Lade Inhalt...

Soas Schwert: Gondar - Die Götter der Urzeit #4

2018 130 Seiten

Leseprobe

Grettir ist der Herr des Chaos und regiert eine Reihe von Welten, in denen seine Gesetze herrschen.

Grettirs Geschöpfe errichten im Gebiet des Waldvolkes die verlorene Welt des Chaosgottes von Borea erneut. Sie wollen die herrschende Harmonie durch das Chaos ersetzen, das ihre eigene Lebenswelt charakterisiert.

Ellinor, der Statthalterin Grettirs, obliegt es, diese neue Welt zu formen und ihre alten Mitstreiter erneut zu Kämpfern des Chaos zu formen. Ein Gestaltwandler hat Orac, den Fürsten des Chaos, in den Körper eines schwachen Fuchses verbannt. Der Chaosfürst legt alles daran, seine ehemalige Macht zurückzugewinnen. Gestört werden diese Pläne durch Isis, die Göttin, die auf der Suche nach ihrer eigenen Vergangenheit dem Waldvolk zur Seite steht.

Soas und Gondar sind von Grettir kurz vor dem bevorstehenden Zusammenbruch seiner Welt in Borea durch ein Tor nach Mo transportiert worden. Mykos hält nach wie vor sein Schwert als Pfand in seiner Hand. Bei seinen Versuchen, das Schwert zurückzuerobern, findet Soas unerwartete Freunde und Hilfe.

Was bisher geschah:

Der Seher Barrak prophezeit die Geburt des Mächtigen Gondar. Gondar soll das Reich Mo zerstören und Mykos töten. Damit das nicht geschehen kann, will Mykos, der Herrscher von Mo, Gondar töten lassen und bereitet einen Krieg gegen Borea vor.

Die beiden Mächtigen Soas und Fellahrd – Götter für die Menschen – machen sich ebenfalls nach Borea auf, um Gondar zu suchen. Sie finden ihn in Grettirs Welt Grettir jedoch hat seine eigenen Pläne mit dem  jungen Gott und will ihn nicht so einfach kampflos den Herren der Ordnung übergeben.

Grettir ist der Herr des Chaos und hat eine Reihe von Welten geschaffen, in denen er mit dem Leben experimentiert. Diese Welten sind von einer Reihe skurriler Geschöpfe bevölkert, die sich untereinander ebenso bekämpfen wie sie gemeinsam gegen die eindringenden Menschen kämpfen.

In die Entscheidung um seine Zukunft greift Gondar in Grettirs Welt in Borea selbst ein und  führt ihre Zerstörung herbei. Um seine Geschöpfe zu retten, öffnet Grettir die Tore zu anderen Welten.

Eine dieser Welten ist vom Waldvolk bewohnt. Hier ist eine weitere Mächtige auf der Suche nach ihrer Vergangenheit: Isis. Zusammen mit Gnomen und Zwergen bekämpft sie die Geschöpfe des Chaos, während sie gleichzeitig ihre Vergangenheit zu ergründen sucht. Dazu sollen ihr die Isiseier verhelfen. Eines dieser Kleinode befindet sich im Besitz von Ketan D'Ar, der zusammen mit Soas und Fellahrd in Borea auf der Suche nach Gondar weilt.

1 Das Waldvolk

Das Zwitschern der Vögel an diesem Morgen hatte Rosie früh aus ihrem Schlaf gerissen und sie unsanft an ihre Pflichten erinnert. Sie musste also aufstehen, wenn sie ihr Pensum Arbeit rechtzeitig erledigen wollte. Wohlig rekelte sie sich nochmals unter der Decke, schlummerte fast nochmals ein.

Etwas änderte sich.

Und dann irritierte sie etwas.

Anfangs wusste Rosie nicht, worum es sich handelte. Aber etwas in ihrem Unterbewusstsein musste diese Störung bemerkt haben, die noch nicht in ihr waches Bewusstsein gedrungen war.

Mit einem Gefühl der Irritation stieg sie aus dem Bett, sorgte aber dafür, dass Hanns noch weiterschlafen konnte. Sie zog die Decke weiter über seinen Körper, bis nur noch sein Kopf daraus hervorschaute. Das Fenster ließ sie jedoch geöffnet. Auf Zehenspitzen, damit ja nichts seinen Schlaf störte, schlich sie aus dem Zimmer und begab sich in die Küche, wo sie das Frühstück vorbereiten wollte.

Da fiel es ihr bewusst auf.

Es herrschte eine absolute Stille.

Kein Zwitschern der Vögel drang mehr an ihre Ohren, nicht einmal das Säuseln des Windes begleitete sie an diesem frühen Morgen.

Besorgt öffnete sie die Türe, die in den Garten führte, in dem sie in einem Beet ihre Kräuter für Gewürze und Krankenpflege hegte. Seltsam. Es wehte kein Wind, aber die Kräuter neigten ihre Köpfe alle in eine Richtung, als würde ein starker Ostwind sie niederdrücken.

Ihre Augen wanderten in die Höhe und suchten auch die Äste der Bäume ab. Sie standen ruhig. Anscheinend fuhr der Wind nur knapp über dem Boden dahin. Und kein Vogel ließ sich blicken.

Wohin waren sie verschwunden?

Rosie fröstelte plötzlich. Etwas Unheimliches ging hier vor.

Sie wollte sich schon abwenden und Hanns wecken, als sie weit im Osten einen dunklen Fleck am Himmel bemerkte, der sich bewegte.

Bald wurde ihr klar, dass es sich um Vögel handelte. Vögel bedeuteten im Allgemeinen keine Gefahr, deshalb machte sie sich anfangs auch keine Sorgen und kehrte in das Haus zurück, begann dort mit ihren Vorbereitungen.

Etwas ließ sie allerdings nicht zur Ruhe kommen. Die Stille bereitete ihr fast körperliches Unbehagen, und dadurch konnte sie sich kaum auf ihre anderen Tätigkeiten konzentrieren. Es half alles nichts, sie musste sich davon überzeugen, was draußen vor sich ging.

Wieder trat sie vor die Tür. Die Vögel schienen direkt auf ihr Anwesen zu fliegen. Sie waren bereits nahe genug, dass Rosie Einzelheiten erkennen konnte. Und sie wusste plötzlich mit Sicherheit, dass es diese Vögel hier nicht gab. Auch ihre Farbe, ihr braun-graues Gefieder, passte nicht in den Wald.

Dann erfüllte ein Brausen die Luft und das Schlagen zahlreicher Flügel klang in der Luft, beherrschte ihre Aufmerksamkeit. Gleich darauf konnte sie die ungewohnten Gesichter der Vögel erkennen, die mit Zähnen gespickten Entenschnäbel, aus denen plötzlich ein wildes Gekrächze klang.

Rosie bekam es plötzlich mit der Angst zu tun. Sie fühlte die Gefahr, die von diesen Vögeln ausging.

Geschwind eilte sie in das Haus zurück und lief in das Schlafzimmer, in dem Hanns nach wie vor schlafend im Bett lag. Wild rüttelte sie ihn mit ihren Händen. Im ersten Augenblick fuhr er sie unwirsch an und warf ihr ein Schimpfwort an den Kopf, doch dann musste er wohl die Panik in ihrem Betragen als echt erkannt haben. Mit einem Schlag war auch er hellwach.

„Langsam, Rosie, ganz langsam. Sag einfach, was vorgefallen ist.“

„Es ist unheimlich. Die Vögel ...“

Weiter kam sie nicht, denn da waren sie bereits heran.

Noch ehe Hanns die Vögel bewusst wahrnehmen konnten – ihr Gekrächze und ihr Aussehen -, drangen sie durch das Fenster, das Rosie offen hatte stehen lassen. Sie drangen in das Zimmer und stürzten sich auf die beiden.

Selbst wenn sie nicht vollkommen überrascht worden wären, hätten sie keine Chance gegen diese Übermacht besessen. Zwar wehrten sie sich heftig und konnten anfangs ein paar der kräftigen Tiere abschütteln, aber schlussendlich ging es sehr schnell und die Schreie der beiden erstarben.

Das Ganze hatte nur wenige Minuten gedauert. Die Vögel drangen in jeden Raum ein, durchsuchten das gesamte Haus, in dem sie kein weiteres Lebewesen mehr entdeckten, ehe sie sich der näheren Umgebung zuwandten und auch hier ihr Territorium in Besitz nahmen. Schließlich ließen sie sich still auf dem gesamten Gelände nieder und schienen auf jemanden zu warten.

Dieser Jemand ließ nicht lange auf sich warten.

Mit kräftigen und schnellen Schritten kam Ellinor auf die Lichtung gestürmt, das Schwert in der Hand. Und über ihrem Kopf flog die geflügelte Schlange und reckte ihr Maul in alle Richtungen, als könnte von überall her ein Gegner auftauchen, den es unschädlich zu machen galt.

Ellinor trat üblicherweise in der Gestalt einer zwar stämmigen, aber attraktiven Frau in den besten Jahren auf. Ihre Haut schimmerte golden, und nur wenn man ganz genau hinsah, konnte man die Schuppen entdecken, welche diese Haut bedeckten.

Ellinor war die Statthalterin Grettirs in seiner Welt in Borea gewesen, und mit der Zerstörung dieser Welt übertrug sich ihr Amt auf die neue Welt, die sie zu errichten hatte.

Da die Vögel ruhig dasaßen, fast friedlich, so, als wären sie keiner Gewalt fähig, beruhigte sich Ellinor recht bald. Sie steckte das Schwert in die Scheide zurück und streckte den linken Arm aus. Es dauerte nicht lange, bis die geflügelte Schlange zu schrumpfen begann, bis sie nur mehr wenige Zentimeter Länge maß, und sich auf ihren Arm niederließ, von wo sich die Schlange auf ihren Stammplatz auf Ellinors Schulter begab.

Dann schritt Ellinor auf das Haus zu.

Vor der Eingangstür drehte sie sich um und überblickte den Hof, auf dem sich die bereits angekommenen Scharen der Chaoswesen scharten.

„Dieser Platz eignet sich so gut wie jeder andere“, sagte sie laut zu den Vögeln, die bislang ihre einzigen Zuhörer waren. „Hier werden wir Grettirs Welt neu erstehen lassen.“

*

image

EINE GUTE HALBE STUNDE später erschien Ordnung auf der Lichtung. In seinem Schlepptau befanden sich jeweils eine Gruppe der Gedankenvampire und der Echsenmänner. Beide Gruppen konnte Ordnung nur mühsam zum friedlichen Miteinander bewegen. Jetzt, da sie Ellinor erspähten, erkannten sowohl die Vampire wie die Echsenmänner, dass sie das erste Ziel erreicht hatten. Damit schien für sie die Aufforderung zum friedlichen Miteinander ihre Gültigkeit verloren zu haben, denn fast augenblicklich setzen ihre üblichen Revierkämpfe wieder ein.

Ellinor löste das Problem vorerst pragmatisch, indem sie die Echsenmänner auf die linke Seite des Anwesens verwies und die Gedankenvampire auf die andere Seite. Den Hof und den Grund in einem Umkreis von jeweils 100 Mannslängen erklärte sie zu Grettirs Burg und damit zum Tabu für jegliche Rivalitäten.

„Richte dich auf deine neuen Aufgaben ein!“, bestimmte Ellinor und blickte Ordnung durchdringend an. „Mach dich mit dieser Welt vertraut.“

„Wir sollten Grettirs Welt suchen!“, widersprach Ordnung. „Sie muss hier irgendwo in der Nähe zu finden sein. Wir haben den Auftrag, sie zu suchen.“

„Willst du mir etwa erklären, wie ich meine Aufgabe zu erfüllen habe?“ Ein gefährlicher Unterton klang in Ellinors Stimme mit, der Ordnung zur Vorsicht rief.

Ellinor war die Statthalterin Grettirs. Während seiner Abwesenheit galt ihr Wort als Gesetz, das nicht hinterfragt wurde. Einerseits besaß sie absolute Befehlsgewalt, andererseits stand Ordnung außerhalb dieses Gesetzes. Er war nur Grettir verantwortlich. Jedoch mussten sie beide zusammenarbeiten, wenn sie die Gesetzmäßigkeiten, die in Grettirs Welt galten, aufrecht erhalten wollten.

„Das liegt mir fern“, sagte Ordnung unterwürfig, „aber dieser Teil der Welt gehört nicht dem Chaos an.“

„Dann werden wir eben dafür sorgen, dass auch hier das Prinzip des Chaos zum Durchbruch kommt. Wenn wir dieses Waldvolk erst genügend gegeneinander aufgebracht haben, werden sie ihre friedliche Lebensweise bald ablegen. Bald wird auch hier der Kampf jeder gegen jeden heißen. Dann hast du wieder genügend Arbeit. Im Übrigen befindet sich Grettirs Welt überall, denn diese ganze Welt ist Grettirs Welt. Und sein ehemaliges Reich in diesem Wald werden wir auch noch finden.“

„Du stehst über mir, also gehorche ich“, versicherte Ordnung unterwürfig

„Sieh zu, dass du Orac findest!“, wechselte Ellinor das Thema. „Ich benötige seine Macht, damit wir diesen Wald zu einem lebenswerten Lebensraum umgestalten können!“

*

image

ORAC SPÜRTE, WIE DER Wahnsinn nach ihm griff.

Wahllos versuchte er nach allen Richtungen zu beißen, seine Zähne in jedes Fleisch zu schlagen, das sich ihm darbot. Er kreiselte wie wild herum, schnappte nach jeder körperlichen Erscheinung, doch anstatt dass er den Schmerz verteilte, bekam er die Schläge zu spüren. Unerwartet befand er sich in der Rolle des Unterlegenen, auf den jeder einprügeln konnte. Sein unbändiger Drang zum Handeln wurde brutal unterdrückt, rückte ihn in die Rolle des hilflosen Opfers, das froh sein musste, wenn es nicht mit schweren Verletzungen gebrandmarkt wurde.

Mitleidlos blickte das Wesen, das Oracs ursprünglichen Körper nun beseelte, auf ihn herab. Der Fuß des ehemaligen Chaosprinzen rückte nach vor, traf ihn an der Flanke, schleuderte ihn ein Stück weit weg.

Orac besaß nunmehr allein seine Zähne als Waffe. Damit fühlte er sich hilflos. Und das traf auch zu.

Die Enge des Körpers und auch der eingeschränkte Bewegungsradius im Vergleich zu seinem Originalkörper bewirkte ein Krippeln, das seinen Geist zum Verzweifeln brachte. Wie eingeschränkt waren die Empfindungen, wie beschränkt die Reize, welche der Körper übermittelte. Orac wollte ausbrechen aus diesem Gefängnis, das ihn gefangen hielt. Doch all seine Sinne waren auf das konzentriert, was sich nur wenige Zentimeter über dem Boden abspielte. Hier sah er scharf, genauer sogar, als er es gewohnt war, doch dann folgte eine Strecke, die er nur undeutlich wahrnahm, so, als befände sich alles in einem Nebeldunst, der mehr erahnen ließ als erkennen. Das, was weiter entfernt war, zeichnete sich wieder in aller Deutlichkeit ab. Diese Sicht benötigte der Fuchs offenbar für seine erfolgreiche Jagd.

Seine anfängliche Panik legte sich, je länger er in diesem Körper verweilte und mit ihm vertraut wurde.

Er zwang seinen neuen Körper zur Ruhe. Dennoch spürte er, wie alles an ihm zitterte. Sein Gaumen produzierte unablässig Speichel, der aus seinem Maul troff, der die herabhängende Zunge entlang tropfte und dort am Boden, wo er auftraf, einen hellen Schaum bildete.

*

image

DIE GÖTTIN HATTE LANGE mit seinem ursprünglichen Körper Kontakt gehalten.

Ihre Hand ruhte auf dem runden Kopf. Noch zeigte nichts an, dass sein Körper mit einem anderen Geist bereits beseelt war.

Als die Göttin den Körperkontakt zu seinem Körper unterbrach, wusste er mit einem Mal, dass seine Chance zu seiner Rückkehr vertan war.

Er spürte diesen Trennungsschock wie einen Peitschenhieb. Die Endgültigkeit, die damit einherging, schmerzte ihn körperlich.

Orac spürte das Gefängnis, und er erkannte die Sinnlosigkeit, gegen diese Mauern anzukämpfen, die ihn hielten. Seine Hilflosigkeit trieb ihn zur Verzweiflung, und seine Verzweiflung trieb ihn nahezu zur Ohnmacht.

Er atmete trotzdem schwer. So lag er nur wenig abseits von seinem ursprünglichen Körper. Dem schien es nämlich ähnlich zu ergehen, denn er regte sich ebenso wenig. Das beruhigte ihn. Das gab ihm zumindest so viel Freiheit, dass er mit sich ins Reine kam. Sowie seine Gedanken von den Zwängen der Panik befreit waren, eröffneten sich ihm neue Perspektiven.

Sein Gefängnis musste ihn nicht für ewig in diesen Körper sperren!

Orac wollte seine gewohnten Bewegungen ausführen – doch der neue Körper ließ das nicht zu.

Er rang die wiederaufkommende Panik nieder, zwang sich zur ruhigen Überlegung. Das erste Mal übersah er nun die Umgebung, erkannte seine Gegenüber. Die Frau, die das göttliche Mal auf der Stirn trug – sie war die prägende Person dieser Runde -, die Gnome, die wie kleine Diener um sie herumwieselten – und seinen Körper, der sich bereits unbeholfen zu bewegen begann.

Er akzeptierte die Übertragung nicht. Doch was konnte er dagegen unternehmen? Sein neuer Körper ließ es nicht einmal zu, dass er Wörter formulierte. Er konnte nicht kommunizieren! Er konnte sich nicht verständlich machen.

Wieder wollte ihn die Panik überschwemmen. Er spürte, wie sein Bewusstsein jegliche Kontrollfunktion einfach einstellte. Das Erkennen, dass er die Kontrolle verlor, brachte ihn zurück in das bewusste Dasein.

Und damit erkannte er, was er unternehmen musste, wenn er den Kampf um seinen ursprünglichen Körper aufnehmen wollte.

Er stieß ein heiseres Fauchen aus, das lauteste Geräusch, zu dem er fähig war, dann warf er seinen Körper herum und floh in den Wald. Er kannte sich hier nicht aus, aber er spürte Ellinor ganz in der Nähe.

Sie musste er erreichen!

*

image

SEINE NASE LEITETE ihn vorerst, weg von dieser Ansammlung von Angehörigen der Ordnung.

Erstaunlicherweise dauerte es nur wenige Minuten, bis er sich in seinem Körper soweit zurechtfand, dass er ihn steuern konnte, als wäre er bereits sein Lebtag sein Herr gewesen.

Sein nur knapp über den Boden reichender Körper ermöglichte es ihm, geschwind durch das Unterholz zu eilen und größere Äste und andere Hindernisse zu untertauchen.

So lief er mehrere Minuten. Befriedigt stellte er fest, dass dies seinem Körper so gut wie keine Anstrengung bereitete. Die Kräfte und die Ausdauer, die ihm zur Verfügung standen, musste er erst ausloten.

In welche Richtung er sich wenden sollte, wusste er allerdings nicht.

Er spürte die Anwesenheit Ellinors geistig, aber seine Nase und ihr Spürsinn halfen ihm absolut nicht. Die Vielzahl der Geruchsspuren, denen er begegnete, verwirrte ihn momentan mehr als sie ihm half. Also lief er auf gut Glück in den Wald hinein.

Mehrere Minuten tat sich absolut nichts. Weder konnte er in seinem Geist eine Veränderung

wahrnehmen, die ihn Ellinor als näher oder weiter entfernt signalisierte, noch traf er auf eines der anderen Geschöpfe aus dem Chaosreich. Beruhigend fand er einzig, dass offensichtlich niemand daran dachte, ihn zu verfolgen.

Fast wollte er die Hoffnung schon aufgeben, den Stützpunkt und Ellinor zu finden, als er mitten in die Lichtung platzte, in der Ordnung und Ellinor gerade mit einer Rotte von Echsenmännern laut debattierten.

Abrupt blieb Orac stehen. Ein lautes Fiepen entrang sich ihm. Ellinor blickte ihn direkt an – und in ihrem Blick lag nur Verachtung für diese Welt, in die es sie verschlagen hatte. Bevor Orac auch nur irgendwie reagieren konnte, schrie Ellinor laut auf und löste die geflügelte Schlange von ihrer Schulter.

„Vertreibt dieses Ungeziefer! Tötet es!“, befahl sie den Echsenmännern.

Orac verstand natürlich den Befehl. Etwas lief hier gar nicht so, wie er es sich vorgestellt hatte, denn Ellinor ließ ihm gar keine Zeit, seine Situation zu erklären. Welche Chance besaß er noch? Anstatt Hilfe zu erlangen, musste er jetzt um sein Leben fürchten.

Die Echsenmänner kamen drohend auf ihn zu.

Orac drehte geschwind seinen Körper und verschwand im Unterholz. Mit weitausholenden Schritten lief er weiter in das Dickicht des Waldes hinein. Die Echsenmänner gaben sich zwar Mühe, aber bereits nach wenigen Metern hatten sie den Sichtkontakt zu ihm verloren. Wild und wütend zertrampelten sie das Unterholz, als könnten sie ihn auf diese Weise irgendwie aufschrecken, aber dadurch vergeudeten sie nur wertvolle Zeit und verloren ihn bald nicht nur aus den Augen, sondern zerstörten auch jegliche Spur, die seinen Fluchtweg angezeigt hätte. Ihren Unmut ließen sie durch laute und kehlige Laute vernehmen. Wie es ihre Art war, dauerte es auch nicht lange, bis sie übereinander herfielen. Sie beschuldigten sich gegenseitig, die Spur verloren zu haben und alle Anzeichen der Spur zertrampelt zu haben. Jeder suchte die Schuld bei seinem Nachbarn und ließ ihn seinen Unmut mit der geballten Faust spüren. Dass der sich das nicht so einfach gefallen ließ, verstand sich von selbst. Er schlug zurück. In kürzester Zeit glich die Szene einem Fiasko. Ineinander verkeilte und wütend um sich schlagende Echsenmänner prägten das Bild, als Ellinor endlich diesen Schauplatz betrat.

Da nützte ihre Autorität auch nichts mehr. Sie konnte ihre Stimme erheben, so laut sie wollte, die Echsenmänner reagierten nicht mehr auf sie. Für diese galt nur mehr ihr eigenes Gesetz, und das hieß: Ich bin im Recht!

Über Ellinors Kopf schwebte die fliegende Schlange.

„Jetzt bist du an der Reihe!“, sagte Grettirs Statthalterin. Sie sagte es um des Prinzips Willen, denn der Fuchs als solcher war ihr im Grunde ziemlich gleichgültig.

Sie hörte ihn noch im Unterholz rascheln, spürte, wie er sich davonmachen wollte.

Ihre Schlange schraubte sich geschwind in die Luft, bis das dichte Unterholz sie nicht mehr behinderte. Mit wenigen Flügelschlägen hatte die Schlange die Entfernung zu dem Fuchs überbrückt und schickte sich an, auf ihn hinabzustürzen.

Ellinor sah sie in das Unterholz eintauchen. Eigentlich war damit für sie die Angelegenheit beendet und sie hätte sich abwenden können, doch etwas hielt sie auf ihrem Beobachtungsposten, ließ sie ausharren, bis die Schlange mit ihrer Beute zu ihr zurückkehrte.

Es dauerte ungewöhnlich lange, nichts rührte sich, kein Geräusch und kein Zeichen ließ erkennen, was sich im Schutz des Unterholzes tat. Bevor sie jedoch unruhig werden konnte, erhob sich die Schlange in gemächlichem Flug über das Unterholz und kehrte mit leerem Maul zu ihr zurück. Die Schlange umkreiste zweimal ihren Kopf und schrumpfte währenddessen zu ihrer Normalgröße.

Da wusste Ellinor, dass ihr dritter Arm eine Botschaft für sie hatte.

Kurz darauf verankerte sich die Schlange auf ihrem gewohnten Platz an Ellinors Schulter und stellte neben dem körperlichen auch den geistigen Kontakt her.

„Das ist ein Geschöpf von Grettir. Es gehört dem Chaos an!“

„Bist du sicher?“

„Er heißt Orac!“

––––––––

image

2 SOAS

Mitten auf einer der belebten Hauptstraßen von Mo erschien Soas wie aus dem Nichts. Es war heller Tag, die Sonne schien und sorgte für eine angenehme Temperatur.

Ein erschrocken klingender Schrei einer weiblichen Stimme ertönte ganz in seiner Nähe. Soas drehte sich zu der Stimme um und blickte einer mit zahlreichen bunten Tüchern beladenen Frau entgegen. Offensichtlich eine Straßenverkäuferin, die ihre Waren jedermann auf der Straße anbot und die jetzt bemüht war, wieder Ordnung in ihre Stoffwaren zu bringen. Sein plötzliches Auftauchen musste sie so erschreckt haben, dass sie die geordneten Waren für einen Augenblick aus ihrem Griff verloren hatte, denn ein Teil ihrer Tücher lag auf dem Boden.

„Ich wollte dich nicht erschrecken“, sagte Soas entschuldigend, während er sich gleichzeitig umblickte, ob weitere Personen auf sein Erscheinen wie aus dem Nichts reagiert hatten. Glücklicherweise achtete niemand anderer auf ihn. Aus den Augenwinkeln heraus bemerkte er aber etwa fünfzig Meter voraus einen Tumult und gestikulierende Personen, die alle einem Ziel zustrebten.

Hatte Oby nicht so viel Glück gehabt? Er konnte sich vorstellen, dass der Treiter für diesen Tumult verantwortlich zeigte.

„Woher bist du nur so plötzlich aufgetaucht? Mir ist fast das Herz stehengeblieben“, sagte die Frau ein wenig atemlos vor Aufregung.

Soas bückte sich und half mit der freien Hand, die Tücher einzusammeln. Er wollte vermeiden, dass andere Menschen zu schnell mitbekamen, dass er nach Mo zurückgekehrt war. Also musste er die Frau bei Laune halten.

Er hielt Gondar im linken Arm und das Kind lächelte die Frau ebenfalls an. „Wahrscheinlich war ich in Gedanken versunken“, versuchte die Frau selbst eine Erklärung zu liefern, da Soas auf ihre Frage schwieg.

„Ich hatte es recht eilig“, bekräftigte Soas ihre Erklärung. „Gut möglich, dass ich in der falschen Sekunde vor dir aufgetaucht bin. Eine Sekunde den Blick woanders hingerichtet, und  schon kann man alles Mögliche verpassen.“

„So wird es wohl gewesen sein“, sagte sie.

Sie erkannte weder ihn noch Gondar als Gott und Soas dankte dem Schicksal dafür. Er übergab ihr die Tücher, die er vom Boden aufgeklaubt hatte, und wünschte ihr noch gute Geschäfte, ehe er mit schnellen Schritten davoneilte. Wenn er ihr schon weisgemacht hatte, dass er es eilig hatte, durfte er jetzt auf keinen Fall trödeln. Vielleicht wäre sie dadurch erst recht auf ihn aufmerksam geworden. Da schlecht sein kann, was nicht sein kann, gab sie sich nur allzu schnell mit der Erklärung zufrieden.

Soas war es recht, es enthob ihn der Sorge, die Frau weiterhin beschwichtigen zu müssen. Die Probleme sah er aber voraus auf der Straße, wo sich in der Zwischenzeit eine dichte Menschentraube angesammelt hatte.

Soas benötigte nicht einmal eine Minute, bis er sich der Traube Menschen zugestellte und einen Blick nach vor warf. Glücklicherweise gehörte er zu jenen, welche die meisten Menschen um einen Kopf überragten. Doch auch dies reichte nicht aus, ihn erkennen zu lassen, was sich tatsächlich vor ihm abspielte.

„Was ist passiert?“, fragte er den nächststehenden Mann.

„Ein Troll-Reiter ist plötzlich heruntergefallen.“

„Heruntergefallen?“, vergewisserte er sich.

„Ja, anscheinend war sein Sonnenstrahl zu schwach. Ich habe es selber nicht gesehen, aber ...“

„Ist ihm etwas geschehen?“, unterbrach er den beginnenden Redeschwall des Mannes. Plötzlich überfiel den Mächtigen Sorge, dass seinem Freund und Wappentier ein Unglück zugestoßen sein könnte.

„Das kann ich von hier nicht erkennen ...“

Er drängte sich nach vor. Mit seiner überlegenen Körpergröße fiel es ihm nicht schwer, die meisten Männer einfach beiseite zu schieben, zumal die ja nicht damit rechneten, einfach verdrängt zu werden. Die aufkommenden Protestrufe überhörte er geflissentlich – bis er als Mächtiger erkannt wurde.

„Soas! Das ist Soas!“, rief plötzlich ein Mann lautstark und starrte den Mächtigen an. In seinem Blick lag sowohl Ehrfurcht wie auch Angst, und damit steckte er einen guten Teil der Umstehenden wohl an.

„Der Mächtige ist zurück!“

„Der Gott ... Er verlangt sein Recht ...“

„Mykos, sieh dich vor!“

Da das Versteckspiel nun ein Ende gefunden hatte, sah Soas keinen Grund mehr, seine Anwesenheit zu verheimlichen.

„Ja, ich bin zurück“, bestätigte er. „Lasst mich durch. Der Treiter ist mein Freund.“ Und nach einer Weile fügte er hinzu: „Ich will nichts von euch. Ihr braucht mich nicht zu fürchten.“ Wie eine Woge der Erleichterung ging ein Raunen durch die Menge und plötzlich machten sie ihm bereitwillig Platz. Welche Schauermärchen hatte Mykos wohl über ihn in der Zwischenzeit verbreitet, dass sie so auf sein Erscheinen reagierten?

Nur wenige Sekunden später stand er im Zentrum des Kreises. Dort lag Oby regungslos auf einem Tisch mitten zwischen zahlreichen Tellern und Platten, die noch vor Kurzem mit Speisen gefüllt gewesen waren, die nun neben den Platten und auch auf dem Boden lagen. Offensichtlich hatte der Durchgang ihn mitten in den Garten eines Speiselokals geführt.

„Ist das dein Freund?“, fragte ein Mann, der nach wie vor einen stabilen Holzpfahl in der Hand hielt. Er blickte ein wenig unglücklich, als er gewahrte, dass sein Gegenüber ein Mächtiger war.

Soas nickte. „Das ist Oby. Wie ist es passiert?“

„Das ist ja das Komische. Er war einfach da und lag mitten in unserem Essen. Wir dachten natürlich, dass er sich eine Gratismahlzeit organisieren wollte – und bevor ich ihn richtig wahrgenommen hatte, hatte ich bereits den Holzprügel in der Hand und schlug zu.“

Irgendwie entschuldigend blickte der Mann dem Mächtigen entgegen, wartete darauf, wie der Gott reagierte.

Soas beugte sich zu seinem Freund hinab. Sein Atem ging regelmäßig, nur auf seinem Haupt zeigte sich eine rot unterlaufene Stelle. Dort hatte ihn der Mann getroffen.

„Es war ein Reflex“, verteidigte der Mann sich.

„Oby ist nicht so leicht zu erschlagen“, beruhigte der Mächtige den Mann, „aber trotzdem – sei das nächste Mal nicht mehr so schnell mit deinem Prügel. Dafür benötige ich jetzt deine Hilfe und eine Reihe von Auskünften.“

Der Mann willigte sofort ein. War er anfangs von berechtigtem Zorn erfüllt gewesen, so wandelte sich dieser Zorn zuerst in Schrecken und dann in Angst, als erkannte, wen er vor sich hatte. Soas war in Mo kein Unbekannter. In den Jahren vor seiner Gefangenschaft war er in den Straßen der Hauptstadt sogar ein gerngesehener Gast gewesen, doch Mykos hatte es verstanden, seinen Ruf ins Gegenteil zu verkehren.

„Hilf mir, Oby in das Haus zu tragen. Und der Rest“, er wandte sich an die Gaffer, „verschwindet. Es gibt hier nichts mehr zu sehen. Außer einigen Lebensmitteln ist niemand zu Schaden gekommen.“ Er nickte dem Mann zu, der daraufhin mit einem zweiten Mann Oby in das Haus trug und ihn dort auf einer gepolsterten Bank niederlegte.

„Ich bin der Wirt“, klärte der Mann den Mächtigen auf.

„Prächtig, dann kannst du den Schaden in Grenzen halten, wenn du mir auf meine Fragen klare Antworten geben kannst. Aber sorge zuerst dafür, dass draußen aufgeräumt wird. Ich möchte nicht unbedingt neue Leute anlocken, die sich Obys Fall ansehen wollen.“

Der Wirt verbeugte sich stumm, dann brüllte er ein paar Befehle und aus der Küche eilten zwei junge Burschen, denen er seine Befehle nochmals verdeutlichte, denn sie verschwanden wieder in der Küche, kamen aber gleich darauf mit Besen und einer Schaufel zurück. Zusammen mit dem Wirt verließen sie den Raum.

Soas legte Gondar ebenfalls auf der Bank ab, dann kümmerte er sich um Oby. Den brachte er glücklicherweise bereits nach einigen Sekunden ins Bewusstsein zurück. Der Treiter blickte nur wenige Augenblicke fragend um sich, ehe er Soas entdeckte. Dann grinste er über sein ganzes Gesicht. „Ich bin mitten in dem Essen herausgekommen. Ich habe sie, glaube ich, ganz schön erschreckt. Die werden wohl eine Erklärung hören wollen.“

„Die haben sie sich schon selber zurechtgelegt. Mein lieber Oby, du bist von einem Sonnenstrahl heruntergefallen.“

„Wie geht das?“

„Mach jetzt keine Scherze. Natürlich weiß ich, dass es nahezu unmöglich ist, aber lass die Menschen in dem Glauben. Wenn sie denken, du bist heruntergefallen, dann bring sie nicht auf andere Gedanken, indem du ihnen erklärst, dass das unmöglich ist.“

„Erklären kann ich ohnehin nichts, denn kaum habe ich bewusst wahrgenommen, wo ich mich befunden habe, da hat mir schon jemand einen Prügel über den Kopf gezogen.“

„Das war der Wirt, dessen schönes Festmahl du vernichtet hast. Verständlich irgendwie. -  Kannst du aufstehen? Wir haben ein ziemliches Aufsehen erregt. Unsere Ankunft wird nicht lange geheim bleiben.“

Oby rappelte sich hoch. Zuerst stand er ein wenig unsicher auf dem Boden, doch dann nickte er Soas bejahend zu. „Der Kopf brummt und in meinen Ohren tönt eine Glocke, aber ich bin soweit wieder in Ordnung.“

„Ah, er ist wieder auf den Beinen!“, sagte in diesem Moment der Wirt, der zu ihnen trat, mit einem misstrauischen Blick auf Oby. „Tut mir leid, dass ich gleich zugeschlagen habe, aber im ersten Moment dachte ich an einen Dieb.“

„Du besitzt einen kräftigen Schlag. Mein Kopf surrt jetzt noch. Gut, dass du dich gleich entschuldigt hast. Die Sache ist für mich erledigt.“

„Und wer zahlt mir mein Essen?“

„Das ist für deine Voreiligkeit“, bestimmte Soas. „Du wolltest mir mit einigen Informationen aushelfen.“

„Sehr wohl, der Herr. Wenn ich anmerken darf, Ihr wart zu meines Vaters Zeit öfters Gast in diesem Haus. Eines Tages, bald nach seiner gewaltsamen Machtübernahme, haben die Soldaten von Mykos meinen Vater abgeholt. Seitdem ist er verschollen und ich bin überzeugt davon, dass er bald darauf hingerichtet wurde. Ich hoffe nur, dass er nicht zu lange unter der Folter oder im Kerker zu leiden hatte. Ich erzähle Euch das, damit Ihr erkennt, Ihr befindet Euch in einem euch freundlich gesinnten Haus.“

„Ich danke dir für deine ehrlichen Worte. Das vereinfacht die Sache natürlich.“

„Wenn sie ehrlich sind“, wagte Oby einen Einwand.

„Verzeiht mir, Herr Treiter“, brauste der Wirt auf, „das brauche ich mir nicht vorwerfen zu lassen. Ich meine es ehrlich. Und den Schlag auf den Kopf habt Ihr sicherlich verdient, denn es ist schwierig, von einem Sonnenstrahl herunterzufallen – habe ich mir sagen lassen.“

„Ist gut, Oby meint es nicht böse, aber er will alle Eventualitäten bedenken.“ Soas versuchte zu beschwichtigen, bevor zwischen dem Wirt und dem Treiter ein ernsthafter Streit losbrach.

„Geschehen ist geschehen“, sagte der Wirt schließlich. „Wenn Oby es akzeptiert, dann akzeptiere auch ich es.

„Nun gut, dann können wir endlich zu den Informationen kommen. Was ist in Mo geschehen, seit Mykos mich auf Reisen geschickt hat?“

„Er zieht von allen Landesteilen die Soldaten hier zusammen. Der Palast von Mo gleicht einer Kaserne. Täglich erscheinen neue Truppenkontingente in der Stadt, die mehrere Tage im Palast verweilen, ehe sie sich auf die Reise Richtung Cerzha machen. Dort am Hafen will Mykos alle Truppen versammeln und einschiffen. Der Krieg gegen Borea ist beschlossene Sache.“

„Und Mykos? Begleitet er den Heereszug?“

„Ja, und er nimmt alle seine Schätze mit.“

„Damit auch das Schwert.“

„Ja, auch das Schwert, besonders es, denn er war nicht sehr erbaut, als die Nachricht von Atlantis ohne dich zurückkam“

„Er befürchtet also zurecht, dass ich es zurückerobern will.“

„Er rechnet damit. Tag und Nacht lässt er es anscheinend bewachen.“

„Das wird ihm nichts mehr nutzen“, meinte Soas. „Du hast mir sehr geholfen mit deinen Informationen. Allerdings: Ich benötige eine sichere Unterkunft“

„Ich habe zwei geräumige Zimmer frei, für dich und den Treiter, wenn du willst.“

„Wenn deine Preise leistbar sind“, warf Oby ein.

Ein giftiger Blick des Wirtes traf den Treiter. „Wenn es gegen Mykos geht, lass ich jederzeit mit mir über den Preis reden. Ach ja“, meinte er nach einem Blick auf Gondar, der ruhig auf der Bank lag und nun mit seinen kleinen Ärmchen spielte „meinte älteste Tochter ist bereits zehn Jahre alt und kann bei Bedarf auf das Kind achtgeben.“

Soas überlegte nicht lange.

„Wir nehmen dein Angebot an. Zeig uns die Zimmer.“

Die Zimmer erwiesen sich in der Tat als recht geräumig und zudem überraschend gepflegt. Man sah ihnen deutlich die Hand einer ordentlichen Wirtin an.

Als der Wirt sie endlich allein gelassen hatte, hielt Oby nichts mehr.

„Genau hier musst du absteigen, wo ich ins Fettnäpfchen getreten bin. Es wird nicht lange dauern, bis Mykos seine Soldaten schickt.“

„Ich glaube das eher nicht. Gerade weil wir hier so viel Aufsehen erregt haben, wird er uns woanders suchen – und selbst wenn er uns hier findet, hat er keine Chance mehr gegen uns, denn wir führen Gondar mit.“

„Er ist ein Baby.“

„Aber ein besonderes. Ich habe ihn jetzt lange genug getragen. Du weißt, was uns von den Menschen unterscheidet?“

„Ja; eure Kraft, eure geistige Kraft – und wir.“

„Du sagst es. Mykos hat mich im Schlaf vergiftet, sonst hätte er mich nie besiegen können. Und sein Pfand ist das Schwert. Dieses Schwert lenkt meine Kraft, soweit du nicht über sie verfügst. Wenn ich das Schwert wieder in meiner Hand halte, kann mich kein Soldat von Mykos auch nur verwunden. Nun trage ich nicht das Schwert, sondern Gondar. Er bewirkt dasselbe. Gondar ist wie ein Schutzschild für mich.“

„Dann musst du das Baby ständig mit dir mittragen.“

„Mitnichten, Oby. Ich werde Gondar keiner Gefahr aussetzen.“

3 Ketan D'Ar

––––––––

image

DIE SEEWOGE GLICH MEHR einem Lazarett als einem Handelsschiff.

Fast die Hälfte der Matrosen war mit mehr oder weniger schlimmen Blessuren zurückgekehrt – und manche überhaupt nicht mehr. Ketan und die an Bord verbliebenen Matrosen taten ihr Möglichstes, und das durchaus erfolgreich, aber es war abzusehen, dass es mehrere Tage dauern würde, bis das Schiff wieder in See stechen konnten.

Jetzt, zur Winterszeit, hätte das normalerweise absolut kein Problem bereitet, wenn nicht ...

Ja, wenn sich nicht das Ei von Isis gemeldet hätte.

Zuerst hatte Ketan die Hitze gespürt, die von dem Ei ausging. Da er es wie üblich am Gürtel trug, bemerkte er den Temperaturanstieg nicht augenblicklich. Die Wärme musste zuerst durch den Beutel und dann durch seine winterfeste Kleidung dringen. Vielleicht aktivierte er das Ei deshalb manchmal zu spät, weil er nicht immer gleich mitbekam, dass es sich bemerkbar machte, so bekam er nicht jede Neuigkeit augenblicklich mit.

Jedenfalls gab ihm das Ei außer einer für ihn vorerst unverständlichen Botschaft nichts preis. Seither lag das Ei offen auf dem Tisch in seiner Kabine. Um ja keine Nachricht mehr zu verpassen, blieb er tagsüber nie länger als zehn Minuten außerhalb seiner Kabine. Da das Schiff im Hafen lag, gab es soweit keine Tätigkeiten zu verrichten, die seine Anwesenheit verlangt hätten.

Wenn du deine Erinnerung zurückerhältst, fällst du erneut in Schlaf!

Diese Botschaft hatte er deutlich empfangen. Und er wusste, dass er nicht der eigentliche Empfänger war. Sie galt nicht ihm, sondern Isis, der Frau, der Göttin, die er einmal in dem Bild gesehen hatte, das ihm das Ei gezeigt hatte.

Und seither ging ihm diese Frau nicht mehr aus dem Gedächtnis. Nicht als Göttin und nicht als Frau.

Was bedeutete diese Botschaft?

Mit jeder Minute, mit der Ustra und die Mächtigen ausblieben, wuchs seine Ungeduld. Am liebsten wäre er mit dem Schiff sofort ausgelaufen, selbst mit einer Rumpfmannschaft, die kaum das Schiff steuern konnten, aber eigentlich hatte er immer daran geglaubte, dass sie es doch schaffen könnten.

Ustra kehrte am folgenden Morgen mit zehn frisch angemusterten Männern auf das Schiff zurück. Ihren eigenen Angaben zufolge handelte es sich um Matrosen, die wussten, welche Arbeiten zu erledigen waren. Das genügte Ustra vorerst. Wenn das Schiff sich auf hoher See befand, würde er über ihre Qualitäten bald im Bilde sein.

An diesem Abend bat Ketan seinen Bruder Ustra in seine Kabine.

„Unsere Wege werden sich bald trennen“, eröffnete er ihm. „Ich weiß, dass du nichts auf das Isisei gibst, aber es hat mich gerufen!“

„Sei nicht naiv, Bruder. Weshalb sollte dich eine Göttin rufen?“

„Haben wir nicht zwei Götter an Bord?“, stellte Ketan die Gegenfrage. „Ist das nicht noch unwahrscheinlicher? Weshalb sollte sie mich nicht rufen, nachdem ich das Ei gefunden habe. Sie ruft ja nicht mich persönlich, wenn ich es mir recht überlege, sondern den Finder des Eis.“

„Dennoch, was sagt es?“

Anstatt einer Antwort löste Ketan die letzte Decke, die das Ei bedeckte. Offen lag es nun da. Und es leuchtete in einem hellen Grün, das jede Ecke des Raumes auszuleuchten vermochte.

Plötzlich schien es ein Eigenleben zu erhalten, denn es bewegte sich, drehte sich ganz langsam, aber doch deutlich erkennbar, und schließlich schien es wie ein Leuchtpfeil in eine bestimmte Richtung zu weisen.

„Wenn wir das Ei an Deck bringen, zeigt es mir den Weg, den ich zu nehmen habe“, behauptete Ketan.

„Verrückt!“ Ustra sagte nur dieses eine Wort.

„Du siehst es doch!“

„Dass sich ein Ei hier befindet?

„Dass es mir ein Ziel anzeigt.“

„Das behauptest du!“

„Bring mich an mein Ziel!“, bat Ketan.

„Glaubst du, es macht dich glücklich? Was erwartest du denn? Dass deine Göttin dich mit Reichtum überhäuft?“ Unwillig schüttelte Ustra den Kopf.

„So viel Unwahrscheinliches ist in den letzten Tagen geschehen – vielleicht gehört auch das dazu -, weshalb haben die Götter gerade uns zu ihren Werkzeugen erkoren?“

Er stieß ein lautes Stöhnen aus, als könnte er damit vielleicht ungeschehen machen, was in den letzten Tagen geschehen war.

„Diese Frage musst du den Göttern persönlich stellen“, antwortete Ustra nach einer Weile, in der beide Brüder stumm sich gegenseitig angesehen hatten.

„Ich weiß, dass du mir keine Antwort darauf geben kannst ...“

*

image

TILOR BRACHTE FELLAHRD am nächsten Tag an Bord des Schiffes, als die Erde bereits rumorte.

Bevor sich Ustra und Ketan noch über den Verbleib von Soas informieren konnten, ereignete sich eine gewaltige Explosion. Der Weltuntergang schien nahe. Im Osten erhob sich eine gewaltige Feuerlohe, und wellenartig breitete sich ein Erdbeben aus, sandte Zerstörung ringförmig aus. Die leicht gebauten Hütten der Bettler in Borea fielen den Erdstößen ebenso zum Opfer wie die Baracken der Reisenden und Armen der anderen Gilden.

Nach der Feuersäule, die für nahezu eine Stunde gen Himmel stieß und den Schnee in der Bucht von Borea zur Gänze schmolz und auch das Eis der See schmelzen ließ, ersetzte eine heiße Wassersäule diese erste Erscheinung.

Von der Stadt drang neben dem Getöse der Naturerscheinung auch das Rumoren der Bevölkerung bis an den Hafen.

„Mach das Schiff klar zum Auslaufen!“, beschwor Ketan plötzlich seinen Bruder. „Die Leute dort wollen fliehen! Sie werden das Schiff stürmen.“

Ustra blickte ebenfalls besorgt Richtung Stadt. Bereits ließ sich die erste Welle fliehender Bürger erkennen, die eindeutig die Richtung zum Hafen eingeschlagen hatten.

„Verdammt!“, fluchte er. Wie sein Bruder erkannte auch er schnell die Lage. „Sie überrennen uns, wenn wir nicht augenblicklich verschwinden!“

Dann gab er seine Befehle.

Die Matrosen hatten bereits ebenfalls besorgt der heranwogenden Menschenmenge entgegengeblickt, so dauerte es nicht lange, bis sie reagierten und sich eifrig in die Arbeit stürzten. Die Taue wurden gelöst und mit stabilen Stangen trieben die Matrosen das Schiff von der Hafenmauer weg, während ein weiterer Teil bereits das erste Segel setzte. Wenig später befand sich das Schiff bereits mehrere Meter vom Ufer entfernt, trotzdem ließen sie in ihren Anstrengungen nicht nach, denn jeder an Bord erkannte instinktiv die Gefahr, die ihnen drohte, wenn die Meute das Schiff tatsächlich erreichte und enterte.

Einzig Rodulf stand an der Reling und blickte wehmütig auf das sich entfernende Ufer. Ich habe den Absprung verpasst, dachte er wehmütig und wog nur kurz die Chance ab, welche Überlebenschance er besaß, wenn er noch vom Schiff sprang. Wäre es Sommer gewesen, er hätte keinen Augenblick gezögert und sich ins Wasser gestürzt, aber jetzt im Winter wollte er sich dem eiskalten Wasser nicht anvertrauen.

Keiner der Matrosen achtete auf ihn. Sie waren alle beschäftigt. Niemand kümmerte sich um ihn und seine Sorgen. Es war sinnlos, jetzt einen von ihnen oder gar Ustra anzusprechen. Langsam fand sich Rodulf damit ab, dass er seine Heimat verlassen musste.

Irgendwie kam er sich dennoch verloren vor auf dem Deck dieses Schiffes. Keine konkrete Aufgabe war ihm zugewiesen worden. Sie hatten ihn einfach mitgenommen wie ein Gepäckstück – oder, von seiner Warte aus gesehen, er war einfach in Ermangelung eines Besseren mit ihnen mitgegangen und da niemand eine Arbeit für ihn hatte, weil er ja niemanden ersetzte, hatten sie ihn lediglich vergessen.

Der Abstand zum Ufer hatte sich auf fünf Meter erhöht. Die ersten Menschen aus Borea erreichten die Kaimauer und schrien. Rodulf wollte gar nicht hören, was sie genau verlangten. Ihren Gesten konnte er entnehmen, was ihr Begehr war, und er war froh, dass er nicht zu den Entscheidungsträgern gehörte, denn so konnte er sie einfach ignorieren. Er wandte sich von der Reling ab und schritt in die Mitte des Decks, wo er für die Menschen am Ufer außer Sicht geriet.

Dort entdeckte er Ketan D’Ar.

Ketan hatte zusammen mit seinem Bruder Ustra dafür gesorgt, dass die SEEWOGE zum Auslaufen bereitgemacht wurde, und als er nun bemerkte, dass die Arbeit auch ohne sein Zutun weiter ging, hatte er seiner drängendsten Sorge nachgegeben.

Das Segel stand endlich. Es fing den Wind und bauschte sich, gab dem Schiff die ersten Bewegungsimpulse. Die Nase des Schiffes drehte sich automatisch in die Windrichtung.

Ketan breitete an Deck eine Decke aus und dort legte er sein Isisei ab. Jetzt konnte er überprüfen, ob seine Vermutung zutraf, ob das Ei tatsächlich die Richtung anzeigte, in der Isis zu finden war.

Mit ausgebreiteten Armen schirmte Ketan jene Stelle ab, an der er das Ei abgelegt hatte. Keiner der Matrosen sollte jenen Punkt des Decks betreten – und keiner der Matrosen betrat auch jene Stelle. Aber Rodulf war kein Matrose. Den faszinierte plötzlich alles, was mit diesem Ei zusammenhing.

Zuerst betrachtete er noch von der Ferne, was sich hier abspielte, doch als sich das Ei selbstständig in Bewegung setzte, hielt ihn nichts mehr an seinem Platz.

Mit wenigen Schritten erreichte er Ketan. Staunend blickte er auf das Ei, das wie von Geisterhänden bewegt aufstieg. Die Nase des Eis drehte sich und blieb dann stehen, als sie fast parallel zu der Richtung stand, in die sich das Schiff bewegte.

„Wow!“ stieß Rodulf hervor. „Was geschieht hier?“

Ketan schien den Bettler erst jetzt zu bemerken, denn er blickte ihn wie ein weiteres Wunder an.

„Du bist Rodulf?“, versicherte er sich dann nach einer Weile, und als der Bettler nickte, fuhr Ketan fort: „Das Ei von Isis zeigt mir die Richtung an, in der ich sie suchen muss.“

„Das verstehe ich nicht“, gab Rodulf kleinlaut zu.

„Natürlich kannst du das nicht verstehen. Du weißt nicht, was es mit diesem Ei auf sich hat.

Dieses Ei gehörte einst der Göttin Isis. Allem Anschein nach weilt die Göttin wieder unter den Lebenden und nun sucht sie nach ihren ehemaligen Schätzen, sie ruft sie zurück. Das Ei will zu seiner Herrin, und der Finder soll es ihr bringen.“

„Du hast das Ei gefunden!“, stellte Rodulf fest.

„Ja, und seither leitet und lenkt es mich. Das Ei fasziniert mich. Ich will Isis finden.“

Ketan kontrollierte die Richtung, die das Schiff nahm. Sie stimmte nicht exakt damit überein, was das Ei als Richtung vorgab. Die SEEWOGE befand sich jedoch noch zu nahe dem Ufer und dem Festland, um die Richtung exakt auszurichten. Zuerst musste das Schiff das offene Meer erreichen.

Unter wütenden Protestrufen der zurückbleibenden Bewohner von Borea entfernte sich das Schiff  zusehends. Ustra und seine Mannschaft hatten alle Hände voll zu tun und erst als das Schiff das offene Meer erreicht hatte, war an eine Phase der Überlegung und Ruhe zu denken.

Ketan stand mit seinem Ei bereits neben dem Steuermann. Wild gestikulierte er mit seinen Händen, sprach auf den Steuermann ein. Ustra hatte die Richtung vorgegeben, in die das Schiff zu steuern war. Vergeblich versuchte Ketan nun den Matrosen umzustimmen.

Noch war die Richtungsdifferenz nicht tragisch. Das Schiff bewegte sich Richtung Süden, entfloh den winterlichen Gefilden in wärmere Gebiete. Noch erwies sich die Abweichung nicht als tragisch, doch mit jeder Seemeile, welche das Schiff zurücklegte, konnte sich die Differenz als schwerwiegend und unumkehrbar herausstellen.

Ketan ließ sein Ei vor den Augen des Steuermannes in der Luft schweben. Der bestaunte anfangs mehr den vermeintlichen Trick. Was wollte Ketan auch damit erreichen, dass er ein Ei schweben ließ? Dem Steuermann ging zwar die Frage durch den Kopf, - weshalb -, die Antwort interessierte ihn jedoch nicht. Ustra hatte den Befehl gegeben und das Schiff wandte sich Richtung Atlantis. Ketan mochte der Bruder des Kapitäns sein, aber die Befehle gab noch immer Ustra persönlich.

Eine ganze Weile versuchte Ketan vergeblich, den Matrosen umzustimmen, bis er endlich einsah, dass er auf diese Weise sein Ziel nicht erreichte. Ketan blieb nichts anderes über, als seinen Bruder hochoffiziell um die Richtungsänderung anzuflehen.

Ustra hielt nichts von dem Ei, er sprach stets von Scharlatanerie, wenn er diesen Gegenstand überhaupt Wert befand, in sein Gespräch aufgenommen zu werden, doch seit ihrem letzten diesbezüglichen Gespräch erwog er immerhin die Möglichkeit, dass etwas konkret in Zusammenhang damit stehen könnte.

„Das musst du dir ansehen!“, beschwor Ketan seinen Bruder.

„Ein neuer Trick?“, gab Ustra zurück. „Hast du deinem Ei etwas das Sprechen gelernt?“

„Es will zu Isis. Deshalb zeigt es die Richtung an, die wir nehmen müssen!“

„Das glaubst du wohl selber nicht. Verdammt, Ketan, ich hätte dich nicht für so naiv gehalten! Das Ei ist ein Kristall, ein Schmuckstück. Sonst nichts. Es mag hundert Mal von Isis stammen, es bleibt ein Kristall!“

„Du verstehst das nicht. Das Ei ist – als ob es lebt. Ein Teil der Göttin belebt es. Glaube mir, es verbindet sich mit der Göttin und damit auch mit mir. Ich kann Isis damit finden.“

„Und wenn du sie gefunden hast, wird dein ganzer Traum zerstört. Komm auf den Boden der Realität zurück, kleiner Bruder. Die Magie gibt es nur in den Märchen.“

„Wir haben zwei Götter von Atlantis nach Borea gebracht ...“, begann Ketan, aber Ustra wischte mit seiner Hand über Ketans Augen, als wollte er damit alles Geschehen als unwirklich abtun.

„Die Götter sind mächtig, aber nicht allmächtig. Sie vermögen manches, aber Wunder bewirken auch sie nicht.“

„Das Ei weicht nur wenig von unserem Kurs ab!“, beschwor Ketan erneut seinen Bruder. „Sieh es dir an. Es kostet dich vielleicht nur zwei oder drei Tage, dann setz mich an Land aus! Du magst deinen Kurs nach Atlantis weiterhin segeln, aber ohne mich!“

„Du willst also wirklich alles aufgeben, was uns als Familie vereint?“

Details

Seiten
130
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783738916621
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2019 (September)
Schlagworte
soas schwert gondar götter urzeit

Autor

Zurück

Titel: Soas Schwert: Gondar - Die Götter der Urzeit #4