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Milton Sharp #7: Im Palazzo des Schreckens

2017 120 Seiten

Leseprobe

Im Palazzo des Schreckens


Ein Milton-Sharp-Roman


Band 7




IMPRESSUM


Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author/ Titelbild: Nach Motiven von Pixabay mit Steve Mayer, 2017

Logo: Steve Mayer

Korrektorat: Dr. Frank Roßnagel

© dieser Ausgabe 2017 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de







Klappentext:

Seit Jahrhunderten bekriegen sich die Hexe Syrena und eine alte Familie von Magiern. Keinem ihrer Nachfahren ist es je gelungen, Syrenas gewaltige Kraft zu brechen, denn die Hexe hat die Familie ihres Machtsymbols beraubt. Erst McAllister, ihr letzter Nachkomme, findet einen Weg, dieses Symbol wieder an sich zu reißen und sich an Syrena zu rächen. Das kleine sizilianische Fischerdorf Pozzallo wird Schauplatz der letzten Konfrontation in dieser grausamen Dämonenfehde. Weder McAllister noch Syrena haben die geringsten Skrupel, die Männer, Frauen und sogar Kinder von Pozzallo für ihre grausigen Rachepläne zu missbrauchen. Der Schattenjäger Milton Sharp wird in einen brutalen Konflikt hineingezogen, der seine Fähigkeiten bei weitem zu übersteigen scheint …





Milton Sharp

Der Schattenjäger fliegt nach Sizilien, in der Hoffnung, auf Xurus zu stoßen, der noch immer Glyn Sharp in seiner Gewalt hat. Stattdessen wird er in eine erbarmungslose Fehde zweier Schattenwesen hineingezogen. Milton trifft auf zwei dämonische Gegner, denen keine Intrige zu grausam und kein Trick zu boshaft ist, um den endgültigen Sieg davonzutragen.


Lee Fallon, genannt »die Ratte«

Der Mann, der Glyn Sharps Seele beherbergt, hofft, der Polizei zu entgehen, als er in Rom eine Jacht besteigt. Doch als die Jacht in einem kleinen Fischerdorf auf Sizilien anlegt, bricht das Grauen über die Menschen dort herein. Und Lee wird zum Spielball zweier gewaltiger dämonischer Mächte, die keinerlei Skrupel haben, ihn und andere Menschen zu vernichten.


Doc McAllister und Syrena, die Hexe

Der Nachfahre eines alten Geschlechts von Magiern hat eine Möglichkeit gefunden, sich an der uralten Hexe Syrena zu rächen, die vor langer Zeit seine Familie ihrer Macht beraubt hatte. McAllister hat diabolische Pläne, aber Syrena steht ihm in Bosheit und Verderbtheit in nichts nach. Beide schrecken auch nicht davor zurück, unschuldige Menschen für ihre grausamen Rachepläne zu missbrauchen.


Polizeichef Pasoni

Der Chef der Polizei von Pozzallo glaubt, sein einziges Problem sei die Mafia. Er wird schmerzhaft eines Besseren belehrt, als er sich mit Berichten über zum Leben erwachte Steinfiguren herumschlagen muss. Er hätte jedoch in seinen schlimmsten Träumen niemals damit gerechnet, dass sich eine Hexe seine Tochter als Opfer für einen Dämon aussuchen würde.







Roman:


Hjalmar Ekholm zitterte. Er setzte den Fotoapparat ab und wischte sich mit dem Handrücken über die Stirn. Verdammte Hitze! Verdammter Fusel, den sie ihm in der Taverne eingeschenkt hatten.

Davon musste man ja krank werden.

Alles verschwamm vor seinen Augen.

Auch der prächtige Balkon des Palazzos Villacandore, der von sieben steinernen Fabelwesen getragen wurde. Ekholm hatte den Eindruck, als bewegten sich die Biester. Aber das war natürlich unmöglich. Es lag nur an dem Wein.

Der Schwede blickte sich um.

Wo, zum Teufel, waren denn die anderen? Nie konnten sie warten, wenn er fotografieren wollte.

Wozu waren sie schließlich nach Sizilien gereist?

Er starrte die Steinbestien an, die seinen Blick erwiderten. Tückisch, böse.

Als würden sie leben. Ihm war sogar, als hätten sie die Mäuler weiter aufgerissen als zuvor.

Der Mann mit den strohblonden Haaren klappte seinen Fotoapparat zu und drehte sich um. Es gab noch andere Motive auf der Insel, die er im Bild festhalten konnte.

Ein Knirschen hinter seinem Rücken alarmierte ihn.

Er wirbelte herum und sah, wie sich die mittlere Steinskulptur aus der Mauer löste.

Sie stellte ein löwenartiges Wesen dar. Zwei gewaltige Pranken reckten sich vor. Auf seinem Kopf mit der wallenden Mähne und dem grimmigen Ausdruck ruhte der Balkon mit dem verschnörkelten, schmiedeeisernen Geländer.

Hjalmar Ekholm erschrak.

Wenn dieses Monstrum auf ihn stürzte, blieb nicht viel von ihm übrig. Er entfernte sich hastig.

Doch da stoppte ihn urweltliches Brüllen. Der Boden bebte unter seinen Füßen.

Ein Erdbeben, schoss es ihm durch den Kopf.

Ekholm wollte laufen. Plötzlich tauchte über ihm ein Schatten auf.

Er hatte die Form eines springenden Raubtieres.

Der Schwede schrie auf und blickte sich entsetzt um.

Im gleichen Augenblick schleuderte ihn das steinerne Wesen nieder und grub seine Hauer in den Rücken des Mannes. Ekholm schrie, bis die Zähne der Steinbestie seine lebenswichtigen Organe zerfetzt hatten.

Es dröhnte dumpf, als die tonnenschwere Last auf den Boden prallte.

Nur wenig Staub wirbelte hoch. Dann senkte sich Ruhe über den Vorplatz des Palazzos.


*


Gaetano Scarpio ließ den Dolch im Stiefelschaft verschwinden. Auf seinem ledernen Gesicht mit den vielen Narben lag ein diabolisches Lächeln. Morgen würde er ein reicher Mann sein. Er hatte es dann nicht mehr nötig, Netze zu flicken und auf dem Markt zu feilschen, damit er für seinen Fang einen annehmbaren Preis erzielte.

Scarpio wusste, dass geplant war, einen schottischen Arzt umzubringen, bevor er den gewünschten Palazzo gekauft hatte. Wenn Doc McAllister mit seiner Jacht im Hafen einlief, würde bereits ein Dolch in seiner Brust stecken.

Und das Geld für den Kauf des Palazzo würde verschwunden sein.

Der Fischer trat an eine Truhe mit verrosteten Beschlägen und öffnete sie.

Eine fette Spinne kroch heraus und schlich über seine Hand.

»Madonna!«

Gaetano Scarpio schlug erschrocken das Kreuz. Das war ein schlechtes Zeichen.

Hastig riss er den Dolch aus dem Stiefel und hieb damit nach der Spinne.

Er traf. Die Augen der Spinne glühten sekundenlang auf.

Aus der Spinnwarze lösten sich einige Blutstropfen, die auf Scarpios Handrücken spritzten und wie Säure brannten.

Sie hinterließen kraterförmige Vertiefungen, aus denen Rauch kräuselte.

Wie winzige Vulkane.

Der Fischer biss die Zähne zusammen. Er wischte sich den Handrücken an der Hose ab. Der Rauch verschwand, doch die Wunden blieben, auch die Schmerzen, die durch Arm und Brust bis zum Herzen drangen.

Die Spinne rührte sich nicht mehr, und doch fürchtete sich Scarpio vor ihr.

Er war abergläubisch und glaubte an Zeichen. Wenn er sie nicht selbst zu deuten vermochte, holte er sich Rat. Dafür hatte er schon manches Silberstück gezahlt.

Die alte Syrena nahm nur Edelmetall.

Papiergeld, selbst wenn es sich um große Scheine handelte, akzeptierte sie nicht.

Zum Glück hatte Gaetano Scarpio noch einige Silbermünzen in der Truhe. Sie stammten aus einem gesunkenen Schiffswrack, das Felice und er vor Jahren vor der Küste entdeckt hatten.

Scarpio entnahm der Truhe ein Silberstück und Schloss sie danach sorgfältig. Er warf einen unbehaglichen Blick auf die tote Spinne, bevor er den Raum und das Haus verließ, um Syrena aufzusuchen.


*


Es war unmöglich, das Alter der Frau zu schätzen. Manche behaupteten, sie müsse die hundert längst überschritten haben. Andere sagten ihr nach, sie würde die sehende Greisin nur aus Geschäftstüchtigkeit spielen, weil niemand einer jungen Wahrsagerin vertraute.

Die Wahrheit lag sicher irgendwo in der Mitte.

Entscheidend war, dass Syrena über beachtliche Kräfte und Fähigkeiten verfügte. Sie bewohnte eine Hütte in unmittelbarer Nähe Pituris. Niemand sonst hatte sich dort niedergelassen, obwohl in der Umgebung Ruinen zu finden waren. Sie stammten vom letzten Ausbruch des Vulkans vor über hundert Jahren. Damals war das Land im Umkreis von mehreren Kilometern verwüstet worden.

Das war aber nicht der eigentliche Grund für die Scheu der Bewohner vor dem Berg.

Es herrschte viel mehr die Meinung, dass im Schoss des Pituris ein Dämon hauste, ein unberechenbarer Beherrscher der Finsternis, der die Menschen hasste und vernichtete, sobald sie in seiner Nähe siedelten.

Auch Gaetano Scarpio war von der Existenz dieses Ungeistes überzeugt. Jedes Mal, wenn er zu Syrena ging, beschlich ihn ein Gefühl des Grauens.

Er fragte sich, warum die Seherin von dem Dämon verschont blieb. Darauf fand er nur eine Antwort: Sie musste mit Pituri im Bund sein.

Von ihm hatte sie ihre unerklärlichen Fähigkeiten.

Der Weg war steinig und beschwerlich. Die Sonne brannte unbarmherzig auf das Lavagestein, das die Hitze gierig aufsog und bis spät in die Nacht wieder verströmte.

Scarpios Kehle war trocken. Vor Hitze und vor Angst.

Je mehr er sich der primitiven Behausung der Hexe näherte, desto unheimlicher wurde ihm. Er fürchtete, dass er eines Tages nicht mehr zurückkehrte. Er wäre nicht der Erste, der im Gebiet des Vulkans spurlos verschwunden wäre.

Er schwor sich, dass er zum letzten Mal den Rat der Alten suchte.

Wenn er erst reich war, hatte er ihn nicht mehr nötig und würde von Pozzallo fortziehen.

Die Hütte war aus Lava geformt, eine natürliche Höhle, die Menschenhand bewohnbar gemacht hatte.

Trotz der Sonnenglut begann Scarpio zu frösteln. Er schüttelte heftig den Kopf, doch dadurch ließen sich die Gedanken nicht verjagen.

Endlich stand er vor der Tür aus Pinienholz.

Er nahm allen Mut zusammen und klopfte.

»Ich habe dich erwartet, Gaetano«, krächzte eine Stimme.

Scarpio schauderte. Unheimlich!

Woher wusste die Alte, wer draußen stand? Ihre Hütte besaß kein einziges Fenster.

Zaghaft drückte er die Klinke und trat ein. Dafür, dass er in wenigen Stunden einen Menschen töten wollte, zeigte er überraschend wenig Courage.

Dunkelheit empfing ihn. Die Tür fiel hinter ihm ins Schloss. Er kniff die Augen zusammen. Warum brannte nicht wenigstens eine Kerze? .

Irgendwo im Hintergrund glommen zwei schwache Lichter. Sie funkelten wie die Augen einer Katze oder eines Nachtvogels.

Gaetano Scarpio wusste, dass es sich um kein Tier handelte.

Es waren Syrenas Augen. Beim ersten Besuch war er furchtbar entsetzt. Inzwischen nahm er es als eine der vielen Merkwürdigkeiten in dieser Hütte hin.

»Tritt näher!«, befahl die Seherin. »Ich weiß, was du von mir willst. Du erwartest Rat für ein Unternehmen, das du planst.«

Der Fischer zuckte zusammen.

War es möglich, dass sie seine Gedanken erriet?

Er hatte mit niemand über sein Vorhaben gesprochen. Er musste vorsichtig sein.

»Ich will nur wissen, ob es günstig verläuft«, erklärte er und bemühte sich, seiner Stimme festen Klang zu geben.

Gleichzeitig stieß er einen spitzen Schrei aus. Eine knochige Hand berührte ihn.

Er schalt sich einen Narren. Es gab keinen Grund zu erschrecken. Syrena hielt ihm lediglich die fordernde Hand entgegen. Sie verlangte ihren Lohn.

Ohne ihn blieb ihr Mund verschlossen. Seine Nerven waren heute nicht die besten.

Er griff in die Tasche und holte die Münze hervor, legte sie in die Hexenhand und spürte, wie ihn die dürren Finger umkrallten.

Die Seherin zog seine Hand zu sich heran. Endlich gelang es ihm, wenigstens die Umrisse des Wesens zu erkennen.

Die Frau strich mit ihren Nägeln über seinen Handrücken und verharrte bei jeder Narbe, die das Spinnenblut verursacht hatte.

»Woher hast du das?«, fragte sie.

Der Mann hüstelte betroffen.

Was interessierte sie sich für seine Verletzungen?

Er hatte bezahlt und erwartete die Antwort auf seine Frage.

»Es ist nichts«, sagte er trotzdem. »Ich habe nur ein Ungeziefer getötet. Ich mag keine Spinnen.«

»Das ist töricht von dir. Die Spinnen sind unsere Freunde. Du tätest gut daran, ihre Sprache zu verstehen.«

»Mir genügt es, wenn ich dich verstehe, Syrena«, entgegnete der Fischer ungeduldig und entzog ihr die Hand. »Ich habe noch einen weiten Rückweg vor mir. Und danach beginnt meine Arbeit. Die Nacht ist der Tag des Fischers.«

»Bleib zu Hause, Gaetano!«, hörte er die alte Frau sagen. »Lass in dieser Nacht die Netze an ihrem Ort und auch dein Messer. Die Spinne hat dich gezeichnet. Der Dolch, mit dem du sie getötet hast, wird sich gegen dich wenden. Hüte dich!«

»Ist das alles, was du mir zu sagen hast? Du erwartest von mir, dass ich heute zuhause bleibe?«

»Ich rate es dir. Aber ich erwarte es nicht, denn du wirst nicht auf mich hören. Ich will dir noch eins sagen: Wir werden uns nie wiedersehen!«

Da hat sie recht, dachte Scarpio.

Wenn ich erst das Geld habe, sieht mich keiner mehr in Pozzallo.

Er verließ ohne Gruß die Hütte und ohne sich zu bedanken. Er fand, dass die Seherin für diesen Rat keinen Dank verdient hatte. Schon das Silber war ein viel zu hoher Lohn.

Syrena veränderte ihre Haltung nicht, nachdem der Besucher sie verlassen hatte. Nur ihre Augen leuchteten greller. Sie waren wie zwei kleine Lampen, die ihr runzliges Gesicht erhellten. Sie hatte schlohweiße Haare, die ihr in dünnen Strähnen bis auf die Schultern reichten und ihr zum Teil wirr in die Stirn hingen.

Sie öffnete ihren zahnlosen Mund und flüsterte:

»Gefahr aus einem fremden Land kommt auf uns zu. Ich sehe weiße Fische und silberne Vögel, die uns das Verhängnis bringen. Wir müssen auf der Hut sein, Pituri.«

Als Antwort schoss eine Feuerlohe aus dem Boden.

Ein brennender Schlund öffnete sich vor ihr.

Hastig schleuderte sie die silberne Münze hinein und erstickte damit die Flammen.

Dann stürzte sie keuchend nieder.


*


Lee Fallon war grün im Gesicht. Die Nussschale, die der Schotte großspurig als Jacht bezeichnete, tanzte wie ein welkes Blatt auf den Gischtkämmen.

Der Teufel musste ihn geritten haben, dass er seinen Fuß auf die Planken eines Schiffes gesetzt hatte. Er war doch schon als Junge seekrank geworden, wenn er mit Freunden im Faltboot durch spiegelglatte Gewässer paddelte. Und nun das!

Lee Fallon hatte einen Horror vor Schiffen, aber einen noch größeren vor der Polizei.

Er hatte sich für das kleinere von zwei Übeln entschieden. Froh hatte er sein müssen, dass ihm Giovanni in Rom diese Heuer verschafft hatte. Giovanni war eben ein echter Freund,

wenn ihn auch böswillige Gemüter mit der Mafia in Verbindung brachten.

Der Dreißigjährige taumelte zur Reling und beugte sich weit hinüber.

Im Osten zuckten fahle Blitze. Es sah aus, als spalteten sie das Meer, das daraufhin immer wütender tobte.

Er war ein Muskelberg und mit fünfundachtzig Kilo kein Leichtgewicht.

Jetzt aber schlotterte er am ganzen Körper.

Er war geflohen. Erst aus England, und als man ihm in Paris gar den Mord an einem bezaubernden Mädchen hatte anhängen wollen, waren ihm seine italienischen Freunde eingefallen.

Das Schiff bäumte sich auf. Es war, wenn nicht gerade ein greller Blitz zuckte, so finster, dass Lee Fallon kaum die Hand vor Augen erkennen konnte.

Der Mann seufzte. Wache sollte er halten, hatte der verrückte Doc befohlen.

Was sollte er bewachen? Etwa das Schiff?

Piraten gab es heutzutage nicht mehr. Nicht mal in der Nähe von Sizilien.

Er hätte viel lieber geschlafen.

Die Planken unter seinen Füßen knarrten. Er hasste die Geräusche der Taue, das Klatschen des Meeres an der Schiffswand. Er sehnte sich nach festem Boden.

Er mochte diesen McAllister nicht, für den er arbeitete. Er fand ihn unheimlich. Aber er musste froh sein, wenn er ihn auch noch in Pozzallo in seinen Diensten behielt. Dort würde ihn die italienische Polizei nicht suchen, auch nicht Inspektor Elleston, der seit Paris hinter ihm her war.

Lee Fallon wankte zurück und ließ sich neben einer Taurolle nieder.

Vielleicht gelang es ihm, ein wenig zu schlafen.

Der Doc würde das gar nicht merken. Der lag in seiner Kajüte und schlief schon lange.

Gerade war er beim Einnicken, als er zusammenfuhr.

Hatte nicht etwas Hartes gegen den Rumpf der Jacht geschlagen?

Das waren keine Wellen. Es war wohl besser, nach dem Rechten zu sehen.

Er wollte sich erheben, ließ sich aber gleich wieder fallen.

Ein gespenstischer Schatten huschte vom Heck her über das Deck, genau in Richtung der großen Kajüte. Lautlos und geschmeidig verschwand er darin.

Sekundenlang blitzte etwas auf. Es hatte ausgesehen wie die breite Klinge eines Messers.

Verdammt! Der Kerl gehörte nicht aufs Schiff.

Was hatte er hier zu suchen? Noch dazu mit einem Dolch in der Faust?

Lee Fallon besaß einen Revolver.

Doc McAllister hatte ihm die Waffe vor Antritt der Fahrt in Rom gegeben. Fallon verabscheute zwar das Ding, er war kein Freund von Gewalt, diesmal aber konnte er nicht anders. Zumindest als Abschreckung musste er den Revolver einsetzen.

Er schlich hinter dem Fremden her.

In der Schlafkabine des Arztes brannte schwaches, bläuliches Licht, das wie ein Irrlicht aussah. Undeutlich hob sich dagegen der Schatten des Besuchers ab.

Er stand neben der Koje des Schiffsherren, den Dolch zum Stoß erhoben.

Fallon hob den Revolver und stand im Begriff, den Mann aufzufordern, sein Mordinstrument fallen zu lassen und sich zu ergeben.

Da schrie der Mörder auf und schüttelte vor Schmerzen seine Hand, die das Messer gehalten hatte.

Es entglitt ihm, fiel aber nicht zu Boden, sondern blieb vor seinem Gesicht in der Schwebe.

Fallon vergaß, den Mann zu überwältigen.

Das unheimliche Schauspiel nahm ihn völlig in seinen Bann.

So etwas hatte er noch nie gesehen.

Der Eindringling, der nur eine zerlumpte Hose trug und wie ein Fischer aussah, wimmerte. Mit entsetzten Augen starrte er auf den Dolch, der einen sanften Bogen in der Luft beschrieb, wobei sich die Spitze gegen ihn wandte. Sie zeigte genau auf sein Herz.

Er taumelte zurück.

Dabei gewahrte er Lee Fallon und erschrak erneut.

Trotzdem rief er ihn um Hilfe an.

Fallon bewegte sich nicht. Ihn graute.

In Paris hatte er schreckliche Dinge erlebt, die er bis heute nicht verstand. Aber das hier war der Gipfel.

Der Dolch begann in bläulichem Licht zu strahlen, anfangs lediglich die Spitze, doch schon bald die ganze Klinge, an der Schneide etwas intensiver.

Der Mann schlug die Hände vors Gesicht und wankte rückwärts, bis er gegen Lee Fallon stieß.

Das Messer folgte ihm. Keine Hand führte es.

Doc McAllister lag friedlich in seiner Koje und atmete gleichmäßig.

Er hatte keine Ahnung, was sich in seiner unmittelbaren Nähe abspielte.

»Hilf mir!«, jammerte der Fischer. »Lass mich raus! Ich will noch nicht sterben. Es tut mir ja leid, was ich tun wollte. Syrena hatte recht, und ich habe ihr nicht geglaubt.«

Fallon verstand kein Wort. Das war aber auch nicht nötig, denn das Messer hatte böse Absichten. Das war für ihn klar zu erkennen.

Mit einem Mal wurde ihm bewusst, dass sich die Bedrohung nicht nur gegen den Fremden richtete.

Er selbst schwebte genauso in tödlicher Gefahr. Und der Doc natürlich auch.

Er musste ihn wecken.

»Mister McAllister!«, krächzte er mühsam. »Wachen Sie auf!«

Doch der Doc rührte sich nicht. Umso heftiger bewegte sich der glühende Dolch.

Wie von Geisterhand geführt, beschrieb er in der Luft merkwürdige Zeichen.

Dann stieß er wie ein Adler auf sein Opfer herab.

Pfeilgerade bohrte er sich in die Brust des Fischers, dessen Todesschrei nichts Menschenähnliches mehr hatte.

Schwer schlug der Körper auf den Boden.

Lee Fallon wich entsetzt zurück. Der Revolver entglitt seiner Faust.

Ihn brauchte er ohnehin nicht. Sollte er etwa auf ein Messer schießen, das im Herzen eines Toten steckte?

»Schaff ihn hinaus! Wirf ihn ins Meer!«

Das war McAllister, der die Worte sprach. Der kleine, grauhaarige Mann richtete sich von seiner Schlafstatt auf und wunderte sich nicht im geringsten über den fremden Mann in der Kajüte.

Hatte er gar nicht geschlafen?

»Sie meinen, ich soll ihn anfassen?«

Fallon war bei dieser Vorstellung nicht wohl. Das Messer würde sich vermutlich gegen ihn wenden.

»Stell dich nicht so an, Lee!«, herrschte ihn der Alte an.

Seine Augen funkelten. Irgendwie war er nicht ganz geheuer.

Aber er zahlte gut. Das durfte man nicht vergessen.

»Ich will keinen Ärger mit der sizilianischen Polizei. Wenn ich mit einem Toten auf meinem Schiff in den Hafen von Pozzallo einlaufe, wird man behaupten, einer von uns beiden habe ihn erstochen. Ich habe geschlafen, wie du sehr wohl weißt. Also kannst nur du der Mörder sein, nicht wahr?«

»Ich?«

Fallon erschrak zutiefst.

Sollte er schon wieder eines Mordes verdächtigt werden, den er nicht begangen hatte? Aber wie sollte er das Gegenteil beweisen?

Kein Mensch würde ihm seine Version des schwebenden Dolches abnehmen. Und selbst wenn es ihm gelang, die Polizei zu überzeugen, waren da immer noch die Angehörigen des Toten.

Sie würden Rache nehmen. Das war ganz klar.

Also war es tatsächlich besser, wenn die Leiche über Bord ging.

Er durfte nicht länger zögern. In höchstens einer Stunde erreichten sie ihr Ziel.

Lee Fallon nahm seinen ganzen Mut zusammen und bückte sich. Der Tote lag quer vor seinen Füßen. Fallon packte ihn bei den Schultern und schleifte ihn den Niedergang hoch. Dabei ließ er keine Sekunde den Griff des Dolches aus den Augen, der noch immer im Herzen des Toten steckte.

Er rechnete fest damit, dass sich die Geisterwaffe aus dem leblosen Körper lösen und sich ein neues Opfer suchen würde: ihn!

Schwer keuchend erreichte er das Deck. Tiefschwarzer Himmel mit funkelnden Sternen empfing ihn.

Die See war ruhig und fast spiegelglatt. Von dem Unwetter war nichts mehr zu spüren.

Es war, als hätte er sich den peitschenden Sturm und die zuckenden Blitze nur eingebildet.

Er schleppte den Körper des Toten an die Reling, wobei er sich ängstlich umsah, ob ihn nicht jemand bei seinem Tun beobachtete.

Welch ein Unsinn! schalt er sich. Weit und breit ist nichts als Wasser. Es gibt keine Zeugen außer den Möwen über dir.

Ein kräftiger Ruck, ein Stoß, dann stürzte der Leichnam ins Meer, versank wie ein Stein und tauchte nicht wieder auf.

Plötzlich fiel Lee Fallon ein, dass der Unbekannte auf irgendeine Weise auf das Schiff gekommen sein musste. Reggio war der letzte Hafen, den sie angelaufen hatten. Es war undenkbar, dass der Halunke sich die ganze Zeit an Bord verborgen hatte.

Fallon erinnerte sich an das Geräusch, das ihn geweckt hatte, eilte zum Heck der Jacht und blickte über die Reling.

Das hatte er sich gedacht. Ein winziges Boot schleppten sie an einem Tau hinterher. Vor einer Stunde hatte es noch nicht dort gehangen.

Er zog sein eigenes Messer und kappte das Tau.

Sofort blieb das Boot hinter dem weißen Schiff zurück. Wahrscheinlich würde es irgendwann kentern. Auf jeden Fall gab es keinen Beweis, der das Boot des Toten mit der Jacht in Verbindung brachte.

Erst danach merkte Fallon, dass sein ganzer Körper glühte. Das unerklärliche Erlebnis hatte seine Kräfte verbraucht. Er musste sich erst wieder erholen. Er war froh, bald in Pozzallo zu sein.

Zu Doc McAllister kehrte er nicht zurück, und der Arzt ließ sich auch nicht an Deck blicken. Das war Fallon nur recht. Der Mann wurde ihm immer unheimlicher.

Er kauerte sich neben seine Taurolle, war erschöpft und hundemüde.

Doch zu schlafen wagte er in dieser Nacht nicht mehr.


*


Milton Sharp starrte unverwandt in die knisternden Flammen. Das Prasseln des Feuers war das einzige Geräusch, das ihn umgab. Er brauchte absolute Ruhe für seine Konzentration.

Er kauerte auf dem modrig riechenden Boden. Auf seinen Knien lag ein in abgewetztes Leder gebundenes Buch mit wunderlichen Texten, Sprüchen, magischen Symbolen und schwer zu deutenden Skizzen.

Das Werk stammte aus Deutschland und hatte einem Hexer gehört, der auf grässliche Weise ums Leben gekommen war. Auf dieses Hexenbuch setzte Milton seine ganze Hoffnung.

Er hatte sich dem Kampf gegen die Ungeister dieser Welt verschworen. Allen Dämonen und Abkömmlingen sämtlicher Höllen und schwarzen Reiche hatte er den gnadenlosen Kampf angesagt. Sie hatten ihm unvorstellbares Leid zugefügt.

Es ging ihm aber nicht nur um Rache. Er wollte seinen Zwillingsbruder Glyn retten.

Xurus, der Düstere, war dabei sein Gegner.

Schon mehrmals hatten sie sich gegenübergestanden.

Doch Milton hatte den Dämon unmöglich töten können, denn Xurus war in Glyns Körper geschlüpft. Seit er, der einst Körperlose, wieder eine Gestalt besaß, war seine Macht gewachsen.

Vor allem aber hatte er nun die Möglichkeit, selbst zu töten, ohne sich irgendwelcher Helfer bedienen zu müssen.

Dass Milton trotzdem der Meinung war, seinen Bruder retten zu können, lag daran, dass er die zweite Hälfte der fürchterlichen Wahrheit kannte.

Xurus hatte Glyn nicht getötet.

Er hatte lediglich Körper und geistige Identität voneinander getrennt.

Den Körper hatte er selbst in Besitz genommen. Die Identität hatte er teuflischerweise in einen Verbrecher verpflanzt. Da dieser Mann von der Polizei mehrerer Länder gejagt wurde, stand zu befürchten, dass sie ihn eines Tages erwischten und möglicherweise erschossen. Dann war Glyn endgültig verloren.

Milton Sharp kannte den Mann, der seit einiger Zeit das geistige und seelische Innenleben seines Bruders besaß. Es war Lee Fallon, den sie »die Ratte« nannten. Seit seiner dämonischen Verwandlung war er aber ein anderer geworden. Nur glaubte ihm das natürlich keiner.

Inspektor Elleston aus London, der sich an Lees Spur geheftet und ihn bis Rom verfolgt hatte, war von Milton zwar über die Wahrheit informiert worden, aber auch er konnte nicht weiterhelfen. Der Gesuchte war verschwunden. Freunde hatten ihn untertauchen lassen.

Ähnlich verhielt es sich mit Xurus. Auch der Dämon war seit seinem blutigen Gastspiel in Paris unsichtbar. Von dämonischen Umtrieben, die auf sein Mitwirken hätten schließen lassen, war in letzter Zeit ebenfalls nichts durchgesickert.

Um Xurus und Lee Fallon gleichzeitig zu finden, um Körper und Geist Glyns wieder zusammenzuführen, besaß Milton bis vor kurzem noch ein Hilfsmittel, das ihm beim Kampf gegen eine Höllenbestie in die Hände gefallen war. Ein Schlangenauge! Mit dessen Hilfe war es ihm einige Male gelungen, Xurus’ Aufenthaltsort aufzuspüren.

Kein Wunder, dass der Dämon alles darangesetzt hatte, ihm das Auge abzujagen ... und es war ihm gelungen.

Vernichtet war es angeblich nicht. Ein Name war gefallen. Die Witwe Shimaygon war Hüterin des Auges. Doch es existierten zwei Hindernisse. Die Witwe verschlang mit Vorliebe Männerherzen. Außerdem kannte niemand, den er fragte, diese Frau. Nur Simone hatte sie erwähnt. Aber Simone war tot. Als Dienerin des Düsteren hatte Milton sie töten müssen.

Seine ganze Hoffnung setzte er auf das Grimorium, dem Werk geheimer Magie, mit dessen Hilfe er hoffte, den Weg zu Shimaygon zu finden, um sie zur Herausgabe des Schlangenauges zu zwingen.

Milton beschäftigte sich erst seit dem Verbrechen an seinem Bruder mit den Geheimnissen der Magie. Er stand noch auf der untersten Stufe. Seine bisherigen Erfolge gegen die Unwesen hatte er zum größten Teil seinem Mut und einer Waffe zu verdanken, die ihm ein sterbender Schattenjäger hinterlassen hatte.

Er löschte sorgfältig das Feuer und verstreute, wie es vorgeschrieben war, die Asche, damit sich die beschworenen Kräfte nicht gegen ihn wenden konnten.

Danach fuhr er ins Hotel zurück, um sich einige Stunden Schlaf zu gönnen, vor allem aber, um Telefonate zu führen.

Er musste mit Elleston sprechen, der inzwischen wieder nach England zurückgekehrt war. Auch von Commissaire Leroux wollte er wissen, ob es etwas Neues gäbe. Mit ihm hatte er in Paris zu tun gehabt. Es störte ihn wenig, dass so spät am Abend kaum einer über seinen Anruf erfreut sein würde. Für Milton gab es auch keine Nacht. Er schlief nur noch so viel, wie unumgänglich notwendig war. Die überwiegende Zeit lebte er für die Suche nach Xurus und Lee Fallon.

In der Hotelhalle ging Milton in eine Telefonzelle und sprach kurz mit Elleston und Commissaire Leroux. Beide hatten aber nichts Neues für ihn.

Als er die Telefonzelle verließ, fiel sein Blick auf eine lose zusammengefaltete Zeitung. Er hatte sich vorläufig nur wenige italienische Brocken angeeignet und konnte den Artikel demzufolge nicht übersetzen. Viel mehr als der geschriebene Text fesselte ihn allerdings ohnehin das Foto daneben.

Es zeigte einen Mann, der von einer riesigen Steinfigur erschlagen worden war. Es handelte sich um ein Fabelwesen unbestimmbarer Gattung, von denen es noch sechs weitere im Hintergrund gab. Sie dienten als Stütze für einen Balkon. Eines fehlte in der Mauer, weil es herabgestürzt war.

Milton konnte sich nicht vorstellen, warum das Tier nach seiner Schätzung fünf bis sechs Yards vom Haus entfernt lag. Das sah nicht aus, als wäre es heruntergebrochen.

Von dem Mann an der Rezeption ließ er sich den Zeitungsbericht ins Englische übersetzen und erfuhr, dass sich das Unglück, dessen Ursachen nicht geklärt werden konnten, im südlichen Sizilien in Pozzallo ereignet hatte. Bis auf einen achtjährigen Jungen gab es keine Zeugen, und dessen Aussage schenkte man natürlich keinen Glauben. Er behauptete nämlich, das steinerne Tier habe den ahnungslosen Touristen regelrecht von hinten angefallen.

Xurus!, schoss es Milton durch den Kopf. Wenn dieser Unfall kein Unfall, sondern eine dämonische Schurkerei war, hatte möglicherweise der Düstere seine Hände im Spiel.

Und selbst wenn es ein anderer Dämon war. Milton hatte sämtlichen Geistwesen den Tod geschworen.

Er ließ sich eine Karte von Sizilien geben und erkundigte sich nach der nächsten Maschine, die nach Catania flog. Für ihn stand fest, dass er den Geschehnissen in Pozzallo auf den Grund gehen musste.

Zuerst gab es aber noch ein weiteres Telefonat, das ihm Bauchschmerzen bereitete. Er durfte es aber nicht wieder aufschieben.

Dann holte Milton so tief Luft, wie er konnte, und wählte die Nummer von Jennifer Britten in Seaford. Er hatte ein sehr schlechtes Gewissen Jenny gegenüber, die er seit mehr als zwei Wochen nicht angerufen hatte.

Er konnte sich denken, dass sie auf Nachricht von ihm wartete, denn schließlich war doch Glyn ihr Verlobter. Er versuchte, sich einzureden, dass er immer nur unterwegs gewesen war und kaum Zeit gehabt hatte durchzuatmen. Aber er wusste, dass er sich damit ein bisschen selbst belog. Für ein kurzes Telefonat und ein paar ermutigende Worte wäre immer Zeit gewesen. Er schämte sich für sein Verhalten.

Als sich Jenny am anderen Ende der Leitung meldete und Milton seinen Namen nannte, war er auf ein heftiges Donnerwetter gefasst. »«

»Milton? Milton? Ich bin ja so froh, dass du anrufst. Wo steckst du? Geht es dir gut? Ich habe mir schon solche Sorgen gemacht.«

Miltons schlechtes Gewissen wurde noch eine Spur schlechter. Er hatte mit allem gerechnet, nur nicht damit, dass Jenny ihn so besorgt empfangen würde am Telefon. Er gab ihr einen kurzen Bericht der Ereignisse, seit Jenny und er Schloss Canderworth verlassen hatten. Er erzählte ihr auch offen und ehrlich, was mit Glyn passiert war und dass Lee Fallon Glyns Seele beherbergte. Er verschwieg ihr auch nicht, dass er keine Ahnung hatte, was geschehen würde, wenn Xurus und Lee Fallon zusammenkämen, weil er nicht wusste, wie er Glyns Körper mit seinem Wesen wieder würde vereinen können.

Als er geendet hatte, hörte er Jenny schluchzen.

»Meinst du, Glyn lebt überhaupt noch?«, sagte sie unter Tränen. »Ich meine, Glyns Wesen, seine Seele, oder wie man das nennen soll.«

»Ja. Ich bin mir ganz sicher. Als ich Lee Fallon in Paris traf, ging es ihm den Umständen entsprechend gut.«

Er verschwieg Jenny, dass Fallon zumindest eine Ahnung davon hatte, dass nichts mehr war wie zuvor. Fallon hatte ihm gestanden, dass ihm immer der Name Jennifer durch den Kopf ging, er aber damit nichts anfangen konnte. Das hätte Jenny nur noch trauriger gemacht.

»Weißt du, wo Lee Fallon sich aufhält?«, fragte Jenny, noch immer schluchzend.

»Nein«, musste Milton zugeben und erzählte Jenny auch vom Verlust des magischen Auge Crotalas.

Schließlich erzählte er ihr noch von dem Zeitungsartikel, einer möglichen Spur auf Sizilien und dass er vorhatte, dieser Spur nachzugehen.

»Ich kann nur diesen Spuren folgen, in der Hoffnung, Xurus steckt dahinter, oder warten, bis ich irgendwo auf Lee Fallon treffe.«

Ein paar Augenblicke lang herrschte Schweigen.

»Milton?«

»Ja, Jenny?«

»Du willst sicherlich nicht, dass ich dich begleite, oder?«

»Nein, Jenny! Diese Auseinandersetzungen werden immer gefährlicher und brutaler. Ich könnte nicht immer auf dich aufpassen. Und du wärst eine perfekte Geisel. Die Schatten haben schon Glyn in ihrer Gewalt.«

»Dann pass bitte auf dich auf! Versprichst du mir das?«

»Ja!«

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120
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783738909081
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v359167
Schlagworte
milton sharp palazzo schreckens

Autor

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Titel: Milton Sharp #7: Im Palazzo des Schreckens