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Tony Ballard Extra #4 Das Geheimnis der blutleeren Leichen

2017 120 Seiten

Leseprobe

Klappentext:

Eine Rentnerin, der Hexenhenker, eine alte Jungfer, eine Dämonin und ein Haus voller blutleerer Leichen - ein Fall der seltsamer erscheint, als alles was Anthony Ballard bisher erlebte. Niemand ahnt, was hinter den Vorfällen steckt, die damals zu jener Zeit den Anfang nahmen, als Loxagon geboren wurde. Was will die mordende Dämonin wirklich?





Dieser Roman ist Mimi Springkämper gewidmet. Der besten Großmutter der Welt, die viel zu früh von uns ging.


"Der Preis für ein Leben, ist ein Leben!"

(Aus: Once upon a Time)


Roman:

Anthony Ballard sah mürrisch in den Fernseher. Überall nur schlechte Nachrichten. Das war wohl der Preis für das Leben in dieser Zeit, dachte er. Heute bekam man wirklich jede Krise auf Erden mit, und sei sie noch so klein und unwichtig. Damals vor dem nicht so gewesen. Ja, damals vor rund 350 Jahren, war das Leben irgendwie leichter gewesen, trotz der Probleme, die es gab. Da wurde nicht gejammert, weil ein Nachbar im anderen Land rumspann, heute hingegen ... Jeder jammerte über alles mögliche, vor allem über die unwichtigen Dinge im Leben.
Aber hatte nicht jede Zeit ihre eigenen Probleme? Manche Neuerungen der modernen Zeit waren wirklich toll, das wusste der Hexenhenker. Aber ebenso verfluchte er zahlreiche Dinge, die so schlimm waren, dass sie nur eine Erfindung von Asmodis oder seinem Nachfolger und Sohn Loxagon sein konnten. Vor allem Handys. Klar, sie waren nützlich – das konnte keiner bestreiten, aber dafür waren sie auch nervig. Überall piepte es, wenn man unterwegs war. Ständig. Und da sollte man die Ruhe bewahren? Nein, das war keinem möglich, außer denen, die keine Sekunde ihres Lebens ohne WhatsApp & Co überlebten. Und dies wurden immer weniger. Brach mal wieder WhatsApp zusammen, dann reagierte man mit Panik, als Stünde der Weltuntergang bevor. Oder etwas schlimmeres.

´Und da sag mal wer, dass der Kampf gegen das Böse lästig sei!` , dachte er verbittert. Und dann stand auch noch jene Nacht bevor, die alle fürchteten, die wussten, was sie bewirken sollte. Die Nacht des Saturn, die Nacht des Todesplaneten, wie er in einigen Regionen der Welt genannt wurde. Aber davon würde er sich nicht beeindrucken lassen, denn er war sowieso jemand, der sich auf seine körperlichen Kräfte verließ, wenngleich er natürlich einige Zaubersprüche beherrschte. Die aber eher Taschenspielertricks waren, und bestenfalls den allseits berühmten »dritten Ghoul, aus Reihe acht« vernichten konnten. Dennoch … Selbst das Auge war in jener Nacht nichts als ein bisschen Farbe auf Gestein.

Plötzlich vertrieb eine Meldung in den Nachrichten seine Gedanken. Ein Mord!, was per se nichts Ungewöhnliches war. Nur war es dieses Mal anders, denn die Leiche war blutleer und absolut unverletzt. Nichts, was einen Aufschluss geben könnte. Gerade so, als hätte der Täter das Blut aus seinem Opfer ... heraus teleportiert. Aber gab es solche Dämonen? Er hatte zwar bisher nichts von so einer Rasse gehört, aber von einer Tigerfrau, die lange lachend über Leichen ging und sich dann in einen Dämonentöter verknallte, davon hatte die Welt bisher auch nie gehört – und doch war genau das geschehen. Wenngleich Agassmea wusste, dass Tony Ballard ihre Liebe nie erwidern würde und sie nicht wie andere Frauen in boshafte Intrigen verfiel – vermutlich auch nur, weil sie wusste, das Tony – ein Nachfahre des Hexenhenkers – sie trotz ihrer Wandlung zum Guten vielleicht ausgelöscht hätte. Aber zum Glück war das wahre Leben in Liebesdingen keine Telenovela. Da derzeit alle anderen Mitglieder des Weißen Kreises in anderen Welten unterwegs waren, beschloss er alleine zu agieren. Er wollte einfach nicht abwarten, bis seine Freunde zurück waren, sondern endlich wieder handeln. Und um alleine einen Fall zu lösen, da war er seiner Meinung nach nun wirklich alt genug.


* * *


Mimi Springer war eine Lady. Trotz ihrer fünfundachtzig Jahre, legte sie größten Wert auf Manieren, gutes Aussehen und Sauberkeit, ohne es zu übertreiben. Sie war für alle die sie sahen, der Inbegriff der liebevollen Großmutter. Kaum etwas konnte die rüstige Dame erschüttern, die hautnahe den zweiten Weltkrieg erlebt hatte, in dem sie ihren ersten Mann verlor und ihre Tochter mit dem großziehen musste, was man fand. Die Zeiten waren hart gewesen, doch sie hatte nie ihr fröhliches Gemüt verloren, obwohl das Leben auch später einen großen Schicksalsschlag für sie auserkoren hatte, und sie zum zweiten Male zur Witwe machte. Sie liebte es, trotz des fortgeschrittenen Alters zu reisen und war bereits in aller Welt gewesen, ehe sie sich vor zwei Jahren in London zur Ruhe gesetzt hatte, da sie in Deutschland nichts mehr hielt. Ihre Tochter war alt genug, und war als erfolgreiche Managerin ohnehin überall auf dem Erdball unterwegs. Und die Regentin dort, die »ewige Kanzlerin«, konnte sie auf den Tod nicht ausstehen konnte, weswegen sie dann auswanderte. Geld genug hatte sie, also hatte sie sich kurzerhand in London ein kleines Haus gekauft. Derzeit hatte sie aber für ihr Lieblingshobby, das Lesen von Fantasy-Romanen nichts über – denn im Haus nebenan war ein Mord geschehen. Vielleicht. Denn das seltsame an der Leiche war nicht, dass sie blutleer war. Das geschah oft genug. Aber wenn die Leiche keine noch so kleine Wunde aufwies, dann war das Ganze doch seltsam. Denn wie sollte das Blut aus dem Körper gelangt sein, wenn es keine Wunde gab? Vielleicht eine Art ... Vampir, der ... ja was eigentlich? Denn bei einem Vampir hätte man immerhin eine Wunde gehabt, doch hier hatte man eben gar nichts. Außer einer blutleeren Leiche, die noch weniger Blut in sich hatte, als die Wüste Gobi Wasser. Bei einem normalen Mörder, da hätte es ja auch irgendeine Wunde gegeben. Eine Messerwunde, oder eine andere. Aber: nichts. Nicht die kleinste Wunde.

Angst hatte sie deswegen keine, warum auch?
War es also Mord? Ein Unfall? Das Experiment eines Irren? Nebenwirkungen von Medikamenten? (Nein, daran glaubte sie am wenigsten, denn welche Medikamente sollten so etwas höchst sonderbares bewirken?)

Sie wusste, dass sie alt war, und wer einen Weltkrieg überlebt hatte, den konnte eine blutleere Leiche (auch dieser Art) nicht mehr schocken, war ihre Meinung, die sie auch ihrer Freundin Hildegard bei einem Stück Torte mitteilte. Diese war etwas skeptisch gewesen, aber stimmte letztendlich zu. Zumal sie good old Germany ebenfalls den Rücken gekehrt hatte. Doch neben Lesen und Reisen hatte Mimi Springer noch ein Hobby – die Neugierde. Sie wollte wissen, was geschehen war, und den Fall wie die Horror-Oma aus den John-Sinclair-Romanen selbst lüften. Nur dass das Leben kein Roman, sondern Realität war.

»Na dann, meine Liebe. Überleg mal ... kann es eine natürliche Erklärung geben? Für das fehlende Blut? Klar. Nur führt jede Möglichkeit zu dem Problem, dass es keine Wunde gibt. Selbst einen Einstich, als hätte jemand einfach das ganze Blut abgenommen fehlt. Also kann es nur eine Übernatürliche Erklärung geben. Nur selbst wenn es Vampire und Co. gibt, wieso sollten diese das Blut aus einem Menschen ...raus teleportieren? Wenn ich eine Vampirin wäre, die das könnte, würde ich das doch bei jemanden machen, den niemand vermissen würde. Aber so? Es ist gerade so, als sollte man diese Leiche finden. ...da gibt es doch diesen Tony Ballard, vielleicht rufe ich ihn einfach an und verständige ihn? Ja, das mache ich!«

Mimi Springer ging zum Telefonbuch, suchte die Nummer heraus und rief den Dämonenhasser an – oder vielmehr probierte sie es, denn er selbst war nicht zu Hause, sondern beruflich "im Ausland", wie seine Frau mitteilte, aber man würde sich um den Fall kümmern. Hah, wenn es dann nicht zu spät wäre!

Die fidele Rentnerin wusste, was sie nun tun würde. Auch wenn das der Polizei nicht gefallen würde, aber hat sich davon die legendäre Miss Marple abschrecken lassen? Eben. Und warum sollte sich dann eine lebende Person davon abbringen lassen? Dazu gab es keinen Grund, außer dass es vielleicht ein wenig ungesetzlich werden würde. Nachdem Hildegard gegangen war, zog sich Mimi ihren Mantel an, griff zu ihrem Gehstock und begab sich nach draußen.


* * *


»Und Sie sind sich sicher, Inspektor Grimes, dass die Leiche ...so ist, wie sie beschrieben wurde?«

Alfred Grimes nickte.

»Leider ja, und genau das gefällt mir ganz und gar nicht. Am Ende wird schon wieder dieser Ballard hier umherschnüffeln. Nichts gegen ihn, aber wenn Peterson dass dann erfährt ...«

Der Pathologe sah Grimes an. »Na, da ist die Presse meine größere Sorge. Wenn ich bedenke, was man für Schauermärchen schreiben wird...«

Die Leiche lag bereits in einem einfachen Sarg, und sollte in die Gerichtsmedizin überführt werden. Der Fundort der Leiche wurde versiegelt, und letztendlich konnte man ohne die Presse die Zelte abbrechen. Aber keiner ahnte, dass sie die ganze Zeit über von drei Personen beobachtet worden waren. Dem Hexenhenker, Mimi Springer und ...der Täterin.

»Na, dann ermittelt mal schön, ihr Narren. Auf die Wahrheit kommt ihr nie, und wenn ihr zehn Tony Ballards um Hilfe bittet würdet. Nie! Vor allem weil das, was geschehen wird niemand ahnen kann. Niemand!«

Die Täterin verschwand durch die Sträucher, während sich die Rentnerin dem Anwesen näherte, Anthony Ballard hingegen von der anderen Seite.

»Na, dann wollen wir mal sehen, ob ich Licht ins Dunkel bringen kann!«, murmelte Mimi, und stieg durch das Kellerfenster ins Haus ein, welches kaum einer kannte.


* * *


Im Haus schien alles genau so zu sein, wie es sein sollte. Keine seltsamen Geräusche, kein Geruch von Blut. Nicht einmal Unordnung herrschte. Es war kaum zu glauben, dass hier vor kurzem ein Mord geschehen sein sollte. Und genau das war seltsam genug.

»Hier ist irgendetwas faul, aber was?«, fragte sie sich.

Sie begab sich zum Wohnzimmer, denn laut den Nachrichten, war die Leiche dort von der Haushälterin aufgefunden worden. Dort angenommen sah sich Mimi Springer um, aber alles war normal – wobei ihr die ganze Angelegenheit schon zu normal vor kam. Ein seltsamer Mord, und nicht ein einziger Hinweis? Konnte das wirklich sein? Da waren ja selbst die »Abgeschlossener Raum«-Morde noch spektakulärer, obgleich diese immer logisch erklärt werden konnten, wenn man genug Grips hatte. Sie zog ihr Handy aus der Rocktasche und filmte alles, in der Hoffnung, dass sie vielleicht bei der Betrachtung über ihren Laptop etwas erkennen würde. Plötzlich drehte sie sich um – ein Geräusch. Jemand war im Haus!

»Wer ist da?«

»Das könnte ich Sie ebenso gut fragen, gnädige Frau!«, erklang eine freundliche Stimme, die sie irgendwoher kannte. Dann trat Anthony Ballard in ihr Blickfeld.

»Der Hexenhenker! Ha! Ich hatte Recht! Es war ein Dämon am Werk. Mimi, altes Haus, du hattest wieder einmal Recht!«

Anthony sah die Frau verwirrt an. Woher kannte sie ihn? Er fragte sie.

»Ich bin mit Tucker Peckinpah in einem Club für wohlhabende Senioren, und dort hat er uns schon von Ihnen allen erzählt. Ihnen, dem Hexenhenker, den anderen aus dem weißen Kreis, Tony Ballard, Vicky Ballard, Loxagon, Yora ...«, erklärte sie lächelnd, »... aber natürlich haben fast alle gedacht, dass er uns nur eine gruselige Geschichte erzählen wollte, aber da ich damals im Krieg erfahren habe, dass es tatsächlich Dämonen gibt … war mir klar, dass es die reine Wahrheit sein musste. Seither habe ich alle Informationen gesammelt, derer ich habhaft werden konnte. Ich bin ...neugierig, das gebe ich zu.«

Der Mann aus der Vergangenheit musste trotz allem lächeln. Ja, so war der gute Tucker – er band einfach zu vielen Leuten auf die Nase, dass es die Hölle, samt Dämonen, wirklich gab. Da ihm aber kaum einer glaubte, störte es auch niemanden. Selbst die Hölle hatte eingesehen, dass es sinnlos war, gegen den Milliardär vorzugehen – was nicht zuletzt an seinen Leibwächtern lag, die sich abwechselnd um das Wohl ihres Brötchengebers kümmerten.

»Und was haben Sie hier vor?«

»Na, was wohl?!«, fragte Mimi entrüstet, als hätte Ballard von ihr verlangt, über ihr Sexleben zu plaudern.

»Ich will den Fall lösen, ganz einfach!«

»Ganz ...einfach? Gnädigste, Sie wissen wer ich bin, oder? Was wenn ich Ihnen sage, dass ich vor einem Rätsel stehe?«

»... Männer! Ihr denkt immer so ...kompliziert. So ...unlogisch. Überlassen Sie das mir, ich bin sicher, dass ich etwas finden werde. Und wenn nicht … dann eben nicht.«

Immerhin!, dachte Anthony, war die Frau optimistischer als er selbst. Und das war besser als gar nichts.


* * *


Das Blut floss in Strömen. Menschen und Dämonen schrien gleichermaßen um Gnade, doch niemand erhörte sie. Gnade, hier in der Hölle? Das mochte es zu Zeiten des letzten Fürsten der Finsternis, Asmodis, gegeben haben – sein Sohn Loxagon hingegen, hasste dieses Wort. Gnade war für ihn einfach nur abartig. Wenn man bedachte, dass er einst nur in Frieden leben wollte, ohne jemals in die Intrigen der Hölle verwickelt zu werden, so konnte einen die Wandlung zum grausamsten aller Dämonen nur schockieren – eine Wandlung, an der sein Vater, Asmodis, die alleinige Schuld trug, da er die Mutter seines Sohnes, eine Schakalin, ermordet hatte, nachdem sie ohne seine Einwilligung seinen Dämon gebar. Am Ende konnte Asmodis seinen Sohn zwar versiegeln, doch während der Ereignisse, im Zuge der Rettung des Dämonenhassers, der zu einem Diener der Hölle geworden war, brach das Siegel, Mr. Silver erfuhr das sein Feind Metal sein Sohn war … Ja, es war damals viel geschehen. Nun war er – der Sohn des toten Höllenfürsten – der Fürst der Finsternis. Niemand, der bei Sinnen war, widersprach ihm – dies hätte nur Luzifer gedurft, doch dieser hatte sich seit Jahrtausenden nicht mehr zu Wort gemeldet. ...wenn es ihn überhaupt gab, wurde vielerorts gemunkelt. Der Dämonenherrscher sah auf eine Gruppe Dämonen nieder, die sich mit dem weißen Kreis angelegt hatten ...und gescheitert waren. Sie hatten Gnade, eine zweite Chance »erbeten«. Doch Loxagon hatte nur höhnisch gelacht. Was sollte ein neuer Versuch schon bringen? Eine Gruppe von sieben Dämonen war vernichtet worden, und er hatte keine Lust sich weiter damit auseinander zu setzen. Es tangierte ihn einfach nicht, für ihn waren die Beteuerungen »Ja, das nächste Mal ...« nichts als Mumpitz. Zum Leid der Versager hatte er ein bacchantisches Fest ausrufen lassen, das seit Tagen dauerte.

»So ergeht es jedem, der im Namen des Bösen versagt!«, hatte er bei der »Gerichtsverhandlung« gesagt, die nichts weiter als eine Farce war, um den Schein zu wahren, dass er natürlich ein gerechter Herrscher sei – und er kannte genug Möglichkeiten, wie er als solcher dar stehen konnte, und nicht als das war er war, ein wahnsinniger Schlächter, ohne den die Hölle besser dran gewesen wäre. Nur wagte das niemand laut auszusprechen, denn jeder wusste, das Widerständler in der Regel nur noch Stunden zu in Freiheit zu leben hatten, nachdem sie sich gegen ihren Herrscher wandten. Er wusste genau, dass er auch immer wieder Gnade zeigen musste – natürlich war auch das nur ein Schauspiel, denn jene Dämonen, die seine Gnade erfuhren, waren nicht gescheitert, sondern zwangsrekrutiert worden mitzuspielen. Die alten Regeln und Gesetze brach er immer wieder, und niemand begehrte mehr offen auf. Doch immer mehr Dämonen suchten im geheimen nach dem Ritual, das jede Seele ins Leben zurückrufen konnte – man wollte Asmodis aus der Verdammnis empor holen, Loxagon vernichten und alles wieder so haben, wie es sein musste. Der Herrscher sah grimmig auf die brennenden Opfer hinab.

»Ihr hättet besser für das Böse agieren müssen! Doch ihr habt euch sofort vom Ballard-Team vernichten lassen. Ihr habt ihnen nicht einmal ein einziges Haar krümmen können! Ihr seid noch wertloser als Abfall!«

Natürlich … jene Dämonen, die frei waren, jubelten.

»So ist es!«

»Schande über euch!«

»Ewig herrsche Loxagon!«

»Brennt für immer!«

So ging es immer, wenn Loxagon seine Verurteilen »besuchte«, um sich an ihrem Leid zu ergötzen.

»Sag ...«, wandte er sich an seinen derzeitigen Adlatus, »... was macht die Umsetzung des Planes, den mir Siira vorgelegt hat?«

Paarth nickte. »Herr, es ist bisher alles nach eurem Wunsch verlaufen. Die Menschen stehen vor einem Rätsel, dass sie nicht lösen können, da Tony Ballard derzeit auf einer anderen Welt weil, ebenso wie fast alle Mitglieder des weißen Kreises. Alleine, werden diese Niemande niemals die Wahrheit ergründen können. Und sollte sich das lästige Ballard-Team einmischen, so hat Siira dafür gesorgt, dass sich jeder von Ihnen zumindest einige gebrochene Knochen einhandeln wird.«

»Und das ist besser als nichts!«, erklärte der Dämonenherrscher.

»Aber wenden wir uns anderen Dingen zu. Die Nacht des Saturn steht bevor – und damit werden wir dem Guten eine große Schlappe zufügen können! Die Konstellation der Gestirne ist nur einmal in vielen Jahrhunderttausenden so, vielleicht hat nicht einmal mein Vater – Luzifer habe ihn unselig – dies erlebt. In jener Nacht sind alle Artefakte des Lichtes ohne Wirkung, ebenso wie die des Bösen. Licht und Schatten … beide wirken in dieser einen Nacht nicht. Doch das genügt! Damit können wir Anthony Ballard, der als einziger auf der Erde weilt und somit greifbar ist … töten! Als würde man einen Wurm zertreten. Ohne Magie ist er ein Nichts! Wer mir den Kopf des Hexenhenkers bringt, wird ein Achtzehntel der Hölle beherrschen! Bringt mir den Kopf von Anthony Ballard! Lasst das Böse triumphieren! Siira wird erfolgreich sein – die Weichen sind gestellt, das notwendige veranlasst!«


* * *


»Na, wer sagt's denn!«, rief Mimi erfreut. »Eine kleine Kamera!«. Sie deutete auf einen Teil der Wand, über dem Kamin, wo man, wenn man genau hinsah, in der Tat etwas sehen konnte, was einer Kamera ähnelte. Anthony sah sich das an und nickte anerkennend, denn Lady Springer hatte recht, es war eine Kamera. Vielleicht würde man so erfahren, was geschehen war? Schnell wusste er wo der Computer stand, der die Bilder speicherte, und sah sich die Aufnahmen der Tatzeit an – und sah nur, wie eine Frau vor dem Opfer erschien, jener kurz darauf im Sessel zusammensackte … und wie die Frau verschwand. Teleportation, das war eindeutig. Nur hatte man leider nicht den geringsten Hinweis darauf gesehen, was sie getan hatte, geschweige denn, wie!

Es war zum Weinen. Da hatte man das Video, das eindeutig den Mord zeigte und man sah nur, dass man nichts sah, was irgendwie von Belang war. Wie hatte sie ihn getötet? Wo war das Blut?

Dann zuckte sie kurz zusammen. Gerade sahen sie sich das Video das dritte Mal an, als ihr endlich etwas auffiel.

»Schauen Sie genau hin, Anthony, … ja, da!«

Da sah er es auch. Das Bild, das an Wand hinter der Leiche hing, war ein anderes, als jetzt dort hing. Da beide, aber fast das gleiche Motiv zeigten, einen Wald, fiel es kaum auf. »Im Video war ein Ahorn auf dem Bild zu erkennen, aber auf dem Bild, was wir jetzt in der Realität dort sehen … kein Ahorn!«, sagte sie freudig. »Ich weiß zwar nicht, wieso, aber irgendetwas sagt mir, dass dies ein Hinweis sein könnte.«

Aber was könnte es bedeuten? Ein Wald, das war beiden klar. Zwei Bilder – eines mit, eines ohne Ahorn. Nur gab es leider im gesamten Garten des Opfers keinen Ahorn. Mimi zeigte auf das Bild. »Statt eines Ahorns, sehe ich eine Buche. Davon gibt es in der Straße einige. Ahorn und Buche … ich bin mir sicher, das bedeutet irgendetwas, aber was?«

»Vielleicht einfach nur eine Warnung für mich? A … B … Anthony Ballard … obwohl … eine Warnung dann ...einfallsreicher und offensichtlicher wäre. Es sei denn, es steckt noch etwas ganz anderes hinter alldem. Wenn ich wenigstens wüsste, wer die Frau ist, dann könnte ich-«

Er unterbrach, denn obgleich Lady Springer einiges wusste, musste man ihr nicht noch Geheimnisse erzählen, die nun wirklich keinen Außenstehenden angingen. Aber vielleicht hatte das Auge des Weisen Yuum ja dennoch eine Idee. Schaden konnte es nicht, wenn er es befragen würde. Auch wenn das Auge natürlich nur das zeigte, was es für wichtig erachtete, aber mit etwas Glück …

»Ich werde Sie natürlich begleiten. Ich stecke tief genug in der Sache drin, also will ich auch den Rest erleben. Hildegard wird staunen, wenn ich ihr das am Sonntag bei einem Stück Torte erzähle!«

»Eine Freundin?«

»Yepps! Wir sind beide, nach einigen Weltreisen, hier nach London gezogen. Deutschland ist ja ganz nett, aber unseren Frühjahrssitz haben wir eben hier. Im Sommer sind wir dann wieder in Good old Germany. Und je weniger Kanzlerin wir ertragen müssen, umso besser.«

Er hoffte sehr, dass er die alte Dame abschütteln konnte, denn so nett sie auch wahr, so gefährlich würde es noch werden, und wenn es hart auf hart kam, könnte sie in größte Gefahr geraten, denn Dämonen nahmen auf niemanden Rücksicht. Nicht einmal auf ihresgleichen, wenn es nicht unabdingbar war.

»Hoffen wir dass Yuums Auge eine Idee hat!«
Woher Lady Springer vom Auge wusste, ahnte Anthony. Penkingpah war wohl zu geschwätzig gewesen.

* * *


Siira saß in ihrer menschlichen Gestalt vor dem Fernseher und lachte laut. Sie hatte alles mit angesehen, und konnte kaum begreifen, wie dämlich dieser Hexenhenker doch war. Die Lösung war zum greifen nahe für ihn, aber er konzentrierte sich lieber auf das Bild, welches sogar von der Polizei umgehangen worden war!, anstatt auf das wichtige. Aber immerhin war ihm, wenn auch nur durch diese alte Schachtel an Menschenweib, das Bild aufgefallen. Es war anders – aber eben leider auch absolut unwichtig.

»Hm, ob ich dir einen kleinen Hinweis zukommen lasse?«, fragte sie sich selbst, aber verneinte. »Nein, zu einfach muss ich es ihm auch nicht machen.«
Sie schaltete den Fernseher ab, und zog eine leichte Jacke über – sie wollte ein wenig bummeln, denn nichts war unauffälliger als eine Frau beim Einkaufsbummel. Natürlich würde der Weg zufällig am Haus des weißen Kreises vorbei führen. Niemand würde sie erkennen. Nicht einmal Loxagon könnte das! Zumal sie eine ganz eigene Motivation hatte.


* * *


»Jemand muss einen großen Zauber angewandt haben, ohne den Preis zu bezahlen. Jetzt zahlt ganz Storybrooke …«


(Regina Mills in »Once upon a Time«, Staffel 5, Folge 2)


Else Schultz war eine alte Jungfer, eine Situation, an der vor allem sie selbst die Schuld trug, denn obgleich sie weder unattraktiv war, oder gar ungepflegt, so hielt sie sich für etwas besseres, was sie auch gerne offen zeigte, und dabei nicht bedachte, dass dieses Verhalten nur wenig Gegenliebe hervorrufen würde. Else war bereits »im besten Alter« und arbeitete als Verkäuferin in einer kleinen Edelboutique, deren Inhaberin sie für neue Einkäufe nach London geschickt hatte – für Else eine Anerkennung, in den Augen der Chefin hingegen eine Wohltat, da sie ihre Angestellte nicht ausstehen konnte, aber da sie leider eine gute Verkäuferin war, vor allem was geschmackliche Dinge anging, wurde sie behalten. Zumal es ohnehin nicht mehr lange bis zur Rente war. An der roten Ampel blieb sie stehen und sah sich wertend um. Vor allem die Jugendlichen bedachte sie mit abschätzigen Blicken. Endlich wurde die Ampel grün, und sie konnte die Straße überqueren, als sie etwas seltsames bemerkte. Eine Art … Luftzug?

Hinter ihr zuckte ein Mann zusammen, der in Begleitung einer alten Frau war. Niemand, außer dem Mann – dem Hexenhenker – hatte bemerkt, dass auf ihn geschossen worden war. Und das war gut so, denn dank eines magischen Schutzes seines Freundes Darryl Crenna, war er unverletzt geblieben. Sie dachte nicht weiter darüber nach, bog stattdessen in die Kenington Steet ab und besah sich die Gärten, in denen die Blumen endlich erblühten. Der Winter hatte Europa lange genug im Griff gehabt. Kurz darauf erreichte Else Schultz die Haus, in dem die Schneiderin wohnte, die sie aufsuchen sollte. Sie erreichte das Haus … und … das Grauen!


* * *


Anthony Ballard wusste nicht, ob er lachen, oder weinen sollte. Jemand hatte auf ihn geschossen, aber warum? Immerhin konnten normale Kugeln nichts gegen ihn ausrichten, dank eines magischen Schutzschildes. Natürlich durchdrang die Kugel seinen Körper, aber der Schild wirkte auch ehr wie ein Absorber, der die Kugel beim Eintritt neutralisierte. Am meisten ärgerte es ihn, dass er ein neues Hemd brauchen würde – das jetzige hatte ein Loch, und war ein wenig mit Blut verschmiert. Er beschloß nicht länger über das seltsame Ereignis nachzudenken und näherte sich zusammen mit der fidelen Rentnerin dem Haus des weißen Kreises. Sie traten ein, und begaben sich in den Keller.

»Das ist Yuums Auge! Wenn etwas böses vor sich geht, wird es vielleicht reagieren.«

»Vielleicht?«, fragte Mimi verwundert. Scheinbar hatte Tucker Pekingpah also doch nicht alles gesagt.

»Leider … zeigt es nicht alles an. Das Auge entscheidet selbst, wann es uns etwas anzeigt und auch was. Es selektiert, und bestimmt, was am wichtigsten ist.«

Mimi schüttelte den Kopf. »Na, das klingt ja nach einem System, dass man in die Tonne kloppen kann. Wenn ist alles böse gleichermaßen wichtig. Ihr seid doch mehrere Leute, also könnt ihr euch doch aufteilen, oder?«

»So einfach ist das ganze leider nicht. Ja, natürlich ist das ganze nicht perfekt, aber … wer ist schon perfekt?«

Dem konnte Mimi nicht widersprechen. Aber auch Anthony konnte es bei ihr nicht, denn er wusste, dass sie recht hatte. Yuums Auge war bei weitem nicht perfekt, aber andererseits, war das vielleicht auch besser so. Zu viel Macht hatte schon viele Menschen, die nur das Beste wollten, verführt und auf den Pfad des Bösen geleitet.

Da Yuums Auge schwieg, musste etwas anderes her, um endlich etwas Licht ins Dunkel zu bringen.


* * *


Alfred Grimes' Laune war seit gestern nicht gestiegen, im Gegenteil. Niemand konnte sich erklären, was vorgefallen war. Oder wie. Petersons Sekretärin, Diane Hunton, kam zu ihm ins Büro.

»Inspektor? Sir Peterson wünscht Sie zu sehen. Es soll eine weitere Leiche geben, sagte er mir.«

Alfred seufzte. Das konnte wohl nicht wahr sein.

Die Götter hatten wohl ihren ganz schwarzen Humor ausgepackt, extra für ihn. »Ich bin auf dem Weg«, sagte er und eilte zu seinem Vorgesetzten. Dieser empfing ihn kühl. Wobei kühl noch geschmeichelt wäre, denn Petersons Laune, war derzeit dermaßen kühl, dass man sich am Nord- oder Südpol wie in der Sauna vorkommen musste.

»Das wird auch höchste Zeit! Meinen Sie ich habe nichts besseres zu tun, als auf Sie zu warten?«, fragte der Vorgesetzte, den bisher niemand hatte auch nur lächeln sehen. Edward Peterson war gefürchtet und verhasst. Leider auch ein sehr fähiger Beamter.

»Sir, ich ...«

»Ersparen Sie mir Ihre Ausreden, Grimes. Ich will endlich einen Erfolg sehen! Aber was sehe ich stattdessen? Eine weitere Leiche dieser Art! Es reicht! Finden Sie den Täter! Und zwar bis Morgen. Oder Sie nehmen Ihren Hut!«

Peterson drehte sich im schweren Lederstuhl um – für ihn war das Gespräch beendet und Grimes wusste, dass es sein letzter Fehler wäre, jetzt zu widersprechen.
»Wie Sie wünschen, Sir.«


* * *


Else schrie. Überall an den Wänden war Blut. Und die Leichen im Haus ließen keinerlei Zweifel zu, dass es deren Blut war. Sie wollte das Haus verlassen, aber es ging nicht. Aus einem ihr nicht verständlichen Grund hatte sich die Türe verschlossen, und alle Versuche ein Fenster einzuschlagen schlugen ebenso fehl, wie der Person über ihr Handy, ein Handy der Toten oder das Haustelefon Hilfe zu rufen. Nur ein leises Lachen war die Antwort auf ihre Versuche. Sie rannte in Panik in die erste Etage. Sie sah sich um. Da! Schritte! Hinter ihr! Doch es war niemand zu sehen, nur das leise Lachen zu hören. Wie von Geisterhand öffnete sich eine der Türen, und knarrte laut. Im offenen Raum regte sich nichts. Auch das Lachen war verklungen, ebenso die Schritte. Hatte sie sich alles nur eingebildet? Ja, bestimmt! Sicher hatte ihr die Fantasie einen grauenvollen Streich gespielt und

Da!

Das Knarren erklang erneut. Sie floh aus dem Raum, in die nächste Etage, sah sich dabei immer wieder um. Die Schritte kamen näher. Immer näher und näher. In der zweiten Etage schrie sie erneut, als sie eine regelrechte »Armee« von Köpfen sah, denen der Körper fehlte. Jeder einzelne schien Else anklagend anzusehen, als wäre sie die Mörderin. Sie sah sich um. Wohin konnte sie nur? Es gab noch zwei Etagen über ihr – es war ein sehr großes und protziges Haus, in dem die Schneiderin wohnte. Gewohnt hatte, immerhin lag sie kopflos in der Diele des Erdgeschosses herum und würde nie wieder irgendetwas schneidern. Aber wer hatte all die Menschen ermordet, all die Köpfe

Wo waren die Köpfe? Statt Köpfen sah sie nichts mehr!

Die Etage war … normal! Sie bückte sich, legte ihre Hand voller Abscheu auf den Boden und spürte … nichts. Das konnte doch nicht sein! Oder werde ich langsam wahnsinnig?, fragte sie sich. Sie hatte schon von Fällen gehört, wo Menschen von jetzt auf gleich den Verstand verloren und glauben Szenarien zu sehen, wie das ihre. Vorsichtig lukte sie um die Ecke und beschloss wieder ein die erste Etage zu gehen, als die Treppe vor ihren Augen einstürzte. Sie war eine Gefangene! Sie lachte! Ja, sie war bestimmt dem Wahnsinn verfallen, denn all das hier, das konnte niemals die Realität sein. Sie tastete nach der Treppe, doch dieses Mal spürte sie … etwas. Eine Treppe. Eine Treppe jedoch, die eindeutig zerstört war. Ja, die Treppe war wirklich eingestürzt, auch wenn sie sich nicht erklären konnte, wie das möglich war. Dann erklang das Unmögliche. Schritte, als würde jemand von unten die Treppe herauf kommen. Eine Kerze schien für einen kurzen Moment aufzuflackern, … dann erlosch sie. Nur ein feiner Nebel zeugte von der erloschenen Kerze. Dann hörte sie wieder die Schritte.

Und das Lachen.

Sie rannte. Sie rannte in die dritte Etage. Dort brach sie erschöpft auf dem Treppenrand zusammen. Ihr letzter Gedanke, vor der Bewusstlosigkeit war, dass sie nie wieder aus dem Haus entkommen würde.


* * *


Als er dieses Mal das Haus verließ, hatte er seinen Geigenkoffer dabei. Nur dass im Inneren keine Geige, sondern eine Henkersaxt ruhte. Auch die muntere Rentnerin war wieder dabei, denn sie hatte er nicht abwimmeln können. Inspektor Grimes hatte angerufen und den Henker zu einem weiteren Tatort gerufen, wo beide eintrafen. Hier konnte nur noch ein Experte helfen – und da war bekanntlich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nur einer greifbar.

»Gut dass Sie da sind Mr. Ballard. Vielleicht … wer ist die alte Frau?«

»Mimi Springer, mein Name. Ich bin durch Neugierde in den Fall geschlittert und gedenke, dass ich bis zum Schluss dabeibleiben werde!«

Grimes seufzte. Ausgerechnet Lady Springer! Eine rundum sympatische Lady, die leider zu gerne ihre Nase in echte Kriminalfälle steckte. Und dann auch des öfteren löste. Er kannte sie zwar nicht persönlich, aber ihr Name war ihm natürlich bekannt. Wenn Peterson das nur nicht erfährt, dachte er flehend.

»Lady Springer …«

»Wir sind ja nicht zum Smalltalk hier, Inspektor. Könnten wir bitte die Leiche sehen?«

Grimes führte sie dorthin, leierte die Daten des Opfers runter und erklärte dass man für den Mord bisher kein Motiv hatte und auch keine Erklärung, da die Leiche erneut Blutleer war, und das ohne jede Spur einer Verletzung oder Wunde. »Und genau deswegen sitzt mir Peterson im Nacken.«

»Autsch!«, ließ Anthony verlauten. Er hatte bereits das »Vergnügen« gehabt, diesen Mann kennen zu lernen.

»Also werden wir den Fall schnell aufklären. Nichts leichter als das!«, spottete er.

»Leider bin ich aber nur ein Mensch, mit geringer Magieerfahrung. Ein ganz kleines bisschen kann ich inzwischen, aber … ehr für den Hausgebrauch, als für das Lösen von Fällen. Und ich befürchte, dass wir ohne Magie niemals den Fall lösen können!«

»Ach, was!«, meinte Mimi grinsend.

»Es muss eine Erklärung geben. Denken wir doch einmal nach. Nicht über die Frage des wie, sondern viel mehr über die Frage des warum!«

Natürlich war das Motiv immer wieder überlegt worden. Vielleicht brauchte die Dämonin das Blut für irgendetwas, aber selbst wenn, wieso dann diese Art der … Blutübertragung?

»Also … wenn es um Dämonen geht, welche brauchen Blut? Vampire. Aber: diese beißen ja. Happs! Und die Killerin im Video hat nicht gehappst, sondern nur gesprochen und dann … bumms! Aus die Maus, Operation gelungen, Patient tot. Ergo: kein Vampir.«


* * *


Loxagon hatte schlechte Laune. So eben waren vier starke Dämonen aus der Prä-Welt Coor für alle Zeiten zur Hölle gefahren, und natürlich dank Tony Ballard, dem Dämonenhasser.

»Tony Ballard!«, zischte er. Hass brannte fanatisch in seinen Augen. »Schon bald wirst du elendig sterben! Ich werde einen neuen Plan ersinnen, und dieses Mal wird es kein Versagen geben! Und wenn ich die Gesetze der Magie und der Hölle aus den Angeln hebe! Für dein Ende zerschlage ich jedes Gesetz! JEDES! Denn ich bin Loxagon, der Herrscher des Bösen! Der Gott der Hölle!«

Die Gesetze der Magie. Jeder Dämon kannte sie. Wer eines der drei Gesetze brach, starb. Egal ob Dämon, Mensch oder was auch immer. Es spielte keine Rolle, warum jemand eines der drei Gesetze brach, nur dass das spielte eine Rolle. Doch nun wollte Loxagon diese Gesetze brechen, gar die höllischen Gesetze! »Die Seele toter Dämonen fährt zur Hölle – zum Wächter der Seelen, für immerdar!«

»Nur wer den Fürsten tötet, darf neuer Fürst werden!«

Details

Seiten
120
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783738908565
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v356007
Schlagworte
tony ballard extra geheimnis leichen

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Titel: Tony Ballard Extra #4 Das Geheimnis der blutleeren Leichen