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Callahan #5: Sonora Kids blutige Spur

2017 120 Seiten

Leseprobe

Sonora Kids blutige Spur


Ein Western von Glenn Stirling







IMPRESSUM


Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author/ Titelbild: Nach einem Motiv von Charles Schreyvogel, 2017

Früherer Originaltitel: Wer zuerst zieht ...

Redaktion und Korrektorat: Alfred Wallon

© dieser Ausgabe 2017 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de





Klappe

Der Tod des gelähmten Henry Darson, der nur deshalb erschossen wurde, weil er Zeuge eines Verbrechens geworden war, brachte mich auf Sonora Kids Spur. Er war einer von denen, die beim Bankraub auf die Western Union Bank mitgeholfen hatten, das Geld meines Vaters zu rauben. Vielleicht hätte ich Kid nie mehr entdeckt, aber allein die Gemeinheit, einen waffenlosen Gelähmten einfach umzubringen, entfachte in mir den ganzen Hass auf diesen Verbrecher Sonora Kid. Ich war fest entschlossen, diesen elenden Hundesohn zur Strecke zu bringen. Und wenn es Wochen oder gar Monate dauern sollte ...






Roman

Die Luft über der Salzwüste flirrte in der Sonnenhitze.

Weit im Hintergrund schimmerte der Mittellauf des Rio Grande. An seinen fruchtbaren Ufern entlang zogen sich Weingärten, Obstgärten und Farmland.

Vom Sattel aus konnte ich mehrere Meilen weit sehen. Und von hier aus bemerkte ich auch den Planwagen, der langsam wie ein Wurm durch die Salzwüste kroch.

Vermutlich war sein Ziel die Stadt El Paso, fünfzig Meilen westwärts gelegen.

Drei Männer saßen auf dem Kutschbock.

Ich drehte mir eine Zigarette, zündete sie an und legte lässig ein Bein über den Sattelknauf. So saß ich ganz gemütlich. Mein Rappe Prince stand wie eine Statue. Über mir spannte sich der unendlich blaue Himmel von Texas, und rundum war die Welt friedlich.

Der Weg, den der Wagen entlang fuhr, führte durch eine flache Niederung. Diese Niederung war mit Unterholz und Bäumen bestanden.

Während ich gerade gemütlich den Rauch meiner Zigarette ausstieß, geschah es.

Wie aus dem Nichts tauchten plötzlich sechs Reiter auf und galoppierten auf den Wagen zu. Ich warf meine Zigarette im hohen Bogen weg.

Leichte Rauchwolken stiegen aus der Reitergruppe auf. Sogar auf diese große Entfernung konnte ich das grelle Licht des Mündungsfeuers sehen.

Ehe ich aber noch das dünne Knallen der Schüsse hörte, sah ich drei Männer wie leere Säcke vom Kutschbock des Wagens fallen.

Die Reiter hatten den Planwagen erreicht. Drei von ihnen stiegen ab und machten sich daran zu schaffen. Die Entfernung war zu groß, als dass ich erkennen konnte, was sie eigentlich taten.

Was ich sah, war, dass sie anscheinend Mehlsäcke aus dem Wagen herauswarfen.

Dann sprangen die drei wieder von dem Wagen herunter, und einer von ihnen hielt etwas mit beiden Händen fest.

Gleich darauf bestiegen die drei Verbrecher ihre Pferde, und die ganze Gruppe ritt im Galopp davon.

Seit dem ersten Auftauchen der sechs Reiter waren noch keine fünf Minuten vergangen.

Meine Hände krampften sich unwillkürlich um die Zügel. Aber dann ließ ich mich wieder etwas zurücksinken.

Die Wahrscheinlichkeit, dass mich die Banditen auf meiner Anhöhe bemerkt hätten, war gering.

Wenn das aber doch der Fall gewesen sein sollte, dann warteten sie vielleicht nur darauf, dass ich in die Niederung heruntergeritten käme. Und wenn ich das täte, dann würden sie mit mir ebenso Fraktur reden wie mit den drei armen Teufeln auf dem Wagen, die keine. Chance hatten.

Ich musste Geduld haben und warten, bis die sechs Reiter wieder aus dem Unterholz auftauchten. Sicherlich würden sie auf den Rio Grande zureiten und ihn überqueren, um sich in Mexiko in Sicherheit zu bringen.

Ungeduldig rutschte ich im Sattel hin und her, aber ich konnte mich beherrschen. Eine einzige Unvorsichtigkeit, und meine Uhr wäre abgelaufen.

Sollte der alte Darson recht haben, dann würde dieser schlaue Teufel, der den Überfall geplant hatte, genauso reagieren, wie ich es mir vorstellte.

Dieser Kerl ließ nämlich niemals Augenzeugen am Leben. Auch Henry Darson hatte er getötet. Henry war mein Freund gewesen.

Die drei Morde, deren Zeuge ich soeben geworden war, zeigten deutlich seine Handschrift. Ich hatte Henrys Vater versprochen, den Tod Henrys zu rächen.

Es war ein langes Warten. Immer schwerer wurde es mir, meine Ungeduld zu bezwingen und nicht einfach hinunterzureiten. Aber ich konnte nichts gewinnen, wenn ich unvorsichtig war. Außer vielleicht einen Eichensarg und die Eingravierung des Namens Jed Callahan auf dem Kreuz. Darauf konnte ich vorläufig noch liebend gern verzichten.

Schließlich wurde meine Geduld auch belohnt.

Die Banditen waren quer durch das Dickicht geritten und an seinem westlichen Ende zum Vorschein gekommen. Jetzt schlugen sie einen Haken und ritten genau nach Süden auf den Rio Grande zu, so wie ich es mir gedacht hatte.

Ich schätzte die Entfernung ab, aber dann schüttelte ich den Kopf. Ich konnte sie nicht mehr einholen, nicht einmal mit einem Pferd wie meinem unvergleichlichen Prince. Denn die Banditen hatten gut drei Meilen Vorsprung.

Na schön, Prince“, sagte ich zu meinem Pferd, das mir wie immer geduldig zuzuhören schien. „Jetzt wollen wir mal nachsehen, ob wir noch etwas für die drei armen Teufel da unten tun können. Ich glaube es kaum, aber wir dürfen nichts unversucht lassen.“


*


Nach einem kurzen Ritt war ich am Ort des Dramas angelangt.

Zwei Tote lagen auf dem Boden. Der dritte hing in einer grotesken Stellung halb vom Kutschbock herunter.

Während ich hinunterritt, suchte ich ständig das Gebüsch ab. Vorsicht ist immer noch die Mutter der Porzellankiste, sagte ich mir.

Sechs Männer hatten den Überfall durchgeführt, und sechs Männer waren später auch auf den Rio Grande zugeritten. Die ganze Gruppe, wie es schien. Aber war es tatsächlich die ganze Gruppe?

Ich verspürte ein ungutes Gefühl. Ich hatte es hier mit einem Mann zu tun, der ein schlauer Teufel war; seinetwegen war ich nämlich in den westlichsten und entlegensten Teil von Texas gekommen.

Ich war ziemlich sicher, dass mich die Banditen vorher entdeckt hatten. Vielleicht hatten sie auch erraten, wer ich war.

Nun, es war leicht möglich, dass der Mann, hinter dem ich her war, bereits wusste, dass ich ein Hühnchen mit ihm zu rupfen gedachte. In diesem Fall musste ich noch vorsichtiger sein als sonst.

Ich ritt den Weg entlang, und der dicke Staub schluckte die Schritte meines Rapphengstes. Beinahe geräuschlos näherten wir uns dem Wagen.

Eine Biegung des Weges hielt den Wagen und die geduldig stehengebliebenen Pferde vor meinem Blick noch verborgen.

Die Entfernung von mir bis zum Wagen betrug noch etwa dreihundert Meter. Ich verlangsamte die Gangart Princes und horchte aufmerksam auf jedes Geräusch.

Alles schien friedlich.

Und doch sagte mir mein sechster Sinn, dass irgend etwas nicht stimmte. Zu lange war ich schon die gefährlichen Pfade des Westens geritten, und zu oft hatte mir mein sechster Sinn schon das Leben gerettet; ich wusste, dass ich mich auf ihn verlassen konnte, so unerklärbar das auch war.

Ich brachte Prince zum Stehen.

Ich konnte nichts sehen, nichts hören - aber etwas warnte mich, die letzte Biegung zu umreiten. Mit einem kurzen Ruck am Zügel drängte ich Prince vom Weg ab in das übermannshohe Gebüsch hinein, mich in Deckung der vereinzelten Bäume haltend.

Als ich sicher war, dass Prince nicht gesehen werden konnte, rutschte ich aus dem Sattel.

Bleib hier“, flüsterte ich Prince zu. „Und gib keinen Laut von dir.“

Der Rappe nickte leicht mit dem Kopf, als ob er meine Worte verstünde. Und ich wusste, dass er sich vollkommen ruhig verhalten würde, bis ich ihn wieder holte.

Langsam und vorsichtig arbeitete ich mich durch das Gebüsch auf den Wagen zu. Ich achtete besonders darauf, auf keinen dürren Zweig zu treten und keinen lockeren Stein anzustoßen.

Wiederholt hielt ich an, um mich umzublicken und zu lauschen.

Und obwohl ich es erwartet hatte, zuckte ich zusammen, als ich ein Pferd mit dem Huf scharren hörte. Es musste eines der Wagenpferde sein. Noch ein paar Schritte, und ich musste mich dicht am Wagen befinden.

Der Bandit verhielt sich so reglos, dass ich ihn beinahe übersehen hätte. Aber ein leiser Luftzug bewegte das bunte Tuch, das er sich um den Hals geschlungen hatte. Diese kleine Bewegung genügte. Ich machte ihn aus, und dann bemerkte ich auch den Schimmer des Sonnenlichtes, der von seinem Gewehr reflektiert wurde.

Zorn stieg in mir hoch.

Da hatte also diese Bande tatsächlich einen Burschen zurückgelassen, der mich hinterrücks erledigen sollte.

Hände hoch!“, sagte ich plötzlich und scharf.

Wie ich es erwartet hatte, wirbelte der Bandit herum und schlug sein Gewehr auf mich an.

Mit der tausende Male geübten Bewegung brachte ich beide Colts in Anschlag.

Aus der Mündung des Gewehres blitzte noch orangerotes Feuer. Aber die Kugel bohrte sich harmlos in den Boden.

Meine Kugeln trafen genau.

Er brüllte, dann fiel er zur Seite und blieb reglos liegen.

Ich warf einen kurzen Blick auf die Leiche, dann lud ich die leeren Kammern der Zylinder meiner Colts nach und schob die beiden Waffen wieder in die Halfter.

Zu langsam“, sagte ich dann schulterzuckend zu dem Toten. „Viel zu langsam.“

Das war meine Grabrede auf einen toten Verbrecher.

Dann dachte ich an die drei Männer, die den Wagen gefahren hatten. Ich hatte keine Hoffnung, noch einen von ihnen am Leben zu finden.

Mit einem kurzen Blick konnte ich mich von der Wahrheit meiner Vermutung überzeugen.

Der Banditenchef ließ keine Zeugen am Leben.

Die vier Zugpferde wandten ihre Köpfe nach mir um. Es waren schwere Tiere, und sie sahen sehr gepflegt aus.

Einer der Toten war ein älterer, grauhaariger Mann. Seiner etwas sorgfältigeren und teureren Kleidung zufolge schloss ich, dass er der Besitzer einer Ranch war. Die beiden anderen waren jünger und trugen die übliche Kleidung der Cowboys.

Ein Rancher und zwei seiner Leute.

Vorsichtig nahm ich den hängenden Körper und legte ihn sanft zu den anderen. Dann durchsuchte ich die Taschen jedes einzelnen.

Die beiden Cowboys trugen nichts Ungewöhnliches bei sich, aber in der Innentasche der Jacke des älteren Mannes fand ich eine Brieftasche aus Kalbfell, auf die in goldenen Buchstaben der Name John Hammond eingraviert war.

In der Brieftasche fand ich eine ansehnliche Summe in Banknoten und einen zusammengelegten Zettel, auf dem mit Bleistift „Felipe Gonzales, Cross G“ geschrieben stand.

Ich sah mir das alles an, dann schob ich ihm die Brieftasche samt Inhalt wieder in die Jacke. Ich richtete mich auf und schaute mich um. Im Staub des Weges lagen mehrere Säcke, die anscheinend Korn enthielten. Ich hob einen von ihnen auf, und er rutschte mir beinahe über die Schulter wieder herunter, so leicht war er.

Na, na“, brummte ich.

Dann zog ich mein Taschenmesser heraus und schnitt den Sack auf. Er war mit Stroh gefüllt. Kopfschüttelnd warf ich den Sack wieder hin und machte mich an die Untersuchung der anderen Säcke. Sie alle hatten dieselbe Füllung.

Die Säcke hatten unter dem Kutschbock gelegen. Die Banditen wussten genau, was sie suchten.

Ich klopfte den Zugpferden beruhigend auf die Kruppen. Sie alle trugen das Brandzeichen Braddes H, wie ich bemerkte. Dann pfiff ich Prince, der alsbald aus dem Gebüsch getrabt kam und missbilligend schnaubte.

Was passt dir denn schon wieder nicht?“, fragte ich ihn, und er schüttelte seine Mähne. „Bleib stehen!“

Dann zog ich die Leiche des Banditen auf den Weg heraus. Ich durchsuchte seine Taschen sorgfältig, fand aber nichts von Interesse außer einigen Banknoten. Ich rollte die Bankscheine wieder zusammen und steckte sie ihm in die Tasche zurück.

Anschließend fand ich, dass ich mir eine Zigarette verdient hatte. Während ich sie rauchte, lehnte ich mich an das rechte Vorderrad des Wagens und dachte an mein letztes Gespräch, das ich mit dem alten Darson geführt hatte.

Der hatte behauptet, dass nur Sonora Kid der Mörder seines Sohnes Henry sein konnte. Sonora Kid, der in drei Staaten gesucht wurde. Doch deshalb hätte ich mich nicht auf seine Spur gesetzt. Als er aber Henry erschoss, einen unbewaffneten Einarmigen, nur weil Henry ein Augenzeuge eines Banküberfalles gewesen war, da hatte Sonora Kid mich auf seiner Fährte. Denn Henry, Old Darsons verkrüppelter Junge, war mein Freund. Und Freunde waren mir mehr wert als ein freundliches Andenken. Für Freunde trete ich ein... und wenn es mir selbst an den Kragen geht oder wenn ich einige Unannehmlichkeiten bekomme. Außerdem mochte ich auch den alten Darson gut leiden. Und Old Darson hatte Henrys Tod hart getroffen. Im übrigen kannte ich Sonora Kid von früher...

So standen die Dinge. Ich war auf der Fährte von Sonora Kid. Ich war auf der Spur einer Bestie. Es würde hart auf hart gehen, das wusste ich schon jetzt. Aber ich war darauf vorbereitet und somit auf alles gefasst.

Ich drückte den Zigarettenstummel am Eisenreifen des Rades aus und warf ihn weg. Dann machte ich mich an die Arbeit.

Ich legte die Säcke zurück in den Wagen und bettete die drei Leichen des Ranchers und der Cowboys darauf. Den toten Banditen lud ich hinten auf. Dann suchte ich sein Pferd und fand es auch bald. Es war ein gutes Tier und trug ein mexikanisches Brandzeichen, das mir aber nichts sagte.

Ich nahm ihm Sattel und Zaumzeug ab und ließ es laufen. Vielleicht fand es ein armer Teufel, der es gut brauchen konnte.

Schließlich kletterte ich auf den Kutschbock und fuhr los.

Ungefähr zwanzig Meilen weiter lag die kleine Stadt Clinton.

Bis zum Einbruch der Dunkelheit müsste ich es eigentlich schaffen. Ich nahm die Zügel hoch und schnalzte mit der Zunge. Gehorsam setzten sich die Zugtiere in Bewegung.

Prince trottete gemächlich hinter dem Wagen her.


*


Die Sonne berührte beinahe schon den westlichen Horizont, als ich mit meiner traurigen Last in Clinton einritt. Es war ein typisches westtexanisches Nest. Der mexikanische Bevölkerungsteil überwog.

Vor einem Saloon blieb ich stehen. Rasch versammelte sich eine Menschenmenge um den Wagen.

Ich brauche den Alcalden“, sagte ich. „Ist vielleicht jemand so freundlich und holt ihn her?“

Si, Amigo“, antwortete ein schlanker, junger Mexikaner und lief die Straße hinunter.

Die anderen blickten schweigend auf die Toten im Wagen. Aber keiner stellte eine Frage.

Gleich darauf kam der Junge mit dem schnaufenden Bürgermeister zurück. Er war ein wohlbeleibter Mexikaner mit einem gutmütigen Gesicht. Er schluckte heftig, als er die Wagenladung sah. Ich nannte ihm meinen Namen.

Madre de Dios!“, rief er kurzatmig. „Wo haben Sie denn diese Sammlung her, Callahan?“

Als er das sagte, streiften seine Blicke etwas furchtsam die beiden Halfter meines Patronengürtels.

Ich erklärte ihm kurz die Sache. Er schüttelte verwundert den Kopf.

Also, einen haben Sie erschossen? Und die anderen?“

Die hätte ich nicht mehr erreicht - und selbst wenn ich sie erreicht hätte, dann hätte ich es mir überlegt, mit ihnen anzubinden. Sechs gegen einen ist ein ungünstiges Verhältnis, wenn man selbst der eine ist.“

Gewiss, gewiss“, stimmte er mir bei.

Kennen Sie einen der Toten?“, fragte ich ihn.

Er schüttelte verneinend den Kopf.

Ich schon“, mischte sich ein hagerer Geselle ein, der wie ein Cowboy gekleidet war. „Der Alte ist John Hammond. Ihm gehört die Braddes H-Ranch - ein schönes Stück Land. Liegt drüben, südlich von Sierra Bianca. Na ja, jetzt hat er auch nichts mehr davon.“

Und die beiden anderen?“, forschte ich weiter.

Der Cowboy schüttelte den Kopf. „Kann mich nicht erinnern, aber ich nehme an, dass es zwei seiner Leute sind“, antwortete er. „Was ist denn eigentlich in diesen Säcken drin? Sieht aus wie Hafer. Merkwürdig, dass sie hier Hafer herumschleppen ...“

Es ist Stroh“, sagte ich.

Der Cowboy starrte mich an wie einen Geist.

Stroh?“, wiederholte er ungläubig. „Was, zum Teufel...“

Vielleicht war ursprünglich was drin versteckt“, unterbrach ich ihn. „Allerdings war das Versteck nicht gut genug. Die Banditen wussten genau, was und wo sie zu suchen hatten.“

Hm“, nickte der Cowboy zustimmend. „In einem Wagen mit Säcken vermutet man nichts Wertvolles. Sicher waren die Banditen richtig informiert. Aber was kann es gewesen sein, hinter dem sie her waren?“

Das weiß ich genausowenig wie du“, antwortete ich.

Und was jetzt, Callahan?“, machte sich der dicke Bürgermeister wieder bemerkbar.

Zunächst“, sagte ich zu ihm, „möchte ich, dass Sie sich um die Leichen und den Wagen kümmern. Die Pferde müssen getränkt und gefüttert werden.“

Nachdem er das Nötige angeordnet hatte, wandte er sich wieder an mich.

Das wäre erledigt, was nun?“

Zeigen Sie mir bitte den Weg zur Telegrafenstation, damit ich den County Sheriff verständigen kann“, ersuchte ich ihn.

Ich führe Sie hin“, bot er mir an.

Dankend nahm ich sein Angebot an.

Der Bürgermeister führte mich um die nächste Ecke und zur Eisenbahnstation. Gehorsam folgte Prince mir auf dem Fuß.

Der Sheriff heißt Serby, nicht wahr?“, fragte ich so nebenbei.

Richtig“, nickte der Bürgermeister. „Trevis Serby. Kennen Sie ihn?“

Ich habe von ihm gehört“, wich ich aus.

Auf der Station gab ich das Telegramm auf, das ich mit meinem Namen unterzeichnete.

Die Antwort müsste bald da sein. wenn.sich der Sheriff in der Stadt befindet“, sagte ich zu dem Beamten.

Schick die Antwort zu mir, Sam“, ordnete der Bürgermeister an. „Mr. Callahan wird da sein. Irgendein Nichtstuer treibt sich bestimmt auf der Station herum, um den nächsten Zug durchfahren zu sehen, und er wird das Telegramm gern bringen.“

Ich sah mich um und bemerkte tatsächlich einige Leute, die hier auf der Station herumlungerten und auf den nächsten Zug warteten.

Wegen der Antwort des Sheriffs machte ich mir keine großen Sorgen.

Es würde mich nicht wundern, wenn er heute Nacht noch kommt. Es sind nur einundzwanzig Meilen von hier nach El Paso“, sagte ich zum Bürgermeister.

Sicherlich“, stimmte er mir zu. „Und jetzt, Callahan, haben Sie sicher Hunger und Durst. Mir gehört eine kleine Cantina, und ich bestehe darauf, dass Sie mein Gast sind. Banditenjäger sind meine Freunde!“

Das ist aber nett von Ihnen“, antwortete ich, ehrlich erfreut.

Der Bürgermeister lächelte über sein ganzes dickes und gutes Gesicht. "

Es ist mir eine Ehre, eine große Ehre, Sie bewirten zu dürfen.“

Nun, wenn mir mein zweifelhafter Ruf nichts Schlimmeres einbrachte als ein freies Abendessen, dann war ich sehr zufrieden.

Ja, und nun will ich mich zuerst um das Pferd kümmern, dann wollen wir essen.“

Prince wurde in den Schuppen geführt, und ich versorgte ihn. Dann kehrte ich zurück.

Die Leichen der vier Männer lagen in einer Ecke und waren zugedeckt. Der Sheriff musste sie erst zur Beerdigung freigeben.

Und jetzt“, sagte der Bürgermeister, „werden wir zu Abend essen. Mein Name ist übrigens Tornas Cardena.“

Er streckte mir seine Hand entgegen, die zwar plump war, aber einen festen Griff hatte.


*


Nachdem die Formalitäten erledigt waren, geleitete er mich in seine Cantina. Das Lokal war klein, aber nett und sauber.

Sofort kam ein Kellner auf uns zugeeilt und führte uns zu einem Tisch in der Nähe der Tanzfläche.

Wenn Sie erlauben, will ich für Sie bestellen“, sagte Cardena.

Er tat es, und nach einer Weile kam der Kellner mit einer Flasche zurück, die er wie ein Baby trug. Vorsichtig stellte er sie auf den Tisch, neben zwei Kristallgläser. Auf ein Nicken Cardenas hin öffnete er sie und schenkte den Wein in die Gläser. •

Der goldene Wein aus den Trauben unseres Tales“, sagte er poetisch.

Der Wein war tatsächlich ausgezeichnet, obwohl ich sonst für weißen Wein nicht sonderlich viel übrig hatte. Aber der hier war etwas anderes.

Dann kam das Essen. Die Frau, die hier in der Küche stand, verstand ihr Geschäft wahrhaftig.

Langsam wurde das Lokal voll. Das Publikum war gemischt. Ich sah eine Anzahl junger Vaqueros von jenseits der Grenze, bärtige Männer, die ich für Farmer oder Weinbauern hielt, und etliche Cowboys.

Alle grüßten und winkten freundlich zu Cardena herüber. Mich streiften neugierige Blicke. Vermutlich hatte sich die Sache mit dem Überfall schon herumgesprochen. Aber wenigstens störte mich keiner beim Essen und stellte dumme Fragen, die ich ihm doch nicht beantworten konnte.

Ich hatte mich so gesetzt, dass ich die Tür ständig im Auge behalten konnte. Und so sah ich auch jeden, der eintrat. Ich erwartete eigentlich nicht, dass Sonora Kid plötzlich hier auftauchte - aber einer seiner Männer könnte es tun. Vielleicht würde sich ein solcher durch irgend etwas verraten.

Ob mich wohl Sonora Kid wiedererkannt hatte? Wenn ja, dann würde es in nächster Zeit munter zugehen. Er hatte allen Grund, mich zu hassen, nachdem ich ihm vor Jahren die Figur demoliert hatte.

Die kleine Kapelle stimmte ihre Instrumente. Eine ganze Anzahl hübsche Senoritas waren anwesend, und bald drehten sich die Paare im Tanz. Tornas Cardena sah sich zufrieden um und lächelte.

Ich freue mich, wenn sich die Leute gut unterhalten“, sagte er. „In einem gut geführten Lokal sollen die Menschen die Alltagssorgen vergessen. Habe ich nicht recht?“

Natürlich hatte er recht, und ich sagte es ihm auch. Allerdings wusste ich aus Erfahrung, dass ein solch friedliches Lokal binnen weniger Sekunden in einen tobenden Hexenkessel verwandelt werden konnte.

Ich hätte zu gern gewusst, ob mich andere - außer dem Bürgermeister - auch noch erkannt hatten. Es war immerhin anzunehmen.

Das wäre sogar ein Vorteil gewesen. Denn wenn Sonora Kid mich nicht erkannt hätte, dann erfuhr er jetzt, dass ich hinter ihm her war. In diesem Fall brauchte ich ihn nicht weiter zu suchen, denn dann würde er alles daransetzen, mich auszuschalten.

Natürlich konnte das ziemlich gefährlich für mich werden, aber ich vertraute auf meinen gesunden Instinkt und auf mein Glück.

Am Nebentisch steckten ein paar Männer die Köpfe zusammen. Wahrscheinlich redeten sie über mich. Ich kannte die Argumente, die sie sich gegenseitig vorhielten. Ich hatte sie schon so oft gehört, ob ich wollte oder nicht.

Der Kerl hat schon einige Leute erschossen!“

Stimmt! Aber es war keiner darunter, der nicht für den Galgen reif war.“

Trotzdem hat er nicht das Recht, die Justiz in seine Hände zu nehmen. Dafür haben wir die von uns gewählten Vertreter von Recht und Gesetz.“

Sehr schön - aber wenn die Burschen gerade nicht da sind? Oder Angst haben, mit einem berüchtigten Banditen anzubinden?“

Vielleicht hast du recht. Es heißt, dass er der schnellste und sicherste Schütze im ganzen Südwesten ist. Und ein Weiberheld ist er!“

Das kann man wohl behaupten.“

Das waren so Dinge, die über mich im Umlauf waren. Mir war es gleich.

Sie wollen doch sicher hier übernachten, Callahan?“, fragte mich Cardena. „Wenn ja, dann müssen Sie mein Gast sein. Mein Haus ist in der Nähe, und ich habe genug Platz, da ich Junggeselle geblieben bin.“

Mit Dank angenommen“, antwortete ich. „So brauche ich mir kein Quartier zu suchen.“

Ein Cowboy drängte sich durch die Flügeltür und blieb stehen. Er war mittelgroß und nichts Auffälliges war an ihm, als er stehenblieb und den Raum mit seinen Blicken absuchte.

Als er Cardena erblickte, kam er an den Tisch geschlendert.

Mr. Cardena“, sagte er, „ich suche einen gewissen Callahan. Der Telegrafenbeamte auf der Station sagte mir, dass ich ihn hier finden würde.“ Cardena deutete stumm auf mich. „Mr. Callahan?“, fragte er. Und als ich nickte, hielt er mir einen verschlossenen Umschlag hin. „Das soll ich Ihnen bringen.“

Danke“, antwortete ich.

Er nickte bloß, drehte sich um und schlenderte wieder hinaus, ehe ich ihn noch zu einem Drink einladen konnte. Ich riss den Umschlag auf und entnahm ihm das Telegrammformular, auf dem stand:

Unterwegs nach Clinton! Ankomme 10.15 Uhr. Serby.“

Merkwürdig“, sagte ich und gab das Telegramm Cardena. „Ich hätte gedacht, dass der Sheriff herüber reitet. Sieht so aus, als ob er den Zug nehmen würde. Vielleicht will er sich hier ein Pferd mieten, wenn er es für nötig hält.“

Ein Zug aus El Paso kommt hier um Viertel nach zehn an“, sagte Cardena, als er das Telegramm wieder zurückgab.

Ich legte es auf den Tisch und sah es noch einmal genau an. Ich hatte das Gefühl, dass etwas nicht stimmte. Dann benetzte ich die Spitze meines Zeigefingers mit Speichel und tupfte an ein paar verschiedenen Stellen auf die Schrift. Schließlich drehte ich das Formular einmal um und betrachtete die Rückseite.

Dann schob ich es wieder in die Tasche. Jetzt wusste ich, wo ich dran war.

Cardena“, fragte ich den Bürgermeister, „kennen Sie den Mann, der das Telegramm brachte?“

Er runzelte die Stirn.

Kann mich eigentlich nicht erinnern, ihn schon einmal gesehen zu haben“, sagte er sinnend. „So viele Menschen verkehren hier, ich kann mir nicht alle Gesichter merken. Aber er schien mich zu kennen.“

Ich nickte und blickte auf die Uhr, die über der Theke angebracht war. Es war wenige Minuten vor zehn Uhr.

Gibt es hier einen Hinterausgang?“

Aber natürlich. Er führt vom Hinterzimmer ins Freie, in einen Durchlass. Warum fragen Sie?“

Ich möchte lieber dort hinaus, wenn ich zur Station gehe“, erklärte ich ihm.

Ich zeige Ihnen die Tür“, murmelte er verstehend. „Und wir werden das ganz unauffällig machen.“

Wir standen auf und gingen zum Hinterzimmer. Er öffnete die Tür und rief einem Bartender zu: „Walsh, bring uns eine Flasche aus meinem privaten Vorrat!“

Lächelnd bedeutete er mir, mich auf einen Stuhl zu setzen. Dieser Stuhl war durch die halb geöffnete Tür vom Lokal aus zu sehen.

Sie sind ein wahrer Freund“, sagte ich und setzte mich.

Es ist mir eine Ehre“, erwiderte Cardena.

Der Bartender brachte Flasche und Gläser. Als er hinausging, schloss er gewohnheitsmäßig die Tür hinter sich.

Und hier ist die Hintertür“, sagte Cardena und deutete auf sie. „Sie wird nicht versperrt sein, wenn Sie zurückkommen - mit oder ohne den Sheriff. Gehen Sie rechts, an der nächsten Ecke nach links, dann kommen Sie zur Station.“

Er öffnete die Tür einen Spalt und blickte hinaus.

Alles in Ordnung.“

Ich schlüpfte hinaus und ging den Durchlass hinauf. Der kleine, dicke Bürgermeister mit dem gutmütigen Gesicht war ein ganz geriebener Bursche.

An der nächsten Ecke ging ich nicht nach links, sondern hielt mich weiter in dem schmalen Durchlass. Erst an der übernächsten Ecke änderte ich meine Richtung und bewegte mich auf die Eisenbahnschienen zu. Dann näherte ich mich der Station von der anderen Seite.

Entlang den Schienen war es stockdunkel. Matt schimmerten die Lichter der Station. In der Ferne hörte ich den Pfiff einer Lokomotive.

Vorsichtig und leise ging ich weiter.

Dann sah ich es auch schon.

Im Schatten des Stationsgebäudes standen zwei Männer. Sie blickten die Straße entlang, die ich normalerweise gekommen wäre.

Einer der beiden war mittelgroß und untersetzt. Der andere war groß, schlank und muskulös. Ein Halstuch bedeckte die untere Hälfte seines Gesichtes, und den Hut hatte er tief in die Stirn gezogen, dass die Krempe die Augen überschattete.

Sonora Kid!

Ich zog meine beiden Colts. Diesmal sollte er mir nicht entkommen.

Und dann geschah es.

Eine kurze Strecke östlich der Station war eine scharfe Kurve. Wieder ertönte das grelle Pfeifen der Lokomotive, und der Zug ging in die Kurve.

Die Stirnlampe der mächtigen Mogul-Güterzuglokomotive erfasste mich, und ich war deutlich zu sehen.

Im selben Moment erkannten mich auch die beiden Männer. Sie griffen sofort nach ihren Waffen. Ich duckte mich und warf mich zur Seite. Gleichzeitig zog ich die Drücker meiner Colts durch, so rasch ich konnte.

Sie feuerten, was die Rohre hergaben. Der Untersetzte zuckte zusammen, ließ seinen Colt fallen und fiel nach vorn, direkt aufs Gesicht.

Sonora Kid schoss mit beiden Händen. Da wurde ihm eine seiner beiden Waffen wie durch eine unsichtbare Faust aus der Hand gerissen. Das war ein Zufallstreffer.

Ich konnte ihn deutlich vor mir sehen. Ich hob den rechten Colt an, um genauer zielen zu können. Aber die Stirnlampe der Lokomotive, die ganz nahe herangekommen war, blendete mich zu stark.

Sonora Kid warf sich zur Seite. Mit einem gewaltigen Satz überquerte er die Gleise, knapp vor der Lokomotive. Der Kuhfänger schien ihn zu streifen, aber dann hatte er es geschafft und tauchte in der Dunkelheit unter.

Wieder hatte der Bandit Glück gehabt.

Der Zug bestand mindestens aus einem Dutzend Güterwaggons. Bis er endlich an mir vorbei war, hatte ich keine Chance mehr, Sonora Kid einzuholen.

Männer kamen aus dem Stationsgebäude herausgelaufen. Ich verdrückte mich wieder in die Dunkelheit, als sie den Toten auf dem Bahnsteig fanden. Sie schrien durcheinander und stellten sich gegenseitig die unsinnigsten Fragen. Dann hörte ich aus der Ferne wieder das Pfeifen einer Lokomotive.

Diesmal war es der aus Westen kommende Personenzug, der fahrplanmäßig um 10 Uhr 15 eintreffen sollte.

Im Schutz der dunklen Gebäude lief ich zurück in den Durchlass und von dort zur Hintertür der Cantina, die ich offen fand.

Ich war wütend. Sollte denn dieser Teufelskerl immer wieder Glück haben?


*


Der Bürgermeister saß noch genauso am Tisch, wie ich ihn verlassen hatte. Ohne ein Wort zu verlieren, schenkte er die zwei Gläser mit dem goldfarbenen Wein voll. Dann sah er mich fragend an.

Rasch erzählte ich ihm alles. Ich wusste, dass ich ihm vertrauen konnte. Und unter den gegebenen Umständen hatte er ein Recht, die Wahrheit zu erfahren. Cardena hörte mir aufmerksam zu.

Der eine, der entkommen ist, ist Ihr Feind?“

Ja“, antwortete ich einsilbig.

Dann wird er sterben“, sagte Cardena ernst.

Ich musste unwillkürlich lächeln.

Vielleicht“, sagte ich. „Aber jetzt hat er es geschafft, mir zu entkommen. Zum Beispiel heute. Ich war fest überzeugt, dass ich ihn diesmal kriege. Ich stand in guter Position, die Colts bereits auf ihn angeschlagen. Ich hätte ihn gut erschießen können, wenn er sich geweigert hätte, sich zu ergeben.“

Als ich „ergeben“ sagte, blickte Cardena mich aus den Augenwinkeln an, sagte aber nichts.

Ja, ich hätte ihn leicht erschießen können“, wiederholte ich. „Und was geschieht? Ausgerechnet in diesem Moment kommt der Güterzug um die Kurve. Die Stirnlampe der Lokomotive blendete mich und zeigte ihnen meinen Standpunkt an. Von diesem Moment an hatte ich keine Wahl mehr.“

Niemand wird Ihnen etwas vorwerfen können.“

Damit nicht genug. Die Kugel, die ihn getötet hätte, traf seinen Colt und wurde abgelenkt. Der Colt ist kaputt, aber sein Leben ist gerettet. Dann springt er vor der Lokomotive über das Gleis und hat den Zug zwischen sich und mir. Jeder andere läge nun tot zwischen den Schienen - aber er nicht. Als der Zug endlich vorbeigefahren ist, ist natürlich von ihm keine Spur zu erblicken.“

Cardena schüttelte den Kopf, aber er teilte meinen Pessimismus nicht.

Dieses Glück kann nicht anhalten“, meinte er philosophisch. „Aber wieso wussten Sie, dass er Ihnen bei der Station eine Falle stellen würde?“

Ich nahm das Telegramm aus der Tasche und legte es auf den Tisch.

Als ich das Telegramm an den Sheriff absandte, hat mich einer von seinen Leuten beobachtet. Sonora Kid begeht keine Unterlassungssünde.“

Sonora Kid, der Bandit?“, fragte Cardena.

Ja. Hinter ihm bin ich her. Der Mann berichtete ihm sofort; er kann also nicht weit weg gewesen sein. Und ich war überzeugt, dass dieser Teufel in Mexiko ist. Er hat es vorausberechnet, dass ich hierherkommen würde, falls ich den Mann überwältige, den er in der Niederung draußen zurückließ. Er hatte recht.“

Details

Seiten
120
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783738909432
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2017 (April)
Schlagworte
callahan sonora kids spur

Autor

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Titel: Callahan #5: Sonora Kids blutige Spur