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Texas Wolf #27: Hass der Mächtigen

2017 120 Seiten

Leseprobe

Hass der Mächtigen


Ein Western von U. H. Wilken





IMPRESSUM


Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author/ Titelbild: Edward Martin/ Schottland, 2017

Früherer Originaltitel: Der Ruf des Wolfes

Redaktion & Korrektorat: Alfred Wallon

© dieser Ausgabe 2017 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de



Klappe

Sie sind die beiden größten Rancher an der Grenze zwischen Texas und Kansas, aber sie befinden sich miteinander im Krieg. Terrence Bickford und Aldo Siegel hassen sich bis aufs Blut. Ein Killer namens Lee Hamley, der auf Siegels Lohnliste steht, sorgt für eine weitere Eskalation der Gewalt, als er aus dem Hinterhalt auf Cowboys der Bickford-Ranch schießt.

Texas Ranger Tom Cadburn und sein Partner Old Joe sind schon auf der Fährte des Killers, aber auch sie können nicht verhindern, dass der Krieg zwischen den beiden verfeindeten Parteien immer größere Ausmaße annimmt. Lance Bickford, der älteste Sohn des Ranchers,ist das nächste Opfer des Killers – und es wird nicht das letzte bleiben …




Roman

Totenstarr saß der Fremde in der Nische des Panhandle Saloon. Kalt beobachtete er den Mann an der Theke.

He, Mister - du da!“ Scharf stieß der Atem des leichenblassen Fremden gegen die blakende Flamme des Tageslichts und brachte sie zum Flackern. „Bist du nicht Vormann der Bickford Ranch?“

Yeah, bin ich", antwortete der Mann mit den Chaps an den Beinen frostig und wandte sich dem Tisch zu. „Was wollen Sie?“

Gespenstisch geisterte der zuckende Schein über das knochige und eingefallene Gesicht. Langsam richtete sich der Fremde auf, der Staub der texanischen Breaks fiel von der rabenschwarzen Kleidung.

Kein Muskel zuckte im Gesicht; klanglos sagte er: „Wehr dich. Ich will dich abknallen.“

Der Vormann versteifte sich, und die Rechte öffnete sich krallenförmig über dem Colt am Oberschenkel: „Wer bist du?“

Mein Name tut nichts zur Sache. Es genügt, dass man deinen kennt, Mister - wegen der Inschrift auf deinem Grabstein. Ich warte. Mach keine Zicken. Zieh!“

Nur wenige Gäste waren an diesem frühen Abend im Saloon. Ihnen fröstelte. Sie ahnten, dass der Tod dort am Tisch saß.

Der Vormann schwieg in der lastenden Stille. Abschätzend musterte er ununterbrochen den Fremden, dessen bleiches Gesicht unheimlich stark von der schwarzen Kleidung abstach. Sicherlich fragte er sich in diesen beklemmenden Sekunden, aus welchem Grund der Fremde ein Revolverduell erzwingen wollte, lag die Bickford-Ranch doch fern von Amarillo, und hier hatte er für seinen Rancher die Abwicklung eines Viehgeschäftes vorbereitet. Die Todfeinde der Bickford-Ranch lauerten an der Todeslinie im Grenzgebiet zwischen Texas und Kansas - doch nicht hier!

Willst du nicht, Mister?“, dehnte der Fremde und stand reglos hinterm Tisch. Blank glänzten die Kolben der tiefhängenden Colts im Talglichtschein. „Bist ein stinkender Feigling, wie? Kannst nur Cowboys und Rindviecher herumkommandieren. Hier machst du in die Hose."

Verächtlich spie er über den Tisch hinweg und verzog das Knochengesicht zynisch lächelnd.

Nein!“, flüsterte der Vormann, brachte sich voll herum und duckte sich wie zum Sprung. „Wie du willst...“

Zieh doch!“, schrie der Fremde.

Da zog der Vormann um Bruchteile einer einzigen Sekunde eher, riss den Colt hoch und wollte abdrücken, doch die Kugeln aus den aufbrüllenden Colts des Fremden gruben sich in seinen Körper hinein, wuchteten ihn gegen die Theke und rissen ihn von den Beinen. Mit dumpfem Geräusch fiel er hin.

Pulverrauch umzog das starre Gesicht des Fremden. Hell klingelten die Radsporen an den staubigen Stiefeln, als er langsam und mit den noch rauchenden Colts an den leblosen Vormann herantrat. Unsanft drückte er ihn mit dem Stiefelabsatz herum.

Tot. Da kann man nichts machen.“

Er ging hinaus. Die Flügel der Schwingtür schlugen knarrend hinter ihm zusammen. Draußen stieg er ohne jegliche Eile in den Sattel und ließ das Pferd antraben. Langsam ritt er von der Straße und verschwand in der Nacht.

Es war ein faires Duell gewesen - und doch Mord.

Der leibhaftige Tod war davongeritten.

Niemand in Amarillo kannte den Fremden, aber es gab vieles im Aussehen und Gebaren dieses Mannes, das sich die Leute im Saloon gemerkt hatten.

Die Spur des Rotfuchses mit dem unbekannten Mannstöter im Sattel verlor sich in der Nacht. Nur das scharfe Auge eines erfahrenen Fährtenlesers könnte diese Spur auffinden.

Da musste man schon so erfahren sein wie ein Mann namens Old Joe...

Quicklebendig hatte der Vormann der Bickford-Ranch den Saloon betreten. Tot wurde er hinausgetragen.

Ein schwerer Verlust für die Bickford-Ranch, ein Schlag, von dem sie sich vielleicht nicht erholte.

Und der Mannstöter ließ sich viel Zeit und machte manchen Umweg...


*


Endlich hatten sie ihn genau vor sich! Er steckte zwischen den Felsklippen vor ihnen. Dort war sein kleiner Lagerplatz. Sechsmal hatten sie seinen Lagerplatz während des langen Ritts verlassen vorgefunden. Das da vorn war der siebte des Mannstöters.

Old Joe“, flüsterte Tom Cadburn und lehnte sich mit der Schulter an den Felsen, „sieh zu, dass du an ihn rankommst! Gib ihm von hinten Zunder! Wenn er abhauen will, verpass ihm eins!"

Darauf kannst du dich verlassen!“, grollte Old Joe und kratzte sich Haar und Nacken. „Ich hab’ schon Stielaugen vom ewigen Spurensuchen!“ Ächzend duckte er sich und bewegte sich vorsichtig davon, immer die Felsen und Kakteen als Deckungen nutzend.

Texas Ranger Tom Cadburn warf einen schnellen Blick auf die Felsengruppe, hinter der bleichgesichtig und schwarzgekleidet der gesuchte Mann steckte. Bisher hatten er und sein alter treuer Gefährte Old Joe den Mannstöter nicht zu Gesicht bekommen, doch sie konnten etwas vom Rotfuchs zwischen den Felsen erkennen - und das genügte.

Sie mussten näher heran! Die Entfernung betrug fast eine Meile. Das war wirklich zuviel Holz vor der Tür. Auf diese Entfernung war kein treffsicherer Schuss möglich.

Tom schnalzte, und sein Pferd folgte ihm und ließ dabei den Schädel hängen, als wollte es sich klein machen.

Old Joe war mit seinem starrsinnigen und zickigen Maultier längst verschwunden und hielt es am Zügel.

Vorsichtig bewegten sie sich näher.

Vielleicht hatte der Mannstöter sie bereits gesichtet. Hier in den Breaks hoch oben in Texas war ein weiter Rundumblick unmöglich, es sei denn, man hielt sich auf der höchsten Stelle einer der vielen Terrassenfelsen auf.

Kein ungewöhnlicher Laut unterbrach die Stille. Stiefel und Hufe rieben durch den Sand.

Tom gab Old Joe Zeit genug, um sich in einem sicheren Bogen an den Lagerplatz des schießwütigen Killers heranmachen zu können.

Warum waren sie bloß zwölf Stunden nach dem tödlichen Duell im Panhandle Saloon nach Amarillo gekommen! Der reinste Zufall hatte ihnen diesmal einen gefährlichen Auftrag aufgehalst!

Und jetzt wurde es erst so richtig gefährlich. Niemals würde sich der Verfolgte ergeben.

Er war der Tod, der vom Tod besiegt werden musste.

Lautlos wie ein Schatten glitt Tom zwischen die Felsen und blieb stehen. Von hier aus sah er in eine weite Senke. Wenn er nicht einen riesigen Bogen machen wollte, müsste er durch diese Senke reiten und dann würde er gesehen werden. Das konnte er nur dann riskieren, wenn Old Joe den Verfolgten im Visier hatte, doch seine alte Hawken hatte keinen weiten Schuss und musste danach wieder geladen werden ...

Ich muss an ihn ran, sonst entwischt er uns wieder!“

Wimmernd strich der Bergwind über die zerklüfteten Felsen. Unter funkelnden Sternen kauerte Tom in der Deckung der Klippen.

Sam, komm.“ Kaum hörbar drang die raunende Stimme des sehnigen Rangers aus der dunkel klaffenden Felsenlücke hervor. „Wir brauchen dich. Pack ihn an der Wäsche.“

Doch der Halbwolf kam nicht, er war schießlich sein eigener Herr.

Lauernd glitt der Verfolgte in seinen ungepflegten Reitstiefeln um die Felsen. Hände, schmutzig von Holzkohle, hielten die Winchester.

In den kalten Augen flackerte wieder einmal Mordlust auf.

Er hatte die Ranger-Gefährten längst entdeckt, aber jetzt musste er nach ihnen suchen.

Weitab kläfften im heiseren Chor umherstreifende Kojoten den Mond an. Die Breaks waren in bleiches Licht getaucht. Staubwirbel tanzten im Nachtwind durch die Senke und über die Felsen hinweg.

Tom ging rückwärts, erreichte sein Pferd und horchte angestrengt. Trügerisch still war es zwischen ihm und dem Verfolgten. Raschelnd bewegten sich die zundertrockenen Sträucher im Wind.

Versuchen wir's.“

Mit diesem Entschluss begab Tom sich in tödliche Gefahr. Lässig schwang er sich in den Sattel, hielt das Gewehr bereit und ritt sachte an.

Noch schützten ihn ein paar Felsen - doch gleich würde er jegliche Deckung verlassen haben und sich auf offenem Gelände befinden ...

Zynisches Lächeln verzerrte das blasse Gesicht des Gejagten, der zu keiner Sekunde die eiskalte Ruhe verlor. Mit verengten Augen beobachtete er den Texas Ranger, über den er nichts wusste und dessen Namen er ebensowenig kannte. Er wusste nur, dass zwei Männer ihn stellen wollten - und dagegen hatte er eine ganze Menge!

Drohend starrte das schwarze Stahlauge der Mündung auf den durch die Senke reitenden Ranger.

Feste Pfoten glitten lautlos über Gestein hinweg. Ein grauer buschiger Körper kam näher. Der Verfolgte bemerkte nicht die gelblich leuchtenden Wolfslichter hinter den Sträuchern. Kein Knurren kam aus der breiten starken Brust des Halbwolfes Sam.

Immer näher kam Tom.

Wo Old Joe gerade steckte, war nicht zu erkennen. Hoffentlich war er nahe genug herangekommen und hatte den Fremden vor dem Lauf.

Der Fremde legte den Finger an den Abzug.

Genau in der Sekunde, als er abdrücken wollte, wurde er sekundenlang abgelenkt: Wild und schaurig heulte in seiner Nähe der Wolf auf! Eine buschige Rute peitschte die Sträucher, und ein großer Schatten schnellte zwischen den Sträuchern hervor. Wieder tönte der wilde Ruf des Wolfes durch die Nacht.

Tom ritt schon im Galopp.

Fluchend feuerte der Fremde nach dem Halbwolf. Wirkungslos schlugen die Kugeln ins Gestrüpp hinein. Fauchend verschwand Sam. Schon warf sich der Mann herum, sah Cadburn kommen und feuerte.

Zu hastig hatte er den Schuss abgegeben; siedend heiß sirrte die Kugel an Toms Kopf vorbei. Im Nu hatte er die Füße aus den Steigbügeln gezogen, schnellte dann aus dem Sattel, stürzte in den Sand und rollte sich katzenhaft schnell in Deckung, lag flach hinter dem kniehohen Felsblock und hörte, wie das Pferd aufwiehernd wegraste und durch mannshohes Gesträuch brach.

Wieder schoss der Gegner. Blei schlug gegen den flachen Felsen, schrammte darüber hinweg, fuhr in den Sand und stieß Staubfontänen hoch. Hell peitschten die Schüsse herüber und weckten in den Breaks grollende Echos. Nur langsam verebbte das Echo.

Der Halunke nagelte Tom mit Schüssen fest! Tom konnte nicht heraus aus der Deckung, noch nicht einmal kriechend.

Schüsse krachten. Diesmal galten sie nicht ihm. Der Halunke feuerte dort hinter dem Felsen wild um sich. Einmal hörte Tom den Donner der Hawken. Grimmig hob er den Kopf aus dem Sand hervor und spähte um den Felsblock. Jenseits der Senke, wo hinter bizarren Felsklippen der Halunke steckte, wallten Pulverrauch und Staub hoch. Sekundenlang reflektierte ein Gewehr das Mondlicht. Dann sah Tom den Rotfuchs. Mit dem Halunken im Sattel polterte das Pferd über steinigen Boden und trug den Mannstöter im halsbrecherischen Galopp davon. Gleich darauf waren Pferd und Mann wieder in Deckung und entfernten sich.

Tom sprang auf, pfiff - und Thunder kam heran. Mit einem kraftvollen Sprung brachte Tom sich in den Sattel und jagte los. Als er den Lagerplatz hinter den Felsklippen erreicht hatte, stieß er auf Old Joe, der auf dem Platz stand und eine Satteltasche hoch hielt.

Mehr hab’ ich nicht von ihm ...“

Wenn was in der Tasche ist, dann vielleicht eine ganze Menge.“

Old Joe machte ein zerknautschtes Gesicht. „Ich weiß, was du denkst. Yeah, ich war nicht schnell genug. Du hältst mich für einen Trottel und Kalkeimer. Sag’s doch!“

Ja, stimmt genau!“, meinte Tom und lächelte versöhnlich. „Du könntest fliegen, du würdest immer ’ne Spur hinterlassen: ’ne Kalkspur.“

Hab’ ich’s doch gewusst!“, schimpfte Old Joe. „Achtung vor dem Alter? Nicht die Bohne! Aber ihr alle werdet auch mal alte Knochen! Verdammt, was kann ich dafür, dass der Halunke so flink wie ein Wiesel ist? Du, sag mal, meinst du das im Ernst, das von der Kalkspur? Warum grinst du so? Ich hab’ doch Mist gemacht!“

Unsinn, mein Freund. Wir haben es mit einem gerissenen Hundesohn zu tun. Der Kerl ist gefährlich. Aber beeilen wir uns, sonst entwischt er uns am Ende doch noch. Der Halunke hat die Richtung geändert. Wenn er sie beibehält, kommt er in das Gebiet der Todeslinie.“ Tom deutete kurz auf die Satteltasche. „Was ist in der Tasche?“

Old Joe langte hinein und wühlte alles hervor. Achtlos warf er das Zeug hin und die Satteltasche darauf.

Wäsche! Und dazu auch noch dreckige!“

Dann hol deine Clara her. Wir müssen weiter." Tom blickte auf die im Mondschein glänzende lederne Satteltasche und stutzte, trat näher und hob sie auf. „Hast du es gesehen? Da ist ein Monogramm eingestanzt. Zwei Anfangsbuchstaben, ein L und ein H.“ „Damit können wir ja recht viel anfangen!“, versetzte Old Joe sarkastisch. „Jetzt brauchen wir nur noch den vollen Namen zu erfahren!“

Wer weiß? Reiten wir!“

Kurz darauf saßen sie in den Sätteln und folgten der Spur.

Weitab von ihnen tauchte auf einem hohen Felsen Sam auf und hob sich vor dem Mond schwarz und massig ab.

Sekunden später war er wieder verschwunden.


*


Großer Gott - das hat noch gefehlt!“, seufzte Tom und blickte Old Joe verdattert und ungläubig an. „Sag das noch einmal - du willst nichts mehr von der Spur erkennen können? Willst du das oder kannst du es nicht?“

Old Joe hob die Schultern an und ließ sie schlaff sinken.

Ich will ja, aber ich kann wirklich nicht, Tom! Siehst du das denn nicht selber? Da ist nichts mehr von der Spur zu sehen! Kein Wunder, alles Gestein und Geröll. Er hat dem Rotfuchs bestimmt Leder um die Hufe gewickelt...“

Yeah, das muss es sein.“ Tom blickte forschend in die mondhelle Runde. „Noch zwei Stunden bis Tagesanbruch. Wir haben das Hartley und das Dallam County längst verlassen. Wenn der Halunke weiter so eine Zickzackspur macht, dann sind wir alt und grau, bevor wir ihn erwischen.“ Er räusperte sich und musste hüsteln. „Ich wollte nicht auf deine Jugend anspielen, Old Joe.“

Sprich dich nur weiter aus.“ Old Joe trieb seine treue sture Schindmähre an. „Das wird ein schönes Selbstgespräch ich verschwinde nämlich und such’ in der anderen Richtung. Wir müssen getrennt suchen, sonst haben wir nicht die geringste Chance, ihn wieder aufzustöbern. Hör auf den Rat eines alten weisen Mannes.“

Grußlos zuckelte er mit seinem Maultier davon, und Tom machte vorübergehend ein dummes Gesicht. Dann aber begann er verbissen zu suchen. Irgendwo musste doch was zu entdecken sein und wenn es nur ein kleiner Stein war, der vom Huf des Rotfuchses in eine andere Lage gestoßen worden war. Nur langsam bewegte er sich voran und glitt dann aus dem Sattel, kniete öfters nieder und schüttelte jedesmal schwach den Kopf.

Längst war Old Joe weit fort.

Wieder einmal kniete Tom, als ihn was ins Gesicht stieß, das kalt und feucht war: Sam’ Schnauze!

Der große, starke Wolfshund war urplötzlich bei ihm, und das Pferd schnaubte erst jetzt wie zur Begrüßung. Wedelnd umhechelte Sam den Ranger, der sich übers Gesicht strich, und gab ihm dann durch Weglaufen zu verstehen, ihm zu folgen.

Da richtete Tom sich auf und sagte: „Du willst, dass ich ihn kriege? Weil er auf dich gefeuert hat und wieder versuchen wird, dich abzuschießen, nicht wahr? Das wird es sein. Du hast ihn im Geiste schon gefressen! Ich glaube, dass sich dieser verdammte Kerl einen schlimmen Feind gemacht hat, und der bist du, Sam.“

Wieder war er im Sattel.

Sam lief voraus, blieb immer wieder stehen, sah zurück, witterte dann nach vorn und in den Wind und lief weiter.

Tom blieb dran.

Und dann, als der Morgen heraufdämmerte, entdeckte er die Spur wieder. Traumhaft sicher hatte Sam ihn darauf zurückgeführt...

Vor ihnen begann das sonnendurchglühte Land, das die Treibmannschaften aus San Antonio so sehr fürchteten: ein dorniges, trockenes und ödes Land voller Hügel und Felsgruppen, immer wieder heimgesucht von mörderischen Banditen und räuberischen Comanchen und Kiowas.

Das war die Todeslinie!

Im Norden begann Kansas, Land der Hügel und des Blaugrases, der Plains und der großen Ranches.

Einsam ritt Tom Cadburn der aufsteigenden Sonne entgegen - und gleich einem hoch am Himmel kreisenden Adler zog Sam seine wachsamen Runden auf sonnendurchglühter Erde.


*


Reglos stand Sam auf einer Felsklippe und roch in den Wind, der spürbarer geworden war und in seinem buschigen Fell wühlte. Die Rute war zwischen die starken Hinterläufe geklemmt, so als wäre Sam auf der Flucht vor irgend etwas, das er noch nicht entdeckt hatte.

Weit unten in dem ausgedörrten Tal ritt der Texas Ranger auf der Spur des Mannstöters dahin.

Auch Tom spürte den Wetterumschwung voraus. Irgend etwas geschah in der Ferne, wo der Horizont verglaste und Himmel und Erde ineinander übergingen.

Vielleicht gab es Sturm...

Er musste schneller reiten und näher an den gefährlichen Halunken herankommen, wollte er die Spur nicht für immer verlieren. Der Sturm würde Sand auf die Spur schleudern und sie auslöschen - und all die langen und beschwerlichen Meilen Weg wären umsonst gewesen.

Noch immer thronte Sam auf dem zerklüfteten Felsen. Blinzelnd sah er zur Sonne empor. Unruhig kratzte er mit der Vorderpfote auf den Fels, sprang und war verschwunden.

Tom ritt im zügigen Trab.

Merklich verblasste das seidige Blau des Himmels, und die ersten Wolken bildeten sich über der Todeslinie. Der Horizont wurde dunstig. Winselnd fuhren Windböen um die Felsen und fingen sich wimmernd zwischen all den Felsgruppen im Tal.

Es sah ganz nach einem drohenden Sandsturm aus!

Auf einmal sah Tom Sam vor sich am Talrand. Der Halbwolf bewegte sich unruhig, stand still und legte den Schädel weit in den Nacken, öffnete die Schnauze und stieß ein durchdringendes Heulen aus.

Er warnte Tom.

Sofort zog Tom das Gewehr aus dem Scabbard und lud durch. Er musste jederzeit damit rechnen und darauf vorbereitet sein, auf den Verfolgten zu stoßen.

Doch als er am Talrand war und Sam in seiner Nähe blieb, sah er, wovor Sam ihn gewarnt hatte: Im Norden türmten sich Wolkengebilde auf, die sich in wenigen Minuten über den ganzen Himmel hinweg ausbreiten würden. Das war kein Sandsturm, das war ein Unwetter, das von Kansas herüberzog!

Für Tom gab es einen kleinen Trost: Auch der Verfolgte musste irgendwo Schutz vor dem Unwetter suchen. So blieb der Vorsprung gleich. Wahrscheinlich würde der Halunke aber noch während des dann langsam abnehmenden Unwetters aufbrechen, und Tom durfte sich dann auch nicht noch lange ausruhen.

Zunächst musste er erst einmal so weit wie nur irgendwie möglich vorankommen. Das Unwetter trieb ihn zur Eile an und erhöhte damit die Gefahr für den Ranger, der sich schnell möglichen Hinterhalten näherte.

Auch Old Joe musste nach einem Unterschlupf suchen.

Dort im Norden, wo die großen Rinderherden übers Weideland zogen, gab es keinen Schutz, und die Herdenwachen hatten bestimmt schon jetzt eine ganze Menge zu tun, um die Herden zusammenzuhalten.

Ständig nahm der Wind zu und dann trug er dumpfes Grollen aus der Ferne heran. Das Unwetter begann plötzlich zu brüllen ...

Zu jeder Sekunde achtete er auf die nähere und weitere Umgebung und konnte nichts für sich selber tun. Einzig abwehrbereit und dann zum Gegenschlag imstande musste er sein und bleiben.

Gut, dass Sam in der Nähe war!

Wenn er nicht diesen verdammten Staub in die Nase bekam, würde er den Halunken und dessen Rotfuchs rechtzeitig wittern.

Die Sicht wurde immer schlechter, und ein Orgeln zog hoch über Tom dahin. Dumpf krachte es im Norden. Schwarz war der Horizont.

Weiter!

Denn der Halunke ritt bestimmt auch weiter, um den Vorsprung nicht zusammenschmelzen zu lassen. Wenn er aber eine gute Deckung fand, würde er dahinter verschwinden.

Und zuerst würde er das Gewehr packen und auf die Verfolger warten.

Der Tag wurde zum Abend so dämmerte es, so verschwammen alle Konturen, so grau und trist war es dann.

Schlagartig brach das Unwetter über den Ranger herein. Vom Wind gepeitscht, prasselte Regen gegen ihn. Mit verkniffenen Augen blickte er den grauen Regenschauern entgegen und sah im Norden die Blitze grell durch die Schwärze des Himmels zucken.

Er musste in Deckung.

Und er fand einigermaßen Schutz hinter den Felsen, sprang ab und sah, wie Sam herangelaufen kam. Regen perlte am Fell. Sicher fand Sam einen trockenen Platz, rollte sich zusammen und blickte Tom fragend an.

Keine Sorge, Sam. Ich jag' dich nicht wie einen Hund hinaus in das Sauwetter. Verkriech dich nur vor den Blitzen. Ich glaub’, davor habt ihr alle Angst.“

Vor ihnen bogen sich Bäume im Sturm. Regen zerfetzte das Blätterwerk. Die nasse Hölle tobte über das Land viele Stunden lang.


*


Sein Name war Lee Hamley.

Er verließ mitten im tobenden Unwetter sein Versteck. Wild schlug der lange Wettermantel gegen seine Beine. Kaum hörbar klirrten die Radsporen. Immer wieder krachte es am Himmel, und berstender Donner ließ das Land erzittern.

Regen schlug in das totenblasse Gesicht, das starr wie eine Maske aus Haut und Knochen war.

Die Rechte hielt die Winchester.

Er war zu Fuß unterwegs und ließ seinen Rotfuchs unbewacht und unangeleint zwischen den Bäumen und Felsen in einer tiefen Mulde zurück. Weiter nördlich flossen die wildbewegten Wasser des North Canadian River dahin und traten langsam über die Ufer, die zum Oklahoma Territory gehörten.

Von dort aus waren es nur ein paar Meilen bis aufs Weideland der Kansas-Rancher.

Doch Lee Hamley wollte weder nach Dodge City noch nach Wichita. Er kannte sein Ziel, und das lag anderswo.

Und auch jetzt im Unwetter wusste er genau, was er tat und wohin er wollte. Felsenfest rechnete er mit den beiden Männern. Sie waren zäh und unerbittlich hinter ihm geblieben, und das schon seit Tagen und Nächten. Sie würden einfach nicht aufgeben.

Er musste sie stoppen.

Mit tödlichen Schüssen!

Und darum ging er ihnen entgegen, weil er zu Fuß viel mehr Möglichkeiten hatte, sich blitzschnell zu verbergen. Auch war er zu Fuß kaum zu entdecken; im Regen bildete sich ein grauer Umhang, der ihn verhüllte. So bewegte Lee Hamley sich wie ein grauer Schatten durch die Regenschauer. Sturm orgelte, und Böen schlugen um die Felsen. Längst wirbelte kein Staub mehr, alles war durchtränkt und schwer vom Regen.

Tief sackte Lee Hamley im durchnässten Sand ein. Der Weg war beschwerlich und kostete Kraft. Mehr als einmal musste Hamley stehenbleiben; er war das Gehen schon nicht mehr gewohnt und saß lieber im Sattel, am liebsten in seinem Hamley-Sattel, dessen Hersteller den selben Namen hatte wie er. Und darum hatte Lee Hamley sich auch so einen Sattel zugelegt - schon damals, als er begann, seinen blutigen Weg zu reiten.

Tränen und Gräber hatte er überall zurückgelassen.

Und nun war er nach Amarillo gekommen und jetzt unterwegs zur Todeslinie. Wer Lee Hamley kannte, wusste, dass das alles kein Zufall war, sondern Absicht und Wille.

Er näherte sich Tom Cadburn mit dem Sturm.

Doch Sam und Toms Pferd witterten nicht den Mann, weil die Böen die Ausdünstung des Mannstöters wegschlugen und der Regen alles niederdrückte. So kauerte der Texas Ranger ahnungslos hinter den Felsen, auf die Lee Hamley sich langsam zubewegte.

Es war ziemlich dunkel, als wäre es bereits später Abend. Ein Diagramm von irre zuckenden Blitzen warf sein grelles Licht auf die nassen Felsen und riss sie für Sekunden aus der Dunkelheit heraus. Wütend tobte das Gewitter von Kansas aus über das schmale westliche Gebiet des OklahomaTerritoriums und nach Nordtexas hinein.

Ganz selten geschah es, dass der Ranger von der drohenden Gefahr nichts spürte.

Diesmal war es so.

Und Lee Hamley hielt in den Fäusten die Winchester, die selbst im strömenden Regen nicht versagte. Heftig rüttelte der Sturm am langen Wettermantel. Längst wäre Lee Hamley der schwarze Stetson vom Kopf gerissen worden, wenn er den ledernen Kinnriemen nicht fest angezogen hätte. Doch unterm Stetson fing sich auch der Sturm, und Hamley hörte zeitweilig nur ein Rauschen und Fauchen.

Dennoch standen seine Chancen, den Texas Ranger zu töten, gut.

Tom war dem Tode nahe...

Das alles hier war höllisch heimtückisch! Einen fairen Kampf gab es nicht und Hamley wollte ihn auch nicht.

Wieder flammte es am dunklen Himmel auf, wieder stießen die Felsklippen und windzerzausten Bäume aus dem Dunkel hervor - und Lee Hamley sah die Felsen, hinter denen Tom kauerte.

Er wusste aber nicht, dass der Verfolger dort war. Auch Toms Spur war längst weggespillt worden. Selbst Old Joe könnte die Spur niemals wiederfinden.

Wie ein bösartig gewordenes Raubtier bewegte Hamley sich an die Felsen heran. Der Regen trommelte auf seinen Rücken. Das gab ein dumpfes knatterndes Geräusch, doch selbst dieses Geräusch konnte Tom nicht hören, obwohl ihn nur wenige Yards von dem Mannstöter trennten und zwischen ihm und Hamley nur die Felsen waren.

Sam schlug nicht an...

Der Halbwolf hielt nichts von der Nässe da draussen, vom Sturm und von den Böen. Wenn Wölfe nicht genau wussten, was um sie herum war und geschah, dann blieben sie weg, und das war keine Angst, das war Vorsicht. Niemals liefen Wölfe in plump angelegte Fallen.

Und Sam hatte eben sehr viel vom wilden Wolfsblut in den Adern. Bei diesem Unwetter waren auch die wilden Wölfe nicht unterwegs; sie hatten sich in trockene Höhlen verkrochen.

Tom war also völlig ahnungslos, wenn auch bereit zum Kampf.

Und Lee Hamley schob sich um die Felsen, so wie er es auch bei den anderen Felsen getan hatte. Da die Verfolger hinter jedem Felsen stecken konnten, nahm er sich auch jeden Felsen besonders wachsam vor. Dass Old Joe in einer ganz anderen Gegend nach ihm suchte, wusste er nicht.

Hinter diesen Felsen brauchten die Verfolger nicht unbedingt zu sein. So dachte Lee Hamley. Denn hinter jedem Felsen, den er bisher umgangen hatte, hätten sie sein können. Er wusste aber genau, dass die Verfolger irgendwo vor ihm waren und sofort aufbrechen würden, sobald das Unwetter nachließ. Sie würden ihm also in jedem Falle entgegenkommen und mit einem Gegner zu Fuß gar nicht rechnen.

Hamleys besonderer Hass galt Sam.

Er konnte Wölfe nicht ausstehen und hatte schon viele abgeknallt. Und diesmal war ihm ein Halbwolf auf der Spur. Hätte dieser Wolf nicht jäh aufgeheult, hätte er den Ranger voll getroffen. Dann hätte er es nur noch mit einem Mann zu tun gehabt, mit diesem älteren Kerl, dem er nicht viel zutraute: Old Joe.

Nur noch wenige Schritte.

Der Himmel grollte, und manchmal schrie der Sturm wie ein wildes Tier, nahm noch zu, als wollte er sogar die Felsen umstoßen.

Heftig rüttelte er an Lee Hamley, und der musste sich mit der linken Hand am Felsen festkrallen, um nicht weggedrückt zu werden. Die Winchester hatte er unter die rechte Achsel geklemmt.

Vor ihm klaffte eine Lücke.

Er schob sich hinein und spürte hier den Sturm nahezu unerträglich stark. Schon wollte er so schnell wie möglich aus diesem Sturmwindkanal herauskommen - da gewahrte er ein Pferd, dem eine schützende Decke übergeworfen worden war.

In Hamleys wasserhellen Augen wurde es kalt.

Mordlust prägte den Gesichtsausdruck - die pure Lust am Zusammenschießen, am Töten und am Zusehen, wie ein Körper zuckend verendete.

Und es schien so, als sollte das Böse über das Gute triumphieren! Denn das Böse hatte keine Hemmungen und keine Grenzen.

Um Tom stand es sehr schlecht. Nur eine Schicksalsfügung konnte ihn noch retten. Er war allein. Pferd und Halbwolf fielen als Wachtposten aus. Und er selber sah nur den Regen, die graue Dunstwand, die verschwommenen Felsen und sonst nichts. Auf sein Gehör konnte er sich bei diesem Orgeln und Fauchen des Unwetters ohnehin nicht verlassen.

Er war wachsam, doch das genügte schon nicht mehr! Und weil er den Todfeind nicht sehen konnte, konnte er auch nicht gegen ihn kämpfen.

Lee Hamley zog die Winchester unter der Achsel hervor, hielt sie mit beiden Händen und bewegte sich noch etwas weiter vor, bis er Tom Cadburn erkennen konnte.

Suchend blickte er umher, konnte nur das eine Pferd sehen - und das irritierte ihn etwas, glaubte er in diesen Sekunden doch, dass der andere Verfolger vielleicht in seinem Rücken war.

Ein Blick zurück: nein, da war niemand.

Demnach mussten sich die Verfolger weit voneinander entfernt haben, und das war Hamley in diesem Moment nur recht.

Er hob das Gewehr an und zielte.

Diesmal sollte die Kugel genau treffen! Genau in die Brust und das Herz stoppen. Und wenn die erste nicht treffen sollte, was eigentlich bei seinem Treffvermögen so gut wie unmöglich war, würden die nächsten den Körper finden und durchsieben.

Heftige Böen schlugen um die Felsen, und immer wieder flatterte die nasse Pferdedecke hoch. Gleich würde sie ganz vom Pferd rutschen.

Tom ärgerte sich darüber. In diesen Sekunden dachte er nicht an den Mannstöter, sondern sorgte sich um das Pferd, das eine Lungenentzündung bekommen konnte, wenn es nass diesen Böen ausgesetzt sein würde.

Lee Hamley zielte mit ruhiger Hand. Tom kehrte ihm die Seite zu. Dennoch könnte er ihm die Kugel in die Brust jagen.

Wieder einmal hatte Tom den Tod bei sich - und wieder einmal unbeschreibliches Glück! Denn als er sich vorbeugte, um sich zu erheben und um die Decke übers Pferd zurecht zu rücken, drückte Lee Hamley ab, gleichzeitig von einem kräftigen Sturmstoß vorgetrieben. Der Schuss brach, und die Kugel traf - doch sie schlug zerfetzend durch Jacke und Hemd und schrammte über den Rücken hinweg. Instinktiv ließ Tom sich nach vorn fallen. Noch spürte er nichts. Er hatte unwahrscheinlich viel Glück gehabt, denn das Blei hätte ihm das Rückgrat zertrümmern können!

Hamley wollte sichergehen und zielte noch einmal - da warf Tom sich herum, hielt den Colt in der Faust und feuerte in flammendem Zorn dorthin, wo er den Gegner vermutete.

Die Schüsse zwangen Hamley in Deckung.

Das nasse bleiche Gesicht wurde zur Fratze tollwütigen Hasses. Blei sirrte querschlagend durch die Felsenlücke. Er musste weg, sonst würde ihn einer dieser Querschläger von den Beinen reißen!

Tom kam schwankend und steif hoch, taumelte nach vorn und fiel gegen den Pferdeleib. Er wollte sich festhalten, griff mit der Linken in die Decke und riss sie beim Zurückfallen vom Pferd. Halb von der Decke verhüllt, lag er zitternd vor Schmerzen am steinigen Boden und stöhnte.

Nicht aufgeben, um nichts auf der Welt! Durchhalten!

Noch einmal erschien Lee Hamley. Urplötzlich tauchte er an einer anderen Stelle auf, und als er den Ranger so still halb unter der Decke liegen sah, glaubte er, ihn getötet zu haben. Doch er wollte sich vergewissern, kam näher - und da hob Tom den Colt und feuerte durch Regen und Dunst hindurch auf den heimtückischen Mann.

Er verfehlte ihn.'

Doch es lag nicht an mangelndem Treffvermögen, sondern daran, dass er einfach nicht mehr alles klar und deutlich erkennen konnte.

Hamley verschwand.

Das Unwetter schrie.

Blitze zuckten über das steinige und wertlose Land hinweg. Irgendwo schlug es ein.

Tom quälte sich hoch, schleppte sich zum Pferd und zog sich unter großen Ruckenschmerzen in den Sattel.

Sam war irgendwann davongeschnellt - sein Platz war verlassen.

Dann krachten Schüsse nördlich von Toms Unterschlupf.

Hamley versuchte, Sam abzuschießen, der ihm gefolgt war und vielleicht anfallen wollte.

Großer Gott!“, stöhnte Tom und sackte nach vorn. „Mich hat es erwischt, ich ...“ Er starrte mühsam nach vorn. Die Schüsse verstummten. Hamley zog sich zurück, und plötzlich war Sam wieder da. Tom brachte den Colt in die Halfter zurück und hielt sich am Sattelhorn fest. „Geh!“, ächzte er. „Bring - mich weg - von hier!“

Langsam ging das Pferd los und trug ihn aus der Deckung, aber schon schützten ihn wieder andere Felsen.

Er wusste nur eines: Der Mannstöter würde noch einmal kommen und nachsehen wollen. Dann musste er, Tom, schon ein Stück weg sein. Im Unwetter nach ihm zu suchen, war sinnlos, und das würde der Gegner wohl auch nicht tun.

Details

Seiten
120
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783738908282
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v355396
Schlagworte
texas wolf hass mächtigen

Autor

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Titel: Texas Wolf #27: Hass der Mächtigen