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Hal Lannigans Kampf

2018 120 Seiten

Leseprobe

Table of Contents

Title Page

Hal Lannigans Kampf

Klappentext:

Roman:

Will Coleman

 

Hal Lannigans Kampf

 

 

 

IMPRESSUM

 

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author/ Titelbild:

Redaktion und Korrektorat: Alfred Wallon

© dieser Ausgabe 2018 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

 

 

 

Klappentext:

Hal Lannigan will seinen alten Freund Jim Howard besuchen, mit dem er im Bürgerkrieg zusammen gekämpft hat. Seitdem haben sich die Freunde aus den Augen verloren, und nun wird es höchste Zeit, das zu ändern. Nachdem Lannigan erfahren hat, wo Howard lebt, reitet er los. Aber die erste Begegnung verläuft ganz anders als es Lannigan gehofft hat. Denn Jim Howard arbeitet für einen einflussreichen Geschäftsmann namens Calhoun und hilft ihm, seine Macht weiter auszubreiten. Lannigan steht Calhoun im Weg und soll umgebracht werden. Aber kann Howard das wirklich zulassen? Jetzt schlägt die Stunde der Entscheidung, und Howard muss sich entscheiden. Für das Gesetz oder das Unrecht!

 

 

 

 

Roman:

Marshal Hal Lannigan weiß, dass es gleich Ärger geben wird. Als er vor einer halben Stunde beschlossen hat, seine Runde durch die Stadt ein wenig vorzuziehen, hat er vermutlich schon geahnt, dass es sehr bald zur Sache gehen wird.

Lannigan ist ein erfahrener Gesetzeshüter, und er kennt die meisten Menschen hier. Es gibt ruhige und friedfertige Bewohner in der Stadt – aber durchaus auch den einen oder anderen Hitzkopf, der immer dann über die Stränge schlagen will, wenn er die Gelegenheit für richtig hält. Egal, ob er sich dadurch Ärger mit dem Gesetz einhandelt oder nicht!

Noch ist alles ruhig, als der Marshal den Saloon betritt und in Richtung Theke geht. Der eine oder andere Gast hat den Gesetzeshüter natürlich schon bemerkt. Aber wohl nicht die Gruppe von Cowboys, die Lannigan ganz besonders im Auge behält. Und er weiß, warum er das tut!

Lannigan lehnt mit dem Rücken am Tresen des Atlanta-Saloons und beobachtet aus schmalen Augen eine Gruppe Cowboys, die ziemlich viel getrunken haben und jetzt dabei sind, Krach anzufangen.

Das große Wort führt ein sehniger Cowboy, der sich stark fühlt.

Marshal Hal Lannigan hat nichts gegen solide Prügeleien, wenn sie draußen auf der Straße stattfinden. Dort ist Platz genug, wo die Boys ihren überschüssigen Dampf ablassen können. Aber er hat etwas dagegen, wenn eine Prügelei in einem Saloon angefangen wird.

Der Cowboy fühlt sich von dem Boy, der ihm gegenübersteht, beleidigt. Seine rechte Faust zuckt hoch und trifft den anderen so hart am Kinn, dass es den einen halben Zoll hoch von den Sohlen hebt und er dann rückwärts auf die Dielen kracht.

Alle Gäste, die am Tresen stehen, spritzen seitwärts, denn sie wissen genau, wie es weitergeht.

Sobald der Boy, der auf den Dielen liegt, die Augen aufmacht und zu Verstand kommt, wird er seinen Colt ziehen und auf den anderen schießen.

Auch die Gäste, die in der Stadt wohnen und ihren Marshal kennen, warten. Es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn in Gegenwart des Marshals Hal Lannigan eine Schießerei stattfindet.

Auch die fremden Cowboys können sich nicht vorstellen, dass ein Mann, der den Stern des Gesetzes trägt, untätig zusieht, wie zwei angetrunkene Boys aufeinander schießen. Sie erwarten, dass der Marshal jetzt seinen Colt zieht.

Marshal Lannigan greift natürlich ein - aber anders, als es die meisten von ihm erwarten.

Er wirft den großen und starken Cowboy einfach raus - und zwar macht er das ganz allein mit der linken Hand.

Fast niemand kennt den Trick, denn der Marshal hat ihn hier in der Stadt noch nie angewendet, weil er erst etwas über ein halbes Jahr hier ist.

Es ist ganz einfach, und Hal Lannigan zeigt es, wie es gemacht wird.

Er macht den langen Schritt, packt mit der linken Hand den Waffengurt im Rücken des Großen und zieht ihn rückwärts. Er geht einfach mit ihm los.

Well, und wenn ein Mann, er mag noch so groß und stark sein, rückwärts'gezogen wird, dann hat er zwei Möglichkeiten. Die erste ist, dass er rennt, mit den Armen wild in der Luft umherrudert, um das Gleichgewicht zu halten - denn umdrehen kann er sich nicht, oder er stürzt.

Well, und da ist die zweite Möglichkeit - ein Mann kann sich fallen lassen. Aber dann ist er ebenfalls wehrlos, weil der andere immer in seinem Rücken oder an der Seite, vor allem aber auf den Füßen bleibt.

Hal Lannigan richtet das Tempo so ein, dass der Große gerade noch sein Gleichgewicht halten kann, ohne zu stürzen. Und so geht er mit dem großen und starken Mann rückwärts quer durch den ganzen Saloon bis zur Tür.

Als er sie erreicht hat, brüllen die anderen vor Lachen, weil sie so etwas noch nie gesehen haben - und sie drängen nach. Schließlich wollen sie sehen, was der Marshal mit dem großen Boy noch anstellt.

Hal Lannigan rammt die Flügel der Schwingtür mit dem Rücken auf, geht mit dem Boy weiter über die Veranda, dann wirbelt er ihn herum - und lässt los.

Well, und der Cowboy segelt rückwärts von der Veranda herunter und landet im Staub der Straße.

Als der Boy unten landet, stehen schon ein Dutzend Gäste draußen, denn sie haben es mächtig eilig. Jeder von ihnen weiß, dass die Sache mit dem Rauswurf noch nicht zu Ende ist.

Am Dach der Veranda hängen ein halbes Dutzend großer Lampen. Der Lichtschein erhellt die Veranda und fast noch die Hälfte der Straße. Jedenfalls kann jeder alles deutlich sehen.

Marshal Hal Lannigan bleibt am Rand der Veranda stehen und sagt hart und abschließend:

„Well, Boy - und nun verschwinde, oder ich sperre dich eine Woche lang ein!"

Der Mann unten weiß, dass der Marshal sein Wort halten muss und auch wird - aber er ist viel zu wütend über die Niederlage, um zu gehorchen.

Hal Lannigan dreht sich halb herum und tut so, als wolle er zurück in den Saloon gehen. Und darauf hat der Boy gewartet. Seine Hand zuckt zum Colt, denn er ist auf dem Rücken gelandet und hat beide Hände frei. Und der Boy ist sehr schnell im Ziehen, trotz der ungünstigen Lage - als er den Lauf halb hoch hat, lässt der Marshal sich geduckt auf beide Knie fallen und zieht ebenfalls. Der Schuss des Mannes donnert auf - klatschend fährt die Kugel in das Holz des Hauses - dann feuert auch der Marshal.

Hal Lannigan will den Mann nicht töten. Er will dem Boy den Colt aus der Hand schießen - aber in dem Augenblick, als das Feuer aus seiner Waffe fährt, dreht der Boy sich, um noch einmal zu schießen.

Und durch die Drehung bekommt er die Kugel genau in das Herz ...

Tödliches Schweigen herrscht nach den beiden Schüssen auf der Veranda. Hal Lannigan schnellt hoch. Zwei Schritte, und er steht mit dem Rücken gegen die Wand.

„Ist ein Freund von dem Boy hier, der es versuchen will?", fragt er scharf.

Nein, so ein Freund, der es mit einem Marshal versuchen will, ist nicht anwesend. Sie stehen alle steif und starr da.

„In Ordnung, Boys, ist erledigt. Schickt mir den Boss von dem Boy her, damit er für die Beerdigung sorgen kann!"

Die Worte treffen die Boys, dass es sie schüttelt. Sie sind alle noch jung, und keiner will sterben. Einige sind sogar dabei, die zum ersten Mal gesehen haben, wie schnell ein Mann durch eine Revolverkugel sterben kann.

Einige leise Flüche sind zu hören - dann löst sich die Erstarrung der Männer. Ganz plötzlich drängen sie sich durch die Schwingtür wieder in den Saloon. Ihr einziger Wunsch ist jetzt ein doppelter Whisky, damit der bittere Geschmack im Mund und der dicke Kloß im Hals endlich wieder verschwindet.

Aber auch der beste Whisky wird ihnen heute nicht mehr schmecken.

 

*

 

Ein großer, schwerer Mann mit einem Schnurrbart auf der Oberlippe löst sich langsam von der Wand und kommt zu Hal Lannigan.

„Well, ich bin der Treiberboss John Wells, Marshal!", sagt er heiser. „Jim stand auf meiner Lohnliste ..."

Prüfend blickte Lannigan den Mann an und nickt.

„Sie haben einen Mann verloren, Wells - tut mir leid", sagt er leise. „Ich wollte ihn nicht töten - aber er drehte sich..."

„Ich habe es gesehen, Marshal", erwidert Wells heiser. „Sie haben in Notwehr gehandelt. Sie haben keine Schuld. Jim hatte schon immer die Hand zu schnell am Colt. Es war nur eine Frage der Zeit, wann er an den Unrechten kam. Sie haben ihm sogar den ersten Schuss gelassen!"

„Nicht alle sind so verständig wie Sie, Wells", murmelt Hal bitter. „Es ist auch für mich kein Vergnügen, verdammt noch mal!"

„Ich kann es mir vorstellen", erwidert Wells leise.

„Das ist gut", sagt Hal Lannigan. „Wollen Sie für die Kosten der Beerdigung aufkommen?"

„Natürlich, Marshal! Jim hat ein Guthaben bei mir. Er wird ein anständiges Begräbnis bekommen. Er war ein guter Arbeiter - nur zu stolz und zu jähzornig."

„Well, so ist das", murmelt Hal Lannigan bitter. „Die Friedhöfe in diesem verdammten Land sind voll junger, stolzer und jähzorniger Männer, die alle Probleme mit dem Colt lösen wollen."

Hal Lannigan ist genau der Marshal, den die Stadt Burke City braucht.

Hal ist zweiunddreißig Jahre alt, er ist sehr groß, hat scharfe graue Augen, die manchmal wie Eis funkeln, und trägt zwei Colts am Gurt.

In dem halben Jahr, seit Hal Lannigan in der Stadt ist, hat er beide Colts schon verschiedene Male gebrauchen müssen. Burke City ist eine kleine Rinderstadt gewesen, die kaum zehn Meilen vom Red River, der die Grenze zwischen Texas und Kansas bildet, an einem Creek liegt, der in den Red River mündet.

Der richtige Geschäftsbetrieb in der Stadt begann erst, als drüben in Kansas die Bahn bis nach Dodge City gebaut wurde. Alle Herden aus dem Süden von Texas kommen jetzt den Trailweg über Fort Worth und Wichita herauf, weil es der kürzeste Weg nach Dodge City ist.

In der Umgebung der Stadt gibt es gutes Wasser und noch besseres Gras, und so haben die Treiberbosse es sich angewöhnt, hier ihre Herden einige Tage ausruhen zu lassen und die Vorräte zu ergänzen.

Und auch die Mannschaften kommen nach vier Wochen langem Trail in die Stadt, nehmen Vorschuss und amüsieren sich. Darauf haben sich die Bürger, vor allem aber die Geschäftsleute, eingestellt, denn Treibermannschaften bringen Geld in die Kassen.

Treiber sind raue und harte Burschen und wollen für ihr Geld etwas erleben, und die Saloons haben sich ebenfalls darauf eingestellt.

Der Vorgänger von Hal Lannigan war ein Mann von sechzig Jahren, der sich hier zur Ruhe gesetzt hat und dann von den rauen Boys erschossen wurde, als er Frieden stiften wollte und zu langsam mit dem Colt war.

Nach einem halben Jahr ging es drunter und drüber in der Stadt, täglich gab es Schießereien und tote Männer, und die vernünftigen Treiberbosse drohten, nicht mehr anzuhalten, wenn in der Stadt nicht Ruhe und Ordnung herrsche.

Darauf holte der Town Mayor Hal Lannigan, der zwar kein berühmter, aber doch ein ziemlich bekannter Städtebändiger war. Well, und heute, nach sechs Monaten, ist alles wieder in Ordnung, und zwar so gut in Ordnung, dass die wilden Mannschaften gedroht haben, jetzt ihrerseits nicht mehr anzuhalten, weil in der Stadt nichts mehr los wäre.

Falschspieler und kleine Banditen verschwanden aus der Stadt oder wurden von Hal ausgewiesen, auch einige Mädchen aus der Tanzhalle mussten verschwinden - well, und die Drohung nahmen die Bürger, das heißt, die Geschäftsleute, sehr ernst. Denn wenn nur eine Herde nicht anhielt, würden in ihren Kassen einige hundert Dollar fehlen - und das kann kein richtiger Businessman verschmerzen.

Die empfindlichste Stelle an seinem Körper ist die Tasche, in der er sein Geld hat.

Well, und daran hat nur der Marshal schuld, weil er zu hart durchgegriffen hat. Am unzufriedensten mit dieser Entwicklung ist Mister Todd, Inhaber des Beerdigungsinstitutes „Zur ewigen Seligkeit."

Bevor Hal Lannigan kam, gab es an jedem Tag mindestens zwei oder drei Beerdigungen - ein prächtiges Geschäft. Jetzt sind es in einem Monat zwei, und Mister Todd macht sich bereits große Sorgen um seine Existenz.

Jedenfalls sind alle Geschäftsleute sich einig, dass es so nicht weitergehen kann.

Nun, Hal Lannigan kennt die Stimmung und ist nicht sehr erfreut darüber, denn schließlich hängt sein Posten ja vom Wohlwollen der einflussreichen Bürger ab, die im Gemeinderat sitzen. Trotzdem kümmert er sich wenig darum, denn er vertritt das Gesetz und nichts anderes.

 

*

 

Am nächsten Morgen nach der Schießerei, es ist Sonnabend, sitzt Hal bereits sehr früh in seinem Office. Morgen, am Sonntag, ist großes Rodeo in der Stadt. Schon gestern sind die ersten Fremden gekommen, heute werden es einige hundert und morgen noch mehr sein.

Und zu einem Rodeo kommen nicht nur Cowboys und Rancher, sondern auch Spieler, Banditen und sonst noch Männer, die an einem Tag soviel Geld verdienen wollen, dass sie davon bis zum nächsten Rodeo in einer anderen Stadt leben können.

Um acht kommt Sam Lawson, sein Gehilfe, der jedoch nur die Bücher und die Landregister führt

Sam ist der beste Freund von Hal, sie verstehen sich prächtig. Sam hat noch nie einen Colt in der Hand gehabt und bewundert deshalb den Marshal, und Hal bewundert Sam, wie der mit Federhalter und Tinte umgehen kann.

„Morgen, Hal!", grüßt er mit ernstem Gesicht. „Well, denke, die verdammten Burschen wollen dir an den Kragen . .."

„Wer will mir an den Kragen?", fragt Hal ohne Verständnis.

„Der Gemeinderat unter Vorsitz vom Town Mayor!"

„Teufel, wollen sie mich wegschicken?", fragt Hal verblüfft.

„Sie werden sich hüten!", erwidert Sam grimmig. „Wo doch morgen das Rodeo ist. Aber sie wollen dich warnen,, verstehst du? Du bist ihnen zu hart, und nachdem du gestern Abend den Cowboy erschossen hast, haben sie Angst, dass sie einige Dollar weniger einnehmen. Du sollst also kurz treten!"

„Zum Teufel - sie werden sich wundern, wie kurz ich trete!", sagt Hal grimmig. „Und wann soll die Sitzung sein?"

„Nun, du weißt ja, dass ich das Protokoll führe, und ich habe ihnen gesagt, dass du morgen oder am Montag keine Zeit hättest, und wenn sie etwas wollen, sollen sie es gleich tun. War das richtig? Ich dachte mir, dann hast du genug Zeit zum Überlegen, wie du sie zurechtstutzen kannst."

„Und wann?"

„Heute Nachmittag vier Uhr im Saloon. Es soll eine öffentliche Sitzung sein, damit die Bürger auch sehen, wie sie dem harten Marshal die Flügel stutzen!"

„Das hast du großartig gemacht. Werden auch Zeugen geladen?"

„Sicher - sie wollen die Verwarnung mit Überschreitung der Notwehr begründen - wegen gestern Abend!"

„Der Teufel wird sie alle holen!", grollt Hal. „Sie werden sich wundem!"

 

*

 

Im Saloon ist an der Schmalseite ein langer Tisch aufgestellt worden. Dort sitzt der Town Mayor, der gleichzeitig der Besitzer des General Store ist, und neben ihm der Bankier Stone. Es sind die reichsten und einflussreichsten Männer der Stadt. Die anderen vier sind Handwerker und kleinere Geschäftsleute, die sich dem Spruch der beiden Mächtigen willig beugen.

Auf der Zeugenbank sitzt Treiberboss Wells mit sechs von seinen Jungs, die gestern dabei waren.

Den übrigen Raum füllen Cowboys, Bürger und Fremde, die morgen beim Rodeo mitmachen wollen.

Town Mayor Black nimmt die Klingel, die auf dem Tisch steht, und setzt sie in Bewegung. Dann steht er auf und beginnt:

„Die Sitzung ist eröffnet. Einziger Punkt der Tagesordnung ist das Verhalten des Marshals Hal Lannigan bei der Schießerei gestern Abend, bei der er einen Cowboy getötet hat. Nach Ansicht des Gemeinderats hat der Marshal sich der Überschreitung der Notwehr schuldig gemacht. Bekennen Sie sich schuldig, Marshal?"

„Nein!" Hal Lannigan sagt es kurz und abschließend.

„Schön, dann werden wir die Zeugen vernehmen. Ich möchte außerdem bemerken, dass wir alle hier nichts gegen unseren Marshal haben - er ist ehrlich und zuverlässig."

Bravorufe und Händeklatschen unterbrechen seine Rede, und Black muss warten, bis wieder Ruhe herrscht.

„Wie gesagt, wir haben nichts gegen ihn - er hat nur einen Fehler. Er ist zu scharf, und die Colts sitzen ihm zu locker in den Halftern. Wo kommen wir hin, liebe Mitbürger, wenn der Marshal so weitermacht? Eines Tages wird keine Herde mehr hier halten, weil die Mannschaften sich nicht mehr in unsere aufblühende Stadt wagen. Wir werden unsere Geschäfte verlieren und viele Mitbürger Arbeit und Brot. Wenn unser Marshal so weitermacht, wird er unsere Stadt ruinieren - und das darf nicht geschehen!"

Erschöpft lässt er sich in den Stuhl fallen und wischt sich mit einem bunten Taschentuch den Schweiß von der Stirn.

Nun erhebt sich Bankier Stone. Er ist ein dicker Mann mit einem vollen Gesicht und einem runden Bauch, über dem sich eine goldene Uhrkette spannt.

„Ich werde die Zeugen aufrufen, die sich freiwillig gemeldet haben", beginnt er mit weicher Stimme. „Mister John Wells, bitte, stehen Sie auf und beantworten Sie meine Frage: War es Notwehr oder nicht?"

„Es war Notwehr, denn Jim, mein Cowboy, hat zuerst geschossen. Erst danach schoss der Marshal!"

„So - ähm - danke, Mister Wells - und nun Sie dort!"

„Es war Notwehr, genau wie der Boss es gesagt hat!", sagt der Cowboy scharf. „Und wer etwas anderes sagt, ist ein verdammter Lügner! Wir alle haben es gesehen. Jim war unser Partner, aber Recht muss Recht bleiben, Sir!"

Die Zuschauer grinsen, und auch Hals Gesicht verzieht sich zu einem Lächeln. Dann sagen die anderen fünf Cowboys ihren Spruch und flechten jedes Mal einige Flüche über den verdammten Lügner ein, der das Märchen aufgebracht hat, der Marshal hätte die Notwehr überschritten.

Well, sie sind harte Burschen und gehen keinem fairen Kampf aus dem Wege - aber wie gesagt, fair muss er sein. Well, der Marshal war mehr als fair, und der Teufel soll jeden holen, der etwas anderes sagt.

Black und Stone sind bestürzt.

Wären die Zeugen Bürger der Stadt gewesen, hätten sie sicher anders ausgesagt. Nicht gerade die Unwahrheit, aber doch mit vielen Wenn und Aber. Doch Cowboys sind unabhängig und scheren sich den Teufel darum, welche Interessen die Bürger vertreten.

So ist das mit den Boys - wenn sie auch manchmal die Hölle loslassen. Aber sie sind fair.

„Ich habe keine Fragen mehr, oder ist jemand hier, der eine andere Aussage machen will?", fragt Stone. Nein, es ist niemand da. Stone wendet sich an den Town Mayor.

„Ich habe keine Fragen mehr."

Town Mayor Black erhebt sich wieder, sein Blick ist unsicher und verlegen. Dann gibt er sich einen Ruck und sagt:

„Nun gut, dann können wir die Anklage fallen lassen. Der Marshal hat also in Notwehr gehandelt, aber es wäre sehr gut, wenn er es sich in Zukunft dreimal überlegt, bevor er seinen Colt zieht und ..."

Nun steht Hal Lannigan auf und reckt sich zu seiner ganzen Größe. Als Black ihn sieht, bricht er ab und setzt sich.

„Wenn Sie etwas sagen wollen, Marshal ..."

„Sicher - ich habe etwas zu sagen, und nicht nur dem Gemeinderat - auch den Bürgern und den Gästen dieser Stadt!"

Er macht eine Pause, und in die Stille hinein ruft eine Stimme aus dem Hintergrund:

„Los, fang an, Marshal - wir wollen deine Meinung hören und nicht nur die Meinung dieser dicken Bürger, die sich vor Angst in die Hosen machen, wenn jemand sie schief ansieht. Wir kennen dich, Marshal - also sag ihnen deine Meinung - fang an!"

Es ist totenstill - sie wollen es jetzt hören. Zum Teufel, ihr Marshal ist ein harter Bursche, aber nur gegen Männer, die gegen das Gesetz verstoßen, und das liegt im Interesse aller Bürger.

„Hört zu, Bürger und ihr anderen Männer", beginnt Hal laut. Sein Gesicht ist kühl und streng, seine Worte sind abschließend - es gibt keine Diskussion darüber. „Man hat mich als Marshal eines Verbrechens beschuldigt. Die Anklage ist von Männern vorgebracht worden, die nicht dabei waren. So etwas nenne ich Verleumdung. Well, und außerdem ruiniere ich die Stadt und richte die Geschäftsleute zugrunde. Und das, liebe Mitbürger, kann ich als ehrlicher Mann nicht verantworten. Deshalb lege ich mein Amt als Marshal mit sofortiger Wirkung nieder!"

Unter dem eisigen Schweigen der Männer nestelt er den Marshalstern von der Brust und wirft ihn in hohem Bogen Bankier Stone zu, der ihn unwillkürlich auffängt.

Das Gesicht des Bankiers ist ein einziges Fragezeichen, er starrt Hal ratlos an.

„Aber ... aber, Marshal …", stottert er dann hilflos. „Das geht doch nicht ... das können Sie nicht machen ..."

„Doch, ich kann!", erwidert Hal grimmig. „Sie haben ja gesehen, dass ich es kann!"

„Aber ... aber, lieber Himmel! Morgen ist Rodeo - das geht doch nicht ... die Hölle wird los sein ... kein Marshal..."

Hal Lannigan grinst ihn grimmig an.

„Ein kluger Mann überlegt erst, bevor er eine Dummheit macht, Mister Stone!", sagt er kalt. „Stecken Sie sich den Stern selbst an und ernennen Sie den Town Mayor zum Hilfsmarshal. Well, und als Waffe nehmen Sie eine Handvoll goldene Dollars und werfen damit, wenn jemand den Colt zieht, und Mister Black steckt sich ein Kilo Zucker in die Tasche und beruhigt damit die Männer, wenn sie zuviel getrunken haben. Niemand wird mehr verletzt oder getötet, und alle Bürger und Cowboys werden es ihnen danken!"

Er wendet sich an die Zuschauer, die alle grinsen, und ruft:

„Männer, die Stadt hat zwei Marshals. Hurra für die neuen Gesetzesvertreter Black und Stone!"

Das ist eine Sache für die Cowboys und für die armen Bürger der Stadt, die sich ducken und schon in einer Entfernung von zwanzig Schritten den Hut ziehen müssen, wenn sie Stone und Black auf der Straße begegnen - und die erwidern nicht einmal den Gruß. Höchstens, dass sie lässig mit dem Kopf nicken.

Die drei Hurras dröhnen, dass die Fensterscheiben klirren, dann setzt sich die Masse in Bewegung nach vorn. Harte Fäuste packen zu - und dann schweben die beiden Männer, die gewohnt sind, den ganzen Tag auf weichen Stühlen zu sitzen, in der Luft. Sie landen auf den Schultern von Männern, die johlend und brüllend durch den Raum stampfen. Sie sind blass, die beiden - dann dröhnt der langerwartete Ruf:

„Whisky - Whisky - die beiden sollen ihren Einstand geben!"

Die beiden kommen nicht von den Schultern herunter, bis sie gelobt haben, jeder fünf Stubenlagen zu geben.

Hal kämpft sich durch das Getümmel bis zum Ausgang, gefolgt von Sam. Draußen bleibt Sam außer Atem stehen und lacht.

„Lieber Himmel, Hal - dass du die beiden so fertig machst, hätte ich nicht erwartet. Sie müssen tatsächlich Marshal spielen, wenn sie nicht ihr ganzes Ansehen verlieren wollen!"

„Genau das ist meine Absicht gewesen!", sagt Hal.

„Großer Gott, Hal - die beiden werden morgen soviel Prügel bekommen, wie sie sie nicht einmal als kleine Boys von ihren Vätern bekommen haben!"

Dann taucht Treiberboss Wells neben ihnen auf, und auch er lacht.

„Zum Teufel, Marshal, das war der größte Spaß, den ich je erlebt habe. Morgen früh weiß es das halbe County, und am Nachmittag wird die Stadt gefüllt sein mit Falschspielern, Banditen und schießwütigen Cowboys!"

„Hm - und wohin willst du reiten?", fragt Sam. „Ich möchte es wissen, falls Stone und Black danach fragen, um dich zurückzuholen. Ich möchte keinen anderen Marshal haben als dich!"

„Ich habe es mir schon überlegt, Sam!", erwidert Hal. „Vor kurzem habe ich erfahren, dass ungefähr hundert Meilen nördlich von hier, drüben in Kansas, ein alter Freund von mir in der Stadt Green Hills lebt. Wir waren Kameraden im Bürgerkrieg. Das ist zwar schon ein Dutzend Jahre her, aber trotzdem möchte ich ihn wiedersehen. Ich werde also nach Green Hills reiten!"

„Oha, Marshal - das ist wunderbar. Sie können sich mir anschließen. Ich kenne die Stadt, unser Trail führt dicht daran vorbei. Wenn Sie beim Treiben helfen, können Sie sich Ihr Essen verdienen!"

„Well, das soll ein Wort sein!", sagt Hal und lacht. „Wann geht es los?"

„Am Montag natürlich!" erwidert Wells. „Ich würde am liebsten schon morgen früh aufbrechen, aber ich bekomme meine Jungs hier nicht weg, bis der Rodeo vorbei ist!"

„Well, ich komme schon heute in Ihr Camp, denn ich möchte morgen nicht in der Stadt sein."

 

*

 

Hal Lannigan reitet neben John Wells an der Spitze der Herde. Es ist Montag Nachmittag, und oft muss Wells zurückreiten, um mit einigen Dutzend Flüchen seine Cowboys aufzumuntern, die müde in den Sätteln hängen.

Es ist natürlich nicht allein die Müdigkeit, die den Jungs zu schaffen macht, sondern vielmehr der Whisky, von dem sie zuviel getrunken haben.

Als Wells wieder nach vorne kommt, verzieht sich sein zerfurchtes Gesicht zu einem Grinsen, als er sagt:

„Ho, aus den Boys ist noch nicht viel herauszubekommen, Hal, aber soviel ist sichtbar, dass es gestern auf dem Rodeo drunter und drüber gegangen ist!"

„Schadet ihnen nichts", sagt Hal und grinst ebenfalls. „Nun werden sie endlich merken, was ein Marshal wert ist!"

„Sicher - es ist überall so, Hal. Wenn es dem Esel zu wohl wird, geht er aufs Eis tanzen, nicht wahr? Und so haben es auch die guten Bürger Ihrer Stadt gemacht. Nun, denke, heute Abend am Feuer werden wir mehr erfahren ..."

Dann muss Wells vorausreiten, um den Lagerplatz für die Nacht zu suchen und danach dem Koch Bescheid sagen, dass der mit seinem Wagen vorausfährt. Denn wenn sie mit der Herde ankommen, muss das Essen fertig sein, oder die Boys lynchen den Koch.

So geht es den ganzen Tag vorwärts in glühender Sonnenhitze, ohne Schatten und ohne Wasser. Dafür ist der Staub um so größer, der wie eine riesige Wolke über der Herde hängt. Wells und Hal haben es am besten, weil sie vorn reiten und nicht soviel Staub schlucken müssen.

Noch bei Tageslicht erreichen sie das Camp, das an einem Creek liegt. Außer den Wachen sitzen alle Boys und auch Wells und Hal am Feuer und warten auf ihre Portionen, die der Koch jedem bringt.

Noch vor Anbruch der Dunkelheit nähern sich zwei Reiter dem Feuer. Hal erkennt sie schon von weitem und grinst.

„Das sind zwei Mitglieder des Gemeinderats", sagt er leise zu Wells. „Es sind Rufus Becker, dem die Futtermittelhandlung gehört, und der Storebesitzer Phil Garay. Bin gespannt, was sie wollen!"

„Ich weiß es", erwidert Wells und grinst. „Sie sind gekommen, um Sie zurückzuholen!"

Die beiden grüßen höflich, steigen ab und werden zum Essen eingeladen, wie es üblich ist.

Stöhnend und seufzend setzen sie sich, bekommen vom Koch Steaks und Bratkartoffeln und dazu einen Zinnbecher mit Kaffee. Noch während des Essens beginnt Rufus Becker zu sprechen.

„Sie sollen zurückkommen, Hal", sagt er wehleidig. „Der Gemeinderat hat uns beauftragt, Sie zu holen!"

„Und warum?", fragt Hal kühl. „Soll ich die Stadt ruinieren und schuld daran sein, dass alle Geschäftsleute pleite machen?"

„Wir hatten mit der ganzen Sache nichts zu tun und wollten die Sitzung auch nicht!", erwidert Becker. „Es war ganz allein die Sache von Black und Stone!"

„So - und warum haben Sie dann mitgemacht?", fragt Hal kühl. „Sie hätten es den beiden ja allein überlassen können. Well, und wie geht es dem Town Mayor und dem dicken Bankier? Haben die beiden Marshal gespielt?"

„Natürlich!" Rufus Becker grinst verlegen. „Sie mussten es doch. Jetzt liegen sie beide beim Doc im Hospital!"

„Was Sie nicht sagen?", staunt Hal verwundert. „Haben die beiden sich etwa den Magen verdorben?"

„Den Magen - wenn es nur das wäre", erwidert Becker, und nun ist die Schadenfreude deutlich aus seinen Worten herauszuhören. „Als das Rodeo anfing, gab es schon den ersten Krach. Der Town Mayor bekam solche Prügel von den Boys, dass ihm einige Rippen gebrochen und das Nasenbein eingeschlagen wurde. Er war halbtot, als man ihn zum Doc brachte!"

Die Boys ringsum grinsen - sie haben ja das meiste miterlebt und wissen Bescheid.

„Oh - das tut mir leid", sagt Hal mitleidig. „Es scheint doch nicht so einfach zu sein, Marshal zu spielen, wie?"

„Bestimmt nicht!", erwidert Rufus Becker. „Aber das war erst der Anfang, es kam noch viel schlimmer. Einige Burschen haben sich Stone, den Bankier, geschnappt, ihn zur Bank geschleppt und ihn gezwungen, den Geldschrank zu öffnen. Achttausend Dollar haben sie mitgenommen. Als Stone sich zur Wehr setzte, haben sie ihn angeschossen. Ein glatter Schulterschuss - er liegt beim Doc. Es war die Hölle, Hal!"

„Das ist ja schrecklich", meint Hal. „Gab es noch mehr Kummer?"

„Und ob, Hal. Der General Store vom Town Mayor wurde ausgeplündert, zwei Saloons gingen in Trümmer. Die Boys verschwanden, weil niemand da war, der sie so lange einsperrte, bis sie den Schaden bezahlt hätten. Drei Bürger wurden angeschossen, als sie sich wehrten, und außerdem gab es drei Tote - alles Fremde. Ein Haus mit einem Saloon brannte ab, weil die Boys die Lampen von der Decke schossen. Es war fürchterlich, sage ich Ihnen!"

„Wirklich schrecklich!", stimmt Hal zu und fragt dann: „Und Black ist natürlich noch immer Town Mayor, wie?"

„Natürlich - wer sonst?", fragt Rufus Becker ohne Verständnis. „Er ist nach Bankier Stone doch der reichste Mann in der Stadt!"

„Eben - das ist es!" Hal sagt es kalt und abweisend. „Dann reiten Sie nur wieder nach Hause, Mister Becker, und bestellen Sie dem Gemeinderat einen Gruß von mir. Ich werde erst dann zurückkommen, wenn Mister Black nicht mehr Town Mayor ist und außerdem der ganze Gemeinderat wegen Unfähigkeit abgewählt und ein neuer gewählt wird, der die Interessen aller Bürger vertritt und nicht die Interessen der Geschäftsleute. Wenn es soweit ist, gehen Sie zu Sam - der weiß, wo ich zu finden bin!"

Rufus Becker ist fassungslos. Er vergisst das Essen, sein Unterkiefer klappt herunter, und der halb geleerte Teller rutschte ihm aus der Hand.

„Ist das ... ich meine, ist das Ihr Ernst, Hal?", fragt er stotternd.

„Sicher!", erwidert Hal kühl. „Ich gebe Ihnen eine Frist von zwei Wochen. So lange will ich Urlaub machen. Wenn ich bis dahin nichts von der Stadt höre, nehme ich eine andere Stellung an. Sie wissen ja, dass ich einen guten Namen habe, nicht wahr?"

„Teufel - und was sagst du dazu, Phil?", fragt Becker seinen Mitbürger Garay.

„Hal hat ganz recht!", sagt Phil energisch. „Ich an seiner Stelle würde genauso handeln. Zuerst waren alle froh, als Hal Ordnung schaffte - well, und jetzt werden sie frech. Wir kleinen Geschäftsleute haben überhaupt nichts mehr zu sagen. Um die Dummheit der reichen Männer auszubaden und wieder gutzumachen, dazu taugen wir. Wir müssen reiten, um Hal zu holen. Und wenn er jetzt mitkommt, bleibt alles beim alten, nicht wahr? Denke, wir haben ein ganz schönes Druckmittel, wenn Hal nicht mitkommt. Ich werde morgen eine Bürgerversammlung einberufen und den Bürgern sagen, warum wir keinen Marshal haben und warum wir auch keinen bekommen. Du wirst es erleben, dass sie dann endlich aufwachen!"

Eine Weile herrscht Schweigen nach den Worten Garays, darin sagt Wells:

„Well, Sie scheinen ein vernünftiger und kluger Mann zu sein, Mister Garay. Tun Sie, was Sie gesagt haben. Und sagen Sie Ihren Mitbürgern, dass wir mit unseren Herden einen anderen Weg nehmen, wenn in der Stadt kein tüchtiger Marshal ist, der für Ruhe und Ordnung sorgt!"

Später versucht Becker noch einmal, Hal zu überreden, aber der bleibt hart, weil er nicht noch einmal dasselbe erleben will.

Die beiden schlafen im Camp, frühstücken am nächsten Morgen und verabschieden sich. Mit hängenden Köpfen reiten sie zurück.

Das Treiben nach Dodge City geht weiter, bis sie am vierten Tag gegen Abend einen Creek erreichen, der ein weites Tal bewässert. Im Schutz einer Gruppe von Felsenklippen wird das Camp aufgeschlagen.

„Feierabend", sagt Wells. „Es sind noch vier oder fünf Meilen bis nach Green Hills, wo Ihr Freund wohnt."

 

*

 

Ein steiler Hügel, bedeckt mit kleinen und großen Felsbrocken und bestanden mit Birken und Eschen, ist ihr Lagerplatz. Hier entspringt eine Quelle, bildet einen Teich und mündet nach kurzem Lauf in den Creek.

Die Herde ist hungrig, durstig und müde. Fast eine halbe Meile lang stehen die Tiere im Creek und stecken die Nasen tief in das klare und kühle Wasser.

Nur zwei Reiter werden als Wache eingesetzt, denn dieses Paradies mit Wasser und gutem Gras verlassen die Tiere nicht, zumal nicht nach einem langen Treiben.

Die Mehrzahl der Reiter sind im Camp. Die Pferde werden versorgt, dann stürzen sich die Boys in das Wasser des Creeks, um den Staub aus den Poren zu spülen.

Dann schlägt der Koch mit einer Keule gegen eine alte Bratpfanne, die er als Gong benutzt, und ruft:

„Kommt zum Essen, Jungs - kommt schnell, oder ich werfe alles ins Feuer!"

Sie bekommen ihren Teller wie immer, und jeder sucht sich an den Felsen und unter den Bäumen einen schattigen Platz zum Essen und Ausruhen.

Audi Hal Lannigan hat sich seinen Teller und den Zinnbecher mit Kaffee geholt und geht ein Stück seitwärts, zu einem Felsen, an den er sich bequem mit dem Rücken lehnen kann. Nur wenige Schritte entfernt steht ein junger Baum, an den er seine Satteltaschen gehängt hat - und neben den Satteltaschen hängt ein aus schwarzen und weißen Pferdehaaren geflochtener Zügel.

Er hat fast ein Jahr alle seine Mußestunden dazu verwendet, sich die Haare zu beschaffen und den Zügel zu flechten. Nun muss er noch einen zweiten haben, aber er hat bis jetzt noch keine Zeit gehabt, mit der Arbeit zu beginnen.

Hal ist natürlich nicht ein so starker Esser wie die Boys, weil er nicht wochenlang hat schwer arbeiten müssen, dafür aber jeden Tag drei Mahlzeiten an einem gedeckten Tisch einnehmen konnte.

Er hat seine riesige Portion kaum halb aufgegessen, als er Hufschlag hört, der schnell näherkommt. Er stellt den Teller auf die Erde, richtet sich auf und rückt gewohnheitsmäßig das Halfter zurecht. Gleich darauf sieht ,er auch schon das Pferd und den Reiter, die durch eine Lücke zwischen den Felsen hervorkommen und lächelt überrascht.

Das Pferd ist ein geschecktes Pony und der Reiter ein Boy, der höchstens zwölf Jahre sein kann. Er ist ziemlich groß für sein Alter, stellt Hal fest. Unter dem verbeulten Hut schimmern blonde Haare hervor. Die blauen Augen blicken wachsam und pfiffig in die Welt.

Zuerst entdeckt der Boy die Satteltaschen am Baum, hält das Pony an und blickt sich überrascht um. Hal sitzt in guter Deckung im Schlagschatten, und so sieht der Boy ihn nicht. Einen Augenblick betrachtet er verwundert die Sachen - besonders aber den Haarzügel.

Mit einem Satz springt er aus dem Sattel, bindet das Pony am Baum fest und tritt dann dicht an den geflochtenen Zügel heran, der aufgerollt wie ein Lasso über einem Aststumpf hängt. Verwundert streicht er mit der Hand darüber hinweg und schüttelt den Kopf. Wahrscheinlich hat er eine solche Arbeit noch nie gesehen, überlegt Hal.

„Gefällt er dir?", fragt Hal freundlich.

Der Boy wirbelt auf dem Absatz herum, kneift die Augen zusammen - dann entdeckt. er Hal. Zögernd kommt er näher.

„Yes, Sir!", sagt er mit heller Stimme, als er heran ist und stehenbleibt. „Das ist eine wunderbare Arbeit. Wozu braucht man so etwas?"

„Es ist ein Zügel, der zweite fehlt mir noch. Ich hatte noch keine Zeit, ihn zu flechten. Man braucht eine Menge Schwanzhaare dazu!"

„Well, das kann man sehen", sagt der Boy verständig. „Sind Sie ein Cowboy?"

„Ja! Und du? Wie heißt du denn?"

„Billy, Sir!"

„Großartig, Billy", sagt Hal und grinst. Er hat seine helle Freude an dem aufgeweckten Boy. „Hast du vielleicht Hunger?"

„Hunger? Hm - ich weiß nicht..." meint er zögernd. Hal grinst. Ein zwölfjähriger Boy, der um diese Tageszeit keinen Hunger hat, wäre ein Wunder.

„Nun, du brauchst dich nicht zu genieren, Billy", redet Hal ihm zu. „Du weißt doch, dass jeder Fremde, der an ein Feuer kommt, ein willkommener Gast ist und essen kann, soviel er will. Es gibt heute ein herrliches Steak, garniert mit zwei Spiegeleiern und Bratkartoffeln."

„Oh – soviel?", staunt Billy.

„Natürlich, Cowboys haben Hunger - nur ich bin schon satt. Ich brauche nicht viel. Komm, setz dich und nimm meinen Teller. Das halbe Steak und ein Ei ist noch drauf - und auch noch genügend Kartoffeln!"

Billy hockt sich neben ihn, streckt die Hände aus und sagt entschlossen: „Geben Sie her, Sir!"

Hal reicht ihm Teller, Messer und Gabel, aber das Messer braucht Billy nicht. Er spießt das Steak auf die Gabel und benutzt seine Zähne. Er isst, wie ein Boy in seinem Alter essen kann, der wahrscheinlich kein Mittagessen gehabt hat. Hal steht auf, geht zum Wagen und sagt dem Koch, dass er einen hungrigen Boy zu Gast hat.

Er bekommt einen Teller mit einer ganzen Portion und geht damit zurück. Boss Wells kommt mit und betrachtet sich den Gast. Billy nimmt auch den neuen Teller von Hal und isst weiter.

„Kein Mittagessen gehabt, wie?", fragt Wells grinsend.

„Nein, Sir - keine Zeit gehabt!", murmelt Billy undeutlich. Doch wird er langsamer beim Essen, und endlich lässt er Teller und Gabel sinken. Etwas beschämt blickt er erst Hal und dann das Stück Fleisch an, das übrig geblieben ist.

„Ich schaffe es wirklich nicht mehr, Sir", stöhnt er. „Wirklich nicht - und dabei hat es doch so herrlich geschmeckt. Richtiges Cowboyessen, nicht wahr?"

„Sicher, Billy!"

„Wenn ich groß bin, werde ich auch Cowboy, Sir!"

Hal lächelt.

Das sagen alle Boys in dem Alter, und später verfluchen sie den Tag, an dem sie zum ersten Mal ein Lasso oder ein Brenneisen in die Hand nehmen mussten.

„Das ist eine mächtig schwere Arbeit, Billy", erwidert Hal. „Und der Beruf hat auch keine große Zukunft mehr, wenigstens nicht als Trail-Cowboy!"

„Und warum nicht, Sir?", fragt Billy enttäuscht.

„Nun, die Bahn rückt immer weiter nach Westen und nach Süden vor. Dann gibt es keine langenTrails mehr wie jetzt!"

„Ich kann die Bahn nicht leiden", sagt Billy. „Reiten ist viel schöner!"

„Sicher - aber wenn du tausend Meilen im Sattel hinter dich gebracht hast, sehnst du dich nach einem weichen Sitz in einem Eisenbahnabteil!"

Billy schüttelt eigensinnig den Kopf. „Ich nicht, Sir, ich werde immer reiten. Daddy sagt auch, dass die Eisenbahn nichts taugt. Well, und jetzt muss ich nach Hause, Sir - ich kriege bestimmt Krach mit Daddy!"

„Dann beeil dich", sagt Hal. „Es geht meistens nicht gut, wenn man mit seinem Daddy Kummer bekommt."

„Genau das ist es", erwidert Billy sachverständig und steht auf. „Well, und vielen Dank, Sir, für das Essen!"

„Schon gut, Billy! Komm gut nach Hause!"

Hal und Wells gehen zum Feuer zurück, und Hal liefert das Geschirr beim Koch ab. Danach setzen sich die beiden Männer etwas abseits vom Feuer und unterhalten sich.

 

*

 

Eine halbe Stunde später kommt ein Cowboy der Wache zum Camp geritten. Am Zügel führt er Billys Pony, und im Sattel sitzt mit dem unglücklichsten Gesicht der Welt Billy und wagt nicht den Blick zu heben, als Wells und Hal aufstehen und den beiden entgegengehen.

An Billys Sattelhorn hängt aufgerollt Hals Pferdehaar-Zügel.

„Ich habe ihn erwischt, als er sich davonmachen wollte!", sagt der Cowboy grinsend. „Er hat den Zügel doch gestohlen, nicht wahr?"

Billy blickt Hal nur kurz an, dann senkt er schuldbewusst den Blick und rührt sich nicht. Billy schämt sich bis ins Herz hinein ...

Hal Lannigan aber denkt an seine eigene Jugend und weiß genau, wie es Billy ums Herz ist. Er schüttelt energisch den Kopf.

„Aber nein, Partner!", sagt er entschieden zu dem Reiter. „Den Zügel habe ich Billy geschenkt, weil er ihm so sehr gefiel, nicht wahr, Billy?"

Billy schluckt dreimal schwer, bevor er sprechen kann. Er blickt in die Runde, denn jetzt sind auch die anderen Reiter neugierig herangekommen. Er nickt: „Well, ich denke wohl, Sir", sagt er leise. „Ja, ich denke wohl", wiederholt er noch einmal und sieht Hal starr an.

„Well, dann reite schnellstens nach Hause, sonst bekommst du doch noch Kummer mit deinem Daddy. Ich komme nach GreenHills und werde dich bestimmt wiedersehen!"

„Oh, das ist fein, Sir!" Billy strahlt plötzlich über das ganze Gesicht. Ist doch ein feiner Bursche, dieser große Mann - mit dem würde er bestimmt gut auskommen. „Und vielen Dank auch, SirI"

Der Cowboy wirft ihm den Zügel zu, Billy wendet und donnert davon.

„Das haben Sie fein gemacht, Hal", sagt Wells lobend. „Er ist bestimmt kein schlechter Boy - aber der Zügel scheint ihm doch mächtig gefallen zu haben!"

„Nun, wir haben schließlich auch eine Menge Sachen gemacht, die wir nicht tun sollten, als wir jung waren", sagt Hal lächelnd. „Ich habe es jedenfalls nicht vergessen."

„Ich auch nicht", stimmt Wells zu. „Es ist der Fehler der meisten Väter, dass sie ihren Boys immer erzählen, was sie für Musterboys früher gewesen sind. Deshalb haben die Boys auch kein Vertrauen zu solchen Vätern, weil sie sich nicht verstanden wissen!"

„So ist es", stimmt Hal zu und lächelt. „Sie können darauf wetten - wenn ich einmal Boys haben sollte, gehe ich mit ihnen Äpfel stehlen - selbst wenn ich dann noch Marshal bin!"

„Ich habe ebenfalls zwei Boys - zwölf und fünfzehn Jahre alt, Hal. Ich mache es genauso, und deshalb bin ich nicht nur ihr Daddy, sondern ihr Freund und bester Kamerad. Sie haben keine Geheimnisse vor mir. Mit jeder Sache kommen sie zu mir und fragen um Rat. Es ist eine Freude, der Partner seiner Boys zu sein, Hal."

„Ho, und ich beneide jeden Vater, der das von sich und seinen Boys sagen kann. Well, und jetzt gehe ich schlafen. Der Trail war doch etwas ungewohnt für mich. Gute Nacht, Boss."

Hal holt seine Bettrolle und geht zum Platz zurück, wo er gegessen und Billy getroffen hat. Es ist eine geschützte Stelle, und dort will er schlafen.

Überrascht bleibt er stehen. Die Sterne geben Licht genug, dass er alles erkennen kann. Er wirft einen Blick zu seinen Satteltaschen und bleibt überrascht stehen. An dem gleichen Aststumpf, an dem der Pferdehaar-Zügel gehangen hat - da hängt er jetzt wieder. Hal wirft die Rolle zu Boden und holt Wells.

„Da — sehen Sie ..."

Wells nickt ernst.

„Sehen Sie, wie es geholfen hat, dass Sie ihm den Zügel geschenkt und ihn damit davor bewahrt haben, vor versammelter Mannschaft als Dieb dazustehen. Er hat es wieder gutgemacht. Es wird ihm eine Lehre für das ganze Leben sein."

 

*

 

Billy aber sitzt zur selben Zeit weit vorübergebeugt im Sattel und treibt sein Pony mit den Absätzen an. Billy hat das Gefühl, dass mindestens zwei Dutzend Sheriffs hinter ihm her wären, um ihn einige Jahre wegen Diebstahls einzusperren.

Aber, überlegt er, so schlimm kann es eigentlich gar nicht werden, denn er hat es ja wieder gutgemacht. Hm - ein feiner Bursche, dieser große Mann. Nur, dass er ein Cowboy ist, das hat Billy ihm nicht geglaubt.

Er hat ja den Boss gesehen und die anderen Reiter. Sie waren verstaubt, verdreckt, mit zerschlissener Kleidung und unrasierten Gesichtern. Aber dieser Mann, von dem er nicht einmal den Namen weiß, der ist ganz anders. Er war rasiert, die Haare ordentlich geschnitten, und seine Kleidung war viel besser und sauberer als die der anderen Männer.

Well, und dann seine Reden. Er hat ihn gewarnt, Cowboy zu werden, weil ja bald die Eisenbahn kommt - die Eisenbahn, die sein Daddy und daher auch er nicht leiden kann. Aber ein feiner Partner ist er.

Wie hätte er, Billy, wohl dagestanden, wenn der Mann die Wahrheit gesagt hätte! Niemand hätte es ihm übelgenommen - aber er hat gelogen, um ihm die Schande zu ersparen. Well, ein feiner Bursche, und deshalb hat er den Zügel zurückgebracht.

Nach einer guten halben Stunde kommen die Lichter von Green Hills in Sicht, und Billy überlegt, was er tun soll.

Entweder reitet er sofort nach Hause, bekommt von Carla sein Abendessen mit einer Menge Ermahnungen, weil er so spät gekommen ist - oder er reitet erst zu seinem Daddy, der immer im Saloon zu finden ist.

Warum sein Daddy dauernd dort ist, weiß Billy nicht - nun, Daddy wird schon einen Grund dafür haben. Well, es ist sicher besser, erst zu Daddy zu reiten, denn Carla wird sich natürlich mächtig wundern, dass er bis obenhin satt ist. Und sie wird eine Menge Fragen stellen, die er nicht beantworten mag; Denn was versteht eine Frau schon von einem geflochtenen Haarzügel, wie? Also erst zu Daddy. Dem kann er alles erzählen - ist nur schade, dass sein Daddy immer so wenig Zeit für ihn hat. Aber trotzdem versteht sein Daddy ihn am besten.

Vor dem Saloon stehen eine Menge Pferde am Hitchrack. Billy schwenkt ein und hält neben dem letzten Pferd. Gerade als er absteigen will, kommt sein Daddy heraus. Er kommt auf ihn zu, springt vom Bohlensteig hinunter, steht dann neben ihm und blickt zu ihm auf.

Billys Daddy ist nicht ganz so groß wie der Fremde bei der Herde, aber er hat sehr breite Schultern und ein gebräuntes, kühnes Gesicht. Billy liebt seinen Daddy über alles - was ihm aber an seinem Daddy am meisten imponiert, sind die beiden 45er Colts, die tief am Waffengurt hängen.

Billy hat noch nie einen Revolverkampf gesehen, aber er ist immer dabei, wenn Daddy jeden Tag im Garten hinter dem Haus mit seinen beiden Colts übt. Well, niemand kann besser und schneller schießen als sein Dad - da ist er ganz sicher. Jetzt aber blickt er schuldbewusst auf seinen Daddy hinab.

„Ho, Boy - was ist los?", fragt Daddy. Die Worte klingen ziemlich scharf, denn Daddy mag es nicht, wenn er sich noch so spät herumtreibt. Am besten, er sagt ihm die Wahrheit, dann kann nicht viel passieren.

„Ach, Daddy", sagt er gedehnt. „Ich ritt ein bisschen durch die Gegend, weißt du. Bis an die Hügel mit der Quelle. Dort lagert eine große Herde. Ich traf einen netten Burschen. Er war gerade beim Essen. Ich bekam zwei Steaks mit Spiegeleiern und Bratkartoffeln. Das hat vielleicht geschmeckt, Daddy!"

„So - und wie geht es weiter?", fragt sein Daddy.

„Du merkst aber auch alles", schmollt Billy. „Das war so, der Mann hatte einen geflochtenen Haarzügel - wunderbar, sage ich dir ...“

„Hm - und du hast ihn mitgenommen, ohne zu fragen, wie?"

Die Stimme seines Daddys klingt ziemlich scharf, so dass Billy sich unwillkürlich im Sattel zusammenduckt. Well, es scheint doch Kummer zu geben, wenn man die Wahrheit sagt, überlegt er. Aber nein, er hat heute eine Lehre bekommen - well, und wenn Daddy ihn übers Knie legt, lügen wird er nicht.

„Na ja", gibt er zögernd zu. „Aber als die Wachen mich mit dem Zügel erwischten und mich zurückbrachten - kannst du dir vorstellen, was der Mann gesagt hat?"

„Nein!“

„Er hat gesagt - stell dir das bloß vor, Daddy - also er hat doch glatt gesagt, er habe mir den Zügel geschenkt. Was sagst du dazu?"

„Hm - ein feiner Bursche, wie? Und was hast du getan?"

„Ich? Nun, ich machte einen Bogen und brachte den Zügel zurück, ohne dass er es merkte!"

„Hm - well, das hast du gut gemacht, Boy. Ich habe es nicht anders von dir erwartet. Eine Dummheit kann jeder mal machen. Aber wenn man sie einsieht und es wieder gutmacht, dann ist man ein anständiger Bursche, klar?"

„Nun, ich dachte einfach, dass ich dir keine Schande machen darf, Daddy!"

„Das ist gut! Denke immer daran. Wenn der Mann zur Stadt kommt, werde ich mich bei ihm bedanken! Er ist ein Cowboy, wie?"

„Das glaube ich nicht, Daddy. Er war viel sauberer und besser angezogen als die anderen - und überhaupt. Ich sagte ihm, dass ich einmal Cowboy werden wollte, und weißt du, was er darauf sagte?"

„Natürlich nicht, Boy ..."

„Er sagte, Cowboys hätten keine Zukunft mehr, weil ja jetzt bald die Eisenbahn herkäme. Und dann brauche man keine Treibercowboys mehr!"

Billys Daddy ruckt hoch und blickt seinen Boy aus schmalen Augen an.

„Das hat er wirklich gesagt, Boy?", fragt er scharf.

„Aber wenn ich es dir doch sage, Daddy..."

„Hm - er hat also gesagt, dass die Eisenbahn bald hierher kommt, wie?"

„Aber sicher, Daddy! Ich habe ihm doch gesagt, dass ich viel lieber reite, weil ich die Eisenbahn nicht leiden kann!"

Jim Howard - Billys Daddy - reibt sich nachdenklich das Kinn, blickt dann seinen Boy an und sagt: „In Ordnung, Boy. Jetzt reitest du nach Hause. Carla wird schon auf dich warten. Und damit du mit ihr keinen Kummer bekommst, sage ihr, dass ich dir den Ritt erlaubt habe!"

„In Ordnung, Daddy!", strahlt Billy. „Ich danke dir - du bist doch ein feiner Bursche..."

Er wirft das Pony auf der Hinterhand herum und trabt davon. Jim Howard blickt seinem Boy so lange nach, wie er in der Dunkelheit sehen kann, dann steigt er auf den Bohlensteig und reibt sich wieder nachdenklich das Kinn.

Well, es ist gut, dass der Boy zu ihm gekommen ist und ihm alles erzählt hat. Das muss sofort sein Boss, James Calhoun, erfahren, weil es sich um die Eisenbahn handelt. Um die Eisenbahn, die ihn, seinen Boss und noch viele andere Menschen hier in Green Hills um Arbeit und Brot bringen wird.

 

*

 

Er stößt die Schwingtür auf und betritt den Saloon, der ihm in den letzten Jahren schon zur zweiten Heimat geworden ist.

An der Tür bleibt Jim Howard einen Augenblick stehen, um seine Augen an das Licht zu gewöhnen.

Es ist das übliche Bild wie an jedem Abend. Der große Raum füllt das ganze Erdgeschoss aus. Gleich vorn rechts führt eine breite Treppe nach oben und mündet auf eine lange Galerie, auf der die Türen der verschiedenen Zimmer führen. Gleich hinter der Treppe beginnt die lange Theke.

Tische und Theke sind besetzt. Zwischen den Männern stehen drej hübsche Mädchen herum - Mädchen, wie sie überall in den Saloons zu finden sind.

Jim Howard verlässt den Platz an der Tür, geht zur Treppe und steigt langsam die Stufen hinauf. Er geht auf die Tür zu, die am nächsten liegt, und geht ohne anzuklopfen hinein.

Es ist ein großes, zweifenstriges Zimmer, das zur Straßenfront liegt. Es ist als Arbeitszimmer eingerichtet - der Schreibtisch steht zwischen den Fenstern. Ein großer Teppich bedeckt die Dielen. An der Wand steht ein Sofa mit einem ovalen Tisch davor und zwei Sesseln. Außerdem gibt es noch eine Vitrine und einen Schrank. Es ist ein Zimmer, das gepflegte Wohnlichkeit ausstrahlt.

James Calhoun, der Boss, sitzt an seinem Schreibtisch. Er ist ein Mann Anfang Vierzig, breit und schwer, ohne dick zu wirken. Das schwarze Haar ist an den Schläfen leicht ergraut und gibt seinem Gesicht einen interessanten Ausdruck. Er ist ein sogenannter schöner Mann von französischem Typ. Sein grauer Anzug ist elegant und teuer.

Josie Lander, die Firstclass Sängerin des Saloons, sitzt auf dem Sofa. Sie ist sehr hübsch, hat blondes Haar und blaue, strahlende Augen, die jedoch hart wie Granit blicken können.

Mit dem Rücken zum Fenster steht Curly Holbrook da. Er wird nur Black Curly genannt, denn alles an ihm ist schwarz, die Haare, die Augen und auch die Kleidung. Er ist sehr groß und hager, sein Kinn ist spitz, und die schwarzen Augen können nicht eine Sekunde lang stillstehen. Man hat den Eindruck, dass Black Curly alles auf einmal sehen möchte, was in seiner Umgebung geschieht. Black Curly wirkt auf die meisten Menschen so düster und drohend wie eine Novembernacht. Black Curly ist ein Revolvermann, der auf James Calhouns Lohnliste steht.

Black ist jedoch kein Revolvermann der ersten Klasse, dessen Name ein Begriff für faires Kämpfen ist. Nein - er ist ein Mann, der alle schmutzige Arbeit verrichtet und nur dann fair kämpft, wenn er von vornherein weiß, dass er seinem Gegner haushoch überlegen ist.

Der richtige Revolvermann erster Klasse ist Billys Daddy, Jim Howard. Er schließt die Tür hart hinter sich, bleibt an der Tür stehen und sagt, als ihn alle gespannt ansehen:

„Er ist angekommen, James!"

Einen Augenblick herrscht Stille - dann nickt James Calhoun, als habe er die Nachricht längst erwartet, und sagt:

„Tom Helgerson also, der Eisenbahn Agent. Nun, es war ja zu erwarten - ist er hier?"

„Nein", erwidert Jim Howard. „Er hat sich einen besonderen Trick ausgedacht, um nicht erkannt zu werden. Er ist mit einer Herde gekommen, die unten am Felsenhügel lagert!"

„Sieh mal an", staunt Calhoun. „Er ist scheinbar ein verdammt kluger Bursche. Und woher weißt du das?"

„Billy hat einen seiner üblichen Streifzüge gemacht und traf auf das Camp. Tom Helgerson hat ihn zum Essen eingeladen!"

„Und Billy hat es dir gleich erzählt, wie?", fragt James Calhoun. „Aber woher weiß Billy es? Ich kann es mir nicht vorstellen, dass ein Mann, der so vorsichtig ist, einem fremden Boy auf die Nase bindet, wer er ist. Dann hätte er ja nicht heimlich kommen brauchen - oder?"

„Natürlich!", stimmt Jim Howard zu. „Es war auch anders. Billy weiß gar nicht, wie der Mann heißt und dass er der Agent ist. Aber er hat ihn mir beschrieben und behauptet, der Mann sei gar kein richtiger Cowboy gewesen - er wäre viel besser und sauberer gekleidet als die anderen. Und dann hat er Billy gewarnt, er solle ja nicht Cowboy werden. Es hätte keinen Zweck, weil ja jetzt doch die Eisenbahn herkäme."

„Well, dann ist er es!", stimmt Calhoun zu. „Auf Billy kann man sich verlassen, was er sagt, stimmt. Wir müssen also etwas gegen den Mann unternehmen - aber was?"

Black Curlys Stimme klingt wie immer etwas heiser und blechern, als er jetzt sagt:

„Es wäre natürlich am besten, wenn der Bursche erst gar nicht zur Stadt käme, nicht wahr? Hier findet er Freunde - den Sheriff zum Beispiel. Und wenn er hier erst als Eisenbahn-Agent bekannt ist, wird es immerhin einiges Aufsehen erregen, wenn ihm etwas zustößt!"

James Calhoun nickt anerkennend.

„Das ist richtig, Black. Wenn ihm draußen etwas zustößt, ist es etwas anderes. Wenn Helgerson es so geschickt angestellt hat, wird nicht einmal der Trail-Boss seinen richtigen Namen wissen. Also kümmere dich darum, Black!"

„Well, ich werde morgen früh bei Sonnenaufgang draußen sein!", erwidert Black kühl. „Aber wie erkenne ich ihn?"

„Weißt du es, Jim?", fragt Calhoun.

„Sicher! Er ist sehr groß und hat breite Schultern", sagte Billy. „Aber es gibt ein ganz besonderes Kennzeichen. Tom Helgerson hat einen schwarzweiß geflochtenen Haarzügel - aber nur einen. Daran kannst du ihn erkennen, Black!"

„In Ordnung!", sagt Black kalt und nickt den anderen zu, während er zur Tür geht. „Ich gehe jetzt schlafen."

Jim Howard folgt Black Curly, an der Tür bleibt er mit der Klinke in der Hand stehen und sagt:

„Ich geh kurz nach Hause - muss mich noch um Billy kümmern, James. In einer Stunde bin ich wieder hier."

„Ist in Ordnung!" erwidert Calhoun. „Du brauchst dich nicht zu beeilen, Jim."

 

*

 

Noch eine ganze Weile, nachdem die beiden das Zimmer verlassen haben, herrscht Stille.

James Calhoun greift endlich in die Zigarrenkiste, nimmt eine Zigarre heraus und zündet sie ziemlich umständlich an. Es scheint, als wolle er Zeit gewinnen, um irgendeinen Streit zu vermeiden, mit dem er rechnet.

Er wift einen schnellen Blick zu Josie Lander hinüber, die immer noch in lässiger Haltung auf dem Sofa sitzt. Und nun kommt auch das, womit Calhoun gerechnet hat. Josie fängt an zu sprechen. Ihre Stimme klingt heiser von dem vielen Rauch und dem Whisky, den sie viele Jahre lang in Saloons und Musikhallen hat schlucken müssen.

„Du willst also den Agenten ausschalten, James?", fragt sie scharf. „Einen Menschen, der dir nichts getan hat und den du gar nicht kennst..

„Du hast immer schon harte Ausdrücke für Sachen gebraucht, die notwendig waren, liebe Josie. Ich habe Black nur den Auftrag gegeben, sich um den Eisenbahn-Agenten zu kümmern - nichts weiter. Keine Jury kann mir daraus einen Vorwurf machen!"

„Es kommt hier nicht auf eine Jury an, sondern auf das Gewissen!", erwidert sie erregt. „Du weißt ganz genau, was Black tun wird - und das ist Mord!"

„So - und was wirst du tun?", fragt er spöttisch.

Sie steht auf und geht langsam zum Schreibtisch. Vor dem Tisch bliebt sie stehen und blickt Calhoun hart an, als sie sagt:

„Er wird mit einem Gewehr aus einem Versteck auf den Agenten schießen und ihn töten, well, das ist Mord und kein Kampf!"

„Große Worte!", erwidert Calhoun kalt. „Soll ich mich von der Eisenbahngesellschaft ohne Gegenwehr fertigmachen lassen?"

„So schlimm ist es nicht..."

„Doch - es ist schlimm genug!", erwidert er kalt. „Denke an meine Frachtlinie, an die Postlinie - das alles muss ich einstellen, wenn die Bahn nach hier verlegt wird. Ich verliere mein halbes Vermögen!"

„Du hast den Saloon!", erwidert sie. „Du wirst noch viel mehr Gäste haben als jetzt - und außerdem, lieber James, niemand kann die Entwicklung des Landes und den Fortschritt aufhalten. Auch du nicht!"

„Ich habe auch nicht die Absicht, es zu tun", sagt Calhoun kühl. „Ich brauche nur noch zwei Jahre Zeit. In zwei Jahren habe ich alles Land in Händen, das die Gesellschaft zum Bau der Bahn und des Bahnhofs mitsamt den Corrals braucht!"

„So - und dann willst du Bedingungen stellen, wie?", fragt sie erregt. „Du willst den hundertfachen Preis verlangen. Und wenn die Gesellschaft nicht zahlt, gibt es einfach keine Bahn, nicht wahr?"

„Nein." Calhoun lächelt überlegen. „So dumm bin ich nun auch wieder nicht, meine Liebe. Schließlich kann die Bahn die Linie zehn oder zwanzig Meilen entfernt an unserer Stadt vorbeiführen und dort irgendwo einen Bahnhof bauen. Dann wird Green Hills eine tote Stadt, denn am Bahnhof wird sofort eine neue Stadt entstehen, und alles Land, das ich besitze, ist wertlos!"

„So ist das also", sagt sie nachdenklich. „Und was willst du nun wirklich erreichen?"

„Ich werde alles Land zu ganz normalen Preisen an die Gesellschaft verkaufen", erklärt Calhoun. „Dafür kann ich andere Bedingungen aushandeln. Und die Hauptbedingung wird sein, dass alle Frachten und alle Viehtransporte über meine Firma gehen. Ich werde ganz allein das Verladerecht haben - das ist es!"

„Well, und da du keine Konkurrenz hast, kannst du die Höhe der Frachten ganz nach Belieben festsetzen, wie?", fragt sie scharf.

„Natürlich - es muss in einem gewissen Rahmen bleiben, aber es wird ein dauerndes Geschäft - in zehn Jahren werde ich ein wirklich reicher Mann sein."

„Hm, also das ist es, was du vorhast", sagt sie nachdenklich. „In zehn Jahren bist du also reich. Deshalb hast du bisher so lange gezögert, mich zu heiraten, wie du es vor drei Jahren versprochen hast – damals, als du mich herholtest. In zehn Jahren, wenn du reich bist, ist meine beste Zeit vorbei, und du brauchst dann natürlich eine ganz andere Frau als eine Sängerin, wie ich es bin. Eine Sängerin, die nur von Viehtreibern und Cowboys Beifall bekommt!"

„Du irrst dich", erwidert er ruhig. „Ich heirate dich in dem Augenblick, wo ich den Vertrag mit der Eisenbahn in der Tasche habe!"

„Also noch zwei Jahre!", stößt Josie zornig hervor. „Dann warte ich im ganzen fünf Jahre - und eine Garantie, dass du mich nach zwei Jahren heiratest, habe ich trotzdem nicht!"

„Nein, die hast du nicht", erwidert Calhoun und grinst. „Dir geht es doch nur darum, meine Frau zu werden, um einmal mein Erbe antreten zu können. Das hier ist ein raues und hartes Land, wie schnell kann einem Mann hier etwas passieren, oder?"

„Natürlich - genauso, wie morgen dem Eisenbahn-Agenten etwas passieren soll. Aber dir kann doch so etwas nicht zustoßen, mein Lieber!", höhnt sie zurück. „Du hast doch zwei Wachhunde: Black Curly und Jim Howard. Nur mit dem Unterschied, dass Black ein Bastard und Mörder ist, Jim dagegen ein richtiger Mann, der niemanden in den Rücken schießt, sondern fair kämpft. Aber kämpfen tun beide für dich!"

„Richtig!" Calhoun grinst überlegen. „Dafür bezahle ich sie ja auch so gut!" Er holt seine goldene Taschenuhr hervor, wirft einen Blick auf das Zifferblatt und fährt fort: „Denke, es ist Zeit, dass du dich umziehst. Die Gäste warten auf dich, meine Liebe - auf dich und deinen Gesang!"

Sie blickt ihn lange prüfend an, so, als sähe sie ihn zum ersten Mal in ihrem Leben. Ihr Gesicht ist reglos, und ihre Stimme klingt kühl, als sie erwidert:

„Du hast recht, mein Lieber." Sie dreht sich um und geht zur Tür. Mit der Klinke in der Hand wendet sie sich noch einmal um.

„Well, ich glaube nicht, dass ich noch zwei Jahre warten werde, James Calhoun ..."

Bevor er etwas erwidern kann, ist sie schon draußen und schließt die Tür.

„Zum Teufel, sie wird übermütig", grollt Calhoun. „Es wird langsam Zeit, dass ich ihr zeige, wer der Herr ist und wer hier zu bestimmen hat!"

 

*

 

Eine halbe Stunde später verlässt Josie ihr Zimmer. Auf der obersten Stufe der Treppe bleibt sie einen Augenblick stehen. Sie kamt den Raum übersehen, auch den Klavierspieler, der sie schon erwartet. Sie gibt ihm einen Wink, und der Mann schlägt einige Akkorde. Singend und lächelnd geht Josie die Treppe hinunter. Niemand kann ihr ansehen, welche Unterhaltung sie vor einer halben Stunde geführt und welche Entscheidung sie in der Zwischenzeit getroffen hat.

Unten ist es schlagartig still geworden.

Alle Augen sind nach oben gerichtet - und nicht wegen des Singens. Josie trägt ein hautenges Kleid ohne Ärmel. So geht sie langsam, Schritt für Schritt hinunter, bleibt dann unten bei diesem und jenen guten Gast stehen und tut so, als singe sie ganz allein für ihn. Als ihr Lied zu Ende ist, steht sie mit dem Rücken an dem Tisch, wo der Sheriff sitzt.

Stürmischer Beifall braust auf - harte Männerhände klatschen, derbe Stiefel trampeln auf den Dielen.

Sie verbeugt sich, lächelt und lässt sich dann auf den nächsten Stuhl fallen. „Einen Whisky!", fordert sie.

Jetzt erst erkennt sie den Sheriff, der ihr sein volles Glas hinschiebt. Sie leert es mit einem Zug.

„Danke!", sagt sie lächelnd. „Sie sind wirklich der einzige Gentleman hier, Sheriff - noch einer von der alters Schule..."

Sheriff David Bell lächelt.

„Nun, ich bin ja auch alt genug, Josie", erwidert er leise. „Wenn man sechzig Jahre alt ist, kann man ein Gentleman sein, ohne etwas von einer Frau dafür zu fordern, nicht wahr?"

„So ist es", erwidert sie ebenfalls leise. „Immer fordern die Männer, aber nie oder nur selten bieten sie einer Frau, was sie wirklich haben möchte!"

„Ich weiß", erwidert James Bell weise. „Eine Frau möchte heiraten und einen Mann ganz für sich allein haben."

„Sie sind ein kluger Mann, Sheriff - genau das ist es!"

David Bell blickt sie prüfend an. „Ich wundere mich manchmal", beginnt er, „dass Sie es hier solange ausgehalten haben, Josie. Warten Sie immer noch darauf, dass James Calhoun Sie heiratet?"

„Seit heute nicht mehr, Sheriff."

„Das ist vernünftig", murmelt David Bell. „Ich glaube, James Calhoun hat sich übernommen. Er stemmt sich gegen die Entwicklung des Landes und gegen den Fortschritt. Das ist eine gefährliche Sache, weil so etwas nur mit unerlaubten Mitteln gemacht werden kann. Wenn er erwischt wird..

„Ich glaube nicht, dass er sich erwischen lässt", erwidert sie. „Er ist zu klug dazu."

„Jeder Mann macht einmal einen Fehler, Josie. Solange er nicht gegen das Gesetz verstößt, ist das seine Sache. Handelt er aber gegen das Gesetz, kann ein einziger Fehler ihm das Genick brechen!"

„Ich habe nichts dagegen, wenn er es sich bricht!", sagt sie hart und abschließend. „Jeder Mensch erhält genau das, was er verdient. Der eine früher, der andere später - aber bezahlen müssen wir alle - bis auf den letzten Cent!"

Sie nickt ihm zu, steht auf und schlendert zum Tresen, wo sie sofort von Männern umringt wird.

Heute ist Josie von einer so wilden Lustigkeit, dass sie alle Gäste mitreißt und der Umsatz um das Doppelte steigt. Oben auf der Galerie, gedeckt durch einen Pfeiler, steht James Calhoun und beobachtet alles. Zufrieden grinst er. Sie scheint alles schon wieder vergessen zu haben, überlegt er - sonst wäre sie nicht so lustig.

James Calhoun ist ein kluger und gerissener Mann, aber von Frauen versteht er nicht viel, sonst würde er diese wilde Lustigkeit Josies nicht für Humor und Lebensfreude halten. An diesem Abend begräbt Josie Lander eine große Hoffnung, an die sie sich drei Jahre lang geklammert hat.

In dieser Nacht geht Josie Lander nicht schlafen. Sie hat die Stimmung so hochgepeitscht, dass die letzten Gäste den Saloon erst verlassen, als die Dämmerung die Schatten der Nacht verwischt.

Details

Seiten
120
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783738918113
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v415739
Schlagworte
lannigans kampf

Autor

Zurück

Titel: Hal Lannigans Kampf