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Roy Matlock - der Eisenbahnmarshal #3: Feuermarke 2

2016 120 Seiten

Leseprobe

ROY MATLOCK

 

Der Eisenbahnmarshal

 

Band 3

 

Feuermarke 2

 

Ein Western von Glenn Stirling

 

 

IMPRESSUM

 

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author/ Titelbild: Nach einem Motiv von P.R. Goodwin, 2016

© dieser Ausgabe 2016 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

 

 

Klappe

Die schöne und skrupellose Helen Croyton hat einen Plan: sie will mit Aktien einer maroden Eisenbahngesellschaft den großen Gewinn machen. Und dafür braucht sie Roy Matlock. Wenn es nach ihr ginge, dann würde Matlock nicht mehr für die Union Pacific Railroad als Marshal arbeiten, sondern nur noch für sie.

Aber Matlock lehnt dieses Angebot ab – und diese Entscheidung bringt ihn in eine brenzlige Lage. Denn wer nicht für Helens Pläne ist, der ist zwangsläufig gegen sie. Und solche Gegner wie Roy Matlock muss man aus dem Weg räumen!

Helen Croyton weiß jedoch nicht, dass man Roy Matlock so schnell nicht besiegen kann. Denn wenn man einen Mann wie ihn in die Enge treibt, dann wird er zum Tiger ...

 

 

 

Roman

Sie war eine Frau, für die es sich gelohnt hätte, den Weg durch die Llanos zu Fuß hierher zu machen. Roy Matlock schluckte, so faszinierte ihn Helen Croytons Anblick. Die Tatsache, dass sie mit einem ganz großen Geldboss verheiratet war, vergaß Roy so sehr wie Ernest Jenkins, der ihm gerade eine Zigarre anbot.

Roy hatte jedoch nur Augen für Helen, marschierte auf sie zu, sah ihr erst in die Augen, dann in den tiefen Ausschnitt ihres Kleides und bemerkte:

Schöne Schuhe haben Sie an ...“

Sie brauchte eine ganze Weile, ehe sie seine nette Unverschämtheit begriff. Aber da hatte sie bereits Feuer gefangen. Das jedoch verbarg sie äußerst geschickt.

Sie blickte zu ihm auf, als wäre gar nichts, warf dabei den Kopf in den Nacken, dass eine Locke ihres schwarzen Haares aus der Stirn wehte. Ihre grünen Augen schienen zu leuchten, aber in Wirklichkeit spiegelten sich darin nur die vielen Kerzen des Kristallleuchters. In ihrer Rechten hielt sie das Champagnerglas. Es war noch halb gefüllt, und Roy fürchtete schon, sie werde ihm gleich den Inhalt ins Gesicht gießen. Das hätte er dann als Betriebsunfall verbuchen müssen.

Sie tat es nicht. Sie sah ihn nur ebenso an wie er sie. Und beide schienen das Prickeln zu spüren, das durch diesen tiefen Blick verursacht wurde.

Ich kriege dich, dachte Roy. So eine Frau lasse ich nicht wie kalten Kaffee stehen. Das nimmt ein Mann mit. Aber Jenkins wird gleich wieder blöd quatschen. Wo steckt der?

Er sah sich um, aber sein Boss, der Sicherheitschef der UPRR, unterhielt sich mit zwei anderen Gentlemen, die auf diesen Ball geladen waren. Irgendwie fiel Roy hier richtig auf. Nicht wegen seiner Kleidung. Den Frack hatte er sich geliehen, das Hemd war blütenweiß. Nein, daran lag es nicht. Aber seine Haut war tief gebräunt von der vielen Sonne und dem Wind. Er war nun mal kein Stubenhocker wie alle anderen hier, die mit hochvornehmen Worten und Gesten und mit feinstem Benehmen diesen Abend zierten. Roy hatte erst gar nicht kommen wollen, aber nun bereute er nichts mehr.

Er wusste von Helen nicht viel. Ihr Mann war so reich, dass er gar nicht mehr wusste, was ihm alles gehörte. Senator war er auch. Und viel älter als Helen, eigentlich unanständig viel älter, wie Roy meinte. Er hätte ihr Vater sein können. Aber so ist es nun mal. Reichtum glitzert und lockt. Helen genoss diesen Luxus sichtlich. Sie schien - so sah es Roy - das Spielzeug des mächtigen Croyton zu sein. Ein Bursche, der die Rockefellers und Vanderbilts duzte und bei ihnen ein und aus ging.

Sie sind Matlock, nicht wahr?“, fragte sie mit einer dunklen, sehr verheißungsvollen Stimme.

Es wunderte ihn, dass sie seinen Namen kannte, aber ihm missfiel die Art, wie sie das sagte.

Und Sie sind Croyton, wie?“, fragte er grinsend.

Sie zuckte mit keiner Wimper. „Gehen wir drüben an die Bar?“

Für einen, der die Wüste hinter sich hat, immer eine gute Tränke“, stellte Roy fest.

Sie sah ihn von der Seite an, als sie wie selbstverständlich nebeneinander auf den Nebenraum zugingen, wo eine Bar aufgebaut war.

Von Männern verstand sie etwas. Er war ein besonderer Mann. Nicht nur, weil er so braungebrannt war, auch nicht nur wegen der von vielen Kämpfen zerschlagenen Nase und den ein wenig wulstigen Augenbrauen. Er hatte mehr zu bieten. Das Fluidum blieb einer Frau wie ihr nicht verborgen. Und sie selbst war mit neunundzwanzig keine dumme Gans mehr, was die Männer anging. Sie wusste genau, wie man sich das Leben angenehm macht, und der stinkreiche Croyton hatte auch eine Nase dafür gehabt, wen er sich zum Maskottchen nahm.

An der Bar mixte ein Schwarzer. Im Augenblick hatte er Hochbetrieb. Aber für die Frau des Gastgebers räumte er sofort die Arena, strahlte, als sie einen Alamo-Vulcano bestellte, verzog aber das Gesicht, als er von Roy nichts weiter hörte als „Whisky Special“, und das war pur und voll.

Er zog seine Schau ab, wie er den Vulcano zusammenmixte, Chili grün hineintat und ein paar Oliven, in Zitronensaft gesäuert, auf einer Orangenscheibe obenauf schwimmen ließ. Die Flüssigkeit war süß und schwer. Wer davon blau wurde, wusste Roy, konnte sich am nächsten Tag den Schädel in drei Meter Höhe kratzen, so dick kam er ihm vor.

Während der Schwarze den Whisky eingoss und dies so tat, dass für das Glas fast Aufsatzbretter nötig gewesen wären, sagte Helen Croyton dunkel: „Ich glaube, wir trinken es draußen im Park ...“

Die Umstehenden, die keinen Blick von den beiden gelassen hatten, bekamen Augen wie die Spiegeleier, aber keiner machte den Mund auf. Auch Roy sagte nichts, schnappte sich sein Glas, trank Helen zu, nahm einen durstigen Schluck, dann noch einen, stellte das Glas wieder hin und schüttelte den Kopf, als der Keeper nachschenken wollte.

Das ist nicht gut für die Liebe, Amigo“, bemerkte Roy trocken, und die Umstehenden schnappten nur noch nach Luft. Der Keeper warf erst einen Blick auf Helen, dann auf Roy, dann wieder auf Helen, und was er dann für Augen machte, sah Roy nicht mehr, denn er nahm Helen am Arm und spazierte mit ihr auf eine der offenen Türen zu, die nach draußen führten.

Der „Park“ war in Wirklichkeit nichts als ein Stück übrig gelassene Urlandschaft mit Kakteen und Mesquite, Redprickles und Spanish Bayonetts. Es sah sehr malerisch aus, denn dazwischen hatte der vermögende Croyton Springbrunnen installieren lassen, die von Laternen erhellt wurden. Das bunte Licht dieser Lampen gab dem „Park“ etwas Romantisches. Überall standen Bänke, schöne weiße Bänke, die für sich schon etwas von dem vielen Geld verrieten, das der Besitzer hatte. Und Wasser in dieser wasserarmen Gegend einfach so in die Luft zu sprengen, das war der Luxus überhaupt.

Roy imponierte das viele Geld nicht. Er hatte eine Frau neben sich, von der er mit allen Fasern seines Körpers spürte, was der gefiel, was die wollte. Aber was sie wirklich wollte, ahnte er nicht.

Sie sagte es ihm, als sie aus der Sicht des Hauses hinter Agaven und Kakteen im Lichtschatten standen, den die Laternen ausbreiteten.

Unvermittelt legte sie ihm beide Hände auf die Schultern, als sie vor ihm stand, sah zu ihm auf und flüsterte:

Sie wollen mich, nicht wahr?“

Welcher Mann wollte das nicht, wenn er hier so vor Ihnen steht?“

Er roch den Duft ihres Körpers, ein verführerischer, verheißungsvoller Duft war das. Roy spürte, wie sich alles in ihm spannte.

Sie können mich bekommen, Roy. Sie heißen doch Roy?“

Er nickte nur. Dann wollte er sie in die Arme nehmen, doch sie trat einen Schritt zurück und wehrte ab. „Alles auf dieser Welt hat seinen Preis, Roy. Meiner ist ein Versprechen von Ihnen!“

Es hörte sich für ihn wie ein Befehl an. „Sie wollen Diskretion? Keine Sorge, ich rede nie mit anderen über eine Frau.“

Das setze ich voraus. Nein, es ist mehr, Roy. Es ist die Dunkerhill-Linie.“

Roy hätte fast durch die Zähne gepfiffen. Das also ist es! Was, beim Jonathan, weiß sie von der Dunkerhill-Linie? Aber bevor er dazu eine Frage stellen oder einen Gedanken zu Ende denken konnte, sagte sie:

Du bekommst mich, mein Liebling, und du bekommst einen feinen neuen Job bei dieser Linie, wenn du tust, was ich dir sage.“

Sie hatte ihre Arme um seinen Hals geschlungen, und er spürte ihre Brüste an seinem Körper. Und nicht nur die Brüste. Auch ihr Unterleib schmiegte sich an ihn, und die sanften Rundungen ihres wohlgeformten Körpers schienen elektrisch geladen zu sein. Es war, als strömte es glühend heiß auf ihn über.

Verdammt!, dachte er, nur nicht durchdrehen, alter Junge. Schön cool bleiben und nicht aussteigen.

Du hast herrliche Lippen ... herrlich“, hörte er sie flüstern, dann spürte er an seinen Lippen schon die ihren, auch wie reines Feuer.

Er war nicht gewohnt, die Schönheiten des Lebens einfach zu übersehen. Im Gegenteil. Und angemacht hatte sie ihn ohnehin schon genug.

Er hatte sie eine Sekunde später fest in den Armen, küsste sie voller Leidenschaft, und dann glitt seine Rechte mit sanften, einfühlsamen Fingern über ihren Rücken, zu den Hüften, tiefer zu ihrem Schenkelansatz. Und mit jedem Zoll, den er tiefer kam, war es wie mit einem Feuer, in das der Blasebalg Luft stößt. Helen Croyton war nicht nur eine Liebhaberin des Vulcano Drinks, sie war selbst ein Vulkan.

Sie stöhnte, presste sich an ihn, klammerte sich an ihm fest und küsste ihn auf Lippen, Kinn, Hals und Wangen. Ihre Begierde kannte keine Grenzen. Von Bedingungen war absolut keine Rede mehr. Sie fragte nicht, wie Roy ist, nicht, was er ist, sie wollte nur noch ihn, und sie wollte ihn jetzt.

Sie löste ihre Arme von seinem Nacken, und weil sie keine Geduld mehr hatte, weil sie ganz einfach meinte, verrückt zu werden, wenn er sie noch länger warten ließe, schob sie ihre Hände zwischen ihren Leib und den seinen. So suchten sich ihre schlanken Finger den Weg dahin, wo sie das Glück wusste, die Erfüllung ihrer Begierde. Roy begann zu kochen.

Er war nicht aus Stein, und sie fühlte mit Begeisterung, wie sehr ihn ihre Hände erhitzten, wie er ihren Körper an sich riss. Sie ließ sich zu Boden sinken und wurde bald wahnsinnig, weil es ihr viel zu lange dauerte, ehe er ihr die Kleidung vom Leib gezogen hatte und zu ihr kam.

Dann, als er sie nahm, hätte sie beinahe aufgeschrien vor Wolllust. Und sie hatte nur eine Angst, dass er womöglich von ihr lassen könnte, bevor sie die glückselige Erfüllung gefunden hatte.

Aber Roy wusste, wie man eine Frau glücklich macht. Und Bedingungen stellte er keine. Das tat auch Helen nicht mehr.

Sie hatte nicht gewusst, was für ein Mann er war. Jetzt wusste sie es, und sie war entschlossen, diesen Mann nie mehr herzugeben.

Als sie voneinander ließen, Roy sich wieder die Kleidung ordnete und Helen sich anzog, fragte er leise: „Und was war mit der Dunkerhill-Linie?“

Später“, antwortete sie und ließ sich von ihm das Kleid zuknöpfen.

Er überlegte. Die Dunkerhill-Linie war ein Pleiteunternehmen. Vor elf Jahren hatte sie ein gewisser Dunkerhill begonnen, um von Kalifornien aus nach Arizona vorzustoßen. Die Schienen lagen bis durch die Mohave-Wüste und sogar ein Stück weit in die Gila hinein. Dann waren dem Ingenieur die Luft und das Geld ausgegangen. Schluss, Beerdigung Erster Klasse. Die Aktien waren nicht mehr das Papier wert, die Wagen und Loks wurden verhökert, die Arbeiter verschwanden, die Schienen rosteten still vor sich hin. Aber noch nicht einmal das taten sie in der Wüste.

Doch nun waren Leute in New York auf die Idee gekommen, eine Transkontinentalbahn von West nach Ost durch den äußersten Süden zu bauen. Kalifornien, Arizona, New Mexico, Texas, Louisiana. Von San Francisco nach New Orleans. Die Gesellschaft nannte sich Southern Pacific Railroad. Kurz: SPRR.

Die Union Pacific hatte Kapital in dieser Gesellschaft. Neuerdings. Jenkins sollte von der UPRR als Sicherheitsfachmann an die Bauleitung der SPRR ausgeliehen werden. Davon hatte Jenkins gestern gesprochen. Und Croyton war einer der Aktionäre der SPRR, auch einer der UPRR. Ein großer Aktionär sogar, und im Aufsichtsrat war er auch, bei beiden.

Und seine Frau wollte ihm, dem Bahnmarshal Roy Matlock, einen Bombenjob bei der pleite gegangenen Dunkerhill-Bahn anbieten? Was, du großer Vater, war das nun wieder?

Ich habe eine Frage gestellt, Helen. Ich bekomme sonst immer auf eine höfliche Frage eine Antwort.“

O Liebling, sei doch nicht so ungeduldig!“

Sie hing schon wieder an seinem Hals und küsste ihn, dass er sich fragte, ob sie sich nicht viel zu früh wieder angekleidet hatten. Aber dann, dachte er weiter, bekomme ich die Antwort sonstwann. Ich will es aber jetzt wissen.

Rede nicht um den heißen Brei, Helen. Ich bin keine Pfeife, die du deine Melodie spielen lassen kannst. Also?“

Meine Güte, du kannst einen ganz schön nerven.“ Sie ließ sich auf der Bank nieder, die ein Stück entfernt stand. „Also gut, du sollst es wissen. Sonst gibst du nie Ruhe. Die Dunkerhill ist längst pleite. Aber noch immer besitzt sie die Rechte bis zum Ende ihrer Schienen, auch durch Arizona ...“

Er konnte sich vorstellen, wie es weiterging. „Und da sitzt irgendwo noch einer, der Aktien der Dunkerhill in den Händen und damit die Rechte hat."

Sie nickte. „Haargenau.“

Und diese Aktien sind Gold wert, wenn jemand begreift, dass ohne die Dunkerhill kein Yard weit Schienen in der Mohave gelegt werden kann oder die alten Schienen benutzt werden.“

Absolut richtig.“

Und du hast diese Aktien?“

Stimmt genau. Und du wirst Sicherheitsboss bei mir, klar? Das war die Frage, die ich dir stellen wollte.“

Prächtig. Und wie geht es weiter?“

Wir verkaufen die Aktien scheibchenweise. An die SPRR. Und wir werden viel dafür verlangen, schätze ich.“

Wer ist ,wir‘?“, wollte er wissen.

Ich zum Beispiel."

Wer noch?"

Hmm, mein Mann natürlich.“

O Hölle, der hat doch ein Interesse daran, dass die UPRR baut.“

Hat er, aber er hat auch an Geld Interesse. So ist er reich geworden, mein Liebling. So werden alle reich, die eins und eins zusammenzählen können. Du auch, wenn du nur begriffen hast, und ich sehe, du hast es.“

Ist Treue in dieser Rechnung ein Zählfehler?“

Unbezahlt immer, bezahlt nicht. Ich meine, wenn dir die UPRR die Treue in Gold aufwiegt, warum nicht? Sie tut das aber nie, wie ich weiß.“

Aha! Also wäre es, deiner Meinung nach, ein Fehler.“

Du kapierst wahnsinnig schnell. Ich wusste doch, dass du unser Mann bist. Der Tipp stammt übrigens von Mullingham.“

Zum Teufel, lass den aus dem Spiel! Ist der etwa auch mit von der Partie? He, du bluffst doch nicht, oder?“

Dick ist ein sehr alter Freund von, mir, Liebling. Mach dir nichts daraus, wir sind Freunde, mehr nicht. Er hat mit mir noch nie geschlafen, obgleich ich es einmal wollte, doch das ist lange her. Er ist nicht mein Format.“

Er spürte, dass sie log. Natürlich hat sie mit Dick geschlafen. Dieser Windhund! Vielleicht hat sie dafür diesen Tipp kassiert. Ausgerechnet Mullingham! Der wird den Teufel tun und das ehrlich meinen. Der nie! Nicht einmal im Scherz tut der das. Aber so sehr Dick auf die Mädchen scharf ist, und so sehr er keine Gelegenheit auslässt, mir eins auszuwischen, so sehr ist er auch kein Lump. Nein, wenn ich ihn auch oft so genannt habe, er ist aber keiner. Und deshalb macht der niemals mit einem gemeinsame Sache, der ein Schweinehund ist. Wenn sie in einem Punkt die Wahrheit gesagt hat, dann ist ihr Mann ein Schuft und sie selbst nicht viel mehr.

Als Frau ist sie Zucker, sagte er sich weiter. Aber ihr Charakter scheint schon eine ganze Weile verdammt Ladehemmung zu haben. O Hölle, ich muss wissen, was tatsächlich noch drinsteckt in dieser Sache. Doch nicht nur ein Batzen Dollars. Auf die Greenbacks allein ist das doch nicht ausgelegt. Geld hat doch der Senator mehr als genug. Der ist satt.

Da kam ihm die Idee. Und sofort versuchte er Helen dazu ein wenig auszuhorchen.

Dick also, sagst du, ist ein alter Freund. Wie ich Dick kenne, hat der noch nie Freundschaft mit einem Mädchen gepflegt. Bei ihm ist das immer sofort der Weg zum Bett.“

Wo bist du da anders?“, wollte sie wissen und sah ihn spitzbübisch an. Im Licht der Laterne wirkte ihr Gesicht unheimlich jung. Aber er hatte schon drinnen im Saal gesehen, dass Helen ihrem wunderschönen Dasein auch deutlich Tribut zollen musste. Da half kein Puder, keine Schminke, bei gutem Licht und mit Augen, wie Roy sie nun mal besaß, da konnte einem Mann wie ihm so etwas nicht entgehen. Trotzdem war sie schon eine Wucht, und er empfand diese Frau wie ein herrliches, aber tödlich gefährliches Pumaweibchen. Damit hatte sie wirklich eine Menge gemeinsam, auch die Schläue.

Wir wollen nicht streiten“, sagte er. „Reden wir von dem Job. Du hättest ihn Dick geben können.“

Dick bekommt eine andere Aufgabe“, erwiderte sie schnell. Ihm etwas zu schnell, als habe sie das richtig einstudiert und auf seine Frage gewartet.

Er fragte aber weiter: „Und wir bauen also eine Truppe auf, schützen die verrosteten, verbogenen Gleise der Dunkerhill, und indessen versucht ihr, die Aktien in familiengerechten Portionen an den Mann zu bringen. Wie stellt ihr euch das vor? Glaubt ihr denn im Ernst, dass Leute wie Ernest Jenkins im Tiefschlaf liegen?“

Ernest wird mitspielen, der tut uns nichts“, behauptete sie mit einer Selbstsicherheit, die ihn überraschte. Aber auch diesmal zeigte er seine Gefühle nicht. „Ernest“, fuhr sie fort, „tut für meinen Mann alles. Mein Liebling, und du hilfst mir, nicht wahr?“

Sie schmiegte sich wieder an ihn, und er spürte sie mit allen Fasern seines Körpers.. Aber der Rausch von vorhin war weg. Der Verstand arbeitete auf vollen Touren, und ihre Reize wirkten nicht halb so wie vorhin. Sie hoffte das aber, und als sie ihre Arme um seinen Hals schlang, ihn küsste und sich immer fester an ihn presste, fragte sie leise: „Würdest du mir auch helfen, von meinem Mann loszukommen? Ich hasse ihn, ich bin von ihm abhängig, aber ich halte es mit dem alten Scheusal nicht mehr aus.“

Sie sagte es, als wolle sie ihm ihr Herz ausschütten, und ihm kam es für einen Augenblick lang wirklich wie ein Bekenntnis vor. Vielleicht, dachte er, hat sie Dick ebenso einzulullen versucht. Ob ihr das womöglich geglückt ist?

Aber dann machte ihn etwas stutzig. Sie fragte plötzlich leise: „Ich würde dir die Hälfte von allem geben, was wir aus den Dunkerhill-Aktien rausholen, wenn du dafür sorgst, dass er verschwindet. Und zwar für immer.“

Du willst ihn umbringen lassen?“, fragte Roy trocken. „Bist du auch sicher, dass du in seinem Testament vorkommst?“

Sie sah ihn an, aber eine so gute Schauspielerin, wie sie wohl dachte, war sie nun wirklich nicht.

Ich liebe dich! Ich möchte mit dir zusammenbleiben. Ich weiß, dass wir uns gesucht und gefunden haben.“

Normalerweise waren das Töne, die geeignet waren, einen Roy Matlock auf der Stelle in die Flucht zu schlagen. Heirat und Worte wie „immer bei dir bleiben“, das verunsicherte ihn wie eine Gallone Rizinusöl.

Hmm“, machte er, weil er ihr auch jetzt nicht einen Buchstaben glaubte und daher auch nicht die Kirchenglocken läuten hörte. Dann sah er sie skeptisch an. „Du hast mit keinem Wort gesagt, auf welche Art du dich scheiden lassen willst. Amerikanisch oder mexikanisch?“

Er lächelte und sah sofort, dass sie verstanden hatte. Amerikanisch, das war die normale Scheidung für viel Geld mit Anwälten und dergleichen. Das wollte sie ja garantiert nicht. Sie wollte Witwe werden, das war entschieden einträglicher. Sie war nicht satt wie der Senator. Sie war hungriger auf Geld als eine ausgehungerte Wölfin im tiefsten Februar nach einem winzigen Fetzen Fleisch.

Sie sah ihn an, als habe er nach der dümmsten Sache der Welt gefragt. „Du bist gut! Amerikanisch! Was soll der Quatsch?“

Also wollte sie, dass er umgelegt wurde.

Sie macht das nicht allein, sagte sich Roy. Ich könnte jetzt einfach ein bisschen blöden Kram reden und mich verdünnisieren, aber dann weiß ich nichts. Und außerdem habe ich so ein komisches Gefühl unter dem Nabel. Mit ihr hat das nichts zu tun. Mit Dick aber.

He, fragte er sich insgeheim, mache ich mir etwa um diesen verdammten Windhund Gedanken? Dick soll doch zur Hölle gehen und ...

Nein, schon nicht wegen Isabel, seiner Schwester. O Hölle! Isabel, das ist der Punkt. Auf sie war Roy schon seit drei Jahren wild, aber entweder gab es keine Gelegenheit, mit ihr vertraut und intim zu werden - oder Dick fuhr wie ein Teufel dazwischen, wenn Roy dem Mädchen nur auf hundert Schritt zu nahe kam.

Isabel, das war für Roy der Inbegriff einer Frau, der Typ Frau, den er nicht auf dem schnellsten und besten Pferd verlassen würde, wenn das Wort Heirat und Ehe aus ihrem Mund kommen würde. Im Gegenteil. So sollte seine Frau einmal sein .. .so wie Isabel.

Quatsch! Was denke ich für einen Mist? Jetzt geht es um ganz andere Brocken. Helen hat die Aktien, will ihren Mann abschieben und einen Berg Gold angeln. Stopp! Hier ist ein Denkfehler. Wenn sie den Alten los wird, bekommt sie das viele Geld. Was zählen dann noch die paar Dunkerhill-Aktien? Was, zum Kuckuck, steckt dahinter?

Er sah sie an. „Ein paar Dinge sind mir schleierhaft.“

Komm, ich zeige dir was, Roy“, sagte sie leise, stand auf und winkte ihm. Er folgte ihr etwas unschlüssig durch den „Park“. Sie ging nicht auf das Haus zu, sondern entfernte sich noch davon. Roy wusste, dass dieser Besitz umfriedet war. Allein für den Zaun hätte man drei stattliche Häuser bauen können, so teuer war der gewesen.

Und irgendwo dort hinten musste ein Tor sein. Als Roy es sah, waren sie schon fast davor. Der Weg führte von dort auf das Haus zu, war aber so gut wie nie benutzt worden.

In diesem Augenblick, als sie das Tor erreicht hatten, hörte Roy das Rasseln.

Es kam von rechts. Helen wollte weitergehen, aber Roy packte sie hart am rechten Oberarm, zog sie herum, sprang einen Satz weit zurück und riss Helen dabei von den Beinen. Sie schrie gellend auf, doch Roy achtete nicht darauf.

Er verlor kostbare Zeit damit, seinen kleinen Derringer zu ziehen, an den er sich nie gewöhnen würde. Aber im Frack konnte er nicht mit dem für ihn üblichen Revolvergurt und dem 45er auftreten. Aber dann hatte er die kleine Pistole heraus und schoss an der noch immer kreischenden Helen vorbei.

Erst in diesem Augenblick sah Helen im grellen Mündungsfeuer den Schlangenleib, sah, wie der Kopf zurückgestoßen wurde. Dann war es wieder dunkel. Aber Roy musste Katzenaugen haben. Er sah genau die Klapperschlange, sah den aufgerichteten Leib, sah den Einschuss am Kopf, der dieses Reptil auf der Stelle tötete, auch wenn der Leib noch immer konvulsivisch zuckte.

Mit Roys Hilfe kam Helen wieder auf die Beine. Roy zündete ein Schwefelholz an, und da sah sie die tote Schlange.

Um Gottes willen!“

Hmm, war ein bisschen knapp, hast du sie nicht gehört?“

Helen schüttelte den Kopf. Dann wandte sie sich um. „Wir brauchen nicht mehr weiter zu gehen, er ist schon da.“ Sie blickte an Roy vorbei.

Wer?“, fragte Roy und drehte sich um.

Da sah er eine Gestalt auf der anderen Seite des Zaunes. Ein Mann in der Kleidung eines Treibherden-Cowboys, einen Staubmantel offen über der Kleidung. Im ungewissen Licht der Nacht sah dieser Fremde aus wie eine riesige Fledermaus mit diesem Mantel und seinen breiten texanischen Beinschützern.

Es ist alles in Ordnung, Jack“, sagte Helen.

Als habe er nur auf diesen Satz gewartet, trat der Fremde nun näher, riss ein Zündholz an, steckte sich eine Zigarette an, so dass Roy das Gesicht des anderen genau erkannte. Ein Gesicht, das jedem Bahnmarshal zwischen Omaha und Sacramento ein fester Begriff sein musste. Das Gesicht von Frisco Newman.

Es war lächerlich, aber Roy hatte sofort alle die Daten vor Augen, die auf den Hunderten von Steckbriefen standen. Er wusste auch, was inoffiziell über diesen Mann bekannt war. dass er intelligent sein sollte, dass die Frauen ihn anhimmelten. Und dass er zwar schon viele Raubzüge ausgeführt, aber dabei noch nie einen Toten hinterlassen hatte. Und trotzdem wurde Roy das Gefühl nicht los, dass die eben erschossene Klapperschlange gegen diesen Frisco Newman so ungefähr das possierlichste und harmloseste Tier war, das es im ganzen Westen gab.

Spurt also alles?“, fragte Frisco Newman.

Ach, es geht im besten Einvernehmen“, entgegnete Helen. Sie wandte sich an Roy, „Das ist mein Partner, Roy. Ich wette, ihr beide werdet fantastisch miteinander auskommen.Jack, er übernimmt den Job als Sicherheitschef bei meiner Dunkerhill.“

Ist das nicht etwas zu optimistisch, wie du meiner Entscheidung vorgreifen willst?“, erkundigte sich Roy.

Sie sah ihn mit umwerfender Naivität an. Er sah es, weil er sich gerade eine Zigarette anbrannte. „Na hör mal, mein Freund ...“

Er wunderte sich, dass sie sich etwas zurückhaltender gab. Offenbar sollte Frisco Newman nicht wissen, dass sie mit Roy geschlafen hatte.

Du bist so diskret, mein Liebling“, flötete Roy honigsüß. „Sag ihm doch ganz einfach, dass du nicht so richtig ins Geschäft gekommen bist, obgleich du soviel bieten wolltest. Und sag deinem Partner auch, dass ich mit einem gesuchten Banditen namens Frisco Newman niemals gemeinsame Sache mache. Und sag ihm auch, dass ...“

Frisco Newman unterbrach Roy mit den Worten: „Spar es dir, Matlock! Denk an Mullingham. Er hat ziemliche Schwierigkeiten. Die werden zu Elefantengröße anwachsen, wenn du hier den Nationalhelden spielen willst. In anderen Worten, Matlock: Dick Mullingham und seine Schwester stehen in Verdacht, einen satten und fetten Fischzug gemacht zu haben. Der UPRR fehlen nämlich die Urkunden mit den Wegerechten durch Teile von Arizona, soweit die nicht der Dunkerhill gehören. Und es gibt Beweise, dass Dick sich diese Unterlagen angeeignet hat. Davon sind keine Duplikate da. Wer die versiegelten Dokumente hat, besitzt das Wegerecht. Tja, Matlock, und jetzt hast du die Wahl: entweder geht Dick mitsamt seiner schönen Schwester den Jordan hinunter - oder du spielst hier mit. Du bist nämlich leider ziemlich wichtig für uns. Niemand kommt an Jenkins heran. Aber ich setze tausend Rinder, dass du ihn heute Abend für uns aus diesem Palast lockst und das zusammen mit Helens Mann. Es muss freiwillig geschehen, Matlock. Du bringst das zuwege. Er und der Senator gehen mit dir, und sie werden nicht gezwungen. Du wirst dir etwas einfallen lassen, und sie glauben dir, da bin ich ganz sicher. Also?“

Roy lächelte, und Helen glaubte schon, er würde zustimmen, so sagte sie: „Roy ist klug, der weiß, was er tut.“

Roy nickte. „Stimmt. Stimmt absolut“, sagte er. Und dann explodierte er wie eine Bombe.

 

*

 

Der macht mich nicht zum dummen August, dachte Roy, als er mit einem Sprung das Tor packte, ss und diesen Frisco packte, bevor der überhaupt begriffen hatte. Er schien mit allem, nur nicht mit einem Angriff gerechnet zu haben.

Aber Roy war da, schnappte ihn am Staubmantel, riss ihm den ein Stück von den Schultern. Ein Ruck, und der Mantel schlug hinten um. Roy zog ihn vorn zusammen, so dass die Arme des Mannes wie von einem Strick umschlungen waren. Und zugleich kam Roys Knie hoch. Genau an die empfindlichste Stelle. Bahnpraxis war das. Knallhart und erprobt.

Frisco brüllte auf. Der große Frisco Newman war total im Eimer. Er sank vor Schmerz in die Knie, und als Roy dann beide Hände losließ, nutzte Frisco das nicht, sondern schoss mit beiden Händen nach seinem malträtierten Allerheiligsten. Das hätte er nicht tun sollen. Denn nun fing er einen Haken von Roys Rechter ein.

Frisco ging auf der Stelle k.o.

Roy sah aus den Augenwinkeln, wie Helen mit weit aufgerissenem Mund dastand, als wolle sie schreien, aber sie sagte nicht einmal piep.

Na, mein Schatz, das war ja eine unheimlich kurze Vorstellung. Die Leute werden ihr Geld zurückverlangen für so wenig Schau. Er hatte heute wirklich einen miesen Tag, Honey.“

Er ging ein Stück weiter, wo eine Lampe angebracht war, nahm sie heraus und leuchtete damit auf den bewusstlosen FriscoNewman. Wie er so da lag, sah er gut aus. Ein hübscher Bursche, das musste Roy zugeben. Und noch immer bewaffnet, wie Roy einfiel.

Er nahm den Colt mitsamt dem Waffengurt an sich und schlang den Gürtel um den Frack. „Man kommt sich sonst wirklich nackt vor, und der Derringer ist alles andere als ein Lendenschurz“, meinte Roy. Helen hörte nicht zu. Sie sah aus, als sei eine Welt für sie zusammengestürzt. Sie hatte noch immer diesen entsetzten Blick, mit dem sie hinab auf den Bewusstlosen schaute.

Frisco kam zu sich. Da warf sich Helen neben ihm auf die Knie, strich ihm über die Stirn, als handele es sich bei ihm um einen Todkranken, sagte immer wieder: „Mein Liebling, o mein Liebling!“ und dann schlug er die Augen auf.

Roy fragte sich in diesem Augenblick, was am großen und berüchtigten Frisco Newman eigentlich so groß und so berüchtigt war. Jetzt, wo er da vor ihm krächzte und mit den Augen rollte, wirkte er jedenfalls entschieden harmloser als die Klapperschlange vorhin. Und Roy hatte das Gegenteil angenommen.

Jetzt sah ihn Frisco an, stemmte sich hoch und schien klarer zu erkennen, was ihm da widerfahren war. Aber er sagte nichts. Mühsam versuchte er, auf die Beine zu kommen. Helen, besorgt um ihn wie um einen Geliebten, half ihm hoch. Es war ein schauerlicher Anblick für Roy. Ein so gefährlicher und von vielen Staaten und Behörden gesuchter Bandit zeigte sich hilflos wie eine Maus mit angebundenem Schwanz.

Und nun stand er endlich. Richtig mickrig wirkte er, dieser Frisco. Roy musterte ihn eiskalt und war entschlossen, den Burschen auf der Stelle ins Haus zu schaffen und dem Sheriff in die Hand zu drücken. Der Sheriff war ja auch eingeladen.

Also los, Bruder, auf geht es!“, sagte Roy. Und zu Helen gewandt meinte er versöhnlicher: „Du kannst ihn ja besuchen, es gibt da geregelte Zeiten. Und nun lass ihn los!“

Sie fauchte ihn an wie eine Furie: „Du Mistkerl! Ihn einfach niederzuschlagen. Er wollte mit dir reden. Und du fällst ihn an, du verdammter Bastard! Ich habe dein Bestes gewollt, ich habe ...“

Roy hatte sie fast belustigt angesehen und auf Frisco nicht mehr so sehr geachtet. Für ihn war dieser Frisco ab jetzt ein riesiger Bluff. Ein durch Gerüchte aufgemotzter Buhmann, der in Wirklichkeit ein Glaskinn besaß und auch sonst nicht das Pulver wert zu sein schien, das auf ihn geschossen worden war.

Das wurde Roy zum Verhängnis, soviel Leichtfertigkeit forderte ihren Preis. Frisco explodierte mindestens so plötzlich wie Roy vorhin, und damit ebenso überraschend.

Der eben noch angeschlagen und angeknackst wirkende Mann flog plötzlich herum, drehte sich einfach im Kreis, und seine Ellenbogen rammten wie Keile in Roys Magengrube.

Roy röhrte wie ein Hirsch, krümmte sich, wollte mit beiden Händen zupacken, aber ihm waren die Arme wie gelähmt. Er konnte einfach nicht, und da knallte ihm Frisco etwas Stahlhartes auf die Stirn.

Roy spürte nur den Schlag, dann meinte er, seine Beine begännen zu schweben. Er wollte tausend Dinge tun, tat nicht eines und glaubte, er fliege in einen riesigen roten Tunnel, an dessen Ende eine grelle Sonne blendete. Und dann sah er gar nichts mehr, fühlte nichts mehr, wusste nichts mehr. Er hörte auch nicht, wie Frisco Newman keuchend ausstieß: „Dieser mistige Stinker! Schlägt mich einfach um! Helen, hilf mir, den wegzuschaffen. Im Haus müssen sie vorhin schon seinen Schuss gehört haben, als er auf die Klapperschlange geballert hat.“

Nein, Jack, drinnen spielt die Kapelle, da hören die nichts. Was machen wir nur? Ich kann doch Jenkins nicht überreden, und mein Mann ist so schon misstrauisch genug.“

Dann ändern wir unseren Plan. Wir haben ja Mullingham fest im Griff. Der weiß genau, dass er seine Unschuld unmöglich beweisen kann. Der wird das für uns ein andermal erledigen. Fass an, wir schaffen ihn hier weg. Warte, erst muss ich ihm noch meinen Gürtel abnehmen. Dieser Stinker, was mag der sich nur eingebildet haben, was? Einen wie mich einfach umnieten und dann sich vorkommen wie der große Zampano!“

 

*

 

Sie brachten den bewusstlosen Roy ein gutes Stück weg bis zu einem Buschstreifen. Hier draußen war nur das Licht der Sterne, aber das Pferd konnte Helen doch erkennen, das auf der kleinen Lichtung zwischen den Büschen stand.

Was hast du mit ihm vor?“, fragte sie, als Frisco sein Lasso vom Sattelhorn nahm und Roy zu fesseln begann.

Ich nehme ihn mit.“

Du darfst ihm nichts tun!“, beschwor sie ihn.

Details

Seiten
120
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783738905434
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2016 (Oktober)
Schlagworte
matlock eisenbahnmarshal feuermarke

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Titel: Roy Matlock - der Eisenbahnmarshal #3: Feuermarke 2