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ROY MATLOCK #12: Lindas teuflischer Coup

2018 120 Seiten

Leseprobe

Table of Contents

Title Page

Lindas teuflischer Coup

Klappentext:

Roman:

ROY MATLOCK

 

Band 12

 

Lindas teuflischer Coup

 

Ein Western von Glenn Stirling

 

 

 

IMPRESSUM

 

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author/ Titelbild: Klaus Dill, 2018

Redaktion und Korrektorat: Alfred Wallon

© dieser Ausgabe 2018 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

 

 

Klappentext:

Eigentlich hatte Roy Matlock geplant, ein paar ruhige Tage in Rawlins verbringen zu können. Aber dann wird sein alter Freund Bully Jackson von der Union Pacific gefeuert, und der hat nichts Besseres zu tun, aus Wut darüber im Saloon eine Schlägerei anzufangen. Dafür landet er natürlich hinter Gittern. Das ist aber nicht der einzige Ärger, den es gibt. Denn eine abgebrühte Lady namens Linda hat es auf Matlock abgesehen. Sie hat einen teuflischen Plan und möchte Matlock auf ihrer Seite haben. Dafür verspricht sie ihm alles – und noch viel mehr …

Aber ein Mann wie Roy Matlock lässt sich von keiner Frau um den Finger wickeln. Selbst wenn sie die Sünde pur ist! Als er erkennt, was Linda im Schilde führt, beschließt er, diesen teuflischen Coup zu verhindern. Selbst wenn es deswegen in Rawlins drunter und drüber gehen sollte!

 

 

 

 

Roman:

Roy Matlock hatte das Gefühl, heute einen guten Tag zu haben. Denn gerade hatte er einige sehr nette Worte mit einer ausnehmend hübschen Lady gewechselt. Und das Gespräch hatte sich in eine Richtung entwickelt, wie es dem Eisenbahnmarshal gefiel. Matlock war ein Mann, der solche Gelegenheiten gerne nutzte. Denn sein Job war hart und gefährlich – und wenn er mal eine Chance bekam, nicht seinen Hals für die Union Pacific zu riskieren, dann waren solche Momente umso wertvoller. Deshalb war er umso glücklicher gewesen, mit der Lady ein nettes Gespräch führen zu können – und vielleicht mit der Chance auf noch etwas mehr …?

Aber ausgerechnet jetzt wollte der alte Brady drüben bei der Wells Fargo-Agentur etwas von ihm und winkte ihm ganz aufgeregt zu. Auf Maddock wirkte das so, als wenn Brady ihm etwas ganz Wichtiges zu verstehen geben wollte. Etwas, das keinen Aufschub duldete.

Teufel nochmal, dachte Roy. Sieht Brady denn gar nicht, dass ich beschäftigt bin?

„Ich komme gleich, Brady!“, rief Matlock zur anderen Straßenseite. „Einen Augenblick noch!“

Aber dazu kam es leider nicht. Denn innerhalb weniger Sekunden überschlugen sich die Ereignisse! Das Schreien und Toben einer panikartig auseinanderstiebenden Menschenmasse zog die Aufmerksamkeit Matlocks sich.

Roy Matlock hörte die ängstliche Frauenstimme der hübschen Lady längst nicht mehr. Er musste einem kleinen Jungen ausweichen, der ihn frontal gerammt hätte. Dann stürmte ein brüllender Mann haarscharf an ihm vorüber.

Plötzlich wurde geschossen. Mindestens ein halbes Dutzend Schüsse feuerte irgendein Verrückter ab. In die Luft.

Matlock sah den Kerl. Er stand mit dem Rücken zu ihm. Keine zwanzig Schritt von den vier Pferden entfernt, die sich auf einmal aufbäumten, sich mit ängstlichem Wiehern herumschwangen, in die entgegengesetzte Richtung fliehen wollten.

Die vor Angst hysterischen Tiere befanden sich in Panik. Jemand musste sie zu Tode erschreckt haben. Sie scheuten vor dem bewaffneten Mann. Und sie wagten auch nicht, in die entgegengesetzte Richtung davonzujagen. Denn dort hatten sich zwei beherzte Männer aufgebaut, schwangen die Hüte und brüllten aus Leibeskräften.

Blieben noch zwei Wege für die Tiere. Sie konnten auf den Zug losstürmen - oder durch die weit offenstehende Tür des Warteraums.

Matlock hatte den Schützen erreicht. Er hörte sein Lachen.

„Verdammter Ochse!“, schrie er, holte aus und wuchtete dem Mann die Faust zwischen die Schulterblätter.

Der Getroffene wurde von den Beinen gefegt, als hätte ihn ein Blitz getroffen. Er ging zu Boden, tauchte ordentlich mit dem Gesicht in den Dreck.

Matlock war fast heran. Da schoss wieder einer. Er stand links, zwischen den vor Angst fast wahnsinnigen Tieren und dem Zug. Er lachte. Sein Gesicht war dunkelrot. Vermutlich war der Mann voll wie tausend Mann.

Matlock bremste seinen Lauf. Eins der Pferde stob an ihm vorüber. Mit einem mächtigen Sprung in den Warteraum. Und die anderen Tiere folgten ihm, bevor jemand einschreiten konnte.

Sofort klangen vielstimmige Schreckensrufe, Angstschreie, das laute Kreischen von Frauenstimmen auf. Das Bahnhofsgebäude erzitterte bis in die Grundfesten. Fensterscheiben gingen in tausend Scherben.

Das Poltern der Hufe auf dem Holzboden war zu hören. Tische stürzten um, Stühle gingen in die Brüche. Flaschen wurden zerschlagen.

Dann schrien einige Verletzte.

Matlock stürzte in den Warteraum. Er hatte nicht einmal die Zeit, seine Augen an die veränderten Lichtverhältnisse zu gewöhnen, als ihn nach einem ungewöhnlich lauten Bersten und Krachen eine Lichtfülle blendete.

Das ganze Gebäude schien einzustürzen. Es bebte und krächzte in allen Fugen.

Dann war es auf einmal verdammt still. Der Hufschlag war nur als sich rasch entfernendes Poltern draußen auf der Straße zu vernehmen.

Die Tiere hatten die Holzwand durchbrochen.

Nur noch das Schreien einiger Verwundeter gellte in den Ohren des Eisenbahnmarshals. Die anderen Reisenden, die hier auf die Abfahrt des Zuges warteten, standen wie erschlagen da, starrten mit weit aufgerissenen Aügen auf das riesige Loch in der Wand. Kalkweiß im Gesicht. Zu keiner Bewegung fähig.

Nicht anders benahm sich der Mann hinter dem Tresen. Auch er schien nicht glauben zu können, was er sah. Schreckensbleich umklammerte er eine Whiskyflasche, während er sich mit der anderen Hand am Tresen festhielt.

Matlock machte kehrt. Er verließ den Warteraum. Und keine vier Schritte von der Tür entfernt stieß er auf den Mann, der durch seine Schüsse dafür gesorgt hatte, dass die Tiere in den Warteraum stürmten.

Roy blieb stehen. Er sah den aus voller Brust lachenden Burschen mit einem kalten Lächeln auf den Lippen an.

„War ein toller Spaß, Bruder, was?“

Der Angesprochene japste. Er amüsierte sich köstlich, brauchte eine Weile, bis er heftig nickend herausbrachte: „Ja, Mann, das war der beste Scherz, den ich jemals ...“

Matlocks Lächeln verflüchtigte sich.

„Wirst gleich einen besseren erleben“, knurrte er. Und da zuckte seine Rechte nach vorn. Blitzschnell. Der andere sah die geballte Faust gar nicht kommen. Er reagierte nicht einmal.

Mit voller Wucht schlug dieser Hammer am Kinn des noch immer lachenden Mannes ein. Sie schmetterte die Kinnlade herunter, bis sie vom Brustbein gebremst wurde. Und die Linke, schräg nach oben gezogen, verlieh erst dem Schädel, dann dem ganzen Körper des überraschten Mannes eine schwungvolle Drehung. Er hob die Arme, setzte zu einer geradezu graziösen Pirouette an, die jedoch schon nach einer vollen Drehung abrupt endete, weil die Beine des Getroffenen nachgaben.

Mit dumpfem Gepolter landete der Ohnmächtige auf dem Boden.

Matlock sah die Genugtuung im Gesicht eines Zuschauers. Aber als er sich bückte, um seinen Hut aufzuheben, hörte er stampfende Schritte.

Hastig richtete sich der Eisenbahn-Marshal wieder auf.

Früh genug, den wütend schnaubenden Burschen zu bremsen, den er knapp eine Minute vorher zu Boden geschlagen hatte.

„Du lausiger Dreckskerl!“, brüllte jener. Das passte gar nicht zu seiner eleganten Kleidung, die Matlock beinahe hätte vermuten lassen, dass auch die in dem feinen Stoff steckende Figur von einiger Höflichkeit sein musste.

Roy kniff die Augen zu.

„Du meinst mich?“, fragte er nachdenklich.

Die Ruhe brachte den anderen aus der Fassung.

„Verdammt, du bist wohl von einem Affen gebissen worden, Mann? Was fällt dir ein, mich zusammenzuschlagen? Ich werde ...“

Matlock hob die Hand.

„Überleg dir, was du sagst, mein Freund! Ich mag’s nicht, wenn mir einer droht, klar? Und ich mag’s noch weniger, wenn einer die Schnauze weiter aufreißt, als er eigentlich sollte! Setz deinen Hut auf, dreh dich um und hau ab!“

Ein zorniges Funkeln ließ die Augen des anderen leuchten. Seine Zähne mahlten aufeinander. Er kaute auf der Unterlippe, stieß schnaubend die Luft aus.

„Und wenn ich es nicht tue?“, fragte er herausfordernd.

„Dann kriegst du einen Tritt in den verlängerten Rücken, dass dir keine Hosen mehr passen, Junge.“

In der Menge der Neugierigen, die jetzt näher herankamen, lachte einer laut und meckernd.

„Nicht übel! Verdient hätte er es schon eine Ewigkeit, Mann!“

Matlock kümmerte sich nicht um den Schreihals. Er rechnete nicht damit, dass sein Gegenüber das Feld räumen würde. Schließlich musste er seine verlorene Ehre wieder herstellen.

Aber bevor er sich überlegt hatte, wie das am ersten zu machen war, lenkte das Dröhnen einer tiefen, grollenden Bassstimme die Aufmerksamkeit Matlocks und seines Gegners ab.

„Was sagst du dazu, Mann! Da sieht’s aus, dass dir das kalte Grausen kommt!“

Ein Hüne bahnte sich mühelos einen Weg durch die dicht gedrängten Menschen. Es sah beinahe aus, als bewegte er sich durch ein wogendes Weizenfeld, so leicht kam er voran, während sich die Gaffer unsanft nach links und rechts gestoßen fühlten.

Matlock schmunzelte, als er Bully sah.

Und Bully Jackson, der Heizer, hob die Hand und winkte ihm zu.

Diesen Moment sah der Widersacher Matlocks als günstig an.

Mit einem raschen Satz hechtete er sich nach vorne. Beide Fäuste schossen auf Matlocks Gesicht zu.

Roy blieb stehen. Er beugte nur den Oberkörper nach links. So weit, dass die Fäuste ihn verfehlten. Lediglich die Rechte des Angreifers streifte ihn schwach am Oberarm.

„Hampstead greift an!“, brüllte der Mann, der schon vorher durch sein meckerndes Gelächter aufgefallen war.

Die Worte waren noch nicht verklungen, da trat Matlock zu. Er fegte die Beine des anderen weg. Seine Handkante fuhr herunter wie ein Schwert. Sie traf die Schulter Hampsteads, dass der stürzende Mann laut aufbrüllte. Er musste erneut Staub schlucken.

Um sich schlagend versuchte er, sich auf den Rücken zu drehen.

Matlock bückte sich. Er packte Hampsteads Hemd, unterstützte dessen Bemühungen, schleuderte ihn auf den Rücken.

Hampstead war ein gerissener Bruder. Obwohl seine Schulter höllisch schmerzte, wollte er nicht aufgeben. Er sah Matlocks Stiefel. Und aus den Augenwinkeln heraus hatte er die Gesichter einiger Freunde erblickt.

„Macht ihn fertig!“, schrie er auf. Gleichzeitig packte er Matlock am Bein, drehte mit aller Kraft nach außen.

Matlock schaffte es nicht, den Fuß rechtzeitig zurückzuziehen. Er hatte nicht erwartet, dass sein Gegner einen neuen Angriff riskierte.

Schon raste ein glühender Schmerz durch seinen Knöchel, zog sich übers Knie herauf bis in den Oberschenkel und die Hüften.

Matlock musste der Drehung folgen. Er wirbelte herum.

Aber bevor er sich fallen ließ, klappte er die Hacken zusammen.

Hampsteads Hand befand sich zwischen den Stiefelabsätzen. Und um ein Haar wäre sie zerquetscht worden.

Erneut schrie der Mann auf. Er ließ los, hatte keine Kraft mehr. Aber er dachte noch an seinen Revolver, der im Holster steckte.

Und danach wollte er greifen.

Matlock warf sich herum. Er ließ sich mit dem ganzen Körpergewicht auf den Gegner fallen.

Hampsteads Lungen entwich die Luft mit dem pfeifenden Geräusch eines undichten Dampfkessels. Er brachte die Hand mit der Waffe gar nicht erst hoch. Matlocks Faust ließ ihn die Augen verdrehen. Dann rollte sein Kopf zur Seite.

Die Männer, die Hampstead zu Hilfe gerufen hatte, fünf raubeinige Burschen, die wild entschlossen waren, Matlock auseinanderzunehmen, eilten herbei.

Noch konnte sich Roy nicht um sie kümmern.

Aber Bully Jackson sah die Gefahr. Und er handelte.

Suchend sah sich der Hüne ein paar Atemzüge lang um. Und da er außer einem morschen Hitchrack nichts ausfindig machen konnte, was er in der Eile als wirksame Waffe gegen fünf Schläger benützen sollte, packte er entschlossen den Querbalken des Hitchracks. Mit einem harten Ruck riss er ihn herunter. Und während die erstaunte Meute blitzschnell Platz machte, stampfte Bully auf die fünf Kerle zu, die sich auf Matlock stürzen wollten.

„He, hier spielt die Musik!“, brüllte er die Burschen an.

Zwei von ihnen fuhren herum. Sie stießen mit den Händen zum Holster hinunter.

Aber ihre Finger berührten die Griffschalen der Revolver noch nicht, als Bully den Balken über den Kopf schwang. Er ließ ihn kreisen, ging noch rasch zwei Schritte vor.

Ein mächtiger Schlag. Zwei Männer wurden wie von einem Katapult hoch in die Luft geschleudert, überschlugen sich und landeten krachend an der Wand des Stationsgebäudes.

Die drei anderen hofften, diesem auf sie zusausenden Ungetüm zu entkommen, indem sie sich bückten.

Ihren Irrtum erkannten sie viel zu spät. Dann nämlich, als Bully seine mehr als zwei Mannslängen mächtige Waffe senkte und sie ebenfalls damit gut und gern zehn Schritte weit fliegen ließ.

Nur einer wurde nicht voll getroffen. Er torkelte umher, drehte sich schreiend um die eigene Achse, suchte vergeblich seinen Gegner noch einmal auszumachen.

Da sauste der Balken zum dritten Mal herum.

Jetzt schmetterte er auch in den Leib diese Kerls, ließ den Mann zusammenklappen wie ein Taschenmesser. Der Balken nahm ihn ein Stück mit. Dann bemächtigte sich die Fliehkraft des Schurken. Sie war so stark, dass der Freund Hampsteads wie ein Wurfgeschoss in die Menge der Neugierigen flog und mindestens sechs Leute zu Boden riss.

Matlock lachte, als er Bullys Kraftakt sah. Er richtete sich auf.

Da jedoch wurde ihm siedend heiß klar, dass Bully den ungeheuren Schwung nicht so einfach bremsen konnte.

Der Balken sauste abermals heran.

Matlock ließ sich geistesgegenwärtig fallen. Um ein Haar entrann er einem teuflischen Schlag.

„Verdammter Narr!“, schrie er erbost.

Bully schnaubte. Er bremste den Schwung.

Da richtete sich Roy abermals auf.

Schon wieder kam der Balken.

Ausgerechnet in einer Höhe, bei der sich Roy nicht entscheiden konnte, ob er sich wieder auf die Erde werfen oder ob er springen sollte, um nicht umgerissen zu werden.

Er entschied sich fürs Springen.

Und Bully, der nichts weniger wollte, als seinen Freund niederzuschlagen, war gezwungen, in letzter Sekunde das Unglück zu verhindern. Er sah, dass Roy sich den Bruchteil einer Sekunde zusammenkauerte. Da war Bully sicher, dass sich Matlock wieder zu Boden werfen wollte.

Also schwang er den Balken nach oben.

Und unglücklicherweise traf er Roy damit an den Unterschenkeln.

Ein Schrei ging durch die Menge.

Roy wirbelte durch die Luft wie der beste Akrobat eines Wanderzirkus. Er überschlug sich gestreckt in der Luft. Zweimal. Und dann schlug er, zusammengerollt wie ein Igel, auf dem Boden auf, vollführte hier noch einige Rollen, bis er schließlich liegenblieb wie tot.

Bully ließ den Balken fallen.

„Scheiße!“, schrie er so laut, dass einigen Ladies empörte Seufzer von den Lippen gerissen wurden.

Er rannte zu Matlock, ließ sich neben ihm auf die Knie nieder.

Da kam aber Roy schon wieder hoch.

„Arschloch!“, fauchte er Bully an. „Kannst du deine dämlichen Augen nicht aufmachen. Mann? Ich habe nichts dagegen, wenn du solchen Idioten den Schädel einschlägst! Aber auf mich könntest du wenigstens Rücksicht nehmen!“

Bully bedauerte diesen Zwischenfall zutiefst. Er bekam vor Verlegenheit und Reue einen roten Kopf.

„Tut mir leid, Roy“, sagte er heiser. „Tut mir verdammt leid. Aber wenn du dich wenigstens früher entschieden hättest, ob du springen oder tauchen willst, Mann, dann wäre doch ...“

Roy ließ sich von dem Hünen auf die Beine helfen. Er rieb sich die Handgelenke, ging dann einige Schritte und nickte schließlich halbwegs zufrieden.

„Die Knochen scheinen ja noch ganz zu sein“, brummte er.

Da war Bully getröstet. Er gab ein zufriedenes Grunzen von sich.

„Bin ich froh, Mann. He, was war eigentlich los hier, Roy?“

Der Eisenbahn-Marshal zuckte die Schultern.

„Werd’ ich dir später erzählen. Mal sehen, was denen da drinnen alles fehlt. Diese Schwachköpfe haben Pferde in den Warteraum getrieben. Wenn ich das richtig mitgekriegt habe, ist jemand verletzt worden.“

Aus den Augenwinkeln registrierte er, dass Brady zwischenzeitlich herübergekommen war. Aber egal, was er Matlock auch mitteilen woollte – er unterließ es, als er den grimmigen Blick des Eisenbahn-Marshals bemerkte.

Sie stapften in den Warteraum.

Das Durcheinander war verheerend. Aber abgesehen von einigen Schürfwunden und einigen Blutergüssen hatten die von den hereinstürmenden Tieren überraschten Reisenden keine Verletzungen davongetragen.

Bully und Roy schoben sich an den Tresen.

Der Stationsvorsteher hatte seinen Schreck noch nicht verwunden. Er stand zitternd da, noch immer die Whiskyflasche in der Hand.

Roy gab dem Mann einen Stoß.

„Mensch, jetzt fang dich wieder, Bill! Lebst ja noch, alter Haudegen!“

Bully nahm dem Mann die Whiskyflasche aus der Hand.

„Schätze, wir haben uns einen Schluck verdient, was?“

Er goss zwei Gläser voll, reichte eins davon seinem Freund, hob seins an die Lippen, zwinkerte Roy zu und kippte es in einem Zug hinunter.

Roy leerte sein Glas ebenfalls. Dann noch ein zweites.

Als er das leere Glas auf den Tresen stellte, stand ein untersetzter Typ neben ihm. Er hatte einen buschigen Oberlippenbart. Auf der Stirn standen dicke Schweißperlen.

„Du da!“, sagte er, wobei er auf Roy deutete, „du hast da draußen zwei Männer zusammengeschlagen.“

Matlock runzelte die Stirn. Ganz langsam drehte er sich herum.

„Du da“, äffte er den Ton des anderen nach, auf dessen Brust er den Sheriffstern gesehen hatte, „hast das ganz richtig erfasst. Aber wenn du dir einbildest, dass du hier Stunk machen kannst, dann zeig’ ich dir, wie wir von der UPRR unerwünschten Gästen das Laufen beibringen!“

Der Ton des Marshals war dem Sheriff in der Seele zuwider. Aber er schluckte das gallige Gefühl hinunter, würgte den Geschmack in die Kehle.

„Ich bin der Sheriff hier“, sagte er gepresst. „Johnson. Da hat sich jemand bei mir beschwert. Komm mit, weil ich ein Protokoll aufnehmen muss.**

Roy schlug seine Jacke zurück, dass sein Marshal-Abzeichen zu erkennen war.

„Das hier ist Bahngelände, Sheriff. Und was hier los ist, geht Sie nichts an. Ich bin kein Unmensch. Aber ich seh’ wirklich nicht ein, was sich ein Sheriff da einmischen soll. Und ...“

Bully gab Roy einen leichten stoß in die Rippen.

„Tu ihm doch den Gefallen, Roy. Begleite ihn. Der Mann muss auch seine Pflicht tun. Mach ihm die Arbeit nicht noch schwerer.“

Sheriff Johnson wischte sich den Schweiß ab.

„Ihr Freund hat recht“, sagte er halblaut. „Ist ja nur ’ne Kleinigkeit, Marshal. Aber Sie ersparen mir eine Menge Arbeit.“

Roy schielte zu Bully. Dann musterte er den Sheriff eine Weile.

„Das hört sich freundlicher an“, stellte er fest.. „Gut, will ich mal nicht so sein, Sheriff. Gehen wir!“

 

*

 

Roy Matlock hatte mit allem gerechnet, nur nicht mit der Hinterlist des Sheriffs von Rawlins. Der Lumpenhund deutete auf einen Stuhl in seinem Office. Und als Roy Platz genommen hatte, ging der Gesetzeshüter hinter seinen Schreibtisch.

Plötzlich hatte der Schurke einen Revolver in der Faust. Und den richtete er auf Matlock.

„So“, sagte er höchst zufrieden, „und jetzt red’ ich mit dir in dem Ton, in dem man mit Kerlen von deinem Schlag reden sollte. Los, schnall deinen Gurt ab! Und wenn du auf die Idee kommst, dass du auch nur den Hauch einer Chance hast, dann brenn’ ich dir so viele Löcher in den dreckigen Pelz, dass du aussiehst, als wenn dich die Motten angeknabbert hätten.“

Roy war völlig perplex. Er starrte den Gesetzeshüter an wie ein seltenes Tier.

„Du spinnst“, entfuhr es ihm plötzlich.

„Abschnallen!“

Hart kam diese Aufforderung von Johnson.

Langsam tastete Matlock nach der Schnalle seines Waffengurtes. Er zögerte noch. Der Kerl vor ihm machte Ernst. Er ließ nicht mit sich scherzen.

„Wird’s bald?“

„Ratte!“

Roy öffnete die Gurtschnalle. Er ließ den Gurt zu Boden fallen.

„Gut. Und jetzt in die Zelle! Los, du komischer Marshal! Ich werd’ dir beibringen, wie man sich benimmt, wenn man in einer anständigen Stadt unter anständigen Bürgern ist. Ihr verdammten Lumpen von der Eisenbahn benehmt euch, als wenn euch die ganze Welt gehören würde. Das hab’ ich gefressen, Mann! Kerle wie du gehen mir auf den Keks.“

Roy war sauer. Am liebsten hätte er Gift und Galle gespien. Aber für den Augenblick saß er am kürzeren Hebel. Er musste die Aufforderung des Sheriffs befolgen.

Langsam ging er vor dem Sternträger her zu der einzigen Zelle, die nur durch einen Mauervorsprung vom eigentlichen Office abgetrennt war.

„Was wirfst du mir eigentlich vor, Johnson?“

„Wirst du früh genug erfahren!“

„Ich will’s aber jetzt wissen. Sofort, verstehst du!“

„Schnauze, Mann! Hinein mit dir, sonst mache ich dir Schwimmhäute!“

Matlock trat in die Zelle. Er sah mit Zähneknirschen, wie der Gesetzeshüter die Gittertür ins Schloss warf und den Schlüssel umdrehte.

„Johnson, ich will dir ein Geheimnis verraten“, sagte er leise, als sich der Sheriff anschickte, zu seinem Schreibtisch zurückzugehen.

„Will ich gar nicht wissen“, gab der Angesprochene grob zurück. „Schluck’s runter!“

„Aber ich sag’s dir trotzdem. Ich denk’ nämlich, das solltest du unbedingt wissen, damit du dich schon mal darauf einstellen kannst.“

Johnson wurde neugierig. Offenbar hatte das Geheimnis, von dem Matlock redete, etwas mit ihm zu tun.

„Also, dann spuck’s schon mal aus.“

Roy grinste.

„Es ist ’n Schwur, Johnson.“

„Ach?“

„Ja. Und dein dämliches Grinsen wird zu Sülze, wenn du hörst, was für einer.“

„Dann sag’s doch!“

„Hör genau zu, Johnson! Ganz genau! Und merk dir jedes Wort davon! Du sollst nicht sagen, dass du nicht Bescheid gewusst hast!“

„He, tu nicht, als wenn du die Weisheit mit dem Löffel gefressen hättest! Willst dich ja nur aufspielen. Bellende Hunde beißen nicht. Du kennst das Sprichwort doch, wie?“

„Sei still, Johnson! Hör zu! Ich mach’ dich zur Schnecke! Die ganze Stadt wird über dich lachen.“

Johnsons Grinsen wurde unsicherer. Er schluckte beklommen.

„Scheint, dass du was verwechselst! Über dich werden sie lachen. Nicht über mich. Weil du nämlich da hinter Gittern verdammt wenig anrichten kannst.“

„Ich bin schneller draußen, als du denkst. Und du wirst dich verdammt bald daran erinnern, was ich dir eben gesagt habe.“

Johnson winkte ab.

„Gewäsch“, brummte er. „Nichts als dummes Gewäsch.“

Matlock ließ sich auf die Holzpritsche nieder. Er suchte nach dem Tabaksbeutel. Nachdenklich drehte er sich eine Zigarette.

Er schielte ein paar Mal auf den Sheriff, der sich auf den Schreibtisch gesetzt hatte und über irgendwas nachdachte.

Plötzlich stand der Gesetzeshüter auf und verließ das Office.

Matlock steckte den Glimmstengel an.

Die Lage war reichlich beschissen. Er hätte nicht auf den Ratschlag des gutmütigen Bully Jackson hören sollen. Bully war ein Mensch, der das Herz auf dem rechten Fleck hatte. Aber der Hinterlist eines Johnson war der Riese nicht gewachsen.

 

*

 

Der Zug hatte vier Stunden Aufenthalt in Rawlins. Sie mussten warten, bis der Güterzug aus der Gegenrichtung den Bahnhof passiert hatte, bevor sie die Fahrt fortsetzten.

Nicht viel Zeit. Denn es erschien Roy fraglich, ob Bully in diesen vier Stunden überhaupt auf den Gedanken kam, dass Johnson seinen Freund Roy überlistet hatte.

Wenn Matlock nur gewusst hätte, was der Sheriff eigentlich beabsichtigte. Wenn dieser lausige Schurke zumindest gesagt hätte, was man ihm vorwarf, dann hätte sich Roy was überlegen können.

Johnson war noch nicht einmal eine Minute aus dem Office, als er wieder hereinpolterte.

Matlock verzog das Gesicht. Aber gleich darauf malte sich Überraschung auf seiner Miene.

Denn hinter dem Gesetzeshüter betrat eine schwarz gekleidete hübsche Frau den Raum. Sie war gertenschlank, bewegte sich elegant, graziös. Eine Klassefrau. Ihr Gesicht war rassig geschnitten. Sie hatte dunkles Haar, das hochgesteckt war. Sie trug einen weiten Hut mit einem Schleier, der fast das ganze Gesicht verdeckte.

Roy wurde neugierig. Ihre Augen, die hinter diesem feinen Schleier glänzten, mussten schwarz sein. Ganz schwarz. Wie ihr Haar.

Was für ein Zusammenhang bestand zwischen dieser Frau und dem Sternträger? Sie kannten sich. Soviel stand fest. Und Johnson hatte offenbar eine unheimliche Achtung vor ihrer Erscheinung. Er benahm sich eitel wie ein Pfau, ging so gespreizt, als wenn er zwei Tage ununterbrochen im Sattel gesessen hätte, und er spielte den vollendeten Kavalier mit geradezu lächerlicher Unbeholfenheit.

Er wollte Eindruck schinden. Wollte den großen harten Gesetzeshüter herausstrecken. Und es sah auch ganz so aus, als wäre er auf die Frau scharf wie ein eisgehärtetes Rasiermesser.

Ein Wunder wäre es in Matlocks Augen nicht gewesen. Denn sie sah sagenhaft hübsch aus. Ein Mädchen, für das Roy mehr Zeit aufgebracht hätte, als eine Nacht dauert.

„Da drinnen ist der Kerl, Ma’am“, brummte Sheriff Johnson und wies mit einer flüchtigen Geste auf die Zelle, in der Matlock sich aufhielt.

Ein kurzer Blick traf den Eisenbahn-Marshal. Ein durchdringender und prüfender Blick. So zumindest kam es Roy vor.

„Ist gut, Johnson. Ich denke, ich sollte mich mit ihm einmal unterhalten.“

Johnson runzelte die Stirn.

„Mit diesem Kerl?“, fragte er heiser. „Wenn Sie mich fragen, Miss Linda, den würd’ ich keines Blickes würdigen. Der ...“

Sie wirkte fast heiter, als sie sagte: „Ich frage Sie aber nicht, mein Lieber. Und jetzt lassen Sie uns doch allein, nicht wahr?“

Während sie ihn so liebenswürdig aufforderte zu verduften, steckte sie ihm einen Geldschein zu.

Johnson räusperte sich. Er war sehr verlegen, andererseits aber auch sehr froh, dass sie ihm eine solche finanzielle Zuwendung machte. Sein Gehalt als Sheriff dieser Stadt war offenbar nicht zu reichlich bemessen.

Johnson sah das Geschenk aber auch irgendwie als Verpflichtung. Er stapfte mit hartem Schritt bis zur Zelle.

„He, damit wir uns recht verstehen, Matlock, wenn du dich nicht anständig benimmst, mach’ ich dich zur Schnecke!“

Roy spie verächtlich einen Strahl in die Ecke der Zelle.

„Mach die Fliege, Froschkönig!“

Johnson bekam einen roten Kopf. Aber er machte kein großes Theater. Die Anwesenheit von Miss Linda, wie er die rassige Erscheinung nannte, hielt ihn davon ab. Er drohte verstohlen mit der geballten Faust. Das jedoch rang Matlock nur ein spöttisches Grinsen ab.

Als die Tür hinter Johnson ins Schloss gefallen war, ging Linda auf die Zelle zu. Langsam und sehr vornehm war ihr Gangwerk. Ihr Kopf war hoch erhoben.

Matlock wartete gespannt darauf, dass sie endlich den Schleier zurückschlagen würde. Doch diese Absicht schien Linda gar nicht zu haben.

Vor dem Gitter blieb sie stehen. Wieder glänzten ihre Augen, als sie ihn ansah.

Matlock war neugierig. Verdammt neugierig sogar. Aber er bezähmte die Ungeduld. Und er hielt ihrem Blick stand.

„Na?“, sagte sie mit melodischer Stimme. „Man hört nicht das Beste von einem gewissen Matlock.“

„Leider kann ich die vielen Dankschreiben nicht zeigen, aber das ließe sich nachholen. Dankschreiben von Ladies selbstredend“, erklärte er grinsend. „Was für ein Glücksfall verschafft mir Ihren appetitlichen Anblick?“

Sie reagierte nicht auf seine saloppe Art, sie anzusprechen. Nur ein schwaches Lächeln umspielte ihre Lippen. Und dann dann tat sie endlich etwas, worauf Roy Matlock schon sehnlichst gewartet hatte: Sie lüftete den Schleier, der die Hälfte ihres hübschen Gesichts verborgen hatte.

Roy stieß unwillkürlich einen Pfiff aus.

Sie lächelte geschmeichelt. Ihre vollen Lippen kräuselten sich ein wenig.

„Galt das mir?“

„Das würd’ ich meinen. Haben Sie keine Lust, mir in der Zelle Gesellschaft zu leisten, Linda? Sie haben absolut meine Kragenweite. Und da bereue ich fast, dass ich mich von diesem Esel Johnson hab’ einsperren lassen. Aber ich lade Sie ein...“

Sie wehrte mit einer Handbewegung ab.

„Ich glaube nicht, dass es mir viel Vergnügen machen würde.“

„Das halte ich für einen echten Denkfehler“, erwiderte Roy. „Eine Stunde mit mir, und es wäre die Erfüllung eines Traums der Träume für Sie, Lady.“

„Sie nehmen kein Blatt vor den Mund, was?“

„Ich wüsste nicht, warum, Linda. Eine Frau wie Sie hat ganz bestimmte Absichten und Beweggründe, wenn sie zu einem wildfremden Mann ins Jail kommt. Also, wie kann ich Sie verwöhnen?“

Sie unterbrach ihn.

„Ach, Sie denken, ich bin auf ein Schäferstündchen gekommen?“

„Sagen wir zumindest mal: mir wäre diese Vorstellung ausgesprochen angenehm. Holen Sie den Schlüssel vom Schreibtisch, dann steht uns nichts mehr im Wege!“

„Warum sollte ich nicht?“

Linda wandte sich ab und ging zum Schreibtisch des Sheriffs. Als sie zurückkam, hatte sie den Zellenschlüssel in der Hand. Sie lachte auf, als Matlock sie ungläubig anstarrte.

„Was ist? Hat es Ihnen jetzt die Stimme verschlagen?“

Roy schluckte.

„Kann man wohl sagen. Sie kommen wirklich herein?“

„Klar. Wollen Sie jetzt wieder aussteigen?“

Matlock schüttelte den Kopf. „Worauf warten Sie noch?“

„Darauf, dass Sie mir versprechen, nicht zu türmen, wenn ich jetzt aufschließe und hineinkomme.“

Roy setzte sich auf die Pritsche. „Wo werde ich? Ich denke nicht daran, aus der Zelle zu verschwinden, wenn ich so reizvolle Gesellschaft habe. Kommen Sie schon!“

Sie sperrte auf. Dann schloss sie hinter sich wieder ab und ließ den Schlüssel im Schloss stecken.

Mitten in der Zelle blieb sie stehen. Die kleinen Fäuste in die Hüften gestemmt. Die Brust herausfordernd nach vorn geschoben, dass sich die prallen Hüften unter dem dünnen Stoff noch üppiger ausnahmen, als sie in Wirklichkeit waren. Am Ausschnitt quoll diese Köstlichkeit über die Nähte.

„Na?“, sagte sie herausfordernd. Matlocks Blicke konnten sich nicht so rasch von diesen Reizen lösen. Langsam tasteten sie die hügeligen Regionen ab, wanderten dann bis zum schlanken Hals hinauf, tasteten sich wieder nach unten, über die Alabasterkugeln, die Taille hinab, wo allerdings schon die meiste Arbeit der Fantasie überlassen blieb. Doch sie war geschult und zeigte Roy Matlock einen makellosen, schlanken, aufreizenden Frauenkörper. Eine hübsche Wespentaille, gerundete Hüften und einfach hinreißende Oberschenkel.

Das zog ihn geradezu hoch. Er ging auf Linda zu. Nicht zu hastig, aber sehr zielbewusst. Und seine Augen drückten aus, was plötzlich mit ihm los war.

Unmittelbar vor Linda blieb er stehen.

Sie sah ihn erwartungsvoll an. Machte Andeutungen, als wollte sie zurückweichen. Aber das war nur gespielt.

„Aber ...“

Weiter konnte sie nicht sprechen. Schon hatte Roy seine Arme um sie gelegt, zog sie an sich. Seine Lippen fanden die von Linda.

Keine spröden, trockenen Frauenlippen, sondern weiche, einladend feuchte Lippen, die auf den seinen brannten. Sie öffneten sich bereitwillig, umschlossen seine Zunge, die dazwischendrang und dann auf die flinke Zunge von Linda stieß, mit der sie sich ein erregendes Gefecht lieferte.

Der Kuss dauerte lange.

Aber Matlock war nun einmal das Feuer in die Lenden gefahren wie ein Blitz. Und er konnte sich nicht mit einem Kuss begnügen.

Kaum merkte er, dass Linda durch seinen Kuss in hochgradige Erregung versetzt wurde, löste er die Umklammerung. Er hatte noch die Rechte um ihre schlanke Taille, massierte ihre Hüften und die sanften Erhöhungen, die Lindas schmalen Rücken fortsetzten. In der Zwischenzeit hatte sich seine Linke bereits einen Weg durch dünnen Stoff gebahnt, hatte sich vorgeschoben bis zum höchsten Gipfel jeher samtweichen Hügel, die so aufregend zum Schlüsselbein hin ausliefen.

Erst einmal dort angelangt, entlockten seine schmeichelnden Finger, die feurig und doch außerordentlich zartfühlend Köstlichkeiten verteilten, Linda inbrünstiges Stöhnen. Sie bekam kleine rote Flecken auf den Wangen. Ihre Augen glänzten nicht mehr, sie leuchteten. Aber nicht mehr in einem spöttischen Glanz, sondern in einem gierigen Flackern.

Rasch ging der Atem der Frau. Ihr Körper wand sich, rieb sich an dem von Matlock.

Linda schien lichterloh zu lodern in dem Feuer der Wollust, das der Mann in ihr entfachte. Denn als Matlock sich mehr Bewegungsfreiheit verschaffen und zu diesem Zweck die Knöpfe vom Ausschnitt an abwärts öffnen wollte, war sie ihm behilflich. Sie flüsterte ihm auch mit vibrierender Stimme ins Ohr, wo er die Schleife finden konnte, die den hinreißenden Kugeln auf der Frontpartie den nötigen Halt gewährte, indem sie ein Mieder zusammenhielt.

Matlock hatte einige Übung in der Behandlung weiblicher Dessous. Der zweite Kuss, wilder und stürmischer als der erste, mochte an die zehn Sekunden gedauert haben, als seine Hand bereits Zwischenraum zwischen einem hinreißenden Frauenleib und einem abstoßenden Mieder geschaffen hatte.

Linda zitterte heftiger. Ihre Hüften, ihre Schenkel drängte sie an Matlock, rieb sie an seinem Bein.

Details

Seiten
120
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783738918144
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2018 (März)
Schlagworte
matlock lindas coup

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Titel: ROY MATLOCK #12: Lindas teuflischer Coup