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Königshaus Norland #7: Der Lord und die Stripperin

2016 120 Seiten

Zusammenfassung

Prinzessin Natalie von Norland ist sehr glücklich – denn sie ist verliebt in Lord Freddy Ralston, den Sohn einer englischen Adelsfamilie. Aber als er sie eines Abends unter einem fadenscheinigen Vorwand verlässt, wird Natalie misstrauisch und fährt ihm unbemerkt nach. Sie findet heraus, dass sich Freddy mit einer anderen Frau trifft, die zudem noch als Stripperin in einem zwielichtigen Nachtlokal arbeitet. Da bricht eine Welt für sie zusammen.
Natalie ahnt jedoch nicht, dass Freddy in einer geheimen Mission unterwegs ist und dass es dabei um das Schicksal der gesamten norländischen Königsfamilie geht. Eine Gruppe von Verschwörern hat ein Attentat geplant – und Freddy will es mit allen Mitteln verhindern!

Leseprobe

KÖNIGSHAUS NORLAND

 

Band 7

 

Der Lord und die Stripperin

 

Ein Roman von Earl Warren

 

 

IMPRESSUM

 

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author/ Titelbild:

© dieser Ausgabe 2016 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

 

 

 

 

Klappe

 

Prinzessin Natalie von Norland ist sehr glücklich – denn sie ist verliebt in Lord Freddy Ralston, den Sohn einer englischen Adelsfamilie. Aber als er sie eines Abends unter einem fadenscheinigen Vorwand verlässt, wird Natalie misstrauisch und fährt ihm unbemerkt nach. Sie findet heraus, dass sich Freddy mit einer anderen Frau trifft, die zudem noch als Stripperin in einem zwielichtigen Nachtlokal arbeitet. Da bricht eine Welt für sie zusammen.

Natalie ahnt jedoch nicht, dass Freddy in einer geheimen Mission unterwegs ist und dass es dabei um das Schicksal der gesamten norländischen Königsfamilie geht. Eine Gruppe von Verschwörern hat ein Attentat geplant – und Freddy will es mit allen Mitteln verhindern!

 

 

 

Roman

 

An diesem späten Nachmittag ertönte ein Kichern aus den Räumen von Prinzessin Natalie im Nebenflügel des Schlosses Bentwaldt. In ihren beiden Zimmern war eine fröhliche Kissenschlacht im Gang, die sie sich mit ihrem Verlobten Freddy Ralston lieferte. Die 21jährige Prinzessin von Norland und der drei Jahre ältere Freddy balgten sich und bewarfen sich im Verlauf eines Schäferstündchens mit Kissen.

Sie waren nach dem Lunch mit den Prinzen Bernt und John sowie mit Prinzessin Ines und Nicole Adams zusammen gewesen. Dann jedoch hatten sie sich zurückgezogen, weil sie allein sein wollten.

Nun durchtobten die schwarzhaarige Prinzessin und der rotblonde, schlaksige Engländer das luxuriös eingerichtete Zimmer, das Natalie immer bewohnte, wenn sie sich im Königlichen Schloss in der Hauptstadt aufhielt.

Ein Kissen flog durch die Luft. Freddy schrie zum Schein empört auf.

Wie kannst du es wagen?“, fragte er. „Du hast mich am Kopf getroffen.“

An keinem edlen Körperteil also. Und du hast deine Hand gegen ein Mitglied der Königsfamilie erhoben. Schamloser Engländer.“

Ich werde diesem Mitglied der Königsfamilie sogar den Hintern versohlen“, sagte John und näherte sich.

Natalie, nur im Höschen, mit üppigen Brüsten, schwarzhaarig – die Haare reichten ihr bis auf die Schultern – und strahlend blauen Augen stand vor dem zerwühlten Bett, das von einer leidenschaftlichen Liebesstunde kündete. Freddy Ralston, der nur einen Slip am Leib trug, schlich näher.

Natalie ergriff ein Kissen und holte damit aus. Eine wertvolle antike Uhr wurde vom Nachttisch gefegt, ihr Glas zerbrach.

Sie wich aus, als Freddy sie packen wollte, und sprang übers Bett. Sie kreischte dabei wie ein Teenager. Freddy verfolgte sich, verhedderte sich mit den Füßen im Bettlaken und fiel bäuchlings aufs Bett.

Die hübsche Prinzessin lachte ihn laut aus.

Haha, mich kriegst du nicht, Tommy.“

Das war von jeher der Spitzname für die Engländer.

Ich kriege dich doch!“

Freddy stand auf, warf das Laken zur Seite und verfolgte Natalie, die ihn mit weiteren Kissen und leichten Gegenständen bewarf. Sie wich in den Flur aus und flüchtete ins Bad, dessen Türe sie zuhielt.

Freddy drückte mit aller Kraft, um sie zu öffnen. Da er stärker als Natalie war, gelang ihm das auch. Aber schon besprühte sie ihn mit Rasierschaum, der für ihn da war, allerdings nicht in die Augen. Freddy wich zurück und entwand ihr die Sprühdose.

Natalies große Brüste mit den festen Spitzen, die rosige Höfe umgaben, pressten sich gegen Freddys muskulösen, hageren Körper.

Natalies Widerstand erlahmte, und er presste seine Lippen auf ihren vollippigen Mund. Schon wollte er sie aufheben und wieder zum Bett tragen, um eine weitere Runde im Liebesclinch einzulegen.

Da entwand Natalie sich ihm.

Hereingelegt!“, triumphierte sie und stürmte davon.

Freddy lief lachend hinterher. Weil sie keinen anderen Ausweg mehr sah, im Eifer des Gefechts oder der Liebesbalgerei, riss Natalie die Tür zum Flur auf und spähte hinaus. Der lange Korridor mit dem Läufer am Boden lag verlassen. An den Wänden hingen in regelmäßigen Abständen Gemälde. Ab und an standen Rüstungen in Wandnischen.

Das Licht brannte schon, einzelne runde Leuchten, denn es war bereits düster in dem großen Palast.

Freddy näherte sich, sichtlich erregt.

Natalie ging auf den Flur und streckte ihm die Zunge heraus.

Bäh!“

Also… man sollte nicht glauben, dass du neulich 21 Jahre alt wurdest und einen akademischen Abschluss im Fach der Wirtschaftswissenschaften machen willst. – Komm wieder herein. – Wenn jemand dich sieht…“

Sei nicht so prüde, Freddy. Du haarespaltender Jurist.“ Freddy hatte neulich in London sein Staatsexamen erfolgreich abgelegt. „Ich habe nichts zu verstecken. Im Gegenteil…“

Wenn das der König wüsste.“

Opa Erik hat für weibliche Schönheit durchaus etwas übrig.“

Komm her! Komm herein…“

Ich traue dir nicht. Du willst bestimmt über mich herfallen und mich armes unschuldiges Mädchen ins Bett zerren, du Wüstling. Ich bin jedoch eine anständige Prinzessin von Norland.“

Wenn du nackt im Korridor stehen möchtest, bitte“, sagte Freddy grinsend. „Ich kann warten. Klopfe, wenn du wieder herein willst.“

Damit schloss er die Tür. Er lehnte sich mit dem Rücken dagegen und lachte in sich hinein, denn er erwartete, dass Natalie bald klopfen und ihn um Einlass bitten würde. Da sah er sich aber getäuscht. Fünf Minuten vergingen, und es tat sich nichts.

Da wurde Freddy die Zeit zu lang. Er öffnete die Tür und schaute hinaus. Der Korridor lag leer, von Natalie war nichts zu sehen.

Natalie? Wo bist du?“ Freddy erhielt keine Antwort. „Natalie, Darling.“

Wo mag sie denn sein, überlegte sich Freddy? Nur im knappsitzenden Höschen und Oben ohne konnte Natalie nicht weit gegangen sein. Sie wird sich in einer Nische versteckt haben, dachte Freddy, oder in einem der Zimmer. Oder sie hat sich in einen Vorhang gehüllt und spaziert damit durch die Korridore.

Natalie konnte sehr ausgelassen sein. Manchmal fast kindisch. Freddy fragte sich, wo sie sich etwas zum Anziehen besorgt haben konnte, denn in der Aufmachung, in der sie jetzt war, konnte sie sich schlecht öffentlich zeigen.

Natalie?“

Freddy erwog schon, in die beiden Zimmer der Prinzessin zurückzukehren und sich etwas anzuziehen, um auf die Suche zu gehen. Da hörte er ein Kichern.

Dann den Ruf: „Ich bin hier!“

Er wusste nicht, woher genau dieser kam, ging jedoch in die Richtung. Er ging den Korridor entlang. Da war niemand. Freddy in seinem Dreiecksslip, noch immer erregt, ging zur Ecke. Keine Natalie war zu sehen.

Da klapperte es hinter ihm, und eine Frauenstimme kicherte wieder.

Tollpatsch! Blinder Gockel!“

Beides in Norländisch, der Sprache, die Freddy, der sehr sprachbegabt war, extra gelernt hatte, seit er sich in Natalie verliebte.

Er drehte sich um, sah jedoch niemanden. Er schüttelte den Kopf. Das konnte nicht sein.

Huhu“, erklang es dumpf.

Ha!“, rief der zukünftige Lord und ging zu der Rüstung, die in der Nische stand, hob das Visier hoch – und schaute in Natalies lachendes Gesicht.

Das ist ja eine Raubritterin!“, rief Freddy. „Ich wette, sie will sich von mir einen Kuss rauben. Und das wird erst der Anfang sein.“

Küsse mich ruhig“, lachte Natalie ihm ins Gesicht. „Ich bleibe in der Rüstung, da bin ich vor deiner Sexgier sicher. – Küssen darfst du mich immerhin.“

Sonst hatte sie gegen Freddys Sexgier, wie sie sie übertrieben nannte, nichts einzuwenden. Freddy näherte seinen Mund dem offenen Visier und Natalies Lippen – da wurde das Visier zugeschlagen, und Freddy sah sich dem geschlossenen Kopfteil der gedrungenen Rüstung gegenüber.

Leif der Rote, stand unten am Sockel der Rüstung. 1283 – 1335.

Die weiteren Daten Leifs waren nicht bekannt und interessierten Freddy nicht.

Willst du wohl aus der Rüstung kommen?“, fragte Freddy und versuchte, Natalie aus dieser herauszuholen.

Das erwies sich als schwierig. Es wurde eine seltsame Balgerei, die das Liebespaar entzückte. Natalie kicherte in der Rüstung. Sie wehrte sich. Freddy gab sich empört.

Gleich hole ich den Schmied, dass er dich aus der Rüstung schneidet, du Eiserne Jungfrau. Oder ich besorge mir einen Büchsenöffner.“

Kriegst du nicht. Gibt es nicht“, klang es dumpf in der Rüstung.

Natalie hatte sich heftig bewegt. Sie rangelte in der schweren Rüstung, deren Scharniere beweglich waren, mit ihrem Geliebten. Da verlor sie das Gleichgewicht. Freddy konnte sich nicht halten. Es schepperte, als Natalie mitsamt Rüstung, in der sie steckte, krachend hinfiel.

Sie lag reglos auf dem Bauch. Freddy drehte die Rüstung mit einiger Mühe um, wobei er schmerzvoll das Gesicht verzog. Die Rüstung war ihm nämlich auf den Fuß gefallen, nicht mit dem vollen Gewicht, sonst hätte es übel ausgehen können. Die eiserne Hand Leifs des Roten hatte Freddy am Fuß erwischt.

Bist du verletzt?“, fragte der junge Lord. „Schatz, gib doch Antwort. – Ist alles in Ordnung?“

Er gefror fast zur Salzsäule, als eine Frauenstimme hinter ihm ertönte: „Junger Mann, was tun Sie denn da? Und in diesem Aufzug? Sind Sie ein Eisen- oder Rüstungsfetischist?“

Lord Freddy – er würde es eines Tages sein – drehte sich um. Fünf Pudel kläfften ihn an. Vor ihm stand die mittlerweile 96jährige Lady Deanna, die Schwiegermutter des alten Königs aus seiner ersten Ehe, die ebenfalls ihm Palast lebte. Sie trug einen ihrer enorm großen Hüte, für die sie bekannt war, und hatte ein geblümtes Kleid an.

Ihre Zofe oder eine ihrer Zofen, ein junges, recht farbloses Ding in dunklem Rock und weißer Bluse, begleitete sie.

Lady Deanna von Norland – so ließ sie sich anreden – hielt ein Lorgnon in den runzligen Händen, die große Brillantringe zierten.

Wer sind Sie, und was machen Sie hier?“, fragte sie und schaute Freddy, der knallrot wurde und beide Hände vor seine Männlichkeit hielt, die den Slip bauschte, von oben bis unten an.

Junger Mann. Gehören Sie etwa zum Schlosspersonal?“

Freddy war ihr längst vorgestellt worden. Doch ihr Gedächtnis ließ die uralte Frau manchmal im Stich. Dann verwechselte sie Väter mit ihren Söhnen und umgekehrt oder sprach von Leuten, die längst gestorben waren, als ob sie gleich zur Tür hereinkommen würden.

Als senil konnte man sie jedoch nicht bezeichnen.

Ich habe im Lauf meines langen Lebens sehr viel erlebt und erfahren“, sagte die alte Lady, die sich auf einen Krückstock mit goldener Krücke stützte. Das Alter hatte sie einschrumpfen lassen, sie war gebeugt, aber noch immer eine würdevolle Erscheinung. „Eigentlich dachte ich, dass mir nichts Menschliches mehr fremd sei. Aber Sie überraschen mich doch, junger Mann.“

Die Zofe schwieg. Die fünf silbergrauen, sehr gepflegten Pudel hatten zu Bellen aufgehört.

Wie heißen Sie denn?“, fragte die alte Lady.

Freddy Ralston, äh, Sir Frederick Ralston, ältester Sohn von Lord Ralston aus Norfolkshire, Lady Deanna. Wir hatten schon das Vergnügen, miteinander bekannt gemacht zu werden.“

Ralston, Ralston, hm, ja, der Sohn von dem jungen Ralston, der vor fünf Jahren verstorben ist?“

Das war mein Großvater, Lady Deanna.“

Der „junge“ Ralston war zum Zeitpunkt seines Ablebens immerhin 76 gewesen, für die 96jährige Lady allerdings in Vergleich zu ihr noch ein junger Mann.

Ihr Großvater? Nein, wie die Zeit vergeht. Ja, ja, die Ralstons sterben jung“, sagte Lady Deanna. „Jetzt erinnere ich mich an Sie. Sie sind mit meiner Urenkelin Natalie liiert, der Tochter Jennifers und Morten Hansons, den Jennifer gleich hätte heiraten sollen, als sie sehr jung von ihm schwanger war. Erik in seiner Hirnlosigkeit hat es verboten und damit viel Schaden angerichtet, der jetzt Gottlob behoben ist.“

Mit Erik war König Erik gemeint.

Sie sind das, der Enkel von Lord Richard. Ihr Großvater war ein hervorragender Polospieler, junger Mann, zu Pferd sah er wie ein Adonis aus. Lang ist das her.“

Lady Deanna war manchmal weitschweifig, wie viele alte Leute, für die Zeit und Präzision eine andere Rolle spielten als für die Jüngeren. Wer der Ewigkeit nahe war, brauchte sich nicht mehr zu hetzen, und am Ende des Lebens hatte man eine andere Sichtweise und Beurteilung der Dinge.

Ja, Richards Enkel“, sagte Freddy, der noch immer mit zwischen die Beine gepressten Händen dastand, obwohl seine Männlichkeit längst wieder normale Maße angenommen hatte.

So reden Sie doch etwas deutlicher, ich kann Sie sonst nicht verstehen.“

JA, ICH BIN LORD RICHARDS ENKEL.“

Aber was schreien Sie denn, ich bin doch nicht taub.“

Lady Deanna hatte ein Hörgerät, das ihr mitunter Streiche spielte. Hauptsächlich kam das daher, weil sie heftig darauf klopfte, wenn es ihr gestört zu sein schien. Davon war sie nicht abzubringen, zur Freude des Hörgerätetechnikers und –verkäufers.

Und nun erklären Sie mir mal, warum Sie sich in Unterhosen in unserem schönen Schloss Bentwaldt herumtreiben und mit einer Rüstung beschäftigen.“

Urgroßmutter, ich bin in der Rüstung!“, ertönte da eine Stimme. Natalie hatte bis jetzt geschwiegen. „Holt mich heraus aus dem Ding. Es ist unbequem, und es drückt, au, au, au. – Außerdem habe ich mir beim Hinfallen weh getan.“

Aber… Natalie, was machst du denn in der Rüstung?“, fragte die alte Lady. „Wer hat dich in Harnisch gebracht?“

Uroma, bitte, bringe mich nicht zum Lachen, es schmerzt. Befreit mich aus diesem Gefängnis.“

Während sich Freddy und die Zofe bemühten, Natalie aus der Rüstung zu helfen, spielten sich anderswo im Palast andere Dinge ab.

 

*

 

Prinz René saß in einem Salon des königlichen Schlosses in Tjellborg am kalten Kamin. Er merkte es nicht einmal, dass die Flammen im Kamin erloschen waren. Der Goldene Oktober hatte schon lange begonnen, das Königreich Norland rüstete sich zum 50jährigen Thronjubiläum von König Erik, und das 200jährige Regierungsjubiläum der Dynastie Bentwaldt stand bevor.

Gustav Ludwig II, genannt der Eiserne oder der Löwe des Nordens, hatte das Reich in der Mitte des 18. Jahrhunderts gegründet. Zwei Generationen nach ihm war die Bentwaldt-Dynastie auf den Thron gekommen, weil die Linie des Reichsgründers ausstarb und hatte ihn seitdem inne. Seitdem war viel Wasser den Tjoll-Fluß hinunter ins Meer geflossen, Norland zu einer konstitutionellen Monarchie mit einer Parlamentsregierung geworden und vieles andere mehr.

Doch Norlands Tannen grünten noch immer, schneegekrönt ragte das Palderhorn, der höchste Berg der Norland-Bergkette im Landesinnern, das Ren zog durch die norländische Tundra, und der König saß auf seinem Thron. So hieß es in der norländischen Nationalhymmne, die da anfing „Norland, Norland, Stolz des Nordens, Hort der Freien, Land der Gerechtigkeit“.

Das Herz des 49jährigen Kronprinzen jedoch war gebrochen, und er hatte keine Freude an dem sonnigen Oktobertag, noch an dem prachtvollen Zimmer. Sein Herz war schwer, und er war melancholisch, seit seine langjährige Geliebte Lady Beatrice von Ottrein-Hahlöö im August dieses Jahres bei einem tragischen Jagdunfall ums Leben gekommen war.

Zwar hatte er sich danach seiner Gattin Desiré wieder etwas angenähert, doch vermochte für sie keine Gefühle zu empfinden. Sein Herz war wie tot, die Trauer um die Geliebte, die ihm jeden Tag fehlte, schnürte es ab wie ein Eispanzer. René kam sich vor, als ob er unter Eisschicht leben würde, die ihn von anderen Menschen trennte.

Weder sein Vater noch der Rest der Familie vermochten ihn aufzuheitern. Er sah aus dem Fenster des Salons, eines der 320 Zimmer des königlichen Schlosses aus der Barockzeit, das in den Schlosspark hinausführte. Das Laub der Bäume im Park hatte sich verfärbt, herbstliche Blumen blühten, die Springbrunnen plätscherten.

Prinz René sah seine beiden stattlichen Söhne Bernt und John, beide mit ihren Frauen. Bernts Gemahlin war Prinzessin Ines Bentwaldt von Norland, Marquesa de Castignada, wie sie mit vollem Namen nun hieß. Sie lachte zu ihrem hochgewachsenen, blonden Gatten empor. Sie war schwarzhaarig und so schön, dass es ein Traum war.

Dunkeläugig, gertenschlank mit elastischen Bewegungen. Das taubenblaue Kleid betonte ihre Figur. Sie strahlte und glänzte; nachdem sie nach einigen Intrigen und Schwierigkeiten in Südamerika Bernt geheiratet hatte, waren die beiden überglücklich.

Sie lebten im Siebten Himmel, befanden sich in den Flitterwochen – die Hochzeitsreise lag allerdings schon hinter ihnen – und es hätte normalerweise jeden erfreut, dieses junge Glück zu sehen. Kronprinz René brachte nur ein mattes Lächeln zustande. Prinz John, 23, war ein Jahr jünger als sein Bruder und etwas kleiner.

Nicole, seine Verlobte, wirkte in ihrem grünen Kleid forsch, was sie auch war. Rotblond, eine Bürgerliche mit Sommersprossen und kecker Stupsnase, brachte sie einen frischen Wind an den Norländischen Königshof. Sie war eine Malteserin, Tochter eines britischen Vaters und einer maltesischen Mutter. Sie stammte von der Inselrepublik Malta, war Reise- und Hotelfachfrau mit Fachschuldiplom und sprach mehrere Sprachen.

Prinz John hatte sie bei einer abenteuerlichen Kreuzfahrt in der Karibik kennen und lieben gelernt. Die Tochter des Pseudofürsten von Gozo, was eine maltesische Insel war, hatte es auf John abgesehen gehabt, doch ihre egozentrische exaltierte Art stieß ihn ab. In Nicole Adams hingegen glaubte er seine große Liebe gefunden zu haben.

Sie war zweieihalb Jahre älter als Prinz John, etwas burschikos, und deshalb erinnerte sie Kronprinz René an seine geliebte Beatrice, wegen der er sich von seiner Gattin Kronprinzessin Desiré hatte scheiden lassen wollen. Trotz langjähriger Ehe und dreier mittlerweile erwachsener Kinder, von denen die 19jährige Prinzessin Alexa das jüngste war.

John und Nicole waren noch nicht verheiratet, das sollte im nächsten Frühjahr stattfinden. König Erik und seine Gattin, die 48jährige Königin Patricia Simone Bentwaldt von Norland, Comtesse d’Ancourt, hatten um Gnade gebeten.

Noch eine Feier in diesem Jahr verkrafte ich nicht“, hatte der silberhaarige König gesagt. „Meine Hochzeit, mein 50jähriges Thronjubiläum, meinen 75. Geburtstag, Bernts Hochzeit - auch wenn sie in Südamerika stattfand, hatten wir hier doch einen festlichen Staats- und Galaempfang für das junge Paar - fanden schon statt. Das 200jährige Regierungsjubiläum der Dynastie Bentwaldt und mein 50jähriges Thronjubliäum stehen noch bevor. Zudem passierte vieles andere in den vergangenen zwölf Monaten. Ihr werdet euch noch etwas gedulden können.“

John und Nicole willigten ein. Nicole war in das Königliche Schloss eingezogen. Der König sah sie ein wenig skeptisch, und er glaubte, ein paar Monate Wartezeit würden das Paar seine Verbindung vielleicht noch einmal überprüfen lassen. Er wollte sich später jedenfalls nicht vorwerfen lassen, durch seine Zustimmung zu einer vorschnell geschlossenen Ehe hätte er einer unglücklichen Verbindung Vorschub geleistet.

Diese Bedenken vertraute er allerdings nur seiner Gattin an, seiner zweiten Ehefrau, nachdem er fünf Jahre verwitwet gewesen war. Bei einem Flugzeugabsturz war seine langjährige Gattin, die unvergessene Königin Andrea, die Mutter seiner Kinder, ums Leben gekommen.

Königin Patricia, eine echte Lady, war etwas mehr als ein Vierteljahrhundert jünger als ihr Gatte, der König, der jedoch sehr vital war. Auch wenn sein Herz im Sorgen bereitete und er wohl über kurz oder lang um eine Bypassoperation nicht herumkommen würde.

Prinz Johns Herzallerliebste Nicole Adams war kess in ihrer Art, und man wusste nicht, ob sie sich in die Königliche Familie hineinfinden und den Ansprüchen der höfischen Etikette gerecht werden würde. Zudem hatte König Erik bei seinen Kindern schon einiges an Unglück in der Liebe erlebt, auch gescheiterte Ehen – die seiner Tochter, Prinzessin Jennifer, die ein Kapitel für sich war.

Jetzt endlich hatte sie mit ihrer Jugendliebe, dem Milliardär Morten Hanson, nach vielen Schicksalsprüfungen ihr Glück gefunden. Die Ehe des Kronprinzen René mit seine Gattin Desiré war ein Kapitel für sich – von Entfremdung und einer lange Zeit aufgetretenen Unvereinbarkeit der Charaktere überschattet. Kein Hass, aber Kühle hatten sie dominiert.

Ein Graben war zwischen den Eheleuten entstanden und immer tiefer geworden. Erst nach dem Tod Lady Beatrices, seiner Geliebten, zeigte sich Kronprinz René für seine Gattin wieder zugänglicher, und niemand wusste, ob es mehr als Mitleid und Berechnung – sie strebte den Königsthron an – war, der die mondäne Kronprinzessin bewog, sich ihrem Mann wieder zuzuwenden.

Er sah seine Söhne und ihre schönen, jungen, blühenden Frauen im Park. Die Prinzen trugen Freizeitkleidung bester Garnitur. Sie lachten, sie waren verliebt.

Für ihren Vater, den sie am Fenster nicht bemerkten, war alles düster. Wie schnell kann das Leben vorbei sein, dachte er. Wie ein Hauch ist es, und was bleibt davon?

Er trat vom Fenster zurück und setzte sich, ein Mann Ende Vierzig, hoch gewachsen, mit einer kahlen Stelle am Hinterkopf und Lederflicken an den Ellbogen seiner Tweedjacke. René von Norland war langnasig und keine Schönheit. Das Volk nannte ihn den Moorprinzen, weil er die Einsamkeit und das Hochmoor liebte, naturverbunden war und sich stark für den Umweltschutz engagierte.

Es klopfte, auf sein „Entrez!“ trat Kronprinzessin Desiré ein. Sie war gut mittelgroß, dunkelblond, elegant wie immer und trug wertvollen Schmuck, ohne den sie kaum je gesehen wurde. 45 Jahre alt, jünger aussehend, mit grauen Augen und einem Lächeln, von dem böse Zungen sagten, dass es aufgesetzt und nicht echt sei.

Was führt dich zu mir?“, fragte René etwas abweisend.

Sie strich ihm über den Arm.

Ich wollte dich sehen, schließlich bin ich deine Frau.“

Ich weiß.“

Sehr ermutigend klang das nicht. Wäre Lady Beatrice nicht ums Leben gekommen, wäre die Scheidung schon eingereicht gewesen.

Setz dich zu mir.“

Sie saßen am Kamin nebeneinander. Die Uhr auf dem Kaminsims tickte, und René von Norland wurde es eng in der Kehle. Ihm war, als ob die Uhr ihm seine Lebenszeit vertickte, als ob er in diesem Zimmer und im Schlosse gefangen sei.

Plötzlich erschien ihm sein ganzes Leben absurd.

Wir sollten uns trennen, Desiré“, sagte er. „Unsere Ehe war schließlich am Ende, ich gab schon die Scheidung bekannt, was später als Irrtum hingestellt wurde, ein Versehen einer untergeordneten Stelle bei Hof – der Kronrat Mettlund hat das so gedreht – und was hat sich seitdem geändert?“

Was würdest du dir von einer Scheidung versprechen?“, fragte Lady Desiré. „Falle ich dir zur Last? Wir haben getrennte Schlafzimmer und sogar Wohnsitze, auch sonst behellige ich dich nicht. – Ich kann auch jetzt gehen, wenn du das möchtest.“

Es war halb eine Frage.

Nein, so war es nicht gemeint.“

Wie dann?“

Ich… ich weiß nicht, wie ich es dir erklären soll. Ich…“

Plötzlich fing Kronprinz René zu weinen an. Er verbarg das Gesicht in den Händen und schluchzte.

Ich habe versagt“, stammelte er. „Als Ehemann, als Vater, auch als Geliebter. Wie kann ich je König sein? Wer bin ich denn? Verschroben, ein Eigenbrötler. Es dürfte am Besten sein, wenn ich zugunsten meines ältesten Sohnes Bernt auf den Thron verzichte. Dann kann ich meinen Interessen gemäß leben, irgendwo abseits vom Trubel der Hauptstadt und weg von der Politik. Ein König trägt eine große Verantwortung, auch wenn er das Land nicht regiert. Bernt ist da besser geeignet als ich.“

Soll ich dir sagen, wie ich darüber denke?“

Tue es, ich bitte darum.“

Offen und ehrlich?“

Ja.“

Dann schaue mich an.“

Es dauerte eine Weile, bis René den Kopf hob. Seine Augen waren gerötet.

Du bist mir kein sonderlich guter Ehemann gewesen, René Bentwaldt“, sagte die Kronprinzessin. „Ich kannte immer meine Pflicht. Ich habe drei Kinder geboren und nie etwas getan, was den Interessen des Hauses Bentwaldt widersprochen hätte. Du aber… du bist deine Wege gegangen, wie es dir passte. Still und heimlich wolltest du dich aus der Politik verabschieden, wie du es nun von der Thronfolge willst. – Stattdessen zogst du dich ins Moor zurück, brachtest die Zeit mit deiner Geliebten zu, der Lady Beatrice, die ihrerseits Mann und Kinder hatte, und ließest deinen Vater und andere die Last der Verantwortung tragen.“

Ich habe meine Repräsentationspflichten wahrgenommen, Desiré. Auch mit dir zusammen. Was kann ich dazu, dass ich so bin, wie ich bin?“

Du machst es dir einfach. Du bist auf deine Bequemlichkeit aus. Jetzt willst du dich vor der Thronfolge drücken und deinem Sohn die Last aufbürden, die sie mit sich bringt – denn dein Vater lebt nicht mehr ewig – und für die Bernt noch nicht reif ist. Du willst Bernt und Ines egoistisch das Glück ihrer jungen Ehe stehlen.“

Das ist nicht wahr, Desiré. Auch andere sind schon sehr jung König und Königin geworden. Mein Vater bestieg mit nicht einmal 25 Jahren den Thron. Er hat sich nie darüber beklagt.“

Er wurde König, weil einer es sein musste, sein Vater war tot, sein älterer Bruder am Amazonas spurlos verschollen, er ist bis heute nicht aufgetaucht. König Eriks Mutter war der Belastung, die eine Königin hat, nicht gewachsen. Deshalb trat Erik von Norland die Thronfolge an.“

Ich sollte Bernt fragen“, murmelte René, „wie er das sieht.“

Ich habe mit ihm gesprochen, als seine Mutter und die zukünftige Königin.“

Was redest du da? Das wäre meine Sache gewesen.“

Das sehe ich anders. Um es kurz zu machen, Bernt reagierte reagierte geradezu fassungslos auf die Vorstellung, dass du auf den Thron verzichten und ihn in der Thronfolge vorschieben könntest. Er meinte, du wärst erzogen worden, König von Norland zu sein, er würde dir ein langes Leben wünschen, und von ihm aus könntest du lange regieren. – Seinem Großvater wünscht er natürlich genauso ein langes Leben.“

Wenn er so alt wird wie meine Großmutter Lady Deanna, überlebt er uns alle“, sagte Kronprinz Erik, der manchmal einen skurrilen Humor hatte.

Ich würde es ihm gönnen, aber ich glaube es nicht“, sagte die Kronprinzessin.

Bernt will also nicht König sein?“, fragte ihr Gatte.

Er sieht keinen Grund, vorzeitig an deine Stelle zu rücken. Dein Vater, König Erik, ist herzkrank, wie du weißt. Er ist zudem der Meinung, dass fünfzig Jahre als König von Norland genug seien, auch habest du lange genug auf die Thronbesteigung gewartet. Er will nicht erst abtreten, wenn er senil ist und mit dem Kopf wackelt.“

Das hat er dir gesagt? Darüber hast du mit ihm gesprochen, Desiré?“

Ja. Nach dem fünfzigjährigen Thronjubiläum will er als König zurücktreten. Nicht sofort, aber bald, und seine letzte Lebensspanne mit Patricia in Ruhe verbringen. Er habe lange genug in der Verantwortung gestanden, meinte er.“

Und Patricia? Was sagt sie dazu? Will sie nicht Königin bleiben?“

Sie liebt deinen Vater, nicht die Würde der Königin.“

Ein König im Ruhestand“, sagte René. „Das wäre etwas Neues. Nicht häufig, würde ich sagen.“

Es gab und es gibt durchaus Ex-Könige. Könige, regierende oder andere, sind ohnehin nicht mehr häufig. Es muss einer nicht auf dem Thron sterben, schon gar nicht, wenn er ihn fünfzig Jahre lang inne gehabt hat, was bei deinem Vater im November der Fall sein wird.“

René überlegte.

Du bist ehrgeizig“, sagte er dann zu seiner Gattin. „Du hast immer Königin von Norland werden wollen. Ich aber, ich bin schon länger entschlossen auf den Thron zu verzichten. Ich wollte mich von dir scheiden lassen, meine Liebe, wegen Unvereinbarkeit der Charaktere, Lady Beatrice heiraten und auf den Thron verzichten.“

Und dich im Moor verkriechen“, sagte die Kronprinzessin. „Dich zurückziehen, vergraben, verstecken.“

Mein Leben zu leben, so wie es mir gefällt.“

Dein Leben ist vorbestimmt. Du bist für den Königsthron vorgesehen. Denke an deine Pflicht.“

Das ist mir von Kind auf gesagt worden.“

Dann tu das, was dir gesagt wurde. Sei ein Mann, werde König. Werde endlich erwachsen. Verkrieche dich nicht wie ein trotziges Kind.“

Ich kann Beatrices Tod nicht verwinden“, sagte René düster. „Ein anderer soll auf den Thron.“

Aber das Volk von Norland braucht dich, René. 12,5 Millionen Menschen.“

Ich regiere sie nicht. Jetzt nicht und später auch nicht.“

Du sollst sie nicht regieren, du sollst wie dein Vater vor dir die Monarchie und das Haus Bentwaldt fortführen. König Erik ist eine Symbolfigur. Die Regierungen und die Kabinette wechseln, der König bleibt. Er ist ein Garant für den Zusammenhalt Norlands, nicht wegzudenken, ebenso wenig wie die englische Königin von Großbritannien und aus dem Commonwealth.“

Wir haben kein Commenwealth.“

Auch Norland steht einem Staatenverbund vor. Der König hat politischen Einfluss. Ohne den König kein Norland. Und Bernt ist definitiv noch zu jung und zu unerfahren für den Thron.“

Kronprinz René seufzte.

Ich werde es mir überlegen“, sagte er. „Doch mein Vater war auch nicht älter als Bernt, als er den Thron bestieg. Er hat seine Aufgabe glanzvoll gelöst, über ein halbes Jahrhundert weg.“

Ja, und er will, dass du sein Nachfolger wirst.“

René schaute seine Gattin an, als ob er sie schon lange nicht mehr gesehen hätte. Er sah die Fältchen in ihren Augenwinkeln, die Veränderungen, die die Jahre mit sich gebracht hatten, seit er sie ganz jung kennengelernt hatte. Desiré war eine schwedische Prinzessin.

Der Kronprinz nahm ihre Hand.

Es sind schwere Stunden für mich“, sagte er, „und ich danke dir, dass du an meiner Seite bist. Verdient habe ich es nicht, denn ich vernachlässigte dich lange sträflich, wendete mich von dir ab. Meine Gefühle für dich erkalteten, mein Herz wendete sich einer anderen zu.“

Wir hatten uns auseinandergelebt. Doch ich habe nie aufgehört dich zu lieben. Im Grund meines Herzens liebte ich dich immer – und liebe dich nach wie vor.“

So wie am ersten Tag, als wir uns kennenlernten?“, fragte René seine elegant gekleidete Gattin.

So wie am ersten Tag“, antwortete sie, und ihre graugrünen Augen strahlten ihn an.

Er hielt ihre Hand.

Das Leben führt einen seltsame Wege“, sagte er. „Und es ist nicht immer einfach.“

Er äußerte sich nicht weiter dazu, ob er den Königsthron besteigen wollte oder nicht. Er sprach auch nicht mehr von Beatrice. Desiré hatte Hoffnung. Sie wusste, dass René sich wahrscheinlich den Anordnungen seines Vaters fügen würde, wenn dieser abdankte und ihm sagte, er sollte den Thron besteigen.

Kronprinz René kannte seine Pflicht gegenüber den Hause Bentwaldt und dem Volk von Norland. Königin, dachte Desiré, ich werde Königin sein. Denn wenn ihr Schwiegervater zurücktrat, wegen seiner angegriffenen Gesundheit, würde Königin Patricia ihm folgen.

Dann war sie Ex-Königin, und vielleicht würde der alte König von Norland dann endlich ein paar Jahre Ruhe finden, die er niemals gehabt hatte. Desiré hätte es ihm gegönnt, und sich auch.

Sie dachte an die jüngere Generation, wie unbeschwert diese war. An ihre drei Kinder und auch an Prinzessin Natalie, die Tochter von Prinzessin Jennifer, Renés jüngerer Schwester, und Morten Hanson.

Sie ahnte nicht, wie es um Natalie und um Freddy in diesem Moment bestellt war.

*

 

Es bereitete einige Mühe, Natalie aus der Rüstung zu holen. Freddy Ralston mußte sich dazu eines antiken Dolchs bedienen, den er aus einem Raum nebenan holte, wo er als Dekoration an der Wand hing. Ein Rüstungsscharnier klemmte nämlich.

Endlich legte Natalie die Rüstung ab, in die sie zuvor hineingeschlüpft war, um sich vor Freddy im Scherz zu verstecken. Lady Deanna staunte nicht schlecht, ihre Urenkelin nur im Tangaslip vor sich zu sehen.

Sie schickte die Zofe mit den Pudeln ein Stück weit weg.

Pass auf, dass niemand kommt, Astrid“, befahl sie ihr.

Dann wendete sie sich an ihre Urenkelin und Freddy Ralston, die beide nur einen Tangaslip beziehungsweise ein knapp sitzenden Slip am Leib trugen. Natalie bedeckte die Brüste mit den Händen und war feuerrot im Gesicht.

Details

Seiten
120
Jahr
2016
ISBN (ePUB)
9783738905786
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2016 (November)
Schlagworte
königshaus norland lord stripperin

Autor

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Titel: Königshaus Norland #7: Der Lord und die Stripperin