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Chaco #17: Die Hölle von Cananea

2016 170 Seiten

Leseprobe

CHACO – DAS HALBBLUT

 

Band 17

 

Die Hölle von Cananea

 

Ein Western von Earl Warren

 

 

 

IMPRESSUM

 

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author/ Titelbild: Nach einem Motiv von F.T. Johnson mit Steve Mayer, 2016

Das Konzept CHACO wurde von Dietmar Kuegler entwickelt.

© dieser Ausgabe 2016 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

 

 

Klappe

 

Auf der Flucht vor einigen Apachenkriegern kämpft sich Chaco Gates durch die Wüste – ohne Wasser und völlig entkräftet. Kurz darauf entdeckt er mehrere Mexikaner, die eine Frau gefangen haben und quälen wollen. Trotz seiner eigenen Schwäche mischt sich Chaco ein, um der Frau zu helfen – und das gelingt ihm auch. Chantal d´Orville bittet Chaco, sie auf die Ranch eines Mannes namens Rod Bracken zu begleiten und verspricht ihm mehr als eine großzügige Belohnung für sein Eingreifen.

Chaco erfährt, dass Henry Bracken, der Sohn des Ranchers, schon seit geraumer Zeit verschwunden ist. Genau wie Chantals Bruder Jacques. Es heißt, die beiden befinden sich als Sträflinge in dem berühmt-berüchtigten Zuchthaus von Cananea in Mexiko. Chaco soll die beiden befreien und zurückbringen. Obwohl ihn ein Trupp Revolvermänner auf dieser heiklen Mission begleitet, muss sich Chaco zunächst gefangen nehmen lassen und als Sträfling in das Zuchthaus gehen. Denn nur so kann er wichtige Einzelheiten herausfinden, um die Befreiung vorzubereiten. Im Zuchthaus erwartet ihn die Hölle auf Erden – und ein Menschenleben ist bedeutungslos …

 

Band 1 eines spannenden Zweiteilers

 

 

 

 

 

Roman

 

Die Sonne brannte auf den einsamen Reiter nieder. Chaco ritt in westlicher Richtung durch das Brushland. Lederne Bat Wing-Chaps schützten seine Beine vor den Dornen und Kakteenstacheln. Sein Pinto lahmte, seit er sich einen scharfkantigen Stein unter das Hufeisen getreten hatte.

Chaco hatte diesen Stein entfernt, aber die Hufsohle war bereits verletzt, ein feiner Riss durchzog die Hornwand. Jeder Tritt bereitete dem Pinto Schmerzen, und er hinkte.

Doch Chaco konnte sein Pferd nicht schonen, er war selbst am Ende. Einige Stunden noch ohne Wasser, und er kippte aus dem Sattel und starb elend unter der glühenden Sonne.

Seit zwei Tagen hatte er kein Trinkwasser mehr. Er hatte Kakteenmark gekaut und feuchtigkeitshaltige Wurzeln ausgegraben. Aber das nutzte auf die Dauer nichts. In dieser glühenden Hitze brauchte ein Mann am Tag seine zwei bis drei Liter Wasser, sonst konnte er nicht überleben.

Eine Apachenbande hatte Chaco gejagt, der auf einem einsamen Trail von Tucson nach Ajo unterwegs gewesen war. Er hatte Ajo umreiten müssen, der Weg war ihm von den Coyotero-Kriegern verlegt worden. Jetzt war er irgendwo im Niemandsland, er wusste nicht einmal, ob auf amerikanischer oder mexikanischer Seite.

Das letzte Wasser hatte er vor zwei Tagen seinem Pferd gegeben. Der Pinto war auch nicht in besserer Verfassung als sein Reiter. Pferd und Mann schleppten sich durch eine glühende Hölle von Arroyos, Talsenken, Bodenwellen und gelben und roten Felsen, von staubigen, strohtrockenen Dornbüschen und Kakteen.

Im Nordwesten ragte eine niedere Bergkette mit stumpfnasigen Kegelspitzen auf, Chaco wusste nicht, wie sie hieß, aber von dort her hallten plötzlich die Schüsse. Er zügelte jäh seinen völlig erschöpften Pinto, der wie der Reiter von Staub und Schweiß bedeckt war.

Die Schüsse fielen zwei bis drei Meilen entfernt, zwei Gewehre und ein Revolver, stellte er fest. In der heißen, trockenen Luft dröhnten die Detonationen sehr laut. Der Hall der Schüsse näherte sich rasch, Reiter mussten sie abfeuern. Chaco konnte sie nicht sehen, dazu war das Gelände zu uneben und hügelig. Er verharrte. Schüsse, das bedeutete Kampf, aber die Männer, die da schossen, mussten auch über Wasser für sich und ihre Pferde verfügen. Oder vielleicht kannten sie eine Wasserstelle in der Nähe.

So abrupt, wie sie begonnen hatte, endete die Schießerei wieder. Eine Totenstille herrschte, nicht einmal ein Lufthauch regte sich. Chaco zögerte nicht lange. Er zog seinen erschöpften Pinto herum und ritt in mühsamem Trab in jene Richtung, aus der er die Schüsse gehört hatte.

Er zog die Winchester 73 aus dem Scabbard. Trotz seiner Erschöpfung und des Durstes, der ihn völlig auslaugte, war er angespannt und kampfbereit.

Er wollte das Letzte aus sich herausholen.

Gut zwanzig Minuten ritt er durch die staubigen Hügel. Dann sah er die drei Pferde, die vor dem Eingang eines kleinen Arroyos angebunden waren. Ziemlich frische Pferde, zwei davon mit mexikanischem Sattelzeug, und alle drei mit Wasserflaschen und prall gefüllten Wasserbeuteln an den Sätteln.

Chaco leckte sich über die spröden Lippen. Er gierte nach dem Wasser, die ausgedörrten Fasern seines Körpers lechzten, sein Gaumen und seine Eingeweide schmerzten.

Doch er trank nicht, er wollte sich zuerst einmal vergewissern, was hier geschah, und saß ab. Mit gesenktem Kopf blieb sein Pinto stehen, den schmerzenden linken Vorderhuf etwas erhoben.

Aus dem Arroyo hörte Chaco Männerstimmen, dann ertönte der schrille Schrei einer Frau. Männer lachten rau.

Jetzt haben wir lange genug gespielt mit der kleinen Katze!“, rief ein Mann hitzig auf Spanisch. „Jetzt kriegt sie es richtig. Haltet sie fest, Pancho und Ortega, ich bin zuerst an der Reihe.“

Wieso du, Jorge?“, fragte ein anderer Mann. „Wir haben alle drei die gleichen Rechte.“

Du Hundefloh“, antwortete der Mann, der zuerst gesprochen hatte.

Alle drei auf einmal können wir sie wohl schlecht nehmen, das sieht doch sogar ein Schafskopf wie du ein. Ich bin der erste bei der Puta, sage ich. Oder willst du es mit mir ausschießen, Ortego Vasquez, Amigo?“

Das letzte klang lauernd. Ortego Vasquez machte sofort einen Rückzieher.

Wenn du so versessen darauf bist, Jorge, warum sollen wir uns dann streiten? Wir sind schließlich Partner.“

Jorge lachte.

Selbstverständlich. Packt sie. Du schwarze Katze, jetzt sollst du Jorge Dobra kennenlernen.“

Chaco wusste bereits, was sich abspielte. Drei mexikanische Strolche hatten eine Frau überwältigt. Der Teufel mochte wissen, was die Frau in diese Wildnis getrieben hatte. Wo immer sie auch herkam, jetzt wünschte sie sich bestimmt, dort geblieben zu sein.

Denn die Bandidos wollten sie vergewaltigen. Diese Sorte benahm sich schlimmer als betrunkene Apachen. Die Frau schrie wieder, sie keuchte und kämpfte. Doch gegen die Kräfte zweier starker Männer hatte sie keine Chancen.

Sie fauchte wie eine Katze. Chaco war geduckt durch den engen Arroyo geeilt, hatte die Winchester in die Linke übergewechselt und hielt den Colt in der Rechten.

Hinter einem dürren Mesquitestrauch stehend, beobachtete er die Szene im kleinen Talkessel. Vor einer Gruppe rötlicher Felsen hatten zwei abgerissen und verwegen aussehende Mexikaner eine Frau niedergeworfen. Einer hielt ihr die Hände fest, der andere hatte die Beine gepackt.

Die Frau trug keinen Faden am Leib, ihre zerrissenen Kleider lagen um sie herum verstreut. Sie war mehr als mittelgroß, schwarzhaarig, schlank und rassig. Eine Schönheit, die jeden Mann um den Verstand bringen konnte.

Der Busen war groß und fest, der Bauch flach und die Schenkel lang und wohlgeformt. Neben der Frau stand ein dritter Mexikaner, er wandte Chaco den Rücken zu und hatte gerade seine Hosen heruntergelassen. Jetzt warf er den Sombrero weg und wollte sich auf die Frau stürzen.

Chaco trat hinter dem Mesquitebusch hervor.

Daraus wird nichts!“, sagte er mit klarer, deutlicher Stimme. „Lasst sie los und hebt die Hände, Amigos! Das gilt auch für dich, du Zuchtbulle!“

Die Frau stieß einen französischen Ausruf der Überraschung aus. Die Mexikaner fluchten fürchterlich.

Die beiden Bandidos ließen die Frau los, die am Boden liegenblieb. Der dritte Galgenvogel zog mit der linken Hand Hose und Revolvergurt hoch.

Er drehte sich um. Sein stoppelbärtiges, hakennasiges Gesicht war puterrot.

Por Diablo!“, stieß er heiser hervor. „Wo kommst du her, was störst du uns, du Ratte?“

Die drei Mexikaner sahen in die Mündungen von Chacos Winchester und Colt.

Ich bin hier vorbeigeritten. Und ich kann es nicht leiden, wenn Mistkerle wie ihr über eine Frau herfallen.“

Chaco sprach ein besseres Spanisch als die drei Mexikaner, die in einem primitiven Dialekt redeten.

Steckt endlich die Pfoten hoch!“, fuhr er fort. „Dann werft eure Waffen weg, aber einer nach dem anderen, und immer mit einer Hand! Der Zuchtbulle fängt an!“

Jorge Dobre fluchte gemein. Sein Compadre Pancho musterte Chaco mit engen Augen.

Der ist fast erledigt“, sagte er. „Nur sein Wille hält ihn noch aufrecht. Dieser Hombre ist vor Durst schon zu drei Vierteln krepiert, und der wagt es, sich mit uns anzulegen? Was mischst du dich ein, ist es vielleicht deine Frau, du staubige Vogelscheuche?“

Wir können uns doch gewiss einigen“, sagte der bullige Jorge Dobra, der noch immer mit der Linken seine Hose hielt. „Gefällt dir die Puta nicht auch? Ein leckeres Täubchen, die Geliebte des Cattlekings Rod Bracken.“

Er wird dir die Haut abziehen, du Schwein!“, rief die schwarzhaarige Frau und bewies damit, dass sie auch Spanisch verstand.

Sie lag auf der Seite, ihre dunkelblauen Augen musterten das Halbblut Chaco.

Zum letzten Mal: Pfoten hoch!“, befahl Chaco.

Er kippt fast aus den Stiefeln und will uns Befehle erteilen“, sagte Jorge Dobra böse. „Dieser dahergelaufene Satteltramp!“

Chacos Augen spielten ihm einen Streich. Er sah die Szene plötzlich so verschwommen, als ob er betrunken sei. Seine Lider waren entzündet, der Durst und die Erschöpfung wirkten sich aus.

Chaco kniff die Augen zusammen.

Jorge Dobra stieß einen gellenden Schrei aus. Das war das Signal. Die drei Bandidos schnappten nach ihren Waffen. Dobra und Ortego Vasquez trugen jeder einen Revolver, Pancho sogar zwei Schießeisen, die er über Kreuz zu ziehen versuchte.

Chacos Winchester und Colt krachten. Der Schuss aus dem zwölfschüssigen Sattelkarabiner traf Pancho in den Leib. Der Mann schwankte zurück, er brachte seine Waffen nicht aus den Halftern. Jorge Dobra war der schnellste Schütze von den drei Mexikanern.

Doch nicht schnell genug für Chaco. Dobra bewegte sich, Chacos Kugel traf nur seinen linken Arm und zerschmetterte ihn. Dobra schrie auf, sein Blei zupfte an Chacos Hemd. Die Hosen des Mexikaners begannen wieder zu rutschen, als er sie mit der linken Hand losließ.

Und Chaco schoss einen Sekundenbruchteil früher mit seinem Colt als Ortego Vasquez. Er sah dessen Mündungsfeuer. Doch der Bandido war im Moment des Abdrückens bereits getroffen, sein Blei verfehlte Chaco, klatschte gegen die Wand des Arroyos und jaulte als Querschläger in den heißen Himmel.

Vasquez fiel, und Pancho sank zu Boden, die Hände auf die Einschusswunde gepresst. Das alles spielte sich innerhalb von Sekunden ab. Jorge Dobra zielte auf Chaco, die Hosen hingen ihm an den Knien. Er hätte Chaco mit dem nächsten Schuss getroffen, aber die schwarzhaarige Frau warf

sich von hinten gegen seine Beine.

Dobra schwankte und schoss vor Chacos Stiefelspitzen in den Boden. Chaco tötete ihn mit zwei Revolverschüssen, bevor er sein Gleichgewicht wiedergewonnen hatte.

Dann war es vorbei. Die Schüsse verhallten, der stinkende Pulverdampf verflüchtigte sich. Ortego Vasquez starb mit einem seufzenden Atemzug. Pancho lebte noch, mit vor Schmerz glasigen Augen starrte er vor sich hin.

Die schwarzhaarige Frau erhob sich - sie unternahm keinen Versuch, sich zu bedecken. Wie eine Schlafwandlerin hob sie den 44er Smith & Wesson Revolver auf, der Jorge Dobra entfallen war.

Sie legte an und zielte auf den schwerverletzten Pancho. Chaco war mit drei langen Schritten bei der Schwarzhaarigen und entriss ihr die Waffe.

Nein“, sagte er, diesmal auf Englisch. „Der Mann ist kampfunfähig und schwer verwundet.“

Mister“, sagte die schwarzhaarige Schönheit, „sie haben doch gesehen, was diese Halunken mit mir anstellen wollten. Sie hätten mich nicht am Leben gelassen. Zuletzt, vielleicht erst in zwei, drei Tagen, hätte ich die Kugel gekriegt.“

Nein, sage ich. Der Kampf ist aus. Ich bin kein Mörder und dulde keinen Mord.“

Wie Sie meinen.“ Als werde sie sich jetzt erst ihrer Nacktheit bewusst, bedeckte die schöne Frau ihre Blößen. „Sie haben mich gerettet.“ Sie spie aus. „Dieser Hundesohn Pancho wird ohnehin nicht mehr lange leben.“

Das glaube ich auch“, sagte Chaco.

 

*

 

Chaco trank, wie die schwarzhaarige Frau noch nie einen Menschen hatte trinken sehen. Er sog das Wasser in sich auf wie ein trockener Schwamm. Dann goss er sich Wasser über das staubverkrustete, blauschwarze Haar, ließ das Nass über Brust und Nacken rinnen und stöhnte wie ein Büffel in der Suhle.

Pancho saß im Schatten und lehnte mit dem Rücken gegen den rötlichen Felsen. Die beiden erschossenen Bandidos hatten Chaco und die schöne Frau auf die Seite geschleppt und die Pferde durch den Arroyo in den engen Talkessel geführt. Die rassige Schwarzhaarige trug ihren zerrissenen Reitrock und die Lederweste des erschossenen Bandidos Ortego Vasquez.

Ihre Füße steckten in hochhackigen Reitstiefeln, die kunstvolle Maßarbeit waren. Chaco wusste inzwischen, dass die schöne Frau Chantal d’Orville hieß und französischer Abstammung war. Sie wohnte auf der fünfzehn Meilen entfernten Crossed Arrow-Ranch des Großranchers Rod Bracken.

Chantal d’Orville hatte an diesem Tag einen Ausritt unternommen. Die drei Mexikaner - zwei davon hatte Rod Bracken wenige Tage zuvor wegen Faulheit und schlechter Arbeit hinausgeworfen - hatten ihr aufgelauert und sie verfolgt.

Sie hatten sich geteilt, die schöne Frau nach einer Hetzjagd von mehreren Stunden in die Zange genommen und ihre Stute erschossen. Jorge Dobra und Ortego Vasquez hatten der vom Sturz benommenen Chantal d’Orville die Hände mit Lederriemen auf den Rücken gebunden und fast eine Viertelstunde auf Pancho gewartet, der weit nach Westen abgeschwenkt war.

Dann hatten sie Chantal d’Orville in den Talkessel gebracht. Sie waren blind gewesen in ihrer Gier.

Rod Bracken wird Sie reich belohnen“, sagte Chantal d’Orville zu Chaco. „Vielleicht kann er Sie in seiner Mannschaft gebrauchen. Sie sehen aus, als ob Sie einen Job nötig hätten.“

Schon möglich. Ich kann mir Mister Bracken und seine Ranch ja mal ansehen. Sie sind seine Freundin? Da sollte Rod Bracken Sie nicht so allein durch die Gegend reiten lassen, dies ist ein wildes Land.“

Zu Chacos Überraschung senkte Chantal d’Orville den Blick und errötete ein wenig. Sie war ohne Zweifel eine der schönsten Frauen, die er je gesehen hatte. Ihr kurzgeschnittenes schwarzes Haar umrahmte ein makellos schönes Gesicht mit dunkelblauen Augen. Die schlanke Figur war an den richtigen Stellen mit beachtlichen Rundungen versehen.

Chantal d’Orville hatte eine sinnliche Ausstrahlung, der sich wohl kein Mann entziehen konnte.

Jetzt gab sie sich aber scheu und zurückhaltend.

Diese Mexikaner hatten eine schmutzige Fantasie“, sagte sie. „Rod Bracken ist wie ein Vater zu mir. Er ist über dreißig Jahre älter als ich, ich käme nie auf den Gedanken, mit ihm ein Verhältnis anzufangen.“

Was tun Sie denn dann auf seiner Ranch? Sind Sie vielleicht das Kindermädchen oder der Koch?“

Nachdem er das Wasser getrunken und sich erfrischt hatte, fühlte sich Chaco weitaus besser. Er war dem Tod noch einmal von der Schippe gesprungen und genoss es, mit der schönen Chantal zu plaudern. Nach seiner Schätzung war sie ein paar Jahre jünger als er, dreiundzwanzig bis fünfundzwanzig etwa.

Rod Bracken ist Witwer, sein älterer Sohn hat sich vor fünf Jahren bei einem Sturz vom Pferd in eine Schlucht das Genick gebrochen. Der jüngere ist seit über einem Dutzend Jahren vermisst. Ein Chinese kocht auf der Ranch. Ich habe besondere Gründe, mich auf der Crossed Arrow aufzuhalten, aber nicht, weil ich Rod Brackens Geliebte wäre. Vielleicht erfahren Sie diese Gründe, vielleicht nicht. Sie haben mir übrigens Ihren Namen noch nicht genannt.“

Chaco.“

Das ist Spanisch. Wie ein einsamer Wolf sehen Sie aus. Haben Sie noch einen anderen Namen?“

Chaco genügt.“

Chaco hielt es nicht für nötig, Chantal d’Orville zu erzählen, dass er mit Nachnamen Gates hieß. Seine Familie, der Squawman Henry Gates, die Mutter und der Bruder, waren von weißen Skalpjägern umgebracht worden. Damals hatte Chacos rauer Trail begonnen.

Wollen wir uns noch lange hier aufhalten, Chaco?“

Der Schwerverwundete begann laut zu stöhnen.

Wasser“, jammerte er mit erbärmlicher Stimme. „O bitte, bitte, gebt mir Wasser. Ich verbrenne, ich habe Feuer in den Adern. Um der barmherzigen Jungfrau willen, ich flehe euch an.“

Wir reiten in Kürze“, beantwortete Chaco Chantal d’Orvilles Frage.

Er hatte sein völlig verschwitztes blaues Hemd ausgezogen. Den hoch kronigen Calispel-Hut mit dem Kugelloch, das die Apachen hineingeschossen hatten, hielt er in der Hand.

Chantal d’Orville betrachtete ihn genau.

Sie sah ein Halbblut, dessen Alter schwer zu schätzen war. Jetzt lag Chacos blauschwarzes Haar nass am Schädel angeklatscht. Sein Gesicht wies einige Narben und tiefe Linien auf, die bittere Erfahrungen und ein hartes Leben hineingekerbt hatten.

Chaco war etwa sechs Fuß groß und sehr muskulös, ohne dabei bullig oder plump zu wirken. Seine Bewegungen hatten etwas Geschmeidiges, das an ein großes Raubtier erinnerte. Sein Körper wies Kugel und Messernarben auf, jede erinnerte an einen vergangenen Kampf.

Chacos Arme waren lang, der Bizeps rollte unter der bronzefarbenen Haut. Er hatte kräftige, aber nervige Hände mit Lassonarben auf den Handrücken und starken Handgelenken.

Er war mit Colt, Green River-Messer und Winchester 73 bewaffnet. Chantal d’Orville wusste, dass hier ein besonderer Mann vor ihr stand, ein Kämpfer der Spitzenklasse. Trotz der Strapazen und der Nervenanspannung des Kampfes wirkte Chaco energiegeladen und frisch.

Er suchte in den Satteltaschen eines Mexikanerpferdes nach etwas Essbarem.

Wasser“, stöhnte Pancho wieder. „Bitte, Wasser!“

Chantal d’Orville sah auf den Wasserschlauch hinter dem Sattel.

Warum geben Sie ihm keins, Chaco? Wollen Sie ihn quälen?“

Wenn er Wasser trinkt, ist es sein sicherer Tod.“

Er stirbt so und so. Was zählen da die paar Minuten? Warum wollen Sie ihn die Tortur erleiden lassen?“

Chaco überlegte. Ob Pancho an dem Wasser starb oder an einer Kugel, bedeutete keinen Unterschied. Es war Panchos Entscheidung. Chaco hatte einen Proviantbeutel in der Satteltasche gefunden und legte ihn zur Seite. Dann nahm er den Wasserschlauch und holte den Tabaksbeutel aus der Tasche der Lederweste, die unter den Schnürriemen der Deckenrolle auf dem Rücken des Pintos steckte.

Er näherte sich dem Schwerverletzten und hockte sich auf die Absätze nieder.

Ich kann dich nicht retten, Pancho. Mit dir ist es vorbei, ein Transport wäre nur eine fürchterliche und unnütze Qual für dich. Wenn du dieses Wasser trinkst, wirst du sterben, Amigo.“

Ich - weiß. Gib mir Wasser, Hombre.“

Du sollst es haben. Und eine Zigarette, wenn du willst.“

Gracias.“

Chaco half dem Verwundeten, aus dem Wasserschlauch zu trinken. Wasser floss aus Panchos Mundwinkeln. Entwaffnet hatte Chaco ihn längst. Er drehte dem Verletzten eine Zigarette, rauchte sie für ihn an und steckte sie ihm in den Mund.

Chantal d’Orville lehnte am Sattel eines Mexikanerpferdes und sah zu. Pancho nahm tiefe Züge aus der Zigarette und trank noch einmal Wasser.

Danke, Amigo“, sagte er mühsam. Dann begann er zu husten, die Zigarette entfiel seiner Hand. Sein Körper spannte sich wie eine Bogensehne, krümmte sich, das Gesicht wurde krebsrot, die Augen quollen vor. Es dauerte nicht lange. Chaco drückte dem toten Bandido die Augen zu.

 

*

 

Schon nach wenigen Meilen änderte sich die Gegend. Ein Fluss floss hier, der Salt Creek, und bewässerte das Land. Er strömte zum Gila hin. Das Gebiet am Salt Creek und ein großes Stück Land am Gila gehörten Rod Bracken, Falconhead Bracken, wie er genannt wurde. Über zweitausend Quadratmeilen Land, von dem allerdings weniger als die Hälfte als Weideland genutzt werden konnte, hatte der alte Bracken zusammengebracht.

Doch es gab niemanden, dem er dieses Reich, sein Lebenswerk, hinterlassen konnte. Dick, sein älterer Sohn, hatte sich das Genick gebrochen. Henry, ein Wildling und Taugenichts, war schon mit achtzehn Jahren nach einem Herdentreiben nach Dodge City mit dem Erlös für die Rinder durchgebrannt und seither verschollen.

Chantal d’Orville berichtete das Chaco, während sie am Salt Creek entlangritten. Das Land war hügelig und grün, das Weidegras nicht gerade erstklassig, aber doch gut genug.

Stellenweise stießen nackte Felsen aus dem Boden, und eine Mesa ragte

vor den Copper Mountains im Westen auf. Tief stand die Sonne, eine Handbreit über den Hügeln nur noch, zwischen denen einzelne Rinderherden weideten.

Ein älterer Cowboy und ein jüngerer ritten heran, als sie die schöne Chantal und Chaco erspähten. Diese ritten die Pferde der toten Mexikaner, Chacos Pinto und einen Gaul führten sie an der Longe nach. Sattel und Zaumzeug von Chantals erschossener Stute waren aufgepackt.

Chaco staunte nicht schlecht, als er sah, dass der ältere Cowboy links ein Holzbein hatte. Es war unten gegabelt, damit er im Steigbügel Halt fand. Ein graues Bartgestrüpp bedeckte fast das ganze Gesicht des Alten, kleine Äuglein funkelten daraus hervor.

Er saß so gerade und elastisch im Sattel wie ein junger Mann, obwohl er mindestens sechzig Jahre auf dem Buckel und einen Tag harter Cowboyarbeit hinter sich hatte.

Hallo, Miss Chantal, wir haben uns schon Sorgen gemacht. Eine merkwürdige Kluft, die Sie da tragen, aber gar nicht übel!“

Chantals Oberkörper bedeckte nur eine Lederweste, die viel von den großen Brüsten freigab. Dem jüngeren Cowboy, einem sommersprossigen Milchbart, traten die Augen vor.

Pass auf, dass du keine Stielaugen kriegst, Junge“, sagte Chaco trocken.

Wer ist das Halbblut?“, fragte der alte Cowboy. „Hat es Sie belästigt, Miss?“

Nein, Chaco hat mir das Leben gerettet. Jorge Dobra und zwei weitere Mexikaner wollten über mich herfallen.“

Teufel! Was ist mit ihnen? Sollen wir sie verfolgen?“

Das wird nicht mehr nötig sein“, antwortete Chaco. „Sie sind nämlich tot. Ich musste sie erschießen.“

Von hinten?“

Nein, von vorn.“

Mann, Sie müssen ein schnelles Eisen haben. Jorge Dobra war ein gefährlicher Bursche. Ich glaube, den konnte auf der ganzen Ranch nur Andy Widowbow schlagen. Dobra wollte gern in die Revolvermannschaft. Als der Boss ihn nicht nahm, weil er keinen Revolverschwinger mehr brauchte, wurde er stocksauer und arbeitete überhaupt nicht mehr. Und als Rod Bracken ihn und Ortego Vasquez feuerte, schwor er ihm im Bunkhouse Rache.“ „Deswegen lauerte er mir auf“, sagte Chantal. „Doch jetzt ist alles in Ordnung. Ich reite zur Ranch “

Tun Sie das, Miss. Der Boss erwartet Sie schon ungeduldig.“

Chantal d’Orville bedachte beide Cowboys mit einem verführerischen Lächeln. Sie trabte an, und auch Chaco setzte sein Pferd in Gang.

Chaco und Chantal d’Orville sahen im letzten Tageslicht die Crossed Arrow Ranch am Fuß der Mesa vor sich liegen. Die Crossed Arrow, deren Brandzeichen zwei gekreuzte Pfeile waren, wirkte wie für die Ewigkeit gebaut. Das aus Quadersteinen errichtete Haupthaus war wie eine Festung, es konnte auch leicht in eine verwandelt werden.

Es gab zwei Bunkhouses, Ställe, Remisen, Scheunen, eine Schmiede und eine Stellwerkstatt sowie einen großen, auf Pfeilern stehenden hölzernen Wassertank. In dem Haupthaus mit der überdachten Veranda brannte bereits Licht.

Zwei Cowboys flitzten sofort herbei, als Chaco und Chantal d’Orville bei dem Hitchrack des Haupthauses aus dem Sattel stiegen.

Dann wurde die schwere Eichenholztür mit den darangenagelten Hufeisen geöffnet, Rod Bracken und ein zum Ausritt fertiger Revolvermann erschienen. Chaco sah den Mann zum ersten Mal, aber er wusste sofort, dass er den Boss vor sich hatte.

Rod Bracken trug seinen Beinamen Falconhead - Falkenkopf - nicht umsonst. Er war groß, knochig und hager, sein Haar eisgrau. In seinem hageren Gesicht sprang die Nase wie ein Raubvogelschnabel vor, das Kinn wich zurück, was ein spitzer Knebelbart kaschieren sollte.

Rod Bracken hatte scharfe Augen, die einen Mann zu durchdringen schienen.

Was war los?“, fragte er knapp. „Gerade wollte ich Andy mit einer Suchmannschaft losschicken.“

Chantal d’Orville berichtete mit knappen Worten. Der Revolvermann musste Andy Widowbow sein. Chaco hatte von diesem Mann gehört, über dessen seltsamen Nachnamen Witwenbogen längst niemand mehr zu spotten wagte.

Männer, die es getan hatten, lebten nicht mehr.

Andy Widowbow war etwas über mittelgroß, breitschultrig und blond, er trug, wie sein Boss, Weidereiterkleidung in guter Qualität und hatte die beiden Revolver tiefgeschnallt. Sein blonder Bart wuchs eher spärlich, doch darauf achtete niemand, der in seine eisblauen Augen sah.

Chaco spürte den Hauch von Gefahr und Tod, der diesen Mann umgab. Und Andy Widowbow taxierte ihn, die Hände lässig und bedrohlich zugleich an den Griffen seiner beiden Remingtons mit den hellen Elfenbeingriffschalen.

Dobra hätte ich auch geschafft, Boss“, sagte er. „Mit links.“ Er schnippte mit den Fingern der linken Hand. „Du hättest mich nur gleich zu ihm gehen lassen sollen.“

Wir sind hier keine Mörderbande“, antwortete Rod Bracken. „Wenn ein Mann schlecht arbeitet und aufsässig ist, wird er entlassen. Dass Dobra soweit gehen würde, hätte ich nicht gedacht. Chantal muss ihm völlig den Kopf verdreht haben.“ Ein schwaches Grinsen spielte für einen Moment um seine dünnen Lippen. „Man kann es verstehen. Chantal, ich habe dir schon einmal gesagt, du sollst nicht allein so weit wegreiten. Das ist hier nicht die Promenade von New Orleans.“

Nach dieser Lektion bleibe ich bestimmt in Sichtweite der Ranch, Rod.“

Gut. Wasch dich und zieh dich um, wir essen in einer halben Stunde.“ Er wandte sich an Chaco. „Sie können im Bunkhouse mit der Mannschaft essen, Mister. Sie werden eine Belohnung erhalten, über die Sie sich nicht zu beklagen brauchen. Rod Bracken lässt sich nicht lumpen.“

Rod“, sagte Chantal, „Chaco sollte mit uns speisen. Du weißt, wir suchen einen besonderen Mann für den Job in Mexiko drüben. Er könnte der Richtige sein.“

Vielleicht hast du recht“, sagte der Rancher nach einigen Sekunden. „Mister, in einer halben Stunde im Haupthaus also. Andy, du bringst ihn ins Bunkhouse und zeigst ihm, wo er seine Sachen unterbringen und sich waschen kann. Sag den Leuten Bescheid, dass sie nicht mehr zu reiten brauchen.“ Er hatte gesehen, wie Chacos Pinto den linken Vorderlauf angewinkelt hielt. „Ist das Ihr Pferd, Mister?“

Ja.“

Er lahmt, das sieht nicht gut aus.“

Ein Sprung im Hufmantel, aber wenn ein guter Schmied ihm ein neues Eisen verpasst und er eine Woche Ruhe hat, ist er völlig wiederhergestellt.“

Unser Schmied erledigt das heute Abend noch.“

Ein knapper Wink, und Chaco war entlassen. Die Ranchhelfer brachten die Pferde weg und würden Chacos Sattel und Sattelzeug ins Bunkhouse tragen. Chaco fühlte sich ausgelaugt, sein Magen knurrte. Die wenigen Bissen Proviant waren keine gute Grundlage für seinen Magen nach der tagelangen Hungerkur.

Er hätte sich gern den Bauch vollgehauen und dann zwölf oder vierzehn Stunden durchgeschlafen. Aber Rod Bracken wollte ihm auf den Zahn fühlen, immerhin bei einem guten Essen.

Andy Widowbow schaute Chaco von der Seite an, während sie zum Bunkhouse gingen.

Du siehst aus, als hättest du einiges auf dem Kasten, Halbblut. Kenne ich deinen Namen?“

Man nennt mich Chaco. Ich schnitze keine Kerben in meinen Coltgriff für die Männer, die ich erschossen habe. Ich fordere auch keinen heraus, der einen guten Namen als Kämpfer hat, wenn er sich nicht von sich aus mit mir anlegt. Ich bin nur ein Halbblut, das sich durchschlägt und sich nicht gern auf die Zehen treten lässt.“

Chaco. Ein Greasername, na, wie soll ein Halbblut sonst schon heißen! Von dir habe ich noch nichts gehört, und wenn, kann es nicht viel gewesen sein.“

Andy Widowbow sprach abschätzig und wollte Chaco reizen. Er gehörte zu der eitlen Sorte von Revolvermännern, die keinen Besseren duldet. Chaco ließ Widowbow reden, er war nicht darauf aus, ihn zu verdrängen.

Der Revolvermann fühlte sich bestätigt, als Chaco ihm nicht widersprach. Er führte ihn ins Bunkhouse. Der Himmel war im Westen feuerrot, als hätte ihn die untergehende Sonne in Brand gesteckt. Die Hänge der Mesa sahen aus, als ob Lava daran herunterliefe. Schnell brach die Dunkelheit herein.

 

*

 

Pünktlich eine halbe Stunde nach seinem Gespräch mit Rod Bracken klopfte Chaco an der Tür des Haupthauses. Er hatte sich an der Pumpe gewaschen, trug allerdings noch seine verschwitzten und verdreckten Kleider, weil er keine anderen dabeihatte.

Wenn Rod Bracken so auf das Gespräch drängte, musste er Chacos Kluft eben in Kauf nehmen. Immerhin hatte Chaco den tagealten Stoppelbart aus seinem Gesicht gekratzt, das von den Strapazen der letzten Zeit hohlwangig geworden war.

Auf seinen Revolvergurt aus Büffelleder mit dem vertrauten 44er Peacemaker hatte er nicht verachtet.

Die Haushälterin, eine hässliche ältere Frau, öffnete.

Es ist in der Halle gerichtet“, sagte sie und wandte sich um.

Chaco folgte ihr. An der Wand über dem Dielendurchgang hing ein Büffelschädel mit einem Maß von sieben Fuß von Hornspitze zu Hornspitze. Rod Bracken züchtete allerdings schon seit Jahren keine Longhorns mehr, er war auf die fleischigeren und zahmeren Herefords umgestiegen.

Rechts führte eine Treppe hoch. Unter dem Büffelschädel hindurch schritt Chaco links in die Halle. Sie war groß genug für einen halben Indianerstamm. Im Kamin hätte man einen Ochsen braten können. Die Wände waren mit alten Gewehren, Säbeln und Pistolen dekoriert sowie mit indianischen Waffen. An der einen Wand hing die amerikanische Flagge neben einem Ölbild, das eine Schlachtenszene aus dem Unabhängigkeitskrieg zeigte.

Rod Bracken saß an der Stirnseite der langen Tafel, der Revolvermann Andy Widowbow und der Vormann Tab Hunter zu seiner Linken. Hunter, ein vierschrötiger Mann, kannte nur zwei Gesprächsthemen, wenn er mal etwas sagte: die Rancharbeit und die Viehzucht. Etwas anderes existierte für ihn nicht.

Chaco setzte sich, der Platz neben dem Rancher blieb frei. Bracken und seine beiden Angestellten trugen ihre Alltagskleidung, wie Chaco feststellte. Tab Hunter roch kräftig nach Pferd und Schweiß.

Es war immer noch ziemlich warm, doch nachdem die Sonne untergegangen war, würde es mehr und mehr abkühlen. Die Fenster standen offen, Grillengezirpe klang von draußen herein.

Als Chantal d’Orville erschien, blieb Chaco fast der Atem weg. Die schöne Französin hatte ein schulterfreies rotes Abendkleid angezogen, das sich unterhalb der Taille bauschte und bis auf den Boden reichte. Ihre Brüste blieben zur Hälfte frei.

Sie lächelte, ein Schönheitspflästerchen saß auf ihrer linken Wange. In der linken Hand hielt Chantal ein paillettenbesticktes Handtäschchen.

Andy Widowbow holte hörbar Luft. Tab Hunter dachte vielleicht doch mal an was anderes als an die Ranch und die Rinder. In Rod Brackens Augen bemerkte Chaco ein Funkeln, das gar nicht väterlich war, wie Chantal das Verhältnis zwischen sich und dem Rancher hatte hinstellen wollen.

Chaco bewahrte Gelassenheit. Chantal d’Orville nahm neben Rod Bracken und ihm Platz. Er fragte sich, wie sie es in der kurzen Zeit fertiggebracht hatte, sich so herzurichten. Sie duftete sogar nach einem Parfüm, das ähnlich wie Flieder im Frühling roch.

Chantal war sich ihrer Wirkung auf die Männer voll bewusst.

Gefalle ich euch?“, fragte sie. „Ich finde, ich sehe unmöglich aus. Noch völlig zerzaust, mein Make up ist eine Katastrophe.“

Sie hatte einen leichten französischen Akzent, den Chaco zuvor nicht bei ihr festgestellt hatte. Andy Widowbow und Tab Hunter beeilten sich, Chantal d’Orville zu versichern, dass sie bildschön sei. Auch der Rancher sagte ihr Komplimente über ihr Aussehen.

Er rief nach dem Chinakoch.

Details

Seiten
170
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783738907070
ISBN (Buch)
9783738907087
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v351327
Schlagworte
chaco hölle cananea

Autor

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Titel: Chaco #17: Die Hölle von Cananea