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Kein Karneval in Rio

2016 100 Seiten

Leseprobe

CARSTEN ZEHM

 

 

Kein Karneval in Rio

 

Erzählungen

 

 

 

 

 

IMPRESSUM

 

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author/ Cover und Illustrationen by Carsten Zehm, 2016

Lektorat: Antonia Cota Pacheco

© dieser Ausgabe 2016 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

 

 

 

 

 

 

 

 

Mein Schwiegersohn, die Brasilianer und ich:

Was passiert, wenn man einen harmlosen deutschen Begriff wie „Wir sehen uns“ ins Englische übersetzt, abkürzt, bei Facebook postet und dann von Brasilianern lesen lässt? Kann man unter einem deutschen Nachnamen in Rio bei Starbucks einen Cappuccino bestellen? Hat Bastian Schweinsteiger etwas mit dem glattrasierten Kinn des Autors zu tun? Man steigt in Brasilien in ein Taxi und spricht kein Wort portugiesisch. Während der Fahrt stellt sich heraus, dass weder der Taxifahrer noch Google wissen, wo die Straße liegt, zu der man unbedingt fahren muss. Woher kommt jetzt Hilfe? Kann ein Brasilianer hier in Deutschland ein Konto eröffnen und Geld nach Brasilien überweisen?

Diesen und anderen Fragen wird in mehreren kurzweiligen Geschichten auf den Grund gegangen. Der besondere Reiz: all diese Geschichten hat der Autor selber erlebt, als seine Tochter sich auf den Weg nach Brasilien begab, um dort zu studieren … eigentlich.

 

 

 

 

 

 

Cabeça vazia é oficina do diabo.“

 

Ein leerer Kopf ist das Büro des Teufels.“

 

Brasilianisches Sprichwort

 

 

 

 

Für Theodor, Antonia und Pablo

 

 

 

Inhalt

 

1 Intro

2 Facebook

3 Duschen und Rasieren

4 Kokosnuss, oder?

5 Starbucks

6 Taxi

7 Massage

8 Gegenbesuch

9 Sachkenntnis

Über den Autor

 

 

1 | Intro

 

oder:

Warum ein paar klärende Worte zuvor manchmal ganz angebracht sind.“

 

 

Es gibt Bücher, die legen sofort los mit der Handlung. Des Weiteren gibt es Bücher, die brauchen fünfzig bis sechzig Seiten, bevor man überhaupt bemerkt, dass es eine Handlung gibt. Meistens lese ich bei denen gar nicht so weit.

 

Dieses Büchlein hier hat keine fünfzig Seiten Zeit, um den Leser zu zeigen, worum es geht. Es startet mit der Facebook-Geschichte. Nein, bei der erwähnten Geschichte geht es nicht um den Herrn Zuckerberg. Im Zentrum der Texte steht meine Familie und unsere Begegnung mit einem Land und dessen Bewohnern, das auf der Top Ten-Liste meiner geplanten Urlaubsländer bis vor ein paar Jahren etwa auf Platz zwanzig lag, oder auf Platz dreiundzwanzig.

Der aufmerksame Titel-Leser wird bereits erraten haben, dass es sich um Brasilien handelt.

 

Doch genau ein Jahr nach dem Weltmeistertitel der deutschen Fußballnationalmannschaft im Maracana-Stadion in Rio de Janeiro und ein Jahr vor den Olympischen Sommerspielen in derselben Stadt, lange bevor man hier in Europa vom Zika-Virus und dem Regierungssturz redete, reisten wir dorthin.

 

image 1

Rio de Janeiro, 2015

 

Was war geschehen, dass dieses Land von Platz Dreiundzwanzig innerhalb weniger Monate auf Platz Eins katapultiert wurde?

 

Ganz einfach: Die Tochter lernte einen Brasilianer kennen, wurde von ihm schwanger und reiste für ein Jahr nach Brasilien, unter anderem um zu studieren und ein Baby dort zu bekommen. Nichts Aufregendes also.

 

Wir als aufgeklärte Eltern von Welt nahmen die Gesamtsituation äußerst gelassen hin ...

 

Wer's glaubt ...“

 

 

Die folgenden Geschichten sind ein kleiner Ausschnitt dessen, was passiert ist, was wir dachten und erlebten, lustig, aber auch nachdenkenswert. Sie sind alle wahr und haben sich genauso zugetragen.

 

Und um die Internationalität dieses kleinen Buches zu unterstreichen, das von Deutschen im Brasilien und Deutschland und von Brasilianern in Deutschland und Brasilien handelt, geschrieben habe ich es an der Südspitze des Vänersees in Vänersnes/Schweden.

 

Viel Vergnügen, oder, wie die Brasilianer sagen würden: „Divirta-se!“

 

 

Alles, was war, ist der Anfang von dem,
was sein wird.“

 

Brasilianisches Sprichwort

 

 

 

2 | Facebook

 

 

oder:

Warum man deutsche Abkürzungen eines englischen Begriffs nicht ins portugiesische übersetzen sollte.“

 

 

Nachdem die weltbeste Göttergattin und ich den Freund unserer Tochter kennen gelernt und wir uns einhellig auf ein „ Das ist er!“ geeinigt hatten, fiel uns recht bald der große Nachteil dieser Beziehung ins Auge. Zwischen ihrem Wohnort in Hamburg und seinem in Campinas klaffte die unerhebliche Entfernung von gerade mal 10.000 Kilometern ... Luftlinie wohlgemerkt. Immerhin liegt Campinas nicht nur auf der anderen Seite des Äquators, sondern auch auf der anderen Seite des Großen Teichs. „Eine kleine Stadt, nicht weit von Sao Paulo“, wie mir der Mr. Right unserer Tochter bei meiner ersten Begegnung mit ihm mitteilte. Allerdings sollte Otto Normalverbraucher ohne ständigen Kontakt zu Brasilianern
wissen, dass die Worte „nicht weit“ für sie eine grundsätzlich andere Bedeutung als für uns Deutsche haben. Kein Wunder für ein Land, dass nur wenig kleiner ist als unser ganzer Kontinent. Im Falle von Campinas und der gigantischen Metropole Sao Paulo stimmt das jedoch. Wenn auch die Bemerkung, Campinas sei eine „kleine Stadt“ nur im Vergleich zu Sao Paulo stimmt. Mit knapp drei Millionen Einwohnern im Ballungsraum von Campinas verschwindet die Stadt förmlich neben den 21 Millionen der Region Sao Paulo.

 

Wie auch immer. Über der jungen Liebe dort in Hamburg schwebte das Damoklesschwert der baldigen räumlichen Trennung. Irgendwann in naher Zukunft wäre sein Auslandssemester vorbei und das Rückflugticket war bereits gebucht.

 

Wir waren froh, nicht in der Haut unserer Tochter zu stecken und bereiteten uns auf diverse „Auffangstrategien“ vor. Heißt, wir redeten darüber, dass es für die beiden nicht leicht werden würde.

 

Es begann eine Phase in unserem Leben, die wir Monate später mit den Worten „Aber manchmal wünscht man sich dann doch ein klein wenig Langeweile“ charakterisieren sollten.

 

Ein paar Wochen später war es zum Leidwesen der jungen Liebe so weit. Der Abflug kam näher, wir verabschiedeten uns via Skype, bemitleideten unsere Tochter gebührend und trösteten sie später am Telefon.

 

Als cooler Ehemann und Vater, Autor und Berufsschullehrer, der auch nach der abgeschlossenen Ausbildung seiner Schüler Kontakt zu ihnen halten möchte, bin ich natürlich bei Facebook. Am 24. Februar postete der Mr. Right unserer Tochter, den wir unter seinem zivilen Namen Pablo kennenlernten, seinen Abschiedspost auf Facebook.

 

 

image 2

Darin bedankte er sich in wenigen Zeilen bei all denen, die er in Europa kennen gelernt hatte und verabschiedete sich mit den Worten:

 

Details

Seiten
100
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783738905588
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2018 (September)
Schlagworte
kein karneval

Autor

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Titel: Kein Karneval in Rio