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Am Tag als Betty starb

2018 120 Seiten

Leseprobe

Am Tag als Betty starb

W. W. Shols

Published by Cassiopeiapress/Alfredbooks, 2018.

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Am Tag als Betty starb

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Western von W. W. Shols

Der Umfang dieses Buchs entspricht 130 Taschenbuchseiten.

Slim ist schon lange Kutscher der Postkutsche und er hat schon viel erlebt. Heute soll er Betty, die Saloonbesitzerin von Harrison, zu einem Treffen mit ihrer Tochter bringen. Es ist ein besonderes Treffen, denn Mutter und Tochter waren seit vielen Jahren getrennt und haben sich erst in letzter Zeit wieder angenähert. Die Kutsche wird jedoch überfallen. Der Bandit verlangt nach Geld, doch die Kutsche dient nicht zum Geldtransport. Als der Bandit anfängt nach Geld zu suchen und nichts findet, dreht er sich wütend um und schießt auf Betty.

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Copyright

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Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author

© dieser Ausgabe 2018 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de 

postmaster@alfredbekker.de 

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1

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Er sieht ins Tal hinab.

Der Postweg von Harrison nach Hibbard ist fünfzehn Meilen lang, obwohl ein Adler für die Strecke nur sechs Meilen braucht. Das liegt an den vielen Kurven, die die Straße durchs Gebirge nimmt. Sie ist ein geschlängeltes Band. Wie ein Wollfaden, der sinnlos auf die Erde gefallen ist.

Ein schönes Band, denkt er.

Man sieht die Kutsche weit im Norden und hat doch genügend Zeit, sich auf alles einzurichten.

Zuerst ist es nur eine Staubwolke. Bergab rollt die Karre von selbst. Die Pferde laufen Galopp und strengen sich doch nicht an. Die nächsten drei Meilen werden sie in zwanzig Minuten schaffen.

Zwanzig Minuten, denkt er, sieht auf die Sonne und beginnt den Abstieg.

Das Pferd steht gedeckt hinter einer Felsnase. Er zieht die Winchester aus dem Scabbard, geht ein paar Schritte, um sich noch einmal von der Wirkung des Abgrunds zu überzeugen, der sich dicht neben der Straße auftut.

Auf der anderen Seite die aufsteigende Felswand.

Er kontrolliert die Markierung an der Straßenkurve. Er hat alles mehrfach durchgerechnet.

Dort wird er das Kommando geben, und hier wird die Kutsche zum Stillstand kommen.

Er ist ein genauer Mensch. Er hat noch nie etwas dem Zufall überlassen.

Er vergisst die Staubwolke für eine Weile, die Staubwolke mit der Postkutsche. Er nimmt sich eine schmale Zigarre aus Havanna und setzt sie in Brand. Er raucht sie genüsslich, und eine Viertelstunde später wirft er sie halb geraucht weg.

Die Zeit ist um.

Er lauscht in die Stille der Berge von Arizona und spürt das Zittern der Erde unter seinen Stiefeln.

Er geht noch einmal zu seinem Pferd, streichelt ihm den Kopf.

»Jetzt bleib ruhig, Boy. Von dir brauchen sie nichts zu wissen. Ich mache das auf meine Art.«

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»Hussah, hüh!«, ruft der Kutscher Slim Greg seinem Gespann zu und lenkt die Pferde traumsicher um die Kurven. Sie kennen jeden Stein auf dieser Straße.

Der Wegelagerer schiebt das schwarze Halstuch vors Gesicht. Nur seine Augen sind noch offen. Er schießt zweimal in die Luft und lädt wieder durch.

»Stop, Strangers! Dies ist ein Überfall! Idiot! Halt deine Gäule an, oder ...«

Er schießt noch einmal, und diesmal splittert das Holz in der Fußwanne des Kutschbocks.

Slim Greg nimmt die Zügel kurz und wirft sie nach hinten.

»Brrr, Funnies, brrr!«

Der Mann mit der Bandana steht jetzt mitten auf der Straße.

»Alles auf dieser Seite heraus! Wer drüben aussteigt, sollte lieber gleich fliegen lernen. Raus, raus, Gents!«

Er schießt, lädt wieder durch.

»Hände hoch, Gents!  Kutscher, bring das Geld! Leg es vor meine Füße!«

»Hören Sie, Stranger!«, sagt Slim Greg knurrend vom Bock. »Sie können mich hier mit ’ner Kugel herunterholen, aber gegen die anderen machen Sie ’ne schlechte Figur. Sie allein ...«

»Schweig, Mann! Meine Leute haben sechs Drummer auf euch gerichtet, und ihr seid alle tot, bevor ihr mich ins Visier nehmt. Rück jetzt das Geld raus, und spiel nicht alter Mann dabei!«

Die verschreckten Passagiere stehen inzwischen vor dem Wagen  in einer Reihe und mit den Händen nach oben, wie es befohlen ist. George Humphrey, der Geometer, Betty Sloane, die Saloonbesitzerin aus Harrison, Colonel Grant und der Kaufmann Henry Travers.

»Wer ist noch drin?«

»Keiner, Sir, das sind alle Fahrgäste.«

»Zur Seite!«, schreit er, steigt in die Kutsche, um es zu kontrollieren.

Als er in der Karre verschwindet, springt Slim Greg vom Bock und will die Initiative übernehmen.

»By Gosh«, ruft der Bandit aus der Kutsche, dreht sich um und schießt. Er steht oben auf dem Trittbrett in der offenen Tür und sieht Betty Sloane zu Boden stürzen.

»Zurück, Gents! Wer mich veralbern will, muss früher aufstehen.«

»Aber Sie haben Mrs. Sloane getroffen.«

»Ich? Wer sagt denn das?«

»Vielleicht ist sie tot. Es muss sich einer um sie kümmern.«

Der Mann mit der Bandana springt zu Boden.

»Ich will Ihr Gepäck sehen, Kutscher. Machen Sie Platz! Und dann etwas mehr Bewegung, bitte! Meine Boys haben ziemlich nervöse Finger am Abzug. Die mögen so einen langweiligen Laden nicht.«

»Dies ist kein Geldtransport, Mister«, versucht es Greg noch einmal.

»Ja«, sagt der Mann. »Räumt das Gepäck herunter! Ich habe selbst Augen im Kopf.«

Der Geometer Humphrey und der Rinderkaufmann Travers erweisen sich nicht als Helden. Angesichts der toten Betty Sloane lassen sie den Überfall über sich ergehen, als wären sie soeben selbst den Heldentod gestorben.

»Hallo, Gents!«, regt sich Greg auf. »Jetzt spielen Sie mal endlich mit! Mehr als eine Leiche möchte ich heute nicht riskieren. Diese Leute vermuten Reichtümer bei uns. Los, Partner, macht eure Taschen leer!«

Colonel Grant geht mit gutem Beispiel voran. Mit durchgedrücktem Kreuz, steif wie die Fahnenstange in der Schlacht, holt er seinen Koffer vom Dach. Auch die anderen Gentlemen kommen langsam in Bewegung und schütteln die eingebildete Leichenstarre von sich ab.

Der Bandit lässt sich die Brieftaschen zeigen, kassiert insgesamt hundertfünfundsiebzig Dollar und hat seinen Colt schussbereit.

Im Gepäck befindet sich nur wertloser Kram für ihn.

»Jetzt sehen Sie aber genau richtig hin, Mister«, krächzt Slim Greg mit unterdrücktem Groll. »Ich habe Ihnen ja gleich gesagt, dass dies kein Geldtransport ist. Dafür haben Sie jetzt ein Menschenleben auf dem Gewissen.«

»Sag’s deinem Beichtvater. Und jetzt schießt in den Wind, Kutscher! In einer Minute gebe ich das Zeichen, und dann hat jeder ein paar Löcher in der Jacke, der hier noch herumsteht.«

Henry Travers eilt mit zitternden Knien auf das Trittbrett zu. Ihm wird jede Sekunde zur Hölle, die er hier länger verweilen müsste.

»Das Gepäck, Travers!«,kommandiert Grant in seinem Rücken. »Behalten Sie doch Ihren Kopf, Sir! Ich möchte nicht, dass man mir trotz einer Niederlage einmal nachsagt, ich hätte das Schlachtfeld in panischer Flucht verlassen.«

Humphrey greift seine Reisetasche und noch eine andere.

»Er hat schon recht, Sir. Beeilen Sie sich!«

»Und die Tote, Mister?«, fragt Greg vorsichtig und mit spitzfindiger Herausforderung zugleich. »Wollen Sie vielleicht selber das Grab schaufeln, Mann?«

»Dampf endlich ab, Pferdeknecht!«, zischt der Mann mit der Bandana. »Die Minute ist gleich vorüber. Meine Boys sind pünktlich.«

Betty Sloane liegt mit dem Gesicht zur Erde. Sie hat den Kopf etwas seitlich gehalten. Es scheint der letzte Wille ihres Lebens gewesen zu sein, dass ihr zartes Gesicht nicht so brutal auf den steinigen Boden schlug.

Das Gesicht, das sie in all den Jahren sehr liebevoll gepflegt hatte. Nicht nur aus Eitelkeit, wie es das gute Recht einer schönen Frau ist. Auch für die anderen, für die Freunde und für die fremden Männer, die dann und wann durch Harrison kamen.

Der Schlag der Kutsche ist zugefallen. Slim Greg sitzt auf dem Bock und treibt die Pferde an.

Von Harrison nach Hibbard geht die Postkutsche. Slim Greg hat eine Menge Dampf unter der Hose und nimmt die Peitsche und die wüstesten Schimpfworte für seine Gäule. Er will raus aus diesem Hexenkessel. Und er will nicht abwarten, bis die Minute herum ist und das Blei fliegt.

Das Gefährt hinterlässt eine Staubwolke. Slim Greg ist auch gar nicht mehr scharf darauf, zu sehen, wie viele Köpfe da hinter den schroffen Felsen lauern. Er drischt das Gespann zum Galopp und fährt eine halbe Meile, ehe er wieder die Augen öffnet.

Weit hinter ihnen steht der Mann mit dem schwarzen Tuch, nimmt es schließlich vom Gesicht und blickt wieder auf die Tote.

Er dreht sie auf den Rücken und starrt in ihr Gesicht. Die offenen Augen erschrecken ihn. Er drückt sie zu.

So ist es besser, Betty.

So siehst du mich nicht mehr so vorwurfsvoll an. Und so siehst du auch viel besser aus, als eine Tote.

Tote sehen nicht. Tote sehen nicht auf die Erde, nicht in den Himmel und nicht in die Herzen.

Tote machen die Augen zu.

Wir haben beide dieses und jenes falsch gemacht, Betty. Du machst keine Fehler mehr. Höchstens ich noch.

Wir werden sehen ...

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Die Sonne sinkt im Westen, als die Kutsche Hibbard erreicht. Die Poststation liegt gleich neben dem neuen Bahnhof. Aber Greg macht nicht die übliche Meldung dort. Er stiefelt sofort zum Jail hinüber, ohne sich um die Pferde zu kümmern.

Die Leute in der Nähe grinsen.

Slim Greg muss verrückt geworden sein.

»Hallo, Slim! Hast du wieder die volle Flasche dabei gehabt?«

Colonel Grant spielt seinen Verteidiger.

»Lassen Sie ihn, Gentlemen! Das hat nichts mit Brandy zu tun. Wir hatten einen Überfall. Die Banditen haben Mrs. Sloane erschossen.«

Sheriff McCann steht vor seinem Office. Der Lärm hat ihn herausgelockt. Wie eine Reiterattacke rasselt Greg seinen Bericht herunter.

»Ja, Slim«, sagt McCann dann, »das war wirklich sehr aufregend. Aber jetzt kommst du bitte zu mir ins Büro und berichtest noch einmal alles der Reihe nach. Und die Fahrgäste sollen als Zeugen mitkommen. Ich werde ein Protokoll aufnehmen. «

Als das Protokoll fertig ist, sagt McCann:

»Ich habe Betty Sloane sehr gut gekannt, sie war ein lieber Mensch. Den Schweinehund, der sie auf dem Gewissen hat, verwünsche ich schon jetzt in die letzte Hölle. Nur habe ich offiziell nichts damit zu tun, Slim.«

»Bist du ein Mensch oder ein Schweinehund, McCann?«, entgegnete der Kutschfahrer grollend.

»Ich bin Sheriff von Hibbard. Für diese Stadt bin ich verantwortlich, nicht für ganz Arizona. Und Betty war Bürgerin von Harrison. Mein Kollege Malloy würde es mir sogar übelnehmen, wenn ich mich da einmische.«

Slim Greg mustert ihn kurz.

» Dann wirst du wenigstens mit dem Telegrafen eine Nachricht nach Harrison geben, oder?«

»Du weißt ganz genau, dass Harrison keine Telegrafenstation hat.«

»Aber du hast ein Pferd, Sheriff.«

»Keine Sorge, Slim. Ich weiß sehr gut, wie ich dem Partner helfen muss. Nimm dir einen Gaul aus Freddys Mietstall, auf meine Rechnung! Wir reiten gleich los.«

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Als die Sonne sinkt, sind sie in den Sätteln und reiten nach Norden.

Slim Greg kennt jeden Stein auf der Poststraße. Sie finden Betty Sloane auf dem Rücken liegend.

»Sie lag auf der Seite«, sagt Slim Greg. »Dieser Lumpenhund hat sie sogar noch einmal angefasst.  Hilf mit, ich nehme sie in den Sattel!«

Zehn Meilen reiten sie nach Norden.

Bis Harrison.

Es ist Nacht, und nur noch im Saloon brennt Licht. Sie reiten zwei Häuser weiter und klopfen bei Sheriff Malley an.

Jim Holloway, der Deputy, macht ihnen auf.

»Hallo, Jim! Wir möchten Curly sprechen.«

»Tut mir leid. Mein Boss ist seit heute früh unterwegs. Was kann ich für euch tun?«

»Wir brauchen ein Dach für Betty Sloane.«

»Blödsinn! Die ist doch heute nach Hibbard gefahren. Und sie will auch mit der Bahn noch ein Stück weiter, soviel ich weiß.«

»Tut mir leid, Jim. Betty braucht jetzt ein Dach. Sie ist nicht weit gekommen. Sie ist tot.«

Der Deputy sieht nach der Toten, wie es seine Pflicht ist.

»Mein Gott, Gents! Das kann doch nicht wahr sein. Ausgerechnet Betty Sloane. Ich habe immer geglaubt, sie wird hundert Jahre alt. So, wie sie gelebt hat, immer lustig, immer freundlich. Immer hilfsbereit. Sie hatte keine Feinde.  Sagt mir, wer der verfluchte Kerl war! Da warte ich erst gar nicht, bis Malloy zurück ist. Ich steige noch diese Nacht in den Sattel.«

»Nimm die Zügel kürzer, Jim! Da dein Boss unterwegs ist, wirst du schon bleiben müssen.«

Der Deputy macht eine wegwerfende Handbewegung.

»Nicht bei einem Mord. Jetzt spuck schon aus, wer der Schurke ist! Ihr seht nicht so aus, als hättet ihr ihn schon.«

»Wir sehen noch viel schlimmer aus«, erklärt Greg kurz. »Der Mörder war maskiert. Du kannst also jeden jagen oder keinen.«

»Hier!«, sagt Sheriff McCann. »Das ist eine Abschrift von dem, was ich mir notiert habe. Ich mache so was immer gern in solchen Fällen. Später, bei Rückfragen, ist das sicherer. Man weiß ja nie ...«

Jim Holloway nimmt den Zettel und lädt die Freunde wieder ins Office ein. Dort steht die Kerosinlampe, bei deren Licht man einigermaßen gut lesen kann.

Der Deputy starrt schweigend auf das Blatt. Als er es gelesen hat, sagt er:

»Das ist ein Protokoll, ein offizielles Papier. Gute Arbeit, Jim. Ich werde es Curly geben, sobald er zurück ist. Danke! Was kann ich jetzt für euch tun?«

»Hol erst mal Doc Keene aus dem Bett. Betty kann schließlich nicht über Nacht auf meinem Sattel liegen.«

»Schon gut, Slim. Bringt sie hier ins Office. Wir legen sie dort drüben auf die Bank. Das ist die einzige Möglichkeit bis morgen früh.«

Slim Greg ist nicht zufrieden damit.

»Ich finde es trotzdem besser, du holst den Doc. Der ist ja dran gewöhnt, dass er nachts gestört wird. Ich erinnere mich genau an einen Fall vor vier Wochen. Da hatten wir auch einen Toten. Auf einer anderen Linie, versteht sich. Aber da musste der Arzt gerufen werden. Das ist medizinisch wichtig, verstehst du? Ein Toter ist nämlich erst dann richtig tot, wenn das ein Arzt unterschrieben hat.«

»Ich kenne die Gesetze, Slim«, versichert der Deputy. » Aber Doc Keene ist bei Mrs. Peekson, die ein Kind erwartet. Und keiner weiß genau, wann das Kind nun wirklich kommt.«

»Die Peeksons wohnen doch oben am Osthang, ziemlich hoch, wo es kaum noch eine vernünftige Weide gibt, oder?«, fragt McCann.

»So ist es«, sagt Deputy Jim Holloway. »Und deshalb wird der Doc diese Nacht auch nicht mehr zurückkehren. Er tut hier in Harrison immer seine Pflicht. Aber wenn es darum geht, den Armen draußen zu helfen, dann hat er noch nie nein gesagt. Außerdem, die Peeksons sind gute Leute, auch wenn sie knapp bei Kasse sind.«

»Ich weiß«, versichert Slim Greg. »Armut ist meistens keine Schande. Nur dann, wenn man beim Pokern das letzte Hemd aufs Spiel gesetzt hat. Wenn ihr also gar keinen Sheriff und keinen Doc im Ort habt, dann tragen wir die arme Betty hier in dein Office. Wir sind es ihr schuldig, Gents. Sie kann nicht kreuzlahm auf irgendeinem Pferdesattel hängen, bevor sie zu Grabe getragen wird. Habe ich recht?«

Die drei Männer sind sich einig. Sie holen die Leiche herein und legen sie auf die Holzbank.

Jim Holloway findet noch eine Wolldecke, die sonst für das Jail vorgesehen ist. Damit deckt er die Tote zu.

Sheriff McCann und Slim Greg sind sich einig, dass sie ein Dach über dem Kopf brauchen.

»An einem Tag ein drittes Mal diese Strecke«, sagt der Kutscher, »das ist zu viel für meine Kniegelenke. Was meint ihr, Sheriff?«

»Ich denke, in Baker’s Lodge werden noch zwei Betten frei sein. Wir werden mal nachfragen. Gute Nacht, Jim!«

»Gute Nacht, Leute!«

Baker’s Lodge, das kleine Sieben-Betten-Hotel, liegt im selben Haus wie die Bank. Das hat zweierlei Gründe. Der Besitzer Bill Hickock legt immer schon großen Wert auf Ruhe für sich und seine Gäste. Deshalb ist ein Saloon in seinem Haus von Anfang an nicht in Frage gekommen. Und weil mehr als sieben Hotelbetten für eine Bergstadt wie Harrison der reine Luxus wären und sieben Betten auch keinen Hotelier ernähren können, hat Bill Hickock in den unteren Räumen ein Bankgeschäft eingerichtet.

In Harrisons Hinterland wohnen einige wohlhabende Leute. Einige Rancher, zwei Sägemühlenbesitzer und sogar eine Privatgesellschaft, die Silber und Kupferminen betreibt. Die meisten haben ein Konto auf der Bank in Harrison, da es günstiger liegt als das größere Hibbard an der Bahnlinie.

Die Bank in Harrison musste schon sein. Und sieben Betten für die Stadt, das ist gerade so viel, das man in guten Zeiten auch mal ausverkauft ist.

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Die beiden Männer führen ihre Pferde hinters Haus. Slim Greg kennt sich aus. Er ist jede Woche zweimal mit der Postkutsche hier. Unter dem Dachgiebel geht eine Luke auf, als die Pferde am Gatter schnauben und stampfen.

»Wer ist denn da noch so spät?«, fragt eine Frau.

»Ich bin’s, Susan! Greg, der Kutscher!«

»Slim?  Da stimmt doch was nicht. Slim Greg ist nach Hibbard gefahren und kommt vor übermorgen nicht zurück.«

»Komm herunter und überzeuge dich, Kleine! Wir brauchen auch ein Zimmer für die Nacht. Aber wenn du meinst, dass du dich erkältest, lass es. Ich weiß, wo der Hafer steht und wo die Schlüssel hängen. Vielleicht ist ja auch der Boss so freundlich und rappelt sich aus den Federn.«

»Ich höre schon deine Brandy-Stimme, alter Gauner. Und leider weißt du, wo der Hafer steht. Du wirst deinen Gaul überfüttern, dass er morgen keinen Schritt laufen kann. Warte, ich komme!«

Slim Greg wartet aber nicht. Die Pferde sind schon versorgt, als Susan Larrin im Morgenmantel die Treppe herunterkommt. Sie hat noch etwas Zeit für die Haare gebraucht. Und McCann denkt: By Gosh, sie ist noch ziemlich jung und hat ein liebes Gesicht.

»Was ist los, Slim? Woher kommst du?  Guten Abend, Mister ... Ich glaube, ich kenne Sie.«

»Möglich«, sagt McCann. »Ich bin der Sheriff von Hibbard. McCann, mein Name, Gnädigste. Haben Sie ein Doppelzimmer für uns frei?«

»Wenn Sie wollen, auch zwei Einzelzimmer, Sheriff.  Aber was ist mit dir, Slim? Das ist doch nicht dein Fahrplan. Und jetzt kreuzt du hier mit einem Sheriff auf. Was soll ich davon halten?«

»Ich werde es dir erklären.«

»Es ist wohl besser, ich traue dir nicht. Mit einem falschen Fahrplan und mit einem Sheriff, da steckt doch was dahinter! Ist er vielleicht sogar Ihr Gefangener, Mr. McCann?«

»Natürlich nicht, Miss Larrin«, sagt der Sheriff steif.

Slim Greg sieht ihn von der Seite an.

»Weißt du, Partner, mit meiner Kehle ist was nicht in Ordnung. Ich habe im Saloon noch Licht gesehen. Ich finde, wir sollten schnell noch etwas gegen die Staubschicht auf unseren Stimmbändern tun, oder?«

Der Sheriff nickt, ohne ihn anzusehen.

»Okay, ihr Geheimniskrämer«, sagt Susan Larrin. »Kriminell ist Slim nun ja wohl nicht. Und ihr wollt nicht reden, sondern saufen. Geht schon, ihr Männer! Ist das euer ganzes Gepäck?« Sie zeigt auf McCanns Reisetasche.

»Ja, Susan, das ist sein Koffer. Mein Zahnstocher und mein Rasiermesser liegen mit drin. Trag es auf Zimmer drei, wenn es frei ist! Ich habe vor Jahren schon mal dasselbe Zimmer gehabt. Das hat die schönste Tapete. Klappt es also damit?«

»Du kannst dir alles aussuchen, bis auf Zimmer eins, alter Grizzly. Mr. Wilson ist im Moment unser einziger Gast. Hier sind die Schlüssel. Macht nicht so viel Lärm, wenn ihr geladen zurückkommt. Und bestellt Mr. Hickock noch einen Gruß von mir. Er soll die Schuhe ausziehen, bevor er die Treppen heraufkommt. Er tritt immer so stark auf.«

»Mr. Hickock? Wo sollte ich ihn grüßen, Susan?«

»Na, im Saloon bei Betty, du scheinheiliger Kutscher. Da wird er sitzen. Immer, wenn ihr Männer den ganzen Tag herumgestrolcht seid, spielt ihr zu Hause die Nervensäge. Pustet euch auf, weil die Geschäfte nicht so laufen, wie sie sollten, und habt dann einen Grund zum Trinken.«

»Well, Susan, wir werden es ihm sagen. Gute Nacht!«

Draußen auf der Main Street sagt Sheriff McCann: »Mein lieber Mann, die hat Haare auf den Zähnen.«

Slim Greg grinst breit.

»Gut, dass du das merkst, Sheriff. Die hat was von außen, dass du dich im siebenten Himmel fühlst, wenn du nur an sie denkst. Aber träum nicht vom Heiraten bei der, wenn du ein freier Mann bleiben willst. Ich habe Durst, Partner. Komm endlich!«

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Über der Schwingtür steht es in gelben Buchstaben auf rotem Grund: Sunny Saloon.

In der Nacht kann man es nicht lesen, denn Gelb und Rot sind schwarz in der Dunkelheit.

Sie gehen hinein und gleich an die Theke.

»Zwei Bier, Harry! Für mich und meinen Freund. Mein Freund zahlt«, sagte Slim und schiebt sich auf den Hocker.

Harry Milton zapft und stellt ihnen die Gläser hin.

»Hallo, Mr. Greg! Schon so früh zurück? «

»Lass es dir nicht anmerken, Harry! Es ist ganz was Persönliches. Lass schon die Gläser los, damit wir sie kippen können. Wir haben völlig verstaubte Haselnüsse ..., damn ... Mandeln! Rachenmandeln, verstehst du?«

Es gibt ein dünnes Bier aus Frisco, das so gut wie Vollmilch schmeckt. Nun ja, sie haben freiwillig auf Whisky verzichtet.

Dann sieht sich Greg im Schankraum um und erkennt den Rest von Mitternacht.

Vier Männer sitzen an einem Tisch. Einer von ihnen ist Bill Hickock.

Slim geht hin.

»Hallo, Mr. Hickock! Gut, dass ich Sie treffe. Ich soll Ihnen bestellen, dass Sie sich die Schuhe ausziehen ...«

Slim Greg bricht ab, weil ihm Sheriff McCann einen Fußtritt gegen die Waden versetzt.

Der Bankier legt die Pokerkarten zur Seite.

»Entschuldige, Slim! Du hast gerade das erste Bier bestellt. Hattest du schon geladen, als du hereinkamst?«

»Ich, wieso?«

»Seit wann bist du so förmlich? Wir sind doch gute alte Freunde. Und du kannst doch mit den Nerven unmöglich so fertig sein wie ich. Du mit deiner Postkutsche und deinen Pferden in der frischen Luft. Und ich mit meinen Bankkonten und dem ganzen Verwaltungskram.«

»Tut mir leid, Bill. Ich wollte dir ja nur einen schönen Gruß von Susan bestellen. Sie meinte ...«

Hickock winkt ab.

»Susan ist meine Haushälterin. Lass die mal jetzt aus dem Spiel. Den Poker hast du mir vermasselt. Wie ist es, Gents, machen wir morgen weiter? Sie sehen, ich habe Besuch bekommen.«

Die Partner nicken. Sie sind Leute aus der Nachbarschaft und liegen ohnehin nicht gut mit ihren Karten. Sie sind froh, dass der Poker-Killer Schluss macht.

Sie zahlen bei Harry Milton und gehen.

Dann stehen sie allein an der Theke. Bill Hickock bestellt eine Runde schottischen Whisky.

»Das ist ein herrliches Wiedersehen, Slim. Ich wollte für drei Tage weg von Harrison. Und bin doch schon wieder hier. Und du reitest eine Kutsche zum Schienenstrang nach Hibbard und Flagstaff  und bist auch schon wieder hier. Das ist doch ein Wunder, oder?«

Slim Greg zögert nicht lange.

»Klar ist das ein Wunder, Bill. Etwas unglücklich vielleicht, aber bei diesem Whisky würde ich sagen: Dank dem Spender.«

Sie stoßen an und trinken.

Sheriff McCann kommt ganz plötzlich zum Thema.

»Entschuldigen Sie, Mr. Hickock. In Ihrem Hotel wohnt ein Mr. Wilson auf Nummer eins. Was ist das für ein Mann?«

Der Bankier unterbricht sich verwundert über die unerwartete Frage, scheint aber deshalb nicht böse zu sein.

»Sind Sie im Amt, Sheriff? Suchen Sie wieder einen?«

»Offen gesagt, ja. Obwohl das hier nicht mein Revier ist. Ich bin auch nicht der District-Marshal. Ich frage Sie nur persönlich.«

»Und da fragen Sie ausgerechnet nach meinem einzigen Gast, den ich in dieser Sauer-Gurken Zeit habe? Aber, bitte, mich interessiert Ihre Frage. Es handelt sich ja offenbar um einen meiner Hotelgäste. «

»Wir hatten heute eine dumme Sache in Hibbard, Mr. Hickock. Was für ein Mann ist dieser Wilson?«

Der Bankier zuckt mit der Achsel.

»Keine Ahnung, Sheriff. Ich kann eigentlich nur Gutes über ihn sagen. Er hat sein Zimmer für drei Wochen im voraus bezahlt, benimmt sich sehr unauffällig, geht nicht in den Saloon, streift tagsüber durch die Nachbarschaft und geht regelmäßig früh zu Bett.«

Der Sheriff fixiert den Mann scharf.

»Wissen Sie zufällig, wohin er heute geritten ist?«

»Er reitet nicht, er geht zu Fuß. Außerdem war ich heute den ganzen Tag nicht da, wie Sie wissen. Aber jetzt erzählen Sie endlich, was das für eine dumme Sache in Hibbard ist!«

Den Bericht übernimmt Slim Greg. Er macht es kurz, wütend und sehr eindrucksvoll.

Bill Hickock stellt hart sein Glas auf die Theke und wischt sich den Schaum aus dem Bart.

»Das gibt’s nicht, Jungs. Ich habe Betty heute früh noch gesehen, als ich wegritt. Sie sah nicht aus wie eine, die in einer Stunde eine lange Reise antreten will.«

»Es ist so. Sie ist tot und liegt im Sheriff’s Office.«

Harry Milton, der Barkeeper, steht schon eine ganze Weile stocksteif am anderen Ende der Theke und hält das dort hängende Handtuch fest, als sei er beim Abtrocknen erstarrt.

»Kommen Sie, Harry!«, sagt Sheriff McCann. »Sie können uns vielleicht etwas dazu sagen.«

»Ich? Wieso ich? Ich war doch gar nicht dabei ... Arme Miss Sloane, wenn das wahr ist.«

»Ja, eben«, schnarrt Slim Greg. »Was soll er dazu sagen? Das ist doch alles Unsinn. Wir hätten uns lieber an Ort und Stelle nach Spuren umsehen sollen.«

»Das ist eine Arbeit für morgen früh. Heute war es sowieso schon zu dunkel.«

Er will Milton Geld hinschieben, doch Bill Hickock hält seinen Arm fest.

»Das war meine Runde, Slim. Bist du so vergesslich?«

Hickock zahlt, und die drei letzten Gäste verlassen den Sunny Saloon, in den Betty Sloane nie mehr zurückkehren wird. Sie stampfen über die staubige, dunkle Main Street wie der verlorene Haufen einer geschlagenen Truppe. Als sie vor dem Hotel stehen, macht Bill Hickock noch ein paar Schritte zum Jail hin, bleibt dann stehen und dreht sich um.

»Kommen Sie nicht mit, Gentlemen?«

»Wohin, Hickock?«

»Ich möchte Betty sehen.«

»Es ist nach Mitternacht. Wir können doch den Deputy nicht mehr wecken.«

»Man kann ihn schon wecken, bloß Betty nicht mehr. Um alles in der Welt nicht mehr. Ist euch das klar?«

Bill Hickock geht einfach weiter, ohne eine Antwort abzuwarten. Er tritt vor die verschlossene Tür des Office und zieht seinen breitrandigen schwarzen Stetson. So verharrt er eine Weile mit gesenktem Kopf und kommt dann zurück.

»Well, Gents, lassen Sie uns ins Haus gehen. Ich brauchte diesen kurzen, stillen Augenblick. Irgendwie habe ich Betty geliebt. Ich werde eine schlechte Nacht haben.«

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Slim Greg und Sheriff McCann sind mit der aufgehenden Sonne auf den Beinen. Sie verpflegen die Pferde und bringen sie zur Haltestange. Susan Larrin macht ihnen das Frühstück. Eine halbe Stunde später zahlen und gehen sie.

Jim Holloway steht gestiefelt und gespornt vor dem Office und betrachtet die Pferde.

»Reisefertig?«

»Das Leben geht weiter«, sagt McCann. »Auch in Hibbard gibt es Arbeit. Und Slim muss seinen Fahrplan einhalten.«

»Morgen Abend bin ich schon wieder mit der Kutsche da«, sagt Greg. »Und wo steckt Curly?«

»Der Sheriff ist spät nach Mitternacht zurückgekommen. Aber er rasiert sich schon wieder. Wollt ihr ihn noch sprechen? «

»Nur ganz kurz.«

Sie gehen hinein.

Das Gespräch mit Curly Malloy dauert nicht lange. Jeder hat seine Pflichten.

Betty Sloane ist tot. Sie liegt auf der langen Holzbank neben dem Kanonenofen, der nur alle drei Jahre mal gebraucht wird. Es ist kein würdiges Totenbett.

Das Leben geht weiter. Ein neuer Tag bricht an.

Und als Betty starb ...

Das war schon gestern.

By Gosh, denkt Slim Greg, so ein Schweinehund bin ich nicht, dass ich das so schnell vergessen könnte. Verstohlen schielt er auf die Tote, als er auf seinen kurzen Kutscherbeinen in zwei etwas zu großen Stiefeln hinausstampft.

Wie ein Schuldiger geht er an ihr vorbei.

Der Tag, als Betty starb, war gestern.

Und morgen bin ich zurück, und übermorgen wird man sie ins Grab legen.

Ich werde es einrichten können, denkt er, dass ich ihr noch eine Schaufel Erde nachwerfe.

Dann reiten sie.

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»Geh und mach deine Runde!«, kommandiert Sheriff Curly Malloy den Deputy. Er sagt es etwas schroff. Sonst ist er gar nicht so bärbeißig.

Heute liegt eine Tote im Office.

Heute ist kein normaler Tag.

»Sieh zu, dass nicht so viele Hühner auf der Straße herumlaufen! Wenn die Hunde

erst draußen sind, haben wir wieder das Theater mit der alten Purkapile und den Traklers.«

Deputy Jim Holloway grinst.

»Ich weiß, gute Legehühner gehören nicht in den Suppentopf. Die sollen länger leben. Ist das für heute alles?«

»Schau bei Doc Keene hinein, ob er schon wieder zurück ist! Ich möchte ihn sprechen.«

»Soll ich ihn herbringen?«

»Dummkopf! Den Doc schleift man nicht zum Sheriff. Ich werde zu ihm gehen, wenn er da ist. Aber er wollte ja zu einer Entbindung in die Berge ... Damned, hau ab! Lass dir nicht jeden Schritt extra erklären. Deine Stiefel wissen schon allein, wo es langgeht.«

Deputy Jim Holloway stampft hinaus. Etwas lauter als sonst. Auch er ist gereizt. Heute ist eben ein anderer Tag.

Curly Malloy geht zu seinem zerschundenen Schreibtisch. Zerschunden ist vor allem die Platte. Nun, nicht vom Federhalter, obwohl da ein paar Tintenkleckse sind. Die Risse und Narben im Holz stammen von schweren Remington und Colt Revolvern, die hier im Laufe der Jahre abgelegt worden sind.

Er zieht die kleine Schublade auf, sucht unter einem Berg von Papieren und findet den rosafarbenen Umschlag mit Betty Sloanes Handschrift.

Er hält ihn unter die Nase und spürt nichts mehr von dem leichten Fliederduft, den dieses Papier noch vor zwei Jahren gehabt hat. Inzwischen ist es etwas muffig geworden. Es riecht mehr nach Jail als nach einer schönen und begehrenswerten Frau.

Er geht zu der Toten.

Bettys Augen sind geschlossen. Die grobe Pferdedecke reicht ihr bis zum Kinn. Ihr Gesicht ist kalkweiß. Früher war es rosa wie ihr Briefpapier. Und es war auch angenehm zu riechen.

Früher.

Er geht zum Schreibtisch zurück, wo der Brief liegt, und nimmt den Zettel heraus. Er liest wieder, was er damals vor zwei Jahren gelesen hat.

Für meine drei Freunde.

Ich weiß, ich hin ein Aas, Freunde. Aber das weiß ich auch: genauso wollt ihr mich haben und nicht anders. Dann könnten wir uns wahrscheinlich gar nicht ausstehen, und unsere Freundschaft hätte es nie gegeben. Alles wäre langweilig, und langweilig will ich nun mal nicht sein, solange ich lebe.

Wenn ich nicht mehr lebe, ist das was anderes. Dann muss ich mich auf euch verlassen können. Ihr wisst ja, dass ich ziemlich reich bin. Dann müsst ihr sehen, dass Gloria zu ihrem Teil kommt. Für wen habe ich sonst so lange geschuftet, wie?

Diesen Brief, Curly, musst du heilig halten. Und wenn du ihn verlieren solltest, dann musst du jedes Wort in deinem Dickschädel haben. Bis dahin vergiss ihn!

Kümmert euch um alles, wenn es soweit ist, schon wegen Gloria. Euer Schaden soll es nicht sein.

Der Brief trägt keine Unterschrift.

Curly Malloy hat ihn hundertmal gelesen und dann weggelegt. Eines Tages hat er ihn vergessen, wie Betty Sloane es wollte. Jetzt ist er wieder da. Ohne Fliederduft. Etwas riecht er zwar, aber mehr nach Holzwürmern.

Er blickt scheu auf die Tote und geht hinaus, quer über die Main Street zu Doc Keenes Praxis.

Das Indianermädchen sagt ihm, dass der Doc schon die ganze Nacht unterwegs ist. In den Bergen bei den Peeksons. Ziemlich arme Leute sind das. No, der Doc ist noch immer nicht zurück.

Dann steht Malloy wieder in seinem Office, unschlüssig. Er setzt sich nicht und bringt es auch nicht fertig, den Brief wegzulegen. Das Papier fühlt sich wie Feuer an.

Betty liegt da, als ob sie schläft. Aber sie ist nicht einfach nur eingeschlafen. Sie war nicht krank, sie hatte keinen Unfall.

Betty Sloanes Mörder reitet noch unerkannt durchs County.

Der Gedanke reißt ihn von alten Erinnerungen los. Er legt den Brief in den Schreibtisch zurück.

In der Tür stoßen sie beide fast zusammen, Malloy und Bill Hickock.

»Tag, Curly! Willst du weg? Hatte eigentlich gedacht, dass du schon früher im Sattel bist, wegen dieser Halunken.  Darf ich sie sehen?«

Stumm deutet Sheriff Malloy auf die Tote. Der Bankier tritt an ihr Lager und bleibt lange bewegungslos stehen.

»Du musst diese Schurken finden, Curly. Das ist deine verdammte Pflicht.«

»Wenn der Kutscher und mein Kollege aus Hibbard sich etwas mehr Zeit genommen hätten, dann wüssten wir jetzt vielleicht, wohin die Spuren führen. Ich werde trotzdem nachsehen. Die Fährte von mehreren Reitern verschwindet nicht über Nacht.«

Malloy wendet den Kopf.

Draußen sind plötzlich aufgeregte Stimmen. Dann klopft es an die Tür. Sie warten auch gar nicht auf die Aufforderung, sondern kommen der Reihe nach herein: fünf, sechs und mehr Leute. An der Spitze Holly Ripple und Tom Frayne.

»Sheriff, wir hörten da was vom Deputy, dass der Betty Sloane etwas zugestoßen ist. Wir möchten uns gern davon überzeugen. Und wenn es stimmt, was Holloway sagt...«

Hickock tritt neben den Sheriff, denn die Männer sind aufgebracht und unberechenbar. Draußen auf dem Gehsteig geht der Lärm weiter.

»Gentlemen! Mit Ihrem Benehmen können Sie Tote aufwecken. Aber in der Tat glaube ich nicht daran. Sonst hätte ich gar nichts dagegen. Da ist sie.«

Die Männer verstummen. Ihre Reihe formiert sich zu einer disziplinierten Gruppe. Sie kommen und gehen. Zwölf Leute zählt Malloy. Nicht nur Stammgäste aus dem Saloon. Auch zwei Frauen sind dabei.

»Wie konnte das geschehen, Mr. Hickock?«

Sie gehen wieder hinaus.

»Ich werde einen Rosenkranz für sie beten.«

Holly Ripple geht als letzter. An der Tür sagt er: »Wir werden weiter nicht stören, Sheriff. Aber ich hoffe, Sie wissen, was Ihre Pflicht ist.«

»Ich weiß es, Ripple. Und deshalb solltet ihr sie in Frieden ruhen lassen. Ich weiß, wie jeder hier in Harrison zu Betty stand. Wenn ich den Mörder nicht finde, bin ich die längste Zeit Sheriff gewesen.«

»Sieh es nicht nur so, Curly, sondern auch mal von der Seite, dass du in jedem Falle verpflichtet bist, einen Täter zu überführen. Dafür bezahlen wir dich.«

Der Sheriff verzieht grimmig seinen Mund.

»Schon gut, Holly. Ich kenne meine Pflicht.«

Die Tür schlägt zu. Auf der Main Street bleibt die Unruhe wie das dumpfe Grollen eines Berges, in dem man Silberminen sprengt.

»Ich weiß«, sagt Bill Hickock. »Er ist dir nicht ganz grün. Er war Stammgast bei Betty. Etwas zu oft wohl, und er hat auch randaliert.«

»Ich musste ihn vor einem Jahr für ’ne Nacht ins Jail einsperren. Vielleicht kann er es mir nicht vergessen, aber das interessiert mich nicht. Ich werde tun, was Ripple verlangt hat. Das ist das gute Recht von ganz Harrison. Komm, Bill! Der Deputy soll sich vors Office setzen und über die Stadt wachen. Er wird ohnehin schon wütend sein, dass ich ihn wieder auf die Hühner und Hunde angesetzt habe.«

»Und du wirst zum Tatort reiten?«

»Was sonst? Es wird langsam Zeit.«

»Ich habe gestern noch mit McCann und Greg gesprochen. Sie wollten auf dem Wege nach Hibbard selbst nach den Spuren sehen.«

»Hoffentlich verderben sie nichts dabei. Dieser Fall gehört nach Harrison. Es ist mein Fall.«

»Natürlich, ich wüsste keinen Besseren als dich, Curly.«

»Danke! Und sonst?«

»Sonst gar nichts.«

»Hm, ich dachte, du wolltest noch was sagen.«

»Mensch, reite endlich!«

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9

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Die Spuren sind so zahlreich wie nach einer Schlacht, wie nach dem letzten großen Krieg mit den Indianern am Big Head.

Vielleicht hätte es gestern noch etwas genützt. Aber inzwischen sind auch Slim Greg und Sheriff McCann dagewesen. Die haben der Fährte den Rest gegeben.

Malloy ist längst aus dem Sattel. Er kniet am Boden und untersucht einzelne Steine links und rechts von der Straße.

Die Stelle des Überfalls ist klar zu erkennen. Der Mörder muss oben am Berg gewartet haben.

Dort sind die Spuren deutlicher.

Malloy sucht die Stelle, von der aus man die Poststraße am besten übersehen kann. Er findet sie. Und hinter dem Felsen sind auch wieder die Spuren. Ein paar Spuren zu viel.

Bestimmt sind auch Greg und McCann hier oben gewesen.

Dann geht er ein Stück nach Westen, wo der Hang flacher wird. Und wieder findet er Spuren. Von zwei oder drei Reitern. Wahrscheinlich ist aber die eine einen Tag älter als die andere.

Außerdem hatte der Mörder auf der Poststraße sein Pferd dabei. Wenn er nach Westen geflohen ist, muss er diesen Steilhang hinauf geritten sein.

Curly Malloy probiert es selbst aus. Er pfeift seinen Braunen heran, steigt in den Sattel und zeigt ihm den Weg.

Zwanzig Yards kommen sie hoch, dann stockt der Braune und will auf die Hinterhand gehen.

»Idiot!«, schnauft Malloy. »Der Berg ist steil genug. Du fällst ja auf deinen eigenen Schwanz!«

Der Braune setzt die Vorderbeine auf und macht wieder zehn Schritte. Dann will er vor der Felswand kapitulieren.

Sheriff Malloy bleibt ruhig. Er weiß, jetzt hilft kein Schlag in die Flanken. Jetzt geht es nur in aller Freundschaft.

»Mach schon, Browny! Ich bin gerade zu Fuß oben gewesen. Noch fünfzig Yards, und wir haben eine flache Prärie vor uns. Und was der Mördergaul geleistet hat, wirst du auch noch schaffen.«

So redet er ihm zu.

Der Braune schnaubt und zittert, hebt den Kopf und macht damit den Zügel locker. Dann setzt er einen Huf vor den anderen. Minuten später sind sie auf dem Plateau.

Die Spuren führen nach Westen. Eine davon ist ganz frisch. Die andere ist von gestern, schon leicht verweht.

Auf der Ebene reitet Malloy im Galopp. Dann fällt ein Schuss, kurz darauf ein zweiter.

Er lenkt Browny in die Richtung. Hinter der nächsten flachen Bodenwelle sieht er, was er sucht.

Ein paar vereinzelte Kakteen auf dem kargen Felsboden. Ein Pferd, das steif wie ein Denkmal steht  und den Mann.

Er reitet weiter und erkennt Mr. Wilson aus dem Hotel. Der Junge steht da, als sei er gerade erwischt worden, wie er eine Tüte Bonbons aus dem Drugstore stiehlt. Der schwere Colt hängt wie ein Fremdkörper an seinen kurzen, fleischigen Fingern.

Da er gegen die Morgensonne gucken muss, erkennt er zunächst nur die Silhouette des Reiters. Er atmet sichtlich auf, als er sieht, dass es der Sheriff ist.

»Ach, Sie sind’s!«

»Mit wem schießen Sie sich hier, Mr. Wilson?«

»Ich? Mit keinem natürlich.«

»Ich habe zwei Schüsse gehört. Die waren laut genug, und bis zwei kann ich auch noch zählen.«

Wilson lächelt.

»Ach so, natürlich habe ich geschossen. Ich übe, wissen Sie.«

Malloy mustert den Jungen misstrauisch.

»Merkwürdig. Ich dachte bisher, dass Sie gar keine Waffe tragen. Sie sind doch Biologe oder so, wie?«

»Botaniker, Sheriff, speziell Botaniker. Ich bin allerdings mit völlig friedlichen Absichten nach Harrison gekommen. Ich bin Spezialist für Kakteen, und dafür gibt es kein schöneres Land als Arizona.«

»Blödsinn! Woher haben Sie den Revolver?«

»Gekauft, wie es üblich ist. Schon in Denver. Ich glaube, ich habe sogar noch die Quittung im Hotel.«

»Sie trugen bisher keine Waffe, darauf möchte ich wetten.«

Wilson sieht ihn unschuldig an.

»Das Ding liegt meistens in meinem Koffer, Sheriff. Es ist ja auch nicht gerade bequem, und bis gestern konnte ich annehmen, dass Harrison eine friedliche Stadt ist.«

»Und heute sind Sie anderer Ansicht, oder?«

»Mein Gott, Sheriff! Sie wissen doch, was passiert ist. Wir Wissenschaftler werden zwar vielerorts für ein wenig vertrottelt gehalten, aber ganz so weltfremd sind wir nicht. Ich habe mir gedacht, wenn der Bleigehalt hier in der Luft stärker wird, dann reitest du hinaus und wirst etwas mit dem Colt üben. Mein Leben ist mir schon einiges wert. Ich habe nur das eine und möchte es so teuer wie möglich verkaufen, verstehen Sie?«

»Ich verstehe sehr gut. Und für vertrottelt halte ich Sie auch nicht. Im Gegenteil. «

»Danke, Sheriff. Solche Komplimente höre ich nicht jeden Tag.«

»Es war mehr eine Feststellung, Wilson. Sie trainieren nicht einfach irgendwo im County, sondern ausgerechnet dort, wo gestern der Überfall stattfand.«

»Das war doch nicht hier.«

»Aber ganz in der Nähe, und dort verläuft die Spur des Mörders. Außerdem reiten Sie besser, als jeder in Harrison bisher geglaubt hat.«

Shorty Wilson lässt den schweren Revolver ungeschickt um den Finger kreisen und beinahe fallen. Erst im Nachgreifen kann er den Colt wieder in seine Gewalt bekommen und steckt ihn dann umständlich mit beiden Händen ins Holster. Dann blickt er Curly Malloy erwartungsvoll an.

»Meinen Sie wirklich, dass ich schon ganz gut reite?«, fragt er.

»Nun, immerhin so gut, dass Sie mit einem Mietpferd den steilen Hang von der Poststraße herauf geschafft haben. Wenn Sie so weitermachen, können Sie nächste Woche eine Stellung als Cowboy annehmen.«

»Ihre gute Meinung ehrt mich, Sheriff. Nur ist mir die Wissenschaft im Augenblick wichtiger.«

»Ich wollte Sie auch gar nicht überreden, Mr. Wilson. Bis später!«

Curley gibt Browny die Sporen und reite weiter.

Jetzt liegt nur noch eine Spur vor ihm: die von gestern. Sie ist dünn und halb verweht.

Und zwei Meilen weiter sieht man nichts mehr.

Der Boden ist steinig, und sogar die Kakteen werden bescheidener.

Curly Malloy gibt die Verfolgung auf und reitet zurück nach Harrison.

Er ist wütend und enttäuscht. Dann muss er wieder an Shorty Wilson denken. Dieser Mann hätte ihm in den Rücken schießen können, als er wegritt.

Warum tat er es nicht?

Er ist Botaniker.

Er trägt einen Colt, mit dem er noch üben muss, und mit einem Mietpferd reitet er den Steilhang hinauf. Das hat er nicht in den letzten acht Tagen gelernt.

Wilson kann reiten.

Er wohnt seit einer Woche in Baker’s Lodge.

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10

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Vor dem Office steht der Deputy Jim Holloway. Er sitzt nicht auf der Bank, sondern er steht. Das ist schlimmer, als wenn die Hunde von Harrison mit den Hühnern von Harrison ein Gefecht gehabt hätten.

Trotzdem fragt Malloy: »Alles in Ordnung, Jim?«

»Ruhig und friedlich in der Stadt, aber Mr. Hickock und der Doc waren schon dreimal da.«

»Hat der Doc nach Betty gesehen?«

»Natürlich.«

»War er wütend?«

»Nein, er war traurig. Er ...«

»Ich meine, ob er was dagegen hat, dass sie bei uns liegt.«

»Nein, er will dich nur sofort sprechen.«

»Klar. Umgekehrt will ich das schon lange. Ich bin gleich soweit, ich muss mir nur die Hände waschen.«

Malloy geht hinein, in die Ecke, wo die Wasserschüssel steht. Er wäscht sich die verschwitzten Hände bis zum Ellbogen. Als er nach dem Handtuch greift, sind Doc Keene und Bill Hickock schon da.

»Was gefunden, Curly?«, fragt der Bankier.

»Nicht der Rede wert. Ich habe meine Pflicht getan, mehr nicht. Der Wind hat die Spur gefressen. Glaubt bloß nicht, dass ich Wunder vollbringe. Tag, Doc! Sie waren lange weg. Ich hätte Sie schon gestern gebraucht.«

»Tag, Curly! Die Peeksons brauchten mich auch, und zwar dringender als du. Trotzdem gehöre ich in den Kreis der Verdächtigen.«

»Natürlich, genau wie Bill und ich selbst. Wir alle drei waren gestern nicht in der Stadt, auch Harry Milton nicht.«

»Bei Harry wiegt das besonders schwer. Er ist Bettys Barkeeper.«

»Shorty Wilson war auch unterwegs.«

»Wilson?«, fragt Bill Hickock. »Der ist doch ein harmloser Spinner. Er wohnt bei mir.«

» Eben, und genauso kann ich euch noch ein Dutzend Leute nennen, die gestern nicht in Harrison waren.  Seid ihr deswegen zu mir gekommen?«

Malloys Frage klingt gereizt.

Doc Keene legt ihm die Hand auf die Schulter.

»Sieh da hinüber, Curly! Das ist unsere Betty Sloane oder das, was sie einmal war. Wir werden für ein würdiges Begräbnis sorgen.«

»Ich schätze, das werden Sie in die Hand nehmen, Doc, oder?«

»Natürlich, Curly. Aber da ist noch etwas. Ich finde, wir sollten uns erst mal setzen. Seid ihr so gut, Freunde?«

Es stehen genügend Schemel im Office, dass jeder seinen Platz findet.

»Ich habe hier einen Brief von Betty Sloane«, sagt der Bankier Hickock steif. »Habe das schon mit dem Doc besprochen, weißt du ...«

Es klingt wirklich wie abgesprochen, und Curly spürt die Verkrampfung bei seinen Partnern. Er bedauert sie fast.

»Ich weiß, Freunde. Ihr schleppt seit zwei Jahren Bettys Brief mit euch herum. Ihr habt euch einander anvertraut und seid nur noch nicht sicher, ob ich der dritte Mann bin. Wolltest du mir etwas vorlesen, Bill?«

Der Bankier und Hotelbesitzer hält den Umschlag in der Hand.

»Wir haben hin und her überlegt, Curly. Es kann eigentlich nicht anders sein. Du bist der dritte Mann, oder?«

Malloy öffnet die schmale Schublade. Sie ist feucht und klemmt etwas. Er nimmt Bettys Brief und legt ihn geschlossen auf den Tisch.

»Gebt mir eure, ich zeige euch meinen.«

Sie tauschen die Briefe. Der eine lautet:

Für meine Freunde. Haltet mich nicht für dumm, Partner! Ich weiß, ihr tut es nicht. Aber manchmal habe ich solche Angst vor dem Leben und misstraue allen, dass ich denke, ihr könntet mich wirklich für dumm halten. Es ist wegen Gloria und den Silberminen.

Manchmal denke ich, es wäre besser, weniger Geld zu haben. Dann könnte ich ruhiger schlafen. Aber jetzt seid ihr auch mit verantwortlich, ich meine, bis wir Gloria gefunden haben. Und wenn ich es nicht mehr erlebe, seid ihr verantwortlich in alle Ewigkeit.

Für ein Testament ist es wohl noch zu früh. Ich bin vielleicht alt, aber ich fühle mich gar nicht so. Deshalb soll heute unsere Freundschaft gelten.

Diesen Brief, Amigo, behalte für dich! Nimm ihn erst wieder, wenn ich tot bin. Aber wenn Gloria vorher kommt, wirf ihn weg!

So weit geht Bill Hickocks Brief. Der an Dr. Randal Keene lautet:

Für meine drei Freunde.

Auch du, Randal, wirst helfen, Gloria zu finden. Ich weiß es, auf dich kann man sich verlassen. Ihr werdet fragen, wer Goria ist. Natürlich meine Tochter. Sie weiß es nur nicht. Ihr Vater war Henry Sloane, mein Mann, der leider früh starb. Und weil ich manchmal eine richtige Schlampe war und keine richtige Mutter für Gloria, habe ich sie weggegeben.

Sie ist in Philadelphia geblieben und nennt sich heute ganz anders. Vielleicht mag sie gar nicht mehr Sloane heißen. Es ist Jahre her, als ich sie das letzte Mal sah. Ich bin kaum eine Tante für sie. Sie war noch ganz klein.

Heute weiß ich, was ich ihr schulde, und ich will dafür bezahlen. Alles, was ich kann. Wenigstens im Himmel will ich meinen Frieden haben.  Ihr wisst, ich bin reich. Und ins Grab will ich nichts mitnehmen. Auch wenn ich es könnte. Es ist für Gloria und euch.

Und wieder keine Unterschrift.

Details

Seiten
120
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783738918267
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v416331
Schlagworte
betty

Autor

Zurück

Titel: Am Tag als Betty starb