft nicht nur ein Auge, sondern vielleicht auch zwei Augen zudrücken, Major. Aber ich verspreche Ihnen, dass ich mich streng an die Gesetze halten werde."

Sie lauschen beide nach draußen. Im Vorzimmer ist Lärm, und jetzt erkennen sie die Stimme von Sheriff Baker und die des Sergeanten.

Der Major steht auf, geht zur Tür, öffnet sie und brüllt:

„Was ist hier los, zum Teufel, Sergeant?“

„Der Sheriff will unbedingt bei Ihnen einen Gefangenen abliefern. Ich sagte ihm, er müsse warten, weil Sie Besuch haben. Aber er wollte nicht und wurde laut."

„Kommen Sie 'rein, Sheriff!", knurrt der Major. „Und Sie, Sergeant, kommen mit!"

Er macht kehrt und lässt sich wieder in seinen Schreibtischsessel fallen. Jetzt wird es sich entscheiden, überlegt Cassidy, ob der Major wirklich zu seinem Wort steht.

*

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BAKER STÖßT SEINEN Gefangenen vor sich her, dessen Hände auf dem Rücken gefesselt sind. Es ist ein höchstens sechzehn Jahre alter Boy. Als er am Fenster vorbeikommt, sieht Cassidy die roten Haare und auf dem Nasenrücken die vielen Sommersprossen. Großer Lord, denkt er - wenn das nicht Danny ist, Danny Moore, Anns kleiner Bruder ...

Die letzten drei Schritte packt Baker den Boy am Kragen und baut ihn vor dem Schreibtisch auf.

„Das ist Danny Moore, Sir!", sagt er kalt. „Er gehört zu den Ranchern, die die Herde gestohlen haben!"

„Wann haben Sie ihn gefangen?"

„Heute Morgen, bei Sonnenaufgang, in der Nähe der Badlands. Denke, dass die ganze Bande dort drinsteckt. Wenn Sie mir hundert Reiter mitgehen, Major, dann ..."

„Welche Beweise haben Sie, Sheriff?"

„Beweise? Er gehört dazu, und alle waren dabei!“

„Stimmt das, Danny? Warst du dabei?", fragt der Major.

Danny schüttelt den Kopf.

„Ich wollte, Sir - aber sie haben mich nicht: mitgenommen. Sie sagten, ich wäre noch zu jung!“

„Sergeant, nehmen Sie ihm die Fesseln ab - er ist frei. Und Sie, Sheriff, bringen Sie in Zukunft klare Beweise, wenn Sie jemanden verhaften, verstanden, oder der Teufel wird Sie holen. Was war das gestern im Haus von Mister Cassidy? Sie wollten eine Frau mit Gewalt mitnehmen, obwohl Sie nicht den geringsten Beweis einer Schuld hatten. Wenn ich noch einmal höre, dass Sie sich an einer Frau vergreifen, sind Sie Ihren Stern los und ich sperre Sie ein. Haben Sie verstanden, Sheriff?"

Zu Anfang hat Major Besson noch ziemlich normal gesprochen, aber zum Schluss brüllt er, als habe er einen Rekruten vor sich.

Thomas Baker steht da, mit zornrotem Gesicht. Seine Hände ballen sich zu Fäusten und öffnen  sich wieder. In seinen Augen steht Hass.

Aber er kann nichts machen. Er weiß selbst zu gut, dass der Major recht hat und dass er alles nur getan hat, um seinen Freunden zu helfen und es den verdammten Texanern zu zeigen, wer hier der Herr im Land ist.

Bisher hat der Major sich nicht viel um Einzelheiten gekümmert und sich immer auf die Berichte seiner Offiziere und auch auf die seinen verlassen.

Dass es jetzt nicht mehr so ist, daran hat nur dieser verdammte Texaner schuld, dieser Verräter, der auf der anderen Seite gekämpft hat.

„Ob Sie alles verstanden haben, Sheriff!", brüllt ihn der Major erneut an, als er nicht gleich antwortet.

„Ich habe verstanden, Sir!", knurrt Baker wie ein Wolf, dem jemand das Futter wegnehmen will.

„Dann richten Sie sich in Zukunft danach. Und nun verschwinden Sie!“

Auf dem Absatz macht Baker kehrt und dröhnt hinaus - angefüllt mit Wut und Hass bis obenhin. Er hat diesen Job als Sheriff nur bekommen, weil er ein Yankee ist und auf Empfehlung von der Frau des Majors und von Don Derring.

Auch er kennt das Zählgesetz auswendig, und er weiß auch, warum es geschaffen wurde. Da kamen dann die rücksichtslosen Geschäftemacber, die das Gesetz für sich ausnutzten und damit gegen das Gesetz handelten.

Zu Anfang hatte niemand etwas dagegen. Die Texaner hatten überhaupt keine Rechte - sie waren eben Rebellen. Es waren auch nicht genügend Männer da, die Widerstand leisteten. Die Yankees konnten tun und lassen, was sie wollten, und wenn das Unrecht nicht gerade zum Himmel schrie, wurden sie von der Armee unterstützt und gedeckt.

Und jetzt ist mit einem Mal alles anders geworden.

Die Texaner haben sich zusammengetan und sich ihre Herde zurückgeholt. Hätte der Major, wie er es vielleicht noch vor einem halben Jahr getan hätte, ihm hundert Kavalleristen mitgegeben, hätte er die Sache auf seine Art erledigt.

Dann wären aus diesem County alle Rancher verschwunden, und er und Don Derring hätten ein Vermögen verdienen können.

Jetzt scheint alles vorbei zu sein und nur weil dieser verdammte Texaner hier aufgetaucht ist, der unangreifbar ist, weil er in der Armee gekämpft hat.

Nun, es gibt noch andere Mittel als nur das Gesetz, mit denen man jemanden ausschalten kann. Don Derring und John Hawkins verfügen über diese Mittel, und wenn er ihnen jetzt Bericht erstattet, werden sie sie gegen Cassidy einsetzen.

Well, und viele Hunde sind das Hasen Tod ...

*

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IM BÜRO HERRSCHT ERST einmal Stille, als der Major sich ausgebrüllt und der Sheriff sich davongemacht hat.

Besson lässt sich in seinen Stuhl fallen und nickt Jeff Cassidy zu.

Details

Seiten
120
Jahr
2018
ISBN (ePUB)
9783738919059
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2018 (März)
Schlagworte
weidekrieg brazos river

Autor

Zurück

Titel: Weidekrieg am Brazos River