Lade Inhalt...

Die Todessteine aus Sri Lanka: Ein Roberto Tardelli Thriller #29

2017 140 Seiten

Zusammenfassung

Die Todessteine aus Sri Lanka
Ein Roberto Tardelli Thriller #29
von Hans-Jürgen Raben

Der Umfang dieses Buchs entspricht 115 Taschenbuchseiten.

Der New Yorker Juwelier Simon Davies wird von unbekannten Gangstern mit brutaler Gewalt unter Druck gesetzt, von ihnen Edelsteine von minderer Qualität und zu Wucherpreisen abzunehmen. COUNTER CRIME - eine geheime Abteilung des Justizministeriums, die mit der Bekämpfung des organisierten Verbrechens beauftragt ist – glaubt, dass die Mafia dahintersteckt und setzt ihren besten Mann darauf an: Roberto Tardelli. Als Davies getötet wird, um als abschreckendes Beispiel für andere Juweliere zu dienen, nimmt der Agent die Spur auf. Diese führt ihn zu seinem Erzfeind Joe Varese, dem man bisher noch keine seiner zahlreichen Straftaten nachweisen konnte – aber der mutige Mafiajäger gibt nicht auf und setzt dabei wie immer sein Leben aufs Spiel ...

Leseprobe

image
image
image

Die Todessteine aus Sri Lanka

image

Ein Roberto Tardelli Thriller #29

von Hans-Jürgen Raben

Der Umfang dieses Buchs entspricht 115 Taschenbuchseiten.

Der New Yorker Juwelier Simon Davies wird von unbekannten Gangstern mit brutaler Gewalt unter Druck gesetzt, von ihnen Edelsteine von minderer Qualität und zu Wucherpreisen abzunehmen. COUNTER CRIME - eine geheime Abteilung des Justizministeriums, die mit der Bekämpfung des organisierten Verbrechens beauftragt ist – glaubt, dass die Mafia dahintersteckt und setzt ihren besten Mann darauf an: Roberto Tardelli. Als Davies getötet wird, um als abschreckendes Beispiel für andere Juweliere zu dienen, nimmt der Agent die Spur auf. Diese führt ihn zu seinem Erzfeind Joe Varese, dem man bisher noch keine seiner zahlreichen Straftaten nachweisen konnte – aber der mutige Mafiajäger gibt nicht auf und setzt dabei wie immer sein Leben aufs Spiel ...

image
image
image

Copyright

image

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker.

© by Author /COVER STEVE MAYER

© dieser Ausgabe 2017 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

image
image
image

Die Hauptpersonen des Romans:

image

Joe Varese — Der Mafiaboss hat ein neues, lukratives Geschäft entdeckt, und wer ihn dabei stört, muss sterben.

Simon Davies — Der Juwelier beugt sich dem Druck der Gangster und verliert dennoch sein Leben.

Sarah Davies — Sie ist seine Tochter und gibt Roberto den entscheidenden Tipp.

Allister und Crowley — Die beiden Gangster räumen jeden aus dem Weg, der ihnen in die Quere kommt.

Nadir — Ein Araber aus Ceylon liefert die Edelsteine, die den Tod bedeuten.

Roberto Tardelli — Für ihn ist dieser Fall wie ein Schachspiel — aber jeder Zug kann tödlich sein.

image
image
image

1

image

Die beiden Männer wirkten wie Zwillinge. Sie trugen beide leichte Baumwollhosen und darüber bunte Buschhemden. Fast gleichmäßig mahlten ihre Kiefer, in denen sie den Kaugummi von einer Ecke in die andere wälzten. Dass sie Amerikaner waren, erkannte man auf hundert Schritt.

Einer wischte sich den Schweiß von der Stirn. Das feucht heiße Dschungelklima wirkte wie ein Treibhaus. „Diese Insel bringt mich noch um“, murmelte er.

Sein Kumpan nickte, während seine Augen sorgfältig die Umgebung musterten. In einer halben Stunde würde es dunkel sein. Es wurde schnell Nacht in den Tropen.

Der Saum des Dschungels auf der anderen Seite des Reisfeldes wirkte wie eine undurchdringliche grüne Wand.

Plötzlich hob einer der Männer den Arm. „Dort ist er.“

Gleichzeitig griffen sie unter ihre Hemden und zogen schwere Revolver hervor. Ohne sich zu verständigen, setzten sie sich in Bewegung. Der Schlamm unter ihren Füßen gab schmatzende Geräusche von sich.

Zwischen einer Gruppe Bambusstauden gab es eine Bewegung. Ein schmaler dunkelhäutiger Mann erhob sich aus seiner Kauerstellung und rannte quer über das Feld. Er trug nur einen Lendenschurz, wie ihn die Reisbauern bevorzugten. Unter seinen nackten Füßen spritzte das Wasser. Sein Ziel war eine Art Hütte am Rande des Dschungels, gebaut aus Bambuspfosten und Palmblättern. Darunter erkannte man das dunkle Loch einer tiefen Grube.

Vermutlich erhoffte er sich dort Deckung, um den schützenden Dschungel zu erreichen. Er sah sich nicht um, denn er wusste, was er von den beiden Männern zu erwarten hatte.

Die Amerikaner hoben in einer fließenden, oft geübten Bewegung ihre Waffen. Die Schüsse krachten wie ein einziger Abschuss. Während das Echo sich an der grünen Pflanzenmauer brach, wurde der kleine braune Mann nach vorn geschleudert und fiel zwischen die sorgfältig gesetzten Pflanzen des Reisfeldes.

Ohne Eile gingen die Männer auf den Niedergeschossenen zu. Sie wussten, dass sie ihr Ziel nicht verfehlt hatten. Sie besaßen Übung, und sie wurden dafür bezahlt. Gedanken machten sie sich nicht über ihren Job.

Der kleine Mann lebte noch, als sie ihn erreichten. Die Amerikaner sahen ungerührt zu, wie er versuchte, sich vorwärtszuziehen.

„Machen wir Schluss“, sagte der rechts Stehende, spuckte seinen Kaugummi aus und feuerte einen einzelnen Schuss ab.

Danach lag der braunhäutige Mann still. Eine kleine, verkrümmte Gestalt im hellen Grün des Reisfeldes. Im Dschungel schrie ein unbekannter Vogel.

Einer der Amerikaner bückte sich und zerrte ein schmutziges Tuch aus der zusammengeballten Hand des Toten. Er schlug den Fetzen auseinander und ließ den Inhalt auf seine Handfläche rollen. In den farbigen Steinen brach sich das Licht der untergehenden Sonne.

Er nickte befriedigt. „Das wird die Kerle lehren, uns zu beklauen.“ Er stieß den Toten mit der Fußspitze an.

„Der nächste wird es sich zweimal überlegen, ob er ein paar Saphire oder Rubine mitgehen lässt.“

Der andere nickte schweigend, und sie machten sich auf den Rückmarsch. Am Straßenrand parkte ein schwarzer Wagen. Als die Türen aufgingen, zeigte die Innenbeleuchtung einen dicken, schwitzenden Mann auf dem Rücksitz.

„Wir haben ihn erwischt, Nadir“, sagte einer der Amerikaner und schwang sich hinter das Steuer.

„Diese kleine Ratte wollte uns doch glatt übers Ohr hauen.“ Seine Stimme wurde schärfer. „Du solltest deine Leute besser unter Kontrolle haben, Nadir.“

Der Angesprochene, ein Araber, dessen Vorfahren schon vor zweihundert Jahren auf Ceylon eingewandert waren, begann zu zittern. „Ich kann doch nicht auf jeden Einzelnen aufpassen“, beklagte er sich mit weinerlicher Stimme. „Die Versuchung ist eben sehr groß.“

„Dann musst du die Wachmannschaft verstärken. Wir haben keine Lust, uns immer selbst um diese Angelegenheiten zu kümmern. Schließlich bezahlen wir dich für die Steine gut.“

„Die Leute sind arm auf Ceylon“, sagte Nadir. „So ein Mann verdient einen Dollar am Tag.“

„Dann musst du sie eben besser bezahlen“, sagte der Fahrer und ließ den Motor an.

Der Araber schwieg und blickte aus dem Fenster. Seine Gedanken waren in diesem Augenblick nicht gerade freundlich. Er mochte die Amerikaner nicht, aber es ließen sich gute Geschäfte mit ihnen machen. Nadir wusste, dass er es mit Gangstern zu tun hatte, aber das bereitete ihm keine Kopfschmerzen. Er hatte sich immer schon am Rande der Legalität bewegt. Dass man gerade einen seiner Arbeiter erschossen hatte, rührte ihn auch nicht sonderlich. Wenn der Kerl sich erwischen ließ, hatte er selber schuld!

Der Beifahrer drehte den Kopf. Sein Gesicht lag im Schatten. Die Sonne war fast untergegangen. Sie fuhren bereits mit Licht. Nur wenige Fahrzeuge kamen ihnen entgegen.

„Wann ist die nächste Sendung bereit?“, fragte der Mann.

Nadir zuckte mit den Schultern. „In zwei, drei Tagen. Wer weiß? Niemand kann sagen, wie hoch die Ausbeute sein wird. Wir haben in den letzten Wochen zwei neue Schächte gegraben, aber bis jetzt hält sich die Förderung in Grenzen. Unsere Gruben sind auf eine solche Nachfrage nicht eingerichtet.“

Der Fahrer lachte hämisch. „Unsere Kunden wissen auch noch nichts von ihrem Glück. Wir müssen ihnen noch beibringen, dass sie möglichst viele unserer schönen Steine kaufen.“

Nadir antwortete nichts darauf, und es war ihm auch völlig klar, was weiter mit den Edelsteinen geschah, die diese Amerikaner von ihm kauften. Natürlich wurden sie illegal in die Vereinigten Staaten gebracht. Das war ihm klar - aber wie sie weiter verkauft wurden, wusste er nicht. Vor allen Dingen wusste er nicht, dass seine Geschäftspartner Angehörige der Mafia waren, der größten Verbrecherorganisation der Welt, die ihre Fäden rund um den Globus zog - wo immer ein Geschäft zu machen war.

Nadir sah auf den vorbeigleitenden Dschungel. An das feucht heiße Klima Ceylons hatte er sich gewöhnt. Die Amerikaner schienen ziemlich darunter zu leiden. Dicke Schweißtropfen perlten über ihre Nacken.

Der Wagen besaß keine Klimaanlage, und trotz der heruntergedrehten Fenster herrschte im Innenraum eine stickige Hitze wie in einem Treibhaus. In wenigen Tagen würde der Monsunregen einsetzen.

Nadir seufzte. Manchmal fragte er sich, ob es richtig gewesen war, sich mit den Amerikanern einzulassen. Aber die Verlockung des großen Geldes war einfach zu groß gewesen. Sie hatten ihm garantiert, jede Menge abzunehmen, die er zu liefern bereit war.

Das Geschäft mit den Edelsteinen lag schon seit Jahrhunderten in der Hand der Araber. Ceylon, jetzt Sri Lanka, besaß eine Vielzahl kostbarer Steine. Rubine und Saphire waren die wertvollsten. An ihnen waren die Amerikaner auch am meisten interessiert. Sie kauften Rohsteine oder geschliffene Steine, wobei Letztere nicht von allerbester Qualität waren, denn die Edelsteinschleifer der Insel mussten mit ziemlich primitivem Gerät zurechtkommen, so, wie schon ihre Väter und Großväter gearbeitet hatten.

„Wie lange werden wir noch bis Colombo brauchen?“, erkundigte sich der Fahrer.

Nadir blickte auf seine wertvolle Uhr. „Nicht länger als zwei Stunden.“

image
image
image

2

image

Der Laden gehörte vielleicht nicht zur allerersten Garnitur, aber er galt immerhin als renommiert. Dafür sprach auch die Adresse an der Fifth Avenue in New York.

Der Laden besaß zwei Schaufenster, die mit schusssicherem Glas und einer hochwertigen Alarmanlage ausgestattet waren. Das Gleiche galt auch für die Tür in der Mitte. Das Messing der Beschläge war poliert und glänzte in der Sonne. Der Laden strahlte Eleganz aus.

Noch mehr galt das für den Inhalt seiner Schaufenster. Die dort ausgestellten Dinge waren zwar ziemlich klein, aber ausgesprochen teuer. Auf dem blauen Samt kam das Glitzern edlen Metalls und wertvoller Steine besonders zur Geltung.

Das Geschäft gehörte einem gewissen Simon Davies, einem Juwelier, der diesen Beruf schon in der dritten Generation innehatte. Sein untrügliches Auge war in Fachkreisen geschätzt, wenn es darum ging, eine eventuelle Fälschung zu entlarven. Wie oft hatte Mister Davies nach einem kurzen missbilligenden Blick den Kopf geschüttelt, und das hieß: Man hat Ihnen eine Fälschung angedreht.

Vor dem Geschäft bremste ein Wagen, in dem drei Männer saßen. Zwei stiegen aus und schlenderten auf das Juweliergeschäft zu. Der dritte blieb hinter dem Steuer sitzen. Es schien ihn nicht zu stören, dass er genau vor einem Hydranten parkte. Vielleicht rechnete er damit, dass der Besuch der beiden anderen nicht lange dauern würde.

Die Männer betraten den Laden und sahen sich aufmerksam um. Es herrschte gedämpfte Geschäftigkeit. Die Einrichtung war gediegen und strahlte Vertrauen aus. Das war auch wichtig bei einem Juwelier.

Die beiden Männer trugen Maßanzüge, teure Hemden und Seidenkrawatten. Nur ihre Hüte waren nicht vom allerneuesten Schnitt. Man hätte sie für erfolgreiche Geschäftsleute aus der Wall Street halten können, wenn ihre Augen nicht gewesen wären. Sie waren hart und erbarmungslos. Nicht ein Funken Humor schimmerte darin.

Ein Verkäufer kam auf sie zugeeilt. „Was kann ich für Sie tun, meine Herren?“ Er hatte ein geschäftsmäßiges Lächeln aufgesetzt.

Die beiden betrachteten ihn abschätzend. Dann bequemte sich der etwas Größere zu einer Antwort. „Wir hätten gern mit Mister Davies gesprochen. Es handelt sich um eine ziemlich wichtige Angelegenheit.“ Seine Stimme klang herablassend.

Der Verkäufer verbeugte sich leicht. Er vermutete sofort, dass es sich um einen größeren Kauf handeln musste. Damit hatte er auch recht, aber anders, als er sich das vorgestellt hatte.

Die beiden nahmen an einem der kleinen Verkauftstische Platz, die locker im Raum verteilt standen. Sie wirkten völlig entspannt und rührten auch keinen Muskel, als wenige Minuten später ein hochgewachsener, älterer Mann vor ihnen stand. Er trug eine dicke Hornbrille. „Sie wollten mich persönlich sprechen, meine Herren?“

Der größere nickte nur und übernahm dann das Gespräch. Sein kleiner und sehr bullig wirkender Partner sagte kein einziges Wort, ließ aber ständig seinen Blick kreisen, als rechnete er jeden Augenblick mit einer unangenehmen Überraschung.

„Mister Davies, wir sind Edelsteinlieferanten und haben in Erwägung gezogen, dass Sie ab sofort bei uns kaufen dürfen.“

Simon Davies lächelte ungläubig. „Das muss sicher eine besondere Ehre für mich sein, aber ich brauche keine weiteren Lieferanten. Ich werde in dieser Hinsicht bestens bedient. Es tut mir leid, aber wir brauchen in diesem Fall das Gespräch nicht fortzusetzen, denn ich sehe keine Möglichkeit, mit Ihnen ins Geschäft zu kommen.“

Der andere zog die Augenbrauen zusammen. „Mister Davies, ich fürchte, Sie missverstehen mich. Da wir beschlossen haben, dass Sie in Zukunft bei uns kaufen, werden Sie Ihre bisherigen Lieferanten vergessen. Unsere Preise sind durchaus akzeptabel. Sie können bei uns Saphire, Rubine, Beryll, Granat oder Mondstein beziehen. Natürlich auch Topas, Turmalin und Zirkon. Auch Rosenquarz befindet sich in unserem Sortiment.“

Das Gesicht des Juweliers war immer verblüffter geworden. „Das ist sicher sehr beeindruckend, meine Herren, aber Sie müssen einsehen, dass ich keinen Bedarf für Ihr Angebot habe. Ich bin bestens versorgt, auch mit den Steinen, die Sie eben aufgeführt haben. Es tut mir leid, aber ich glaube, dass wir unser Gespräch damit beenden können.“

„Die Steine, die ich eben aufgezählt habe, werden Sie ab sofort bei uns kaufen. Diamanten und Smaragde können Sie wie bisher bei Ihren früheren Lieferanten beziehen. Wir haben sie nicht im Angebot. Unser Verkäufer wird direkt zu Ihnen liefern. Die Bezahlung erfolgt in bar. Kreditkarten oder Schecks werden nicht akzeptiert.“

Der Juwelier sah aus, als hätte er es mit zwei Verrückten zu tun, und das schien er auch zu glauben. „Sie gehen jetzt besser ohne Aufsehen, bevor ich mein Personal hole“, sagte er leise.

„Das werden Sie nicht tun.“ Der Mann drehte den Kopf zu seinem schweigsamen Begleiter. „Zeig es ihm!“

Der Angesprochene schlug mit einer raschen Bewegung sein Jackett zur Seite, und Simon Davies wurde blass. An der Hüfte sah er den Kolben eines massigen Revolvers. Die beiden sahen ihn an, ohne das Gesicht zu verziehen.

Davies fuhr sich über die Lippen. „Wenn das ein Überfall sein soll ...“

„Was denken Sie von uns!“, fuhr der Sprecher hoch. „Wir reden mit Ihnen über ein Geschäft. Ich wollte Ihnen nur klarmachen, dass wir keine Verrückten sind, und dass wir es ernst meinen. Um es kurz zu machen: Sie werden bei uns kaufen oder Sie werden es bereuen.“

„Was heißt das?“

Der andere grinste. „Es wäre möglich, dass der Schaden, den Sie erleiden, viel größer ist als der, wenn Sie Ihren Lieferanten wechseln.“

Der Juwelier fuhr zurück. „Das ist Erpressung!“ Er blickte sich hilfesuchend im Laden um.

„Keine Dummheiten, Mister Davies“, warnte der andere. „Und nehmen Sie bitte nicht so hässliche Worte in den Mund. Ich denke, dass wir dann alles geregelt haben. Unser Mann wird in der nächsten Woche vorbeikommen und Ihnen die erste Lieferung bringen. Bitte denken Sie daran, dass wir Barzahlung vereinbart haben. Der Mann kommt von der Tormalina Trading Company. Merken Sie sich diesen Namen.“

Davies zitterte. „Das kann doch nicht Ihr Ernst sein! Ich werde diesen Mann vor die Tür setzen oder die Polizei holen.“

„Das würde ich Ihnen nicht raten. In diesem Falle müssten wir zu entschieden härteren Methoden greifen. Und die Polizei wird Ihnen auch nicht helfen können. Wollen Sie jemanden anklagen, der Ihnen Edelsteine zu einem vernünftigen Preis anbietet?“ Der Mann grinste wieder, doch seine Augen wirkten wie kalter Stahl.

„Verlassen Sie jetzt meinen Laden! Ihre Unverschämtheit habe ich mir lange genug angehört. Ich denke nicht daran, mich von Gangstermethoden einschüchtern zu lassen.“

„Ist das Ihr letztes Wort?“

„Verschwinden Sie endlich!“

Die beiden standen auf. „Wir geben Ihnen genau vierundzwanzig Stunden Bedenkzeit, Mister Davies. Dann kommen wir wieder, und wir sind sicher, dass Sie sich die Sache bis dahin anders überlegt haben. Eventuell erlauben wir uns, die erste Lieferung schon mitzubringen. Sie werden ja genügend Bargeld im Hause haben.“

Ohne ein weiteres Wort marschierten die beiden Männer aus dem Laden. Zitternd vor Wut sah Davies ihnen nach. Er beschloss, seinen Angestellten zunächst nichts von dem Zwischenfall zu sagen, um sie nicht zu beunruhigen. Als dann eine Dame in einem Nerz hereinkam und sich bei ihm nach einem Brillantcollier erkundigte, hatte er die unangenehme Episode fast vergessen.

image
image
image

3

image

Zwei Stunden später war der letzte Käufer gegangen, und die Angestellten räumten auf. Simon Davies hatte seine Augen überall, denn wie leicht konnte durch eine Achtlosigkeit irgendetwas liegenbleiben. Er war stolz darauf, noch nie überfallen worden zu sein, aber das führte er nicht zuletzt auf sein Sicherheitsbedürfnis zurück.

Die teuren Steine verschwanden in den Tresoren. Der billigere Schmuck kam in die Vitrinen. Auch der Inhalt der Schaufenster wurde ausgewechselt. Nur einige wenige Stücke blieben liegen, damit es nicht allzu kahl aussah.

Einige seiner Leute waren bereits fertig und wandten sich zum Gehen. In diesem Augenblick krachte es draußen. Metall schepperte und Glas splitterte. Aufgeschreckt rannten alle zur Tür, da sie einen Unfall befürchteten.

Doch ehe Simon Davies die Tür erreichte, wurde sie auch schon aufgerissen, und zwei Männer stürmten herein. Sie trugen Wollmasken, die das ganze Gesicht bedeckten und nur die Augen freiließen. In den Armbeugen hielten sie Maschinenpistolen, und einer hatte ein Brecheisen im Gürtel stecken.

„Ein Raubüberfall!“, dachte Davies, und der Schreck ließ sein Herz zusammenkrampfen. Sofort dachte er an die beiden merkwürdigen Typen.

Als Zweites dachte er an die Alarmanlage. Aber er sah sofort, dass er im Augenblick keine Chance hatte, an den Knopf heranzukommen.

Einer der Gangster schwenkte seine Maschinenpistole und hielt alle in Schach. Er trieb sie in eine Ecke des Raumes, während der andere langsam sein Brecheisen aus dem Gürtel nahm und mit einer fast spielerischen Bewegung die erste Vitrine zertrümmerte.

Davies stöhnte auf, als das Glas splitternd zerbrach und die Schmuckstücke über den Boden kollerten.

Der Gangster machte jedoch keine Anstalten, sich irgendetwas zu nehmen. Im Gegenteil, er ging zur nächsten Vitrine und hieb erneut mit der schweren Eisenstange zu. Ein Regen von silbernen Ringen und Armbändern ergoss sich auf den Boden. Der Mann ging weiter und trat achtlos auf die Kostbarkeiten.

„Hören Sie auf!“, schrie Davies und drängte nach vorn, aber der Lauf der Maschinenpistole stoppte ihn. Der zweite Mann sagte mit tonloser Stimme: „Noch einen Schritt, und du hast eine Ladung Blei im Bauch. Bleib stehen und nimm die Hände über den Kopf.

Simon Davies stiegen die Tränen in die Augen, aber er wusste, dass er nichts tun konnte. Dass niemand ihm helfen konnte. Er war in der Gewalt von Gangstern, und sie würden sich nicht abhalten lassen, das zu tun, was man ihnen aufgetragen hatte.

Der andere setzte seine Zerstörungswut fort. Er zertrümmerte Vitrinen und das Mobiliar, stieß die wertvollen Lampen von den Tischen und riss Vorhänge herunter. Es sah aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen.

Endlich schien der Kerl genug Zerstörung angerichtet zu haben. Er schob die Brechstange wieder hinter den Gürtel und nickte seinem Kumpan zu. Er hatte nicht ein einziges Stück eingesteckt. Davies begriff immer noch nicht, was das Ganze sollte.

Die beiden zogen sich zum Ausgang zurück. Dann hoben sie ihre Maschinenpistolen und jagten eine kurze Salve in die Decke. Die Angestellten warfen sich schreiend zu Boden, aber die Gangster hatten es nicht darauf abgesehen, jemand zu verletzen. Als Davies wieder hochsah, waren sie bereits verschwunden, und der Motor eines unmittelbar vor der Tür geparkten Wagens heulte auf. Dann war Ruhe.

Davies sah auf seine Uhr und schüttelte den Kopf. Der ganze Zwischenfall hatte nur Sekunden gedauert. Nicht einmal zwei Minuten. Es war ihm viel länger vorgekommen.

Seine Angestellten sahen ihn mit bleichen Gesichtern an. Davies sah mit leeren Augen auf seinen demolierten Laden. „Räumen Sie bitte auf, so gut es geht, ich benachrichtige die Polizei.“

image
image
image

4

image

Es war präzise vierundzwanzig Stunden später, als die Tür aufging und die beiden Männer hereinkamen, mit denen alles begonnen hatte.

Simon Davies hatte mit ihrem Besuch gerechnet. Er erwartete sie.

Die beiden sahen sich erst aufmerksam um, als befürchteten sie eine Falle. Aber es war kein Polizist in der Nähe. Sie gingen auf Davies zu, der wortlos vor ihnen her nach hinten in das Büro ging.

Als sie vor seinem Schreibtisch saßen, ergriff der Große wieder als erster das Wort. „Ich nehme an, Sie haben sich unseren Vorschlag von gestern reiflich überlegt und sind zu dem Entschluss gekommen, darauf einzugehen.“ Der Typ schien eine Vorliebe dafür zu haben, sich gedrechselt auszudrücken.

Davies war blass. Er nickte langsam. „Sie haben mir bewiesen, dass Sie am längeren Hebel sitzen. Ich beuge mich der Gewalt, aber ich werde mich nie damit abfinden.“

„Das brauchen Sie auch nicht. Sie brauchen nur unsere schönen Steine zu kaufen, und wir sind hochzufrieden.“ Der Mann deutete mit dem Daumen über seine Schulter. „Ihr Laden sieht aus, als sei eine Herde Elefanten durchgetobt.“

„Verspotten Sie mich nicht noch. Sie wissen doch genau, wer dafür verantwortlich ist.“

Die beiden grinsten, dann sagte der Große: „So etwas wird in Zukunft natürlich nicht vorkommen. Das Geschäft mit uns beinhaltet auch den Schutz vor solchen Überfällen. Die Gebühr für diese Dienstleistung ist äußerst gering. Es handelt sich um einen geringen Aufschlag von fünf Prozent auf die von uns gelieferte Ware.“

Davies schluckte. „Eines Tages werde ich am längeren Hebel sitzen, verlassen Sie sich darauf.“

„Bitte keine Drohungen, Mister Davies. Haben Sie übrigens die Polizei aus dem Spiel gelassen, wie wir Ihnen geraten haben?“

Der Juwelier nickte. „Das konnte ich nicht verhindern, da meine Angestellten alles mitbekommen haben, aber kein Mensch weiß, dass ich Sie mit diesem Überfall in Verbindung bringe. Niemand weiß, dass Sie mit mir ins Geschäft kommen wollen. Das werde ich auch keinem auf die Nase binden, denn ich will mich nicht zum Gespött der Kollegen machen.“

„Es gibt auch einige Kollegen, die mit uns Geschäfte machen“, entgegnete der Besucher. „Sie würden sich wundern, welche Namen darunter sind. Aber wir sind natürlich diskret. Unsere Geschäfte vertragen nicht, dass man darüber quatscht. Ich denke, in dieser Beziehung sind wir uns einig.“

Davies nickte. „Ich habe kein Interesse daran. Und wie geht es nun weiter?“

Der andere klappte einen kleinen schwarzen Diplomatenkoffer auf, den er auf den Knien hielt. Er nahm einen Bogen Papier und mehrere kleine Lederbeutel hervor. „Hier ist der Lieferschein und in diesen Beuteln ist die erste Edelsteinlieferung.“ Davies öffnete den ersten Beutel und ließ den Inhalt auf ein Samttuch rollen, das sich auf seinem Schreibtisch befand. Dann klemmte er sich eine Lupe in das rechte Auge und betrachtete sorgfältig die Steine verschiedener Größe.

Sie waren von blauer Farbe, und das Licht brach sich vielfältig in den geschliffenen Facetten. Bei einer bestimmten Lichtbrechung glühten sie von innen heraus wie blaues Feuer.

„Saphire“, gab Davies bekannt, nachdem er die Steine minutenlang geprüft hatte.

„Das hätten wir Ihnen auch sagen können“, sagte der andere gedehnt.

„Sie gehören nicht gerade zur besten Qualitätsstufe.“

„Wenn Sie glauben, dass Sie mit uns handeln können, haben Sie sich geirrt. Das ist doch ein alter Trick, zu behaupten, dass die Qualität der Ware nicht ausreicht. Wir haben einen Preis festgesetzt, und den bekommen wir auch. Gehandelt wird bei uns nicht.“

„An welchen Preis haben Sie denn gedacht?“

„Sehen Sie sich erst die anderen Steine an. Sie bekommen einen Gesamtpreis für die komplette Lieferung.

Davies schüttelte auch den Inhalt der beiden anderen Beutel auf seinen Schreibtisch. Sie glitzerten in verschiedenen Farben. Er prüfte sie ebenfalls sorgfältig. „Es sind Turmaline und Zirkone“, sagte er schließlich.

„Richtig. Ich habe mir doch gleich gedacht, dass wir es mit einem Fachmann zu tun haben. Dieses erste Mal geben wir Ihnen noch die Zeit, alles genau zu prüfen, damit Sie Vertrauen zu uns gewinnen. Beim nächsten Mal können Sie unseren Angaben trauen, ohne vorher jeden Stein unter die Lupe zu nehmen.“

Davies legte die Steine auf eine elektronische Waage, die hinter ihm stand. Die Leuchtziffern pendelten sich schwankend ein.

„Das brauchen Sie nicht. Wir haben die Klunkern schon gewogen.“ Der Mann reichte die Liste herüber.

Davies studierte sie und ließ sie sinken. „Die Karatpreise sind zu hoch. Sie können mir doch nicht mehr abverlangen als meine anderen Lieferanten.“

„Sie müssen an die Schutzgebühr denken. Im Übrigen liefern wir Ihnen die beste Qualität.“

Davies lachte auf. „Es sind minderwertige Steine darunter. Wie soll ich die verkaufen? Der Schliff taugt nichts!“

„Das kann mit einer geschickt gearbeiteten Fassung ausgeglichen werden. Ihnen wird schon etwas einfallen.“

„Sie haben auch auf alles eine Antwort! Aber was werden meine Kunden sagen, deren Vertrauen ich nun schon seit Jahren genieße.“

Sein Gegenüber winkte ab. „Ihre Käufer werden überhaupt nichts merken. Sie haben doch keine Ahnung vom Wert eines Steines. Sie glauben, was man ihnen sagt. Es geht alles weiter wie bisher. Nur, dass Sie ab sofort bei der Tormalina Trading Company kaufen.“

Der Mann streckte seine Hand aus. „Ich darf dann um das Geld bitten.“ Davies biss sich auf die Lippen und zog seine Schreibtischschublade auf. Er entnahm ihr eine Kassette, in der ein dickes Bündel Dollarnoten lag. Sorgfältig zählte er die Scheine vor, bis der verlangte Betrag erreicht war. Seine Besucher nickten befriedigt. Dann verschwand das Geld, und sie erhoben sich.

„Beim nächsten Mal wird ein anderer kommen. Ich erwarte, dass Sie ihn auch so behandeln wie uns. Wenn Sie uns keinen Ärger machen, werden wir ein angenehmes Verhältnis miteinander haben. Wenn nicht ...“ Seine Stimme wurde drohend. „... dann bekommen Sie wieder unerwarteten Besuch. Ich denke, wir haben uns verstanden.“

Sie gingen grußlos, und Simon Davies starrte unschlüssig auf die Steine, die in geheimnisvollem Feuer leuchteten.

image
image
image

5

image

Colonel Myer hielt das Glas gegen das Licht. Der Rotwein funkelte wie ein Rubin. „Sie haben in letzter Zeit einige anstrengende Jobs gehabt, lieber Roberto“, stellte er fest.

Roberto Tardelli lächelte. „Wenn Sie so anfangen, haben Sie meistens etwas ganz Leichtes für mich, das sich anschließend als etwas ganz Heißes entpuppt. Ich höre zu.“

Colonel Myer schob seinen Teller zur Seite und wartete, bis der Kellner abgeräumt hatte. Er hatte extra sein Hauptquartier in Washington verlassen, um Roberto in ein teures Restaurant in New York einzuladen.

„Machen Sie sich keine Gedanken über die Spesen. Ab und zu muss das mal drin sein. Heute habe ich wirklich eine Sache, die bis jetzt ziemlich harmlos ist, aber immerhin merkwürdig. Ich dachte mir, dass Sie die Geschichte vielleicht interessiert.“

„Schießen Sie los.“ Roberto hörte zu.

„Vor einigen Wochen wurde ein Juwelier in der Fifth Avenue überfallen. Das wäre weiter nicht ungewöhnlich. Bemerkenswert aber ist, dass kein einziges Stück gestohlen wurde, obwohl die Gangster den Laden ziemlich verwüsteten. Der Besitzer, ein gewisser Simon Davies, schiebt das Ganze auf einen Dummejungenstreich, wie er sich ausdrückte. Seine Angestellten sprachen von zwei maskierten Banditen, die mit Maschinenpistolen bewaffnet waren und mit einer Brechstange alles kurz und klein schlugen. Und sie bückten sich nicht einmal, um ein teures Schmuckstück aufzulesen.“

„In der Tat, merkwürdig“, sagte Roberto sinnend. „Aber was hat COUNTER CRIME mit der Sache zu tun?“

COUNTER CRIME war die geheime Abteilung des Justizministeriums, die mit der Bekämpfung des organisierten Verbrechens beauftragt war. Roberto Tardelli war einer der besten Agenten dieser Behörde, die von Colonel Myer geleitet wurde. Ihr Hauptgegner war die Mafia als stärkste der verbrecherischen Organisationen.

„Sie wissen, dass viele merkwürdige Vorgänge auf unsere Schreibtische kommen, mit der die Polizei nicht viel anfangen kann. Für die städtische Polizei ist der Fall abgeschlossen. Die Fahndung nach den Tätern war ergebnislos. Da niemand verletzt wurde, hat man sich auch keine große Mühe gegeben, sie zu finden. Im Übrigen war der Inhaber nicht sonderlich hilfsbereit. Den Sachschaden hat er mit seiner Versicherung geregelt.“

„Die Sache stinkt“, warf Roberto ein. „Ein Überfall, bei dem nichts geraubt wurde, schreit geradezu nach Schutzgelderpressung. Und das ist eines der klassischen Mafiaverbrechen. Ich dachte nur, dass dieses Verfahren ein wenig aus der Mode gekommen ist. Für die moderne Mafia müssen das doch kleine Fische sein.“

„Sind es wohl auch. Hinzu kommt, dass die Geschichte auf der Fifth Avenue passiert ist. Das scheint nicht die richtige Adresse für ein Racket-Team zu sein. Es sei denn ...“ Colonel Myer wiegte den Kopf. „Es sei denn, es steckt etwas ganz anderes dahinter. Ich habe natürlich auch sofort an die Mafia gedacht, aber ich habe keinen blassen Schimmer, in welcher Weise hier ein krummes Ding gedreht wird.“

„Aber Sie würden es gern herausbekommen?“

Myer nickte. „Ich mag keine ungelösten Fälle, und ich weiß ganz genau, dass der Juwelier nicht die volle Wahrheit gesagt hat. Zwar habe ich nur die Akten gelesen, aber schon daraus ging hervor, dass Davies ziemlich unvollständige Aussagen gemacht hat. Ich nehme an, dass man mit dieser Zerstörungsorgie seinen Widerstand brechen wollte. Ich frage mich nur, wogegen hat er Widerstand geleistet. Die Theorie mit den Schutzgeldern ist mir zu dünn. Wir hätten auch von anderen Fällen gehört. Nein hier ist etwas Neues im Gange, und wenn tatsächlich die Mafia dahintersteckt, möchte ich wissen, was diese Gangster wieder ausgebrütet haben.“

„Ich werde ein paar Worte mit diesem Juwelier reden“, sagte Roberto. „Vielleicht erfahre ich etwas mehr. Möglicherweise hilft auch eine Beschattung.“ Er zuckte mit den Schultern. „Ich werde mir zunächst einen Überblick verschaffen. Sie sind ja der Ansicht, dass dieser Fall ziemlich ungefährlich und harmlos ist.“

Colonel Myer verzog keine Miene. „Das habe ich nicht gesagt. Aber ich glaube, dass hier noch keine unmittelbare Gefahr existiert.“

Roberto Tardelli trank sein Weinglas aus. „Ich erinnere mich an ähnliche Fälle, bei denen ich nach solchen Worten mitten in die Hölle geriet. Ich werde auf mich auf passen.“

image
image
image

6

image

Roberto Tardelli betrat den Laden mit dem Gesichtsausdruck eines Schaulustigen, der sich vor dem Kauf erst einen Überblick verschaffen will. Es waren nicht viele Personen. Simon Davies entdeckte er sofort. Das Bild in der Polizeiakte war sehr ähnlich gewesen. Es war ein Foto, auf dem der Juwelier inmitten seines zerstörten Ladens zu sehen war.

Roberto schlenderte an den Vitrinen vorbei. Einem Verkäufer, der auf ihn zukam, sagte er, dass er sich zunächst umsehen wolle. Schließlich stand er vor dem Juwelier.

„Sie haben sehr schöne Steine“, sagte Roberto bewundernd und zeigte auf eine Kollektion Saphire in verschiedenen Größen, die vor ihm in einer Vitrine lagen.

Davies verzog leicht den Mund. „Interessieren Sie sich für einen bestimmten Stein?“

Roberto schüttelte den Kopf. „Nein, ich sehe mich um. Wenn mir etwas gefällt, kaufe ich es. Ich interessiere mich aber für alles, was mit Edelsteinen zusammenhängt. Woher beziehen Sie Ihr Material? Sie werden doch nicht selbst in den Diamantenminen von Kimberley herumsuchen!“ Er lachte laut über seinen albernen Scherz.

Der Juwelier stimmte ein. Vermutlich dachte er sich, dass der Kunde immer recht hat. „Ich kaufe von Importeuren und zum Teil direkt von Gesellschaften, die eigene Minen besitzen.“

Details

Seiten
140
Jahr
2017
ISBN (ePUB)
9783738914085
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2018 (Februar)
Schlagworte
todessteine lanka roberto tardelli thriller

Autor

Zurück

Titel: Die Todessteine aus Sri Lanka: Ein Roberto Tardelli Thriller #29