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Roy Matlock #10: Soweit die Schienen reichen

2017 120 Seiten

Leseprobe

Table of Contents

Title Page

So weit die Schienen reichen

Klappentext:

Roman:

ROY MATLOCK

 

Band 10

 

So weit die Schienen reichen

 

Ein Western von Glenn Stirling

 

 

 

IMPRESSUM

 

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author/ Titelbild: Nach einem Motiv von N.C. Wyeth, 2017

Redaktion und Korrektorat: Alfred Wallon

© dieser Ausgabe 2017 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

 

Klappentext:

Eisenbahnmarshal Roy Matlock und sein Partner Chris Kermel haben von einem geplanten Zugüberfall erfahren. Die Maroon-Bande will den Zug bei der Bunkerstation stoppen und dann die Armeekasse von General Crook rauben, die sich in einem der Waggons befindet. Als Matlock und Kermel das verhindern wollen, zieht ein Unwetter auf – und nur eine halbe Stunde später stehen die Gleise und Teile der tiefer gelegenen Landschaft unter Wasser. Der Zug kann nicht weiterfahren, und nun beginnt der Kampf gegen die Banditen. In diesen dramatischen Stunden haben die beiden Marshals nicht nur die Zugräuber gegen sich, sondern auch das heimtückische Hochwasser ...

 

 

 

 

 

Roman:

Im Licht der zur Erde zuckenden Blitze konnte Roy Matlock die Umrisse der Bunkerstation erkennen, der sich der Zug näherte.

Er und Chris Kermel standen in der Tür des Packwagens und spähten nach vorn. Der niederpeitschende Regen konnte sie davon nicht abhalten.

„Es ist gleich soweit!“, schrie Roy Matlock Chris Kermel ins Ohr, um den Lärm von Lok, Rädern und Fahrtwind zu übertönen. Dann schoss wieder ein Blitz zur Erde, und ein Donnerschlag kam so dicht hinterher, dass es sich wie eine Explosion anhörte.

„Es gießt ganz schön!“, brüllte Kermel zurück. „Also, packen wir’s. Hoffentlich taugt diese verdammte Information etwas.“

Matlock gab ihm darauf keine Antwort. Sie kamen sehr rasch der Station näher. Die Lokomotive stieß einen schrillen Pfiff aus, und zugleich verminderte sie ihr Tempo.

Wieder erhellte ein Blitz die gesamte Umgebung. Deutlich sah Matlock den Wasserturm der Bunkerstation und das Holzhaus daneben, in dem der Stationer hauste.

Wie es üblich war, stand der Stationer jetzt neben den Gleisen und schwenkte die Laterne. Jedenfalls sahen sie einen Mann mit der Laterne dort. Aber Matlock hatte berechtigte Zweifel, dass es sich um den Stationer handelte. Vielmehr nahm er an - wenn die Information stimmte, die sie bekommen hatten - dass dieser Bursche dort in Wirklichkeit ein Bandit war.

Wieder zuckte ein Blitz vom Himmel, erhellte die Gegend, und die beiden Männer wichen von der Tür zurück, um nicht von dem Stationer gesehen zu werden. Dann aber, kaum dass es wieder dunkel war, sprangen sie beide.

Matlock schlug auf, rollte sich über die Schulter, rutschte im schlammigen Boden noch ein Stück weiter und blieb dann flach liegen. Kaum hörbar in dem Lärm, den der Zug machte, das Klatschen ein Stück entfernt, als Kermel aufkam.

Der Zug ratterte weiter. Die rote Laterne am Schluss huschte wie ein Geisterlicht durch die Nacht.

Eine andere Laterne bewegte sich jetzt auf das Holzhaus zu.

Der Lärm des Zuges verebbte mehr und mehr. Der rauschende Regen war jetzt das Lauteste aller Geräusche. Und dann wieder Blitz und Donnerschlag.

Als es blitzte, pressten sich beide Männer fest in den Schlamm. Aber kaum dass es wieder dunkel war, hoben sie die Köpfe, richteten sich auf, während die Lehmbrühe an ihnen heruntertroff.

„Zum Wasserturm“, raunte Roy Matlock seinem Partner zu. Dann liefen sie los.

Der Mann mit der Laterne hatte drüben die Hütte erreicht. Die Tür ging auf, ein breiter Lichtstreifen fiel auf den Platz davor und spiegelte sich in den gewaltigen Pfützen, die im Regen entstanden waren.

Der Regen nahm zu. Roy Matlock war jetzt schon nass bis auf die Haut. Aber daran zu denken, war keine Zeit. Jedes Mal, wenn es blitzte, stand er stocksteif. Kaum war es wieder dunkel, gingen sie weiter, rannten schließlich, und einmal rutschte Kermel aus und klatschte in eine Pfütze. Er fluchte unterdrückt, kam wieder hoch, und endlich hatten sie den Wasserturm erreicht. Hier bot ihnen der große Behälter etwas Schutz vor dem noch immer hernieder rauschenden Regen. Es schien, als regnete es viel mehr als vorhin.

Sie zogen die Köpfe ein, standen verkrümmt und spähten hinüber zum Holzhaus. Lichtschein fiel aus den Ritzen der Läden, und Roy meinte: „Wenn ich genau wüsste, dass die Information richtig ist, dann brauchten wir nicht viel Rücksicht zu nehmen.“

„Wie meinst du das?“, fragte Kermel. „Willst du das Ding in die Luft jagen?“

„Bist du verrückt? Da steht der Telegraf drin. Das nicht. Aber wir könnten ihnen eine Falle legen und dann kurz und bündig zuschlagen.“

„Du meinst, du willst sie herauslocken und dann in die Zange nehmen?“, fragte Kermel.

„Genau das“, bestätigte Roy.

„Wir haben eine Stunde Zeit“, meinte Kermel. „Eine Stunde, bis der Zwölfvierzehn kommt. Wenn wir es bis dahin geschafft haben, können wir die gleich abtransportieren.“

„Wir müssen es bis dahin schaffen. Sie sind ja auf den Zwölfvierzehn scharf, wenn das stimmt, was wir erfahren haben.“

„Ich weiß nicht“, meinte Kermel. „Ich mache natürlich jede Dummheit mit. Aber ich habe den dumpfen Verdacht, dass uns diese Nutte reingelegt hat. Jenkins denkt natürlich, alle diese Informationen müssen stimmen.“

„Er denkt es nicht. Er weiß es, weil er Fangfragen gestellt hat“, entgegnete Roy. „Sally ist im Zug; sie und Balfour. Das ist doch ein Beweis. Sie hätte das nie gesagt, wenn da nicht etwas dran wäre. Sie hat Angst; sie hat Angst um Balfour.“

„Warum soll sie um ihn Angst haben?“

„Logisch. Das ist ein viel zu großer Happen. Hier geht es nicht einfach um irgendwelches Geld im Tresor des Packwagens. Diesmal geht es um eine Armeekasse; um die Armeekasse von General Crook. Übrigens, auf dessen Kasse ist schon einmal ein Anschlag versucht worden. Damals ist das mächtig in die Hose gegangen, und ich will verdammt sein, wenn wir es nicht auch schaffen, dass es diesmal erneut in die Hose geht.“

„Und wieviel Geld ist das?“, wollte Kermel wissen.

„Ich weiß es nicht. Das spielt doch gar keine Rolle. Sally hat Angst, dass die ganze Armee hinter ihren Leuten her sein wird. Und deshalb hat sie geredet. Balfour wird an dem Überfall nicht teilnehmen. Er ist zwar im Zug und Sally auch. Aber sie ist fest entschlossen, ihn daran zu hindern, irgend etwas mitzumachen. Sie hat sich Chloroform besorgt.“ „Chloroform? Was ist das?“

„Ein Betäubungsmittel. Ein paar Tropfen davon kommen auf ein Tuch, man drückt es dem anderen an die Nase, und er verliert das Bewusstsein. Jenkins hat ihr dieses Chloroform besorgt.“

„Donnerwetter! Und du glaubst, er lässt sich von ihr reinlegen?“

„Er ahnt nichts. Und was sie tut, ist für ihn die beste Medizin, die es gibt, wenn sie es schafft. Da können wir nur hoffen. Wenn er sich an der Geschichte beteiligt, ist er genauso reif wie die anderen. So, wenn die Informationen stimmen, dann sitzen da drüben Ed Maroon, Ben Prescott und Frank Charlyle.“

„Der vorhin mit der Laterne den Stationer gemacht hat, könnte gut und gerne Ed Maroon gewesen sein. Es war ein großer Bursche“, sagte Kermel.

„Könnte. Der Stationer ist aber auch nicht klein. Wie gesagt, ich werde nachsehen. Hast du deine Spencer griffbereit?“

„Ich muss sie noch aus dem Ölpapier wickeln. Warte! Lauf erst los, wenn ich damit fertig bin! Es könnte sein, dass ich sie rechtzeitig brauche. Sag mal, hat Chapelle nicht einen Hund?“

„Er hatte einen Hund. Aber wenn er ihn noch hätte, dann würde er längst gekläfft haben.“

„Vielleicht haben sie ihn drinnen im Haus.“

„Dann hätte er ebenfalls gekläfft. Spätestens als der Zug vorbeifuhr. Also los, die Zeit rinnt uns zwischen den Fingern weg wie Sand. Der Zwölfvierzehn ist in weniger als einer Stunde hier. Ich gehe jetzt hinüber! Pass du gut auf! Und dann, wenn sie rauskommen sollten, fackle nicht lange! Sie sind zu dritt. Vielleicht sind sie noch mehr, und wir wissen es nur nicht.“

„Also los, mach schon!“, sagte Kermel, und Roy Matlock lief unter dem schützenden Wasserbehälter hervor, sprang durch den Schlamm, während der Regen nur so auf ihn herunterprasselte. Niederzuckende Blitze erhellten ihm den Weg hinüber zur Hütte. Der Donner verschluckte den Lärm, den seine Stiefel im Schlamm verursachten.

Das Gewitter nahm an Heftigkeit zu. Es schien sich jetzt ziemlich genau über der Bunkerstation zu befinden. Blitz und Donner erfolgten gleichzeitig. Dann schlug der Blitz in den Wasserbehälter ein. Es war ein solcher Schlag, dass Roy Matlock zusammenfuhr, sich erschrocken umwandte und um Kermels Leben fürchtete.

Drüben war wieder alles dunkel. Vielleicht, dachte Roy, hat dieser Wasserbehälter einen dieser Franklinschen Blitzableiter, wie die Bahn sie bei allen hohen Gebäuden eingebaut hat.

Er rannte weiter, hatte jetzt die Hütte erreicht, duckte sich und schlich sich, obgleich wieder ein Donnerschlag erfolgte, der alle Geräusche schluckte, bis dicht an den Fensterladen heran, reckte den Kopf und konnte durch die Ritze spähen.

Drinnen saßen zwei Männer am Tisch. Hinten auf einem Bett lagen gefesselt der Stationer und seine Frau. Roy Matlock kannte sie beide. Die Frau war eine Indianerin. Das war auch der Grund dafür, dass Chapelle seinen Dienst als Schaffner hatte quittieren müssen. Er war dafür hier in die Einöde auf diese Bunkerstation mehr oder weniger verbannt worden.

Ein dritter Mann lehnte am eisernen, jetzt im August nicht beheizten Ofen.

Roy kannte zwei von ihnen von früheren Vorfällen. Und zwar den kleinen, hässlichen Frank Carlyle, dessen blondes Haar wirr in die Stirn hing und seine Ohren und seinen Nacken verdeckte. Er kannte auch Ben Prescott. Ein großer, breitschultriger Bursche, mindestens drei Köpfe größer als der kleine Carlyle. Der dritte konnte dann nur noch Ed Maroon sein. Ihn hätte Kermel sofort erkannt. Ed Maroon war groß, hatte dunkles welliges Haar, buschige Brauen. An sich ein Mann, der sympathisch wirkte. Roy wusste aus den Berichten, dass die Frauen wie verrückt auf ihn waren. Auf ihn und seinen Bruder Joe. Aber Joe hatte eine Freundin.

Roy dachte: Joe wird mit im Zug sein. Sie fangen es ganz geschickt an. Ein paar von ihnen spielen Reisende im Zug, das sind jene, die wir von der Union Pacific nicht so genau kennen, und die anderen, die lauern hier. Hier an der Bunkerstation werden sie es machen. Der Zug wird ohnehin anhalten, er wird hier Holz, Kohle und Wasser nehmen.

Das Gewitter schien, wie es Roy vorkam, auf der Stelle zu stehen. Blitz und Donner mit einem Schlag. Und diesmal sah er es deutlich. Ein Blitz schlug oben in den Wasserbehälter ein, fegte senkrecht an irgend etwas herab und verschwand dann wie ein Feuerball in der Erde. Grell war Kermel von diesem hellen Lichtschein beleuchtet. Er hatte keine zwanzig Schritt entfernt gestanden. Offenbar hatte er den schützenden Behälter verlassen, um nicht zu nahe an diesen Einschlägen zu sein.

Von dem Knall des Donners waren Roys Ohren noch halb betäubt. Trotzdem hörte er den trampelnden Schritt, der direkt auf ihn zukam.

Er sprang auf, war mit einem Satz ein Stück weiter um die Hüttenecke herum und presste sich an die Wand.

Fast gleichzeitig, wie er verschwand, wurde die Tür aufgestoßen, und eine Männerstimme rief in die wieder ruhige Nacht hinein: „Verdammt, das war verflucht gefährlich! Es muss drüben im Wasserturm eingeschlagen sein. Ob das Ding überhaupt noch steht? Ich sehe nichts.“

Eine andere Stimme sagte: „Da steht er doch! Sieh genau hin! Da ist nichts passiert. Aber es riecht so komisch. Und der Regen, verdammt noch mal! Es wird Zeit, dass der Zug kommt, sonst schwimmen wir hier noch weg.“

Wieder kamen ein Blitz und ein Donner unmittelbar nacheinander, und anschließend hörte Roy den Mann in der Tür rufen: „He! Hast du das gesehen?“

„Was?“, fragte der andere.

„Wasser. Da drüben ist alles unter Wasser. Ein riesiger See. Die Gleise verschwinden darin. Zum Teufel, was hat das zu bedeuten?“

Der zweite sagte etwas, das Roy nicht verstand. Roy blickte nun ebenfalls in diese Richtung, von der der Bandit gesprochen hatte. Und als wieder der Blitz Himmel und Erde erhellte, sah er selbst, dass im Osten die Schienen von Wasser bedeckt waren. Tatsächlich wirkte alles wie ein riesiger See.

Das Land ist überschwemmt, zum Kuckuck! Aber wie konnte das so schnell passieren? Das ist doch vorhin noch nicht gewesen …

 

*

 

Ben Prescott machte ein einfältiges Gesicht, wie oft, wenn er vor einer Tatsache stand, die er nicht begreifen konnte. Der große, schwere Mann starrte verständnislos auf Ed Maroon

„Wieso überschwemmt?“ fragte er.

„Weil es die ganze Zeit schüttet. Vielleicht ist irgendwo ein Fluss über die Ufer getreten. Es müsste der Laramie River sein.“

Ed Maroon schaute sich in Richtung zu dem Bett um und fragte den gefesselten Stationer: „Chapelle, wie oft habt ihr hier Hochwasser?

Der Mann wandte den Kopf und sah mit gehässigem Blick in Ed Maroons Richtung. Dann lachte er. „Es passiert jedes Jahr, wenn der Schnee schmilzt. Jetzt um diese Zeit, da ist es selten. Sind die Schienen unter Wasser?“

Ed Maroon riss erneut die Tür auf und blickte hinaus. Er wartete, bis ein Blitz kam, und als der Donner verhallt war, schlug er die Tür wieder zu, lehnte sich mit dem Rücken dagegen und sagte: „Die gehen hinein wie in einen See.“

„Dann wird es etwas dauern. Dann ist alles zu.“

Die drei Banditen starrten den gefesselten Stationer an. „Willst du damit sagen, dass der Zug nicht kommt?“

„Wie sollte er? Er kann nicht schwimmen.“

„Chapelle, du willst uns hier Märchen erzählen, was?“, fragte Ed Maroon mit sonorer Stimme. Er ging auf den Gefesselten zu, warf einen kurzen Blick auf die Indianerin, die ihn grimmig ansah. Dann wandte er sich Chapelle zu. „Der Zug könnte doch trotzdem fahren. Die Gleise werden nicht sehr tief unter Wasser sein.“

„Wenn du meinst?“, sagte Chapelle. „Eigentlich müsste ich ja ein Telegramm aufgeben und denen in Fort Steele mitteilen, dass das Gebiet wieder überschwemmt ist. Aber morgen kommt der Gegenzug.“

„Der Gegenzug von Fort Steele?“

„Aus Sacramento“, vollendete Chapelle.

Ed Maroon sah sich nach seinen beiden Kumpanen um. „Feine Bescherung. Wir sitzen hier herum, und der Zug kommt nicht. Das wäre ein Ding. Eine Kiste mit Geld wartet darauf, geholt zu werden, und wir kommen nicht ran wegen dieses verdammten Hochwassers!“

„Man soll eben nie Pläne ohne die Natur schmieden“, hetzte Chapelle.

Ed Maroon sah ihn an. Chapelle war ein Mann so Mitte Vierzig. Ein harter Bursche. Sie hatten zu dritt über ihn herfallen müssen. Fast hätte er dem blonden Frank Charlyle noch den Arm gebrochen. Aber da war Ben Prescott mit seiner Urkraft einfach zu stark für Chapelle gewesen. Ein Tiger, dachte Ed Maroon in diesem Augenblick. Wenn wir ihn auf unserer Seite hätten, wäre mir wohler. Es ist schon allerhand, dass er es wagt, eine Indianerin zur Frau zu haben, eine Rothaut. Und er hat damit der Union Pacific getrotzt, auch wenn sie ihn hier in die Einöde gepflanzt haben. Wir sollten ihn niemals unterschätzen.

„Mein Gott, was soll sein? Der Zug kommt oder er kommt nicht. Wir werden trotzdem hier keine Wurzeln schlagen“, meinte Ben Prescott. „Ich habe Durst auf einen echten Whisky und nicht auf dieses verdammte selbstgebraute Zeug, was er hier hat.“

„Das ist auch nicht zum Trinken da“, rief Chapelle vom Bett her. „Das ist Spiritus, wenn mal jemand verletzt ist.“

„Ein Teufelsdreck ist es“, widersprach ihm Ben Prescott. „Mir kratzt er jetzt noch im Hals.“

„Vielleicht schwillt dir der Hals noch zu“, höhnte Chapelle.

„Du, sei bloß still! Du hast bei mir noch einen Stein im Brett“, rief Carlyle, der noch immer am Tisch saß. Der kleine blonde Mann mit den tiefliegenden Augen und den Raffzähnen blickte zornig auf Chapelle. Schulter und Arm taten ihm jetzt noch weh. Am liebsten hätte er Chapelle umgebracht, aber das hatten Prescott und Maroon verhindert. Es durfte möglichst keine Verletzten bei der Bahn geben. Bis jetzt waren sie immer bei ihren sämtlichen Unternehmungen davon ausgegangen, dass kein Blut fließen durfte. Floss erst Blut, dann setzte die Bahn nicht nur ein paar Marshals gegen sie ein, sondern gewaltige Aufgebote, die nicht lange fackeln würden.

„Die Sache mit der Armeekasse“, meinte Carlyle, „wird uns eine Menge Leute auf die Spur ziehen. Weißt du überhaupt, was drin ist?“

„Was soll drin sein? In einer Armeekasse ist immer ein Haufen Geld. Es ist die Armeekasse von Crooks Einheit. Und das sind ja nicht bloß fünf Mann.“

„Was denkst du denn nun wirklich, Ed, was drin ist?“, wollte Prescott wissen.

Maroon zuckte die Schultern. „Was wird drin sein! Vielleicht zehntausend?“

„Zehntausend“, meinte Prescott nachdenklich. „Davon kann man sich eine Menge anschaffen. Hör mal, soviel kostet eine Lokomotive, nicht wahr?“

„Du Armleuchter!“, rief Carlyle. „Was willst du schon mit einer Lokomotive?“

Prescott nahm es mit Humor. Er lachte. „Ich würde gerne einmal mit einer Lokomotive fahren. Mit einer, die mir gehört, mit der ich hinfahren kann, wohin ich will.“

„Hört euch diesen Idioten an“, meinte Carlyle.

„Sei still, Frank!“, ermahnte ihn Ed Maroon. „Er ist unser Partner und kein Idiot. Schluss jetzt! Ich werde nachsehen, was da mit dem Wasser wirklich ist. Ich werde auf den Gleisen gehen und sehen, wie weit es darüber hinwegreicht.“

Frank Carlyle zog seine Taschenuhr aus der Weste. Er ließ den Deckel aufspringen, blickte aufs Zifferblatt und meinte: „Noch eine Dreiviertelstunde, wenn er pünktlich ist.“ Er sah hinüber zum Bett. „Ist er pünktlich, Chapelle?“

„Der Zwölfvierzehn ist meistens pünktlich“, meinte Chapelle, „wenn er überhaupt kommt.“

„Ich werde sehen, ob er kommt“, erklärte Ed Maroon. „Wenn du willst, kannst du mitkommen, Frank.“

Carlyle schüttelte den Kopf. „Das siehst du doch auch allein! Warum soll ich mitkommen in diesen Scheißregen da draußen?“

„Kommst du mit?“, wandte sich Maroon an Prescott.

Der lauschte, hörte den rauschenden Regen auf dem Dach und schüttelte den Kopf.

Maroon öffnete die Tür. In diesem Augenblick schlug wieder ein Blitz irgendwo ein. Der Donner folgte diesmal aber nicht so unmittelbar.

„Es zieht schon weg“, sagte Maroon. „Verdammter Regen.“

„Dann warte doch, bis es nachlässt!“, rief Frank Carlyle.

„Ach was, ich will es jetzt wissen.“ Maroon griff nach einem Stück Plane, das neben der Tür lag. Er zog es sich über den Kopf, schlug die Tür hinter sich zu und stand draußen im prasselnden Regen. Er wartete, bis wieder ein Blitz einschlug, sah jetzt die Richtung, in der er gehen musste und machte sich auf den Weg.

Weit kam er nicht. Nach zehn Schritten hörte er plötzlich ein Geräusch hinter sich, wollte sich herumwerfen, aber da traf ihn schon etwas auf den Schädel. Er sah noch, während ihm die Knie weich wurden und er sich um die eigene Achse drehte, wie im Aufzucken eines Blitzes eine Gestalt vor ihm aufragte. Aber das Gesicht konnte er nicht erkennen. Und dann wurde es dunkel vor seinen Augen, und nicht nur, weil es Nacht war. Den Aufschlag auf den Boden spürte er schon nicht mehr. Und er merkte auch nicht, wie er gepackt und durch den Schlamm gezerrt wurde …

 

*

 

Chris Kermel stand neben Roy Matlock. „Was meinst du“, fragte er, „ob sie jetzt rauskommen?“

Statt zu antworten, sagte Roy: „Ist der Kerl schon zu sich gekommen?“

„Glaube nicht. Aber sie müssen ihn doch vermissen. Er ist schon eine ganze Weile weg.“

„Müssten sie. Du weißt doch, wie sie sind. Jeder von denen denkt nur an sich. Da, jetzt pass auf! Da kommt einer zur Tür.“

Die Tür ging auf, Lichtschein fiel nach draußen, in dem Augenblick blitzte es wieder, und reichlich drei Sekunden später erfolgte der Donner. Das Gewitter war weitergezogen, aber nur eine dreiviertel Meile weit. Und noch immer schüttete es nur so vom Himmel.

Roy und Chris hatten sich dicht an die Hauswand gepresst. Der Mann in der Tür sah sie noch nicht. Jetzt trat er ein Stück nach vorn, ging aber rasch wieder zurück und rief etwas in den Raum hinein, das sie draußen nicht verstanden, weil der Regen einfach zu laut war. Wenig später wurde die Tür geschlossen.

„Es hilft nichts“, raunte Roy Chris zu, „wir müssen sie herauslocken. Los, geh hinüber zum Wasserbehälter, versteck dich dort und brülle! Ruf sie! Sie müssen denken, dass es Maroon war.“

„Wen soll ich rufen?“, fragte Chris. „Prescott oder den anderen?“

„Ruf Prescott! Ben ist sein Vorname. Ruf Ben! Er könnte noch an der Tür sein.“

„Und wenn er draußen ist, soll ich weiterrufen?“

„Aber immer. Sie müssen beide herauskommen.“

Chris Kermel schlug einen Bogen, als er hinüberrannte, und er konnte froh sein, dass in der Zeit die Tür nicht aufgemacht worden war. Vielleicht hätten sie ihn sonst gesehen. Als wieder einmal ein Blitz das gesamte Umfeld erhellte, war von Chris nichts mehr zu sehen. Roy stand indessen immer noch an der Hausecke und wartete.

Als der letzte Donner verhallt war, rief es vom Behälter her: „Ben! Ben! Hilf mir! Ben, hilf mir!“

Es dauerte eine ganze Weile, bis sie es drinnen hörten. Dann flog die Tür auf, und es geschah genau das, was Roy vorausberechnet hatte. Der Riese Prescott tauchte in der Türöffnung auf, sein Gewehr in den Händen.

„Ed! Wo steckst du, Ed?“, schrie er. Er hatte eine gewaltige Donnerstimme, die weithin zu hören war.

Drüben vom Wasserbehälter rief jetzt Chris noch einmal: „Ben! Hierher, Ben! Ben! Hilf mir, Ben!“

Prescott stürmte los. Hinter ihm schrie der drahtige, kleine Frank Carlyle. „Langsam! Bist du verrückt?“ Und dann tauchte Carlyle selbst auch auf.

Jetzt sind sie beide draußen, und weit genug sind sie auch, dachte Roy.

Er hatte den Revolver hoch und schrie: „Prescott, lass die Waffe los! Carlyle, Arme hoch!“

Aber Prescott, so schwer und groß er war, konnte blitzartig reagieren. Er wirbelte wie ein Tänzer herum, das Gewehr an der Hüfte angeschlagen.

Roy schoss im gleichen Augenblick. Er hielt auf die rechte Schulter des Hünen, sah, wie er wieder zurückgestoßen wurde, als hätte ihn eine Geisterhand bei dieser Drehung aufgehalten. Und sofort nach dem Schuss schwenkte Roy seinen Revolver auf Carlyle. Carlyle hatte sich noch nicht einmal umgedreht. Er stand stocksteif und hob jetzt die Arme. Prescott hatte noch immer das Gewehr in den Händen.

„Das Gewehr loslassen!“, brüllte Roy.

Da endlich ließ Prescott die Waffe in den Schlamm fallen, stand, beide Hände ein wenig vom Körper gestreckt, nahm jetzt die Linke und griff in die Gegend, wo er getroffen worden war.

Jetzt tauchte Chris Kermel auf, kam vom Wasserturm herüber, sein Gewehr im Anschlag, während Roy von hinten an Carlyle heranging, ihm die Mündung seines Revolvers in den Rücken rammte und ihm gleichzeitig die Waffe aus dem Holster zog.

„Wer, zum Teufel, bist du?“, stieß Frank Carlyle hervor.

„Das ist kein Geheimnis“, erwiderte Roy. „Streck die Arme schön hoch! Und ganz still stehen! Tu auch die Arme hoch!“, rief er dann Prescott zu.

Inzwischen war Chris heran und zog Prescott dessen Revolver aus dem Holster.

„Los, an die Wand mit euch! Hände dagegen, Beine zurück und auseinander!“, befahl Roy.

„O Himmel“, keuchte Carlyle, „das sind Profis.“

„Ja, das ist ein Profi“, sagte Roy. „Mein Name ist Matlock.“

In diesem Augenblick blitzte es wieder, und Frank Carlyle sah in Matlocks Richtung.

„O Himmel und Hölle! Ausgerechnet Matlock! Wie, zum Kuckuck, kommst du hierher?“

„Mit dem Zug, Carlyle. Mit dem Zug.“

„Aber Ed ist draußen gewesen. Was ist mit Ed passiert?“

„Ed ist da drüben. Nun kommt. Ihn haben wir schon gefesselt. Er ist durch und durch nass. Er wird sich freuen, wenn wir ihn und euch wieder ins Trockene schaffen. Also: der Überfall auf den Zwölfvierzehn findet nicht statt, vorausgesetzt der Zwölfvierzehn kommt überhaupt. Irgendwo ist ein Fluss über die Ufer getreten, und das ganze Land ist überschwemmt, mit einem Schlag.“

„Es geht immer mit einem Schlag“, sagte Chris Kermel. „Das Hochwasser kommt wie eine Flutwelle. Es ist schon wieder gestiegen. Vielleicht kommt der Zwölfvierzehn nie.“

„Keine langen Vorreden“, erklärte Roy. „Alle ins Haus!“

Sie hatten ihre Gefangenen nach Waffen durchsucht und außer zwei Bowiemessern nichts gefunden. Jetzt brachten sie die beiden hinein. Chris Kermel passte indessen auf sie auf, während Roy den wieder erwachten Ed Maroon an den Schultern packte und durch den Schlamm schleifte bis zur Türschwelle, dann hineinzerrte und einfach fallen ließ. Maroon fluchte, wünschte Roy in die Hölle und wusste im Gegensatz zu seinen beiden Kumpanen nicht, wer dieser Mann war.

Carlyle und Prescott kannten Roy Matlock. Sie empfanden auch einen großen Respekt vor ihm, was sie aber nicht daran hinderte, ihn zu beschimpfen und ihn zum Teufel zu wünschen.

Roy hatte Handschellen und ließ die seinen um Prescotts Unterarme schnappen.

„Ich bin verletzt! Du Schweinehund willst mich umkommen lassen!“, keuchte Prescott.

„Mach dir keine Sorgen! So schnell bist du nicht am Ende. Wir kümmern uns schon um deine Verletzung. Eins nach dem anderen. Jetzt kommst du dran, Carlyle. Also, Hände vor!“

„Ihr müsst euch um ihn kümmern! Er ist verwundet. Er verblutet“, rief Carlyle.

„Als wenn das für dich ein Argument wäre. Er hätte nichts versuchen sollen, dann wäre kein Tropfen Blut aus ihm geflossen... Chris, kümmere dich um die Gefangenen! Mach sie frei! Vielleicht kann die Frau die Verletzung versorgen.“

Chris nickte nur, und als er Tom Chapelle die Fesselung zerschnitten hatte und sich der Frau zuwandte, sagte Chapelle: „Geben Sie mir das Messer. Das mache ich schon.“

„Warum? Denken Sie, ich mach’ das nicht gern, weil sie eine Indianerin ist?“, fragte Chris. „In dieser Beziehung denke ich anders als die Direktion in Omaha.“

Chapelle lächelte nur, machte es aber dann doch selbst.

Seine Frau schwieg. Sie rieb sich nur die Gelenke, und als einziges Zeichen, dass sie froh war, befreit worden zu sein, sah sie Roy Matlock lächelnd an, wandte sich dann auch Chris Kermel zu, aber auch er erntete nicht mehr als ein Lächeln.

Chapelle sprach mit ihr in der Sprache der Schwarzfuß-Indianer. Sie rieb sich noch immer die Gelenke, ging dann zu einem Regal in der hinteren Ecke, öffnete einen tönernen Topf und nahm verschiedene Dinge heraus. Dann kehrte sie zurück und wandte sich dem verletzten Ben Prescott zu.

„Ich lass mich nicht von einer stinkenden Rothaut behandeln! Ich will, dass es einer von euch macht!“, protestierte Ben Prescott.

„Wenn du Wert darauf legst, behandelt zu werden, wirst du es dir von ihr gefallen lassen. Sie versteht etwas davon. Aber wenn du möchtest, kannst du auch noch warten. Du hast ja Blut genug“, sagte Roy und lächelte hart.

„Ihr wollt mich umbringen! Ihr verdammten Schweine wollt mich umbringen!“

„Ein großer Mann, so stark wie ein Bär, aber mit dem Herz eines Suppenhuhns“, meinte Chris Kermel. „Es blutet ein bisschen, und schon ist sein Mut dahin.“

„Dir dreh’ ich die Gurgel um! Lass mich nur frei sein. Dir dreh’ ich die Gurgel um! Ihr wollt, dass ich hier verblute!“, keuchte Prescott.

Matlock lachte nur. Chris Kermel zuckte die Schultern, und die Indianerin machte sich an ihre Arbeit.

Ben Prescott schimpfte, fluchte und verwünschte die Indianerin, aber als sie einmal so tat, als wolle sie mitten in ihrer Tätigkeit aufhören, da schwieg er und ließ sie gewähren.

Prescott hatte Glück. Es war ein Streifschuss, und die Kugel brauchte nicht herausgeholt zu werden. Denn so einfach, wie sich das manchmal anhörte, war das wirklich nicht.

Roy Matlock sah sich um, wandte sich dann wieder Tom Chapelle zu und sagte: „Sieht aus, als hättest du ganz schöne Schwierigkeiten mit ihnen gehabt?“

Chapelle nickte. „Na ja, drei von dieser Sorte sind einfach zu viel für unsereinen. Aber ich habe es ihnen nicht so einfach gemacht. Menschenskind, Roy, ich hatte gehofft, dass einer von euch auftaucht. Konnte es bloß nicht glauben. Es war für mich schwer, mir vorzustellen, wie ihr herkommen würdet. Ich hatte kein Telegramm mehr durchgeben können.“

Roy grinste. „Wir sind trotzdem da“, meinte er triumphierend.

„Für mich ist das wie ein Wunder“, meinte Chapelle.

„Na ja, ich erzähl’ es dir ein andermal. Jetzt warten wir auf den Zug. Auf den sind die drei ja auch scharf. Da sind noch Freunde von denen drin.“

Ed Maroon riss den Kopf herum, blickte Roy nachdenklich an und sagte: „Würdest du mir sagen, woher du das alles weißt?“

Roy sah ihn an. Auf Maroons Stirn wuchs eine Beule.

„Man hat so seine Beziehungen“, sagte Roy.

„Irgendein Schweinehund hat es verraten“, stieß Ed Maroon hervor.

Frank Carlyle meinte: „Aber wer soll das gewesen sein?“

„Ja, wer mag es gewesen sein?“, fragte Roy Matlock, als rätselte er ebenfalls. „Einer spielt immer mit gezinkten Karten. So ist es nun mal im Leben. Abgesehen davon, sind wir auch nicht langsam. So, Freunde, nun warten wir auf den Zug. Du hast so eine wunderschöne Uhr, Carlyle. Ich werde sie mir mal auslei hen.“

Er ging hin und nahm Frank Carlyle die Uhr aus der Westentasche, und Carlyle rief protestierend: „Willst du mich berauben?“

„Aber nicht doch“, rief Matlock. „Ich leihe sie mir aus. Das ist alles. Sie ist fantastisch. Sie hat einen Sprungdeckel. Hat sie auch ein Schlagwerk?“ Er drückte auf den Auslöser dieser Repetieruhr und tatsächlich schlug sie an. Er hielt sich die Uhr ans Ohr und meinte: „Schön ist sie. Ein schönes Schlagwerk. Eine richtig gute Repetieruhr. War bestimmt nicht billig. Aus welchem Zug hast du sie gestohlen?“ Er blickte auf die Rückseite des Deckels. „Ach, ein Monogramm ist auch darin. M und O. Das sind doch nicht deine Initialen?“

„Ist von einem Onkel von mir“, behauptete Carlyle.

„Wenn du an der ersten Lüge erstickt wärst, gäb’s dich schon lange nicht mehr. Also, reden wir von etwas anderem. Wer ist denn alles im Zug, Maroon?“

„Du weißt doch alles. Warum fragst du mich?“, erwiderte Maroon.

„Es wäre vielleicht für euch alles etwas einfacher, wenn ihr die Karten auf den Tisch legtet.“

„Du hast vielleicht Nerven“, entgegnete Maroon. „Du glaubst doch nicht im Ernst, dass wir dir nur die kleinste Gefälligkeit erweisen. Ausgerechnet dir.“

„Ihr hättet euch keine Armeekasse aussuchen dürfen. Das ist einfach zu heikel.“

„Was denn für eine Armeekasse?“, fragte Maroon und tat ahnungslos.

„Noch habt ihr sie nicht ausgeraubt. Vielleicht sind die Narren im Zug so blöd und versuchen es. Weißt du, was mit denen geschieht? Es ist schon schlimm, einen Tresor in einem Packwagen auszuräumen, aber eine Armeekasse ..

„Du wirst noch in Tränen zerfließen um unser Wohlergehen“, höhnte Carlyle.

„Natürlich. Das Wohlergehen meiner Gefangenen ist mir ein Herzensbedürfnis“, spottete Roy. „Wir haben noch fünfunddreißig Minuten, bis der Zug kommt; wenn er kommt. Sollte er nicht kommen, treten wir den Marsch zu Fuß nach Westen an.“

„Warum zu Fuß?“, fragte Maroon. „Wir haben Pferde dabei.“

„Ja, sie sind mit Pferden gekommen“, sagte Chapelle. „Die stehen bei unseren Maultieren im Schuppen.“

„Ist die Draisine nicht da?“, erkundigte sich Roy.

„Doch“, entgegnete Chapelle.

„Dann werden die drei die Draisine bedienen. Wir werden die Draisine nehmen und damit nach Fort Steele fahren.“

„Und wenn der North Fork ebenfalls Hochwasser hat?“, fragte Maroon.

Details

Seiten
120
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783738914313
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2017 (November)
Schlagworte
matlock soweit schienen

Autor

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Titel: Roy Matlock #10: Soweit die Schienen reichen